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2 Durch 7 Länder bis Albanien und über den Stiefel zurück


liesje am 18 Jul 2018 14:43:29

Der 1. Teil unserer Reise fand hauptsächlich in Ungarn statt. Aber wir hatten noch Lust und Neugier auf mehr! Über Serbien ging es nach Bosnien-Herzegowina, von da kurz nach Kroation und wir verweilten länger in Montenegro, bevor wir nach Albanien kamen. Das Meer und die Berge hatten es uns angetan.
Am 3.6. von Szeged in Ungarn über die Grenze nach Serbien ging es recht zügig.
Unser 1. Problem: Keine Karte! 2. Problem: Kein serbisches Geld! 3. Problem: Keine Campingplätze! Jedenfalls nicht der, den das Internet mir in Novi Sad angepriesen hatte.
Zum Glück hatten wir auf der Herfahrt 18km vor Novi Sad ein Schild gesehen und ich mich an eine Webside erinnert: Farm 47
Da fuhren wir dann hin (zurück!) und fanden einen unheimlich netten Obstbauern, der inmitten seiner Quittenplantage ein kleines Touri- und Camperparadies eingerichtet hat.
Dazu konnten wir Abends gut speisen, Fleisch (von Schweinen, die wir immer mal wieder „gut“ riechen konnten) in rauen Mengen. Bier und Wein gab es und natürlich Quittenschnaps.
Marmelade gab es auch zum Fleisch und ich futterte die auch beim Frühstück am nächsten Tag. Und das war nicht einfach: 6 Spiegeleier für uns zwei, Speck, Schinken, Salami, Lachsschinken, dazu jede Menge Brot und Butter.
Und dann ging es mit einem Glas Marmelade weiter immer nach Süden.
So waren wir viel zu schnell wieder an einer Grenze und versuchten kurz vorher in einem Dorfladen unsere vielen Dinar loszuwerden.
Auf dem Weg fanden wir noch ein altes Kloster aus dem 15. Jahrhundert,"Novo Hopovo " wunderbar ausgemalt und mit einem dezenten Verkaufsstand für Kerzen, Ikonen, Honig, Likör und Schnaps.
Von den letzten zwei Flaschen in den Camper gelegt (eine lief dann etwas aus! Die Mönche können Schnaps machen, aber keine Flaschen richtig verschließen!) und weiter ging es.
Über die Grenze nach Tuzla.
Die Spuren des Krieges sind überall noch zu sehen, aber das Leben sieht sehr normal aus. Neben den zerstörten Häusern (von Serben) gibt es viel mehr neue Bauten, schön renovierte alte Gebäude, Parks, Plätze...
Es war unheimlich heiß und drückend und in Tuzla gibt es Salzseen, die ein Badeparadies ergaben mit allem drum und dran.
Da musste ich rein!
Der Salzgehalt im See ist so hoch (31g auf den Liter) das man fast nicht ins Wasser kommt, sondern obenauf liegt!
Leider gab es weit und breit keinen CP! Wir kamen in eine wunderbare Gebirgslandschaft und in ein mächtiges Gewitter.
Da reifte schnell der Plan, uns ein Zimmer zu suchen. Erst in Kladanj fanden wir ein Hotel, „Amerika“ und hoch unter dem Dach hausten wir dann für 33 € inclusiv Frühstück (auf der Terrasse mit wunderbarer Aussicht!). Sehr erholsam!
Bis Sarajewo war es dann nicht mehr weit. Ein bisschen stressig war die Parkplatzsucherei, aber mit Euro in der Hand kriegst du sogar einen Platz für ein Womo auf einem vollen Auto-Platz.
Wir liefen die Altstadt rauf und runter. Welche Gegensätze! Zuerst waren wir in der Nähe der Franziskanerkirche und der katholischen Herz-Jesu-Kirche und das Viertel, das sogenannte katholische Viertel sah aus wie in Szeged/Ungarn. Dann weiter und du denkst, du bist in der Türkei: Bazar, kleine Cafés, Moscheen, sogar einige verschleierte Frauen. Alles ist anders! Natürlich haben die sich auf Touris spezialisiert, aber so große Unterschiede hätte ich nicht vermutet. Mitten drin die orthodoxe Kirche, die "Maria-Geburt-Kathedrale".
Zu viel Trubel in einer großen Stadt macht uns müde und so machten wir , dass wir davon kamen, weiter fuhren durch eine wunderbare Gebirgslandschaft, lange an der Neretna entlang, die hier auf langer Strecke gestaut ist und sich hier durch die Felsen zwängt.
Wieder kam gegen Nachmittag ein heftiges Gewitter.
Die Straßen wurden zu Flüssen und die LKWs sauten uns so zu, dass man fast nichts mehr sehen konnte. Kaum hatten wir Mostar erreicht, war das Unwetter vorbei und die Sonne kam wieder raus.
Wir fuhren 10km weiter auf einen netten kleinen CP („Wimbledon“ - weil er einen Tennisplatz hat!) Es kühlte sehr ab und wir konnten super schlafen.
Am nächsten Tag ging es dann nach Mostar.
Der liebenswürdige Campingmensch hatte uns einen Plan gegeben und die möglichen Parkmöglichkeiten eingezeichnet.
Aber Mostar – bei der alten Brücke – ist saumäßig eng. Das war eine Rangiererei an einem Baufahrzeug vorbei, besser gesagt: das an uns vorbei. Wir hätten uns das nicht getraut. Ich war nur am beten!
Paar Meter weiter winkte uns ein Mann in einen Hof zum Parken – 10 €, aber wir konnten losziehen und waren mitten in der Altstadt von Mostar.
Die alte Brücke (Im bosnischen Krieg zerstört und abschließend original wieder aufgebaut!) muss man gesehen haben.
Wir sind rüber und haben den „Springern“ zugesehen, die sich von der höchsten Stelle des Bogens runterstürzen – natürlich gegen Cash!
Dann sind wir noch ein wenig durch die Gässchen geschlendert (Türkei pur!) und dann weitergefahren dem Meer entgegen.
Es war wieder so heiß, dass ich nur noch nach Meer lechzte .
Aber der angesteuerte CP bei Oracac hatte das Meer 300m weiter unten!
Runter geht ja, aber rauf ist sehr beschwerlich.
In Kroatien zu verweilen, war ja nicht so in unserem Plan, deshalb sind wir geradewegs an Dubrovnik vorbei zur montegrinischen Grenze gefahren.
Gemütlich haben wir dann die Bucht von Kotor abgefahren, die römischen Mosaiken in Risan bestaunt, inmitten vieler alter Palazzis in Perast Kaffee getrunken (ich bin von L.M. auf Eiscafé umgestiegen) und einen sehr kurzen Rundgang durch Kotor gemacht, dabei dem Inhalt eines Kreuzfahrtschiffes ausgewichen.
Danach suchten wir eine Bleibe, aber nichts gefiel uns und so kamen wir hier in Ulcinj an den letzten Zipfel von Montenegro: 13 km langer sehr breiter Sandstrand. Dahinter flache Dünen und dann Pinienwaldstreifen. Unter einer Gruppe von Pinien standen wir hier, sehr ruhig, viel Platz, gingen schwimmen (und das ist wortwörtlich zu nehmen – hier ist ein Nichtschwimmermeer!), fuhren Rad und wanderten
Die Piva-Schlucht und die Tara-Schlucht reizten uns dann doch sehr.
Die französischen Nachbarn auf dem Oracacs-CP in Kroatien hatten uns darauf gebracht.
So sind wir von Ulcinj zurück gefahren von Südwest nach Nordost zum Piva-
Stausee. Der zieht sich 18km lang bis fast an die serbische Grenze und wir immer daran entlang bis zur Staumauer (Eine höhere habe ich noch nicht gesehen!), dabei haben wir den See gar nicht immer sehen können. Gefühlt 50% waren wir in stockdunklen Felstunnels.
14km sind wir dann wieder zurückgefahren, um nach links Richtung Zabljak zu kommen. Auch das Abbiegen ging im Tunnel und das in Serpentinen hoch hinauf. Um uns sind alle Berge über 2000m hoch.
Kein Ort mehr für 3 Stunden, nur ab und zu oben eine Versammlung von Hütten für die Skifahrer. Schnee hatte es auch noch.
Eine traumhafte Berggegend!
Vor uns schien die Sonne, aber hinter uns braute sich etwas zusammen. Kurz vor dem Sedlo-Pass (1907m) brach das Unwetter über uns herein.
Zuerst war es ein Knall auf unserem Dach. Schnell weg – Steinschlag! Denkste, es war Hagel! Es prasselte nur so auf uns nieder und wir hatten eine Heidenangst, dass unser Solarteil auf dem Dach zu Bruch geht.
Nach kurzer Zeit war alles weiß, die Straße mit einer Eis(Hagel-)-Schicht bedeckt.
Zum Glück ließ das Unwetter bei der Abfahrt etwas nach. In Zabljak regnete es nur noch.
Dafür suchten wir den angesagten CP. Nach etlichen Suchfahrten in alle Richtungen half uns ein Einheimischer und fuhr vor uns her zum „Mišo“ (gesprochen: Mischo!). Das war der Allroundschaffer im Ort, der außerhalb ein Hotel, Apartements, Camp, Restaurant, Rafting...... betreibt. Schnaps und vieles mehr verkauft er auch.
Dort stellten wir uns hin, wurden gleich zum Essen gebeten (Die Köchin – wahrscheinlich Miŝos Mutter, strahlte übers ganze fast zahnlose Gesicht, weil sie ihr in Eutin erworbenes Deutsch anwenden konnte)
Es gab für jeden 2 große Forellen, Salzkartoffeln und Krautsalat. Dazu tranken wir 4 Wein, Kaffee. Das ganze für grad mal 17 €!
Paul plumpste gleich ins Busbett – nix war mit Sekt um Mitternacht zu seinem Geburtstag!
Aber am Morgen: Ich hatte den Geburtstagstisch schön draußen gedeckt mit Kerze, abgerupften Gänseblümchen und Sekt. Paul konnte grad noch sein Geschenk auspacken, da mussten wir blitzschnell alles in den Bus räumen – ein Regenschauer ging nieder. Dort frühstückten wir, beinahe in Ruhe und machten uns dann auf die Socken zum Schwarzsee.
Die Wanderung um diesen See habe ich dem Paul auch zum Geburtstag geschenkt. Na ja, bei dem Regen! Aber „leider“ hörte der Regen am See auf und wir marschierten los. Gut eine Stunde sollte es sein. Paul wollte schon nach einer halben Stunde umkehren, aber dann doch die zweite Hälfte laufen.
Was wir nicht wussten: Der See war größer und wir brauchten 2 ½ Stunden!
Miŝo hatte uns einen CP ca. 50km weiter in der Tara-Schlucht genannt. Das schaffen wir noch!
Nur für die Tara-Schlucht brauchte man Zeit und ein Kloster gibt es auch noch dazwischen. So kamen wir erst gegen Abend zum Biogradska Jezero (See) mit angeblich zwei CP.
Der See liegt im Nationalpark: kostet Parkgebühr, Eintritt und Campinggebühr, zusammen ca. 20 € - Wären wir nur dafür ins Hotel gegangen!
Wir standen in wunderbarem Urwald am See, keine auch irgendwie akzeptablen Einrichtungen für Camper, kein Restaurant! Also kein feines Geburtstagsessen!
Am Morgen nix wie weg und ein paar km weiter in der Tara-Schlucht fanden wir ein wunderbares Lokal mit Frühstück (und anständigen Toiletten!)
Weiter ging es durch die Tara-Schlucht mit Fotografierstopps und einer Klosterbesichtigung.
Dann weiter bei Podgorica um die Ecke und bald schon waren wir in Albanien am Skodersee. Ein paar km vor der gleichnamigen Stadt sind wir hier auf einem wunderbar neuen und bestens ausgestatteten CP am See.
Wir haben ein Schattendach, supergute Sanitäreinrichtungen, Liegestühle am See, wenn man will und ein gutes Restaurant.
Dort kam Paul endlich zu seinem Festmenü mit allem drum und dran, dazu Live-Musik und Folkloretanz mit Kostümen. Ich hätte ohne Probleme mittanzen können, aber ich hatte kein so schönes Gewand!
Da auch hier noch ein ordentliches Gewitter runterging, werden wir wieder gut schlafen.
Die Hitze machte uns schon manchmal fertig und trotzdem sind wir nach Skoder Stadt.
Und tolle Kirschen gibt es – davon könnte ich mich ernähren!
Skoder hat einige nette Straßen und Plätze. Ein reicher Saudi hat ihnen die große Moschee wieder aufgebaut und die Kathedrale wurde vom Stall, zu dem die Kommunisten sie machten, wieder in eine schmucke Kirche verwandelt.
Überhaupt, das Nebeneinander der Religionen und ihrer Gotteshäuser ist hier scheinst selbstverständlich. Moslemisches und christliches Leben unterscheidet sich nach außen nicht. Keine Kopftücher, aber selbstbewußte Frauen. Wie religiös der Einzelne ist, können wir natürlich nicht erkennen.
Schade ist auch, dass wir so wenig mit Albanern ins Gespräch kommen. Die Jungen sprechen oft etwas Englisch. Die alten Leute haben eher selten Sprachkenntnisse.
Auf die Burg "Rosafa" kletterten wir trotz Hitze.
Die Abende am Skodersee waren sehr feucht-fröhlich. Es fand sich immer das selbe Trüppchen zusammen.
Aber niemand blieb lange an einem Platz. Alle wollten noch mehr von Albanien sehen. Wir auch!
Und so sind wir weiter bis fast Tirana. Nach Kruja wollten wir und installierten uns auf dem CP 11km weiter weg in Fushe-Kruja.
Der CP war klein und einem Hotel plus großem Schwimmbad angeschlossen.
Da bin ich gleich rein – und wieder gleich raus. Weil es ein heftiges Gewitter gab!
Das warteten wir noch ab und fuhren dann mit einem Taxi zum alten Ort Kruja. Vom selben Taxi wurden wir auch wieder abgeholt.
Wir durchstreiften den kleinen Bazar, kletterten auf die Burg und besuchten dort das ethnografische Museum in einem 1784 errichteten Wohnhaus einer begüterten Familie. Sehr genau wurde das Leben im 18. und 19. Jahrhundert dargestellt.
Kurz vor dem nächsten Gewitterschauer kauften wir schnell ein und schon war unser Taxi da.
Unser Platz ist ja sehr lebendig. Touristen kommen wenig, dafür Hühner und Hahn, daneben grasen zwei Ziegen. Die werden abends von den Bediensteten gemolken. Die Köchin kommt und pflückt ihre Kräuter und Salat auf „unserem“ Platz. Und immer wieder gingen wir schwimmen, morgens ganz alleine.
Abends sind wir sehr lecker mit fürstlicher Bedienung in unserem Hotel essen gegangen. Super!
Weiter ging es nach Süden bis unterhalb von Durres auf den CP „PaEmer“, der Traum eines jeden kleinen „Piraten“, mit Insel, die man übers Meer mittels eines langen hölzernen Stegs (der stand auf dünnen Stelzen) besuchen könnte.
Mit einem weiteren Steg kamen wir den Berg hoch zum Waschhaus und zum Besitzer ganz oben. Da gab es viel Aussicht und auch Internet.
Das Meer war sehr kindergeeignet, man musste fast bis Italien laufen, um mal richtig schwimmen zu können.
Außer Schwimmen und einem Spaziergang in der Hitze haben wir nichts machen können.
Also sind wir heute weitergezogen, immer nach Süden.
Bei Fier haben wir die große Ausgrabungsstelle Apollonia besichtigt, eine ehemalige griechische Stadt, die dort 2000 Jahre existierte und dann im 9. Jahrhundert aufgegeben wurde.
In Vlore sind wir zum Hafen und haben unsere Tickets für die Fähre nach Italien gekauft.
Die nächste Nacht verbrachten wir sehr einsam auf einem „CP“ zwischen den Pinien direkt am Strand.
Gottseidank gab es ein wenig Wind. So wurde es kühler und wir schliefen besser.
Am Morgen gab es weder Wasser noch Strom. Nix wie weg hier!
In Vlore haben wir noch eingekauft – nach der selben abenteuerlichen Fahrt über eine Löcherpiste wie Tags zuvor. Nur wesentlich leichter war es, denn nachts hatte es ordentlich geschüttet und die mit Wasser gefüllten Löcher waren besser zu sehen. Nur wusste man nicht, wie tief das Loch nun war!
Die weitere Tour ist eine landschaftlich sehr schöne Strecke oft am Meer entlang und hoch hinauf mit vielen Kehren zum Logara-Pass und wieder runter zum nächsten CP. Da wollten wir wieder etwas bleiben und das Meer genießen.
Eigentlich ist der Pass gar nicht so hoch, nur 1043m. Aber es geht von der Meereshöhe los und wieder bis da runter!
Kurz vor dem Ort Himare sind wir Richtung Meer abgebogen in eine weite Bucht mit mindestens 4 CP. Wir nahmen den mit dem besten Schatten und den saubersten Sani-Räumen - "Moskato".
Und dann gleich ins Wasser!
Das ist glasklar und türkisblau und rein muss man über dicke Kiesel!
Zum Glück ist es eindeutig ein Schwimmermeer und es geht gleich tief rein.
Der Platz ist klein und man kennt schnell alle Leute. Eine nette junge Familie war schon öfter da und hat uns einige Tipps gegeben, wo man gut isst und dass man mit 45 Minuten Fußweg ins Städtchen Himare kommt.
Unsere weitere Fahrt führte uns über Sarande (fürchterlich viel Beton) nach Butrint, einer griech. hellenistischen, römischen und dann byzanthinischen Stadt. Wieder eine riesige Ausgrabungsstätte, für uns ein wunderbarer 3-stündiger Spaziergang meist durch Wald. In den Wald eingebettet fanden wir die einzelnen Gebäudeteile: Theater, Asklepsios-Tempel, Therme, Gymnasium, Baptisterium und sehr große Basilika, Stadtmauern, Tore....
Und drumherum eine liebliche Landschaft! Der Foto lief heiß!
Drei km vor der Ausgrabungsstelle hatten wir uns schon auf einem kleinen CP installiert. In einem wunderschönen Garten sind wir mit Kaffee und Keksen empfangen worden.
Einziger Makel: Schnaken!
Am nächsten Morgen ging es zu unserer letzten Station, nach Gjirokaster.
Vom wunderbar erholsamen Platz im Garten von Linda und Aleksander sind wir dann aufgebrochen, einige kleinere und größere Sehenswürdigkeiten ganz im Süden von Albanien, nahe der griech. Grenze aufzuspüren.
Hier wird weitgehend griech. gesprochen. Viele der „Albaner“ haben einen griech. Pass und deshalb den begehrten EU-Status. Fast alle haben in Griechenland gearbeitet und beziehen eine Rente von da. Auch wenn das bestimmt nicht üppig ist, besser als den „reinen“ Albanern geht es ihnen schon.
Wir sind zurück bis fast Saranda und dann nach rechts und in die Berge. Eine neue Straße, die wir nur verließen, um eine alte Kirche kurz anzusehen und um einen kleinen Spaziergang zum „Blue eye“, einer Karstquelle zu machen.
Dort hat uns dann ein heftiger Regenschauer erwischt.
Die Feuchtigkeit hat uns bei der Wärme drumrum nichts ausgemacht, aber von der schönen Landschaft sah man fast nichts mehr.
Noch im Regen richteten wir uns in der Nähe von Gjirokaster bei einem Restaurant ein und fuhren mit dem Taxi in die Altstadt.
Die Stadt hat natürlich auch neue gesichtslose Viertel, Plattenbauten oder nun neuere Betonklötze, aber die große Altstadt mit mehreren Vierteln ist ausnahmlos mit typischen griechischen oder osmanischen Häusern bestückt, von der einfachen Hütte bis zum Palast eines hohen osmanischen Beamten oder reichen Großgrundbesitzers. Die Besitzer wurden von den Kommunisten enteignet, bekamen nach deren Niedergang dann ihre Häuser zurück, aber nicht das Land.
Die Familie hat das Haus zum Museum und Beispiel für das Leben reicher Bürger im 18. und 19. Jahrhundert gemacht. Der alte Mann hat uns geführt und wir haben zur Verständigung alle Sprachreste aktiviert: englisch, französisch, italienisch!
Zwischendurch sind war mal durch den Burgberg hindurch mit einem schmalen Tunnel gegangen. „Bauten des kalten Krieges“ wurde uns erklärt. Atomschutzbunker für die kommunistische „Creme de la creme“gibt es auch noch rund um den Berg.
Die Besichtigung und die Spazierwege durch die Gassen setzten wir am folgenden Tag fort.
Mittags fuhren wir dann zurück und wollten die alte Strecke auf Saranda zu fahren. Aber , o weh! Für die ersten 10km haben wir mehr als 1 Stunde gebraucht!
Ziemlich fertig kamen wir wieder an unserem Strandcamping in der Livhad-Bucht bei Himare an.
Dort erholten wir uns im Schatten oder im Wasser.
Zu unserem Hochzeitstag sollte es dann etwas Besonderes sein.
Ein gutes Lokal befindet sich gleich in der nächsten großen Bucht von Himare.
Die junge Familie hatte uns gesagt, dass der Weg kein Problem sei und nur 45 Minuten dauern würde. Naja für uns Alte rechneten wir mit einer guten Stunde.
Aber das haute nicht hin. Der Weg wurde immer länger und zum Schluss waren es gut 1 ½ Stunden anstrengender Marsch. Das gute Essen und die Taxi-Fahrt zurück hatten wir uns redlich verdient.
Am Sonntag „brachen wir unsere Zelte ab“ und fuhren – diesmal bei bestem Wetter – zurück über den Lloghara-Pass nach Vlore zur Fähre.
Abgefahren ist die Fähre erst um 14.30 Uhr und pünktlich 6 Stunden später in Brindisi gelandet.
Einen Stellplatz fanden wir auch. Er was riesig und ganz leer! Da standen wir ruhig und hätten gut schlafen können, wenn es nicht so heiß gewesen wäre!
Zwei Tage haben wir bei einem Freund verbracht und haben es noch bis Matera geschafft. Hier weht ein frischer Wind.
Wir standen bei einer Masseria (Ehemaliger Verwaltungssitz eines großen Gutes) oben über Matera und schauten angerntags uns die Höhlenwohnungen und Kirchen an.
Einige Höhlen sind als ehemalige Wohnhöhlen hergerichtet und zu besichtigen. Das Ganze mit Treppengewirr und Gässchen ist heute sehr „romantisch“!
Kaum aus dem Höhlengewirr (mit Kirchen aus dem 11. und 12. Jahrhundert, einige mit wundervollen Fresken bemalt) herausgestiegen, sind wir durch sehr abwechslungsreiche Landschaft weiter nach Norden gefahren.
Wir landeten an einem kleinen See auf einem sehr vernachlässigten CP, geführt von einem Deppen.
Nur drei Wohnmobile standen da am Lago di Monticchio, wir stellten uns dazu und ich startete einen Schwimmversuch. Nur an einer Stelle konnte man ins Wasser und da hockte ein Schwan. Dem habe ich gut zugeredet, bis er seinen Platz aufgab und ich ins Wasser steigen konnte.
Aber nach eine paar Metern war Schluss. Die Seerosen und andere Wasserpflanzen kringelten sich unangenehm um meine Beine. Igitt! Wenn die mich nun nicht mehr rauslassen?!
Da lief ich lieber mit Paul zum Essen ca. 500m am See entlang zurück. Fast alles war zu, nur eine nette Imbissbude hatte offen und eine gutes kleines Essen für uns.
Gegen 21.30 Uhr kamen wir wieder beim CP an – alle Tore fest verrammelt mit Ketten und Schlössern!
Zuerst riefen wir, klingelten bei „Custode“, warteten, riefen wieder – nix!
Irgendwie müssen wir ja da rein, also ein Loch im Zaun gesucht.
Derer gab es einige, aber dahinter ging es senkrecht runter und meistens durch Brombeergestrüpp!
Als es etwas flacher wurde, schob sich Paul auf dem Bauch unter dem Zaun durch, nur um dann festzustellen, dass noch zwei Zäune kommen.
Also schob er sich mühsam wieder zurück.
Nächster Versuch direkt beim Tor. Da konnte er seine Rutschpartie abbremsen, in dem er sich am Tor festhielt.
Inzwischen ist mir eingefallen, was der CP-Depp noch erklärt hatte. Ich übersetze hier das Englisch-Italienisch Gemisch: „Da hängt der Schlüssel für die Feuerwehr, falls es brennt!“
Peter war durchgekommen mit etlichen Kratzern am Bauch und lief gleich zur „Rezeptionsbude“. Und tatsächlich – der kleine Schlüssel passte auf eines der drei Tore. Aber bis wir das auf hatten, wären wir im Ernstfall alle längst verbrannt!
Als der CP-Mensch am Morgen von uns 28€ haben wollte, habe ich alle Sprachen zusammengenommen und mich beschwert: Für diesen vernachlässigten Platz ohne warme Dusche und mit den verschlossenen Toren wollte ich nicht so viel zahlen. Wir hätten die warme Dusche anfordern müssen, dann hätte er sie angestellt!
Zwei € erließ er uns! Nix wie weg!
Endlich wollten wir Monte Cassino besichtigen. Die Straße schraubt sich in die Höhe mit sagenhafter Aussicht auf die Stadt Cassino und das Land rundherum. --> Link
Die Abtei liegt fantastisch und sieht sehr imposant aus. Beeindruckend!
Anschließend sind wir runter ans Meer nach Sperlonga, bzw. zum CP „NordSud“, auf dem wir schon mal waren. Das war Pfingsten vor 30 Jahren! Mit den noch kleinen Kindern. Ein Traumstrand und ein romantisch auf einem Felsen thronende Altstadt – aber nun ein Alptraum! So voll, dass man den Sand nicht sah!
Nur morgens im Meer waren wir allein.
Wir spazierten nach links zur Tiberius-Höhle und nach rechts zur kleinen Altstadt.
Morgens noch mal ein Eintauchen in das wunderbar klare blaue Wasser und dann fuhren wir ins Landesinnere weiter nach Norden zum Lago di Trasimeno, wo auf einem halbleeren CP viel Platz und Ruhe war und von Hauptsaison noch nicht die Rede war.
Auch dort blieben wir 2 Nächte, faulenzten, fuhren Rad und bestiegen die Burg in Passignano.
Dann ging es weiter Richtung Heimat mit einer Übernachtung am Lago di Piano und einer Kaffeepause bei meiner Freundin in Basel waren wir am 12.7. um 18 Uhr zu Hause.

dauerbremser am 12 Aug 2018 19:03:12

Hallo liesje,
wunderschöner Reisebericht.
Obwohl wir bevorzugt in West- und Nordeuropa unterwegs sind, haben mich die schönen Bilder und eure Erfahrungen beeindruckt.
Dankeschön für die Arbeit.
Gruss aus dem Weserbergland.

liesje am 13 Aug 2018 08:57:06

Danke für die Anerkennung! Und einen Gruß nach Hameln, der Stadt, die uns noch fehlt bei allen Städtebesichtigungen.

Asterixwelt am 13 Aug 2018 09:13:03

Hallo liesje,

danke für diesen Reisebericht + Fotos. Sehr interesant.

gruß

Michael

Aretousa am 14 Aug 2018 00:18:50

Liebe Liesje,
nun habe ich endlich beide Berichte gelesen und muss sagen, sie haben mir ausgesprochen gut gefallen. Ab und zu gab es Hindernisse, aber ihr seid dann trotzdem noch zu euren Geburtstags- und Hochzeitstagsfestessen gekommen. Außerdem habt ihr für mich zum Teil ganz unbekanntes Gebiet bereist, das habe ich besonders gerne gelesen. Vielen Dank für den schönen Bericht und die eindrucksvollen Bilder.

FamilieWeber am 15 Aug 2018 13:05:08

Vielen Dank für den tollen Bericht. Wir sind gerade am Lake Shkodra und freuen uns auf die Weiterfahrt in den Süden.
Viele Grüße Familie Weber

Julia10 am 15 Aug 2018 13:19:37

Liesje, danke für den Reisebericht. Diese Länder sind für mich auch Neuland, zumindest mit dem Wohnmobil.

Finde der Bericht sehr informativ, tolle Fotos :top:

Viele Dank dafür.

TiborF am 28 Aug 2018 10:16:02

Wow Liesje - was für ein lebendiger Reisebericht und die vielen wunderschönen Fotos dazu - dorthin möchte ich auch zu gerne nochmal. Danke für die viele Mühe und Arbeit.

Sag mal, da Albanien ja kein EU-Land ist, habt ihr da vorher Geld umgetauscht ? Wie sieht es dort überhaupt mit Bankautomaten etc. aus ?
Und kann man kleinere Beträge auch mit Euro-Münzen zahlen ?

liesje am 28 Aug 2018 14:27:48

Wir haben vorher nichts getauscht. Im nächstgrößeren Ort - in unserem Fall Koplik - war ein Bankautomat und in jeder halbwegs größeren Stadt ebenfalls. Häufig kannst du mit € bezahlen, aber ich glaube, dass kein Münzen angenommen wurden, kann mich aber täuschen.

schneggenhaus am 17 Okt 2018 11:35:44

woooow, super schöner Bericht und auch wir sind die Rumpelstrasse von Floire gefahren 52 km lang mit Anhänger :cry: :cry:
Wegen einer Baustelle hat uns das Navi falsch geführt, ich glaube das war die alte SH4 :evil:
Ja, Albanien wird uns wieder sehen und ein junger Mann hat uns dann für 20 Euro 2200 Lek gegeben, damit wir Brot kaufen konnten, da die Bäckerei keine Euro nahm. Die Menschen sind sehr nett und Hilfsbereit und wir haben uns immer sicher gefühlt und ich habe noch nie so viel Polizei wie in Albanien gesehen. Albanien jederzeit wieder :)
Wir sind dann über Girokaster nach Ionnina weiter gefahren und haben dann Grichenland bereist.
Ich hoffe schon, das wir im 2019 im Frühling diese Richtung fahren werden, da wir im Juni dann in Oesterreich ein Familienfest haben und so alles verbinden können.

:dankeschoen:

mit lieben Grüssen Schneggenhaus

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