Hallo, ich schreibe hier wie ich bei mir (Wohnmobil auf Ducato 230 Basis mit 2.5 TDI Motor BJ. 04.1995) den 5. Gang erneuert bzw. ausgetauscht habe.
Der Grund war, dass während der Fahrt auf einmal der 5. Gang raus sprang. Erst war es einmalig, anschließend ging er gar nicht mehr.
Ich zeige hier nur wie ich es gemacht habe, jegliche Nachahmung Erfolg auf eigene Gefahr. Ich übernehme keinerlei Haftung.
Was benötigt wird:
Material:
- 5. Gang Getriebezahn Kit
- ggf. Synchronisation
- bei Bedarf Getriebeöl SAE 75W90 (GL4+) 3,25 Liter (2,75 L Füllmenge + 0,5 L extra)
Werkzeug:
- Gabel/Ringschlüssel 36er
- ggf. Schlagschrauber mit 36er Nuss
- Hammer
- Meisel
- Schraubendreher
- Steckschlüssel mit 13er Nuss
- Schlauch und Trichter
- 8mm Vierkantschlüssel
- Wagenheber und Bock
Anleitung:
Auto hochbocken, gegen wegrollen sichern. Je nach Modell muss ein eventueller Unterbodenschutz demontiert werden. Nun muss auf der Fahrerseite das Vorderrad abgebaut werden. Dahinter wird ein schwarzer Deckel sichtbar.
Hier müssen die 5 Schrauben gelöst werden. Etwas unterstellen, da Öl austreten kann.
Nach abnehmen des Deckels wird der 5. Gang mit der Synchronisation Sichtbar. Hier muss am Messingfarbenen Schalthebel die Schraube gelöst werden.
Auf der linken Seite ist die Synchronisation. Hier ist eine Spezial Mutter, welche mit einem Federblech gesichert wird. Hier muss die Nase/Nasen zurückgebogen werden um die Mutter öffnen zu können.
Normal benötigt man einen Spezialschlüssel, um diese Mutter zu öffnen. Wenn man vorsichtig mit einem Meisel schräg in die Kerbe schlägt, lässt sich diese ebenfalls öffnen. Wichtig ist, dass man auf der rechten Seite die 36er Mutter festhält. Ich habe dazu einen Gabelschlüssen genommen und diese gegen den Achsschenkel gestützt.
Nachdem die die Mutter gelöst ist, kann man die Synchronisation und Schaltgabel nach vorne abziehen. Hier aber ganz vorsichtig sein, dass die Synchronisation nicht auseinander geht. Sonst springen die kleinen Kugeln weg und man findet diese nur noch schwer.
Nachdem die Synchronisation weg ist, liegt der 5. Gang frei.
Jetzt kann das linke Zahnrad abgenommen werden. Sollte es etwas harken, dann kann man vorsichtig mit einem Meisel dahinter gehen. Vorsicht: hinter beiden Zahnrädern sind schwarze/blaue Dichtungen. Diese dürfen keinesfalls beschädigt werden. Diese lassen sich nur von innen erneuern durch Ausbau des Getriebes.
Wenn das Zahnrad ab ist kann noch die Buchse abgezogen und gereinigt werden
Jetzt geht es an das letzte Zahnrad. Dieses ist hinter der 36er Verschraubung. Zum lösen müssen die zwei Eingeschlagen Einkerbungen zurückgebogen werden. Anschließend kann mit dem Gabel/Ringschlüssel oder einem Druckluftschrauber mit Nuss die Verschraubung gelöst werden. Anschließend muss wieder vorsichtig das Rad gelöst werden. Ich habe vorsichtig mit dem Meisel dahinter geklopft, abwechselnd links und rechts bis das Rad sich gelöst hat.
Nachdem die Zahnräder ab sind hier mal ein vergleich defekte gegen gute Teile:
Der Zusammenbau ist genau in umgekehrter Reihenfolge. Wichtig ist, dass Anzugsdrehmoment von 196 NM der beiden Verschraubungen. Ganz wichtig, die Sicherungen wieder reinmachen. Dazu am rechten Zahnrad die Einkerbungen einschlagen und am linken Zahnrad die Federbleche zurück in eine oder mehrere Einkerbungen biegen.
Getriebeölwechsel:
Unterhalb des schwarzen Getriebedeckels ist eine 4-Kant Schraube. Hier wird ein 8 mm Vierkant benötigt. Diese Schraube leicht lösen und ein Öl Auffanggefäß unterstellen. Die Schraube herausdrehen. Nun kommt ein starker Schwall Getriebeöl heraus. Die Schraube reinigen. Am Schraubenende befindet sich ein Magnet. Mögliche Metallrückstände entfernen.
Nachdem das Getriebe leer ist (Fahrzeug sollte Waagrecht stehen oder auf der Fahrerseite leicht tiefer) die Öl-Ablassschraube eindrehen. Anschließend im Motorraum den Rückfahrschalter auf dem Getriebe oben drauf demontieren. Dieser sitzt vor dem Motor stehend rechts unten hinter dem unteren Luftfilterschlauch. Dort ist ein 2-Poliger Stecker darauf. Um diesen abzubauen müssen zwei Laschen rechts und links eingedrückt werden.
Zum Auffüllen habe ich mir einen Schlauch gebastelt, auf dessen Ende ein Trichter sitzt. Das andere Ende geht in ein 15mm Kupferrohr welches gebogen ist. Dieses wird in die Öffnung des Rückfahrschalters gesetzt. Durch den Trichter habe ich dann 3,5 Liter Öl und etwas Additiv gefüllt. Anschließend wieder Rückfahrschalter montieren und Stecker aufsetzten.




