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Reisebericht - Frankreich Provence April 2018 1, 2


Säcker am 13 Jul 2018 19:21:10

Dies ist nur ein Teil des Reiseberichtes. Den gesamten Reisebericht mit viel mehr Bildern findet ihr hier --> Link.

Ich hoffe, ihr habt während der Lektüre etwas zum Essen und Trinken neben dem PC oder Laptop stehen. :D

Unsere Jahresplanung stand fest, und es sollte nicht nach Frankreich gehen. Unser eigentliches Ziel, die Ostsee, haben wir irgendwann gecancelt. Stattdessen haben wir eine schöne Route in die Toskana ausgearbeitet, bis uns klar wurde, dass wir im Herbst ja durch Italien nach Griechenland fahren. Was bietet sich dann eher an: Natürlich Frankreich!!! Und die kleinen Ortschaften der Provence in den Gebieten Vaucluse, Durance, Drome und Cote du Rhone standen schon lange wieder einmal auf dem Programm.

Auf unserer Wohnmobil-Tour vom 09. April bis zum 5. Mai 2018 haben wir insgesamt 2.759 km zurückgelegt. Übernachtet haben wir ausschließlich auf Wohnmobil-Stellplätzen. Das Wetter war frühlingshaft, und an den ersten Tagen noch etwas kühler und regnerisch. Im Süden hatte die Sonne aber bereits ihre volle Kraft entfaltet.

Der Urlaub war, bis auf ein negatives Erlebnis mittendrin, sehr schön. Während unserer Stadtbesichtigung in Aix-en-Provence hatten wir Besuch in unserem Wohnmobil. Aus diesem Grund gibt es von den ersten 14 Tagen nicht mehr so viele Bilder. Auf unserer Rückreise haben wir aber manche Orte noch einmal besucht, um die Lücken ein wenig zu schließen.

Die Polizei warnt gerade vor den bezahlten Parkplätzen rund um den Friedhof Saint-Pierre in Aix-en-Provence. Trotz der belebten Lage: Friedhof, Sportanlagen und Militärakademie, gibt es immer wieder Autoaufbrüche. Trotzdem fahren wir auch weiterhin nach Frankreich, denn solche Übergriffe passieren überall, und bisher hat es uns in 31 Jahren nur einmal in Köln getroffen.

Montag, 09.04.2018

Da die Wettervorhersage für Südfrankreich, aber auch schon für das Rhonetal, sich kurzfristig verschlechtert hat, haben wir es mit der Anreise nicht so eilig. Ein Stopp in Minheim an der Mosel macht sich auch ganz gut.

Auf dem Stellplatz (Gebühr EUR 7,20 incl. V+E) bekommen wir sogar einen Stellplatz in der ersten Reihe mit Blick auf die Mosel. Im Ort haben wir leider nicht so viel Glück. Es hat keine Straußwirtschaft offen. Dann machen wir eben eine kleine Radtour in die eine Richtung bis zur Schleuse Wintrich. Und da es dort nur noch auf der Straße weitergeht, kehren wir um und fahren in der anderen Richtung bis nach Piesport-Niederemmel. Der alte Ortsteil Müstert ist mit seiner Allerheiligenkapelle und den römischen Sarkophagen auf jedenfall eine Besichtigung wert. (Aus besagten Gründen kann ich leider auf keine Bilder davon zurück greifen.)

Tagesstrecke: 161 km

Dienstag, 10.04.2018

Auf der Fahrt nach Süden trödeln wir noch ein bisschen weiter. Wir bleiben an der Mosel, tanken zu EUR 1,04/Liter Diesel in Wasserbillig (Lux.) , essen in Sierck-les-Bains (Frankr.) ein schönes Mittagsmenü und fahren anschließend in der Nähe von Thionville auf die Autobahn bis Toul. Unterwegs wird auf den Autobahnen auf die Streiks der SNCF (Bahn) hingewiesen, und dass man Fahrgemeinschaften bilden soll.

Auf unseren bisherigen Frankreichtouren sind wir schon desöfteren durch bzw. an Toul vorbeigekommen. Dieses Mal wollen wir hier auf dem Stellplatz übernachten und uns die Stadt anschauen.

Der Stellplatz (Gebühr EUR 7,00 für 24 Std. incl. V+E und Strom) liegt direkt außerhalb des von Vauban, dem großen Festungsbaumeister des Sonnenkönigs, erbauten Festungswall, der die Stadt umschließt. Durch große Stadttore gelangt man in den inneren Bezirk, der noch heute an die Wichtigkeit der Handelsstraße erinnert, die bereits zu Römerzeiten die Städte Lyon und Trier verbandt.

Alle Häuser überragt aber die gotische Kathedrale Saint-Étienne mit ihren Anfängen aus dem 13. Jhdt.. Ansonsten wirkt die Altstadt wie ausgestorben.

Tagesstrecke: 219 km

Mittwoch, 11.04.2018

Wir haben sehr ruhig geschlafen, und werden morgens von den Krähen bei 2°, aber sonnig, geweckt. Auf der Autobahn gibt es immer noch die Streikhinweise. Bei Beaune verlassen wir die Autobahn (Maut Kl. 2 = EUR 30,00), tanken (EUR 1,376), essen und erledigen einen Einkauf im Supermarkt, und weiter gehts auf der Autobahn. Lyon wird auf der Stadt-Autobahn und Tunnel schnell durchquert (Maut wieder Kl. 2 = EUR 19,10).

Ab Valence begleitet uns nun der Regen. In Montelimar-Süd fahren wir wieder von der Autobahn ab. Oh, welch eine Überraschung, hier sind wir auf einmal Klasse 3 = EUR 30,20, und die Dame am anderen Ende des Sprechfunks lässt auch nicht mit sich diskutieren. Das Gleiche ist mir schon bei einer anderen Fahrt an der nächsten Mautstellen-Ausfahrt in Bollène passiert. Ich weiß nun, wo ich nicht mehr abfahre.

Mittlerweile schüttet es. Wir wollen in La Garde Adhemar auf dem Parkplatz beim Boulodrome übernachten. Der kleine Ort liegt auf einem Hügel und ist von dicken Festungsmauern umschlossen. Leider können wir aufgrund des Starkregens das Wohnmobil für heute nicht mehr verlassen.

Tagesstrecke: 566 km

Donnerstag, 12.04.2018

Es regnet nicht mehr, und ich mache einen Spaziergang zum Bäcker im Ort. Ich fühle mich irgendwie ins 15. oder 16. Jhdt. versetzt. Die Gassen sind einfach zu schön (Irgendwann gibt es mal wieder Bilder hiervon, die ich dann einfach einsetze.). Am oberen Rand des Ortes befindet sich ein großer Parkplatz, wo wir hinfahren können. Zum Übernachten gibt es etwa 300 m hinter dem Parkplatz noch einen kostenlosen Stellplatz ohne V+E am Sportplatz.

Wir streifen noch einmal gemeinsam durch alle Gassen, besichtigen die Kirche samt Kräutergarten und genießen die herrliche Aussicht. Anschließend fahren wir etwa 8 km weiter in südlicher Richtung und erreichen um die Mittagszeit St. Paul 3 Chateaux, einem der wichtigsten Orte im Trüffelgebiet. Im Februar finden hier sonntags Trüffelmärkte statt.

Wir parken zur Orientierung auf einem kleinen Parkplatz am Ortsrand und schauen uns bei Regenschauern in den Gassen der Altstadt um. Regen macht alles so trostlos. Auf einem kleinen Platz neben der Kirche steht ein ganz alter Maulbeerbaum. Es gibt ein Trüffelmuseum, was aber zu hat und noch eine sehenswerte Kirche.



Bei einem kleinen Restaurant gefällt uns das Angebot sehr gut, doch ist kein Platz mehr frei. So landen wir in einer Pizzeria und Lena isst das Mittagsmenü, und ich genehmige mir eine Pizza.

Außerhalb der Stadtmauern befindet sich beim Office de Tourisme ein kostenloser Wohnmobil-Stellplatz mit V+E als Teil eines großen Parkplatzes. Sportplatz und Schwimmbad sind direkt neben dran. Wir wechseln sofort unseren Standort.

Tagesstrecke: 9 km

Freitag, 13.04.2018

Um uns möglichst viel anzuschauen, fahren wir momentan ein wenig im Zickzack. Denn heute geht es wieder nordwestlich nach Grignan. Das Schloss von Grignan steht auf einem Berg hoch über der Stadt. Von der Unterstadt ziehen sich kleine Gassen rundherum bis oben hinauf.



Ein Hinweisschild zu einem Wohnmobil-Stellplatz führt uns weg von der Stadt in einen Wald bei einer Höhle. Vor uns befindet sich aber nur eine riesige Baustelle. Wir drehen und fahren die nächste Möglichkeit in Richtung Altstadt und stellen uns an den Straßenrand. Immer wieder ist es am nieseln. Deshalb sind auch nicht so viele Touristen da. Beim Schloss sehen wir, dass dort gleich Mittagspause gemacht wird. Also nichts mit Besichtigung. Irgendwie haben wir Pech mit unseren Besichtigungen.

An Restaurants finden wir auch nicht das, was wir suchen. Bei der Weiterfahrt sehen wir in Grillon auf einem Parkplatz viele „Lieferwagen“ stehen. Wir wissen sofort, hier gibt es preiswertes und gutes Essen. Also folgen wir den Handwerkern, die mit uns angekommen sind und landen im „La Truffe Noir“.

Bei dem Menü tausche ich das Hähnchen gegen einen gegrillten Schinken, dass ist gar kein Problem, und es gibt einen sehr guten Wein aus Grignan.

Valreas streifen wir nur zum Tanken und Einkaufen und fahren nach Nyons, und stellen uns zu den anderen Wohnmobilen auf den kostenlosen Parkstreifen oberhalb des eigentlichen Stellplatzes.

Ab und zu kommt im Laufe des Tages schon mal die Sonne durch. Wir nutzen jetzt die Gelegenheit und spazieren zu der römischen Brücke, steigen in den Gassen hinauf zu dem Tour Randonne, einem ehemaligen Wehrturm aus dem 13. Jhdt., der um die Mitte des 19. Jhdt. in die Kapelle Notre-Dame de Bon-Secours umgewandelt wurde. Besonders schön sind die Arkaden um den Place de Dr. Bourdongle. Hier lassen wir die Anstrengungen des Tages in der kleinen „Bar des Autobus“ bei einem Ricard mit einem unschlagbaren Preis von EUR 1,50 von uns abfallen.



Tagesstrecke: 44 km


Samstag, 14.04.2018

In der Nacht hat es fürchterlich geschüttet, doch scheint es heute wieder besser zu werden. Wir fahren auf den kostenlosen Stellplatz mit V+E (es wird um eine Spende gebeten) in Mirabel-aux-Baronnies. Der kleine Ort mit seinen alten Gemäuern und den engen Gassen ist einfach schön. Von der ganz oben platzierten Kirche aus haben wir einen excellenten Rundblick, auch zum schneebedeckten Mont Ventoux hin.



Auf dem Weg nach Vaison-la-Romaine, wollen wir die „Alte Ölmühle“ besuchen. Leider wieder Fehlanzeige. Heute ist der Weg unser Ziel. Da wir aber Vaison-la-Romaine schon gut kennen, fahren wir nur durch die Randbezirke in Richtung Seguret.

Kurz hinter Vaison-la-Romaine führt uns die Straße in das Tal der Ouvèze, wo vor uns eine große Wiese mit Steinkreisen und ein Bambuswald auftaucht. Es ist die Parkanlage Théos oder auch der „Jardin de 9 Damoiselles“. Die internationalen Rotary-Clubs haben für die Opfer des fürchterlichen Hochwassers von 1992 einen Hilfsfonds installiert und zum Gedenken an die über 40 Toten und die vernichteten Existenzen diesen Ort der Ruhe und Menschenwürde geschaffen. Die 9 + 72 behauenen Steine sind mit ihren Inschriften eine Betrachtung wert.

Als sich das Tal der Ouvèze verbreitert, sehen wir schon von weitem die gezackten Berge der Dentelles de Montmirail und die Häuser von Seguret, wie sie sich an einen Berghang schmiegen.

Zwischen dem neuen und dem alten Ortskern gibt es einen Parkplatz, der auch von Wohnmobilen genutzt werden soll. Von dort aus erreicht man bequem die mit hohen Mauern bewehrte alte Siedlung. Die Gassen ziehen sich hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung und sind an beiden Seiten mit Wehrtürmen und Toren bestückt.



Teilweise sind die Häuser zwar bewohnt, aber ein örtliches Leben wird man vergeblich suchen. Galerien, Kunsthandwerk und Restaurants bestimmen das Bild. Gerade in der Vorsaison ist es hier noch angenehm ruhig. Wir setzen uns an einen kleinen Tisch am Waschhaus und holen uns von gegenüber einen Cappuccino aus der Teestube „Eglantine“. Diese Teestube wird in Reiseführern besondersw erwähnt.

Bevor wir unseren Übernachtungsplatz bei der Domaine du Parandou in Sablet ansteuern, fahren wir in den Ort hinein und kaufen uns ein Baguette. Der Wohnmobil-Stellplatz der Domaine du Parandou mit V+E ist für France Passion-Mitglieder kostenlos. Ansonsten bezahlt man EUR 2,00 pro Nacht. Für den Stromanschluß werden EUR 3,00 kassiert. Die Weine stammen aus den Lagen Côtes du Rhône Sablet Village und Gigondas. Nachdem das Wohnmobil ordentlich platziert ist, damit ich morgen in der Früh Formel 1 schauen kann, spazieren wir in den Ort, laufen eine Runde und trinken unseren Pastis in einer Bar, dem After-Work-Treffpunkt des Ortes. Ansonsten ist hier nichts touristisches, aber Supermarkt, zwei Bäcker und ein Metzger sind vorhanden.



Tagesstrecke: 32 km

Sonntag, 15.04.2018

Nach meinem Wunsch zur Formel 1, ist Lena jetzt dran. Sie möchte gerne zu dem riesigen Sonntagsmarkt in L’Isle sur la Sorgue. Wir parken etwas außerhalb auf einem LIDL-Parkplatz und gehen zu Fuß weiter. In dem gesamten Altstadtbereich sind Stände aufgebaut. Es ist Wochenmarkt, Saisonmarkt und Flohmarkt in einem. Wir probieren hier paar Leberpasteten, dort einige Oliven und Wurstschnippel, Leckere Tapenaten gibt es auch noch. Trotzdem meldet sich zur Mittagszeit der Hunger und wir finden an einem Kanal das Lokal „La Passerelle“. Bei den Menschenmassen, die sich durch die Stadt quälen, ist es gar nicht so einfach, zur Mittagszeit auch einen Platz zu finden. Das Menü schmeckt sehr gut.



Bis wir wieder bei unserem Wohnmobil sind, haben sich unsere Füße bereits mehrmals beschwert. Da wir ansonsten nichts mehr vorhaben, fahren wir in das Gebiet Luberon nach Gordes. Der Ort klebt förmlich an einem Südhang der Monts de Vaucluse.



Zur Übernachtung wählen wir den Parkplatz vor den Villages des Bories. Wir sind hier mit unserem Wohnmobil auf jeden Fall nicht alleine. Die Bories sind provencalische Hütten aus dem 17. und 18. Jhdt., die mit Trockenmauern in Rund- bzw. Rechteckbauweise errichtet wurden.

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf und viel Ruhe gehen wir gegen Abend hoch in den Ort. Wir spazieren ein wenig herum und genießen dann auf einem Balkon hoch über dem Tal den langsamen Sonnenuntergang bei einem Pastis.


Tagesstrecke: 57 km

Montag, 16.04.2018

Über Roussillon, an dem von uns gewünschten Parkplatz kommen wir nicht vorbei, deshalb geht es auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus, gelangen wir auf schmalen Straßen nach St.-Saturnia-les-Apt. Dies ist wieder ein typischer provencalischer Ort, an einen Hang geschmiegt, und auf der Kuppe befinden sich eine Walfahrtskirche und die Überreste einer alten Siedlung.

Bei unserer Parkplatzsuche versuchen wir uns gerade unter einen Baum zu quetschen, als uns ein Einheimischer anspricht, und uns den Weg zu einem anderen Parkplatz weiter oben im Ort erklärt. Dort ist mehr Platz, extra für Wohnmobile, eine öffentliche Toilette und eine fantastische Aussicht. Es ist ein kostenloser Stellplatz der 48 Stunden genutzt werden kann.

Wir erkunden ein wenig den Ort. Es ist alles vorhanden: zwei Bäcker, Lebensmittelgeschäft, Bars und Makler. Zu Mittag landen wir im Hotel Restaurant „Le Saint Hubert“. Der Eingang ist von der Straße aus ebenerdig. Die Überraschung ist unser Tisch auf der beschatteten Terrasse mit einer wunderbaren Aussicht in die Ferne. (Es ist ein Jammer, dass wir keine Fotos mehr von Saturnin haben. Wir müssen deshalb dort unbedingt noch einmal hin.)

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf machen wir uns an den Aufstieg zur Kirche, den Ruinen der ersten Siedlung und den Ölmühlen. Hier oben ist es wunderschön.

Auf alten, mit groben Steinen gepflasterten, Wegen geht es wieder hinunter. Unseren abendlichen Pastis nehmen wir im „Ortsmittelpunkt“. Hier werden wir von einem Deutschen angesprochen und man bietet uns eine Ferienwohnung an.

Tagesstrecke: 41 km


Dienstag, 17.04.2018

Auf meinem Gang zum Bäcker sehe ich schon, dass überall im Ort Marktstände aufgebaut werden. Deshalb machen wir nach dem Frühstück erst noch einmal einen Zug durch die Gemeinde und kaufen vor der Weiterfahrt noch ein paar Lebensmittel auf dem Markt ein.

Nach Apt überqueren wir das Luberongebirge (Pass 499 m) und fahren nach Lourmarin. Auf dem großen Parkplatz stehen bereits einige Wohnmobile. Wir spazieren durch den Ort, den wir aus einem früheren Besuch schon kennen, und bekochen uns im Wohnmobil selbst.

Der zur Übernachtung anvisierte Wohnmobil-Stellplatz in Le Puy-Ste.-Réparade, nahe der Durance, ist dermaßen „hinter dem Mond“ und ohne die versprochene V+E, daß wir weiter nach Carro ans Meer fahren. Um Aix-en-Provence und auf den Autobahnen westlich von Marseille haben wir sehr viel Verkehr.

Auf dem riesigen Stellplatz in Carro (Gebühr EUR 9,10 inkl. V+E) können wir uns gerade noch in der mittleren Reihe hinstellen. Es herrscht Hochbetrieb. In Frankreich sind Ferien. Bisher waren wir im ruhigen Hinterland unterwegs und haben davon nichts mitbekommen.



Das Meer ist total ruhig und wir haben super Wetter.

Tagesstrecke: 115 km


Mittwoch, 18.04.2018

Der Fischmarkt vor dem Stellplatz belebt sich. Ich gehe schnell zum Bäcker, damit wir frühstücken können. Danach zieht es uns sofort zu den fangfrischen Fischen. Nach einer genauen Betrachtung des Angebotes, entscheiden wir uns für ein Thunfischfilet, was vor unseren Augen aus dem noch vollständigen Fisch herausgeschnitten wird. Das Filet hat Premiumqualität und ist auch zum rohen Verzehr geeignet. Wir wollen uns aber daraus ein schönes dickes und kurz gebratenes Steak machen.

Bei unserer Rückkehr vom Markt sprechen uns Wohnmobilisten aus der ersten Reihe an, ob wir auf ihren Platz wollen, da sie jetzt abreisen. Wir nehmen natürlich dankend an, und genießen ab sofort die herrliche Aussicht aufs Meer.

Am Spätnachmittag beenden wir unsere Faulenzerei und gehen am Meer entlang spazieren.

Tagesstrecke: 0 km

Donnerstag, 19.04.2018

Heute wollen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Marseille. Wir haben uns gestern Abend schon bei einem Busfahrer nach den Verbindungen erkundigt. Seine Auskunft und auch die eines Rentners waren sehr unergiebig. Lena erkundigt sich bei einem Bekannten aus dem Wohnmobilforum und erhällt die richtigen Infos.

Gut ausgerüstet fahren wir mit dem Bus von Carro-Port nach La Couronne. Dort fragen wir nach dem Bahnhof, und blicken in erstaunte Gesichter. Wir finden den Bahnhof aber auch so. Es ist alles leer. Es kommt kein Zug und auch keine anderen Leute. Aus dem Internet zieht sich Lena die Info: Seit März wird an zwei Tagen in der Woche bei der SNCF gestreikt, Ende offen. Ja, und heute ist Streiktag! Nix Marseille!

Da wir nun schon mal in La Couronne sind, beehren wir zuerst einmal eine Bar, danach drehen wir eine Runde durch den Ort, kaufen ein Baguette und essen in einem Pizza-Imbiss zu Mittag. Satt und zufrieden fahren wir mit dem nächsten Bus wieder zurück nach Carro-Port. Morgen ist auch noch ein Tag.

Am Platz suchen wir Schatten, lesen und halten stille Betrachtungen des Meeres. Gegen Abend braten wir uns schöne Lammkoteletts, und dazu gibt es Nudeln und Pesto.

Tagesstrecke: 0 km


Freitag, 20.04.2018

Wir starten einen zweiten Versuch, um nach Marseille zu kommen. Vorher verlängern wir schnell noch das Stellplatz-Ticket um einen Tag. Entgegen der Höchstverweildauer von 72 Stunden funktioniert die darüber hinaus gehende Verlängerung.

Der Bus (Soloticket 2 x EUR 1,00) macht bei der Abfahrt ganz komische Geräusche. Die Busfahrerin ist nervös und telefoniert mit ihrer Leitstelle während der Fahrt. Trotzdem hält sie vorschriftsmäßig an jeder Haltestelle, nur nicht in La Couronne beim Bahnhof. Auch Zurufe nutzen nichts. So müssen wir wieder 500 m berghoch zurück laufen.

Am Bahnsteig warten bereits einige Leute auf den Zug, der auch pünktlich hereinfährt. Die Bahnfahrt ( Rückfahrtticket 2 x EUR 11,40) nach Marseille ist sehr schön. Wir durchfahren die Calanques und überqueren zahlreiche Meeresbuchten auf schmalen und hohen Brücken. In Marseille kommen wir bei dem Gare St. Charles an.

Als wir den Bahnhof verlassen, gelangen wir auf eine riesige Terrasse mit einer tollen Aussicht auf die Stadt. Wir nehmen den kürzesten Weg zum Vieux Port, durch das sogenannte arabische Viertel. Hier herrscht ein buntes Treiben, und überall riecht es so gut. Am Vieux Port ist die Umgebung viel pompöser. Große Hotels und Restaurants neben Restaurants bestimmen das Bild.

Unsere Besichtigungen beschränken sich, da es Mittagszeit ist, auf die zahlreichen Speisekarten. Wir sind in Marseille, und da gibt es eigentlich keine andere Wahl. Wir essen eine Bouillabaisse. Und vorher gibt es stilgerecht einen Kir bzw. einen Pastis.

Jetzt haben wir auch Muse für weitere Besichtigungen. Zu Fuß gehen wir vom Vieux Port an dem Tribunal de Grande Instance vorbei hoch zur Basilique Notre Dame de la Garde. Nicht nur die letzten Treppen, auch der steile Weg vorab ist bei der Hitze schon einen vollkommenen Ablass wert. Es ist für uns wie eine Wallfahrt. Ein Parkplatz für die PKWs und die Haltestelle für die Bustouristen ist dagegen direkt vor der Haustür. Wir waren das letzte Mal 1974 hier, und wir können uns aufgrund der damaligen Mitfahrer nicht vorstellen, dass wir damals auch nur einen Schritt zuviel gelaufen sind.



Die Aussicht ist ganz einfach traumhaft, und die Basilika selbst hat trotz des Trubels nichts von ihren besonderen Eindrücken eingebüßt. Der Weg runter ist jetzt einfacher, und wir schauen in die gequälten Gesichter der Leute, die sich in der Nachmittagshitze nach oben schleppen. Im Musée Cantini wollen wir uns die Ausstellung „Rêves“ anschauen. Aber irgendwie haben wir uns mit dem Datum auf dem Plakat vertan. Das Museum hat zur Zeit geschlossen. Also geht es weiter zum Vieux Port und am Quai du Port entlang zum Fort Saint-Jean und zum Mucem (Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers). Leider ist es für die Picasso-Ausstellung schon zu spät, so genießen wir die Aussicht in dem futuristischen Gebäude und nehmen einen guten Schluck.

Mit einem der grünen Busse fahren wir wieder zum Bahnhof, damit wir rechtzeitig mit dem Zug in La Couronne ankommen, denn um 19.18 Uhr fährt der letzte Bus nach Carro-Port. Der Tag war heiß, schön und anstrengend. Und da wir leider, leider, leider keine Fotos mehr davon haben, werden wir ihn auf jeden Fall nochmals wiederholen. Ob wir uns den Aufstieg zur Notre Dame de la Garde aber nochmals antun, werden wir sehen.

Tagesstrecke: 0 km

Samstag, 21.04.2018

Heute Morgen verspüren wir Muskelkater und so etwas ist nicht gut im Urlaub, also verlängern wir in Carro nochmals um einen Tag. Faul sein kann so schön und schmackhaft sein. Denn auf dem Fischmarkt kaufen wir Sar (Fischsorte), Austern und Scampis, und auf dem Wochenmarkt: grünen Spargel, Zucchini, Tomaten und Eier.

Lena ist ja nie um einen guten Speiseplan verlegen ( Vor ganz vielen Jahren, nach unseren Ausbildungen, hatten wir mal an einer Kneipe mit Küche in der Limburger Altstadt Interesse, doch waren uns aber letztendlich die Arbeits- und Urlaubszeiten nicht recht. So kochen wir halt für uns, oder für gute Freunde.)

Unser Mittagsessen:

* grünen Spargel mit Vinaigrette

* Rigatoni mit Scampi, Zucchini und Tomaten

* gegrillten Sar (oder auch Geißbrasse, Salzwasserfisch)



Abendessen:

* frische Austern mit einer Echalotte-Vinaigrette, Baguette und gesalzene Butter



Erholung pur!!!


Tagesstrecke: 0 km


Sonntag, 22.04.2018

Irgendwie können wir uns nicht von Carro trennen. Was sollen wir auch am Sonntag einen Stellungswechsel vornehmen. Im Ort ist Hochbetrieb. Tourismus hoch drei. Nach geduldiger Auswahl entscheiden wir uns fürs Mittagessen bei dem Restaurant „Chez Francine“. Ha, ha, weit gefehlt. Es ist alles voll und reserviert. Da wir aber nicht woanders hinwollen, bin ich ein wenig hartnäckig und bekomme einen Tisch für 13.30 Uhr. Wir nehmen eine Double Friture (Kalamares und kleine Fischlis) als Vorspeise und für hinterher eine Pizza Provencale (Die Bedienung weißt uns ausdrücklich daraufhin, dass die Pizza für Zwei ist.) Vorher nutzen wir die Zeit zu einem gemütlichen Spaziergang am östlichen Strand entlang.





Tagesstrecke: 0 km

...... Wie schon oben beschrieben. Den vollständigen Reisebericht mit viel mehr Bildern gibt es hier --> Link

Lancelot am 13 Jul 2018 19:45:58

Wie immer : ein super-schöner und informativer RB von Euch ... :daumen2:

Ja - zum Glück hatte ich schon zu Abend gegessen, hätte mir sonst irgendwas einverleiben müssen :ja:
Sehr sympathische Reisegewohnheiten : schönen Aperitif, dann ordentlich und lecker landestypisch getafelt, dann eine kleine Rast zur Verdauung, dann kann man auch "was besichtigen" ... Mehr "Urlaub" geht nicht :D

Blöde Sache mit dem Einbruch, aber der finanzielle Schaden hält sich wohl in Grenzen ... :troest:
Bemerkenswerter Service von CarGlas .. :gut:

Gute Erholung von dem Schreck und bis zur nächsten Reise :)

:dankeschoen:

tztz2000 am 13 Jul 2018 20:09:48

Vive la France! :francais:


Schöner Bericht und tolle Fotos aus einer unserer Lieblingsgegenden in Frankreich....

.... trotzdem haben sich bei uns wieder ein paar weisse Flecken auf der Provencelandkarte aufgetan! :ja:


Sehr ärgerlich die Geschichte mit dem Einbruch! :evil:
Wenn ich mich recht erinnere, haben dort auch schon geparkt.


Beim nächsten Besuch in Aix und falls Ihr Euch für moderne Kunst interessieren solltet, die Fondation Vasarely ist sehr sehenswert!

--> Link

Säcker am 14 Jul 2018 09:58:40

Vielen Dank für die netten Postings. Der Womo-Aufbruch war erst wie ein Schlag, dann machte sich Enttäuschung breit, zuletzt galt aber "jetzt erst recht".

Micha1958 am 14 Jul 2018 10:19:49

Eine richtig schöne Tour habt ihr da gemacht.
Und ein toller Bericht der nicht nur gut zu lesen sondern auch noch schöne Impressionen zeigt.
Danke dafür.

Gruß Micha

Säcker am 15 Jul 2018 11:50:33

Vielen Dank Micha! Uns hat das von uns durchfahrene Gebiet der Provence auch sehr gut gefallen, und es gibt dort noch viel mehr Möglichkeiten. Deshalb haben Lena und ich gerade heute beschlossen, im nächsten Frühjahr noch einmal dorthin zu fahren.

Julia10 am 15 Jul 2018 11:57:07

Dein Bericht macht so richtig Lust, die Gegend zu erkunden. Vielenh dan dafür und für die Mühe und Zeit, die in diesem Bericht steckt

Muss ich unbedingt in meine "to do" Liste aufnehmen. Vielen dafür.

vosu99 am 15 Jul 2018 12:49:28

Wie immer ein toller Bericht von Euch.

Und wieder diese Essbilder :D

Vielen lieben Dank :ja:

Antarena am 15 Jul 2018 15:02:32

Danke für den Bericht, wir haben einige Ziele in unsere Reiseplanung mit aufgenommen! Und in Aix werden wir auch den Parkplatz meiden.

Säcker am 16 Jul 2018 09:54:40

Zu erst einmal vielen Dank für die lobenden Kommentare, sind sie doch Bestätigung für die Arbeit die in einem Bericht steckt. Es macht aber auch unheimlich viel Spaß

ät Julia 10: Gerade du als Vielschreiberin von so vielen tollen Reiseberichten weißt, was alles dahinter steckt. Und es freut mich, dass du für dich noch etwas heraus ziehen kannst.

ät vosu99: Susanne du weißt doch, dass wir Genussmenschen sind! :D

ät Antarena: Toll, dass ich zur Reiseplanung etwas beitragen konnte. Die Infos zu Aix-en-Provence waren mir wichtig, auch wenn es für uns nicht so schön war. Wir wollten aber nicht, dass es Anderen auch so ergehen muß.

bernie8 am 16 Jul 2018 11:06:05

Hallo Hans-Werner,

Danke für den schönen Bericht!

Waren auch schon 2 x in der Gegend.
Leider können wir so was nur in den Sommerferien machen.
Da ist es dann ganz schön heiß!

Aretousa am 18 Jul 2018 21:45:55

Wir bevorzugen die Zeit im Frühling, Hitze liegt uns so gar nicht.
Allerdings würde ich schon gerne mal wieder die Lavendelsträucher in voller Blüte sehen. Da müssten wir dann doch im Juni/Juli hin.

FastFood44 am 19 Jul 2018 10:34:30

Und wieder mal ein Beweis:
Frankreich geht immer!
Drauf los und es wird schön!

haroba am 19 Jul 2018 11:50:00

Moin Lena!
Moin Hans-Werner!

Vielen Dank für Euern Frankreich-Reisebericht.
Habe endlich alle Teile durchgeackert.
Prima gemacht!
Ihr macht es wirklich richtig: Reisen statt rasen!

Munterholln!
Hartmut

Säcker am 19 Jul 2018 12:08:03

FastFood44 hat geschrieben:Und wieder mal ein Beweis:
Frankreich geht immer!

Diese Überlegung torpetiert so manche Planungen von uns. :D :francais: :wein:

haroba hat geschrieben:Vielen Dank für Euern Frankreich-Reisebericht.
Habe endlich alle Teile durchgeackert. Prima gemacht!
Ihr macht es wirklich richtig: Reisen statt rasen!


Wir haben uns bei dir zu bedanken. :wink: Ich weiß, dass unsere Reiseberichte immer eine umfangreiche Lektüre mit vielen Informationen sind.

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