Rechtzeitig vor Beginn der Reise bin ich gestürzt und habe mir am rechten Schulterköpfchen einen Riss zugezogen, Gott sei Dank nur ein Riss. Diese Verletzung ist dennoch äußerst schmerzhaft. Der Arzt hat absolutes Stillhalten verordnet!
Manfred wird von einem Fersensporn geplagt. Also die besten Voraussetzungen für unsere Reise...
Wir starten dennoch frohen Mutes und kommen am ersten Tag bis Stade - geplant war ein Platz hinter Hamburg, mehr in Richtung Kiel. Stade hat eine sehenswerte Altstadt und wir nutzen den frühen Morgen für einen Bummel.
Bei der Weiterfahrt leuchten plötzlich verschiedene Lämpchen am Armaturenbrett auf, die Tachoanzeige funktioniert nicht, ebenso die Bremsleuchten. In der ersten Werkstatt finden wir keine Hilfe, auch die Fachleute bei Bosch können uns nicht weiterhelfen. Erst in Gettorf hinter Kiel finden die Fach-Enthusiasten den Fehler und kümmern sich vor lauter Eifer nicht um den Feierabend. Danke! Ein Kurzschluss in der Kurbelgehäuseentlüftungskanalheizung war schuld.
Wir übernachten in Laboe mit Blick auf die Förde.
Mit der Fähre kommen wir dann in Klaipeda an.
Etwas außerhalb finden wir einen schönen Campingplatz mit Allem, was das Camperherz so braucht, sogar einen großen Kühl-und Gefrierschrank!, den wir sofort nutzen, da auf der Fähre das Gas abgestellt sein muss...
Gut ausgeruht fahren wir am nächsten Tag nach Nida auf der kurischen Nehrung mit Zwischenstopp in Jouodkrante, früherer Name Schwarzort. Hier im Minimuseum erfahren wir von der Versandung des ursprünglichen Wohnplatzes.
Es liest sich gruselig, wie die Bewohner des Ortes vom Sand aus den Häusern vertrieben wurden. Zuerst versuchten sie noch, den Sand wegzuschaufeln - hatten jedoch keine Chance. Der Ort liegt heute unter der "toten Düne" begraben, dies ist eine der größten Wanderdünen Europas.
Vom Campingplatz in Nida aus wandern wir zur Hohen Düne, die zweithöchste Düne Europas.
Ein hoher Obelisk dient als Sonnenuhr und Sonnenkalender und man hat einen wunderbaren Rundblick und zum russischen Teil der Nehrung.
Kleiner Stadtrundgang durch Nida, um die schönen alten Häuser anzusehen.
In der Nacht gibt es heftigen Regen und Gewitter mit Hagel.
Im Laufe des Tages klart es auf und so stehen die Chancen gut für das Folklorefestival zur Mittsommernacht.
Wir besuchen das Thomas-Mann-Haus. Das Haus wurde von der Familie als Sommerhaus bis 1931 benutzt und dient heute als kleines Museum und Gedenkstätte. Thomas Mann hat sich schon früh bei den Nazis unbeliebt gemacht mit klaren, öffentlich geäußerten Worten!
Am Abend startet das Fest zur Mittsommerfeier.
Die zentrale Mittsommerfeier wurde vom Fernsehen übertragen. Gedichte und Lieder wurden vorgetragen (leider für uns unverständlich, da auf litauisch), Volkstänze aufgeführt, nach Einbruch der Dunkelheit das große Feuer entzündet und drumherum getanzt. Als Höhepunkt trugen die Frauen und Mädchen ihre Kränze auf eigens hergerichteten Kerzenhaltern aus Holz zum Haff und schickten diese auf die Reise!
Link zum kurzen Video über die Mittsommernachtsfeier:
Ein unvergessliches Erlebnis!

