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Das MoMo in Kalifornien


moensters am 22 Mär 2018 18:49:46

Auf nach Kalifornien!
Dieses Jahr starten wir spektakulär in die Womo-Saison. Es geht durch die kalifornischen Wüsten!
Warum das? Ganz einfach - unsere Sofie ist seit dem Sommer für ein Jahr als Au Pair in San Diego und wir wollten uns diese praktische Gelegenheit, endlich mal wieder in die USA zu reisen, natürlich nicht entgehen lassen. Der Reiseplan steht bereits seit vergangenem Sommer und die Vorfreude steigt seitdem täglich. Endlich unsere große Kleine wieder in die Arme schließen und dieses bekloppt-großartige Land wieder zu besuchen ist schon fantastisch.

Der Plan
Der Reiseplan führt uns zunächst nach Los Angeles, wo wir dann ein Teilzeit-MoMo übernehmen werden. Vom Vermieter Best Time RV haben wir bisher nur Gutes gehört, aber wir sind schon sehr gespannt auf den Kulturschock, der uns auch als mittlerweile erfahrene Wohnmobilisten sicherlich ereilen wird.
Ein Womo, dass locker 25l/100km säuft? Selbstverständlich?
Innenausstattung wie in einer Ferienwohnung ohne auf Gewicht und Platzsparsamkeit zu achten? Natürlich.
Über die breiten Highways mit Automatik und Tempomat cruisen? Yes!
Wir haben all dies in unserem Familientraumurlaub durch den amerikanischen Südwesten im Jahr 2004 bereits erlebt und viele Erinnerungen an damals kommen mit den Reisevorbereitungen wieder hoch. Und eigentlich würden wir genau die gleiche Route sofort wieder abklappern. Klar, wer würde nicht gerne noch mal am Grand Canyon, Bryce Canyon oder im Arches übernachten wollen? Aber diesmal wird es deutlich anders. Wir werden neue Orte kennenlernen und der Schwerpunkt liegt vor allem auf den Wüsten: Death Valley, Mojave und Joshua Tree Nationalpark. Und nachdem wir die abgeklappert haben, lernen wir endlich Sofies Gastfamilie in San Diego kennen, angeblich eine der sehenswertesten Städte in den USA. Die Family ist uns durch die vielen Berichte und FaceTime-Konversationen ja auch schon vertraut und wir sind gespannt, wie sich deren American Life dann in echt anfühlt. Und vor allem haben wir vor Ort dann die beste Reiseführerin, die man sich wünschen kann!
Bild

Und sonst?
Unser sonst üblicher Live-Reisebericht wird sich wahrscheinlich etwas verzögern und eventuell auch komplett in einem Rutsch nach der Reise erfolgen. Da muss ich mal gucken, wie viel Zeit mir fürs Schreiben übrig bleibt. Auf jeden Fall ist für alles gesorgt und auch die Kamera ist bestens präpapriert. Jetzt drückt uns nur noch die Daumen, dass es in den Trump-USA nicht noch bei der Einreise Probleme gibt…

Updates gibt es hier oder in unserem Blog: --> Link

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Canadier am 22 Mär 2018 18:57:31

Hallo moensters,
hab dir grad mal ne KN geschickt.

Administrator am 22 Mär 2018 19:33:42

Canadier hat geschrieben:Hallo moensters,
hab dir grad mal ne KN geschickt.

und was trägt das hier zum Thema bei? :roll:

womocharly am 22 Mär 2018 19:51:47

Hallo moensters,
auch wir werden Ende Mai für 4 Wochen nach Kalifornien fliegen und eine ähnliche Tour mit einem Womo machen. Der Unterschied ist aber: Wir mieten nicht, wir tauschen! Eine Familie aus CA stellt uns ihr Womo 4 Wochen zur Verfügung und wir ihnen später unseres(Prinzip wie homeswapping oder flatswapping).
Uns interessiert Eure Route. Kann man da Näheres erfahren? Auf eurer Homepage fehlt die Legende.
Viele Grüße
womocharly

moensters am 22 Mär 2018 20:42:04

Hallo,

Das mit dem swappen hört sich ja cool an. Habt ihr keine Sorge, dass die Amis mit Handschaltung und den europäischen Straßen nicht so ganz klar kommen...? :wink:

Die grobe Route ist LA - Alabama Hills - Death Valley - Mojave Desert - Joshua Tree NP - San Diego - LA

Wir halten uns zwar wie immer offen, von der Route abzuweichen, aber da wir einen recht strammen Zeitplan haben, ist das diesmal unwahrscheinlich.

Liebe Grüße, Michael

BeateR am 22 Mär 2018 21:07:19

Hallo Womocharly,

hier kommt wieder mal die Bedenkenträgerin:
habt Ihr denn mit dieser Familie auch die Versicherung abgeklärt? Du weisst ja sicher, dass in USA nicht das Auto versichert ist, wie z.B. in Deutschland, sondern die Person. D.h. die dortigen Fahrer nehmen ihre Versicherung praktisch mit, zu jedem Auto, das sie fahren. Während Du, wenn Du dort ein Auto vor Ort mietest, oder eben tauscht, erstmal ohne Versicherung dastehst. Vor allem ohne Haftpflichtversicherung. Und das bei den horrenden Entschädigungssummen in USA.

Beate

womocharly am 23 Mär 2018 10:38:59

Hallo moensters,
die grobe Route haben wir uns schon auf eurer Homepage angesehen. Wir werden in etwa auch diesen Ring fahren, aber voraussichtlich umgekehrt( wegen evtl. Wintersperren auf dem Tioga-Pass bis Ende Mai.).
Hallo Beate,
Das Versicherungsproblem hat uns von Anfang an beschäftigt:
In Deutschland müssen wir einfach bei unserer HUK 24 für die Saison einen weiteren Fahrer für das Womo anmelden in Form einer Vertragsänderung. Das kann ein paar Euro kosten.
Für Kalifornien wurde uns vom Tauschpartner bestätigt:
Zitat: "Our insurance will cover you while you use our RV in mainland USA, not Alaska and you couldn’t get it Hawaii!"
Auf diese Aussage verlassen wir uns.
Grüße
womocharly

bhomburg am 23 Mär 2018 11:12:33

Viel Spass!
Ich mache so eine Tour 2x im Jahr. Diese Gegend der Erde ist einfach perfekt um mit einem RV erkundet zu werden.
Best Time ist gut; die Fahrzeuge sind dort im Schnitt neuer als bei den 'Grossen', und die arbeiten nicht mit eher zweifelhaften Tricks (abbuchen der Kaution, Gebühren für cc processing) wie manch anderer. Die neu angebotenen Modelle auf Ford Transit Basis verbrauchen übrigens deutlich unter 20l (wenn man im Verkehr mitschwimmt...) und fahren wesentlich angenehmer als die archaischen Ford E350/450, ich würde immer so eines nehmen für längere Strecken. Hatte das letzte Mal einen Winnebago mit Ecoboost-Maschine, das Ding fuhr mit seinen 310 PS wie ein PKW, da machten sogar die carpool lanes in LA Spass mit :)
Wenn es ein Ford E-series mit 55-Gallonen-Tank und gewaltigem Benzindurst wird, hilft gasbuddy.com bei der Suche nach der billigsten Tankstelle. Das macht dann schon ein paar Dollar aus...

Praxistip: Wo lebt die Gastfamilie? San Diego hat Parkbeschränkungen für Wohnmobile (--> Link, pdf), sprich es ist illegal ein Wohnmobil nachts zwischen 2 und 6 Uhr auf der Strasse oder öffentlichen bewirtschafteten Parkplätzen abzustellen, egal ob darin jemand schläft oder es einfach nur geparkt wird. Das wird je nach Stadtviertel unterschiedlich streng kontrolliert und geahndet. In Ocean Beach oder anderen strandnahen Quartieren (Mission Beach, La Jolla) mit hohem Besucherdruck und entsprechend sensibilisierten Anwohnern gibt es garantiert einen teuren Strafzettel bzw. der Abschleppwagen kommt (yup. Die schleppen die Dinger ab. Gesehen um 5:00 morgens auf der Abbott St. in OB am Hundestrand!). Weitab vom Strand und den Touristenvierteln ist das alles kein Problem es sei denn man hat missgünstige Nachbarn. Die Gastfamilie muss sich ein permit besorgen, dann kann das Womo dort auf der Strasse stehen, wenn das eigene Grundstück nicht gross genug sein sollte: --> Link

fritzi2015 am 23 Mär 2018 12:26:50

moensters hat geschrieben:Auf nach Kalifornien!
Dieses Jahr starten wir spektakulär in die Womo-Saison.


Hallo Moensters,
Ich wünsche Euch eine herrliche Reise und kann Eure Wiedersehensvorfreude seht gut verstehen... hoffe, dass Du Zeit für ein paar Zeile während der Reise findest :?
Wann startet Ihr denn?... damit wir hier nichts verpassen :happy:

Daumen drücken ist gebucht.
Herzliche Grüße
fritzi

moensters am 23 Mär 2018 20:35:31

Danke für den Tipp mit dem permit, bhomburg! Es sieht aber so aus, als würden wir locker vor der Garage parken können - amerikanische Verhältnisse...

Danke für die guten Reisewünsche, fritzi. Es geht schon morgen los und ich bin echt total aufgeregt. Ist schon was anderes, als sich einfach zuhause ins Womo zu setzen und loszutuckern...

Liebe Grüße, Michael

moensters am 02 Apr 2018 19:11:46

Wir sind bereits seit einer Woche unterwegs und es ist in jeder Hinsicht abenteuerlich und großartig. Ich werde jetzt versuchen, ein bisschen Gas zu geben, aber es kann ein bisschen dauern, bis ich auf dem aktuellen Stand bin.
Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Aber fangen wir ganz am Anfang an:

Up and away
Wir haben einen Langzeitparkplatz am Düsseldorfer Flughafen über Airparks gebucht. Etwas unsicher, weil in der Beschreibung stand, dass der Parkplatz erst in 2018 eröffnet wird. Nicht, dass die den irrtümlich schon freigeschaltet haben und wir dann dumm dastehen? Aber Pustekuchen. Der Parkplatz ist zwar noch eine halbe Baustelle, aber dafür gut ausgeschildert. Und auch unser Shuttlebusfahrer ist sofort zur Stelle und bringt uns so flott zum Terminal, dass wir auf einmal reichlich Zeit haben. Denn auch die Gepäckaufgabe klappt nahezu problemlos. Bis auf die fehlenden ö-Pünktchen, die bei unserer Flugbuchung mit der ansonsten sehr empfehlenswerten Hopper-App verloren gegangen sind.

Zeit totschlagen
Da wir plötzlich so viel Zeit haben, gibt es beim französischen Cafe im Flughafen ein Tartelette Citron für Annette und ein pain au chocolat für mich - wenn wir dieses Jahr schon nicht nach Frankreich fahren...
Während wir auf das Boarding für unseren Flug nach München warten, kommt die Durchsage, dass der Flug aufgrund des Ferienbeginns überbucht sei. Für zeitlich flexible Fluggäste gebe es 125€, wenn sie eine Stunde später fliegen könnten. Schade, dass wir zeitlich nicht flexibel sind!
Denn in München bleibt uns praktisch keine Zeit zum Gammeln - wir steigen nahezu ohne Unterbrechung in den nächsten Flieger. Next Stop LA!
Unsere letzter Langstreckenflug ist schon eine Weile her und wir sind echt beeindruckt, was sich seitdem vor allem beim On-Board-Unterhaltungssystem getan hat. Alles per Touch individuell auswählbar und mehr als genug Futter, um die 12 Stunden gut unterhalten zu sein. Daumen hoch! Auch für die Oscargewinnerin Frances McDormand in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“!

Lufthansa? Gerne wieder!
Vom Bordpersonal fühlen wir uns übrigens bei der Lufthansa ausgesprochen gut betreut. Anders als die von der Iberia, die einem sehr vermittelt haben, wie lästig man Ihnen sei.
Nach einem im Rahmen von Holzklasse und 12-Stunden-Flug sehr angenehmen Flug landen wir pünktlich in LA. Schon beim Landeanflug wird uns klar, wie riesig diese aus Tausenden von Schachbrettern bestehende Stadt wirklich ist.
Dumm nur, dass wir fast eine Dreiviertelstunde auf eine Parkposition warten müssen und dann noch der Spaß mit der Immigration auf uns wartet. Denn auch, wenn das alles gut organisiert ist: Dieses Durchgeschleustwerden vom Einreiseautomaten mit schmeichelhaften Fotos zum Immigration-Officer hat irgendwie was skurril-dystopisches.

Endlich wieder zusammen
Aber als wir endlich mit unserem Gepäck die letzte Kontrolle hinter uns gelassen haben, suchen wir im Pulk der am Ausgang wartenden Leute nach Sofie. Und als sie uns dann zuerst entdeckt und uns juchzend in die Arme fällt, ist das ein wunderbares Gefühl - große Freude!
Nach der ausgiebigen Begrüßung organisiert uns unsere Amerikanerin souverän den Shuttlebus vom Hotel, der nur für uns angefahren kommt. Er transportiert uns wie eine etwas zu dick und zu hoch geratene Stretchlimo zum Hotel Hampton Inn&Suites südlich vom Flughafen, wo sich mal wieder bestätigt, dass man sich auf die Booking-Bewertungen verlassen kann. Feines Hotel!

Animal Fries
Da wir vom langen Anreisetag doch ganz schön geschlaucht sind, beschließen wir, in der Nachbarschaft zu essen. Nach einem kurzen Fußweg, den Sofie, ganz amerikanisch, am liebsten im Uber (eine Art Privattaxi) zurückgelegt hätte, landen wir bei einem In‘n‘out-Burger. Eine Art McDonald‘s mit leckereren Burgern und übersichtlicherer Speisekarte. Und lernen von Sofie, dass man auch Sachen bestellen kann, die nicht auf der Karte stehen. Wer also seine Pommes mit Käse, Röstzwiebeln und Sauce überbacken mag, bestellt demnächst ganz souverän „Animal Fries“. Reisen bildet!
Als wir dann aber kurz vor neun wieder im Hotel landen, geht es dann doch ins Bett. Während die Mädels noch quatschen, bin ich angeblich innerhalb von 2 Sekunden eingeschlafen.

moensters am 02 Apr 2018 19:47:22

Erkundungstour durch LA
Nach einer jetlaggemäß mäßigen ersten Nacht, in der man ab 4 Uhr nicht mehr schlafen kann, bringt uns eine heiße Dusche erst mal steil nach vorn.

American Breakfast
Und auch das Frühstück im Hotel ist tatsächlich, wie in den Rezensionen beschrieben, besser als das amerikanische Duchschnittshotelfrühstück. Wobei man sich da keinen Illusionen hingeben darf: Das einzige was die Amis im Umweltschutz drauf haben, ist ein Mülleimer, auf dem Recycling steht. Ansonsten ist alles Besteck und Geschirr Wegwerfware und auch die meisten zusätzlichen Sachen sind extra verpackt.
Mein persönliches Highlight ist aber der Waffle-Maker. Da kann man sich selbst eine Waffel kreieren. Zunächst mit einem Wendewaffeleisen frisch backen, anschließend nach Lust und Laune verzieren. So was will ich auch zuhause haben!

Dennis rockt
Für den heutigen ersten Tag nach dem Flug haben wir uns einen besonderen Luxus gegönnt: Eine ganztägige deutschsprachige Stadtrundfahrt durch LA. Hatte ich mal irgendwo aufgeschnappt und hörte sich vielversprechend an. Denn so wirklich Lust auf die Stadt hatten wir nicht und sie auf eigene Faust zu erkunden, schien irgendwie ohne Auto auch schwierig. Und was soll ich sagen: Volltreffer!
Denn nicht nur ist Dennis freundlich und pünktlich am Hotel - auch die Tour ist bis ins letzte Detail liebevoll vorbereitet und löst das Versprechen tatsächlich ein, innerhalb eines Tages einen groben Überblick über die Stadt zu vermitteln.

Downtown
Wir starten in Richtung Downtown und der erste Blick bestätigt wirklich alle Vorurteile, die ich bisher über LA hatte. Wenig attraktiv, unendlich viele Flachbauten, etwas runtergekommen, Müll, Obdachlose. Naja.
Am Park neben dem Pico House ist unser erster Stopp und hier sieht es schon etwas netter aus. Alles startet gerade gemütlich in den Tag und vor allem: Die Sonne scheint und wir genießen es, im T-Shirt und mit offener Jacke herumzulaufen.
Richtig toll finden wir dann das Bahnhofsgebäude der Union Station. Fast schon ein historisches Gebäude mit seinem Art-Deco-Stil.
Und ein bisschen Mexico gibt es dann in der Olvera Street.

Only in LA
Auf dem weiteren Weg kommen wir an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei, wobei vor allem die Walt Disney Concert Hall mit ihren runden Schwüngen beeindruckt.
Und man merkt, dass Hollywood nicht weit ist: Wir sehen unterwegs Dreharbeiten an einem Gebäude und kommen sogar mitten in einen Werbespot. Ein Polizist sperrt die Straße vor uns ab und ein BMW (mit deutschem Kennzeichen!) fährt, begleitet von einem Filmtruck mehrmals eine Straße rauf und runter. Cool!

Schöne Aussicht
Next Stop: Griffith Observatory. Und hier oben herrscht schon reges Treiben, obwohl noch nicht so viele Busse da sind.
Die Aussicht ist aber auch wirklich grandios und das Hollywood-Sign haben wir in einem Suchbild verewigt. Sofie gibt einen kleinen Tip...
Auch das Observatorium selbst wäre sicher einen längeren Besuch wert. Aber dafür haben wir jetzt nicht so viel Zeit, wie wir wollten.
Beim nächsten LA-Besuch wäre es toll, hier mal den abendlichen Ausblick auf die Stadt zu genießen!

Walk of Bullshit
Weiter geht‘s den Berg wieder hinunter zum Walk of Fame. Diese ganze Ecke am Hollywood Boulevard mit dem Chinese Theatre, vor dem die Handabdrücke der Stars zu finden sind und dem Dolby Theatre, wo die Oscarverleihung stattfindet, ist eine einzige Tourimeile mit allem Schlimmen, was dazugehört.
Die Geschäfte mit Touristennepp. Die Anquatscher, die dir eine Hollywoodtour verkaufen wollen. Die verkleideten Figuren, die für Fotos posieren wollen. Neu waren für uns aber die CD-Verkäufer, die einem ihre CDs fast schon mit Gewalt in die Hand drücken wollen. Nervig.
Wir sind aber zumindest erleichtert, dass auch für uns schon mal Sterne reserviert sind.
Und cool ist auch der Blick vom Dolby Theatre hinunter auf das Treiben auf der Straße. Ansonsten: Muss man nicht nochmal haben.

Farmer‘s Market
Da mittlerweile schon der Magen knurrt, machen wir praktischerweise Mittagspause im Farmer‘s Market, wo man sich an den unterschiedlichsten Ständen vom Chinesen über Brasilianer bis hin zum Franzosen alles Mögliche an Essen kaufen kann.
Wir entscheiden uns für Cajunküche aus New Orleans und italienische belegte Brote. Gute Wahl!

Ganz schön edel
Am Sunset Strip, in Beverly Hills und natürlich dem Rodeo Drive wird es dann posh. Hier sieht es nun so gar nicht mehr wie am Vormittag aus - man sieht, dass hier Geld wohnt und Geld herumspaziert.
Promis haben wir zwar keine gesichtet, aber mit dem kurzweiligen Quiz, dass Dennis mit uns während der Fahrt durchführte, haben wir zumindest eine Vorstellung davon, wo die sich so rumtreiben.
Und am Holmby Park ist dann sogar Zeit für ein Extrafamilienfoto.

On the beach
In Santa Monica kommen wir dann endlich auch an den Pazifik. Der Ausblick hinunter auf den breiten Strand mit dem Vergnügungspier gefällt uns gut. Und vor allem sind hier mal Menschen zu Fuß unterwegs!
Unsere eigentliche Strandstation haben wir dann am Ende der Stadttour am Venice Beach. Hier ist richtig was los!
Aber so richtig begeistert haben uns vor allem die Skateboarder, die durch die wirklich coole Skateranlage düsen. Der Kleinste war vielleicht 5 Jahre alt, konnte aber schon durchaus was mit seinem Brett anfangen. Stark!

Auf dem Blechdach
Nachdem wir uns nach der Stadtführung im Hotel ein bisschen erholt haben, geht es heute tatsächlich per Uber zum Restaurant Tin Roof, was sich ein paar Kilometer südlich befindet.
Da wir nicht reserviert haben, müssen wir ein bisschen am Tresen warten. Und da man bei den Amis mit 18 zwar schießen, aber nicht saufen darf, guckt Sofie uns dabei zu, wie wir unser IPA schlürfen.
Zum Trost gibt es eine Barkeeperin, die ihr Handwerk wirklich versteht. In einem Affenzahn werden Getränke eingeschüttet, gemixt oder geschüttelt.
Das Restaurant entpuppt sich dann als wirklich guter Tipp, denn alles, was wir uns bestellt haben, schmeckt tatsächlich auch wirklich lecker. Ein schönes Ende für einen schönen Tag!

Nordkap711021 am 02 Apr 2018 19:54:35

Hallo,

nehmt Euch fuer den Joshua Tree National Park richtig Zeit. Ihr koennt dort auch im Park auf wenigen Stellplaetzen uebernachten!! Ein tolles Erlebnis!!!

San Diego bietet alles moegliche - ich bin beruflich regelmaessig dort. Jede Reise geniesse ich es.


Safe travels!

Viele Gruesse
Christian

moensters am 03 Apr 2018 02:23:11

Joshua Tree haben wir schon hinter uns... Ich versuche, ein bisschen wieder aufzuholen, aber es dauert alles noch ein bisschen. Zu viele tolle Stories und Bilder!



Aber es war immer noch zu kurz!

Liebe Grüße, Michael

kedi3001 am 04 Apr 2018 08:17:33

Superschöner Bericht bis jetzt - ja, da kommen schon Erinnerungen an die tollen Reisen in den USA auf ;D
Ich freu' mich schon auf die Fortsetzung und hoffe sehr, wir schaffen es auch mal wieder über den großen Teich (wenn es dort keinen Donald mehr gibt :D )

LG
Conny

moensters am 05 Apr 2018 05:08:31

Crap Time
Wir werden wirklich schon besser mit der Jetlagverarbeitung. Heute klappt das mit dem Schlafen schon besser und wir sind pünktlich nach dem Frühstück in der Lobby für unseren gebuchten Early-Bird-Transfer zur Womovermietung.
Wer nicht da ist? Der Shuttlebus. Nach einer Dreiviertelstunde sind wir uns sicher, dass da keiner mehr kommt und als nach einer weiteren halben Stunde niemand auf unsere Beschwerde antwortet, nehmen wir auf eigene Faust ein Uber, um zu unserem Womo zu kommen.

Verlass auf Saeid
Wir entscheiden uns Gottseidank für ein Uber-XL, indem wir unsere ganzen Koffer unterbringen können. Und auf der Fahrt unterhalte ich mich nett mit Saeid, der aus dem Iran kommt und über Dubai nach Kalfornien gelangt ist. Wir quatschen über sein Leben als Uberfahrer, was wegen der großen Konkurrenz mitterweile nicht mehr lustig ist, und über Fußball, da er sich als fundierter Kenner der Bundesliga zu erkennen gibt. Und überhaupt sei Deutschland sein Lieblingsland, weil er dort so großartige Erfahrungen mit der Hilfsbereitschaft der Deutschen gemacht habe. Und es hört sich nicht so an, als würde er jedem Fahrgast das gleiche über seine Nation sagen.
Der Knaller passiert aber zum Schluss. Denn wir haben vor lauter Aufregung tatsächlich meinen Fotorucksack im Auto vergessen und er kommt noch mal extra zurück, um ihn uns wiederzubringen. Klasse Typ!

OMG
In der Station setzt sich dann das Elend mit unserem Vermieter fort. Zwar sind alle ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, aber in der Praxis halt auch wenig hilfreich. Der Station Manager Tom ist komplett überfordert, weil er 2 Stationen (Phoenix und LA) betreut und angeblich nicht damit hinterher kommt, alles zu kontrollieren. Seine deutsche Mitarbeiterin kann außer freundlich sein auch nicht wirklich viel. Nicht mal einen Rückruf an meine deutsche Rufnummer kriegte sie auf die Kette, weil sie die falsche Ländervorwahl gewählt hat...
Und auch wenn ich weiß, dass amerikanische Womos eher rustikal gestrickt werden, bin ich von der Qualität des Ausbaus echt entsetzt. Vieles wirkt so dermaßen billig oder undurchdacht konstruiert, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Und vieles ist schlicht und einfach nicht vorbereitet. Da sind die zwei fehlenden Schrauben an der Mikrowelle noch das kleinste Problem.
Dafür, dass Best Time uns als „Premium-Vermieter“ verkauft worden ist, ist das ein absolutes Armutszeugnis. Nothing special here.
Nach etlichen Nacharbeiten (Dumpen(!), vergessene Convenience Kits, fehlende Stühle, wackeliger Tisch) rollen wir bereits entnervt erst gegen 13 Uhr vom Hof. Geplant war 10 Uhr...
Nachdem wir 20 Minuten auf dem Highway unterwegs waren, wirft Annette einen Blick nach oben stößt einen Fluch aus: „Da ist ein fettes Loch im Alkovendachfenster!“ Ja nee, is klar...
Bevor wir wieder zurückfahren, eine Reparatur abwarten und der Tag endgültig zum Teufel ist, schlagen wir unsere bewährte Torla-Reparatur vor: Mit Panzertape abdichten und gut ist. Regnen soll es ja voraussichtlich in den nächsten Tagen nicht... Wird uns von der nun wirklich am Boden zerstörten deutschen BestTimerin auch so gestattet.
Best Time? Crap Time!

Großeinkauf mit Folgen
Also fahren wir zum nächstgelegenen Vons und erledigen neben dem Duct-Tape-Kauf auch gleich noch unseren Großeinkauf. Was wir haben, haben wir. Aber bis wir alles beisammen haben, dauert es auch hier wieder ewig, so dass wir erst gegen viertel vor 4 weiterkommen.
Und wo landet man um 16 Uhr in LA? Natürlich im Stau... Und zwar fett. Alles, was man über die schrecklichen Staus in LA gehört hat, stimmt. Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass es auch so weit außerhalb des Zentrums noch so derbe ist. Also: Wir reden hier von 100km vom Zentrum entfernt...

Geistercampground
Als wir dann endlich relaxter unterwegs sind, kommt sogar ein bisschen Urlaubsstimmung auf. Durch die Ödnis des amerikanischen Hinterlands zu fahren, hat immer etwas.
Mittlerweile ist es natürlich so spät, dass unser eigentliches Ziel, die Alabama Hills, in unerreichbarer Ferne liegt. Also kundschaften Annette und Sofie die Geisterstadt von Calico als mögliches Ziel aus, da es hier auch einen Campground gibt.
Und im schönen warmen Licht der untergehenden Sonne kommen wir genau rechtzeitig an. Sofie klärt noch mal telefonisch für uns ab, welches die korrekten Plätze für unsere Bedürfnisse sind und schließlich finden wir uns an einem Platz mit gelber Stange wieder, die den Stromanschluss signalisiert.
Und wenn der ganze Ärger nicht gewesen wäre, wäre das eine richtig schöne, entspannte Sonnenuntergangsstimmung geworden.
So aber verschieben wir das unbeschwerte Abenteuerfeeling mal lieber auf morgen...

moensters am 05 Apr 2018 05:09:27

Awesome Alabama Hills
Wir wachen immer noch verlässlich vor Sonnenaufgang auf, fühlen uns aber fit dabei. Gut so!
Während Annette und Sofie mit einer Handvoll unserer gesammelten Quarters Duschen gehen, nutze ich die Gelegenheit für einen ersten Fotospaziergang. Nicht spektakulär, aber einen Sonnenaufgang mitzuerleben ist ja immer schön. Vor allem, wenn es nach der empfindlich kalten Nacht sofort ein bisschen wärmer wird.
Sofie machen wir mit unserem „deutschen“ Frühstück mit belegten Broten sehr glücklich - das hat sie lange nicht gehabt!

Begeistert ohne Geister
Anschließend geht es dann in die so früh am Morgen noch weitestgehend leere Ghost Town von Calico. Und beim Umherstreifen stellt sich prompt dieses unnachahmlich Gefühl ein, dass wir vom Südwesten der USA so lieben. Es ist eigentlich eine eher übersichtliche Wüstenlandschaft. Diese ist aber durch die Weite und die tollen Farbtöne in den diversesten Erdtönen, gesprenkelt mit dem gelegentlichem grün der Sträucher, trotzdem grandios.
Und auch die Kulisse der Geisterstadt ist ein guter Einstieg in diesen Urlaub. Den tollen Geruch nach warmen Holz könne wir mit den Fotos aber leider nicht transportieren...
Und auch die schnuckelige Schule, die eher wie ein Kapelle aussieht, gefällt mir gut - vielleicht brauchen die noch einen Geisterlehrer?
Nachdem wir alles weggeguckt haben geht es weiter Richtung Norden. Wir haben unsere Planung neu ausgerichtet und peilen für heute die Alabama Hills an. Die liegen nicht in Alabama, sondern westlich des Death Valley und waren Schauplatz für unzählige Western. Soll lohnend sein.
Und heute genießen wir tatsächlich das Cruisen auf den Highways. Denn der Verkehr ist übersichtlich und das Fahren auf diesen endlos geraden und weiten Straßen ist mit Tempomat ein wahres Vergnügen.

Da fliegt dir doch das Blech weg
Also: Könnte ein Vergnügen sein. Wenn wir nicht das Crapmobil hätten. Denn die Pleiten, Pech und Pannenserie setzt sich heute nahtlos fort. Während der Fahrt öffnen sich die Dachluken selbständig, obwohl wir sie ordnungsgemäß verschlossen hatten.
Viel verheerender ist jedoch das merkwürdige metallische Scheppern, was wir nach einiger Zeit hören. Ist eine Stauklappe offen? Kann doch nicht sein! Also fahren wir vom Highway auf eine der vielen abzweigenden Schotterwege ab, um in Ruhe Fehlerursache zu betreiben.
Annette entdeckt schließlich die Ursache: Ein 40x80cm breites dickes Blech, was offensichtlich den Gastank schützen soll, hat sich an einer Stelle, von Rost zerfressen, gelöst und schleift über den Boden. Auf den nächsten Meilen wäre es uns vielleicht um die Ohren geflogen. Was ein Dreck! Mit viel Geruckel kriege ich es schließlich komplett ab. Immerhin etwas.
Jetzt aber wirklich erbost rufe ich bei unserer Station an und möchte meinen Ärger bei Tom loswerden. Ich werde aber mit einem Schweizer in der Las Vegas-Station verbunden. Und er arme Kerl muss nun meinen ganzen Ärger auf sich niedergehen lassen. Denn beim Aufzählen der ganzen Sachen, die schon schief gelaufen sind, fällt uns auch noch auf, dass Tom vergessen hat uns die Fahrzeugpapiere, wie von ihm versprochen, hinter die Sonnenblende zu stecken. Wir fahren also jetzt auch noch halbkriminell hier rum. Crapmobil von Crap Time.

Tankabenteuer
Erleichtert, dass uns das Blech nicht mehr um die Ohren fliegen kann, reisen wir trotzdem mit guter Stimmung weiter. Denn die Landschaft mit den mächtigen Bergen der Sierra zur Linken und der Panamint Range des Death Valley zur Rechten sieht einfach grandios aus.
Obwohl wir in Calico bereits einmal getankt hatten meldet sich die Tankuhr: In 40 Meilen wäre der Tank dann mal leer. Upsi. Damit würden wir zwar so gerade noch bis Lone Pine kommen, aber entspannt ist anders! Also peilen wir die nächste Tanke an, die netterweise nur wenige Meilen entfernt ist. Dort geht das Spiel los, dass meine Kreditkarte nicht so ohne weiteres akzeptiert wird. Das geht dann so: Tankstutzen bereits einführen, richtige Benzinsorte auswählen, an die Kasse gehen. Dann dem Kassierer sagen, für wieviel Dollar man tanken will, Kreditkarte belasten lassen und wieder zum Womo gehen. Dort kann man dann endlich tanken. Schräges System. Ich hatte grob überschlagen, dass ich mit 100$ ungefähr richtig liegen müsste. Tue ich auch, aber bei 95$ ist dann der Tank auch endgültig bis zum letzten Tropfen gefüllt. Der Rest ist meine Spende für die Tanke. Bekloppt...

Sweet Home Alabama Hills
Das alles ist aber vergessen, als wir in Lone Pine in Richtung Alabama Hills abbiegen. Nach wenigen Kilometern ist man in einem Wunderland aus rundlichen Felsen und gelegentlichen Arches - eine Mischung aus dem Arches-Nationalpark und dem Goblin Valley. Und das ganze vor der imposanten Kette der High Sierra mit dem Lone Pine Peak und dem Mount Whitney, dem höchsten Berg von Kalifornien. Wow!
Schon an unserem ersten Stopp mit dem lustigen Gesicht, was auf die Felsen gemalt ist, sind wir geflasht.
Und es kommt noch besser: Auf der Suche nach unserem Stellplatz für die Nacht stellen wir fest, dass man im Gebiet der Alabama Hills erlaubt Boondocking (Freistehen) machen kann.
Und tatsächlich: Als wir auf die „Movie Road“ fahren, sehen wir immer wieder links und rechts an den schönsten Stellen mitten in den Felsen Womos oder Pickups stehen. Wie cool ist das denn?

Unser erster Arch
Der bekannteste Punkt an der Movie Road ist der Moebius Arch, zu dem ein markierter Rundweg führt.
Machen wir natürlich und sind wie berauscht von den tollen Ausblicken und Ansichten, die sich hinter jeder Kurve bieten.
Und am Arch machen wir natürlich noch eine kleine Fotosession, da glücklicherweise gerade keiner kommt.
Denn tatsächlich ist hier verhältnismäßig reger Verkehr!

Boondocking Deluxe
Jetzt überlegen wir hin und her. Einfach am Parkplatz vom Moebius Arch stehen und dort boondocken? Oder doch ganz woanders? Wir entscheiden, dass wir die Movie Road noch ein bisschen weiter fahren und gucken, ob sich ein Plätzchen anbietet.
Und tatsächlich: Wenig später finden wir eine kleine Bucht mit Feuerstelle die wie für uns gemacht scheint.
Nach links und rechts prächtige Ausblicke - ein Stellplatz topdeluxe!

Eye of Alabama
In meiner PocketEarth-App entdecke ich, dass es ganz in der Nähe einen anderen Arch gibt: Das Eye of Alabama. Wir machen uns auf die Suche.
Aber zunächst finden wir es nicht. Wir sehen dafür jede Menge andere schöne Aussichten, aber keine mit Eye.
Schließlich finde ich es doch noch dank der genauen Koordinaten in Google Maps. Wenn man einmal weiß, wo es ist, ist alles klar. Aber ansonsten kann man es glatt übersehen.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich es gefunden habe. So ein genialer Anblick - und dann auch noch mit aufgehendem Mond!

Rosiger Abend
Annette zaubert uns ein erstaunlich leckeres Fertigessen aus der Tiefkühlabteilung. Hätten wir jetzt gar nicht so erwartet, aber mit Hilfe des Generators und der Mikrowelle wird es schließlich fertig.
Nach Sonnenuntergang mache ich mich noch mal Richtung Eye auf. Und tatsächlich gibt es auch hier ein kleines rotes Feuerwerk am Himmel.
Lediglich meine Entscheidung, statt des großen Stativs einen Gorillapod zu benutzen, ist bei dem doch recht heftigen Wind ein mittlerer Schlag ins Wasser. Da wird so manches Bild einfach doch verwackelt.
Aber egal - mit der Fotoausbeute und den Erlebnissen des Tages können wir mehr als zufrieden sein.


Das ganze mit vielen Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

moensters am 09 Apr 2018 21:57:44

Wir sind wieder zurück!

Es sind bereits alle Texte fertig, aber da ich einen Wust von Fotos sichten muss, dauert es sicherlich noch. Denn der Jetlag ist auch nicht ohne. Heute wollte ich eigentlich den nächsten Tag in der Reisechronologie fertig kriegen, habe aber nur endlich die Bilder mit der dicken Kamera von den ersten Tagen gesichtet und bin jetzt schon todmüde.

Wer aber schon mal gucken will: Die Alabama-Hills-Seite hat viele und, wie ich finde, schöne Fotos dazu bekommen. --> Link



Liebe Grüße, Michael

moensters am 10 Apr 2018 19:25:53

Showdown in Las Vegas
Und wieder mal ein Kapitel aus dem Buch „Geschichten die keiner braucht“.
Als ich nachts aufs Klo gehe und die Spülung betätige, hört die (sehr laute) Wasserpumpe auf einmal nicht mehr auf zu pumpen. Bröööööm! Also das nächste Ding, was kaputt geht. Wir waren gerade wieder eingeschlafen, als auf einmal der Kühlschrank ein knackendes Geräusch von sich gibt und regelmäßig die „Check“-Leuchte blinkt.
Ach ja, und die Batterie ist angeblich auch platt, obwohl wir keine größeren Verbraucher benutzt haben. Macht nur, macht nur…!
Für uns ist damit klar, dass wir diesen rollenden Scheisshaufen tatsächlich nach Las Vegas bringen müssen und ein Austausch her muss. „Mietet bei Best Time“ haben sie gesagt, „die haben mit die modernste Fahrzeugflotte“ haben sie gesagt, „Ein Premium-Vermieter in den USA, nicht so wie die Massenabfertiger El Monte und Cruise America“ haben sie gesagt. Unsere Erfahrung ist nur ganz leicht anders...

Geckomaus
Aufgewühlt versuchen wir trotzdem noch eine Mütze Schlaf zu kriegen. Da raschelt es auf einmal hinter mir. So als wäre ein Tier am Womo. Bären? Ratten? Nachdem ich einmal gegen die Wand gebollert habe, wird es wieder ruhig. Aber wenig später hört man es wieder rascheln. Diesmal von vorne und es hört sich an, als könnte es auch im Womo sein. Eine Maus? Ich suche alles gewissenhaft ab, finde aber nichts.
Wir legen uns wieder hin, als Sofie plötzlich ruft „Da, ich habe es gesehen! Es ist am Fenster runtergehuscht. Könnte ein Gecko oder eine Maus gewesen sein. Irgendwas Kleines. Und ich glaube es ist hier drin!“
Wir beschließen daraufhin, dass Sofie vom ohnehin knochenharten Alkovenbett zu uns ins Doppelbett umzieht - sehr kuschelig, aber eng! Und wieder raschelt die Geckomaus irgendwo. Ich suche nochmal, werde aber wieder nirgendwo fündig. Und irgendwie passt es ja zu diesem rattigen Womo, wenn es auch noch einen Mitbewohner gäbe.

What a sunrise
Wenigstens die Natur spielt mit. Da wir ohnehin nicht mehr schlafen können stehen wir zeitig auf und erleben einen wunderbaren Sonnenaufgang. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken soll, so schön ist das hier. Im Osten die Morgenröte über den entfernten Bergkämmen. Aber noch grandioser ist der Blick auf die schneebedeckten Berge der High Sierra, deren Spitzen zunächst noch magisch weiß glänzen, sich jetzt langsam aber sicher in ein rosarot verwandeln. Wow! Und bloß gut, dass Annette mir für die kalten Fotografenfinger und den müden Kopf zwischendurch einen heißen Kaffee bringt.

Top Gun Surprise
Wir verabschieden uns von den Alabama Hills mit einem ganz dringenden Gefühl, hier noch mal hin zu wollen. Absoluter Lieblingsplatz und jetzt schon für die Großen 12 des Jahres 2018 fest gebucht.
Es geht jetzt durchs absolute Niemandsland Richtung Death Valley. Keinerlei Anzeichen von Zivilisation, nur noch die Straße als Zeichen menschlicher Präsenz. Hat ja auch was.
Kurz nachdem wir die Grenze des Death Valley National Parks überquert haben, donnert über uns aus buchstäblich heiterem Himmel ein Düsenjäger in vielleicht 50 Meter Höhe von hinten hinweg. Was ein Schreck! Genau so schnell wie er gekommen ist, ist er auch weg. Das Adrenalin durch den Schreck hält aber länger vor, denn ich hätte fast vor Schreck das Steuer verrissen. Kampfflugzeuge im Nationalpark? Seriously, USA?

Durch das falsche Tal des Todes
An einer tollen Aussichtsstelle machen wir halt und tatsächlich fliegt auch hier wieder ein Jet über uns hinweg. Und so verstörend wie es ist - es hat auch eine gewisse Faszination.
Als wir am Father Crowley Overlook erneut anhalten, sehen wir einen tollen tiefen, zerklüfteten Taleinschnitt und können uns vorstellen, dass das genau die Route sein müsste, die die Tiefflieger nehmen. Das wäre schon ein spektakuläres Foto! Also stelle ich meine Kamera auf Highspeed-Düsenjet-Modus und warte geduldig, dass es wieder dröhnt. Aber „leider“ bleibt alles friedlich. Nunja.
Von dort aus geht es hinab ins Tal des Todes. Weit unter sich sieht man weiße Ödnis im Tal und ich belächle ein bisschen Annettes Kartenlesekunst, als sie meint, dass das aber noch nicht das Death Valley sei. „Das sieht man doch! Was soll es denn sonst sein?“ denke ich mir. Aber in der Tat ist es das Panamint Valley. Quasi ein Tal vor dem Death Valley.
Denn wir fahren hinab, durch den trostlosen Ort mit dem immerhin schönen Namen Panamint Springs hindurch und dann wieder schnurgrade den Berg hinauf. Ich hatte vorher schon von diesen endlosen Steigungen bei der Fahrt durchs Death Valley gelesen, aber das muss man wirklich erlebt haben, um es zu glauben. Es geht ewig bergauf und dann natürlich genau so lange wieder bergab, ohne dass man das Gefühl hat, irgendwie Strecke zu machen, weil sich der Ausblick einfach so minimal ändert, dass man es nicht mehr wirklich verarbeiten kann.

Einmal mittendurch, bitte
Als wir jetzt wirklich im Death Valley ankommen, liegt die erste Attraktion, die Mesquite Dunes, zu unserer Linken. Sanddünen, wie aus 1001 Nacht. Und uns blutet ein bisschen das Herz, daran einfach vorbeizufahren, da wir sonst heute nicht mehr nach Las Vegas kommen. Danke, Best Time!
Und so durchqueren wir all die Punkte, die ich mir bei der Reisevorbereitung ausgeguckt habe und müssen halt irgendwann einmal wieder kommen. Für heute gibt es nur die kurze Variante.

Zabriskie Point
Einen Stopp gönnen wir uns dann aber doch. Alleine schon aus Pausengründen. Zabriskie Point ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Und besser. Was eine abgefahrene Aussicht! Das geben auch die schönsten Bilder so nicht wieder. Und wir stehen hier „nur“ in der absoluten Mittagssonne, nicht bei Sonnenauf- oder untergang! Und da es tatsächlich perfekte sommerliche Temperaturen gibt, könne wir zumindest diesen Teil mal genießen.

200km Nichts
Und jetzt geht es genau wie auf der ersten Etappe durch absolutes Niemandsland. Geile Aussichten in die Ferne, aber ansonsten: Nichts. Da ist schon das spannendeste die Vorbeifahrt an einem Gefängnis, wo freundlich verboten wird, Hitchhiker mitzunehmen. Gut zu wissen...

Showdown in Las Vegas
Nachdem wir den Großstadtverkehr von Las Vegas überstanden haben, kommt es zum Showdown bei Best Time. Mit dem freundlichen Schweizer Martin und seinem Chef Neil besprechen wir die Lage.
Sie entschuldigen sich für alles, was geschehen ist, wollen uns für die Horrorerfahrung der letzten 3 Tage aber lediglich das gleiche Scheissfahrzeug in Neu und eine 500-Meilen-Gutschrift geben.
Wir sind aber mittlerweile so frustriert mit „Best“ Time, dass wir als Verhandlungsposition „Full Refund“ und Weiterfahrt mit Mietwagen und Motel einnehmen. „Sorry, I can‘t do this.“ antwortet Neil. Immerhin ist auf einmal dann schon ein deutlich komfortablerer Winnebago im Gespräch, der aber, nachdem wir ihn als „acceptable“ befunden haben, gar nicht zur Verfügung steht. Wollt ihr mich verarschen? „I‘m sorry.“
Ob wir uns doch noch mal das bereits bereitgestellte Fahrzeug angucken wollten? Daraufhin erklärt Sofie Neil erst mal, dass sie eine solche Erfahrung in den USA ja noch nie gemacht habe. Customer Service ginge doch über alles und sie habe im Supermarkt sogar schon mal eine halb benutzte Cremetube zurückgeben dürfen. Und mir fällt gerade mal ein, dass George, Sofies Gastvater, ja Anwalt ist. „I‘ll check with our lawyer. Refund or nothing.“
Reichlich bedient fangen die Mädels schon mal das Kofferpacken an, während ich auf Neil warte, der sich anscheinend noch mal Gedanken macht. Schließlich kommt er zu mir, und teilt mir mit, dass man doch noch einen Winnebago gefunden habe. Ob es okay wäre, wenn sie ihn jetzt sofort für uns vorbereiten würden? Geht doch!
Und nachdem alles schweißtreibend gepackt ist, wir auf das mit angeblich 4 Leuten gleichzeitig vorbereitete Fahrzeug gewartet haben und der Papierkram erledigt ist („Nein, wir haben nicht noch mal vollgetankt.“ „Okay, wir verzichten auf die Strafzahlung.“), fragt mich Neil, ob ich jetzt wenigstens „half happy“ sei. „Happy“ ist mir dann immer noch zu großzügig, aber ich erkenne an, dass sie sich jetzt Mühe geben. Und wir erhalten sogar all die Basisaustattung, die wir in LA nicht bekommen haben. Denn dass wir eigentlich die Auswahl zwischen Kaffeemaschine oder Teekessel gehabt hätten, hat uns dort auch niemand gefragt...

Mit Minnie Winnie zum Lake Mead
Nach der Einweisung durch den schon klischeehaft schweizerisch-netten Martin rollen wir also mit unserem Minnie Winnie vom Hof. Und so solide und großzügig der Innenausbau ist, so archaisch ist die Führerkabine. So ein Design und Fahrgefühl versetzt einen mal locker 40 Jahre in die Vergangenheit. Stick-Automatik-Schaltung - irre! Wenigstens in einer Hinsicht war unser rollender Scheisshaufen besser...
Gut, dass wir den großen Verkehr jetzt hinter uns lassen. So kann ich mich an die schwammige Lenkung, die schlechte Übersicht und die breiige Bremse des Winnebago besser gewöhnen.
Wir haben den Boulder Beach Campground am Lake Mead als Ziel ausgeguckt, weil es in Richtung Joshua Tree NP anscheinend nicht viel Auswahl gibt, wir ohnehin fertig von diesem anstrengenden Tag sind und das Wasser des Sees mit den Red Rocks noch aus 2004 als lohnend in Erinnerung haben.
Und tatsächlich sieht das leuchtende Blau des Sees (das die Bilder nur unzureichend wiedergeben) in dieser Landschaft wirklich fantastisch aus.
Und auch der Campground entpuppt sich als genau das, was wir jetzt brauchen. Full-Hookup, free showers und friedliche Abendstimmung am See. Und als wir unser Abendessen draußen an der Picknickbank vor dem Minnie Winnie einnehmen, sind wir mit der Welt versöhnt und können uns wieder auf den weiteren Trip auch mit BestTime-Womo freuen. Wenn Minnie uns keinen Kummer macht!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

moensters am 12 Apr 2018 07:13:08

In die Wüste
Das ist doch schon ein ganz anderes Urlaubsgefühl: Eine himmlisch durchschlafene Nacht, perfekt sommerliche Temperaturen zum Frühstück und dieser wunderbare Blick auf Palmen, Lake Mead und Red Rocks.
Sichtlich entspannter starten wir in den Tag, denn bis jetzt (toi, toi, toi) gibt es nichts am Minnie Winnie zu bemängeln. Wir können es kaum glauben, freuen uns aber um so mehr. Es fühlt sich so an, als wäre man von einem verrosteten alten Kadett in einen schnuckeligen Mercedes umgestiegen. Wenn ab jetzt alles gut läuft, soll uns dieser Tausch sehr recht sein.

Richtung Mojave
Nachdem wir in Boulder City noch mal kleinere Einkäufe getätigt haben, soll es auf den Highway Richtung Süden gehen. Aber vorher noch ein kleiner Schreck, denn beim Fahren öffnet sich in einer leichten Kurve auf einmal die Aufbautür! Gut, dass kein Verkehr neben uns ist und wir kurz darauf das Problem lösen. Diesmal war es wirklich eine nicht richtig zugezogene Tür und nicht der nächste gravierende Mangel. Trotzdem sperren wir die Tür jetzt lieber doppelt und dreifach ab, damit das nicht wieder passiert.
Ganz entspannt cruisen wir danach auf dem Highway, auf dem sogar 75mph erlaubt sind. Und trotzdem fährt man und fährt man und fährt man, ohne dass sich die Szenerie so schnell ändert...

Fotoshooting aus dem Nichts
Als wir den Highway Richtung Mojave Desert verlassen, wird es richtig einsam. Hier ist wenig Verkehr und links und rechts der Straße wimmelt es von Joshua Trees, die sich, einer anders als der andere, fotogen präsentieren. Und nur, weil wir ohnehin heute noch im Joshua Tree Nationalpark landen, fahren wir einfach an ihnen vorbei.
In der auf der Karte vermerkten Stadt Cima finden wir nicht mal mehr eine Ghost Town vor. Ein Eisenbahnknotenpunkt und ein verlassener Trading Post mit einem Hinterhof voller verrostender Fahrzeuge. Das ist alles.
Eigentlich wollte ich nur mal eine kurze Pinkelpause einlegen, aber als ich mir etwas die Beine vertrete, sehe ich, wie viele lohnenswerte Fotomotive es hier gibt. Annette und Sofie wundern sich derweil, warum ich so lange verschwunden bin.
2 junge Männer, die wir zielsicher als tuntige Blogger erkennen, machen eine Art Fotoshooting vor einem halb verfallenen Gebäude. Und tatsächlich ist es wie gemacht als Kulisse für Fotos. Verschiedene Farben, abgeblätterte Farbe, verblasste Schriftzüge. Geil! Und so machen wir eine inpromptu-Fotosession, wo jeder mal vor der Kamera posieren muss/darf/will. Großer Spaß!

Dünen im Grünen
Auf der Weiterfahrt zu den Kelso Dunes kommt uns einer dieser scheinbar unendlich langen US-Züge entgegen. Wagen um Wagen rollt an uns vorbei.
Und in der Ferne kann man jetzt schon von Weitem die Dünen sehen. Ein riesiger gelber Fleck in der noch riesigeren eher grün-beigen Wüste.
Überraschenderweise gibt es an den Kelso Dunes sogar einen Trailhead mit Infos und Toilettenhäuschen. Bei unserem geplanten stärkenden Kaffeetrinken vor dem Womo stellen wir dann fest, dass von den 3 gemieteten Faltstühlen 2 kompletter Schrott sind. Wie könnte es bei Sachen von BestTime/LA auch anders sein... Annette macht aus der Not eine Tugend und setzt sich wie ein Cowgirl einfach auf den Zaun.

Ungeplantes Workout
Wir machen uns, mit reichlich Wasser im Rucksack, auf den Weg zu den Dünen. Schnell ist uns klar, dass wir es nicht bis zur Spitze schaffen werden, da wir es sonst nicht mehr bis zum Joshua Tree NP schaffen. Aber auch die Anstrengung ist nicht ohne. Von den Temperaturen her ist es zwar perfekt, aber das Gehen im weichen Sand und dann noch mit einer teilweise kräftigen Steigung geht richtig auf die Kondition.
Sofie, der wir leider auch unsere Erkältung aus Deutschland mitgebracht haben, kehrt nach ein paar hundert Metern um - wir wollen ja nicht, dass sie uns kollabiert! Aber auch mir wird an der ersten heftigen Steigung leicht schwarz vor Augen. Echt keine Kondition mehr!
Wir beschließen also, dass wir auch hierhin noch mal wiederkommen wollen, genießen den Ausblick aus halber Höhe und drehen wieder um. Immerhin entdecken wir auf dem Rückweg noch unser erstes Wildlife: Eine dünne Schlange windet sich vor uns über den Weg und verschwindet, als wir sie beobachten wollen, schnell in einem Erdloch.

Grandiose Weite
Was jetzt folgt, ist ein absolutes Highlight dieser Tour. Wir fahren die Kelbaker Road weiter Richtung Süden und machen an einem Aussichtspunkt erste Fotos von kugeligen Felsformationen, Kakteen und Palmen.
Aber auf der Weiterfahrt wird wirklich der Mythos des Wilden Westen greifbar. Vor und unter uns immer eine unfassbar weite Landschaft, die kein Foto auch nur annähernd einfangen kann. Nicht sehr einladend, aber großartig. Wenn hier plötzlich ein Dinosaurier vorbeilaufen würde, ginge das auch in Ordnung.

Route 66
Und schließlich landen wir auch noch für ein kurzes Stück auf der Route 66 - immer Richtung Sonnenuntergang. An Roy‘s Motel gibt es dann noch mal einen kurzen Fotostop, bevor wir Richtung Twentynine Palms abbiegen. Die Ortsnamen hier sind ohnehin der Kracher. Orte in der Nähe heißen Cadiz, Bagdad und Siberia...
Als wir schließlich auf den letzten Kilometern vor Twentynine Palms sind, ist die romantische Stimmung mit der tief stehenden Sonne und den langen Schatten direkt vor uns nicht mehr zu toppen.

Campground der Superlative
Als wir die Einfahrt des Nationalparks durchfahren, sind wir wirklich gespannt, ob alles stimmt, was wir über den Jumbo Rock Campground gelesen haben. Um es kurz zu machen: Es ist alles noch viel besser!
Wir sind froh, dass wir unseren Platz gerade noch rechtzeitig(!) vor 2 Monaten(!!) reserviert haben. Denn hier weisen viele Schilder darauf hin: „All campgrounds full“
Schon die letzten Kilometer vor dem Campground sind mit den tollen Jumbofelsen absolut sehenswert. Aber als wir dann die Einfahrt zum Campground sehen und noch viel mehr als wir „unseren“ Platz Nummer 37 sehen, fällt uns einfach die Kinnlade runter. Das ist der schönstgelegene Campingplatz, den wir je gehabt haben!
Wir sind schon ein bisschen nach Sonnenuntergang angekommen, deswegen bleibt leider viel zu wenig Zeit, um noch ein paar Fotos zu machen. Aber das Gute ist: Wir haben in weiser Voraussicht für 2 Tage reserviert!

Abschluss am Lagerfeuer
Während Annette sich an den Kochtop schwingt, kümmere ich mich um unseren Fireplace. Wir haben uns nämlich am Lake Mead extra für den Jumbo Rock 2 Pakete mit Brennholz geholt.
Und so sitzen wir schließlich bei Vollmond und Sternenhimmel am Lagerfeuer und bewundern diesen großartigen Fleck Natur. Wer auch immer die Idee hatte, hier einen Campingplatz zu errichten: Danke, danke, danke!


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moensters am 12 Apr 2018 19:29:12

“Sie haben ihr Ziel erreicht“
Annette wird pünktlich kurz vor Sonnenaufgang wach und stupst mich an: „Boah!“ Es setzt sich nahtlos fort, was uns schon gestern begeistert hat - diese ohnehin schöne Landschaft ist bei Sonnenaufgang noch einen Tacken schöner!
Also bewaffne ich mich mit der Kamera und suche nach einer schönen Stelle um die Sonne zu begrüßen. Annette genießt derweil den Logenplatz direkt in unserem Bett.

Traumwetter
Relativ schnell beschließen wir, dass wir nach den strapaziösen Fahrtagen zuvor heute einfach das Fahrzeug stehen lassen und die Hikes machen, die man von hier aus zu Fuß erreichen kann. Und das zahlt sich aus. Wo könnte man besser die Seele baumeln lassen als an einem schönen Ort wie diesem? Noch dazu bei perfektem Sommerwetter. Es sind zwar bis zu 30° am Nachmittag angekündigt, aber da ein leicht kühlender Wind geht, finden wir es nach dem kalten deutschen Winterfrühling einfach genial. Wir genießen es.

Der volle Totenkopf
Erst gegen Mittag brechen wir auf den Skull Rock Trail auf, der direkt am Campground startet und einen auf eine sehr überschaubare Runde durch die Felsen, Kakteen und Joshua Trees schickt.
Wir freuen uns, dass auf diesem Trail gar nicht so viel los ist. Genau so lange, bis wir am Skull Rock ankommen. Denn hier steppt der Bär. Ein stetiges Kommen und Gehen herrscht an diesem Felsen, der zwar in der Tat ein bisschen wie ein Totenkopfschädel aussieht, aber jetzt wirklich nicht so ein Highlight ist, dass man erwarten sollte, dass jeder Parkbesucher hier Station macht. Dafür sorgt wohl eher die unmittelbare Nähe zur Straße. Ideal für Couchpotatoes.

Siesta
Da jetzt wirklich die Mittagshitze einsetzt, machen wir das einzig vernünftige: Siesta. Und die brauchen wir wirklich, um die ganzen Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten.

Ranger im Amphitheater
Nachdem wir uns ein frühes Abendessen gegönnt haben, geht es kurz vor acht zum Rangervortrag im Amphitheater um die Ecke. Wir kennen das noch aus dem Arches-Nationalpark, wo wir auch einen göttlichen Stellplatz in diesem großartigen Park hatten und wo man dann abends zu Fuß hinpilgern konnte.
Auch heute Abend ist der Vortrag wieder gut gemacht und man kann viel über die Wüstenbewohner bei Nacht lernen. Hängengeblieben ist uns aber der Versprecher „Humans are bats“ (Menschen sind Fledermäuse) statt „humans are mammals“ (Menschen sind Säugetiere). Und die nette Art, mit der die Rangerin die Leute in den Vortrag miteinbezog.

Fireplace reloaded
Anschließend freuen wir uns schon auf unser Feuerchen am Womo. Und beim Blick in die Flammen besprechen wir noch, wie Lebenspläne im allgemeinen und besonderen aussehen können. Denn für Sofie steht natürlich schon die Planung nach dem Au Pair-Jahr auf der Tagesordnung.


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moensters am 16 Apr 2018 18:14:33

Meeting the family
Heute heißt es Abschied nehmen von der Wüste. Aber einen Vormittag im Nationalpark gönnen wir uns noch, bevor wir nach San Diego aufbrechen, um endlich Sofies Gastfamilie kennen zu lernen.

Birthday Girl
Und als allererstes steht sowieso erst Mal unsere Geburtstagstochter im Mittelpunkt. Alle mitgebrachten Geschenke werden auf dem Tisch drapiert und anschließend mit Freude ausgepackt. So fängt der Tag doch schon mal gut an!

So.Viele.Bäume!
Als wir uns dann schließlich in Richtung Hidden Valley verabschieden, kommen wir durch eine Ebene mit den Bäumen, die dem Park seinen Namen gegeben haben. Und nach wie vor können wir uns für diese Joshua Trees begeistern, bei denen keiner wie der andere aussieht.

Endlich Netz
Nach dem Fotostopp an der Hall of Horrors, wo wir die ersten Felskletterer sehen, haben wir das erste Mal seit 2 Tagen überhaupt mal wieder Handyempfang. Und Sofies Telefon läuft regelrecht heiß mit den ganzen Geburtstagswünschen, die da zusammengekommen sind. Denn während hier der Tag gerade mal anfängt, ist ihr Geburtstag nach deutscher Zeit schon fast wieder vorbei!
Und bei dieser Gelegenheit beruhigen wir auch mal die Daheimgebliebenen, dass alles in bester Ordnung ist.

Hidden Valley oder Rüdesheim?
Da beim Barker Dam Trail bereits alle Parkplätze belegt sind, kehren wir um und finden auch am Hidden Valley Trail zunächst keinen Parkplatz. Voll hier! Aber wir hatten zuvor schon die Augen offen gehalten und einen Parkplatz mit ein paar Extrametern zu Laufen entdeckt.
Beim Eingang zum Hidden Valley geht es dann zunächst mal im Schneckentempo voran, da offensichtlich gerade eine Reisebusbesatzung zurückkehrt. So viele Leute! Im eigentlichen Tal verteilt es sich dann aber doch recht gut - aber Einsamkeit sieht anders aus.
Wir genießen den Ausblick auf Kletterer, Lizards, verkohlte Bäume und natürlich die dollen Felsen, die das Tal umgeben.

Slow Dumping
Nach dieser Wanderung soll es jetzt in großen Schritten Richtung San Diego gehen. Aber vorher wollen wir noch mal dumpen und Frischwasser auffüllen, damit wir für die zweite Woche gut gerüstet sind. Am Black Rock Campground im Nationalpark gibt es eine Dumpstation, also nichts wie hin.
Dort zahlen wir brav unsere 5$ und stellen uns neben einen anderen Camper der zufälligerweise auch aus San Diego stammt. Er weist uns schon mal sicherheitshalber darauf hin, dass das Frischwasser sehr langsam fließe. Und er hat recht: Erst nach einer Stunde(!) haben wir erledigt, was eigentlich eher 10 Minuten dauern sollte...

On our way
Auf dem Weg kriegen wir dann noch mal alles an Landschaft geboten, was der Westen der USA zu bieten hat. Wüste, Weite, aber auch schneebedeckte Berge und teilweise extremen Seitenwind. Und natürlich wieder deutlich mehr Verkehr. Das breiteste, was ich zwischendurch gezählt habe, waren 7 Spuren...
Und je weiter wir in Richtung Südkalifornien kommen, desto grüner und hügeliger wird die ganze Landschaft. Und tatsächlich kann ich jetzt besser verstehen, was Sofie meinte, als sie sagte, dass sie die Landschaft irgendwie auch an die Toskana erinnern würde.

What a warm welcome
Schließlich kommen wir an Sofies amerikanischem Zuhause an. Und der Empfang könnte nicht freundlicher und herzlicher sein - noch dazu für ein Geburtstagskind!
Wir kriegen von der kleinen Maddie erst mal das Haus gezeigt und dürfen uns sogar aussuchen, ob wir das Gästezimmer nehmen oder im Minnie Winnie schlafen mögen. Toll!
Und Sofies Gastvater George freut sich, dass er begeisterte Abnehmer für seine besonderen amerikanischen Bierspezialitäten gefunden hat. Wirklich leckeres Craft Beer aus San Diego! Und auch für Sofie gibt es alle Zutaten für ihr Lillet Berry, was sie dann fachkundig mixt.
Und neben den leckeren Getränken gibt es dann noch Appetizers, Lasagne und Salat, von denen sich jeder bedient, wann er Lust hat und sich irgendwo platziert, wo er Lust hat. Das nenne ich mal ungezwungen! Und wir fühlen uns sehr wohl damit.

moensters am 16 Apr 2018 18:14:55

Easter Surprise
Es geht direkt weiter mit der Feierei. Denn heute ist Ostersonntag! Und natürlich wurden im und um das Haus Dutzende von Ostereiern versteckt, die die Kinder jetzt jauchzend suchen dürfen. Und wieder eins gefunden!
Frühstück läuft hier ähnlich formlos ab wie das Abendessen. Kaffee machen, Teilchen dazu essen, fertig. Denn wir sind zeitlich festgelegt: Es geht heute in die Kirche.

Ostergottesdienst mal zwei
Sofie hatte uns schon von Weihnachten erzählt, dass auch Gottesdienste hier viel lockerer seien als bei uns. Da würden auf zum Gottesdienst gerne mal Flipflops und Shorts angezogen. Ich halte mich brav an diese Ansage, komme mir dann aber doch leicht underdressed vor, da der Durchschnitt sich schon eher was feines angezogen hat. Aber schräge Blicke gibt es da tatsächlich nicht.
Das große, rundliche Kirchgebäude ist schon gut gefüllt, als wir kommen. Sofie hatte uns auch schon darauf hingewiesen, dass wir sehr wahrscheinlich im Eingangsbereich stehen müssten.
Aber ich sehe, wie viele Leute zu einem großen Gebäude etwas weiter hinten auf dem Grundstück pilgern. Ich frage Großmutter Zsa Zsa, was dort wohl wäre. „Ach, dort ist auch ein Gottesdienst. Sollen wir dorthin gehen?“ Und tatsächlich ist es nicht, wie von mir vermutet, eine TV-Übertragung aus der Kirche, sondern einfach ein weiterer Gottesdienst mit allem Piffpaffpuff. Und einem schon sehr betagten Priester, der mich spontan an Maester Aemon aus Game of Thrones erinnert. Er hat eine tolle Stimme, der man gerne zuhört und würzt seine Predigt auch mit einem Schuss Humor. Und obwohl die Abläufe und Reihenfolge so katholisch wie in Europa ist, ist die allgemeine Stimmung doch etwas anders. Das mag an der musikalischen Gestaltung mit verstärkter Sängerin und Band(!) mit Schlagzeug(!!) liegen. Ist halt anders als Orgel und Chor.

Osterbrunch
Wieder zuhause angekommen, wird sofort in der Küche gebrutzelt. Jetzt gibt es ein Brunch mit Eggs Benedict und Bratkartoffeln. Lecker!
Die Kinder spielen derweil mit ihren Ostergeschenken. Insbesondere eine Tiara und Sticker stehen hoch im Kurs.
Das beste Geschenk jedoch ist der Seifenblasendelfin. Der pustet angeblich 500 Seifenblasen pro Minute raus und wir haben alle viel Spaß mit den jauchzenden Kindern, die immer und immer wieder hinter den Bubbles herjagen.

Überraschung!
Für den Nachmittag hat uns Sofie eine Überraschung versprochen. Wir kriegen lediglich die Info, dass etwas wärmere Kleidung gut wäre und die Kamera mitzunehmen nicht die schlechteste Idee sei.
Wir fahren Richtung San Diego (neuer Rekord: 8 Spuren!) und landen schließlich an der Shutter Island Marina, etwas nördlich von San Diego. Sofie hat uns tatsächlich eine Sunset-Sailing-Tour mit Sail San Diego organisiert!
Und es ist, wie bei unserer Stadtrundfahrt in LA, mal wieder alles bestens vorbereitet und geplant.
Drinks und Snacks? Reichlich vorhanden.
Ein Schiff, das nicht zu groß und nicht zu klein ist? Perfekt!
Ein lustiger und souveräner Käpt‘n? Heißt bei uns Anthony und macht einen tollen Job.
Und als Tüpfelchen auf dem i gibt es noch einen richtig guten, gechillten Musikmix und Beanbags an der Bugspitze. Richtig, richtig gut!
Auch unsere Mitreisenden, 2 Pärchen aus New Jersey, sind unterhaltsam. Als der coole ältere Herr hört, dass wir aus Deutschland kommen, bietet er uns an, dass wir doch bitte gerne ihren Präsidenten auf dem Heimweg nitnehmen könnten...
Und die Fahrt in Richtung San Diego ist dann wirklich herrlich. Strahlender Sonnenschein, aber nicht zu heiß, leichter Wind in den Haaren. Anthony steuert uns ganz entspannt durchs Hafenbecken von San Diego und wir genießen diesen ersten Anblick der Stadt, den sicher nicht jeder Tourist so geboten bekommt.
Als die Sonne dann untergeht, wird es doch empfindlich kühl. Aber auch dafür ist vorgesorgt: Es gibt Jacken, Decken und sogar einen Snugli, in den sich Sofie hineinkuscheln kann.
Was eine tolle Überraschung!

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moensters am 20 Apr 2018 06:10:21

Blumentraum und Seelöwen
Jetzt fängt der entspannte Teil des Urlaubs an. Für uns. Denn Sofie muss arbeiten und wir gucken unserer Tochter dabei zu, wie sie eine tolle Nanny für die kleinen Mäuse ist. Und mir gelingt es sogar, die ersten Blogposts fertig zu machen und unters Volk zu bringen.

Flower Fields
Gegen Mittag brechen wir aber auf. Sofie hat von einem anderen Au Pair den Tipp bekommen, zu den Flower Fields in Carlsbad zu fahren. Denn dort soll es tolle Blumenbeete geben, wo man dann auch schöne Fotos machen kann.
Als wir dort ankommen, sind wir überrascht wie voll es ist. Erst auf einem Overflow-Parking finden wir einen Platz. Noch überraschter sind wir, als wir den stolzen Eintrittspreis von 16$ sehen. Aber jetzt sind wir schon mal da und haben den Kindern schließlich dort auch ein Eis versprochen. Muss man dann auch halten!
Im Park ist es dann tatsächlich sehr schön. Es gibt so viele Gelegenheiten, Blumen und Kinder und uns zu fotografieren, dass der Auslöser von Kamera und iPhone eigentlich nie still steht. Und unseren Mitbesuchern geht es nicht anders. Aber die Warteschlangen an so besonderen Locations wie dem Traktor im Blumenfeld hält sich in Grenzen und natürlich nimmt auch gerne jemand ein Foto von uns allen auf.

Bloggergirls
Was hier besonders auffällt, sind die Bloggerinnen. Das ist diese besondere Spezies, die nichts besonderes kann, außer sich im Internet oder bei Instagram zu produzieren. Man erkennt sie zielsicher am leicht extravaganten stylishen Outfit, dem sorgfältig geschminkten Look und dem bemüht coolen Gesichtsausdruck. Gerne auch zusätzlich mit Hut. Nachdem Sofie und ich Annette aufgeklärt haben, ist auch sie binnen Minuten im Stande, diesen besonderen Typus zielsicher zu erkennen. Und: Man kann sie dann auch nicht mehr nicht sehen...
Zur Belohnung gibt es für die Mädels und mich ein Softeis, bevor wir weiterfahren.

La Jolla
Als nächstes Ziel hat Sofie für uns La Jolla ausgeguckt, was aber stilecht spanisch ausgesprochen wird. Das besondere dort (neben den ganzen Touristen): Seelöwen, die sich am Strand einen Dreck darum scheren, dass die Menschen ihnen viel zu nahe kommen. Da können die Hinweisschilder noch so deutlich sein: Selbst das Streicheln können einige trotz der eindringlichen Warnungen nicht lassen.
Ich halte ein bisschen mehr Abstand, bin aber auch fasziniert von der Möglichkeit, diese hübschen Tiere von so Nahem und ohne Hindernis fotografieren zu können.
Und als ich an die Klippe trete, um nach unten zu gucken, trete ich fast auf einen Seehund, der farblich so gut in die Landschaft passt, dass ich ihn wirklich erst im letzten Moment gesehen habe.
Aber auch andere Tiere machen sich sehr fotogen zurecht. Annette schiesst mit einem Squirrel den Vogel ab.
Ich finde aber, dass sich auch meine Lifeguard-Möwe sehen lassen kann!

Jacuzzi
Abends springen wir dann noch in den Jacuzzi und genießen gute Gespräche und ein Bad unter freiem Himmel.


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ToMTuR.de am 20 Apr 2018 08:28:50

Moin...

Wie immer sehr schön zu lesen, Dein Bericht!

Wir hatten vor Jahren auch mal so ein Crap-WoMo, von Seattle über Yellowstone bis Salt Lake City, da funktionierte auch nach ein paar Tagen nichts mehr. Weder warmes Wasser noch Generator und ein paar andere "Kleinigkeiten" (Haarriss im Frischwassertank, bei ca. 1/3 der Füllhöhe...), ohne die so ein US Mietteil kaum funktioniert. Blöderweise lagen auf unserer Route keine Werkstätten der Kette, also nix mit Reparatur oder Tausch.
Daraufhin hatten wir beim letzten Urlaub in Alaska extra was draufgelegt, um ein Fahrzeug der neuen Saison zu bekommen. Hatte dann auch erst 6000 mi runter, war aber vom Zustand her ähnlich. :lol:
Man muss halt immer das Beste draus machen.

Liebe Grüße
Harriet

moensters am 20 Apr 2018 13:42:06

Ja, Harriet, das scheint anscheinend ein Ami-Ding zu sein. Wir haben auch gehört, dass es den Mietern bei Mietfahrzeugen total egal ist, wie sie das Fahrzeug behandeln. Nach dem Motto: "Aus den Augen, aus dem Sinn!"

Aber für uns war das auch ein bisschen wieder eine Erdung, dass wir wieder wissen, was wir an unserem kleinen MoMo hier zuhause haben...

Liebe Grüße, Michael

moensters am 20 Apr 2018 14:16:41

Oldtown, Balboa Park und ein Abenteuer
Heute geht Maddie in die Preschool, was für Sofie bedeutet, dass sie sich als Au Pair nur um Sophia kümmern muss. Und daher packen wir die Kleine ins Auto und machen uns auf Sightseeingtour.

Phantasia Oldtown
Die Altstadt von San Diego ist nun wirklich so ganz anders als das, was man als Europäer unter einer Altstadt versteht. Die Location mag stimmen und auch viele Gebäude sehen etwas ältlicher aus. Auch stehen mehrere auf alt kostümierte Personen vor den Häusern. Und selbst das Museum mit den ausgestellten Planwagen, Sätteln und Brandeisen zeigt etwas von der guten alten Zeit.
Aber das ganze Arrangement mit seinen breiten betonierten Gehwegen und Shop an Shop an Shop wirkt dann auf eine Weise eher wie ein Freizeitpark.
Gut gefallen hat uns das Casa De Reyes mit seinem unverkennbar mexikanischen Einschlag. Aber auch hier ist wirklich alles Business. Andererseits: In Rüdesheim sieht es zwar optisch anders aus, aber die Geschäftemacherei ist die gleiche. Und da gefällt es mir hier in Amerika dann doch fast schon wieder besser. Und kaufen müssen wir ja nichts.

Coyote Tortillas
Sofie hat dann noch einen ganz heißen Tipp für uns: Das Cafe Coyote. Dort soll es legendär leckere Tortillas geben.
Und nachdem ich herausgefunden habe, wo man sich dafür anstellen muss (es gibt nämlich merkwürdigerweise keinerlei Hinweis, wo der Tresen ist oder wie viel die Tortillas kosten), kommt die Überraschung.
Denn die wirklich leckere Tortilla mit Salsa zum selberbestreichen kostet nur einen sagenhaften Dollar! Ein wirkliches Schnäppchen!

Balboa Park
Nachdem wir etwas länger nach einem Parkplatz suchen mussten, ging es dann in den Balboa Park. Quasi der Central Park von San Diego. Und er ist wirklich schön angelegt!
Überall werben die Schilder für die 16 Museen, die es dort gibt und die Gebäude sehen tatsächlich toll aus. Hätten wir nicht so wenig Zeit und so gutes Wetter - da kann man es bestimmt drin aushalten!
So suchen wir uns aber einen Tisch im Prado Restaurant, wo wir Pläne für den morgigen Tag schmieden. Denn Sofie hat Mittwochs frei und noch dazu hat Annette den Geistesblitz, dass wir dann ja heute abend schon mit dem Minnie Winnie losfahren könnten.

On the road again
Jetzt hatten wir uns gerade so schön in unserem bequemen Leben im Haus eingerichtet und schon geht es wieder los. Fast kostet es etwas Überwindung, das Womo startklar zu machen, aber als wir dann losfahren, siegt dann doch die Abenteuerlust. Annette hat nämlich den Cuyamaca State Park als Ziel ausgeguckt, der uns wieder eine andere Seite von Kalifornien zeigen soll. Grün und mit Bäumen und gar nicht wüstig.

Im zweiten Anlauf Glück
Da wir noch die Vorräte auffüllen und tanken müssen, wird es ein Rennen gegen die Zeit. Im Rückspiegel sehe ich auf dem Highway den roten Sonnenball immer weiter Richtung Horizont sinken und schnell wird klar, dass es dämmerig sein wird, wenn wir ankommen.
Wir erreichen den Green Valley-Campingplatz so gerade mit dem letzten bisschen Tageslicht - nur um verblüfft vor einem „Camp closed“-Schild zu stehen. Und jetzt? Immerhin gibt es den Hinweis, dass es in 8km den nächsten Campingplatz gibt. Was bleibt uns übrig? Frei stehen ist hier überall verboten.
Und in den 10 Minuten, die wir jetzt noch fahren, wird es dann auch sofort stockdunkel. Immerhin ist der Paso Picacho-Campground tatsächlich geöffnet. Aber im Dunkeln einen Stellplatz zu finden ist immer etwas frickelig. Wir nehmen daher den erstbesten, den man bequem mit einem Womo befahren kann und stellen fest, dass das gar nicht mal die schlechteste Wahl war. Ebener Platz, Bank und Feuerstelle. Passt!
Also wird flugs ein Feuer gemacht, die Vorräte an Getränken und Knabbereien werden auf dem Tisch drapiert und wir sitzen mal wieder unter freiem Himmel. Immer noch toll!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

moensters am 20 Apr 2018 20:21:39

Peaks and Pies
Unser ungeplanter Campingplatz erweist sich bei Tageslicht als sehr brauchbar und vor allem als sehr gut gelegen.
Denn es starten die scheinbar spannendsten Trails des State Parks genau hier.
Wir haben die Qual der Wahl und entscheiden uns für den Aufstieg auf den Stonewall Peak.

Feuerlandschaft
Das Wetter ist wie fürs Wandern gemacht. Strahlend blauer Himmel, aber nicht zu heiß und ein leichter Wind geht auch noch. Perfekt!
Und so bewundern wir schon beim Aufstieg die skurrile Landschaft, die leider eine traurige Ursache hat. Denn beim Cedar Fire im Jahr 2003, dem größten Waldbrand in Kaliforniens Geschichte, wurden 90% des Baumbestands zerstört. Daher gibt es hier so gut wie ausschließlich grau-schwarz verkohlte Baumskelette, die traurig-stolz in den Himmel ragen.
Gemischt mit den rötlichen-beigen Steinen und dem Grün der Büsche aber eine tolle Szenerie.

Gipfelhörnchen
Der Anstieg zum Gipfel ist nicht sehr schwer und wir entdecken neben einer tollen Rundumsicht auch noch ein paar Gipfelhörnchen, die sich anscheinend auf Touristen spezialisiert haben. Zumindest zeigen sie keine Scheu. Von uns gibt‘s aber trotzdem nix. Auch nicht fürs Posen als Fotomodel...

Langer Abstieg
Auf dem Abstieg kommt es uns merkwürdig vor, wie langsam wir voran kommen. Denn so lange sollte der Hike doch gar nicht dauern! Aber wir stellen fest, dass wir a) die Entfernung nicht richtig abgeschätzt haben und b) gerade echt keine Kondition haben. Die 8,5km fühlen sich auf jeden Fall an wie 8,5 Meilen!
Aber die Ausblicke auf diese ungewöhnliche Landschaft entschädigen für die Anstrengung.

Diner Deluxe
Unser Plan ist simpel. Als Belohnung für die Mühe soll es in Julian, der nächstgelegenen Stadt, einen Pie geben. Denn für ihre Kuchen ist die Stadt ziemlich berühmt.
Aber als wir dort ankommen, meint Sofie, dass ihr ganz schön der Magen knurren würde und etwas herzhaftes jetzt auch nicht verkehrt wäre. Und Annette entdeckt kurzerhand den Miner‘s Diner, der zu vielversprechend aussieht, als dass wir ihn auslassen wollten.
Und wir werden sowas von belohnt für unsere Flexibilität. Denn dieser Diner serviert nicht nur gute Burger und Fries sondern ist wirklich originell eingerichtet und atmet förmlich „American Diner“-Atmosphäre. Die nette Eisenbahn, die oberhalb der Gäste durch den Diner fährt, ist da nur das Tüpfelchen auf dem i.

Takeaway Pie
Jetzt sind wir natürlich so satt, dass es Sünde wäre, den Pie einfach noch obendrauf zu setzen. Also kaufen wir kurzentschlossen in der Julian Pie Company einen ganzen Pie, den wir dann als Dessert für alle heute abend bei den Millers einplanen.
Aber auch sonst gefällt es uns in Julian ausgesprochen gut. Ein nettes Örtchen, wo die Zeit ein bisschen langsamer zu vergehen scheint und keiner in Eile ist. Und es gibt tatsächlich auch ein paar nette Lädchen in denen man es gut aushalten kann, weil die angebotenen Sachen nicht all zu geschmacklos sind und uns im Gegenteil so manches richtig gut gefällt.

Fast schon Schweiz
Die Rückfahrt nach San Diego ist dann ein herrlich entspannter Trip durch ungewöhnlich grüne Landschaft. Mit den sanft geschwungenen Hügel und grünen Wiesen fühlt sich das ein bisschen wie Schweiz an.

Plan B am Abend
Nachdem wir wieder zuhause gelandet sind (und tatsächlich ist Sofies Zuhause in den paar Tagen auch schon ein bisschen unser Zuhause geworden), wollen wir sofort wieder aufbrechen, um zu den Sunset Cliffs zu fahren.
Aber als wir nach ein paar Kilometern sehen, dass a) ein Mörderstau ist und b) sich düstere Wolken vor den Sonnenuntergang schieben, kehren wir einfach wieder um und verbringen einen netten Abend mit der Familie.

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moensters am 21 Apr 2018 15:13:58

Next level shopping
Bevor wir „unseren“ Tag starten, bringen wir Maddie noch in ihren Kindergarten. Oder, wie das hier heißt: „Child Development Center“. Und mir kommen schon ein bisschen die Tränen: So könnte also Vorschule/Schule aussehen, wenn man ein bisschen Geld in die Hand nähme.
Und sicherlich, dies ist eine private Einrichtung. Aber wenn man es mit dem Zustand unserer schulischen Gebäude vergleicht, wirkt das, als wäre man in Deutschland in einem besseren Entwicklungsland.

Hello Horse!
Heute zeigt uns Sofie den Stall mit Islandpferden, den sie auf Empfehlung einer Stallfreundin gefunden hat. Herrlich gelegen in einem Viertel, wo anscheinend nur Pferdefreunde wohnen. Denn hier gibt es keinen Radweg neben der Straße, sondern einen Reitweg!
Aber auch sonst ist es hier wirklich mediterran idyllisch. Palmen hier, üppig bestückte Zitronenbäumchen dort. Treffenderweise heißt der Stall „Sunland“.
In dieser Landschaft die Isis zu sehen ist dann noch ein bisschen merkwürdiger als es bei uns im grünen Bergischen ist. Aber die Pferde fühlen sich wohl und werden auch hier von ihren Besitzern heiß geliebt.
Und Sophia zeigt sich erstaunlich furchtlos, begrüßt jedes Pferd mit einem fröhlichen „Hello Horse!“ und möchte auch streicheln. Good Girl!

Next level Mall
Anschließend zeigt uns Sofie die ganz neu entstehende Westfield-UTC Mall. Ich hatte eine etwas großzügigere Variante eines überdachten Allee-Centers erwartet. Stattdessen ist hier in San Diego natürlich alles Open Air. Aber das ist noch nicht alles: Die ganze Anlage ist wirklich bis ins Detail so geplant, dass man sich gerne dort aufhält. Was bedeutet: schöne Bepflanzung mit blühenden Bäumen, alle paar Meter eine Loungeecke, die dazu einlädt, sich hinzulümmeln. So ein bisschen wie das Mediterana unter den Shopping Malls. Echt eine Empfehlung für Shoppingfans!
Das machen wir dann auch mittags und gönnen uns Sandwiches von Jersey Mike’s - nach Sofies Empfehlung das etwas bessere Subway. Und ich komme zu meinem ersten Philly Cheese Steak - lecker!
Eine gute Sache gibt es in der Mall auch noch: Viele hübsche Dinge - aber gottseidank sind die teilweise so absurd teuer, dass wir gar nicht erst in Versuchung kommen, zuzuschlagen.

Technik-Upgrade
Eine solche Sache ist der Tesla-Store, wo ich mich zum ersten Mal in ein Model 3 hineinsetzen kann (und das ist noch die „bezahlbare“ Variante). Aber alleine schon für dieses flüssig bedienbare Riesendisplay mit allen Funktionen muss man das Ding lieben. Warum sind andere Autobauer da immer noch in der Steinzeit?
Im Apple Store sagen wir dann noch Goodbye zu unseren alten Uhren und statten uns neu aus. Verglichen mit den Preisen bei uns ist das echt „billig“...
Den Nachmittag verbringen wir dann gechillt mit den Kindern auf der Terrasse. Das Klima hier ist aber auch wirklich weltklasse: Nicht zu kalt, aber auch nicht zu heiß!

Brauereibesuch
Für den Abend hat George für uns einen Tisch in der Ballast Point Brewery reserviert. Und so etwas habe ich dann auch noch nicht gesehen: Es gibt wirklich 100 Biersorten „on tap“ frisch aus dem Zapfhahn und man kann sich eine eigene Variation zur Verkostung, einem Flight, zusammenstellen.
Und lecker waren die Biere alle, das beste war wieder das „Victory at sea“ in einer besonders gereiften Version, die es auf stolze 12% Alkoholgehalt brachte, aber einfach in Geruch und Geschmack unvergleichlich gut war.
Aber auch das Essen war wirklich gut und empfehlenswert. Eine echter Geheimtipp für Reisende aus Deutschland, denn in diese „abgelegene“ Gegend kommt der Normaltourist sicherlich eher nicht.

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moensters am 21 Apr 2018 18:19:53

Beach and Barbecue
Eine Sache haben wir in diesem Urlaub noch viel zu wenig gemacht: Strandurlaub! Da sind wir endlich am Pazifik und waren noch nicht einmal so wirklich für längere Zeit am Strand - das muss sich an unserem letzten Tag noch dringend ändern!

Mission Beach
Wir fahren also mit den Kindern zum Mission Beach, Sofies Lieblingsstrand in San Diego.
Und hier findet man das Strandleben, was man als Kalifornien-Klischee im Kopf hat. Feinsandiger Strand, prächtige Wellen, easy going. Denn es ist wirklich bemerkenswert, wie entspannt hier alle sind. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass es geradezu bilderbuchhaftes Wetter für einen „day at the beach“ ist. Strahlender Sonnenschein, ein kühlender Wind und daher nicht zu heiß und nicht zu kalt.
Die Kinder haben viel Spaß beim Spielen im Sand und auch Annette ist im Förmchenfieber.

Meins, meins!
Der Kracher sind die Möwen, die hier unablässig alles daraufhin abscannen, ob es hier nicht etwas zu holen gibt. Als unsere Strandnachbarn ihren Bollerwagen zu lange unbeaufsichtigt lassen, wird dort mal ein Butterbrot gemopst. Und auch unsere in den Sand gefallenen Cracker werden begierig beäugt. Was mir die Gelegenheit für tolle Möwenfotos gibt, da diese praktisch regungslos unmittelbar über mir schweben.

Seaport Village
Eine Sache haben wir auch noch nicht gemacht: Die Marina in San Diego Downtown besucht. Im Seaport Village Deli machen wir eine kleine Mittagspause und fallen dort mal wirklich auf die Touristenabzocke rein. Überteuert und im Falle meiner Clam Chowder wirklich richtig schlecht. Nunja, ansonsten haben wir ja wirklich viel Glück gehabt. Und immerhin sieht es nett aus dort.

Unconditional Surrender
Im Hafen liegt die USS Midway - ein echt heftig großes, ausrangiertes Kriegsschiff. Und drumherum tummeln sich die diversesten Büdchen, Stände und Musiker. Insbesondere der Gitarrist an der Statue „Unconditional Surrender“ ist wirklich unfassbar inbrünstig. Und unfassbar schlecht.
Ansonsten bewahrheitet sich, was Sofie uns schon angekündigt hat. Diese Ecke ist fest in chinesischer Touristenhand und man wird dann gerne auch schon mal energisch dazu ausgefordert, doch bitte aus dem Bild zu gehen, dass Papa von Mama machen will...

Marina
Und hier schließt sich so ein bisschen dann für uns auch ein Kreis. Denn was mit dem tollen Segeltörn am Sonntag begonnen hat, endet jetzt hier auf der Landseite. Und irgendwie war die Geschichte mit dem Segelschiff dann doch die coolere Variante...

Abschied mit Barbecue
Für uns heißt es dann zuhause Koffer packen und alles vorbereiten, so dass morgen mit unseren Freunden von Best Time nicht wieder alles schief geht.
Und George macht seinem Ruf als Grillmeister für Steaks alle Ehre. Beim Anblick der 3cm dicken Oschis hatte ich schon größte Befürchtungen und erinnerte mich an zähe Kauorgien mit den Steaks die wir auf unserer Tour vor 14 Jahren gekauft hatten. Aber er erweist sich als echter Könner, denn ich glaube, ich habe wirklich noch nie ein besser gegrilltes Steak gegessen. Würzig, saftig und butterzart - himmlisch! Bloß blöd, dass ich vor lauter Begeisterung vergessen habe, Bilder zu machen...

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moensters am 22 Apr 2018 10:35:08

Goodbye, California!
Irre, wie schnell 2 Wochen vergehen können. Waren wir nicht gerade erst in LA gelandet? Aber auf der anderen Seite: Was haben wir in der Zeit alles erlebt: die entspannte Stadtrundfahrt durch LA, Streit mit Crap Time, Alabama Hills, Wüste, Joshua Trees, Segeln, Blumenträume, Seelöwen und Shopping. Aber vor allem die Menschen, die uns hier mehr als nur willkommen geheißen haben!

Abschied
Und so nehmen wir zwar schweren Herzens Abschied von Sofie und „ihrer“ US-Familie, sind aber gleichzeitig unheimlich glücklich, dass wir so tolle Leute rund um Sofie wissen. Ich möchte nicht wissen, wie es uns gegangen wäre, wenn wir uns in irgendeiner Form hätten Sorgen machen müssen, wie sie die restlichen Monate bis zum Sommer rumkriegen solle.
Entsprechend fahren wir mit einem leicht schizophrenen Gefühl von absolutem Glück und Traurigkeit los, winken noch einmal und dann verschwinden alle Personen hinter der nächsten Kurve und wir sind das erste Mal in diesem Urlaub zu zweit unterwegs.

Crap Time? You bet!
Über den Highway, der sich Richtung LA immer mehr füllt, fahren wir, mit letztem Blick auf den Pazifik zur Womo-Übergabe zu Best Time.
Brav füllen wir kurz vorher noch das Gas wieder auf und auch getankt wird noch einmal. Mein erster Versuch mit 50$ füllt es aber nur zu ¾. Also nach mal nachschießen: 30$ müssten doch reichen…? Naja, wir liegen so gut wie auf der weißen „Full“-Markierung. Wird wohl reichen.
Tut es natürlich nicht. Denn auch die Rückgabe gestaltet sich Crap-Time-gemäß. Es wird nämlich nicht nur der nicht ganz gefüllt Tank moniert (wofür ich ja durchaus Verständnis habe, mir aber bei dem ganzen Ärger eine etwas kulantere Abwicklung gewünscht hätte) sondern auch ein paar Streifspuren, die sich unterhalb der Aufbautür befinden.
Wir können uns nicht mal ansatzweise an eine Situation erinnern, wo etwas geschehen sein könnte, was an genau dieser Stelle Kratzer verursacht haben könnte. Und auch die Stelle ist uns suspekt - hätte man das wirklich bei der Begehung in Las Vegas sehen und vor allem monieren müssen? Es stinkt alles ein bisschen sehr nach Abzocke.
Ich schlage vor, dass ich mich sehr gerne darüber mal mit Martin oder Neil unterhalten würde, aber wie immer ist gerade keiner zuständig oder erreichbar. Erst nachdem ich sehr deutlich gemacht habe, dass ich keinen Cent für so einen Quatsch auf den Tisch lege und nach plötzlich doch möglicher Rücksprache mit Neil wird auf ein Einbehalten der 1000$-Kaution verzichtet.
Und es passt dann einfach ins Bild, dass auch die Schlussabrechnung am PC nicht funktioniert, sondern der Rechner einfriert.
Während also alle anderen Mieter schon im Shuttlebus zum Flughafen sitzen, versucht Pablo, das Ding ans Laufen zu bringen. Ich kann aber berichten, dass mittlerweile tatsächlich eine korrekte Rückerstattung der Kaution erfolgt ist. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass nicht mal das klappt…

Relax in LAX
Der Rest des Tages gestaltet sich erstaunlich unspektakulär. Der Shuttlebus fährt uns durch trübes LA-Wetter. Rechtzeitig zur Ankunft im LAX kommt aber tatsächlich noch einmal die Sonne durch.
Und dann heißt es Gepäck aufgeben, Warten, Security, Warten. Die letzten Dollars in Cash setzen wir fast punktgenau in Kaffee um.

Nachtflug
Und dann: Rückflug im riesigen Airbus A388. Hatte ich mir irgendwie mehr von versprochen. Wegen des Nachtflugs ist alles eher gedämpft. Weniger Service, das In-Seat-Entertainment mit einem sehr zähen Touchscreen und nur 2 Mahlzeiten. Naja, schlecht ist immer noch anders.
Was allerdings heftig unangenehm ist: Luftlöcher. Wenn das ganze Flugzeug ruckelt und wackelt als wäre es gerade von der Straße abgekommen und eine Böschung hinunterpoltern, rutscht einem echt das Herz in die Hose. Nach wenigen Minuten ist der Spuk zwar vorbei, aber es braucht schon ein bisschen, bis das Adrenalin abgebaut ist…

Einmal warten, bitte
In München haben wir dann noch mal einen längeren Aufenthalt, aber tatsächlich macht es uns gar nicht viel aus. Wir genießen dieses komplette „aus der Zeit gefallen sein“ und außerdem stelle ich nach 2 Wochen USA fest, dass es auch wieder schön ist, in Deutschland zu sein. Hat auch was.

Falscher Parkplatz
Die ganze Rückreise hat bisher (Crap Time jetzt mal ausgenommen) so butterweich funktioniert, dass wir es selbst kaum glauben können. Da muss doch noch was schief gehen!
Hm, wir müssen ja schließlich noch unser geparktes Auto abholen. Also rufe ich in Düsseldorf brav die Handynummer an, die auf der Visitenkarte von Airparks steht und wir stellen uns anschließend an die verabredete Pickup-Stelle.
Es kommt nach einiger Zeit auch der Shuttlebus und lädt unsere Sache ein. Zu welchem Parkplatz wir denn wollten? Sie hätten ja zwei. Ich zeige die Visitenkarte vor und unser Fahrer weiß sofort Bescheid. Komisch nur, dass es uns nicht auf seinem Abholschein hat. Und auch mit meiner Buchungsbestätigung nichts anfangen kann.
Wir fahren also mit einem anderen Paar los und kommen an einem mir gänzlich unbekannten Parkplatz an. Habe ich wirklich so einen schlechten Ortssinn? Nein, es ist natürlich der falsche Parkplatz… Kann ja mal passieren. Wir sind beruhigt, als der Fahrer uns verspricht, dass er uns dann halt zum richtigen Parkplatz fährt.
Komisch ist nur, dass wir plötzlich wieder am Terminal ankommen. Hä? Ja, es käme gleich ein Vito, der uns abholen würde, erklärt der Fahrer, während er unsere Koffer ausräumt. Nee, ne?
Eine Horde anderer Kunden möchte ebenfalls zu ihren Auto gebracht werden. Und einer nach dem anderen sagt, dass er gerne zu unserem Parkplatz möchte. Also werden auf einmal alle Koffer wieder eingeladen und wir fahren erneut los…
Und tatsächlich erkennen wir hier auch alles wieder und auch unser Auto steht brav, wo wir es verlassen haben. Dann noch ein kleiner Schreck, als beim Anlassen so ungefähr gar nichts passiert. Batterie leer…? Aber nein, ich war es nur nicht mehr gewöhnt, beim Anlassen die Kupplung zu treten… Nach 2 Wochen Automatik kommt einem das dann richtig antiquiert vor.

Hunde und Grieche
Nachdem wir die Hunde unter großer Wiedersehensfreude bei Hannah abgeholt haben und ein bisschen quatschen konnten, kann es nach endlich nach Hause gehen. Aber da jetzt doch ein bisschen Hunger aufkommt, geht es kurz vor dem Ziel noch mal zu unserem Stamm-Griechen.
Und dann: Ist die Kalifornienreise endgültig Geschichte. Aber was für eine!


fritzi2015 am 22 Apr 2018 21:27:36

Hallo Monsters,
ich habe Euren Reisebericht aufmerksam verfolgt und wie immer viel Spaß beim Lesen gehabt...wie heißt es so schön: Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen... wie wahr.
Herrliche Bilder und Erlebnisse habt ihr in Eurem Schatzkästchen mitgebracht. Der Ärger ist da doch schnell vergessen.
Freue mich schon darauf bei Eurer nächsten Reise teilhaben zu können. Ich mag Deinen Schreibstil.
Herzliche Grüße
Fritzi

moensters am 22 Apr 2018 22:12:41

Danke für die Blumen!

Du hast völlig Recht - der Ärger ist lange vergessen und außerdem hat man noch tolle Stories im Gepäck. :-)

Liebe Grüße, Michael

Concordino am 29 Apr 2018 22:12:53

Hallo Monsters,
vielen Dank für den kurzweiligen Reisebericht und für die tollen Fotos auf Eurer HP.
Eure Erfahrungen mit BestTime sind ja nicht uninteressant - bestimmt auch für andere. Im Womo minus Abenteuer Forum gibt es dazu einen eigenen Faden (Erfahrung mit BestTime RV). Vielleicht habt Ihr ja Zeit und Lust, dort einen Eintrag zu platzieren. Der Vermieter wird dort gern sehr positiv dargestellt...
Viele Grüße aus Berlin.

moensters am 01 Mai 2018 16:52:58

Concordino, habe ich mal gemacht, da ich mich genau dort auch vorher informiert hatte und den Eindruck hatte, einen guten Vermieter gewählt zu haben...

Liebe Grüße, Michael

Concordino am 01 Mai 2018 21:54:36

Hallo Michael,
hatte ehrlich gesagt nicht vermutet, dass Du dort in ein Wespennest stichst, sonst hätte ich Dich gar nicht dazu animiert, etwas zu schreiben. Tut mir leid!
Du solltest aber das Angebot von Fredy annehmen. Er hat persönliche Kontakte in die Firma, was manchmal Wunder wirkt.
Viele Grüße aus Berlin.

moensters am 01 Mai 2018 22:14:10

Da kann ich gut mit leben. Ist ja alles so passiert.

Liebe Grüße, Michael

Jonah am 01 Mai 2018 23:19:11

Juhuu Michael, was für ein schöner Reisebricht, bin ganz begeistert. Er hat mich die letzten Stunden super unterhalten, vielen Dank dafür. Habe mir auch die Fotos auf eurer Seite dazu angesehen, herzlich lachen musste ich bei diesem Bild... :D


moensters am 02 Mai 2018 06:25:13

Danke Michaela. Stunden? Wow!
Ja, wenn im Ami-Womo alles so einfach gewesen wäre, wie den Ausgang zu finden, hätten wir uns nicht so ärgern müssen...

Liebe Grüße, Michael

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