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Geplante Änderung des EU-Rechts


Reimobil am 25 Mär 2018 19:16:56

Die EU plant eine Änderung im Fahrerlaubnisrecht. In Zukunft soll man mit Klasse B auch Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3500 kg, jedoch weniger als 4250 kg für die Güterbeförderung und ohne Anhänger fahren dürfen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Fahrer seit mindestens 2 Jahren Inhaber der FE-Klasse B ist und die 3500 kg überschreitende Masse ausschließlich dem zusätzlichen Gewicht des Antriebssystems gegenüber dem Antriebssystem eines Fahrzeugs mit denselben Abmessungen, das mit einem herkömmlichen Verbrennungsmotor mit Fremd- oder Selbstzündung ausgestattet ist, geschuldet ist und sofern die Ladekapazität gegenüber diesem Fahrzeug nicht erhöht ist.

Die geplante Änderung soll wohl die Elektromobilität fördern und wird wahrscheinlich für Wohnmobile zunächst eher nicht in Frage kommen, es sei denn, die Hersteller reagieren auf die Änderung und bieten irgendwann auch mal Womos mit Elektromotoren an. Noch ist die Gesetzesänderung nicht in Kraft und es wird vielleicht auch noch etwas Zeit vergehen, bis sich die EU-Staaten auf die geplante Änderung einigen können.

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chrisc4 am 25 Mär 2018 19:43:04

Anpassung an die zukünftigen und aktuellen Gegebenheiten ist sinvoll!
Bei deiner Überschrift hatte ich schon gehofft, dass die unsinnige 3499 Kg Regelung geändert und auf 3800 Kg erhöht wird.
Es gibt inzwischen kaum noch neue 3,5 t, einigermaßen gut ausgestattete Neufahrzeuge mit Zuladung über 400 Kg :roll:
Da wäre eine Anpassung an die Realität auch längst fällig :!:

Gruß
Hans

Flatus am 25 Mär 2018 19:49:43

chrisc4 hat geschrieben:... Es gibt inzwischen kaum noch neue 3,5 t, einigermaßen gut ausgestattete Neufahrzeuge mit Zuladung über 400 Kg
Da wäre eine Anpassung an die Realität auch längst fällig ...

Weshalb - es ist doch alles bloss eine Frage des richtigen Führerscheines. :idea:

Gruss Flatus
.

fomo am 25 Mär 2018 19:59:28

chrisc4 hat geschrieben:Da wäre eine Anpassung an die Realität auch längst fällig

Meine volle Unterstützung!
Macht einfach die zum Fahrzeug passenden Führerscheine und schon ist alles gut.
Ich halte schon die 3,5 t und die möglichen Abmessungen einfach unpassend zu den üblichen Fahrschulautos.

chrisc4 am 25 Mär 2018 20:05:22

Das wäre super!
Leider gibt es noch reichlich andere Nachteile!
Zum Beispiel bei den Autobahngebühren Österreich, Schweiz usw. Nach 6 Jahren, jedes Jahr zum TÜV mit höheren Kosten. Überholverbote für LKW gelten, Geschwindikeitsbegrenzung auf 100 usw...
Es ist schon ein großer Unterschied.
Ein neues Wohnmobil mit guter Ausstattung für 2 Personen mit Solar, Satanlage und 2 Pedelecs in der Garage als 3,5 t ist aktuell kaum noch realisierbar. :eek:

Gruß
Hans

Solofahrer am 25 Mär 2018 22:40:35

chrisc4 hat geschrieben:Es gibt inzwischen kaum noch neue 3,5 t, einigermaßen gut ausgestattete Neufahrzeuge mit Zuladung über 400 Kg :roll:
Da wäre eine Anpassung an die Realität auch längst fällig :!:


Sind hier nicht eher die Fahrzeughersteller gefragt?
Warum werden die neuen Modelle immer schwerer? (Und bei den PKW immer breiter?)
Oder ist unser Anspruchsdenken zu hoch?
Wollen wir immer mehr Komfort und Luxus?
Wollen wir wirklich alle neuen, zusätzlichen Assistenzsysteme?

Natürlich kann man den "größeren" Führerschein machen, aber die meisten von uns wollen doch unter 3,5 Tonnen zGG bleiben, um z.B. keinen Geschwindigkeitsbegrenzungen oder LKW-Überholverboten zu unterliegen, im Ausland die günstigeren Maut Tarife zu bekommen und nicht jedes Jahr zum TÜV zu müssen.

fomo am 26 Mär 2018 08:25:48

Solofahrer hat geschrieben:Natürlich kann man den "größeren" Führerschein machen, aber die meisten von uns wollen doch unter 3,5 Tonnen zGG bleiben, um z.B. keinen Geschwindigkeitsbegrenzungen oder LKW-Überholverboten zu unterliegen, im Ausland die günstigeren Maut Tarife zu bekommen und nicht jedes Jahr zum TÜV zu müssen.

Wie sang Gitte schon 1982:
"Ich will alles, ich will alles und zwar sofort..."

cbra am 26 Mär 2018 09:15:38

wenn die EU aus "3,5t" 0 "4,25" to macht würde ich das sehr gut finden, aber nicht nur bei der fahrerlaubnis, sondern auch bei den beschränkungen.

ich habe zwar noch den alten grauen 7,5t schein, aber für uns kommen dennoch nur 3,5t in frage , u.a. wegen

- wechselkennzeichen in AUT geht nur unter 3,5t
- einfahrverbote / durchfahrverbote
- tempolimits, überholverbote


durch den erheblichen zuwachs an technik ist es mittlerweile schon sehr schwirieg ein Womo mit 3,5t zu bauen, überaqll airbags, jede menge rechner und sensoren, abgasreinigung, klimaanlagen etc.

ich habe deshalb extra für meinen eigenbau eine daily doka aus 2006 gesucht, weil die neueren schwerer sind.

wenn man an hybrid oder elktro denkt wird es noch enger

und ich bin auch überzeugt dass sich aktuelle (aus diesem jahrtausend) autos mit 4,25t leichter und sicherer bewegen lassen als die 3,5t aus den 70er und 80er jahren

cbra am 26 Mär 2018 09:18:51

Reimobil hat geschrieben:Die EU plant eine Änderung im Fahrerlaubnisrecht. In Zukunft soll man mit Klasse B auch Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3500 kg, jedoch weniger als 4250 kg ...


hast du dazu weiterführene links / quellen?

Reimobil am 26 Mär 2018 13:17:37

Verhandelt wurde die Angelegenheit in 1 Lesung im EU-Parlament am 13.03.18 zur Änderung der Richtlinie 2003/59/EG über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Fahrzeuge für den Güter- oder Personenverkehr und der Richtlinie 2006/126/EG über den Führerschein (COM 2017 0047 - C8-0025/2017 - 2017/0015(COD)).
Nachzulesen vermutlich im Amtsblatt der EU.
Aber bitte beachten, das Gesetz ist noch nicht verabschiedet, sondern befindet sich noch in der Beratung!!! Keine Ahnung wie lange das Gesetzgebungsverfahren noch dauert. Wie ich die EU einschätze, noch sehr lange.

Die Info habe ich als Mitarbeiter einer FE-Behörde von offizieller Stelle erhalten.

Rockerbox am 26 Mär 2018 13:45:48

Reimobil hat geschrieben:...... über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Fahrzeuge für den Güter- oder Personenverkehr und der Richtlinie 2006/126/EG über den Führerschein (COM 2017 0047 - C8-0025/2017 - 2017/0015(COD)).


Das liest sich so, als ob das Berufskraftfahrer betreffen sollte und nicht uns als "normale" Wohnmobilisten oder irre ich mich da??

Wir fahren keine Fahrzeuge für den Güter- oder Personenverkehr ......

Mattes007 am 26 Mär 2018 15:37:10

Ich gehe mal davon aus, dass die Initiatoren des Vorschlags die Transportbranche, die bisher auf die 3,5 t. Sprinterklasse setzen, sind.

Ich hatte mal von einem Transportdienstleister gelesen, der neue Elektrotransporter mit einer realen Reichweite von mehr als 250 km im Großauftrag bestellen möchte.
Damit würde die Reichweite dann weit mehr als die der eScooter der Deutschen Post betragen. Leider wiegen aber dann die Akkus soviel, dass die zu transportierenden Warenmenge reduziert werden müsste und ist dann nicht mehr so wirtschaftlich.
Um also die gleiche Warenmenge transportieren zu können, müssten die Fahrzeuge eine höhere zGG. und das geht leider mit den neuen Fahrerlaubnissen nicht.
Also höheres zGG bei Fahrzeugen mit Elektroantrieb und Akku mal bei der EU beantragen.

Wäre für die ganzen Waren, die wir uns alle in die Städte bestellen auch nicht schlecht, wenn es mehr Elektrowagen geben würde.

bhomburg am 27 Mär 2018 08:25:08

Genauso ist das. Die angedachte Anhebung der Gewichtsgrenze hat mit Wohnmobilen in der Tat erstmal überhaupt nichts zu tun, sondern das Ganze ist vor dem Hintergrund der - politisch gewollten - Elektrifizierung/Hybridisierung des v.a. innerstädtischen gewerblichen Verkehrs zu sehen. Man will aus Umweltgründen weg vom Diesel in den Städten, aber alle derzeit halbwegs wirtschaftlich verfügbare Technologien dazu lassen die Fahrzeugleergewichte um mehrere hundert kg steigen. Die Industrieverbände haben - nicht ganz zu Unrecht - darauf hingewiesen, dass 'leichte' Nutzfahrzeuge sofern sie denn mit gewichtserhöhenden Batterielektrischen- Hybrid- oder LNG/CNG-Antrieben (also derzeit verfügbaren Technologie) ausgestattet sind allesamt ein Zuladungsproblem haben und mit der bisher geltenden 3.5 Tonnen Regelung nicht mehr vernünftig /wirtschaftlich zu betreiben sind. Siehe 'Natural Power' Fiat Ducato, der zwar lobenswert abgasarm ist, aber im Vergleich zum 2.3er Diesel 385 kg Mehrgewicht mit sich herumschleppt. Da bleibt dann bis zur 3.5 Tonnen Grenze noch 450 kg Zuladung - völlig ungeeignet, was auch die Verkaufszahlen widerspiegeln. Mit reinen E-Fahrzeugen sieht es noch schlimmer aus. Teurer Leichtbau wie im PKW-Bereich z.T. praktiziert (BMW i) ist in dem Marktsegment auch keine Option, bzw. die Wirtschaftslobby will die damit verbundenen Kosten verhindern.
Und es sind in der EU Millionen von Arbeitnehmern die diese Fahrzeuge dann bewegen können müssen. Die alle dazu zu zwingen einen LKW-Führerschein zu machen nur damit die den Firmentransporter fahren dürfen - da macht die Wirtschaft nicht mit. Bleibt eine Anpassung der "B"-Gewichtsgrenze - kostet nix, löst das Problem auf pragmatische Weise, und gut ist. Wenn man sich ansieht wer hinter den Kulissen hier für Bewegung sorgt (der ACEA in trauter Eintracht mit dem UETR & Co) - wird die Sache dann klar. im Prinzip bemühen sich vereinte Lobby der Autoindustrie und Logistikbranche um Schadensbegrenzung um ihre Märkte zu retten.
Im Wohnmobilbereich dürfte das Zuladungsproblem übrigens bestehen bleiben - wenn die Grenze denn irgendwann nach Abschluss langwieriger Verhandlungen auf 4.XX to. angehoben werden sollte, wiegt ein Ducato-Triebkopf keine 1700 kg mehr wie heute mit dem Dieselmotor, sondern samt Traktionsbatterie und dem ganzen e-Geraffel eben < 2200 kg... netto nix gewonnen.

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