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WoMo-Tour an der Elbe zwischen Wörlitz und Bad Schandau 1, 2, 3


frankjasper8 am 07 Jul 2018 13:03:26

Meine Sommerreise führt mich in diesem Jahr noch einmal in die östlichen Bundesländer und ist quasi eine Fortsetzung der Reise im April diesen Jahres. Ich folge dem Lauf der Elbe und fahre "gegen den Strom" flussaufwärts von Wörlitz bis zum Elbsandsteingebirge. Dabei gibt es links und rechts des Flusses in Sachsen und Sachsen-Anhalt immer wieder neue Dinge zu entdecken.
Urlaubswetter in Deutschland, schon wochenlang bestimmt warmes Klima das Wetter hier bei uns in Südniedersachsen. Die Sonne scheint von Früh bis Spät und die Temperaturen kratzen sogar an der 30-Grad-Marke. Da braucht man eigentlich gar nicht in Urlaub fahren; bestes Wetter vor der Haustür. Aber wozu hat man dann das Wohnmobil? Das Fahrzeug muß bewegt werden und ich muß auch den Arbeitsstress mal wieder abbauen und dem Alltag entfliehen. Also einsteigen, anschnallen und ab geht die Luzie! :)

Hier die ungefähr gefahrene Strecke: --> Link



Tag 1: Sonntag, 10 Juni 2018

Ich komme erst nach dem Mittagessen von zuhause los, mußte morgens erst noch packen und einladen, weil die letzten Arbeitstage immer so lange dauerten. Nun war ich aber unterwegs. Die Fahrt ging in die gleiche Richtung, in der ich im April unterwegs war. Zunächst über Goslar und Bad Harzburg am nördlichen Harzrand entlang über Wernigerode, Quedlinburg und Aschersleben. Die Bundesstraße B 6 ist hier gut ausgebaut und läßt sich zügig fahren. So kam ich gut voran und erreichte am frühen Nachmittag meinen ersten Etappenort: Bernburg an der Saale.
Ich fand einen Großparkplatz am Ufer der Saale an der Brunnenstraße. Hier gibt es auch eine kleine Personenfähre über die Saale und am gegenüberliegenden Ufer liegt die "Saalefee", ein Personenschiff, das zu Rundfahrten auf dem Fluss einläd. Auch der örtliche Tierpark und die Parkeisenbahn im Krumbholz befinden sich dort in der Nähe. Hoch über der Saale steht auf einer Anhöhe das Schloss Bernburg.



Ich spaziere an der Saale entlang, die Kraft des Wassers wird hier zur Stromerzeugung genutzt...



und es gibt sogar eine Schiffsschleuse...



Ansonsten habe ich mich noch etwas im Ort umgesehen, da gibt es aber nicht viel zu berichten. Im Tierpark war ich nicht, die Parkeisenbahn habe ich auch nicht genutzt. An der Saale unweit der Fährstelle entdeckte ich einen Biergarten und erfrischte mich zur Feier meines ersten Urlaubstages mit eine "kühlen Blonden", das muß auch mal sein. Bernburg besteht aus zwei Teilen, einer Talstadt und einer Bergstadt. Die Talstadt hatte ich gesehen, die Bergstadt steht dann nach dem Bierchen auf dem Plan. Der Weg dorthin führte dann über fußmassierendes Kopfsteinpflaster und das, wo mir in letzter Zeit die Füße dermaßen weh taten. Ich schaute mir auf dem Berg dann das Schloss an.



Der Turm stand wohl auch zur Besichtigung offen, aber ich hatte keine Lust auf Treppenlaufen, so blieb ich auf dem Boden der Tatsachen. Bernburg, das hatte ich auf der Anfahrt schon gesehen, ist umgeben von Industriebetrieben. Große Salzwerke sind sowohl im Umland, als auch in Bernburg selbst zu finden.

Für den ersten Urlaubstag hatte ich genug gesehen, genug getan und kehrte gegen 18 Uhr zum Wohnmobil zurück. Ich blieb auf dem großen Parkplatz am Saaleufer stehen, ungestört und mutterseelenallein. Auf dem Parkplatz unterhalb des Schlosses sah ich später noch zwei Mobile stehen, aber "mein" Platz lag doch etwas ruhiger.

Tagesetappe: 150 Kilometer



Tag 2: Montag, 11. Juni 2018

Zunächst steuerte ich an diesem Morgen einen Lidl-Markt in Bernburg an, um die Lebensmittelvorräte für die nächsten Tage zu kaufen. Ich war vorher zuhause nicht zum Einkaufen gekommen.
Dann ging es auf der B 185 nach Köthen und auf einer Umleitungsstrecke durch kleine Dörfer und weite Felder nach Dessau. Über Vockerode gelangte ich dann nach Wörlitz und parkte das Wohnmobil auf dem Stellplatz am "Gartenreich Wörlitz".



Hier finden etwa 30 Mobile Platz am hinteren Rand des Großparkplatzes für PKW, Busse und auch Reisemobile. Immer zwei Mobile müssen sich einen Platz zwischen zwei Hecken teilen. Stromsäulen sind am Platz vorhanden. Der platz war recht gut besucht; eine belgische Campergruppe war mit etwa 10 oder mehr Fahrzeugen zu Besuch. Ich ergatterte aber noch einen Platz und auch ein Stromanschluß war noch verfügbar. Bezahlt wird im Kiosk an der Platzzufahrt, 13,- €/Nacht je Mobil incl. Strom. WC-Nutzung am Kiosk möglich für jeweils 0,50 €, Duschmöglichkeit für 1,50 €/Person ebenfalls möglich. Diverse Getränke und kleine Speisen gibt es da auch, Brötchenservice weiß ich jetzt nicht mehr genau.

Nachdem ich mich hier häuslich eingerichtet hatte, machte ich mich bei wieder warmem Wetter zu fuß auf den Weg, das Gartenreich Wörlitz zu erkunden. --> Link
Eine weitläufige Gartenanlage, die im Übrigen zum Gartenreich Dessau/Wörlitz/Oranienbaum gehört.



Das kleine Wörlitzer Schloss --> Link aus dem Jahr 1769 ist dabei ein attraktives Fotomodell im Park. Schloss und Park waren schon im 18. Jahrhundert für die Öffentlichkeit zugänglich.
Bald hinter dem Schloss beginnt der Wörlitzer See...



Hier am rechten Bildrand sind übrigens zwei Pendelfähren zu sehen. Diese Fähren liegen an drei Stellen im Park verteilt und werden an einem Seil hängend mittels einer Kurbel fortbewegt. Und man kann sich auch mit einem Ruderkahn über die weitläufige Wasserfläche des Wörlitzer Sees rudern lassen.



Der "Kahnhafen" liegt gleich am Anfang der Parkanlage, bevor man vom Stellplatz aus auf dem Fußweg in den kleinen Ort Wörlitz gelangt. Hier mal ein Link zum Plan des Parks und des Ortes Wörlitz: --> Link In den Parkanlagen ist das Radfahren nicht gestattet, man kann es aber zu fuß ganz gut erwandern. Die Wege sind gut und man geht meist an irgendwelchen Wäldchen entlang, die bei so warmem Wetter, wie ich es hatte, ersehnten Schatten spenden.





Die Anlagen, die Wege und auch einige Brücken über schmale Wassergräben wurden mit einigem technischem und gärtnerischem Geschick angelegt.




^der Blick auf die Grotte auf der Insel Stein --> Link

Ja, man kann sich da im Wörlitzer Park schon eine Weile aufhalten, ich hatte irgendwann genug gesehen und belohnte mich in einem Cafegarten mit einer Köstlichkeit:


^ein Eisbecher "Dänemark" mit einem "falschen Kaffee", bestehend aus halb Kaffee/halb Kakao

Langsam ging ich zum Wohnmobil zurück und nahm noch das Fahrrad vom Heckträger herunter und radelte noch etwa 4 Kilometer bis zur Elbefähre bei Coswig.





Der Radweg ist ganz gut zu fahren, die Straße allerdings in schlechtem Zustand; grobes Kopfsteinpflaster macht aus der vier Kilometer langen Strecke sicherlich eine "never-ending-story".
Da ist man sicherlich froh, wenn dann die Fähre erreicht ist...



Die Stammleser meiner Reiseberichte erinnern sich sicherlich, daß ich im April erst an dieser Fähre war, da aber auf der anderen Seite der Elbe in Coswig.



Dort drüben hatte ich damals gestanden an dieser Gierseilfähre, die an einem Drahtseil im Fluss befestigt ist und nur durch ein Ruder durch die Strömung des Wassers gesteuert wird.
Hier am Ufer befindet sich die "Elbterrasse", ein Restaurant, auf dessen Parkplatz auch Wohnmobile stehen können, ohne Strom und ohne V+E-Möglichkeit.

So, nun musste ich nur wieder zurück zum Wohnmobil und verbrachte dann auch die Nacht auf dem Stellplatz am Wörlitzer Gartenreich.

Tagesetappe von Bernburg nach Wörlitz -> 75 Kilometer
Gesamtstrecke bisher: 225 Kilometer


Das war der Anfang meines Reiseberichtes, wie gewohnt geht es bald Stück für Stück hier weiter!

frankjasper8 am 07 Jul 2018 22:06:19

Weiter geht´s! :)

Tag 3: Dienstag, 12. Juni 2018

Vom Stellplatz in Wörlitz ging es am Morgen gegen 9:30 Uhr weiter. Wenige Kilometer südlich von Wörlitz liegt der Ort Oranienbaum; hier legte ich einen Stop ein. Auf dem Marktplatz des Ortes parkte ich das Wohnmobil...



... und machte einen Spaziergang durch den schönen Ort. Oranienbaum, der Ortsname stammt aus dem Jahr 1673, benannt nach der Fürstin Henriette Katharina von Nassau-Oranien, die im Jahr 1659 mit Johann Georg II. von Anhalt-Dessau vermählt worden war. Im Jahre 1708 und 1709 wurde das Schloss Oranienbaum fertiggestellt.
Der holländische Baumeister Cornelius Ryckwaert begann im Jahr 1683 mit der Planung des Ortes in holländischem Stil. Oranienbaum wird daher auch als Holländerstadt bezeichnet.
Die rasterförmig angelegten Strassen verlaufen vom zentralen Marktplatz aus in vier Richtungen kerzengerade.



Der Brunnen auf dem Marktplatz mit dem Orangenbaum, dieser Orangenbaum ist das Wappensymbol der Oranier. Der Blick auf die ev. Stadtkirche aus dem Jahr 1712...



Zum Schloss Oranienbaum gehört ein weitläufiger Park mit einer quadratischen Wiesenfläche und einem Waldgebiet im hinteren Bereich.





Wie schon im Gartenreich in Wörlitz, so wurde auch hier viel Wert auf die Gestaltung des Parkes gelegt...





Nach einem Aufenthalt in Oranienbaum setzte ich die Fahrt dann fort, wollte mir die Baggerstadt Ferropolis bei Gräfenhainichen anschauen. --> Link
Leider ist dieses verlinkte Bild auch schon das Einzige, was ich hier von Ferropolis zeigen kann. Mein Vorhaben, mir diese Stadt aus Stahl anzuschauen scheiterte nämlich schon an der Zufahrtsstrasse an einer resoluten Sekurity-Mitarbeiterin. Die Zufahrt war wegen Aufbauarbeiten zu einem Festival leider für den Besucherverkehr gesperrt. So scheiterte dann auch mein Versuch, mir diese Attraktion anzusehen. es handelt sich jedenfalls wohl um diverse Bagger und Fördertechnik auf einer Halbinsel in einem gefluteten ehemaligen Tagebau. Also, wer sich diese Attraktion gern ansehen möchte, sollte vorher schauen, ob nicht gerade irgendwelche Veranstaltungen dort laufen. --> Link

Ich zog unverrichteter Dinge weiter, musste halt Ferropolis ohne mich weiter existieren. Doch wohin nun? Es war schon wieder so warm und die Sonne brannte vom Himmel herunter. Ich wollte nicht mehr so viel machen heute und entschied mich, noch einmal nach Coswig zum Stellplatz "Marina Coswig" zu fahren. Ich nahm Kurs auf die Lutherstadt Wittenberg, überquerte dort die Elbe und gelangte über die B 187 dann nach Coswig. Noch schnell an einem "Thüringer Bratwurst-Stand" zwei Bratwürstchen gegessen, dann war ich auch schon am Ziel dieses Tages. Die Marina Coswig liegt außerhalb des Ortes direkt an der Elbe. Der Stellplatz ist schön angelegt, ich war ja etwa 6 Wochen zuvor erst dort gewesen. Es war noch ausreichend Platz und ich erwischte noch ein Plätzchen auf der Terrasse mit Blick auf die Elbe und den Ort Coswig mit dem Schloss im Hintergrund. Ich hatte Coswig ja im April schon angeschaut, deshalb blieb ich auch auf dem Stellplatz und genoß das superschöne Wetter.



Ja, die Hitze der vergangenen Wochen hatte das Grün der Wiese hier auf dem Platz schon in ein trauriges gelb wechseln lassen. Trockenheit.

Der Platz kostet für ein Wohnmobil incl Fahrer 12,- €, WC und V+E-Nutzung inclusive
Duschen in den ansprechend gestalteten Sanitärbereich kostet 1,- € für 4 Min. Duschzeit.
Hier noch der --> Link auf die Internet-Site des Platzes.


Tagesetappe Wörlitz -> Coswig: 64 Kilometer
Gesamtstrecke bisher: 289 Kilometer

Fortsetzung folgt! :)

leoline am 08 Jul 2018 06:44:54

Hallo Frank,
ich bin auch diesmal wieder gerne mit dabei, wenn du weitere Stationen unseres schönen Heimatlandes erkundest. Der Bericht bisher ist schon sehr ansprechend, der Park in Wörlitz steht auch noch auf unserer Liste, von Oranienbaum habe ich jetzt erst von dir gehört und das kommt natürlich auch auf die Liste. Für uns ist das auch mal ein Tagesausflug mit dem Auto, in Wittenberg sind wir ja öfter (dort im Kartoffelhaus lecker essen gehen :mrgreen: ).

kukeulke am 08 Jul 2018 07:51:14

Hallo Frank,

auch ich lese sehr interessiert, was Du über diese Gegend "erfahren" hast. Ich bin ein treuer
Leser Deiner Reiseberichte und bin sehr gespannt wie es weitergeht, zumal Du von einer
Gegend schreibst, in der wir uns letztes Jahr sehr gut erholt haben: --> Link
(und vielen Dank noch einmal für den Tipp mit dem Vogelpark Walsrode, den haben
wir nämlich aus Deinen Reisebericht:Deutschland Lüneburger Heide und Ostseeküste (--> Link))

Für den schon mal gelungenen Anfang eines schönen Berichtes erst mal ein Positiv von mir.

RichyG am 08 Jul 2018 08:03:15

Auch von mir ein Positiv! Ich kenne die Gegend gut, da wir dort früher Verwandtschaft hatten. Sehr schöne Fahrradgegend. Und das Kopfsteinpflaster gehört nun mal dazu :wink:
Eine Stunde Fahrradfahren ohne einem Menschen zu begegnen, gelingt dort spielend!
Und ein gefederter Fahrradsitz spielt dort seine Stärken aus :ja:

marny am 08 Jul 2018 08:14:01

Ach ist das schön - Du fährst genau die Strecke bis Wörlitz, die auch ich im Sinn habe für eine unserer ersten Reisen...Wörlitz kennen wir schon - haben das Gartenreich schon 2x besucht...Aber das kann man gar nicht oft genug sehen. Für Fotofreunde bieten sich immer neue, wunderschöne Motive...

Jetzt bin ich gespannt, wie es weiter geht....

PittiC am 08 Jul 2018 08:27:24

Bin natürlich auch wieder mit an Bord, waren gerade in deinem Zielgebiet.

frankjasper8 am 08 Jul 2018 09:15:49

Guten Morgen, liebe Reisebegleiter! :)
Ich freue mich natürlich, daß Ihr wieder mit mir durch die Lande reist, dann bin ich nicht so allein. :eek:
Sucht Euch ein Plätzchen, macht´s Euch gemütlich; es geht auch sofort weiter! :)
Ihr braucht auch nicht viel Kleidung einpacken, die Regenschirme könnt Ihr getrost zuhause lassen; Jacken, lange Hosen und Pullover braucht es auch nicht. Es ist Sommer und es ist super, super warm. Tauwetter!

frankjasper8 am 08 Jul 2018 12:13:12

Tag 4: Mittwoch, der 13. Juni 2018

Und auf geht´s zur nächsten Etappe. Schön ist der Stellplatz an der Marina in Coswig, direkt an der Elbe liegt er. Mich hat nur gewundert, daß hier so wenig Schiffsverkehr ist. Schon im April hatte ich während meines 2-tägigen Gastspiels dort kein Lastschiff gesehen, mein Stellplatznachbar hatte nur mal ein Flusskreuzfahrtschiff gesehen. Und auch diesmal war nur ein einziges kleines Frachtschiff auf dem Fluss unterwegs gewesen. Nun, die Elbe wird die nächsten Tage so mein Leitfaden sein; ich werde den Fluss entgegen den Strom entlangfahren. Vielleicht erhasche ich ja noch das ein oder andere Schiffchen.
Nach dem Ablassen des angesammelten Grauwassers und der Entsorgung des Inhalts der WC-Cassette ( das gehört nun mal zum Camperalltag dazu! ) stand dann der Weiterfahrt nichts mehr im Wege. Ich steuerte das Bürstner-Wohnmobil über die mir nun schon recht bekannte B 187 nach Lutherstadt Wittenberg. Nein, anhalten wollte ich nicht diesmal, es ging gleich weiter in südlicher Richtung auf der B 182 nach Torgau an der Elbe. Dabei kam ich durch einige kleine Ortschaften, die Region wird zumeist landwirtschaftlich genutzt. Ich erreichte gegen 11 Uhr die Stadt Torgau. Auf einem für Wohnmobile ausgewiesenen Stellplatz an der Elbe parkte ich mein Womo und ging zu fuß in den Ort.


^der Parkplatz in Torgau am Elbufer.

Eine aufgeräumte, saubere Fußgängerzone erwartete mich ...



... und führte auf den Marktplatz mit dem großen Rathaus zu...







In der evangelischen Stadtkirche St. Marien fand die Ehefrau von Reformator Martin Luther, Katharina Luther, geb. von Bora, ihre letzte Ruhestätte. ..





nachdem sie am 20. Dezember 1552 ganz in der Nähe in diesem Haus verstarb.



Das Torgauer Schloss Hartenfels stand dann als nächster Anlaufpunkt auf meinem Besichtigungsprogramm.



Um in das Schlossgelände zu kommen, muß man über eine Brücke gehen. Unten im Graben wartet auch schon die nächste Attraktion auf mich:



Dieser Kamerad macht gerade Siesta, dem ist ganz Schnuppe, wer ihm da gerade auf dem Kopf herum tanzt.
Okay, dann ist der Weg ja frei und ich kann mir den Innenhof des Schlosses ansehen:



Im Innenhof ist auch der Zugang zur Schlosskirche...



die im Jahre 1544 durch Martin Luther eingeweiht wurde. Nach einer Runde durch den Innenhof schaute ich noch den Bären etwas über die Schulter:





Die Bären haben auf Schloss Hartenfels schon sehr lange ein Zuhause gefunden: --> Link

Ich kehrte allmählich zu meinem Wohnmobil zurück, das ja auf dem Parkplatz am Elbufer wartete. Dieser Parkpklatz ist auch ein Stellplatz, auch in unserer Forums-Datenbank aufgeführt, aber zur Zeit ist da eine Baustelle und der Platz ist nur eingeschränkt befahrbar.





Da es noch viel zu früh ist, die Zelte aufzubauen, fahre ich noch ein Stückchen weiter, überquere die Elbe auf der Torgauer Elbbrücke und gelange über schmale Landstrassen zu einem weiteren Schloss in der Region um Torgau. Ich fand erst da vor Ort heraus, das es sich um eine Gedenkstätte handelte. Ich meine Schloss Lichtenburg







Nach einem Rundgang auf diesem geschichtsträchtigen Boden, kurvte ich noch ein bisschen durch die Region, kam über Annaburg zurück nach Torgau und erreichte dann mein Nachtlager auf dem Stellplatz am Wasserwanderzentrum in Mühlberg/Elbe:



Ein schöner Platz an einem (Bade-)See in Mühlberg an der Elbe. Der See ist das ehemalige Flussbett der Elbe, bevor die begradigt und verlegt wurde. Die Kosten belaufen sich hier auf 7,- € pro Mobil pro Nacht und 5,- € pro Person pro Nacht ( jeweils ab 12 Uhr bis 12 Uhr am Folgetag ). Darin ist die Nutzung von Dusche und WC inclusive. Eine V+E-Anlage ist ebenfalls
vorhanden, die Nutzung für je 1,- €. Ich denke, daß hier so etwa 8 bis 10 Wohnmobile einen ruhigen Stellplatz finden können.



Die Sanitäranlage war bei meinem Besuch aüßerst sauber. Der Betreiber schaute mehrmals vorbei und kassierte am Abend die Platzgebühr. Für Strom zahlte ich pauschal 2,- €
die angrenzende Strasse ist wenig befahren, der Ort Mühlberg bietet nichts besonderes zu sehen, ist aber auch wert, mal durchzulaufen.

Tagesetappe von Coswig nach Mühlberg: 155 Kilometer
Gesamtsrecke bisher: 444 Kilometer

iwoi am 08 Jul 2018 12:23:45

Klasse! Diese Tour steht auch auf meiner Wunschliste!
Hallo Frank, da kann ich mir einige Anregungen "klauen".
Du hast Dir ja wieder viel Mühe gegeben. Die Beschriftung der Bilder gefällt mir.
Ist doch bestimmt noch ein Plätzchen für mich frei, mach mich auch ganz dünne :D

frankjasper8 am 08 Jul 2018 12:37:34

Hallo Ines!

Komm rein und such Dir auch ein gemütliches Plätzchen! :)
Aber "geklaut" wird hier nicht! Nur gucken, nix anfassen! :prosit::

Nein, natürlich darfst Du dir Anregungen abgucken. Dafür mache ich mir ja hier die Mühe und möchte die Reise vorstellen.

An dieser Stelle bedanke ich mich schon mal für die Rückantworten und bereits 9 positive Bewertungen. Dabei hat es doch noch nicht mal richtig angefangen. :eek:

So, Mittagspause, heut abend geht es ein Stückchen weiter! Dranbleiben, Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 08 Jul 2018 21:59:20

Tag 5: Donnerstag, 14. Juni 2018

Mühlberg an der Elbe, gelegen zwischen Torgau und Riesa, diesen Namen hatte ich vorher noch nie gehört, den Ort kannte ich bisher nicht. Und dennoch ist dieses Mühlberg ein Ort, der einst in die Geschichte einging. "Es war am 25. April des Jahres 1547 als Kaiser Karl V. den im Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossenen Reichsständen um Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen eine vernichtende Niederlage beibrachte". Man spricht später von der "Schlacht bei Mühlberg", diese Schlacht bereitete den Augsburger Religionsfrieden vor, welcher das gleichberechtigte Nebeneinander der Konfessionen regelte. --> Link Ein Gedenkstein erinnert an der Straße am hafen des Ortes an diese Schlacht, an der Stelle, wo Kaiser Karl V. damals campierte. Unweit dieser Stelle befindet sich heutzutage der Wasserwanderrastplatz, der Ort, wo ich die letzte Nacht verbracht hatte.
Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte, wende ich mich nun wieder der Gegenwart zu. Ein kleiner Rundgang durch den Ort Mühlberg.


Hier ist zunächst einmal der Badesee, der direkt am Stellplatz liegt, ein ehemaliges Flussbett der Elbe.


Das schmucke Rathaus stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, später mehrmals baulich verändert.


^ die Frauenkirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet


Um 1500 wurde das Abteigebäude erbaut, die Kirche folgte im Jahr 1565. 200 Jahre später, um 1717 erfolgte der Umbau der Abtei zum Herrenhaus


^um 1900 wurde diese Villa, die Villa Güldenstern, als Wohn- und Verwaltungsgebäude des ehem. Rittergutes "Güldenstern" erbaut, heute in Privatbesitz


^das ehemalige Hospiz stammt aus dem 13. Jahrhundert, diente ursprünglich als Unterkunft des Klosters für reisende Händler und Fuhrleute


^fast wäre ich dran vorbei gelaufen: das Schloss in Mühlberg. Um 1272 errichtet als Wasserburg, seit 1999 in Privatbesitz. Und vielmehr als hier auf meinem Foto zu sehen ist, kann man vom Gebäude auch nicht erkennen. Es ist total zugewachsen und es liegt nur 100 Meter vom Stellplatz entfernt, genau an der anderen Strassenseite.

Damit geht mein kleiner Ortsrundgang zuende und ich mache mich am späten Vormittag wieder auf den Weg. Ich war schon auf der Anfahrt von Torgau auf der rechtselbischen Seite nach Mühlberg gefahren und da war die Strasse teils in schlechtem Zustand; schmale Strasse, größtenteils mein "geliebtes" Kopfsteinpflaster. Erst in Mühlberg sah ich, daß es eine Brücke über die Elbe gab und die Reise auf der linken Flussseite durchaus bequemer gewesen wäre. Nun, ich fuhr jetzt auch wieder auf der rechten Seite weiter über eine kleine Strasse und kam durch kleine Ortschaften meinem nächsten Besichtigungsobjekt entgegen. Ich hielt an am Schloss Seußlitz.





Hier, bei Diesbar-Seußlitz ändert sich allmählich die Landschaft an den Ufern der Elbe. Es erheben sich Weinhänge und die Landschaft wird einfach hügeliger.






^Auf dem Parkplatz am Schloss Seußlitz wurde im hinteren Bereich eine Stellfläche für 6 Wohnmobile abgeteilt. Stromanschluss ist vorhanden.

Ich bin noch nicht am Ziel dieser Tagesetappe, aber ich mache dann im nächsten Teil hier weiter. :)
Fortsetzung folgt Morgen! :)

frankjasper8 am 09 Jul 2018 21:57:25

Fortsetzung...

Vom Schloss Seußlitz ging meine Fahrt dann weiter nach Meissen. das war nicht mehr weit und ich war ruck-zuck dort. Unterhalb der Albrechtsburg parkte ich das Wohnmobil auf einem Parkplatz direkt am Ufer der Elbe.



Die Zufahrt zu diesem Parkplatz erfolgt von der B 6 ( Hochuferstraße ) in Höhe Altstadtbrücke. Zunächst an den PKW-Parkplätzen vorbei bis zum Ende des Parkplatzes fahren. Etwa 8 Fahrzeuge haben direkt am Fluss eine Parkspur, sonst weitere Plätze je nach Verfügbarkeit und wie die Fahrzeuge gestellt sind, es gibt keine Markierungen der Parkflächen.





Für 5,- € kann man hier 24 Std bleiben. weil die Anlegestelle der Dampferflotte in der Nähe ist, parken teilweise tagsüber auch Reisebusse auf dem Platz. Trotzdem ist da genug Platz für die "Landyachten" vorhanden.
Ich machte dann einen Spaziergang; es ging zunächst steil bergauf zur Albrechtsburg. Von einem Rundweg um das Burggelände hat man gute Sicht auf das Umland.



Hier liegt der Stellplatz zu Füßen der Burg, im Hintergrund erheben sich die Weinberge, auf der Elbe schippert gerade einer der historischen Raddampfer flussaufwärts Richtung Dresden. Es ist der Raddampfer "Krippen", der im Jahr 1892 in Dienst gestellt worden ist und seit 1999 nach wechselnden Eigentümern zur Dresdener Raddampferflotte gehört. Die verschiedenen Schiffe der Flotte werden mir im weiteren Verlauf meiner Reise noch mehrmals über den Weg schwimmen.





^der Blick von der Albrechtsburg auf die gegenüberliegende Elbseite


^Blick auf die Altstadtbrücke und dahinter die Bahnbrücke


^nochmal ein Blick zum Stellplatz mit den Weinbergen im Hintergrund. Schön ist es da in Meissen.


^im Hof der Albrechtsburg


^Blick auf die Türme vom Dom


^die Zufahrtsstrasse zur Albrechtsburg.

Wer sich den doch ziemlich steilen Aufstieg zur Burg und Dom ersparen möchte, hat die Möglichkeit mit einem Schrägaufzug in ca. 40 Sekunden die 33 Höhenmeter zu überwinden. --> Link Die Fahrtkosten für die Bergfahrt betragen 1,- €.
Ich ging dann gemächlich hinunter in die Altstadt durch schmale Gassen




^am Marktplatz; mit der Pferdedroschke kann man unterschiedliche Touren fahren, z,B. in die Altstadt, zur Burg hinauf oder in die Weinberge.


^Geschäftshäuser am Marktplatz


^das Meissener Rathaus aus dem Jahr 1470, Ende des 20. Jahrhunderts grundlegend saniert. --> Link

Ja, das war ein kleiner Auszug meines Rundgangs durch Meissen und damit war dann auch mein Tagespensum für diesen Donnerstag erfüllt. Ich verbrachte eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz unterhalb der Albrechtsburg


Tagesstrecke von Mühlberg nach Meissen -> 56 Kilometer
Gesamtsrecke bisher -> 500 Kilometer

Die nächste Etappe führte dann über Moritzburg nach Dresden, davon aber mehr im nächsten Teil und der folgt Morgen. :)

marny am 10 Jul 2018 07:49:15

Meissen - was für ein wunderschöner Ort - und Du hast sehr schöne Fotomotive eingestellt... auf Moritzburg bin ich schon gespannt, kenne ich noch gar nicht -

Schade, dass ich nicht bewerten darf...von mir trotzdem ein dickes Positiv.... :kette:

Micha1958 am 10 Jul 2018 07:55:20

War wirklich schön mitzufahren bei Dir, Frank, danke.

Meissen ist eine tolle Stadt, hat mir sehr gefallen dort.

Gruß Micha

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