Donnerstag, 31.5.2018:
Am Donnerstagmorgen kommen wir schon um 10:00 Uhr los und machen uns auf den Weg nach Bussang. Über Pforzheim - Karlsruhe – Baden-Baden - Freiburg – Mülhausen fahren wir auf Autobahnen bis wir kurz nach Mülhausen in Frankreich auf die N66 wechseln. Jetzt wird es so langsam bergig, wir erklimmen die südlichen Vogesen. Nach ungefähr 3 Stunden Fahrt für insgesamt 290 Kilometer erreichen wir ganz entspannt und ohne jeden Stau die Quelle der Mosel nahe Bussang.

Ohne Mathilde (unser Navi) und ohne Koordinaten wären wir glatt vorbei gefahren. Die „Route des Sources“ zweigt nämlich kurz vor Bussang von der N66 ab. Circa 100 Meter nach dem Abzweig gibt es einen Parkplatz, von dem aus man mit wenigen Schritten die Quelle erreicht.

Ob diese Quelle die einzige und wahre Quelle der Mosel ist, darf bezweifelt werden. Sicher ist aber, dass das Wasser aus diesem Becken in die Mosel fließt, der hier in dieser Gegend noch viele weitere Flüsschen und Bäche zufließen. In der Einfassungsmauer der Quelle ist der Verlauf der Mosel von der Quelle bis zur Mündung verewigt.

Nachdem wir die Moselquelle ausgiebig bestaunt haben, brechen wir wieder auf und fahren noch ca. 35km bis nach Eloyes. Hier haben wir uns schon im Voraus eine „France Passion“ Location ausgesucht. Wir sind ein bisschen nervös ob das klappt, dies ist nämlich unsere erste Übernachtung bei einem France Passion Gastgeber.

Der Übernachtungsplatz ist wie im France Passion Handbuch beschrieben mit den entsprechenden Schildern versehen und wir bewegen unser Vehikel auf das Grundstück der Gastgeber-Familie. Dort arbeitet ein älterer Herr, den wir fragen ob wir hier richtig sind. Wenig später kommt noch eine jüngere Dame hinzu und Ulke parliert mit den freundlichen Leuten auf Französisch. Es stellt sich heraus, dass in ihrer Scheune auch ein Hymer Womo steht und wir haben gleich noch ein Gesprächsthema.

Die Dame des Hauses spendiert uns noch einen „Teppich“ den wir vor den Eingang legen. Sie frägt uns auch, ob wir morgen zum Frühstück frische Backwaren möchten. Als das geklärt ist, machen wir die Fahrräder bereit, weil wir noch in das nahe gelegene Städchen Remiremont fahren möchten. Wir bekommen von den freundlichen Gastgebern eine genaue Wegbeschreibung und folgen wie besprochen der D42 entlang der Mosel nach Remiremont. Auf der D42 ist sehr wenig Verkehr und wir können die 9km Fahrradfahrt bei einigermaßen schönem Wetter rundherum genießen.
In Remiremont angekommen stellen wir die Fahrräder in der Nähe des Marktplatzes ab und erkunden die Stadt zu Fuß:

Mittag ist vorbei, wir werden hungrig und deshalb kaufen wir uns in einer Bäckerei eine Tarte ‚irgendwas‘. Wir genießen das Gebäck auf einer Parkbank direkt vor der Kirche. Nach unserem Imbiss muss die Kirche von Remiremont natürlich auch noch von innen besichtigt werden.

Später finden wir in der Hauptgeschäftsstraße noch eine Bar wo wir uns zum Abschluss unseres Remiremont-Besuches noch ein „Pression“ und einen Cappuccino genehmigen.

Während wir unsere Getränke genießen werden die Wolken immer dunkler und der Wind nimmt zu. Daher beschließen wir, uns auf den Rückweg zu machen. Also schwingen wir uns auf die Fahrräder und machen uns auf den Heimweg. Das Wetter wird immer düsterer und wir treten ordentlich in die Pedale. Wir schaffen die 9 km zurück nach Eloyes in rekordverdächtiger Zeit. Gerade als wir wieder beim Womo ankommen beginnt es heftig zu regnen. Wir verstauen die Räder noch schnell in der Heckgarage und verkriechen uns danach ins Womo, wo wir uns ein leckeres Abendessen kochen, ein Glas Rotwein genießen und später eine ruhige, ungestörte Nacht verbringen.
Freitag, 1. Juni 2018:
Am nächsten Morgen hupt es pünktlich um 9:00 Uhr hinter unserem Womo: es ist die Bäckersfrau die mit ihrem fahrbaren Bäckerladen hier vorbei kommt und uns Baguette und Croissants verkauft. Unserem ersten Urlaubs-Baguette-Frühstück 2018 in Frankreich steht nun nichts mehr im Wege!
Nach dem Frühstück möchten wir aufbrechen, allerdings ist von unseren Gastgebern niemand zu finden. Wir hinterlassen eine kurze Nachricht, bedanken uns für die freundliche Aufnahme und lassen noch ein kleines Geschenk als Dankeschön für die freundliche Aufnahme zurück.

Unsere nächste Station ist Epinal, die Hauptstadt des Départements Vosges. Über die D42 und später die D157 legen wir die paar Kilometer nach Epinal zurück. Bereits 21 Minuten später sind wir dort und haben den gesuchten Stellplatz am Port de Plaisance gefunden. Hier gibt es tatsächlich noch einen freien Platz, den wir sogleich mit Beschlag belegen. Wir haben zwar nicht vor in Epinal zu übernachten, wollen aber von hier aus die Stadt besichtigen. Die Nachfrage im benachbarten Restaurant „la Capitanerie“ ergibt, dass man kostenlos parken darf, sofern man weder Strom braucht noch übernachten will. Super!

Wir machen uns bei durchwachsenem Wetter auf die Socken, um Epinal zu besichtigen. Unser Spaziergang führt uns an der Mosel entlang, die hier bereits zu einem richtigen Fluss geworden ist.


Aufgrund des vielen Regens in der letzten Nacht und auch wegen einiger Unwetter in den Vogesen führt die junge Mosel zwar sehr viel Wasser, wirkt aber (zumindest hier in Epinal) trotzdem noch einigermaßen friedlich.

Auf dem Weg in die Altstadt marschieren wir entlang der Uferpromenade.

Nach ca. 1,5 km kommen wir am „Place des Vosges“ an und die Altstadt von Epinal begrüßt uns mit typisch französischem Flair.

Hier sind Internet und Telekommunikation auf dem aller neuesten Stand und man bekommt einen Eindruck davon was der Begriff Netzwerk wirklich meint.

Die Basilika St. Maurice in Epinal wurde zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erbaut und war lange Zeit ein Wallfahrtsort. Hier vereinigen sich mehrere Baustile in einem Bauwerk.

Über der Stadt Epinal thront eine Burgruine, die wir uns auch noch ansehen möchten. Wir suchen nach einem Aufstieg und werden bald fündig. Der Anstieg ist allerdings recht steil und führt teilweise über Treppen.

Die Aussicht auf die Stadt wird mit jedem Höhenmeter besser:

Und als wir ganz oben angekommen sind, ist auch das Wetter besser geworden.

Außer der wirklich schönen Aussicht findet man hier viele alte Steine und Gemäuer.

Diese Sirene ist sicherlich in ganz Epinal zu hören.


Zurück in der Stadt wollen wir noch in der Markthalle einkaufen. Wir suchen uns Münsterkäse, frische Paté, Schinken, Tomaten und Obst aus. Zurück im Womo gibt es dann einen leckeren Mittagssnack, gefolgt von einem Mittagsschläfchen, auf welches wiederum ein leckerer Espresso folgt. Spät am Nachmittag geht es dann weiter nach Villey le Sec, hier wollen wir auf einem Campingplatz direkt an der Mosel übernachten. --> Link

Mathilde – unser Navi - blickt es nicht und wir fahren mitten im Ort glatt an der Abfahrt zum Campingplatz vorbei. Für einige Zeit gibt es jetzt keine einfache Möglichkeit mehr zu wenden. Also fahren wir bis in den nächsten Ort wo wir gleich auch einen Leclerc Supermarkt finden und die Gelegenheit zum Einkaufen nützen. Gegen 16:30 sind wir dann auf dem Campingplatz direkt am Moselufer und können uns dort einrichten.

Der Camingplatz Villey-le-Sec ist von der Hauptstraße aus über eine kleine, einspurige und steil bergab führende Straße zu erreichen. Dafür liegt er fernab vom Verkehrslärm, direkt an der Mosel und mitten im Grünen.

Als wir aufbauen haben wir kaum Nachbarn, gegen Abend jedoch sind wir von durchreisenden Campern umzingelt, die alle ein gelbes Nummernschild haben. Irgendwie sind die alle ziemlich gestresst, und auch nicht besonders freundlich. (Aber wahrscheinlich würde sich eine Horde gestresster Camper mit weißen Nummernschildern auch nicht anders aufführen)
Es ist ziemlich bewölkt und es grummelt immer wieder – aber je unfreundlicher unsere Nachbarn sind, desto freundlicher wird das Wetter. Später können wir sogar draußen sitzen.
Samstag, 2. Juni 2018:
Wir verbringen eine ruhige Nacht, wachen jedoch ziemlich früh auf, weil die Nachbarn um uns herum alle zusammenpacken und weiterfahren. Wir lassen uns von der aufkeimenden Hektik nicht anstecken und frühstücken erst mal gemütlich.
Nach einem schönen Frühstück mit Paté, Baguette und gekochtem Ei packen wir die Fahrräder aus und fahren die 13 km nach Toul. Die Radtour führt zunächst über die D121 stets an der Mosel entlang. Später geht es auf Feldwegen weiter, jedoch immer gut ausgeschildert und problemlos zu fahren.

Das Wetter ist zwar durchwachsen, aber wir genießen die Landschaft und die Radtour trotzdem. In Toul angekommen landen wir im Trubel eines Festivals und müssen die Fahrräder wegen der Menschenmassen erst einmal schieben. Als wir dem Menschenauflauf glücklich entkommen sind, radeln wir weiter bis zur Kathedrale St. Etienne und besichtigen das alte Gemäuer ausgiebig.


Dieses monumentale Bauwerk wurde im 13. Bis 15. Jahrhundert erbaut und ist heute noch die Kathedrale des Bistums Toul in Lothringen.



Hinter der Kathedrale gibt es einen schönen Park mit riesigen alten Bäumen. Offensichtlich sind einige schon so alt, dass sie gewärmt werden müssen. :roll:


Nachdem wir Park und Kathedrale ausgiebig gewürdigt haben, radeln wir in die überschaubare Innenstadt um etwas zu essen und in einem Straßencafé noch etwas zu trinken. Wir werden fündig am zentralen Platz von Toul, der mit Wasserspielen interessant gestaltet ist:

Nach einer Tarte ‚irgendwas‘ aus einer Bäckerei und dem obligatorischen Cappuccino bzw. Espresso im Straßencafé machen wir uns auf den Rückweg. Es geht unter der Autobahn aber über der Mosel durch.

Zurück am Campingplatz gibt es erst mal ein Eis. Abends packen wir den Grill aus und später schauen wir das Test-Länderspiel: Deutschland – Österreich, die Deutschen verlieren, was (wie wir heute wissen) in den nächsten Tagen noch häufiger vorkommen sollte… :cry:
Sonntag, 3. Juni 2018:

Für den nächsten Morgen haben wir Liverdun als Ziel festgelegt. Wir kommen am Sonntag gegen 10:45 los und tanken noch beim bereits bekannten Leclerc. Die Zapfsäule will die EC Karte nicht akzeptieren, erst bei der Kreditkarte wird sie schwach und gibt uns 40 Liter Diesel heraus. Bis Liverdun ist es nicht weit und gegen halb 12 sind wir schon am dortigen Campingplatz angekommen. Die Rezeption ist nicht besetzt, wir wenden uns an den kleinen Laden und werden dort auch sofort bedient.
Wir dürfen uns einen freien Stellplatz aussuchen und werden auch bald fündig. Das Wetter ist mittlerweile so warm, dass wir uns einen schönen Platz mit Schattenbaum aussuchen.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, machen wir wieder einmal die Fahrräder bereit und brechen zu einer Radtour entlang der Mosel nach Frouard auf. Entlang der D90 ist überraschenderweise ein schöner Radweg angelegt – für französische Verhältnisse durchaus etwas Besonderes.

In Frouard angekommen, ist die Straße gesperrt und wir werden von Straßenposten gebeten abzusteigen und die Fahrräder zu schieben. Hier findet nämlich gerade ein Mega-Super-Wahnsinns-Flohmarkt statt, auf knapp 5 Kilometer sind rechts und links der Hauptstraße massenhaft Flohmarktstände aufgebaut und bieten ziemlich (!) gebrauchte Sachen an. Von Unterwäsche, Lampen, Socken, Radios, Ersatzteile, Schrauben, … bis zu Wasweisichdennwas wird alles Mögliche feilgeboten.
Idealerweise gibt es zwischendurch auch Stände mit etwas zu essen und wir erstehen zwei Paté Lorraine, die wir aus der Hand essen. So gestärkt suchen wir mit den (geschobenen!) Rädern einen Weg aus dem Flohmarktgewimmel und wenden uns erst einmal in die falsche Richtung. Als der Feldweg am Moselufer zur Sackgasse wird, müssen wir umdrehen und wieder bergauf zurück in den Ort. Der zweite Versuch klappt dann, wir überqueren die Mosel und fahren die 16 km auf der anderen Moselseite zurück nach Liverdun.
Dort erklimmen wir noch über viele Stufen das alte Zentrum von Liverdun und finden Merkwürdiges…

[Bildtitel: fesselnde Aussicht :)]
… romantisches …

… und touristisches.

Es gibt ein kleines Schloß, welches für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt wird. Der kleine Schlosspark ist öffentlich zugänglich und bietet einen schönen Ausblick auf de Moselschleife.


Nach dem Abstieg aus dem Stadtzentrum kehren wir noch ein und trinken in einer Bar an der Hauptstraße einen Cappuccino und ein Bier. Ulke kauft (am Sonntag!) noch eine Tüte „Madeleines de Liverdun“.
Danach geht es zurück zum Campingplatz. Auf dem Weg zum Campingplatz können wir das "Schloss Corbin" auch von unten bewundern.

Montag, 4. Juni 2018:
Unser nächstes Ziel ist Nancy. Wir haben uns die Koordinaten eines Stellplatzes in der Stadtmitte besorgt und Mathilde entsprechend programmiert. Um 10:30 Uhr fahren wir los und kommen auch nach 30 Minuten in der Nähe des Stellplatzes an. Aber der Platz und die Zufahrt müssen erst einmal gefunden werden.
Beim ersten Versuch fahren wir vorbei, also drehen wir eine Runde und fahren wieder vorbei. Während der nächsten Runde stellen wir fest, dass der Stellplatz gesperrt ist. Also planen wir um und geben Mathilde die Koordinaten eines anderen Stellplatzes ein. Wieder einige Runden durch den Stadtverkehr und wir stehen vor einer Schranke an einem Parkplatz, die sich aber nicht für uns öffnet.
Der Parkplatz ist durch eine Lichtschranke gesichert und lässt nur PKW durch. Grrrrr. Wir müssen rückwärts rausfahren und beschließen, dass wir einen Campingplatz außerhalb von Nancy aufsuchen. Flugs ist Mathilde programmiert und wir schleichen uns wieder durch die Stadt hinaus nach Villers lès Nancy.
Um 12:30 sind wir schließlich da, müssen mit den Formalitäten aber noch bis 14:00 Uhr warten bis die Anmeldung besetzt ist. Immerhin dürfen wir auch ohne Formalitäten bereits einen Stellplatz beziehen.

Bei der Anmeldung um 14:00 Uhr erhalten wir einen Stadtplan und viele Tipps wie wir mit dem Bus in die Stadt kommen. Um 14:40 Uhr fährt der nächste Bus in die Stadt und wir machen uns bis dahin ‚stadtfein‘. Von der Haltestelle „Camping“ bis zum „Place Carnot“ dauert die Fahrt gerade mal 25 Minuten und wir sind mit wenigen Schritten mitten in der Altstadt.


Bis zum wirklich sehenswerten „Place Stanislas“ sind es nur wenige 100 Meter. Wir schlendern über den Platz, besichtigen die prächtigen Tore und gehen noch einen Kaffee trinken.



Stanislas Leszczynski, ein Kunst- und Architekturliebhaber, prägte Nancy durch den Bau der drei Plätze, die seit 1983 auf die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurden. Der Place Stanislas, der 2005 zur Fußgängerzone umgewidmet wurde, zählt zu den schönsten Plätzen der Welt.




Die Basilika Saint-Epvre wurde im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaut. Sie besitzt Kirchenfenster und Holztäfelungen, die zum Teil in Bayern hergestellt wurden. Der Kaiser Franz Joseph, der Kaiser Napoleon III, der König Ludwig II von Bayern und der Papst gehören zu den Stiftern der Kirche.
Später kaufen wir in einem kleinen Supermarche noch für das Abendessen ein und fahren dann um 17:25 bequem mit dem Bus wieder zurück auf den Campingplatz.
[Fortsetzung folgt ..]























































