Caravan
luftfederung

Reisebericht Südengland 2018


lucy05 am 11 Jul 2018 18:35:30

Fr 01.06.18

Wir haben uns mit der Wahl von Südengland als Reiseziel wahnsinnig schwer getan. Seit Jahren schleichen wir drum herum und haben doch immer letztlich gesagt, vielleicht im nächsten Jahr dann mal… Nicht wohnmobilfreundlich, teuer und das Wetter… Nun mit dem Brexit fühlt es sich ein wenig wie „jetzt oder nie“ an, wer weiß, ob und wie sich die Einreisebestimmungen für Hunde ändern werden. Dennoch haben wir auch dieses Mal wieder lange gezögert, Alternativziele ausgeguckt… und erst heute am Abreisetag die Fähre dann tatsächlich gebucht, wir ziehen es durch! Heute geht es nur bis Kamp-Lintfort, wo wir uns morgen mit einer Bekannten treffen werden, die ebenfalls 2 Shelties hat, die mit unseren nahe verwandt sind.

Eine passende Gelegenheit, unsere 4 Begleiter vorzustellen: die beiden Aussies Grisu und Joey und die Shelties Smilla und Faye, letztere gerade süße 6 Monate alt




Sa 02.06.18

Der Morgenspaziergang mit der Sheltie-Verwandtschaft ist richtig schön und harmonisch, anschließend geht es in den Norden Frankreichs. Wir werden von Calais aus am Montag übersetzen und die Nacht zuvor am Cap Blanc-Nez verbringen, wo wir schon oft waren und es einfach wahnsinnig schön ist. Für heute wollen wir uns Ziele anschauen, wo wir noch nie waren. Der erste Versuch ist Dunquerque, klang nach einer Kombi aus quirligem Städtchen und Strand, aber vor Ort wirkt es ziemlich herunter gekommen und beide Stellplätze, die wir uns ansehen, sind absolut nicht schön. Einzig der Strand ist ganz nett, aber übernachten möchten wir hier nicht. Kurz die Hunde den Strand unsicher machen lassen, dann geht es weiter. In Gravelines waren wir bereits, also steuern wir das angrenzende Grand-Fort-Philippe an. Das hat mittlerweile einen offiziellen Stellplatz, der gar nicht mal schlecht ist. Ruhig gelegen, ein eher kleiner Schotterplatz ausschließlich für Wohnmobile und kostenfrei. Gegenüber erreicht man den Küstenwanderweg am großen Naturschutzgebiet und ist über diesen in gut 5 Minuten am Ortsstrand. Der allerdings ist klein und voll, man müsste doch auch westlich der Hafenmündung den Strand erreichen, denken wir uns. Und tatsächlich führt ein Weg in rund 15 Minuten durchs Naturschutzgebiet quer hinüber und endet an einem absolut einsamen Strand, den wir die nächsten 2 Stunden genießen. Die Hunde spielen und rennen und stören hier niemanden, wir spazieren ein Stück und dösen dann noch ein wenig. Irgendwann treibt uns der Hunger zurück zum Wohnmobil.

auf der Suche nach dem Strand



gefunden :) (sorry, auf den meisten Bildern ist auch irgendein Hund drauf :oops: )




So 03.06.18

Die Hunde haben sich offenbar noch nicht an das Ausschlafen gewöhnt und wecken mich gegen 5:30Uhr. Immerhin ist es schon hell, also kann ich auch aufstehen… Wir laufen erneut zum Strand hinter dem Naturschutzgebiet, die Luft ist frisch, der Kaffee schmeckt gut, die Sonne scheint und wir haben alles für uns alleine. Tage können wirklich schlechter beginnen.

ich verspreche, man sieht bald auch was anderes als Hunde... ;D



die Shelties sind etwas wasserscheu... ih, nass!!




Nach dem Frühstück brechen wir auf zum Cap Blanc Nez und parken erst Mal oben auf dem Wanderparkplatz am Funkturm, wo man auch prima übernachten kann (allerdings ohne direkte Aussicht und relativ weit weg vom Meer).



Von hier starten wir zu einem schönen Rundweg über die Höhen bis zum Ortseingang von Sangatte und dann zurück an der Steilküste entlang bis zum Obelisken. Rund 8km, tolle Aussicht, Sonne satt, so langsam kommen wir wirklich in Urlaubsstimmung. Auch die White Cliffs of Dover können wir schon als hellen Streifen am Horizont ausmachen.





Mittags wechseln wir unten im Ort auf den kleinen und sehr günstigen Campingplatz (eher eine einfache Campingwiese), da wir ver- und entsorgen müssen und so viel näher am Strand sind. Die nächsten Stunden dösen wir aber erst Mal im Liegestuhl, die Hunde sind platt und wir auch.
Als wir nachmittags zum Strand wollen, ist da kein Strand, ein Flutopfer sozusagen. Also laufen wir über die Höhen Richtung Westen und hoffen, dass der Strand für den Rückweg wieder auftaucht. Tut er nicht wirklich, also noch eine längere Pause am Strand im Nachbarort (der offensichtlich nicht komplett verschwindet) und stürzen uns schließlich in die Fluten. Nein, so schlimm ist es nicht und das Wasser ist überraschend warm und nicht wirklich tief, ich fürchte, die wasserscheuen Shelties reden trotzdem erst Mal nicht mehr mit mir…







Abends noch grillen und dann früh ins Bett, warum wir dachten, es sei eine gute Idee, früh am Morgen überzusetzen, erschließt sich mir angesichts der Weckzeit irgendwie nicht mehr…


Mo 04.06.18

Um 4:25Uhr geht der Wecker, nach ein wenig herum irren sind wir so zeitlich passend am Fähr-Check-In angekommen. Ein Moment gespannter Erwartung, als die Impfpässe der Hunde kontrolliert werden, aber alles ist in Ordnung, welcome on board. Leider sind 90% der übrigen Fährgäste diverse lärmende Schulklassen, aber die halten immerhin wach. Im Hafen von Dover stellen wir fest, dass wir die White Cliffs gestern von Frankreich aus besser gesehen haben, es hängt unheimlich dichter, feuchter Nebel über allem, na wenn das mal nicht stilecht ist. Wir stoppen kurz an einer Bank, um möglichst schnell mit Münzen-sammeln anfangen zu können, und kurven dann hinauf zum National Trust Visitor Center der White Cliffs. Es ist noch nicht mal 8 Uhr, noch niemand dort, wir suchen uns einen Parkplatz aus und frühstücken in Ruhe. Der Nebel lichtet sich langsam (die dichten Wolken bleiben leider den ganzen Tag) und spazieren gemütlich rund 1,5 Stunden bis zum Leuchtturm und zurück, da das Visitor Center erst um 10Uhr öffnet.



Wie in Schottland damals treten wir für ein Jahr dem National Trust bei. Ja, es gibt auch Kurzmitgliedschaften, aber zum einen mag ich deren Arbeit und unterstütze sie gerne und zum anderen sind so auch alle National Trust Parkgebühren abgedeckt (die im Falle der White Cliffs bereits 7 Pfund für ein WoMo betragen hätten…). Grob durchgerechnet, müssten wir uns am Ende so knapp im Plus bewegen (Spoiler: tatsächlich waren wir weitaus mehr im Plus), aber darum geht es weniger: es macht einen riesen Unterschied, vor einer Sehenswürdigkeit zu stehen und zu denken: wow schaut toll aus und ich komm „umsonst“ rein!! Oder sich zu fragen, ob die 20-25 Pfund alles in allem das nun wirklich wert sind…

Wir haben nicht so wirklich einen Plan, an sich nur, langsam die Küste entlang bummeln und am Ende der rund 2,5 Wochen in England (ein Rückfahrticket haben wir noch nicht gebucht) so grob in Tintagel angekommen zu sein und dann noch so 2-3 Tage zurück bis Dover zu haben. Dafür müssen wir uns nicht beeilen, also biegen wir kurz hinter Folkestone nach Dungeness ab, eine Wüste in GB (das ist tatsächlich als solche klassiert), das muss man doch gesehen haben! Hm, angekommen war der erste Gedanke: für einen breiten Kieselstrand sind wir hier herunter gefahren? Aber es hat wirklich was! Mit den Schiffwracks, verrosteten Apparaturen, den hübsch blühenden Steinpflanzen und ja, kilometerweit Kiesel“wüste“. So laufen wir eine größere Runde, das Atomkraftwerk im Hintergrund muss man einfach ausblenden. Kostenfrei gut parken kann man mit dem WoMo hier übrigens auch.








Nun ist es zwar erst 13 Uhr, aber irgendwie fühlt sich der Tag schon sehr lang an. Wir entscheiden uns für einen letzten Programmpunkt für heute: das Bodiam Castle (ebenfalls dem NT gehörend). Der Parkplatz dazu sieht prima übernachtungsgeeignet aus, ist es aber nicht, also overnight parking verboten.Na ja, wir wussten wir es ja vorher schon, also einfach nur das Bodiam Castle genießen. Von außen sieht es sehr eindrucksvoll aus, im Inneren ist es halt Ruine, aber auf Tafeln werden einige interessante Details zum alltäglichen Leben auf einer Burg damals erzählt (ein wenig hat man sich dabei auf die Toiletten eingeschossen. Kleine Kinder wurden übrigens zum Reinigen der Toiletten-Schächte besonders gerne genutzt).



Jetzt muss ein Übernachtungsplatz her. Dogwood Camping klingt gut, ist nicht weit weg, also hin. Vor Ort ein Schild: Certified Site, nur Club Member. Also es handelt sich um eine einfache Wiese an einer Art Farm, nicht wirklich ein Campingplatz, dass man dafür auch Club Member sein muss, ging irgendwie an mir vorbei. Wir fragen trotz mangelnder Mitgliedschaft nach und sind herzlich willkommen (allerdings auch die einzigen Gäste auf der Wiese, von den freilaufenden hauseigenen Hühnern und Zwergziegen mal abgesehen). Der Besitzer ist übrigens sehr nett und spricht recht gut deutsch!


Di 05.06.18

Heute räumt England mit den Vorurteilen etwas auf. Der Tag beginnt zwar wolkenverhangen, der Spaziergang über die Hügel am frühen Morgen ist dennoch schön. Nach dem Frühstück beschließen wir, Rye eine Chance zu geben. Rye ist ein in Reiseführern als sehr reizvoll beschriebenes altes Städtchen, an dem wir gestern achtlos vorbei gefahren sind, da wir dachten, eh keinen Parkplatz zu bekommen. Ja, die Parklücken für PKWs auf dem Busparkplatz sind eng (und alle anderen öffentlichen Parkplätze haben Höhenbarrieren), wir parken aber schräg gegenüber auf dem Supermarktparkplatz, da wir sowieso noch einkaufen müssen und nicht zweimal zahlen wollen. Das Schild dort erklärt lediglich, man darf nur 2 Stunden parken (für 2 Pfund, pay and display), aber man muss die 2 Stunden nicht zwingend im Supermarkt verbringen. Die Parklücken vor der Mauer nehmen unser 6-Meter Wohnmobil problemlos auf (man kann nach hinten Richtung Mauer überhängen und breit genug sind sie). So bummeln wir knapp 1,5 Stunden durch das wirklich schöne Städtchen und bekommen beim Einkaufen hinterher sogar die 2 Pfund für das Parkticket gutgeschrieben! Ab 10 Pfund Einkaufswert wird das Ticket rückerstattet, also alles in allem eine sehr gute Alternative zum Busparkplatz. Rye lohnt absolut, nicht nur die schönen alten Häuser, es gibt auch viele interessante kleine Läden und Galerien zum bummeln und bestaunen.











Viel an Programm möchten wir heute nicht machen, aber das Land-Haus von Kippling, dessen bekanntestes Buch wohl das Dschungelbuch ist, möchten wir uns gerne anschauen, auch wenn es nicht wirklich auf dem Weg liegt. Wenn man sich Zeit nimmt, kann man unheimlich viel in den originalgetreu eingerichteten Räumen entdecken, ein Eintauchen in eine andere Zeit und ein anderes Leben. Mich fasziniert so etwas ja!
Anschließend geht es an die Küste, den Leuchtturm am Beachy Head besuchen und die größtenteils schon weggebrochenen Häuser am Birling Gap (dessen Parkplatz auch zum NT gehört, was gut für uns als NT-Member ist, denn Parkplätze kosten sonst grundsätzlich fast immer Geld hier und das nicht gerade wenig). Wir spazieren noch ein Stück die Steilküste entlang und so langsam wird auch das Wetter besser.








Als Übernachtungsplatz haben wir uns den quasi offiziellen WoMo-Stellplatz in Newhaven gut 15km weiter ausgesucht. Wir sind gespannt, ob der wie beschrieben existiert, aber ja: für 3 (!) Pfund kann man hier über Nacht an der Kaimauer oder dahinter auf Wiese stehen, hat einen Kieselstrand anbei, blickt auf Leuchtturm und Steilküste. Und wir WoMo-Fahrer sind hier wirklich willkommen, nicht nur irgendwie geduldet. Ganz offiziell wird man eingelassen (also die Höhenschranke weggeklappt), eine gute Nacht gewünscht, ruhig ist es auch. Na bitte, geht doch in England! Abends verschwinden auch die Wolken.








Fortsetzung folgt :)

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

juttaundklaus am 11 Jul 2018 18:59:09

Sehr schöner Bericht, freue mich auf die Fortsetzung. War schon mehrmals in Südengland und bekomme beim Lesen Sehnsucht...
Gruß Jutta

Shiver am 12 Jul 2018 11:49:50

Danke für den Bericht! Bin gespannt auf die Fortsetzung :-) Wir fahren nächste Woche nach Südengland. Würdest du empfehlen, die Fahrräder mitzunehmen? Wir möchten keine grossen Rad-Touren machen (Südengland ist ja da nicht so geeignet), aber evtl. wenn man ausserhalb parken muss, wäre ein Fahrrad doch praktisch?!?
Tschüssi Michaela

Julia10 am 12 Jul 2018 12:17:45

Beginnt ja schon sehr interessant Eurer Reisebericht. Fotos sind super :)

Bislang war ich immer ohne Womo in England, muss ich aber dringen ändern, wenn die die Bilder sehe.

Bin gespannt, wie es weitergeht.

Julia

lucy05 am 12 Jul 2018 13:19:55

Nein, Fahrradfahren würde ich nicht empfehlen. Die Straßen sind oft schmal und an den Seiten von hochgewuchertem Grün begrenzt, wodurch man erst im letzten Moment sieht, was einem entgegen kommt, Radwege gibt es quasi nicht. Ich hätte es viel zu gefährlich gefunden!

weiter geht es:

Mi 06.06.18

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist zwar durchwachsen, aber heute haben wir mal Sonne satt. Am frühen Morgen ein Spaziergang entlang der Klippen, Faye hat mich mal wieder viel zu früh aus dem Bett geworfen… Aber schön ist es, wir blicken schließlich sogar bis Brighton.






Für heute haben wir uns nur Petworth House ausgeguckt, halten auf dem Weg dorthin aber noch am Devil’s Dyke, einfach um eine von Südenglands größten Schluchten zu sehen (ok, eine grasbewachsene Senke). Hier hätte man auch prima übernachten können, wie wir feststellen, auf der Zufahrt über die Devils Dyke Road von der A27 kommend sind immer wieder durch Hecken abgeschirmte kleine Parkplätze mit schönem Blick und auch am NT-Parkplatz ganz am Ende der Strecke gibt es kein Übernachtungsverbot (3 Wohnmobile haben hier offensichtlich auch übernachtet, mit Traumblick!). Da es schöner als erwartet ist, laufen wir die größte der Rundtouren, die im Flyer am Parkplatz angegeben sind. 2 Stunden laut Flyer, na ja, dafür muss man aber fast schon rückwärts laufen, 3,9km sagt unser Handy-Mitschnitt hinterher. Sehr schön ist es aber wirklich, anfangs weite Blicke übers Land, dann ein naturbelassener Wald und schließlich die Schlucht selbst.







So erreichen wir erst Mittags Petworth House, das seit fast 900 Jahren im Besitz einer adeligen Familie ist und seit mehreren Hundert Jahren ein Anziehungspunkt für Künstler und Kunst. Hier ist somit die wichtigste Kunstsammlung des National Trust. Beeindruckend ist es wirklich, auch die Zimmergestaltung, das Treppenhaus, die Kapelle…! aber „wohnlich“ sieht es mal nicht aus. Interessante Einblicke ins normale Leben bietet der Dienstbotentrakt. Der große zugehörige Park wurde vom berühmtesten englischen Landschaftsarchitekten Capability Brown entworfen (auch wenn es so mit deutschen Augen halt einfach ein hübsches Stück Natur ist, aber das war wohl Sinn und Zweck des Ganzen).








Für die Nacht haben wir uns einen der in England eher raren ACSI-Campings ausgeguckt (wo wir im Gegensatz zu irgendwelchen britischen Camping Clubs Mitglied sind), südlich von Petworth am Meer bei West Wittering gelegen. Zwar trennen einen knapp 15 Minuten zu Fuß vom Meer, aber bei 15 Pfund für alles (Hunde umsonst, W-Lan auch) kann man nicht meckern. Wir würden gerne mal einen „Pausentag“ machen, aber dafür ist die Lage doch etwas suboptimal und der Strand nur grober Kies, zudem beschert uns das W-Lan auch keine passende Wettervorhersage für einen Strandtag morgen… Heute setzen wir uns aber gerne für den Tagesausklang noch ein Stündchen in den Kies in die Sonne.




Do 07.06.18

Wir machen heute einen größeren Schlag bis hinter Poole, um langsam mal etwas mehr Richtung Westen zu kommen und das Wetter ist wirklich nicht so dolle, wenn auch größtenteils trocken.
Wer sich etwas auskennt in Südengland, merkt spätestens jetzt, wir umfahren so einiges: Hastings, Brighton, Portsmouth mit seinen Historic Dockyards, Poole… ja, das ist Absicht oder so ein wenig unser persönlicher Südengland-Kompromiss. Wo wir vermutlich nicht willkommen sind oder es nach einer Mischung aus endloser Parkplatzsuche + horrend hohen Preisen klingt, fahren wir einfach nicht hin, ist schließlich Urlaub, da will man sich nicht ärgern. Außerdem sind wir auch nicht so die Menschen, die größeren Städten mit viel Bespaßung etwas abgewinnen können. Stattdessen beginnt unsere Tour heute mit einem uralten Eibenwald nördlich von Chichester, die ältesten Exemplare sind bis zu 9000 Jahre alt, das muss man sich mal vorstellen, die ältesten Lebewesen Englands, was man in 9000 Jahren so alles miterlebt hat… (Trockener, heißer Mai? Weißt du noch der vor 2745 Jahren, der war mal trocken und heiß, über den diesjährigen lachen wir doch nur. Brexit? Na, da hättet ihr Mal die Differenzen zu Zeiten von King Arthur miterleben sollen…). Der Parkplatz am Naturschutzgebiet Kingley Vale ist kostenfrei (und ohne Übernachtungsverbot), die ganze Runde inklusive des Zuwegs ist etwa 6km lang und lohnt absolut. Nicht nur die Methusalem-Bäume, auch der naturbelassene Eichenmischwald sowie ein reiner großer Eibenwald, dazu weite Blicke übers Land bis zum Meer (und bei besserer Sicht als heute ist es vermutlich gleich noch mal so schön).





Wir haben den Tag ziemlich bummelig gestartet, lange geschlafen, eingekauft… Nach der Wanderung ist es schon fast 14 Uhr und wir möchten ja noch bis zur Purbeck Halbinsel hinter Poole kommen heute. Eigentlich an den Strand, aber wegen des Wetters und der vorgerückten Zeit, schauen wir uns alternativ das Corfe Castle mit dem hübschen angrenzenden Örtchen an und schwenken dann zum wenige Hundert Meter entfernt liegenden Norden Farm Camping. Das klingt so klein und nett, entpuppt sich aber als riesiges (und ziemlich gut gefülltes) Camping-Areal. Lust weiter zu suchen haben wir nicht und grün und recht ruhig ist es schon, wir bleiben. Morgen möchten wir dann endgültig einen Strandtag einlegen, keine Besichtigungen, wenig Kilometer.








Fr 08.06.18

Für den Morgenspaziergang wechseln wir wenige Kilometer weiter auf einen der südlichen Parkplätze in der Studland Bay und laufen zu den Old Harry Rocks und noch ein Stück weiter mit Blick über Swanage. Noch ist es dicht bewölkt und wir zweifeln schon an unserem Strandtag-Vorhaben, aber als wir kurz dahinter den Großparkplatz am Sandstrand erreichen, setzt sich langsam die Sonne durch und richtig schön warm ist es. Die nächsten gut 4 Stunden lesen und dösen wir am Strand, spielen mit den Hunden, genießen die Sonne. Jaaa, genau so muss das sein!






Spielzeug gefunden






Alle Parkplätze an der Studland Bay gehören zum National Trust und kosten heftige 10 Pfund für ein WoMo-Tagesticket (das aber an allen Parkplätzen gültig ist). So langsam denken wir, unsere Mitgliedschaft wird sich schon alleine durch die eingesparten Parkgebühren rentieren…
Für die Nacht möchten wir nicht schon wieder auf einen Campingplatz und da es auf Wanderparkplätzen ja nun nicht unmöglich zu sein scheint, steuern wir den Parkplatz des Maiden Castle an, ein riesiges eisenzeitliches Fort (eigentlich bloß ein grasbewachsener Hügel mit vielen Schafen drauf), aber dafür tatsächlich ohne Eintritt, ohne Parkgebühren und selbst im Kleingedruckten lässt sich nirgendwo ein Hinweis auf ein Übernachtungsverbot finden. Wunderbar ruhig ist es außerdem, wir bleiben.




Sa 09.06.18

Ausschlafen wird überbewertet, pünktlich zum Sonnenaufgang um 5:10Uhr (immer 6:10Uhr deutscher Zeit) laufe ich mit den Hunden los das Fort erkunden. Das ist wirklich interessanter als gedacht, man kann gut verstehen, warum diese Hochebene seit rund 4000 Jahren besiedelt war, das Gelände ist perfekt, die Aussicht auch. Heute Morgen patrouillieren nur die Schafe, aber auch sie haben problemlos alles im Blick. Am schönsten ist aber, dass der Tag endlich mal mit Sonne startet, da sieht die Welt doch gleich ganz anders aus. Der Hochnebel ist zwar den ganzen Tag immer mal wieder dichter zwischendurch, aber insgesamt ist es ein warmer und freundlicher Tag. 2 Stunden lang spazieren wir durch die Anlage mit vielen Pausen, einfach nur die Ruhe, den Ausblick und den Kaffee genießen.









Nach dem Frühstück geht es dann an die nahe Jurassic Coast, wo man im abbröckelnden Gestein der Steilküste viele Fossilien finden kann. Praktischerweise gehört auch dieser Parkplatz dem NT, man könnte meinen, ihnen gehört halb Südengland, aber gut für uns. Fossilien findet man tatsächlich viele, aber für die meisten bräuchte man einen Presslufthammer, um sie aus den großen Gesteinsbrocken zu lösen. Egal, die Suche macht trotzdem Spaß und 2 recht schöne Stücke finden wir tatsächlich. Auch die Hunde haben Spaß, die Sonne scheint, über uns kreisen die Möwen, die im löchrigen Gestein ihre Nester haben. Es fühlt sich ziemlich perfekt an.











Wir gehen mögliche Tagesziele durch und entscheiden uns für einen ACSI-Camping kurz hinter Exeter (wieder knapp 15 Pfund, Hunde umsonst). Auf dem Weg liegt „A la Ronde“, gestaltet von 2 reichen Cousinen, die im 18 Jahrhundert Europa bereisten und hinterher eine extravagante Bleibe für sich und ihre ganzen Urlaubsmitbringsel wollten. Das Haus ist 16-eckig, also quasi rund, viele kleine Räume auf 2 Etagen um ein mittiges 8-Eck angeordnet. Es ist urgemütlich, ich könnte hier sofort einziehen, und man schaut bis aufs Meer. Aber ich hätte es mir „exotischer“ vorgestellt mit mehr Reise-Krimskrams, so rein von der Beschreibung her. Auch ist der Muschelraum nicht mehr zugänglich, zu viel Schaden hat er genommen.






Der ACSI-CP ist riesengroß und ziemlich voll. Aber die Parzellen sind auch groß, Sanitär ist gut, mit Kindern hätte man hier außerdem zig Bespaßungsmöglichkeiten. Dennoch könnte sich so eine britische Camping Club Mitgliedschaft wohl lohnen, um an die kleinen „Certified Sites“ heran zu kommen, die da auch abgedeckt zu sein scheinen. Die großen Plätze sind eigentlich nichts für uns und für den Rest des Urlaubs achten wir darauf, diese konsequent zu umgehen.
Frank möchte noch mal ans Meer. Das ist an sich keine schlechte Idee, bis sich herausstellt, dass es sich um eine halbe Weltreise handelt. Die ersten 15 Minuten sind noch ganz nett, an Wiesen vorbei und durch einen schönen Laubwald.



Dann aber noch mal rund 15 Minuten an der Straße an diversen Bungalow-Siedlungen entlang, bis man den Vergnügungs-Pier von Dawlish erreicht… Ja, hier ist es so, wie ich es in Reiseführern als typisch englisch schon gelesen habe: Eine Art Kirmes, Fressbuden, Strand-Shops… wenn man sich erst Mal durchgekämpft hat, steht man vor einem ziemlich hässlichen, schmalen Stück Strand. Wie gut, dass Hunde hier gar nicht hindürfen, wir müssen noch gut 200m weiter und der Strand ist gleich viel breiter und schöner. Viel los ist glücklicherweise nicht, so dass es auch mit Grisu geht.

Angekommen am Hundestrand



da hinten ist Exeter






Abends sind wir dann alle ziemlich platt, mal schauen, wie viel von Süd-Devon und dem Dartmoor-Nationalpark wir morgen mitnehmen.


Fortsetzung folgt :)

iwoi am 12 Jul 2018 14:52:12

Ich freue mich über diesen interessanten Reisebericht. So komme ich wenigstens auch mal nach England!
Das auf den Bildern meistens, mindestens ein Hund :D mit drauf ist, macht diese lebendiger und ich finde sie sehr gelungen.
Das Bild mit den Fossilien gefällt mir besonders gut.

Beduin am 12 Jul 2018 16:39:07

Ja, hast viele tolle Bilder drin. Zu Anfang das mit der kleinen Faye wie sich vorm Wasser ekelt, zum schießen :lol:
Freue mich auch auf die Fortsetzung

Micha1958 am 12 Jul 2018 17:34:11

Tolle Bilder aus einer sehr schönen Ecke der Welt.
Macht Spaß hier zu lesen.

Gruß Micha

HUGOSTRATZ am 12 Jul 2018 17:48:26

Klasse Bericht und tolle Fotos!

Freue mich auch auf die Fortsetzung :razz:

G.H.

FamilieWeber am 12 Jul 2018 18:12:53

So ein toller Bericht! Wir haben vor vielen Jahren eine zeitlang bei Chichester gelebt und kennen daher die Küste recht gut. Wir hatten damals unser Womo dabei und haben viel angeschaut. Bin ganz wehmütig, wenn ich deine Bilder sehe. Wir fahren zwar immer mal wieder hin, aber ich vermisse es dann doch.

Freue mich auf die Fortsetzung

Gruß, Familie Weber

lucy05 am 12 Jul 2018 19:38:44

Freut mich, dass euch der Bericht gefällt :) ! Ja, England hat uns wirklich positiv überrascht, ich hoffe sehr, dass man auch in Zukunft noch ohne riesen Aufwand mit Hunden einreisen kann...

der nächste Tag hatte dann aber auch einige nicht so schöne Überraschungen zu bieten...

So 10.06.18

Der heutige Tag gestaltet sich etwas durchwachsen. Es beginnt noch recht nett mit Sonne auf dem Campingplatz, als wir das Dartmoor erreichen, dominiert jedoch wieder der dichte Hochnebel. Das passt durchaus, das Dartmoor hat angeblich weit über 200 Regentage pro Jahr, so gesehen haben wir noch Glück. Auf dem Weg machen wir Bekanntschaft mit den ersten Straßen, die ziemlich exakt so breit wie unser Wohnmobil sind. Sofern man die Außen-Spiegel einklappt jedenfalls, sonst nimmt man einiges an Botanik mit. Links und rechts zugewuchert, die Passing Places würden höchstens 2 Smarts erlauben, sich aneinander vorbei zu quetschen, quasi sich schlängelnde Hohlwege, ohne die Möglichkeit zu sehen, was einem entgegen kommt. Aber es ist noch relativ früh am Morgen, wir erreichen recht unbehelligt die Haytor Rocks. Der Parkplatz ist kostenfrei, unsere kleine Wanderung trotz des diesigen Wetters richtig schön. Weite Blicke, Wacholder, die Felsformationen und friedlich grasende Kühe.



die Shelties finden eigene Beschäftigungen...






für jeden Hund der passende Stein :lol:




Wir trauen uns also besten Mutes noch nach Widecombe on the Moor, ein winziges Nest mit schöner alter Kirche.






Die Anfahrt war problemlos, wir überlegen, wie es weiter gehen soll. Und entscheiden uns falsch. Statt brav auf irgendwie breiteren Straßen zurück zu kehren und Richtung Westen zu schwenken, möchten wir noch runter in den Südostzipfel von Devon, weil es im Reiseführer zu schön klingt. Die nächste Stunde schwitzen wir Blut und Wasser, denn halb England scheint auf den knapp 2,5 Meter breiten Sträßchen unterwegs zu sein, klar Sonntag halt. Leider scheint auch kaum einer rückwärts fahren zu können, eine alte Dame zwang uns, gut 200m rückwärts zu fahren, obwohl so etwa 20 Meter hinter ihr eine Einfahrt zum problemlosen passieren gewesen wäre, keine Chance… Am besten war der Audi-Cabrio-Fahrer, der ebenso kaum 30 Meter zurück musste (wir alternativ etwa ewig weit) und der es nach einiger Diskussion versucht hat und etwa 10 Minuten im Zickzack mal links mal rechts in die Botanik gefahren ist… Gut, wir als WoMo hätten da nicht hingehört, aber da hätten auch keine 2 PKWs aneinander vorbei gepasst und wenn man so gar nicht in der Lage ist, sein Auto ein paar Meter gerade rückwärts zu manövrieren?! Am „interessantesten“ war aber die Brücke, aber alles wieder zurück fahren war da schon lange keine Option mehr. Mit maximal 2cm Platz links und rechts manövrieren wir uns gaaanz vorsichtig hinüber. Ganz zu schweigen von den Kühen und Schafen auf der Straße, wenn einem gerade mal kein Auto entgegen kommt. So eine „einmal und nie wieder“ Strecke mit dem Wohnmobil!!!
Endlich kommen wir in Dartmouth an, das ist ebenfalls vollgestopft mit Sonntags-Ausflüglern, aber auf dem zentralen Parkplatz kommen wir noch gut unter. Schön ist es wirklich, der Spazierweg am Hafen entlang, der schon etliche Kriegsvorbereitungen in den letzten Jahrhunderten gesehen hat, die alten Häuschen und die kleinen Läden und Galerien, die trotz dass Sonntag ist, geöffnet haben. Wir gönnen uns ein Eis, schauen den Booten zu und entspannen langsam wieder.








Unser WoMo-Reiseführer schlägt einen Strand-Parkplatz nicht weit weg vor, der das Übernachten angeblich erlaubt. Wahrscheinlich kommt uns das nicht vor, aber wir fahren mal hin. Ja, man darf über Nacht parken, aber nein, man darf ausdrücklich nicht dabei schlafen. So weit, so schlecht, der Strand hat echt schön ausgesehen. Wir hatten alternativ einen Camping ein paar Kilometer weiter im Auge, aber die Straße ist komplett gesperrt, eine Umfahrung würde locker 40km bedeuten… Hm. Wir steuern stattdessen einen Wanderparkplatz rund 5km auf dem Weg zurück an, der ist ruhig und verbietet das Übernachten nicht. In gut 10 Minuten ist man zu Fuß an den Klippen über dem Meer mit toller Aussicht und in knapp einer Stunde würde man sogar das Castle an der Hafenmündung von Dartmouth erreichen. Heute aber nicht mehr. Mit uns übernachten hier 2 weitere Wohnmobile, großartig Alternativen scheint es hier tatsächlich nicht zu geben.


Mo 11.06.18

Eigentlich wollten wir heute eine Wanderung ab East Prawle machen, mit ein Grund, warum wir überhaupt noch mal hier runter gefahren sind. Aber durch die Straßensperrung ist die genauso gestorben wie der Besuch des Örtchens Salcombe. So machen wir alternativ einen ausgedehnten Morgenspaziergang von unserem Wander-Übernachtungsparkplatz aus. Frank rafft sich sogar auf und kommt mit, an sich starten wir auch relativ spät, es ist schon 6 Uhr (also 7Uhr in Deutschland), als wir aufbrechen. Zu Anfang ist es noch dicht bewölkt, schade denke ich, heute hätte sich schönes Morgenlicht wirklich gelohnt. Als wir nach knapp einer Stunde das Castle von Dartmouth erreichen, setzt sich die Sonne dann tatsächlich durch, den Rückweg machen wir gaaanz bummelig, Aussicht, Sonne und überraschende Wärme genießen. Der erste wirklich heiße Tag des Urlaubs in England ist es.

Die Sonne kommt raus, Mist, warum sind wir gerade im Wald?



Aber sie bleibt, die Sonne





Blick vom Castle auf Dartmouth






Beim Frühstück diskutieren wir, was wir mit der „gewonnenen“ Zeit anfangen. Wir möchten bis nach Cornwall kommen, genauer nach Mevagissey, auch wenn wir uns nicht so sicher sind, ob man auf dem Ortsparkplatz wirklich übernachten darf. Da das Wetter zu gut ist, um es nicht im Freien zu nutzen, entscheiden wir uns für Minions! Ja, der Ort heißt wirklich so und liegt im Bodmin Moor, wo unser Reiseführer einen Wandervorschlag zu Cheesewrings und einem Steinkreis bereit hält. Im WoMo-Führer ist der Ausflug gar nicht erst erwähnt, es sind wieder recht „weiße“ Straßen, wir befürchten das schlimmste. Aber wenn man bis hinter Liskeard das Navi ignoriert und stur auf der A38 bleibt und dann über die gelbe Straße ins Moor reinfährt, ist alles halb so schlimm (das haben wir uns auch vorher genau ausgeguckt, fröhlich drauf los fahren auf weißen Sträßchen passiert uns nicht mehr!). Aber gegen das Dartmoor ist es hier ein Straßen-Breiten-Paradies, sozusagen. Minions hält zudem einen kostenfreien großen Schotterparkplatz bereit, von dem aus man in 10 Minuten den Steinkreis erreicht. Der ist belegt von Panda-Kühen und ihren Kälbern, also halten wir respektvoll Abstand.



Nach rund 20 weiteren Minuten erreicht man die gestapelten Steinringe, was auch immer sie so geformt und gestapelt haben mag, absolut faszinierend!





Wir überlegen, noch ein Stück weiter zu laufen, die ganze Wanderung ist bei der Hitze aber zu lang für die Hunde (also vor allem für Senior Grisu und Zwergnase Faye), gegenüber im Tal liegt ein Steinbruch, den suchen wir uns als Ziel aus. In der Gegend wird Granit abgebaut, der z.B. beim Bau der Westminster Bridge zum Einsatz kam. Auf dem Weg begegnen wir vielen Schafen, Panda-Kühen und sogar den berühmten halbwilden Bodmin-Ponys! Also, keine Ahnung, aber da es ja auch Dartmoor- und Exmoor- und so weiter Ponys gibt, muss es wohl so sein.
Der Steinbruch bietet vor allem eine sehr willkommene Abkühlung für die Hunde.






Wieder am Wohnmobil ist es gerade mal kurz nach 14 Uhr, Frank hatte eh noch das Lanhydrock House im Blick und es ist kein Umweg. Lanhydrock gehört dem National Trust und wird so präsentiert, wie es von den letzten 2 Generationen um 1900 bewohnt wurde, im viktorianischen Stil. Das ist gar nicht mal lange her, umso faszinierender die verschiedenen Trakte und recht abgetrennte Leben für den Mann, für die Frau und für die Kinder und vor allem auch für die Dienstboten, die sehr weit ihr eigenes Leben aufgegeben haben, um immer da zu sein für ihre „Herren“. Auch der Garten ist wirklich schön, recht formal allerdings, dafür schaut es wirklich nach Garten aus und nicht nach „Wildnis“.










Nun steigt die Spannung, sind wir in Mevagissey willkommen? Es ist ein kleines, sehr schönes Fischerdorf und die Lost Gardens of Heligan, die wir morgen als erstes besuchen wollen, sind nicht weit entfernt. Und auf dem großen Parkplatz vor dem Ort (etwa 5 Minuten zu Fuß vom Hafen entfernt) ist das Übernachten wirklich ganz offiziell erlaubt! Billig ist es nicht, 8 Pfund zahlen wir bis 10 Uhr am Folgetag, letztlich ja bloß für einen Parkplatz. Aber Nachts ist es ruhig und Mevagissey ist wirklich sehr schön! Wir bummeln noch eine Weile durch den Ort und am Hafen entlang, aber wir haben viel erlebt heute und sind dann auch froh, früh ins Bett zu kommen.








Di 12.06.18

Nicht immer fängt der frühe Vogel den Wurm, leider hält sich zum Morgenspaziergang hartnäckig ein Wolkenfeld vor der Sonne… Wir laufen Richtung Nordosten auf dem Küstenwanderweg, passieren einen schönen Strand (die steile, lange Treppe hinab ist aber nichts für Grisus Rücken) und genießen die Aussicht. Also ich zumindest, die Shelties spielen und der Rest schnüffelt so vor sich hin.





Joey erkundet eine Ruine am Wegesrand



uninteressant sehen die Wolken ja nicht aus...



So langsam kommt die Sonne raus





Als wir gegen 8 Uhr wieder Mevagissey erreichen, lösen sich die Wolken endgültig auf, der Ort ist wirklich zu hübsch.








Anschließend geht es zu den nahen Lost Gardens. Es hätte ja auch NT-Gärten gegeben, aber für mich klangen die Lost Gardens einfach am schönsten und den Eintrittspreis war es wirklich wert! Die Mud Lady, der Dschungel, der wunderschöne Hauptgarten, alter Laub-Mischwald und traditionelle Farmtiere wie die Shire Horses, die tatsächlich auch zum Holzrücken eingesetzt werden.














Wir möchten bei dem schönen Wetter nicht viel Zeit mit Fahren vergeuden und suchen einen Campingplatz in der Nähe, ver- und entsorgen müssen wir ja auch wieder. Im WoMo-Führer wird ein kleiner Farmcamping genannt im Süden der Roseland-Halbinsel, etwa 30km entfernt. Verschwiegen wird, dass die Anfahrt auf den letzten Kilometern auf kleinsten Sträßchen erfolgt, aber wir kommen heil an und schön ist es wirklich. Ein kleines, aussichtsreiches Wiesengelände, das wir nur mit einem VW-Bus teilen müssen. Der Strand ist allerdings knapp 20 Minuten zu Fuß entfernt. Man könnte die Strecke auch fahren, unten wartet ein NT-Parkplatz, es ist allerdings eine schlecht einsehbare Single Track Road und die Passing Places sind nicht alle breit genug, als dass sich ein größeres Wohnmobil und ein PKW aneinander vorbei quetschen könnten. Wir stellen das beim Laufen fest, wir versuchen gar nicht erst zu fahren (der Parkplatz könnte allerdings auch durchaus übernachtungsgeeignet sein). Der Strand ist nicht groß, aber schön.

Blick auf den Strand



die wasserscheue Faye perfektioniert das Laufen über dem Wasser ;D








Wir folgen auch noch ein Stück dem Coastal Path, haben aber nicht die Energie, die ganze Runde mit dem Leuchtturm und auf der anderen Seite des schmalen Landarms den Blick auf St Mawes mitzunehmen. Wir bleiben noch ein Weilchen am Strand und grillen dann Abends, ein schöner Tag! Die letzte Abendrunde offenbart: etwa 10 Minuten auf den Höhen vom Campingplatz entfernt hat man Aussichtsbänke Richtung St Mawes und einen netten Rundweg durch den Wald zurück.




Beduin am 12 Jul 2018 20:19:01

Ganz großes Kino, vor allem der Garten!

lucy05 am 13 Jul 2018 19:12:50

Dann will ich mal weiter machen :)

Mi 13.06.18

Den Tag verbummeln wir irgendwie… Heute möchten wir eigentlich die benachbarte Lizard-Halbinsel mit dem südlichsten Punkt Englands erkunden, aber dazu kommt es nicht. Wir verbringen trotz Wolken eine ganze Weile am Aussichtspunkt an unserem Übernachtung-Campingplatz, wunderbar ruhig und friedlich ist es, mit Blick auf St Mawes.




Schließlich raffen wir uns auf und fahren in das wenige Kilometer entfernte St Just in Roseland. Das liegt auf dem Weg und hat ein altes kleines Kirchlein mit überraschend großem Friedhof drum herum zu bieten. Eine Art Ausflugsziel ist es aber wegen des subtropischen Kirchengartens, die Atmosphäre mit den uralten Gräbern in diesem wirklich hübschen Garten ist einfach toll.







Da die Sonne raus kommt, laufen wir spontan noch weiter den Küstenweg entlang an ein paar Kiesstränden vorbei, bis wir einen guten Blick auf Falmouth haben. Falmouth hat einen riesigen Naturhafen und war früher ein wichtiges Handelstor zu England. Frank faszinieren Boote und Häfen ja eh, also warum nicht einen Abstecher dorthin machen, liegt ja fast auf dem Weg. Während wir so auf der Wiese sitzen und Falmouth betrachten, nähern sich tatsächlich 2 Shelties! Ihr Besitzer ist auch völlig aus dem Häuschen, „you made my day!“ sagt er und erzählt, Shelties würde man hier fast nie treffen. Er muss unsere auch gleich fotografieren und die Bilder seiner Frau schicken, aber ich kann es verstehen, ich freue mich auch immer sehr, wenn wir andere Shelties treffen! Hier sind nahezu 50 % der Hunde diverse Spaniel-Rassen und der Rest größtenteils Labrador, Doodle und Border Collie…
Die Fähre für 6 Pfund pro Fahrzeug samt Insassen erspart einem den Umweg und gegen 14Uhr erreichen wir Falmouth. Das Städtchen hätte viel zu bieten, ein Castle, Strände, das maritime Museum… Wir aber beschränken uns auf einen ausgedehnten Stadtbummel, nicht nur der große Hafen ist sehenswert, es gibt auch viele kleine Geschäfte und Pubs in den Straßen dahinter.







Um das Castle herum führt eine Panorama-Straße, hier legen wir auch noch einen kleinen Stopp ein und haben hinterher (recht überraschend) schon 17 Uhr. Ok, keine Lizard-Halbinsel heute mehr, aber einen Übernachtungsplatz brauchen wir noch. Recht weit südlich in der Lizard-Halbinsel gibt es einen günstigen vom National Trust betriebenen Campingplatz, etwas im Hinterland. Das klingt gut, so haben wir es morgen nicht mehr weit. Dort angekommen erwartet uns eine große, fast leere Campingwiese und ein Schild, man sei voll belegt. Wir fragen vorsichtig nach und ja, man erwartet wohl noch Gäste heute. Welche Invasion da heute noch in diesem abgelegenen über kleinste Sträßchen zu erreichenden Teil der Halbinsel einfallen will, können wir uns nicht vorstellen, aber die Dame lässt nicht mit sich reden. So weit so schlecht, denn groß Alternativen gibt es hier unten nicht und wir sind müde und hungrig. Rund 5km weiter schlägt der Wohnmobilführer einen freien Stellplatz vor, den wir ignoriert haben, weil von einer Anfahrt über sehr schmale Straßen die Rede war. Aber im Vergleich zum Dartmoor ist die Anfahrt ein Träumchen (man sieht, uns schockt nichts mehr) und der Stellplatz zu schön um wahr zu sein!! Man steht direkt an der Steilküste mit wundervollem Blick über cornische Küste wie aus dem Bilderbuch und als Sahnehäubchen wartet 150m unterhalb ein feinsandiger Strand auf uns! Der Stellplatz ist einfach ein kleiner Schotterplatz, aber ohne Gebühren und ohne Übernachtungsverbot, wirklich ein Traum und das in Südengland! (am Wochenende bei gutem Wetter vielleicht erst mal das letzte Stück vom Park and Display Platz direkt am Strand aus zu Fuß hoch laufen, da der Platz zugeparkt keine Wendemöglichkeit bietet und dieses letzte Straßenstück wirklich sehr schmal ist).



Eigentlich würden wir den Strandbesuch auf morgen Früh verschieben, aber für die Nacht und den Morgen ist Regen angesagt, also jetzt oder nie.







Do 14.06.18

Der Tag beginnt sehr windig, aber entgegen der Wettervorhersage trocken. So drehen wir eine mittelgroße Runde entlang der Steilküste, die Wellen und die dunklen Wolken passen zur Landschaft, eindrucksvoll.








Das wird dann aber locker getoppt vom südlichsten Punkt Englands, rund 10km entfernt: Lizard Point. Das Gelände gehört dem National Trust und ist glücklicherweise gar nicht zu einer Art Rummelplatz verkommen wie Lands End ein Stück weiter im Osten. Wir spazieren zum Leuchtturm, erfahren einiges zur Geschichte der Seenotrettung (dass hier früher gerne Mal Schiffe zerschellten, glaubt man sofort, wenn man die Küste mit all den vorgelagerten Felsen sieht. Ohne Sonar und Radar im dichten Nebel will man hier sicher nicht unterwegs sein…). Ein kleiner Rundweg mit phantastischen Ausblicken führt im Bogen wieder nach Lizard zurück.








Nur wenig weiter ist die Kynance Cove (man kann auch von Lizard aus hinlaufen in rund einer Stunde), sie gilt als die schönste Bucht hier. Das ist sie, ich bin mir da sehr sicher! Der Besucherparkplatz gehört auch dem NT, kostet für nicht-Mitglieder aber happige 7 Pfund pro WoMo… Man muss unbedingt zur Ebbe hier sein, sonst hat man nicht viel vom Strand, aber es ist wirklich einfach wunderschön, cornische Landschaft wie aus dem Bilderbuch.








An die Lizard-Halbinsel schließt sich die östlichste Halbinsel Cornwalls mit Lands End an und da wir gut in der Zeit liegen, möchten wir 2 Nächte hier bleiben und eine Rundtour morgen machen. Zur Auswahl als Übernachtungsplatz steht ein Parkplatz direkt am Strand und ein ACSI-Platz (wieder 15 Pfund inklusive allem, Hunde umsonst) an der Steilküste. Der Strand-Stellplatz (Praa-Sands) existiert wirklich, man darf auf dem Schotterplatz direkt am Strand für 8 Pfund übernachten. So weit, so gut, aber Hunde sind am Strand von 7-19Uhr verboten und schöne alternative Spazierwege oder überhaupt einen anderen Grund als den Strand (der aber wirklich lang und hübsch ist) gibt es nicht, um zu bleiben. Nun gut, es lag auf dem Weg, wir behalten es im Hinterkopf.

Das ist übrigens die Zufahrt nach Praa Sands, aber wenn da ein Bus durchpasst :roll:




Es ist erst früher Nachmittag, wir möchten den St Michaels Mount besuchen. Der heißt nicht zufällig so wie sein französisches Pendant, Benediktiner vom Mont Saint Michel haben den Felsen überlassen bekommen, um hier ein weiteres Kloster aufzubauen. Angeblich befand sich der Felsen damals noch ein Stück von der Küste entfernt im Wald. Heute jedenfalls liegt er im Meer und ein Fuß-Weg führt hinüber auf das Inselchen, der nur bei Ebbe begangen werden kann (alternativ fahren kleine Boote). Nach der Auflösung aller Klöster durch Heinrich den VIII wurde das Kloster dann eine Festung und noch später das Wohnhaus von Lords (die heute noch dort leben). Ein Begleitheft erklärt die unterschiedliche Nutzung der Räume je nachdem, was dieser Ort gerade dargestellt hat. Neben der tollen Lage und der Aussicht das interessanteste in der „Burg“ selbst. So war der hübsche Aussichtserker früher die Latrine (nebst Garderobe, da der „Duft“ wohl auch die Motten abgehalten hat) und die Küche wurde nach dem Ende der Dienstbotenzeit Mitte des 20. Jahrhunderts flugs verlegt, da der Weg zum Speisesaal dann doch zu lang war, wenn man die Speisen selbst dorthin bringen muss…

Zugang bei Ebbe



der blaue Salon, wo auch die englischen Majestäten schon zu Gast waren...




Wirklich wunderschön ist dagegen der Garten, man fühlt sich wie im Süden, Cote d’Azur vielleicht, Landschaftsparks gut und schön, aber dieser hier begeistert mich so richtig. Dieses Jahr Ende Februar hat es hier allerdings das erste Mal seit 30 Jahren geschneit, ein paar Tage lang blieben die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Den Schaden an halb erfrorenen nicht-winterharten Pflanzen sieht man.





die Wuchsform der Pflanze fand ich wirklich faszinierend...




Der Parkplatz gehört übrigens nicht zum National Trust und ist mit 8Pfund sehr teuer!! Das führt aber nur noch mehr vor Augen, warum sich die NT-Mitgliedschaft lohnt, die haben ungefähr überall Parkplätze, egal ob an Sehenswürdigkeiten, an Stränden, an Wanderungen, an Aussichtspunkte… wir haben mittlerweile über 50 Pfund an Parkgebühren „gespart“, einfach nur weil wir deren Parkplätze bevorzugen. Wer in Südengland einen Parkplatz sein Eigen nennt, hat jedenfalls ausgesorgt…

Wir steuern anschließend auf den ACSI-Platz zu, der liegt richtig schön und ruhig, aussichtsreich, ein mittelgroßes Wiesengelände ohne feste Parzellen und kaum Gäste. Wir beschließen 2 Nächte zu bleiben und ruhen eine Weile im Liegestuhl in der Sonne (so viel zum wolkigen Tag mit hoher Regenwahrscheinlichkeit, aber ich hatte die ganze Zeit hier in England schon den Eindruck, die Wettervorhersage kann man sich auch sparen, es kommt eh immer anders). Abends folgen wir dem Wiesenpfad zum Coastal Path noch etwas Aussicht genießen, aber weit gehen wir heute nicht mehr.

Die Shelties haben offensichtlich heute noch nicht genug getan...




an der Küste






lucy05 am 27 Jul 2018 19:27:55

Fr. 15.06.18

Ich schlafe lange, erst kurz nach 7 Uhr spazieren wir den Küstenwanderweg entlang. Die Sonne setzt sich gerade gegen die Wolken durch, das passt. Der Weg ist ein ziemliches Auf und Ab, aber lohnenswert.



Wir passieren einen winzigen Hafenort und haben darüber auf den Höhen noch ein wunderschönes Aussichtsplätzchen. Kaffee in Ruhe austrinken, dann zurück zum Wohnmobil und frühstücken.





Unsere Rundtour beginnt mit dem Strand ein paar Kilometer weiter bei Porthcurno. Leider prangt bereits am Parkplatz ein Schild, dass Hunde hier verboten sind. Was das angeht, ist Cornwall wirklich deutlich Hundeunfreundlicher als der Rest von Südengland. Da sich außerdem wieder Wolkenfelder breit gemacht haben, fahren wir weiter.
Unser nächstes Ziel sind die Minen bei Levant und Botallack. Erstere gehören zum National Trust, der zugehörige Parkplatz auch. Der platzt aus allen Nähten, was ist denn hier los? Die freundliche NT-Mitarbeiterin findet noch eine Lücke gegenüber an der Wiese für uns, dann erfahren wir den Grund für den Menschenauflauf: die Dampfmaschine läuft heute! Es ist ein Jubiläum und zu diesem sind so einige Gäste geladen und das ein oder andere Mitglied möchte es sich ebenfalls einfach nicht entgehen lassen. Zur Erklärung (Frank bekommt eine kleine Privatführung von einem begeisterten NT-Mitarbeiter, der die Dampfmaschine mit restauriert hat): Die Dampfmaschine wurde um 1840 in Betrieb genommen und leistete rund 90 Jahre lang fehlerfrei ihren Dienst, indem sie die Körbe hinunter in die Mine und wieder herauf beförderte. Ab 1930 über den 2. Weltkrieg hinweg lag die Mine brach, anschließend scheiterte eine erneute Inbetriebnahme und man übergab sie einem Schrotthändler. Der nutzte die Dampfmaschine (das Ding ist übrigens gigantisch groß!), um die Schächte leer zu räumen, ließ die Maschine selbst aber unangetastet. Man schloss ab und mehrere Jahrzehnte verbachte sie im Dornröschenschlaf. Bis der NT das Ganze übernahm und vorsichtig mittels Druckluft feststellte, dass die Dampfmasche noch immer völlig in Ordnung und einsatzbereit ist. Das muss man sich mal vorstellen, was an heute Gebautem ist dermaßen robust und langlebig über fast 200 Jahre hinweg mit minimaler Wartung? Man restaurierte sie, sie bekam einen neuen Kessel, um nicht mehr auf Kohlen angewiesen zu sein und ab und an darf sie laufen. Wie heute. Frank ist hin und weg! Ansonsten gibt es nicht allzu viel zu besichtigen, ein wenig Geschichte (Frauen arbeiteten z.B. auch hier, sie zerschlugen mit riesigen Hämmern die hoch geholten Brocken…) und drum herum einige Ruinen.




Ein schmaler Küstenpfad schlängelt sich aber durch recht spektakuläre Landschaft zu den benachbarten Botallack Mines (alternativ führt ein bequemer Feldweg hin).



Diese sind sehr weitläufig und frei zugänglich, das Fotomotiv schlechthin hier sind die 2 Türme an den Klippen (das Runterlaufen verkneifen wir uns…)







Auf dem Weg nach St Ives schlägt unser WoMo-Führer 2 prähistorische Stätten vor. Die erste ist eine Megalith-Steinanlage mit unbekannter Bedeutung, aber man sagt u.a., wer bei Vollmond 7x rückwärts durch das Loch im Stein steigt, wird von Rückenleiden geheilt. Guter Witz! Wer das schafft, hatte vermutlich nie welche oder hinterher erst Recht…




Ein kleines Stück weiter ist der Giant Table, der wohl eine Grabanlage war und heute Kühen als Sonnenschutz dient.




Dann geht es nach St Ives, dem bekanntesten Ort hier. Und ja, es ist irre voll mit Touristen. Aber auf dem Long Stay und Bus-Parkplatz kommt man prima unter (hinten angeschlossen ist eine Wiese ohne feste Parkbuchten) und der Preis ist sogar für englische Verhältnisse in Ordnung. St Ives ist wirklich sehenswert! Nicht nur der Hafen und die kleinen Gassen die Hänge hinauf, es ist auch eine Künstler-Stadt mit massig Galerien, auch Schmuck, Glaskunst, Fotografie… Beeindruckend fand ich das Foto-Atelier, in dem Bilder innerhalb von Wellen gezeigt wurden (diese riesigen Surfer-Wellen). Aber jeder, der sich für Kunst interessiert, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Daneben gibt es viele kleine andere Läden, teils sehr skurrile und auch Second Hand, viele Pubs und natürlich den wirklich schönen zentralen Hafen.









Da die Zeit bereits recht fortgeschritten war, haben wir nur ein 2-Stunden Ticket gezogen, aber man hätte hier sehr viel mehr Zeit verbringen können! In Penzance kaufen wir hinterher ein (unglaublich was für eine Auswahl ein Lidl hier hat!!), dann ist es schon fast 18 Uhr. Das Hafenstädtchen Mousehole und ein Steinkreis hätten noch auf der Wunschliste gestanden, vielleicht morgen noch, für heute haben wir genug erlebt. Nur noch ausspannen und grillen.


Sa 16.06.18

Der Morgen beginnt mit Nieselregen, kalt und windig ist es. Aber auch dieses Wetter steht der Küste, so folgen wir dem Coastal Path diesmal ein Stück in die andere Richtung. Leider ist für morgen und übermorgen in diesem Teil Südenglands noch schlechteres Wetter angesagt, so beschließen wir, heute bereits bis Tintagel hoch zu fahren und morgen schon endgültig Richtung Osten zurück nach Dover abzudrehen. So haben wir zumindest noch Zeit, ein wenig mehr auf dem Weg mitzunehmen.

Wir möchten heute auf jeden Fall noch mal an den Strand und durchforsten unser National Trust Büchlein nach Strand-Parkplätzen, wo auch Hunde willkommen sind (das ist dort netterweise immer angegeben). Auf halber Strecke nach Tintagel werden wir fündig, es ist sogar ein Dünengebiet und mit ansprechendem Namen: Holywell.

Nach dem Frühstück sieht das Wetter auch schon nicht mehr ganz so schlecht aus, so holen wir zuerst unsere 2 Ziele von gestern noch nach. Merry Maidens liegt kurz hinter unserem Campingplatz, wie wir feststellen, ein absolut untouristischer Steinkreis. Laut unserem Reiseführer handelt es sich um junge Frauen, die wegen Missachtung eines Tanzverbots zu Stein wurden, wollen wir mal nicht hoffen…



Wenige Kilometer weiter ist das kleine Fischerörtchen Mousehole, hübsche alte Häuschen um das Hafenbecken herum.




Nun aber an den Strand! Der ist wirklich toll mit richtigen Dünen und pittoresken Felsen davor. Nur zum an den Strand legen ist es viel zu kalt heute. Stattdessen spielen wir was mit den Hunden und folgen dann noch ein Stück dem Küstenpfad, mit vielen friedlich grasenden Schafen und schönen Blicken über die Küste.












Gegen 16Uhr erreichen wir Tintagel, man kann hier tatsächlich recht nett für 4 Pfund auf einer Wiese hinter dem PKW-Parkplatz 24 Stunden stehen bleiben und auch übernachten, ganz offiziell. Bei den sonst üblichen Parkgebühren ist das schon fast ein kleines Wunder. Tintagel soll der Geburtsort von König Arthus sein, die recht kargen Überreste des später an der Stelle errichteten Castles sind Hauptanziehungspunkt für tägliche Touristenmassen. Heute aber ist in dem netten, alten, kleinen Örtchen kaum mehr etwas los. Wir spazieren ein wenig hindurch, viele Souvenir-Läden und Pubs, aber nicht aufdringlich, und das uralte Post Office, rund 600 Jahre alt! Da es dem NT gehört, werfen wir einen Blick hinein und es lohnt durchaus. Jeder Raum ist mit uralten Möbeln und Gebrauchsgegenständen ausgestattet, ausgelegte Blätter (auch in Deutsch) erklären, was man so alles sehen kann. Es sind mehr die kleinen Dinge, die man heute so nicht mehr kennt, wie z.B. der neben dem Kamin angebrachte Salzbehälter, damit es schön trocken bleibt.








Anschließend spazieren wir noch Richtung Castle, aber für einen Besuch wäre es eh schon zu spät. Wir folgen ein Stück dem Coastal Path, überblicken kann man die Ruinen von hier aus gut und es ist fraglich, ob der Eintritt sich gelohnt hätte.



Bald treffen wir auf eine alte Kirche und erkunden noch etwas den Friedhof. Ein ungewöhnliches Grab fällt hier auf: ein einfaches Kreuz mit einem Rettungsring geschmückt. Der 14-jährige Domenico, vielleicht ein Schiffsjunge, wird vermutlich ein Unglück auf der IOTA nicht überlebt haben...




NuggetG am 28 Jul 2018 12:04:29

Hallo,
toller Reisebericht. Wir warten letztes Jahr in dieser Ecke unterwegs --> Link und Dein schöner ausführlichen Bericht erinnert mich daran sehr gut. Vielen Dank dafür!

sonisonne am 25 Okt 2018 22:06:16

Ganz toller Bericht und wundervolle Fotos, danke dafür! Ich war dieses Jahr auch in Südengland mit drei Hunden, und habe viele gleiche Stellen besucht.
Fand damals auch euren Schottland-Bericht großartig, und habe mich jetzt besonders gefreut, diesen hier zu entdecken.

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Wifi in UK - wie macht ihr es?
1 Woche im Oktober Südengland und Somerset
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt