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Reisebericht Über Ostern nach Stockholm


gnarz18 am 05 Mai 2018 17:38:24

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Wir brauchen ein Ziel für die Osterferien. Wieder auf die Insel nach England? Oder vielleicht in den Süden wie im letzten Jahr - da hatte es uns in die Toskana verschlagen. Nach kurzem Überlegen entscheiden wir uns, nach Schweden zu fahren, genau genommen nach Stockholm. Jedes Mal wenn wir in Schweden waren, sind wir an Stockholm vorbeigefahren, um möglichst schnell in den Norden zu kommen. Nun nehmen wir uns vor, ganz gemütlich durch Dänemark, Südschweden bis nach Stockholm fahren. Wir starten um vier Uhr am Gründonnerstag in Aachen und befürchten eine Stau-verseuchte Autobahn. Aber es läuft überraschend gut. Wir kommen problemlos durch das Ruhrgebiet, bis uns ein unfallbedingter Stau kurz vor Osnabrück gut eine Stunde Zeit kostet. Wir beschließen, es für heute bei der zurückgelegten Strecke zu belassen und befragen unser Navi nach einem nahen SP. Fündig werden wir in Westerkappeln. Der SP befindet sich neben dem Schwimmbad und bietet offiziell Platz für zwei Womos. Der Platz liegt ruhig, bietet allerdings keinen Strom oder Entsorgungsmöglichkeit. Nur die ebenfalls dort stationierte/n Feuerwehr/Notärzte sorgen im Falle eines Einsatzes leider auch mitten in der Nacht kurzzeitig für ein wenig Unruhe.

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Stellplatz in Westerkappeln

Wir gehen ins nahe Westerkappeln zum Essen. Besonders groß ist der Ort nicht und auch die gastronomische Auswahl ist jetzt nicht so riesig, aber es reicht und wir essen gut. Am nächsten Morgen kommen wir kurz nach acht vom SP weg und fahren weiter Richtung Norden.
Nach längeren Staus vor Bremen und Lübeck haben wir am frühen Nachmittag keine Lust mehr auf Weiterfahren und beschließen, uns das nahe Neustadt i.H. anzusehen. Das Wetter ist schön, wenn auch recht kalt. Der SP im Vorort ist brechend voll und so finden wir einen Platz für die Nacht auf einem der zahlreichen CPs. Man merkt, dass der Winter gerade seinen Abschied nimmt, die Stellflächen sind alle super nass und das Gras noch braun. Vom CP geht es immer schön am Wasser entlang bis in die Innenstadt von Neustadt.

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immer am Wasser entlang geht es nach Neustadt i.H.

Das Wetter ist schön und so bleiben wir auch beim ersten offenen Cafe hängen, setzen uns in die Sonnen und trinken etwas. Es hängt irgendwie ein Hauch von Frühling in der Luft und die Leute genießen die ersten warmen Sonnenstrahlen.

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Später laufen wir dann noch ein wenig durch die Innenstadt von Neustadt. Nettes kleines Städtchen. Besonders weit haben wir es ja in den knapp eineinhalb Tagen nicht geschafft, gerade mal ein paar Kilometer nördlich von Hamburg. Wir kommen früh vom Platz und sind kurze Zeit später in Puttgarden. Ich schaffe es den freundlichen Herren am Kassenhäuschen davon zu überzeugen, dass unser Auto genau 5,99 Meter statt der im Fahrzeugschein angegeben 6,38 Meter ist. Er lacht nur und lässt uns weil Ostern ist für 5,99 Meter passieren.
Den Preis für die Überfahrt finden wir schon recht ambitioniert. Für den gleichen Preis fahren wir über den Kanal hin und zurück und die Strecke ist länger, aber man kann es ja leider nicht ändern.
Meine GG meint, dass es ein Kombipaket für die Routen Puttgarden-Rødby und Helsingør-Helsingborg gibt. Aber dafür hatten wir nicht genügend Vorbereitungszeit und evtl. muss man sich dabei auch an feste Abfahrtszeiten halten. Und das ist ja auch nicht unbedingt so unser Ding.
Eine gute dreiviertel Stunde später sind wir in Dänemark. Hier ist noch richtig Winter! Es ist kalt und auf den Feldern liegt noch ‘ne Menge Schnee. Wir halten direkt mal in Maribo an, laufen etwas durch die kleine Stadt, stöbern in ein paar Geschäften und besichtigen die alte Klosterkirche.

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Maribo

Es ist wirklich saukalt und wir sind froh, als wir wieder beim Auto sind. Wir fahren weiter zum südlichsten Punkt Dänemarks.
Viel zu sehen gibt es hier nicht aber im Sommer steppt hier wahrscheinlich der Bär. Darauf lässt zumindest die Anzahl der Parkplätze schließen, die es hier gibt. Außer ein paar Möwen, die in der aufgewühlten Ostsee nach Futter suchen, ist hier niemand anzutreffen.

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Das Museum hat geschlossen und auch sonst wirkt die Gegend ein wenig trostlos.

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das Museum ist leider geschlossen

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Leuchtturm an der Südspitze von Dänemark

Wir fahren weiter nach Marialyst. Hier soll es laut Reiseführer einen der schönsten Strände Dänemarks geben, und den wollen wir Paula natürlich nicht vorenthalten. Der Ort ist voll auf Tourismus eingestellt, es gibts Bars, Restaurants, Eisbuden und ein paar Geschäfte. Wir stärken uns erst mal mit einem landesüblichen pølser und spazieren dann zum Strand. Weder Paula noch wir können uns für den angeblich so schönen Strand begeistern und gehen wir relativ zügig zurück zum Auto. Da wir nun schon mal in der Nähe sind, können wir uns auch Møns Klint, die Kreidefelsen der der Insel Møn ansehen.

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Møns

Wir nisten uns auf dem CP Møns Klint ein. Der CP liegt strategisch günstig in der Nähe der Kreidefelsen, zudem verfügt der CP über ein kleines Restaurant und sehr gute Sanitäranlagen. Auch hier hat der Winter den Platz noch fest im Griff und wir haben Mühe, einen einigermaßen trocken Platz zu finden. Beim Einchecken warnt uns Ole, der CP Chef, dass von Polen her ein Schneesturm kommen würde, es jede Menge Neuschnee geben wird und er uns morgen dann mit dem Traktor rausziehen muss.
Ich kann das kaum glauben, unsere Wetter-App verspricht 4,5°C bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 10%. Ole möchte uns sicher schon am Vorabend mit einem Scherz in den 1ten April schicken. Am Abend gehen wir dann ins CP-eigene Restaurant. Das hätten wir uns allerdings durchaus sparen können, denn besonders gut schmeckt es nicht und das lokale Bier ist leider abgelaufen.
Um 23Uhr ist immer noch nichts vom Schneesturm zu sehen, die Temperaturen sind allerdings schon unter Null gefallen.

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über Nacht hat es mächtig geschneit

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manche finden es toll

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unser Schneemann

Ole behält Recht und am Morgen liegen locker 20-30cm Neuschnee. Damit haben wir dann doch nicht gerechnet. Paula findet es super und stürmt sofort im Schlafanzug in den Schnee. Wir frühstücken erstmal gemütlich und machen uns dann auf zu den Kreidefelsen von Møn.
Laut Ole soll der Weg nur zwanzig Minuten dauern, aber wir verlaufen uns mächtig.

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wir laufen los

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Die Kreidefelsen sind jetzt nicht so der Hit, zumindest nicht wenn man sie mit den White Cliffs of Dover oder den Klippen am Beachy Head vergleicht.

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Unsere Tochter beschwert sich, dass die Felsen gar nicht kreideweiß sind, sondern eher bräunlich. Und so erzählen wir Paula, dass schließlich noch keine Touristensaison ist und deshalb noch niemand die Felsen mit der Bürste weiß geschrubbt habe. Entweder ist sie mittlerweile zu alt für solchen Unfug oder sie stampft schon zu lange durch den tiefen Schnee - diese Geschichte glaubt sie uns auf jeden Fall nicht. Gegen Mittag zieht uns dann Ole - meine GG nennt ihn nur noch das Orakel - mit seinem Traktor aus dem Schnee bzw. Matsch. Ich probiere es erst gar nicht selbst. Am Morgen hatte unser Nachbar mit seinem dicken Benz die halbe Wiese umgepflügt und musste dann trotzdem raus gezogen werden. Und wir wollen nicht aus falschem Ehrgeiz die ganze Wiese zerstören. Wir halten noch kurz an der Elmelunde Kirke an und fahren dann immer weiter Richtung Norden nach Helsingør. Je weiter wir nach Norden kommen, desto weniger Schnee liegt auf den Strassen und Feldern.

Das Wetter wird sogar richtig schön. Für die Nacht quartieren wir uns in Dronningmølle ein. Der CP liegt nahe am Strand und das Dorf ist fußläufig zu erreichen.

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am Strand von Dronningmølle

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CP in Dronningmølle

Abends schlendern wir ins Dorf und besuchen den ortsansässigen Italiener. Der ist gar nicht mal schlecht, aber die dänischen Preise sollte man beim Genießen des guten Essen verdrängen.

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es gibt sogar einen schönen Sonnenuntergang

Am nächsten Tag geht es endlich nach Schweden. Hier wird für die 25-minütige Überfahrt ein ambitionierter Betrag von 755 DKK fällig. Bei der Einreise nach Schweden werden wir, wie auch schon bei der Einreise nach Dänemark, vom Zoll kontrolliert. Das kostet ein wenig Zeit, aber jetzt um diese Jahreszeit es hält sich noch im erträglichen Rahmen.
Kaum haben wir Helsingborg verlassen, wird der Verkehr deutlich weniger und die Umgebung immer ländlicher. Hier in Schweden liegt noch richtig viel Schnee und die alle Seen und Tümpel sind noch zugefroren. Unser heutiges Ziel ist Öland, die schmale langgezogene Insel vor der Südostküste Schwedens.

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es liegt noch viel Schnee in Schweden

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freie Fahrt

Das Vorankommen ist ein wenig mühsam, dauernd wechseln sich Strecken mit 70/80/90 km/h ab. Und dann hat man noch LKWs oder sonstige Schnarchnasen vor sich, die wenn 70 beschildert ist 50 fahren und bei 90 70. Irgendwann sind wir an der eindrucksvollen Brücke nach Öland angekommen. Also Brücken bauen können die Schweden.

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Öland-Brücke

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Auf der Insel halten wir uns in südlicher Richtung und machen unseren ersten Halt am Karlevistenen. Es handelt sich um ein bedeutsames Exemplar unter den Runensteinen, da hier die einzige runische Aufzeichnung einer Skaldenstrophe im Dróttkvætt-Versmaß gelesen werden kann/könnte.

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Karlevistenen

Öland ist von Landwirtschaft geprägt und erinnert uns ein wenig an das flache Ostfriesland. Über 400 alte Mühlen soll es auf der Insel geben und tatsächlich sieht man diese kleinen Bockmühlen fast überall rumstehen.

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über 400 dieser alten Windmühlen soll es auf Öland geben

Als nächstes besuchen wir das Gräberfeld in Gettlinge. Mit über 200 Gräbern ist es eines der größten Gräberfelder Ölands und hat eine Länge von fast zwei Kilometer.

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Gräberfeld in Gettlinge

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Obwohl die Sonne scheint, ist doch empfindlich kalt und so langsam müssen wir uns um einen Schlafplatz kümmern. Fündig werden wir am Hafen von Grönhögen. Ein wirklich toll gelegener SP, direkt am Wasser mit Duschhaus, Toiletten und einer interessanten VE. Hier haben wir auch das einzige Mal Probleme, dass wir kein schwedisches Bargeld dabei haben.

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SP in Grönhögen

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Unseren ganzen Urlaub über haben wir keine einzige dänische oder schwedische Krone in Bargeld Form ausgegeben, alles funktioniert hier bargeldlos mit Karte bzw. NFC. Nur leider ist hier am SP der Kartenleser vom Hafenmeister defekt, der nächste Geldautomat 35 km entfernt und im örtlichen Shop wollte man uns wegen unserer deutschen Karte kein Bargeld geben. Wir haben uns dann mit dem Hafenmeister auf 12€ geeinigt, unser letztes Bargeld.

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Sonnenuntergang am SP in Grönhögen

Leider startet der nächste Tag mit kaltem Wetter. In der Nacht hat es gefroren und der Himmel sieht stark nach Schnee aus. Wir fahren zum Långe Jan, dem Leuchtturm an der Südspitze von Öland.

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Karl X Gustafs mur --> Link

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Långe Jan --> Link

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Öland

Das ganze Gebiet um den Leuchtturm wird von Ornithologen okkupiert und es befindet sich eine große Vogelbeobachtungsstation direkt neben dem Leuchtfeuer. Die Vogelbeobachter, alle schwer bewaffnet mit riesigen Leitz-Fernrohren, haben mit beträchtlichem Tamtam in ihren Fangnetzen ein Wintergoldhähnchen gefangen. Das erfreut sie mit großer Freude und stolz präsentieren sie uns 6g wirklich niedliches Vögelchen. Wie sich dann herausstellt wurde der kleine Tuppes aber heute schon zum zweiten Mal gefangen, er war gerade vor ca. einer Stunde erst gewogen und beringt worden. Er wird schnell wieder in die Freiheit entlassen.
Uns ist es zu kalt und wir müssen so langsam auch weiter Richtung Norden. Wir halten noch kurz bei der alten Wikingerburg Eketorp Borg an. Leider ist auch hier noch Alles geschlossen. Man kann zwar in die rekonstruierte Festung hinein, aber alle Gebäude sind verschlossen. Zudem fängt es auch kräftig an zu schneien.

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Wikingerburg Eketorp Borg

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Wir verlassen Öland und fahren weiter Richtung Norden.

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es schneit

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Ölandbrücke

Je weiter wir nach Norden kommen, desto besser wird das Wetter und als wir am frühen Abend Stockholm erreichen, scheint sogar die Sonne. Zuerst versuchen wir es bei dem schon von weitem ausgeschilderten CP in Bredäng. Wir stehen allerdings vor verschlossenen Toren. Das ärgert uns ein wenig, da im Infoblatt keine Winterschließungszeiten angegeben waren. Wir fahren weiter zum geöffneten CP in Ängby. Auf dem Weg von Bredäng nach Ängby wird City-Maut fällig. Die anfallenden Beträge werden auf den Verkehrsschilder angegeben und sind erträglich. Die Bezahlung erfolgt dank gefilmter Autokennzeichen automatisch per postalischer Zustellung einer Zahlungsaufforderung. Die Plätze auf dem CP sind eine einzige Matschgrube und ich bin skeptisch, ob ich ohne Hilfe wieder vom Platz komme. Aber damit kann man sich ja beschäftigen, wenn es akut wird.
Wir buchen uns sofort für zwei Nächte ein. Der Platz liegt schön nahe an einem See, der allerdings noch zugefroren ist. Das verleiht Paulas Schwimm -und Badeaktion natürlich einen herben Dämpfer. Aber so ist das halt im Norden um diese Zeit. Es sind wenig bis gar keine Touristen auf dem Platz, die meisten Bewohner sind Handwerker oder Monteure.

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CP in Ängby

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hier kann man nicht schwimmen :(

Am nächsten Morgen geht es dann zeitig mit der U-Bahn rein nach Stockholm. Der Bahnhof liegt gute 700 Meter vom CP entfernt, ist also gut zu Fuss zu erreichen. Die Fahrt dauert knapp eine halbe Stunde und schon ist man im Zentrum von Stockholm. Leider ist das Wetter ziemlich mies, es ist kalt und ab und zu regnet es heftig. Zuerst schauen wir uns das alte Gamla Stan mit seinen engen Gassen an. Es gefällt uns wirklich gut, die engen Gassen mit ihren Kneipen und Geschäften.

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Irgendwann kommen wir dann an das Parlament und in die Haupteinkaufsstraße, die Drottinggattan.

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Hier herrscht eine moderne Architektur vor, wie sie in jeder größeren Stadt zu finden ist. Wir gehen in einem der vielen Cafes etwas trinken. Irgendwie ähneln sich diese Kaffeeketten-Cafes alle. Der Kaffee schmeckt nur mittelmäßig (meine GG als Kaffeevieltrinkerin meint sogar, er wäre eher ungenießbar), die Toiletten sind von geringer Anzahl und außerordentlich dreckig. Die meisten Gäste sind Jugendliche, die eigentlich nur hier rumsitzen, weil es kostenloses WLAN gibt. Wir schlendern durch die Geschäfte, was Paula - zum Entsetzen meines Portemonnaies - immer mehr Spaß macht. Wobei uns die schwedischen Preise im allgemeinen deutlich angenehmer erscheinen als die dänischen. Ein Bekannter, der jahrelang hier in Stockholm gelebt hat, meint: wenn man in Stockholm ist, muss man unbedingt ins Vasa Museum gehen. Da wir eine Tageskarte für den öffentlichen Nahverkehr haben, dürfen wir auch die öffentlichen Fährschiffe benutzen und so spazieren wir von der Einkaufsstraße am Parlament vorbei bis zur Anlegestelle der Djurgården Fähre in Slussen. Das Schiff hat gerade angelegt und wir sputen uns, an Bord zu kommen. Keine 1/4 Stunde später sind wir dann auch schon auf der anderen Seite und in der Nähe vom Vasa Museum.
Paula interessiert der Freizeitpark am Fähranleger mit seinen Achterbahnen zunächst mehr, aber dieser hat zum Glück noch geschlossen. Das Vasa Museum ist ein eindrucksvoller Betonbau und gut besucht. Wir betreten den leicht schummrigen riesigen Raum, in dem die Vasa ausgestellt ist.

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Vasa --> Link

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den Opfern der Tragödie hat man ein Gesicht gegeben

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früher war das Schiff richtig bunt

Der einstige Stolz der schwedischen Marine ist schon beeindruckend - auch wenn die Geschichte der Vasa eher tragisch ist. Nach heutigen Erkenntnissen ist die Vasa eine einzige Fehlkonstruktion, was sich bei der Jungfernfahrt 1628 nach weniger als einer Seemeile zeigte. Das Schiff kenterte aufgrund einer starken Böe noch im Stockholmer Hafen und riss über 50 Menschen in den Tod. 333 Jahre später konnte 1961 das Schiff ziemlich unversehrt aus dem Hafenbecken geborgen und in den folgenden Jahren restauriert werden. Das Museum ist spannend gemacht und auch für Kinder sehr interessant. Der Museumsbesuch hat hungrig gemacht und wir brauchen dringend Stärkung. Inzwischen hat es stark angefangen zu regnen und so nehmen wir das erste Schiff zurück nach Södermalm.

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das Wetter könnte besser sein

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die engste Strasse Stockholms, die Marten Trotzigs grand

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Eigentlich wollten wir noch mit dem Schiff eine Hafenrundfahrt machen, aber bei dem Wetter mit Null Sicht lassen wir das. In dem netten kleinen Café Tårtan in der Hornsgatan bekommen wir ein leckeres Mittagessen und auch hier wird Alles mit Karte gezahlt. Die Schweden scheinen das Bargeld schon weitgehendste abgeschafft zu haben. Paula möchte noch einmal nach Gamla Stan zum Shoppen und so laufen wir wieder zurück in die Altstadt. Es wird langsam dunkel und die nun angehenden Lichter verleihen der Altstadt einen besonderen Charme. Wir laufen durch die Geschäfte, kaufen den ein oder anderen Nippes, den Paula ihren Freundinnen mitbringen möchte, und finden anschließend sogar ein Restaurant wo man einigermaßen günstig und schmackhaft essen kann. Um halb elf abends nehmen wir schließlich die Bahn zurück zum CP und fallen dort dann sofort geschafft ins Bett. So ein Tag Stadtbesichtigung ist schon anstrengend. Der nächste Morgen startet mit Regen und wir machen uns zeitig auf. Wir fahren Richtung Küste und möchten einen Blick auf den berühmten Schärengarten erhaschen.

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das Wetter ist wirklich suboptimal

Aber bei dem Wetter und null Aussicht ist der Ausflug nicht besonders toll, im Sommer bestimmt eine schöne Gegend. Wir beschließen so langsam wieder Richtung Süden zu fahren und je weiter wir nach Süden kommen, desto besser wird das Wetter. Als wir den Vättern, den zweitgrößten See Schwedens, passieren, ist es sogar richtig schön und die Sonne scheint.

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im Süden ist das Wetter besser

Wir schauen uns den Rök-Runenstein an und besuchen die nahe Alvastra Klosterruine. So richtig beeindruckend ist die Ruine nicht. Aber in Skandinavien gibt es ja sowieso wenig Baudenkmäler aus dieser Zeitepoche, da wohl damals schon vorwiegend mit Holz gebaut wurde.

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Rök-Runenstein

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Alvastra Klosterruine

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Für die Nacht stellen wir uns am nahen Omberg auf den Wanderparkplatz.

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SP am Omberg

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dicke Wolken über dem Vättern

Auch am einsam gelegenen Parkplatz kam abends kein Elch aus dem Wald, um auf der angrenzenden Wiese nach dem Rechten zu sehen. So fahren wir am nächsten Tag nach Elinge in den Älgpark. Die Tiere lassen sich füttern und streicheln, aber so das richtige Wau-Erlebnisse wie eine Begegnung in freier Natur ist es natürlich nicht. Beeindruckend sind die Tiere aber auf jeden Fall. Die Haltung der Tiere in einem Gehege halten wir schon irgendwie für grenzwertig und der ein oder andere Elch scheint schon einen Hospitalismus entwickelt zu haben.

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die Tiere können einem schon ein wenig leid tun

Nach der tierischen Besichtigung fahren wir sofort zur Fähre und sind um kurz vor vier wieder in Dänemark. Einen Platz für die Nacht finden wir auf dem CP in Roskilde. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel durch die nette kleine Stadt steht natürlich noch Paulas Schwimmgang auf dem Programm. Geht ja gar nicht - ein Urlaub ohne Schwimmen!

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soll ich oder soll ich nicht?

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vom Steg geht es dann leichter

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Roskilde

Der Urlaub neigt sich dem Ende zu und am nächsten Tag geht es über Rødby wieder zurück nach Deutschland. Unsere letzte Nacht verbringen wir in Bremen auf dem SP “Am Kuhhirten”. In Bremen ist schon richtig Frühling, es ist warm und eine Menge Leute sind mit dem Fahrrad unterwegs oder liegen an der Weser in der Sonne und trinken Bier. Wir schlendern durch Bremen und finden ein nettes Restaurant in Bremens Schnoorviertel.

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unseren letzten Abend verbringen wir in Bremen

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Ohne großartigen Stau, wir hatten schon Bedenken wegen des Rückreiseverkehrs, sind wir am nächsten Tag dann nach gut vier Stunden Fahrt wieder zurück in Aachen.


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Julia10 am 05 Mai 2018 18:45:33

Gelesen habe ich Deinen Bericht noch nicht, aber schon allein die Fotos sind phantastisch.

Super gemacht, vielen Dank :!:

P.S. Lese später nach :D

leoline am 05 Mai 2018 19:47:24

Ein sehr schöner Bericht, vielen Dank! Wir waren erst einmal in Schweden, hatten aber Glück mit dem Wetter. Es gibt da noch soviel zu sehen, wir werden sicher auch wieder hinfahren. Ein paar Ideen haben wir ja nun bekommen :lol: .

frankjasper8 am 05 Mai 2018 20:45:26

Auch von mir ein liebes Dankeschön für´s Mitnehmen. :)

Durch diesen schönen Reisebericht und die tollen Fotos habe ich einen weiteren Einblick in die Gegend Dänemarks und Schwedens erhalten. Selbst war ich da nämlich noch nicht! :)
Und dennoch habe ich auch Bekanntes in dem Bericht entdeckt. In Neustadt/Holstein und in Bremen war ich ja nämlich selbst auch schon. :)
Schön ist nur leider das Wetter nicht. Ich wollte eigentlich keine Winter- und Schneebilder mehr sehen. :eek:

Na ja, das Wetter kann man sich nun mal nicht aussuchen...

Guenni3967 am 05 Mai 2018 21:01:44

Moin gnarz,
sehr netter Reisebericht mit tollen Bildern. War Deine Tochter wirklich in der Ostsee zum schwimmen?

tztz2000 am 05 Mai 2018 21:39:28

Toller Bericht und super Fotos.... klasse gemacht Michael! :top:


Ach so.... Møns Klint sind auch im Sommer bräunlich.... leider! :twisted:

;D

TiborF am 06 Mai 2018 08:24:35

Boah seid ihr mutig gewesen, über Ostern in den hohen Norden zu fahren. Aber ihr wurdet belohnt und konntet wunderbare Fotos machen.
Ein toller Reisebericht, dafür bekommt ihr gleich eine super positive Bewertung von mir.

TiborF am 08 Mai 2018 19:40:17

Ich wundere mich ein bisschen, warum hier kaum einer was dazu schreibt. Da hat sich der Themenersteller so viel Mühe gegeben mit dem Bericht und den vielen wunderschönen Fotos ........

Deshalb schubse ich diesen Reisebericht einfach nochmal hoch. Ich bin immer so dankbar, wenn die User sich die Mühe machen und uns ihre Urlaubsfotos zeigen. Und das ist wahrlich sehr viel Arbeit, diese Fotos alle hier einzeln reinzuladen.

Nochmal herzlichen Dank für diesen schönen Reisebericht.

reisemobil.online.cx am 08 Mai 2018 20:00:03

Toller Bericht mit tollen Fotos!
D A N K E !
Direkt mal positiv Bewertet!

AngeloMichel am 08 Mai 2018 22:49:54

Auch ich bedanke mich. Die Bilder sind spitze!
Hut ab!!!

alzu am 09 Mai 2018 08:50:03

Hallo,
DANKE für den wunderbaren Reisebericht und die tollen Fotos. Baden in der Ostsee wäre nichts für mich, der Rest schon :D .
Auf jeden Fall hat Dein Beitrag ein + verdient!

Grillolli am 09 Mai 2018 09:05:24

Auch mal Danke sagen ...
Toller Bericht und schöne Fotos :top:

Gruß Olli

Lancelot am 09 Mai 2018 10:24:26

Sehr schöner Bericht über eine Reise zur Nicht-Saison !
(irgendwie ist ganz Schweden von OKT - MAI nahezu geschlossen :( )
Wie immer : mit tollen Fotos unterlegt .. :gut:

:dankeschoen:

kukeulke am 09 Mai 2018 10:47:10

Vielen Dank für diesen Bericht. Schweden ist für uns bislang
noch komplett "terra incognita". Das hat Dein Bericht aber
schon ein bisschen geändert ...
... und erst die Bilder! Du hast einen sehr guten Blick für
Motive und bearbeitest Deine Bilder dann auch noch
hervorragend nach. Mein (+) ist Dir sicher.

Chapeau!

TheWall am 09 Mai 2018 13:27:24

Wirklich ein schöner Reisebericht mit tollen Bildern. Bisher hat mich der Norden nicht gereizt, aber je mehr ich hier im Forum lese, desto mehr Lust bekomme ich auf eine Tour in die Richtung :ja:
Mal eine Frage am Rande, seid ihr dann mit Winterreifen los gefahren?

LG

gnarz18 am 09 Mai 2018 19:28:08

Hallo Zusammen,
vielen Dank für das reichliche Lob.

Natürlich war Paula im Wasser der kalten Ostsee, wobei es längst nicht so kalt war wie auf den Äußeren Hebriden über Weihnachten/Neujahr. :D
Wir sind mit Winterreifen unterwegs gewesen und im Backup hatten wir sogar Schneeketten dabei – wir hatten da mal so ein Erlebnis im schottischen Winter 2014/2015: --> Link

In Schweden ist um diese Jahreszeit touristisch wirklich nichts los, was auf der einen Seite natürlich auch einen gewissen Charme hat und die Stellplätze sind noch leer.

Grüße
Michael

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