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Das Gogolobil unterwegs nach russ Karelien, Lappland 2018 1, 2, 3, 4, 5, 6


Gogolo am 21 Mai 2018 11:15:52

Wir planen über St. Petersburg nach russisch Karelien zu fahren und dann nach Norden ans Eismeer bei Murmansk. Anschließend langsam und gemütlich, kreuz und quer durch Lappland (FIN, N, S).


Es ist schon eine geraume Zeit seit meinem letzten Reisebericht vergangen. Nicht dass wir in dieser berichtslosen Zeit nicht mit dem Gogolobil zu schönen Zielen gereist sind, sondern wir haben Reisen zu Zielen unternommen über die ich schon früher berichtsmäßig geschrieben habe. Wir waren sozusagen "Wiederholungstäter". Unter anderem waren wir zum zweiten mal in Marokko zur Überwinterung, zum zehnten (und letzten) mal auf Island, in den Thermen von Ungarn und in der Cinque Terre in Ligurien. Es war darüber nichts neues zu berichten (und demzufolge auch keinen Reisebericht wert), wenn man davonabsieht, dass die wunderschöne Insel Island mittlerweile total touristisch überlaufen ist und dadurch ein gesetzliches Verbot besteht außerhalb von Campingplätzen zu übernachten. Dann macht es uns wirklich keinen Spaß mehr, wir fahren definitiv nie wieder nach Island auch wenn es uns in der Seele weh tut, zusehen zu müssen wie diese Insel touristisch "den Bach hinunter geht".

Aber zurück zur jetzigen Reise, mit der wir für uns wieder Neuland betreten. Wir planen über St. Petersburg nach russisch Karelien zu fahren und dann nach Norden ans Eismeer bei Murmansk. Dieser russische Teil erfolgt im Rahmen einer organisierten Reise. Dazu im Laufe der Berichte mehr. Ab Murmansk fahren wir dann wieder ganz ohne "Begleitung" alleine durch die Weiten Lapplands (Schweden, Norwegen, Finnland). Die gesamte Reise wird von Mitte Mai bis Mitte September dauern und die Reiseberichte werden entsprechend den Internetmöglichkeiten und den Begebenheiten auf der Reise an Euch geschickt. Schwerpunkte der Reise und demzufolge auch der Berichte werden russisch Karelien und Lappland sein.


Jetzt geht es los:



das Gogolobil ist gut gerüstet für den Sommer (3-4 Monate) im Hohen Norden, in russische Karelien und Lappland und wurde einigermaßen "mückensicher" gemacht. Wahrscheinlich werden uns aber trotzdem Millionen diese kleinen Plagegeister überfallen und unser tolles bayerisches Blut zuzzeln wollen. Mückenschutzmitteln sind in genügender Anzahl und Spezifikation an Bord. Die Vorratskiste ist mit unseren Lieblings-Gewürzen und sonstigen guten Sachen – die es im Ausland nicht gibt - gefüllt und wird wohl lange reichen. Wir kochen aber normalerweise nicht mit unseren Vorräten sondern kaufen gerne regionale Spezialitäten ein und probieren Neues aus. Sonst könnten wir ja gleich zuhause bleiben...

Mensch und Maschine haben einen Vollcheck erhalten: alles im grünen Bereich. Die Vorderräder erhielten dabei neue Bremsbeläge und der jährliche TÜV wurde (fast) problemlos übertstanden. Nur der Erste-Hilfe-Kasten hatte sein Haltbarkeitsdatum überschritten. Auch ist die mitgenommene Ausrüstung ist Reise-Ländern und der Reisezeit angepasst worden. Wir werden gerade im Hohen Norden möglichst abseits von Campingplätzen und Stellplätzen sehr viel frei stehen weshalb wir diesesmal auch unser kleines, leises Notstromaggregat im Gepäck haben. Wir möchten bei einem längeren Aufenthalt auch mal gerne über Satellit die neuesten Nachrichten im Fernsehn ansehen und auch bei bewölktem Himmel ohne Solarstrom nicht mit der Energie geizen müssen. Ach ja, ein neuer DVBT2-Reciever musste auch angeschafft werden, denn der alte Reciever hat den Geist aufgegeben. Und auch der zweite Reservereifen am Heck des Gogolobils kommt wieder mit auf die Reise. Mann/frau weiss ja nie...


Wie üblich werden unsere Tagesetappen – schon bei der Anreise - grundsätzlich nicht über 300km sein. Wir sind ja nicht auf der Flucht und schon am frühen Nachmittag möchten wir auf unseren Nachmittagskaffee irgendwo in Ruhe an einem schönen Ort geniessen.


Die Reiseberichte gibt es normalerweise wöchentlich oder bei besonderen Vorkommnissen. Die Übermittlung der Berichte ist aber natürlich stark abhängig davon, wie ich mit dem Rechner ins Internet komme. Dies dürfte insbesondere in den Wäldern von russisch Karelien und in der Taiga Lapplands ein Problem sein. Ich bin echt neugierig wie dort die Internet- und WLAN-Dichte ist.

Damit ihr eine Vorstellung vom Verlauf unserer Reise habt, so schaut unsere derzeitige Grobplanung aus:




Die gelben Linien sind ein Teil unserer bisherigen früheren Reisen, die rote Linie ist die Planung für diese Reise. Die Punkte entsprechen Fährfahrten. Selbstverständlich ist die Planung nicht endgültig sondern kann sich durchaus sowohl grundsätzlich als auch im Detail noch ändern. Einiges wird auf dieser Tour bekannt sein, vieles (das meiste) dagegen wird für uns wieder Neuland bedeuten. Besonders Russisch-Karelien ist für uns noch ein ungeschriebenes Buch, und wir sind neugierig auf diese Gegend.

Die Tage vor dem geplanten Reisestartvergehen quälend langsam. Ich zähle schon die Tage! Aber noch hemmen uns ein paar wichtige Termine,sowohl bei den Ärzten (nichts ernstes, nur Vorsorge- oder Kontrolluntersuchungen) als auch wichtige Termine zur Pflege unserer sozialen Kontakte in der Familie und bei Freunden. Wir sind ja dann wieder ein paar Monate nicht zu Hause...

Am Tag vor Reisebeginn musst noch das Gogolobil vollständig eingeräumt werden. Und da passierte es: neben dem Fahrzeug ist ein Grünstreifen und dort musste ich einen Meter rückwärts gehen. Es kam wie es kommen musste: ich stolperte und fiel mit Hintern und Rücken auf den Grünstreifen. Mir tat alles weh und ich konnte mich nur unter Schmerzen bewegen. Ich räumte zwar noch das Fahrzeug ein, aber die Schmerzen wurden stärker. Am späten Nachmittag ging ich dann zur Notaufnahme ins Krankenhaus. Viele Patienten warteten schon auf ihren Termin. Nach einer Wartezeit von über zwei Stunden kam ich endlich dran. Ultraschall für die inneren Organe und Röntgen wegen der Wirbelsäule. Dann die erlösende Diagnose des netten Arztes: es ist „nur“ eine Prellung der Wirbelsäule. Ich werde wohl noch 2-3 Wochen Schmerzen haben, meinte er. Gottseidank ist aber der Beginn der Reise nicht gefährdet.


Am Abfahrtstag noch ein letzter Check, ob nichts wesentliches vergessen wurde - jetzt geht es endlich los! Von Rosenheim über den Irschenberg, zuerst auf der Autobahn A8 dann auf der A99 an München vorbei und letztlich auf der A9 immer Richtung Norden. Diesen Weg sind wir schon sehr oft gefahren, aber noch nie haben wir schon so früh unsere erste Übernachtungsstation gewählt. Und es reicht mir auch wegen des Rückens. An der Ausfahrt Hilpoldstein haben wir nach einer Tagesetappe von 209km die A9 verlassen und sind zum Main-Donau-Kanal gefahren. Dort befindet sich ein Wohnmobil-Stellplatz direkt am Kanal mit nettem Blick auf vorbeifahrende Schiffe (GPS: N49°12'16,1" O11°11'18,1"). Strom gibt es am SP nicht. Auch Wasser und Abwasser müssen wo anders entsorgt werden, und zwar am nahegelegenen Wohnmobilstellplatz Heuberg (GPS: N49°12'34,4" O11°11'8,7"). Die günstige Gebühr von 6€/Tag für den SP am Wasser wird von einem städtischen Bediensteten am Abend eingesammelt und der Beleg gilt auch für den Bezug von Frischwasser und die Entsorgung des Abwassers am SP Heuberg. Zum Abendessen gibt es eine selbstgemachte (Lieblings-)Suppe: Karottensüppchen mit Ingwer und Zimt. Wirklich echt gut! Das Rezept habe ich bei einer Schiffskreuzfahrt bei dortigen Chefkoch ergattert. Wenn jemand das wirklich einfache Rezept haben möchte – eine kurze Mitteilung an mich genügt.









Am nächsten Tag geht es weiter, und zwar in zwei Etappen. Die erste Etappe führt uns vom SP an Nürnberg vorbei 71,7km bis zur Brennerei Peterhof (--> Link) südlich von Ebermannstadt in der fränk. Schweiz (GPS: N49°41'59,0" O11°11'21,2"). Dort probieren (ganz wenig, weil ich noch fahren muss) wir einige köstliche Schnäpse und kaufen solche (Walnussbrand, alte Birne, Blutwurz und ) auch ein. Es gibt zwar im südlichen Ort einen Parkplatz wo man auch gut mit dem Wohnmobil übernachten könnte (GPS: N49°41'53,5 O11°11'27,2") aber wir fahren kurz entschlossen 37km weiter nach Hochstahl zum Brauerei-Stellplatz der Familie Reichold (GPS: N49°53'3,7" O11°15'59,3"). Diesen SP kennen wir schon von einigen Aufenthalten und wir wissen, dass wir im Gasthof sehr gut essen können (knuspriges fränkisches Schäuferle mit Klös und Sauerkraut für 9€). Gottseidank haben wir bei unserer Ankunft gleich die Schäuferle vorbestellt, denn schon kurze Zeit später waren diese fränkischen Köstlichkeiten ausverkauft. Die Stellplatzgebühr beträgt 8€ und der Strom kostet 2€. Eine Flasche Bier aus dem Getränkeautomat im Vorraum des Sanitärgebäudes kostet nach wie vor konkurrenzlose 1€! --> Link







Gleich in der Nähe kann man mit einer kleinen halbstündige Wanderung die Kathi-Bräu erreichen (GPS: N49°52'45,0" O11°14'41,1"). Als die alte Kathi noch lebte war dies die kleinste Brauerei Deutschlands (1 Person = Kathi) mit selbstgebrautem dunklen Bier, selbstgebackenem Brot und Geräuchertem. Kathi lebt leider nicht mehr, aber die Nachfolger brauen immer noch dieses dunkle, würzige und süffige Bier. Selbst ein Radler mit diesem Bier ist ein wahrer Genuss. Kathi-Bräu ist ein beliebter Treffpunkt der Biker und am Wocheende ist dort echt die Hölle los.

Auf dem großen Parkplatz bei der Brauerei könnte man sicher mit dem Wohnmobil auch übernachten, wenn man danach höflich frägt und im Gasthof etwas verzehrt. Allerdings gibt es dort keine Ent- und Versorgung für das Mobil. Und natürlich auch keinen Strom. Aber am Abend nachdem die Gaststätte geschlossen hat, herrscht dort himmlische Ruhe. Diese Ruhe hatten wir allerdings auch beim Stellplatz von Reichold genossen.





Zu erwähnen ist auch der beliebte und bekannte Brauereien-Wanderweg in der Umgebung. 14 km lang, 4 Stunden Gehzeit, 4 Brauereigasthöfe mit 2 Stunden Einkehrzeit und 2 Schlösser liegen am Weg. Nach erfolgreicher Wanderung bekommt mann/frau die Ehrenbiertrinker-Urkunde!!!


Nach dem SP in der schönen fränkischen Schweiz fahren wir nach Hammelburg. Dort stehen wir immer, wenn wir in Ricchtung Norden unterwegs sind, auf dem stadtnah gelegenen Stellplatz Bleichrasen am Ufer der Saale (GPS: N50°6'49,9" O09°53'18,3"). Hammelburg ist ein recht nettes Städtchen mit allerlei Sehenswürdigkeiten. Hammelburg ist auch der älteste Weinort Deutschlands. Hier bleiben wir für zwei Nächte, denn am zweiten Tag, dem "Ruhetag", habe ich Geburtstag und da möchte ich nicht fahren sondern ausspannen und geniessen. Hammelburg und der SP bieten sich dafür an.










Mein Geburtstag beginnt mit einem großen Frühstück wie ich es mag. Die Auswahl ist riesig: Tee, Saft, Brötchen (der Bäcker ist fußläufig gleich in der Nähe), Butter, Ei, Wurst, Käse, Fisch und Marmelade/Honig.


Von Hammelburg aus wollten wir eigentlich nach Hiuldesheim-Holle zum dortigen CP Seecamp fahren, aber als wir ankamen war gerade für zwei Stunden Mittagsruhe. Also: auftanken und noch ein Stück weiterfahren bis zum CP Birkensee bei Laatzen (GPS: N52°18'13,5" O9°51'45,3"). Der Platz ist sehr weitläufig undschön gelegen. Die nahe Autobahn hat nachts überhaupt nicht gestört.





Am Freitag ist immer in Brauer's Aalkate bei Rade (Rendsburg) ein großes Fischbuffet zum Preis von 18,50€/Person. Sehr zu empfehlen, wenn man gerade dort ist. Und vom dortigen Parkplatz kann man sehr schön "Schiffe gucken". Von den ganz kleinen Schiffen bis zu den großen Tankern, sogar ein großes Passagierschiff, die "MS Amadea"
kam dort vorbei.
















Die nächste und letzte Etappe ging dann nur 130km weit nach Lübeck-Travemünde um dort auf die Fähre nach Finnland zu warten. Am Rande eines knallgelben Rapsfeldes standen wir sehr schön und ruhig, nur einige Vögel in den Bäumen „lärmten“. Die Fähre geht erst um 03:00 Uhr in der Nacht, eine unchritliche Zeit, wenn man zum einchecken schon ein paar Stunden vorher dort sein soll. Abert was soll's...








PS zum Wetter: bisher bestes Frühlingswetter ohne wesentlichen Regen.


Nach Ankunft in Finnland werde ich das nächste mal berichten. Bis dahin viele Grüße in die Heimat.



Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 21 Mai 2018 23:27:07

Das Warten auf die Fähre ist echt ätzend. Noch knapp 4 Stunden bis zur Abfahrt.


Habe die Ehre

Gogolo

jorgito am 22 Mai 2018 00:10:28

.....das ist wirklich eine unchristliche Abfahrtszeit mit der Fähre :(

luebars0 am 22 Mai 2018 00:15:31

Hallo Gogolo,

schön, dass es wieder mit den tollen Reiseberichten und den Fotos los geht. Wir freuen uns, mit Euch mitreisen zu können und auf Tipps von Euch. Wir beabsichtigen, eine ähnliche Tour im nächsten Jahr zu machen.

Wenn wir in der Nähe sind besuchen wir - Dank Deiner Empfehlung - Brauer‘s Aalkate und waren jedesmal vom Essen begeistert.

Wir wünschen Euch eine schöne Reise. Passt auf Euch auf und bleibt gesund.

Viele Grüße

Detlev und Erika

Beduin am 22 Mai 2018 06:29:15

Ich freu mich das du wieder schreibst :) und wünsche euch eine schöne, Stress- und Pannenfreie Reise

Duc1302 am 22 Mai 2018 06:56:44

Ich wünsche eine gute, unfall- und pannenfreie, Reise und begleite euch virtuell.

Lancelot am 22 Mai 2018 07:03:43

Setze Lesezeichen :)
Freu mich auf Eure tolle Reise, bedanke mich jetzt schonmal für den Bericht ... :gut:

kedi3001 am 22 Mai 2018 07:04:44

Hallo Gogolo,

ich freue mich auch schon sehr auf deine Berichte und fahre gerne mit.

LG
Conny

HHolzwurm am 22 Mai 2018 07:17:26

Klasse es geht wieder los ich freu mich auf die tollen Berichte und zudem verkürzt es die Zeit bis zu unserem Sommerurlaub merklich.............. das Fernweh wird schon langsam schlimmer :ja:

19grisu63 am 22 Mai 2018 07:41:02

Da steige ich doch gerne wieder zu und reise ein wenig mit :ja:

Ich wünsche Euch eine gute Reise, bleibt gesund und berichtet regelmäßig 8)

Julia10 am 22 Mai 2018 07:47:01

Endlich mal wieder etwas Neues von GogoLo. Bin seeeehr gespannt auf Euren Reisebericht und lese gerne hier mit. Gute Fahrt und viele große und kleine Abenteuer.

christiancastro am 22 Mai 2018 07:59:33

Auch ich lese gerne mit und Wünsche eine gute Reise.

Tuppes am 22 Mai 2018 08:28:20

Lieber Gogolo,
noch nachträglich: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Ich wünsche Euch eine wunderschöne und interessante Reise, schönes Wetter und eine pannenfreie Fahrt.
Jetzt weiß ich, dass ich in den nächsten Monaten immer wieder Interessantes hier lesen darf und freue mich auch schon "wie Bolle" auf die kommenden Bilder und Berichte.
Erhard (Tuppes)

Canadier am 22 Mai 2018 08:55:57

Auch ich steige gerne mit zu und freue mich auf einen spannenden RB.

uschi-s am 22 Mai 2018 09:11:41

Ich wünsche eine gute Fahrt. Die Fischplatte nehme ich gerne :D

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