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Eine oder zwei Aufbaubatterien


PaulKal am 01 Jun 2018 11:51:08

Meine Frage bezieht sich eigentlich nur darauf, warum überall angeraten wird, wenn eine zweite Aufbaubatterie, dann eine absolut gleiche und nicht zu lange damit warten.

Ich würde gern etwas über die Hintergründe dieser Vorgehensweise erfahren.

Bin zwar nicht der absolute Fachmann, aber was spricht eigentlich dagegen, die zweite Aufbaubatterie erst bei wirklichem Bedarf einzubauen, selbst nach einem oder zwei Jahren?
Weiter würde mich interessieren, warum die 2. Batterie dann immer gleich zu der 1. sein muß.

Angenommen, meine erste Aufbaubatterie wäre eine 100Ah von Varta, warum kann man dann nicht eine zweite von angenommen 70Ah Banner etc. hinzunehmen? Gleiche Bauart, verschiedene Kapazität.
Beide Batterien werden miteinander verschaltet, also parallel verbunden, auf möglichst kurzem Weg.
Beide bilden ein gemeinsames System und gleichen sich an.

Das Gesamtsystem wird gleichmäßig ge,- und entladen und gleicht sich intern aus.
Warum soll es dann nicht möglich sein, verschiedene Kapazitäten zusammen zu schalten?
Möglicherweise wird dann nicht mehr zu 100% alles aus dieser Kombination herausgeholt, aber möglich sollte es doch ohne große Abstriche sein?


Mann am 01 Jun 2018 12:04:02

PaulKal hat geschrieben:Beide bilden ein gemeinsames System und gleichen sich an.


Damit hast du deine Frage eigentlich selbst beantwortet.

reisemobil.online.cx am 01 Jun 2018 12:17:38

Hallo "PaulKal",
auch ich kenne es nur so, daß unbedingt auf gleiche Kapazität, gleiche Bauart, gleichen Ladezustand, gleiches Alter und am besten noch Batterien von der gleichen Charge, geachtet werden muss. Alles andere sollte man möglichst vermeiden, denn das reduziert unnötig die Lebensdauer.
Außerdem müsste man mit erhöhten Verlusten rechnen und die Kapazitäten addiere sich wohl nicht, erst recht nicht wenn die Kapazitäten stark abweichen.

Zur eigentlichen Frage "Eine oder zwei Aufbaubatterien" schau auch mal dort --> Link

Gruß Michael

Anzeige vom Forum


IchBinsWieder am 01 Jun 2018 12:24:16

Zwei gleichwertige Batterien dösen einfach nebeneinander her, wenn keine Entnahme stattfindet.
Hast du ein ungleiches Pärchen, wird die bessere Batterie immer durch die schlechtere gestresst. Sie zieht die bessere immer runter.
Das kann man machen, nagt aber an der Lebensdauer der besseren Batterie.
Das ist der Grund so etwas besser zu unterlassen.

Ulf_L am 01 Jun 2018 13:17:06

IchBinsWieder hat geschrieben:Zwei gleichwertige Batterien dösen einfach nebeneinander her, wenn keine Entnahme stattfindet.
Hast du ein ungleiches Pärchen, wird die bessere Batterie immer durch die schlechtere gestresst. Sie zieht die bessere immer runter.
Das kann man machen, nagt aber an der Lebensdauer der besseren Batterie.
Das ist der Grund so etwas besser zu unterlassen.


Hallo

Das wird zwar immer wieder geschrieben, aber gibt es dafür auch einen technischen Grund?
Oder hat das irgendjemand mal angefangen und es wird jetzt immer wieder nur abgeschrieben ?

Gruß Ulf

IchBinsWieder am 01 Jun 2018 13:59:24

Ulf_L hat geschrieben:Oder hat das irgendjemand mal angefangen und es wird jetzt immer wieder nur abgeschrieben ?



Hallo Ulf,

Das habe ich mir bei anderen Themen auch schon öfters gedacht :)

In diesem Fall habe ich folgende Antwort dazu im Internet gefunden die plausibel klingt.
du modellierst jede Batterie mit EMK und Innenwiderstand. Wenn dann die Batterien parallel geschaltet werden, fliesst ein Ausgleichsstrom (Annahme: Keine äussere Last). Der Ausgleichstrom ist abhängig von der Potentialdifferenz der beiden EMK's und der Summe der Innenwiderstände.

Unter Last wird die ältere Batterie eher in der Spannung einknicken als die neue.
Die alte wird sich also immer den entzogenen Strom von der spannungshöheren organisieren wollen, was nicht nur bedeutet, dass die neue zur Hälfte an der Versorgung der Entnahme zuständig ist, sondern auch noch die ältere versucht mitzuversorgen. Das ist dann der zusätzlicher Stress der die neue schneller Altern lässt.

brainless am 01 Jun 2018 14:42:00

IchBinsWieder hat geschrieben: Das ist dann der zusätzlicher Stress der die neue schneller Altern lässt.




....und die alte Batterie länger leben läßt!


Volker :wink:

PaulKal am 01 Jun 2018 14:43:32

Das klingt alles plausibel und ist auch sicher so.
Allerdings frage ich mich, ob das in der Praxis gravierende Auswirkungen hat.
Ich habe mir mal einen Ebike- Akku selber zusammengestellt im Format 10s4p .
Da waren garantiert auch nicht alle Zellen gleich(wertig), trotzdem läuft das System sehr gut.

Trifft nicht zu 100% auf Bleisammler zu, stellt aber im Grunde die selbe Problematik dar.

Ich entnehme aus den fachkundigen Beiträgen, daß es durchaus ginge, zwei verschiedene Kapazitäten zusammenzuschalten, sofern es sich um die selbe Akkutechnik handelt.
So erscheint es durchaus möglich (aus welchen Gründen auch immer), eine recht neue 100Ah mit einer zweiten zu z.B. 70 Ah zu verbinden.
Und wenn die eine der beiden Batterien schon etwas mitgenommen ist, zieht diese die andere mit runter.
Habe verstanden, und danke für eure Geduld.
Gruß, Paul

IchBinsWieder am 01 Jun 2018 14:45:38

—> Volker
Bist du dir da sicher?
Sie liefert ja ebenfalls Strom an die Verbraucher und ist im schlimmsten Fall schon dem Tode geweiht.

omopenk am 01 Jun 2018 15:39:28

Die sparsame Variante mit dem wechsel nur einer Batterie haben wir mal bei den LKW eine Zeit lang versucht. Der Erfolg war nur mäßig. Und wer mal Starthilfe für einen LKW vom Pannendienst in Anspruch nehmen musste, der wird lieber in vernüftiges Material investieren. Wir wechseln nun immer das Paar.
Wer ein Wohnmobil als nicht preiswertes Hobby sein eigen nennt, der sollte sicher auch die Kohle für Batterien haben.
Ist aber nur meine Meinung und keine Vorschrift!!!

Gruß Joachim

Uwe1961 am 01 Jun 2018 18:28:00

...da geh ich mal davon aus, dass es sich bei den LKW um 24V Anlagen gehandelt hat...und die Batterien dann natürlich in Reihe...und nicht wie im Womo, parallel geschaltet worden sind.
Logischerweise kann dann das Duo nur soviel leisten wie die schwächere Batterie zuläßt, denn die stellt bei Reihenschaltung quasi den Flaschenhals dar, durch den alles durch muß.
Im Womo dagegen parallel betrieben peppt die bessere Batterie die schlechtere noch soweit auf, dass insgesamt ein Leistungsvorteil gegenüber dem Solo-Einsatz der "besseren" Batterie bleibt.
Wobei man auch hier den Punkt im Auge behalten muß, wenn sich eine der beiden verabschiedet...weil dann die bessere ihr Leben opfert um gegenzuhalten.
Wer das Problem ausschließen möchte muß sich auf eine einzelne, dafür entsprechend große Batterie beschränken.

Gruß, Uwe.

PaulKal am 01 Jun 2018 18:42:20

LKW hat 24Volt, also 2 in Reihe geschaltete Batterien.
Da sind die Verhältnisse ganz anders. Da bestimmt die schwächste Zelle den max-Strom.
Es ging mir auch nicht um den finanziellen Aspekt, sondern um das Verständnis bei der genannten Konstellation.

Im übrigen gibt es Leute, die sich zwei Semi-Traktionsbatterien in ihr Wohnmobil stellen, die um kein Prozent schlechter sind, als sog. völlig überteuerte "Solarbatterien".
Gleiche Leistung zum halben Preis.

Wir sprechen immer noch von ordinären Bleisammlern....

JoFoe am 01 Jun 2018 18:53:43

Wer hat das den schon mal real getestet ? Und mit welchem Batterietyp ?
Kenne Wohnmobilfahrer die nur die def. Batterie ersetzt haben ohne das die andere sofort
Schaden genommen hat. Von was für einem Zeitraum sprechen wir den da ?
Ich habe zu meiner Batterie eine 2te neue gepackt und fahre damit seit 2 Jahren .

PaulKal am 01 Jun 2018 19:06:43

JoFoe hat geschrieben:Kenne Wohnmobilfahrer die nur die def. Batterie ersetzt haben ohne das die andere sofort
Schaden genommen hat.
Ich habe zu meiner Batterie eine 2te neue gepackt und fahre damit seit 2 Jahren .


Genau.
Ein Langzeittest wäre nicht schlecht.

Die semi-Traktionsbatterien werden vorzugsweise für Anwendungen genommen, die im großen ganzen der Nutzung eines WoMos entsprechen.
Sie haben auch die verstärkten Bleiplatten, unterscheiden sich womöglich kaum oder gar nicht von sog. Solarbatterien.
Käme auf einen Versuch an...

ducato666 am 01 Jun 2018 21:22:49

PaulKal hat geschrieben:Ich habe mir mal einen Ebike- Akku selber zusammengestellt im Format 10s4p .
Da waren garantiert auch nicht alle Zellen gleich(wertig), trotzdem läuft das System sehr gut.
Trifft nicht zu 100% auf Bleisammler zu, stellt aber im Grunde die selbe Problematik dar.

Na dann
- hast du Glück gehabt und doch einigermaßen gleiche Zellen erwischt
oder
- hat dein Balancer (den du hoffentlich hast) ordentlich zu tun und du entlädst nicht allzu tief
oder
- das System hat noch nicht allzuviele Zyklen hinter sich und sicherlich nicht mehr allzuviele vor sich.
Eine 10s-Schaltung mit ungleichen Zellen kann man nicht ernsthaft empfehlen. Keine Ahnung, was du für Zellchemie verwendet hast, aber tiefentladene oder überladene LiIons oder LiPos sind gefährlich.

Zum Thema:
Eine Parallel-Schaltung von ungleichen Zellen ist nicht optimal, funktioniert aber schon eine Weile.
Der schlechtere/ältere/kleinere Akku wird aufgrund ihres höheren Innenwiederstand weniger Strom bereitstellen, die Hauptlast wird also vom größeren/neuen/besseren getragen.

Bei Batterieen mit ungleichen Kapazitäten funktioniert das, aber eben nie zu 100%, so daß sie prozentual ungleich entladen werden.
Eine alte und eine neue gleicher Kapazität belastet und entläd grundsätzlich die neue wesentlich stärker.
Solange aber keine unter 50% SOC geht, ist alles gut, aber wie will man das kontrollieren?

Die Ausgleichströme nach der Entladung verringern außerdem die entnehmbare Gesamtkapazität.

Viele Grüße
Ducato666

christiancastro am 01 Jun 2018 22:33:38

Auch ich habe gegen alle herrschenden Meinungen und Empfehlungen gehandelt und mir eine Zweite Aufbaubatterie eingebaut die weder in Größe, Alter noch Typ zueinander passen.

Warum, für eine LiFePo war ich nicht bereit und manchen Aussage habe ich bezweifelt, mag sein das dies blauäugig ist aber was solls, die Batterie habe ich über meine Firma gekauft, mal schaun wie lange ich damit unterwegs bin.

Vielleicht wird es ein Schuss in den Ofen, aber die Erfahrungen gebe ich dann gerne weiter.

rkopka am 01 Jun 2018 22:55:20

reisemobil.online.cx hat geschrieben:die Kapazitäten addiere sich wohl nicht, erst recht nicht wenn die Kapazitäten stark abweichen.

Die Kapazitäten addieren sich in jedem Fall. Nur bei den zu entnehmenden Maximalströmen kann man nicht einfach addieren. Wenn man ganz sicher gehen will, sollte man sich auf den Strom der schwächeren Batterie beschränken. Aber auch der Wert der besseren ist noch im sicheren Bereich. Nur eben nicht einfach die Addition der Werte. Die Schwächere wird dann nicht überlastet, weil sie durch höhere Innenwiderstände einfach weniger Strom beiträgt.

Solange man regelmäßig lädt (z.B. Solar) und die Batterien nicht über Winter einfach (verbunden) stehen läßt, wirken sich Unterschiede nur wenig aus.

RK

PaulKal am 02 Jun 2018 09:34:55

rkopka hat geschrieben:Solange man regelmäßig lädt (z.B. Solar) und die Batterien nicht über Winter einfach (verbunden) stehen läßt, wirken sich Unterschiede nur wenig aus.
RK


Na, das ist doch eine Aussage.
Ich sehe es genauso.

Und wer bitte entnimmt den Batterien schon den Maximalstrom?
Ja gut, Wechselrichter und Backofen etc....
Käme für mich ohnehin nicht in Frage, der Reiz liegt in der Einfachheit, nicht im Luxus.

Lefreck am 29 Aug 2018 23:17:38

Das Thema « gleiche Batterien » ist bei mir gerade akut: Letzten Samstag, gerade als wir mit unserem Kastenwagen los in den Urlaub wollten, roch es stark nach Säure im Womo. Den Wagen, ein Lagerfahrzeug, haben wir neu gekauft im September 2017. Da der Verkäufer meinte, falls wir uns für 2 Aufbaubatterien entscheiden, dann am besten sofort, damit 2 gleiche und gleichalte Akkus verbaut wären und wir wegen Kompressorkühli und Dieselheizung von erhöhtem Stromverbrauch ausgingen, entschieden wir uns für 2 Aufbauakkus.
Beim Abbau der Seitenteile der Beifahrersitzverkleidung fiel mir dann aber auf, dass nicht, wie versprochen, 2 Batterien gleichen Typs verbaut wurden. Auf jeden Fall gehe ich davon aus, dass eine der beiden überkocht hat ( sie war sehr heiss und verlor relativ schnell an Spannung), die Andere war lauwarm und schien die Spannung zu halten. Da ich bislang in diversen Foren gelesen habe, dass am besten gleiche Akkus verbaut sein sollten und dies auch vom Verkäufer so vermittelt wurde, fragte ich mich als Laie natürlich, ob die Ursache des Defektes in den unterschiedlichen Akkus (beides jedoch AGM mit 95Ah) liegen kann. Nach dem hier Geschriebenen eher nicht, aber was ist dann der Auslöser?

LG
Thierry

kroppie am 30 Aug 2018 00:07:01

und wer es ganz genau wissen will, probiere es selbst aus , dan wissen Sie es ganz genau.

jos

ulko38 am 20 Mär 2019 20:50:40

Hi,
Der Hersteller spielt wirklich keine Rolle. Dei Ah schon.
Denn ausgleichen heisst immer : die Stärkere nimmt lebt von der Schwächeren. Und dass bedeutet die Große ist eher futsch TT D.h. Dauer-Entladen.
Hast du z.B. insgesammt 30 Ah entnommen sind das bei 110 Ah (1.1x15 =16%) und bei 70Ah (0,7x15 = 10,5%)
10 Ah mehr, und die Große ist bereits das erstemal platt.
Grüße Ulrich

geralds am 24 Mär 2019 14:00:22

Du gehst von einer falschen Annahme aus.
Mal angenommen eine 100Ah und eine 50Ah Batterie gleichen Typs (d.h. auch gleiche Bleilegierung, wichtig) werden parallel verbunden. Man entnimmt z.B. 30Ah aus dem Verbund. Da die Innenwiderstände sich annähernd proportional der Kapazität verhalten, werden der 100Ah Batterie ca. 20Ah entnommen, der 50Ah Batterie ca. 10Ah.
D.h. beide Batterien liefern 20% ihrer Kapazität (der entnommenen Ah´s). (Ähnlich kommunizierenden Röhren).

Zur (vereinfachten) Erklärung: Würden beiden Batterien die gleiche Kapazität entnommen, würde die kleine mit der Spannung schneller sinken, d.h. die größere Batterie mit der höheren Spannung würde Last übernehmen. Da die beiden aber parallel verbunden sind, geht das so nicht. Folge - beide nehmen prozentual gleichmäßig mit der Kapazität ab.

Gruß Gerald

wibbing am 24 Mär 2019 14:23:09

Zwei Batterien parallel haben MEHR wie die Summe der Kapazitäten ( Peukert Effekt )
Unterschiedliche Kapazität schadet nicht.
Weniger als 50% der stärkeren bringt nicht viel.
Unterschiedliche Technik ist nicht gut.
Eine defekte Batterie schädigt die andere, deshalb abklemmen und isolieren.
Ansonsten richtet unterschiedliches Alter nur geringen Schaden an.

Eine doppelt so teuere Batterie hält Nicht doppelt so lang.


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