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motorradtraeger

1 Durch sieben Länder von Ungarn bis Albanien


liesje am 15 Jul 2018 12:43:48

Erst mal bis Ungarn, mal sehen wie weit wir noch kommen! Unser Ziel ist die Reise und das Neue um die Ecke. Aber wir schafften es in knapp 10 Wochen durch 7 Länder bis Albanien und dann zurück über den Stiefel.
Das Bussle scharrt mit den Hufen. Die Kisten sind gepackt und werden grad zum Transport im Flur aufgereiht.
Erst mal nach Österreich, durch Ungarn, vielleicht über Serbien, Montenegro nach Albanien.
Am Sonntag, dem 6.5.18 direkt nach unserer Wahl des neuen Oberbürgermeisters, starteten wir durch den Schwarzwald nach Schaffhausen.
Diese Glocke soll Schiller zu seinem "Lied von der Glocke" inspiriert haben!
Irgendwann muss man ja was Wichtiges vergessen. Nun ist es das Aufladegerät für das Handy.
Zum Glück habe ich ja mein Geburtstagsgeschenk: Ein Aufladegerät, das im Zigarettenanzünder im Auto funktioniert. Aber nur beim Fahren!
Deshalb mussten wir bis Obdach in der Steiermark warten, bis wir vom Wahlergebnis der OB-Wahl in Freiburg lesen konnten und von Horns (Sieger) gebrochenen Nasenbein.
Hier in Obdach bei unseren Freunden ist alles so ziemlich beim Alten. Hauptbeschäftigung: Essen und Trinken, Trinken, Trinken....
Morgen machen wir eine Wanderung und laufen hoffentlich im vorraus was runter, denn ein Ziel ist eine Wirtschaft, wo gegessen wird.
Aber ich erzähle noch etwas von unserer Reise bisher:
Wir machten kleine Etappen. Zuerst ging es nach Schaffhausen mit ausführlichem Besuch der Stadt.
Dann immer am Bodensee entlang auf der Schweizer Seite bis kurz vor Arbon. Dort übernachteten wir auf dem CP und ich stieg tatsächlich am 7.5. in den Bodensee zum Schwimmen!
Morgens ging es weiter nach St. Gallen, wieder eine Stadtbesichtigung und dazu Besuch der sehr interessanten Bibliothek im Benediktinerkloster.
Stiftskirche

Der Rest war tolle Landschaft und hohe Berge zum Anstaunen.
Übernachtet haben wir 30 km hinter Innsbruck auf einem CP an einem schönen kleinen und warmen! See.

Dort mussten wir 3 € Kurtaxe zahlen und ich kam auf die Idee, die Gästekarte (inklusiv) zu nutzen.
Direkt in der Nähe gtbt es ein Tiroler Bauernhofmuseum mit 37 alten Gebäuden, wunderschön im Tal und auf den Hängen verteilt. So kamen wir zu einer Wanderung.
--> Link
Interessante Erläuterung durch Filmszenen fiktiver Bewohner der Tiroler Bauernhöfe!
Ein Stück weiter befindet sich ein historischer Friedhof mit gesammelten Kreuzen, jedes mit einem deftigen oder lustigen Spruch versehen.
z. B. " Hier ruht Bernhard Leimgruber
           26 Jahre war er Mensch und 37 Jahre Ehemann!"
oder "Hier ruht die ehrsame Jungfrau Genoveva Mairhofer mit ihren einzigen Sohn"
Wir hatten viel zu Lesen und zu Lachen.
Da wir kleine und kleinste Straßen nutzten und unverhofft unser Lieblingspass, der Sölkpass gesperrt war, kamen wir sehr spät in Obdach an.
Wir machten uns am 13.5. auf den Weg nach Osten, vorher gab es eine Pause in Bruck an der Mur, dann ging es rechts ab an Rosseggers Alpl vorbei, immer auf schönen „grünen“ Straßen erst bis Pöllau und zur Walfahrtskirche Pöllauberg. Wir haben die wunderbare Aussicht von da oben genossen bis Ungarn und bis zur Riegersburg und entdeckten von oben die Kuppelkirche von Pöllau. Da sind wir dann noch eben mal rein zum Staunen. Innen ist alles mit Fresken ausgestattet, alle Wände, alle Nischen, alle Decken. Obwohl es steirischer Barock ist, gibt es keinen Stuck, sondern nur Scheinarchitektur und optische Täuschungen. Übernachtet haben wir in Hartberg. Der CP war direkt neben dem für uns kostenfreien Schwimmbad. Da geh' ich morgen früh rein – dachte ich!
Aber das Wetter hatte gewechselt!
Nach einem reichhaltigen Frühstück in Hartberg starteten wir weiter Richtung Ungarn. Wir machten einen Umweg, weil die Landschaft so toll war und kamen nach Bernstein. Dort wurde – auch „unter Tage“ - Serpentin gefunden und gefördert. Das ist ein Halbedelstein und ist meistens ganz schwarz, oft grün und hellgrau bis hellgrün. Da man wohl sehr große Brocken raus holt, gibt es von Schmuck bis zu großen Skulpturen alles.
Wir besuchten das Schaubergwerk und die Ausstellungen dazu. Alles sehr informativ!
Paul war ganz angetan davon, endlich mal keine Kirche!!!
Im Thermal-CP „Papa“ haben wir uns für drei Tage eingenistet. Er ist groß und noch ziemlich leer, die vielen Außenbecken, die ich sah, allerdings auch!
Nachts fing es an zu regnen und das machte es am Dienstag, den 15.5.noch und kalt ist es geworden.
Ein Glück, dass es ein Hallenbad gibt, da wird man nicht nass beim Schwimmen.
Und da sind wir beide rein. Endlich konnten wir uns orientieren. Von wegen nur Sportbad. Hinten dran ging es dann in eine große Thermenanlage mit allem, was dazu gehört, auch mit Außenbecken!
Sogar die Sonne lässt sich wieder blicken!
Wir eroberten Pápa!
Durch den Park auf angenehmen Radwegen kamen wir schnell ins Zentrum. [/url]
Wir hatten uns zu einer Radtour zum Esterhazy-Mausoleum in Ganna aufgerafft: 14 km in der Sonne und 14 km im strömenden Regen! Wir waren beide nass bis auf die Haut!
Welch eine Wonne, dann ins 40° heiße Becken einzutauchen!
Am nächsten Morgen verließen wir Pápa - nach einem letzten Thermalbesuch.
Die Sonne war bitter notwendig, denn immer noch war alles feucht bei unserer Abfahrt. Zur Abwechselung haben wir mal ein Esterhazy-Schloss besichtigt,
weiter ging es Richtung Zirc (schönes Kloster, aber wir waren übersättigt) mitten in tollen Bergen und Landschaften unterwegs zum bedeutenden Kloster „Pannonhalma“. Von unten sah es am Besten aus. Wir hatten viel Gelegenheit es von unten zu betrachten, denn wir suchten verzweifelt den angezeigten CP direkt unter dem Kloster am Hang.
Alle schickten uns hin, aber keiner, auch die Polizei, wusste , dass es den nicht mehr gab (neue teure Baugrundstücke stattdessen!)
Der ADAC wusste es auch nicht! Es hatte den Platz 2018 in seinem Campingführer genau beschrieben!
Die Sucherei hatte Zeit gekostet und ein Besuch des Klosters war nicht mehr drin – dachten wir.
Also suchten wir einen CP in der Nähe und das war in Györ der CP "Toport", zwischen 2 Seen, leider nur zum Angeln!
Der Platz war erstaunlicherweise gut besucht, alles Camper - alles Dänen, die sich nicht trauen, alleine zu fahren. Früh morgens fuhren sie mit einem Extrabus ab und wir hatten ein ruhiges Frühstück.
Gemächlich sind wir die 20km zurück zum Kloster „Pannonhalma“ gegondelt und haben dort Kirche und die weltgrößte Bibliothek besichtigt und sind dann ein wenig gewandert.
In Györ sind wir anschließend durch diese sehr hübsche Stadt gelaufen bis zum Fluß Raab und zurück durch lebhafte kleine Gassen mit netten Geschäften. In einem Straßenkaffee haben wir eine Zeitlang die Leute beguckt – eine bunte Mischung – und sind dann zum Platz zurück.
Es war wieder wärmer geworden und wir konnten noch lange draußen sitzen.
Am19.5. ging es dann weiter nach Osten, über Komarom bis Esztergom.
Rechtzeitig ist uns noch eingefallen, dass es ja Sonntag und Montag nix zu Kaufen gibt. Aber der Tesco, riesig, in Komarom hatte alles Auf der anderen Donau-Seite ist die Slowakei.
Vor Esztergom, schon vom weiten sieht man die Kathedrale. Sie ist riesig, ein viereckiger Klotz mit einer riesigen Kuppel.
Die Kathedrale steht auf einem Berg und da ging es viele, viele Stufen hinauf.
Natürlich hätten wir gemütlich mit dem Auto rauf können, oben war ein riesiger Parkplatz. So hatten wir unser Trimm-dich für diesen Tag hinter uns – dachte ich.
Hoch zur Kuppel sind es noch mal 400 Stufen über enge Wendeltreppen.
Paul streikte und musste fast eine Stunde unten sitzen und auf mich warten.
Vorne am Altar wurde ein Brautpaar nach dem anderen getraut und ab Mitte liefen die Touris. Es gab echt was zu sehen. Die Brautjungfern in extrastarren Petticoats, bzw, Reifröcken, kamen kaum aus dem Auto (eine sogenannte Stretchlimosine) und boten unverhoffte Anblicke!
Währenddessen erklomm ich die Kuppel und genoss die fantastische Aussicht rundherum.
Wieder unten angekommen, zitterten mir etwas die Knie.
An dem Tag hat es uns erwischt. Hier auf dem CP in Esztergom – wir wollten uns grad installieren – ist uns eine Frau ins Auto gefahren. Sie ist einfach rückwärts los in die Straße und wir konnten zwar stoppen, aber den Zusammenprall nicht vermeiden.
Der linke Kotflügel vorne ist verbeult, die Lampe hängt schief und die Fahrertür lässt sich nicht gut öffnen, ebenso der Motorhaubendeckel.
Als ich dann über den DAS einen Anwalt engagieren wollte und deshalb schnell ins Internet wollte, streikte das!
Wir sind dann erst mal essen gegangen und dann hatte ich den Laptop noch mal bearbeitet und er ging erst mal wieder!
Natürlich war es Samstagabend und hier wird bis Dienstag nichts zu machen sein.
Am nächsten Tag ging es weiter, wir wussten noch nicht so genau wohin. Ein Freilichtmuseum und das Sissi-Schloss Gödöllo liegt an unserem Weg.
Guckemermal!
Unser Peterle fuhr mit dem Schaden ohne Probleme. Da die Lampe schief hängt, fuhren wir nicht nachts und den Motorhaubendeckel ließen wir fast immer zu.
Wir hatten einfach keine Lust tagelang in einem Ort festzusitzen und auf evtl. Ersatzteile zu warten.
Das Schuldeingeständnis der schusseligen Dame habe ich in deutsch und in ungarisch.
Wir haben uns weiter „entschleunigt“, und sind nur ein Stück an der Donau entlang, um das Donauknie rum bis Szentendre. Dort sollte ein sehr sehenswertes Freilichtmuseum sein mit Vorführungen alter Handwerkskunst u.ä.
Was uns dort aber erwartete überstieg unserer Vorstellung bei weitem.
„Withsun“ = „Pfingsten“ wurde hier ausgiebig und 2 Tage lang gefeiert. Überall, in allen Gehöften, Höfen und Wiesen war etwas los: Stände mit Essen und Trinken, alte Herstellungsweisen von Letzterem, Mitmachangebote aller Art, Spiele, die Wissen vermittelten, Streichelzoo, Brot wurde gebacken, eine Art Baumkuchen hergestellt, dabei wurden Teigwürste um eine Metallhülle gewickelt, diese dann stehend in einem heißen Gestell gebacken, die fertige Teigrolle dann in Zimt und Zucker gewälzt und schneller verkauft, als hergestellt.
Schon beim Eingang fielen uns die vielen Trachten auf. Aber mitten in dem großen Gelände war eine Bühne aufgebaut und dort wurde ununterbrochen musiziert, gesungen und getanzt. Alle Mitwirkenden in den Trachten der verschiedenen Landesteile. Wunderschöne Kleider. Die liefen auch durch das ganze Gelände: Mädchengruppen, Paare, Familien. Dazu wurden durch die Tracht einzelne Traditionen gezeigt, wie z.B. Fastnacht. So ein Zotteliger, wie bei uns in der Fasnet, machte auch die gleichen Scherze!
Eigentlich ist das ganze unbeschreiblich, erst um 18 Uhr, nach fast 5 Stunden sind wir da raus.
Die Besichtigung von Schloss Gödöllö hatten wir auf den nächsten Tag verschoben, sind aber auf dem gleichen CP geblieben. Mit der Autobahn waren es bequeme 35 Min. bis dahin.
Wir bewunderten das Theater, das renovierte und rekonstruierte Schloss und den Landschaftgarten erwanderten wir.
Wieder zurück, empfahl uns die Platzwartin einen Bummel durch die Altstadt von Szentendre. Einen km an der Donau entlang und wir waren mitten in der „Drosselgass“. Der Reiseführer hatte ein Lokal empfohlen und das war wirklich gut. Ich hatte einen Zwiebelrostbraten, dabei waren die krossen Zwiebeln zu einem 12cm hohen Berg aufgehäuft. „Da springt kein Aff' drübber!“
Es war schon dunkel und die vielen kleinen Läden schlossen, also beschlossen wir, brav ins Bett zu gehen und morgen nach der Abfahrt noch mal kurz vorbei zu schauen.
Viele kleine steile Treppenwege führen hoch zu interessanten Kirchen.
Über Gyöngyös (Super Konditorei!) ging es ins Mattras-Gebirge und mitten drin „erklommen“ wir den höchsten Berg Ungarns, stolze 1013m hoch. Das war uns nicht hoch genug. Es gab noch einen Fernsehturm zum Besteigen. Paul wollte schon wieder streiken, aber ich zog ihn mit. Meine Vermutung war richtig – es gab einen Aufzug. Und so, einige Meter höher, hatten wir eine tolle Rundumsicht.
Den Rest kurviger Fahrt nach Eger brachten wir auch hinter uns.
Hier saßen wir oberhalb vom „Schöne Frauen-Tal“ auf dem CP und unten drin warteten die Weinkeller auf uns.
Wir kamen in diesem schönen und interessanten Ungarn nicht weiter.
Natürlich haben wir das „Schöne-Frauen-Tal“ mit seinen 200 Weinkellern besucht.
Paul jammerte etwas, denn es war heiß, es ging steil runter und er dachte mit Sorge an den Heimweg. Den nahmen wir allerdings beschwingt in Angriff mit etlichen Gläschen Wein im Bauch. Paul hatte dazu eine Fässchen „Erlauer Stierblut“ zu schleppen. Alles kein Problem!
Den nächsten Tag verbrachten wir dann in Eger. Wir hatten einen netten kleinen Stadtplan vom Campingmenschen bekommen mit einem genau beschriebenen Weg an allen Sehenswürdigkeiten vorbei. Den mussten wir abarbeiten, immer umringt von diversen Schulklassen. Von diesem Tag an bis zu den ungarischen Sommerferien sind Schulausflüge Pflicht.
Die Kinder und Jugendlichen waren sehr diszipliniert, nur im Weg standen sie öfters. Manche Sehenswürdigkeiten waren ganz für die Schulkassen reserviert und uns wurde bedauernd abgesagt.
Dafür haben wir einiges mitgekriegt, was als Besonderes für eben die Kinder war – nur wir waren halt da! Auf der Burg – ein nationales „Heiligtum“ der Ungarn, weil sie dort der Belagerung durch die Türken widerstanden hatten – erklärte ein „mittelalterlicher“ Soldat die Geschichte und wie sie sich verteidigt hätten. Genau demonstrierte er seine Waffen, lud seine riesige Muskete und … feuerte sie ab. Wir sind ganz schön erschrocken.
Das Minarett ist das älteste osmanische Zeugnis, normalerweise besteigbar! "Leider" war es in Renovation!
Den Heimweg haben wir nach langer Wartezeit mit so einem Touristenbähnchen gemacht, das die durstigen Leutchen von der Stadt ins „Schöne-Frauen-Tal“ bringt. Uns ließ der Fahrer netterweise oben auf dem Berg beim Campingplatz raus.
Der nächste Tag war ein kompletter Regentag. Trotzdem lief alles wie geplant. Es war ein wenig schade, das unsere Fahrt durch das Bükk-Gebirge durch den Regen beeinträchtigt wurde. Ich wäre dort gerne ein wenig in den Märchenwäldern spaziert. Zwei Tropfsteinhöhlen ließen wir links liegen und steuerten die Thermalbad-Höhle bei Miskolc an. In ein echtes Höhlensystem wurden die Thermalwasserbecken eingebaut.
Wir blieben „nur“ drei Stunden, rausgehen konnte man eigentlich nicht, da wären wir ja nass geworden!!!

Die Rad-Fähre über die Theiß
Deshalb fuhren wir weiter bis hierher an den Theiß-See, den Tisza-Tö nach Tiszafüred auf den Thermalcampingplatz.
Es ist nicht ganz klar. Ist der CP beim Thermalbad oder oder gehört das Thermalbad zum CP. Jedenfalls können wir jederzeit mit ein paar Schritten uns ins gut warme oder erwärmte Becken drinnen oder draußen werfen. Hier ist noch sehr wenig los, gestern und heute waren es etwas mehr Leute, weil Wochenende war.
Dazu ist das Wetter bestens, allerdings wird es uns bald zu heiß.
Einziger Schwachpunkt dieses Paradieses: Schnaken! Eine Freundin hat uns so eine Art kleiner Tennisschläger geschenkt, mit Strom werden die Viecher gegrillt! Der ist dauernd im Einsatz.
Endlich können wir auch Radtouren machen. Hier ist es topfeben.
Heute sind wir dreimal über den See: erst mit den Rädern auf Damm und Brücken auf die andere Seeseite, dann wurden wir mit einem Bootchen auf eine der vielen Inseln geschippert (Die Räder blieben stehen) und von da ging es auf Bohlenwegen über das Wasser durch das Schilf zum Vögel beobachten.
Zwei Stunden waren wir so unterwegs. Dann holte uns das Bootchen wieder ab und die Radtour ging weiter und später zurück zum CP.
Dann ging es in die Puszta. Zum nächsten CP dort waren es nur 43 Km!dort fanden wir einen wunderbar schattigen Platz - unter einem Maulbeerbaum, der Platz und Peterle mit seinen Früchten eindeckte. Wir haben uns schon gewundert, dass da niemand gestanden hat.
Die Sonne brannte runter – und das tat sie bis hier zum Untergang.
Die Puszta war ein Erlebnis, immer hart am Kitsch vorbei.
Wir haben alles mitgemacht: Besuche in drei kleinen Museen über die Puszta und ihre Hirten, über das Leben dort und die wirtschaftlichen Möglichkeiten bis heute.
Schon die Touri-Info war ein Erlebnis. Der nette Mensch sprach astrein Deutsch und erklärte alles bis ins Detail, schrieb es für mich auf – er „auf dem Kopf“ mit allen Zeiten und wo wir die Tickets kriegen usw.
Und so sind wir mit einem Safari-Bus in ein Wildgehege gefahren worden. Der Fahrtwind war sehr angenehm bei der Hitze und die Tiere waren meistens in einem kleinen Wäldchen untergebracht.
Mensch und Tier suchte den Schatten. Wir sahen Wölfe, Schakale, Füchse, Büffel, Wildkatzen, Wildschweine, Hirsche und bei einem Teich unter allen möglichen Wasservögeln auch Pelikane. Alle die sollten hier in der Puszta vorgekommen sein oder noch heute leben.
Die typischen Wildpferde der Puszta sahen wir nur ganz von weitem. Hin zu spazieren war es uns einfach zu heiß.
Den nächsten Tripp machten wir per Rad nach Norden zu einem Gestüt mit allerlei „Animation“.
Wir buchten die Kutschfahrt, mussten noch eine Weile warten, weil eine Schulklasse sich verspätete und wurden dann auf die „Kutschen“ geladen (Überdachte Wagen mit Sitzbänken seitlich). Wir hatten die erste von vier Kutschen und waren froh drum, denn die Pferde und Wagen wirbelten ganz schön Staub auf. Und so ging es in die Puszta hinein mit allerlei Vorführungen.
Für uns wurden die Wasserbüffel aus ihrem Loch gejagt, die Armen! Der dazu passende Hirte war natürlich in die passende Kleidung gewandet.
Die Unterkünfte aus Riedgras und die Häuschen, die Stallungen waren zu sehen, auch der Schutz aus Riedgras für das offene Feuer. Weiter ging es zu den Graurindern, die es in Wirklichkeit kaum mehr gibt. Mordshörner haben die, fast wie Watussis. Gelenkt wird nur durch Zuruf!
Dann kamen die in der Hirtenrangordnung am höchsten stehenden, die Pherdehirten.
Stallausmisten stelle ich mir mit der Kleidung schwierig vor: Lange bis über die Knie reichende blaue gefältete sehr weite Hosen, die wie Röcke aussahen, ebensolche blauen Hemden mit superweiten Ärmeln, Lederwesten, schwarzer Hut – fast wie Cowboys!
Wir durften sie zu Pferd bewundern. Das einzige junge Mädchen unter uns Rentnern durfte mal reiten und die Kinder in den nächsten Kutschen durften die Tiere streicheln.
Dann gab es Reitervorführung mit fünf Pferden. Der Hirte stand auf den letzten beiden und lenkte alle fünf.
Zum Schluss gab es die am wenigsten angesehenen Hirten mit den Schafen.
Aber die bringen heute das Geld! Riesenherden und hier natürlich eine besondere Rasse mit gedrehten Hörnern.
Wir waren sehr beeindruckt von allem.
Unterm Maulbeerbaum war es recht kühl geblieben und dazu ließen wir nachts teilweise Fenster und Türen auf.
So haben wir einigermaßen gut geschlafen und sind am nächsten Tag nach Süden ins nächste Thermalbad mit CP in Türkeve gefahren. Ich aalte mich im Bad. Paul ging nur morgens mit.
Dann ging es weiter nach Süden über Sarvas (sehr interessant), an der Piroschka-Gegend vorbei nach Szeged, eine große, sehr interessante, schöne Stadt.
Hier standen wir direkt an der Theiß, hatten die Brücke vor uns, die uns dann zu Fuß rüber in die Altstadt brachte.
Den Abend zuvor hatte sie das schon. Wir wollten essen gehen. Die Hitze hatte uns so zugesetzt, dass wir das erstbeste Lokal ansteuerten. War aber gut, etwas teurer als andere und Zigeunermusik gab es auch.
Dann sind wir noch rumgeschlendert.Es war noch viel Betrieb auf den Straßen. Die Hitze war einer angenehmen Wärme gewichen, aber erst 23 Uhr. Überall gibt es Straßencafés und überall ist was los.
Heute, als der Regen aufhörte, sind wir eigentlich zur Besichtigung gestartet.

Wir schlenderten durch die Straßen und über die vielen schönen Plätze.
Szeged ist hauptsächlich mit Palästen aus dem Ende des 19.Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts bestückt. Da lerne ich auch noch was: Eklektizismus = Stilmischung z.B. im Historismus! Aber noch viel toller sind die vielen Jugendstilbauten!
Wir waren nur am Staunen! Das es so gut wie keine Bauten aus früheren Zeiten gibt, liegt an den verheerenden Hochwassern, z.B. im Jahre 1879. Es gab zwar „nur“ 151 Tote zu beklagen, aber 5000 Häuser waren zerstört.
Damals gehörte Szeged zu Österreich-Ungarn und Kaiser Franz-Josef soll sich persönlich für den Wiederaufbau eingesetzt haben. Die Kathedrale
Die Synagoge der vor dem Nationalsozialismus bedeutenden jüdischen Gemeinde.
Wir wechselten immer wieder die Straßenseiten, denn nur im Schatten ließ es sich einigermaßen aushalten.
Deshalb verschwand ich nach unserer Rückkehr auf den CP auch sehr schnell im sehr großen, schönen, neuen Thermal- und Schwimmbad nebenan.
Mit den Bädern war nun erst mal Schluss. Es ging tags drauf schnell über die Grenze nach Serbien. Die letzten Forint (HUF) landeten im Tank.
Die Fortsetzung dieses Berichtes findet ihr evtl. im Länderforum Albanien.

liesje am 15 Jul 2018 23:12:09

Nun muss ich beim Schreiben mal eine Pause machen. Morgen geht es weiter!

spechtinator am 06 Aug 2018 22:27:36

Sehr schöner Bericht. Vielen Dank.

Wir waren in 2016 auch in Ungarn - eine Woche Szeged (der Schwiegervater kommt von dort) und eine Woche Balaton und Budapest. Szeged ist da natürlich für uns die schönste Stadt mit inzwischen langjährigem Insiderwissen :) Früher waren wir immer mit dem PKW dort jetzt mit dem Wohnmobil.

Wenn man ein ruheliebender Mensch ist, sollte man noch erwähnen, daß genau am anderen Flußufer, gegenüber des Campingplatzes das Discoschiff (Bild 3 links vom Baum) vor Anker liegt. Disco ist hier jeweils Mittwochs, Freitags und Samstags. Am Wochenende wummert dann noch eine zweite Disco. Also am besten Szeged von Sonntag bis Mittwoch besuchen :) Mir persönlich hat die Musik eigentlich sehr gut gefallen und ich habe einige Titel direkt aus dem Bett raus shazamt :D - so ca. bis früh um 4 Uhr.







Allzeit gute Fahrt.

Bye Christian

liesje am 13 Aug 2018 09:01:48

Danke Christian,
drei deiner Bilder hatte ich auch im Bericht, musste dann aber einige löschen, weil es zu viele Zeichen waren und so konnte ich nur wenige Bilder von Szeged zeigen.

Aretousa am 13 Aug 2018 09:16:47

Oh Liesje, ich warte die ganze Zeit auf die Fortsetzung des schönen Berichtes, hab dir ja ne Pause gegönnt und jetzt sehe ich, die ist ja längst geschrieben. Da werde ich mal schnell weiterlesen.

nuvamic am 13 Aug 2018 11:26:27

Danke schon mal für den Reisebericht..... und ich hab mit Freuden gelesen, dass ich nicht alleine Fan vom Sölkpass bin. Ich hoffe, der ist nicht dauerhaft geschlossen?

liesje am 14 Aug 2018 00:05:27

Nein, liebe Lena, der Pass war nur wegen Schnee gesperrt! Wir sind gar nicht auf die Idee gekommen, dass der Winter am Sölkpass so lange dauert. es war doch schon so heiß.

nuvamic am 14 Aug 2018 07:48:35

Ah, das tröstet mich. Bin übrigens nicht Lena ;)

Aretousa am 14 Aug 2018 09:00:45

Gut, dass du das richtigstellst. :lol:

liesje am 14 Aug 2018 13:35:36

Entschuldigt :oops: die Verwechselung!

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