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Islandtrip Sommer 2018


Westfalenheld am 19 Aug 2018 16:35:18

MOIN;

anbei ein Einblick in die ersten Tage unserer diesjährigen Islandreise im Juli/August im Wohnkabinenmobil mit 4x4. Übrigens haben wir das Fahrzeug eingeschifft und sind mit dem Flieger nachgeflogen.
Wer mehr oder alles lesen möchte, für den kommt hier der Link ( --> Link ) für den 4-teilgen kompletten und bebilderten Bericht.


Viel Vergnügen



Grüße aus Westfalen :mrgreen:


BERICHT:
Sonntag, 22.07.2018

„Bist Du schon wach? Ich muss Dir was sagen! Wir haben einen Platten!“
So begrüßte mich Christian heute Morgen …
Also machten wir erst mal einen Schlachtplan! Erst frühstücken, dann den Wagen zurücksetzen, Kabine aufbocken, Ersatzreifen unterm Amarok abseilen (!), platten Hinterreifen demontieren, neuen Reifen dran, Kabine wieder druff und weiter ging das Abenteuer!!!
Da am Sonntag auf Island zwar die Discounter geöffnet haben, aber die Werkstätten erst wieder Montag, begnügten wir uns mit kleineren Strecken auf überwiegend befestigten Straßen, da der Ersatzreifen noch etwas wenig Luft hatte. Dies Problem konnten wir dann aber an einer kleinen Tankstelle ändern. Einen Stopp legten wir zwischen den Kontinenten ein. In Thingvellier, wo die amerikanische und die europäische Erdplatte auseinandertreiben. Bereits bei unserem letzten Aufenthalt in Island (der Isländer sagt nicht „auf Island“, sondern „in Island“!), waren wir an dieser geschichtsträchtigen Stelle und auch dieses Mal waren wir wieder beeindruckt. Allerdings auch von der Menschenmenge, die sich von wenigen Menschen damals auf viele Reisebusladungen heute vervielfacht hatte.
Diesmal sahen wir uns in Muße dazu die dortige kleine Holzkirche und den alten Friedhof an bevor wir wieder zum Auto zurück und weiter nach Fridheimar (in Reykholt), einer Tomatenfarm, fuhren. In einem der Gewächshäuser, die alle dort durch warmes geothermales Wasser beheizt werden, befand sich ein Cafe/Restaurant, in dem man neben Kaffee und Brot alles aus Tomaten zu essen bekam. Tomatensuppe, Tomatenbier, Tomateneis, Tomatencutney, Tomatenschnaps, ... draußen befand sich noch eine Tribüne und eine Reitarena, in der zu bestimmten Zeiten Reitvorführungen mit Islandponys stattfinden.
Bei leichtem Nieselregen ging es weiter zum Geysir! Er ist der drittgrößte Geysir und Namensgeber aller Geysire. Ob es dort mittlerweile Eintritt kostet? Nein, sogar das Parken war (noch) gratis und wir konnten den kleineren Strokkur mit seiner 10/15M hohen Fontäne mehrfach in Aktion sehen.
Nach dem Abendessen fuhren wir für die Nacht schon mal zu einer kleinen Werkstatt, um morgen direkt unseren Reifen zur Reparatur in Auftrag zu geben. Allerdings wurden wir auf den Folgetag um 0900 Uhr verwiesen. Mit dem Hinweis, dass das ja kein Campingplatz sei, verneinte die resolute Dame – vermutlich die Mutter des Schraubers der Farm bzw. der Werkstatt - unsere Anfrage, ob wir bis zur Reparatur dort verweilen könnten. Im Ort fanden wir einen Nachtparkplatz für unser Gefährt.

Montag 23.07.

Mit nahezu deutscher Pünktlichkeit erschienen wir in der großen Scheune, wo schon ein halb zerlegter Trecker vegetierte und dann waren wir auch schon dran. Heute zu Besuch bei den Handwerkern: Der defekte Reifen wurde fachmännisch eingespannt, maschinell aufgepustet, das böse Loch entdeckt, mit Seifenschau exakter lokalisiert und dann aufgebohrt. Der Reifen wurde von der Felge befreit und innen abgeschliffen, abgeschabt und mit zwei Tinkturen bestrichen. Dann wurde ein rechteckiger Aufkleber aufgelegt, festgerödelt, dann mit einer bitumenartigen Paste eingepinselt, wieder aufgefelgt, belüftet und schwupps waren wir um einen 5000-Kronenschein (ca. 40 €) leichter. Der ganze handwerkliche Spaß hat mal 20 Minuten gedauert. Wir sind nun aber beruhigt wieder einen vollen einsatzfähigen Reservereifen zu besitzen und freuen uns auf neue Touren. Auf dem Weg lag der von uns schon früher bereiste Gulfoss. Diesen steuerten wir über die touristisch kaum erschlossenen Ostseite an. Dort waren wir allein, gegenüber im Westen etwa hunderte Touristen. Nach dem Mittagsmahl ging es dann los ins karge und interessante Hochland. Zuerst über die Piste F347. Rechts und links lagen hellgrüne Mooshänge,in der Ferne schimmerte ein Gletscher und im Nordwesten ragte ein imposanter schwarzer Bergkegel. Die Strecke war einfach und wir kamen fast mit 50 km/h voran. Drei oder vier Furten meisterten wir schon. Eine Durchfahrt nahm Jutta mit der Kamera auf und wurde von hunderten von Mücken attackiert, was auf dem Film gut sichtbar wird ;-) Diese waren für den Anfang ganz gut, denn sie hatten nur etwa 30 oder 40 cm Tiefe. Nach 30km änderte sich das Bild. Das Umland wurde spartanischer. Nur noch Geröllhügel umgaben uns. Die ersten Schneefelder lagen neben der Piste und die Markierungsposten spärlicher. In unserem Roadbook stand etwas von einem steilen Anstieg, dieser war aber eine echte Herausforderung für den Amarok mit Kabine und benötigte 2 Anläufe, Christian gab Vollgas und der Amarok fraß sich den Weg hoch. Schnell blätterte Jutta im Roadbook nach, was noch so alles kommen würde..... weiter durch eine Furt mit großen Steinen und einer versetzten Ausfahrt.
Weiter in den Bergen kamen wir an einem Eisfeld vorbei und hielten an, eine fantastische Eishöhle mit bizarren Gebilden lag neben der Strecke, dazu diese unglaubliche Stille und Einsamkeit.
Die nächste Furt hat uns zu einer sportlichen Pause gezwungen, stecken geblieben und eingebuddelt, unser Plan war schnell klar, der Spaten und die Sandbleche warteten auf ihren ersten Einsatz - allerdings haben wir auch mit den bloßen Händen das Zeug unter dem Fahrzeug weggebaggert (Außentemperatur 8°C und mit nackten Füßen im Fluß). Nach ca. 20 Minuten und nassen Klamotten konnten wir uns aus dem kleinen Sandstück befreien und weiter fahren.
Weitere Eisfelder kreuzten unseren Weg, das erste umfuhren wir noch geschickt, das zweite lag direkt hinter einer Kuppe, wir fahren nur am Rand vorbei und schon sind wir wieder gestoppt, dank 4x4 kommen wir rasch wieder raus und weiter. Nach der nächsten Abfahrt müssen wir abbremsen und gleichzeitig stark links einschlagen und Schwung holen, um den steilen Anstieg auf losem Untergrund zu meistern. Auf 2/3 bleibt der Wagen stehen und will nicht mehr höher. Jutta übernimmt das Steuer und rollt den VW sicher wieder rückwärts abwärts und auf leicht festeren Grund. Mit Vollgas und voller Untersetzung und 2m Anlauf prügelten wir den VW da hoch. Oben hieß es dann Lage peilen. Wir standen auf der Spitze eines Lavaaschehügels und mussten da runter. Es gibt kein Zurück, da es loser Sand ist. Blöderweise ist da noch ein Sattel zu meistern, für den wir Schwung brauchen, doch das geht eigentlich nicht. Wir fahren nämlich nicht bergab, wir rutschen bergab und die Lenkung ist extrem träge. Irgendwie, ohne Verstand, gelingt es doch, die lange Abfahrt zu meistern. Unten standen wir in einem mehrere hundert Meter breiten Flußbett. Es liefen dort nur Rinnsale her. Nach 800m hörten die Pinne auf und die Flüßchen schienen tiefer und die angekündigte Ausfahrt am anderen Ufer war leider nicht in Sicht. Vielleicht trübte auch der Regen und die geringe Sicht unseren Endruck. Wir drehten um und suchten die Stelle, wo nach unserer Roadbookbeschreibung eine Abkürzung starten sollte, die wir eigentlich nicht wollten. Doch da war alles grün. Es sah nach Sumpf aus und wir drehten rasch wieder. Für heute sollte es reichen. Wir steuerten auf ein Zwischenplateau und richteten uns für die Nacht ein, denn es war schon weit nach 22.00 Uhr. Lost in somewhere. Bei einer großen Pulle Rotwein und einer Außentemperatur von 6°C entspannten wir von dieser nicht beabsichtigten Expirience.

Dienstag 24.07.

Der Morgen startete mit Stille, guter Sicht und trocken! Nach dem Frühstück setzen wir unsere Wanderstiefel vor das Auto und erkundeten den Weg in die Flußschlucht. Wir wollten herausfinden, ob das wirklich der vermutete Weg sei. Wir gingen richtig hoch und weit. An einem Wasserfall mit umgebenden Schneefeldern war schnell klar, hier geht’s nicht lang. Nachdem gestern ja der Osten nicht viel versprechend war, um diesem Flußtal zu entkommen, war nun auch der Westen zu. Blieb nun noch der Norden. Von den Bergen erspähten wir in den gestern noch gemiedenen grünen Sümpfen Fahrspuren. Auf ins Tal um es genauer zu studiert. Es gab mehrere Fahrspuren und wir peilten die beste aus. Aber. Der Anfang des Grüngürtels war mit Baumwollgras bewachsen, dass war ein ungutes Zeichen (es wächst auf feuchtem Untergrund!). Aber wie viele Alternativen hatten wir noch? Zurück zum Reimo, um es zu versuchen kam uns ein einsamer Wanderer entgegen. Es war Tillmann aus München, mit dem wir einen warmen Tee tranken. Zu dritt gings dann zu unserem Einstige in den morastigen Part des Flußtals. Mit Schwung setzten wir durch den Bach und kamen exakt 3m weit, dann saßen wir richtig fest. Auch zu dritt und dem Einsatz der Sandbleche gings nicht mehr vor und zurück. Zum Glück war Tillmann da. Er hatte ein (!) funktionierendes Handy dabei. Mit diesem kontaktierten wir FBI (Isländischer Automobilclub), ADAC und einen Abschlepper. Da der Empfang zu schlecht war, kamen wir insgesamt auf über 20 Anrufe. Der ADAC lachte am Telefon und teilte gleich mit, dass das Bergen auf diesen Strecken nicht im Leistungsspektrum inkludiert sei. Egal. Wir mussten da fort. Ab 14.00 Uhr hieß es also warten. Wir kochten lecker und lasen, denn der FBI hatte zugesagt, dass Hilfe kommen würde. Und gegen 19.00 Uhr kam am östlichen Schluchtende – da wo wir gestern nichts gesehen hatten – ein gelber Frontlader mit Jeep langsam auf uns zu. Unser Bergungsteam, welches uns sehr unentspannt und voller Vorwürfe empfing! Warum wir denn hier wären? Das Hochland sei gesperrt! … Der Bagger nahm uns an den Hacken. An unserer Anhängerkupplung wurden wir rückwärts raus gezogen. Zwischendurch machte der Typ etliche Fotos und teilte uns mit, dass er für die Bergung 1000€ haben wolle. Dazu käme ein weitere noch saftigere Strafe bei der Polizei! Wir schluckten. Dann wurde es pädagogisch. Er feuerte uns eine Schaufel hin und wies uns an, dass wir den Schaden im Moor wieder beheben sollten. Gesagt, versucht und z.T. auch geschafft. Zum Teil mit bloßen Händen bugsierten wir alles zurück. Dabei standen wir erneut im eiskalten Flußbett. Dann zog die Polonaise los. Wir wurden mehrfach daraufhin gewiesen, dass wir exakt nur in der Jeepspur fahren sollten. Es dauerte länger, da der Bagger z.T. unsere benutze Spur abbaggerte, damit keiner dort mehr folgen kann und auch, da er an anderen Stellen den exakten Track ausbesserte. Auch für uns mit unserem langen Überhang schob er oft die Strecke flach. Dort wo wir gestern drehten, gings eigentlich nur geradeaus weiter. Durch den Fluß mit etwa 50/60 cm Tiefe und dann fingen auch wieder unsere ersehnten Pfosten an. Wir dachten nun sei es ja easy und schnell um, da auch das Roadbock nichts mehr verraten hatte, doch es wurde noch sehr anders. Kniffelige Passagen mit spitzen festen Lavasteinen, die auch noch in verschiedenen kleinen Höhenlagen engkehrig zu durchwinden waren, stellten schon eine Herausforderung dar. Dauernd rechneten wir mit dem nächsten Platten, aber da wir unter 10kmh rollten, kamen wir an diesem Tag ohne Reifenwechsel aus. Aber es blieb leider sehr abwechslungsreich. Als nächstes erreichten wir Lavaplattenfelder, die beträchtliche Höhenunterschiede aufwiesen. Wir hatten immer Angst um unser Heck aus Holz. Einen Aufsetzen wollten wir unbedingt vermeiden. Stattdessen krachte es oft woanders. Entweder war es das Motorschutzblech, dass einen Stein touchierte oder statt des Hecks setzte die Anhängerkupplung auf :) Der steile Doppelanstieg ließ Jutta nur kurzzeitig nach Atem schnappen, aber dann realisierte sie, dass er genauso steil wie gestern, nur länger war. Und mit Anschwung und voller Untersetzung und um die 3000 Umdrehung rasten wir schaukelnd da hoch. Wir entspannten schon und dachten jetzt kommen ruhige 20km in Kolonne fahren, als ein völlig neues Hindernis auftauchte, dass nicht im Buch stand! Wir kannten so etwas nicht und hätten es niemals in Angriff genommen. Nun mussten wir. Zum Glück waren wir nicht allein. Es waren Schneefelder! Insgesamt sollten es acht werden. Beim ersten wurde Christian im Schneefeld das Steuer abgenommen, da wir mit unseren eigenen Fahrkünsten nicht durchkamen. Beim zweiten Feld, wo der Schnee ungefähr 1,80m hoch lag, wechselte wieder der Fahrer des Amaroks. Dann schafften wir den Rest alleine. Die Schneefelder waren nur passierbar, da der Typ auf seinem Hinweg mit seinem Bagger und der Schaufel jeweils eine Schneise geschlagen hatte. Hätten wir den Fluß allein geschafft, spätestens an den Schneefeldern, die zum Teil 50m lang waren, wären wir gescheitert. Der Rest war easy, Aschepisten, Bächleinpassagen und spitze Lavasteinfelder. Es war kurz vor 22.00 Uhr als wir das Hüttendorf mit Campingplatz (CP) am Kjerlingafjöll erreichten. Wir parkten unseren Amaork, der sehr froh war, endlich eine Pause neben 5 weiteren Pickup-Camper mit Wohnkabinen zu bekommen. Wenn wir schon auf einem CP stehen, dann entsagen wir bei der Dusche nicht.
Im Rückblick läßt sich zur heutigen Piste festhalten, dass man deren Charakter an folgenden Aspekten zuordnen kann: Die Löffel lagen in der Schublade um 180° in Längsrichtung verkehrt, nicht nur Kaffee war überall aus dem geschlossenen Behälter aus dem obersten Regal gerieselt, nein heute auch dazu noch Kokosraspeln, finaly war eine Keramiktasse in diverse Einzelteile zerbröselt und ...

Mittwoch 25.07.

Es war blauer Himmel und zur Begrüßung schien uns die Sonne im Alkoven ins Gesicht. Nach dem Frühstück zahlten wir unseren gestrigen in Anspruch genommenen „Dienst“, wobei der Preis etwas moderater geworden war! Dafür staunten wir über die Übernachtungspreise. Obwohl wir kein Frischwasser für unser Auto beziehen konnten, wir keine Entsorgung für unsere Toilette vorfanden und wir auch kein WiFi hatten, zahlten wir pro Nase 20€!! Egal, ist ja Island. Wir schnürten die Wanderstiefel und liefen einen kleinen Walk entlang des rauschenden Gebirgsbachs. Am Ende befand sich in der Vulkanarea ein Hot-Pool, in denen wir unsere Luxus-Camping-Körper gleiten ließen. Und siehe da, es gab hier weit im Norden auch Haubentaucher ;) Gegen Mittag zündeten dann auch wir den Motor und rollten über ganz moderate Pisten zum Geothermalgebiet Hvervelier. Da uns da aber der Regen überraschte und wir es als unbedeutend empfanden drehten wir bald wieder ab. Über 100km Piste (35) ging´s gen Süden, wo wir wieder bei den Geysiren landeten. Leider auch mit uns ein paar Busladungen deutscher Touris. Der Geysir lag heute nicht im Nebel und dreimal schauten wir uns seine Eruptionen an. Gegen Mitternacht klopfte eine Isländerin ans noch erleuchtete Reimo und teilte uns mit, dass wir dort nicht stehen könnten. Im ort nur auf dem CP. Also setzten wir uns in Bewegung und rollten Richtung Süden. Bei einen der vielen Wasserfälle stoppten wir. Mit dem Rauschen des Stromes schliefen wir ein.


Donnerstag 26.07.

Ein Supermarkt musste überfallen werden, auch wenn der nächste, der nicht einem Tankstellenshop entsprach, schon 61 km in der falschen Richtung entfernt lag! Mittags – nach langem Ausschlafen - kamen wir in Selfoss an und konnten zwischen drei großen Supermärkten auswählen. Auch eine isländische SIM-Karte wurde nun erworben, damit wir nicht von der Welt oder bei Notfällen abgeschnitten waren.
Gesagt, getan! Wir haben eine isländische SIM-Karte und können wieder mit der Welt kommunizieren. In einer nahegelegenen Bibliothek hatten wir sogar WIFI und konnten die Fotos für unseren Blog hochladen und losschicken. Lebensmittel und Wasser war neu an Bord gebunkert, wir verließen wieder die Zivilisation und machten uns auf den Weg ins nächste Abenteuer.
Bei wechselhaftem windigen Wetter fuhren wir die Ringstraße 1,wechselten dann zur 30 bzw. 32 und landeten schließlich an der Zufahrtsstrecke zum Haifoss. Langsam kamen wir auf der holprigen Strecke vorwärts und ein heftiger Wind bließ. Endlich angekommen begann auch noch eine dicke Regenwolke sich direkt über uns zu entleeren. Wir kamen kaum aus dem Auto, so stark wehte der Wind. Am oberen Rand des Canyons angekommen, wurden wir königlich belohnt! Zwei größere Wasserfälle stürzen über 128 Meter tosend in die Tiefe. Ein kleinerer war ebenfalls in Sichtweite. Der große Haifoss schafft 5 Kubikmeter (oder 5 Tonnen) Wasser pro Sekunde, einfach gigantisch.
Wir blieben eine Weile im Auto sitzen und siehe da, die Wolke war leer und schüchtern sieht die Sonne um die Ecke, der Wind allerdings ist weiterhin kräftig. Christian ging nochmals mit der Kamera auf die Pirsch und schoss wunderschöne Fotos, das Warten hatte sich gelohnt!
Ursprünglich wollten wir am Haifoss unser Nachtlager aufschlagen, doch der Wind schaukelte unseren Amarok so sehr, dass wir beschlossen wieder Richtung Hauptstraße zu kriechen, fahren war auf der Strecke ja kaum möglich.
Einige Kilometer weiter der Hauptstraße entlang, fanden wir einen geschotterten Platz der wesentlich windärmer war und eine ruhigere Nacht versprach. Es ist nun mittlerweile 21.00 Uhr, bei dem fast taghellem Licht verliert man schnell das Gefühl für die Zeit. …



Freitag, 27.07.

Ausgeschlafen starteten wir 9.15 Uhr den Tag. Die Sonne schien, wir hatten 15°, es war windstill!
Unsere Fahrt ging weiter nach Norden quer durch das Hochland; über die berühmte Sprenginsandur. Weite Strecken sind nur mit 4x4 befahrbar, Schilder weisen oftmals daraufhin.
Unseren erster Stopp in der kargen und doch abwechslungsreichen Steinwüste machten wir erst gegen Mittag an einer bewirtschafteten Wanderhütte mit tollem Ausblick auf die beiden Gletscher; im Westen Höfsjökull und im Osten der riesige Vatnajölull. Gestärkt ging die Fahrt weiter, wir querten einige Furten und der Weg (F26) war wesentlich besser als vermutet, kilometerweise fuhren wir sogar 90/kmh. Im Rückspiegel sahen wir blauen Himmel und die Staubwolke, die wir hinterließen.
Immer wieder kamen uns Fahrzeuge verschiedenster Art entgegen und wir passierten problemlos aneinander. Einmal jedoch krachte es. Jutta fährt auf den leicht aufgehäuften Seitenrand um einen entgegenkommenden Toyota Hilux mit Wohnkabine vorbei zu lassen. Wir standen leicht schräg zur Seite geneigt und der Toyota fuhr recht zügig an uns vorbei und ratschte mit seinen abstehenden Kunststoffteilen an unsere Kabine. Wir stiegen alle aus und begutachten den Schaden. Einige Streifen und eine leichte Macke war und ist am hinteren Ende der Kabine bei uns zu sehen. Das Holländer-Ehepaar (wie sich später herausstellt) hat nicht eine Macke am Gefährt. Zunächst fotografierten wir den Schaden und fingen an einen Unfallbogen (das Auto mit Kabine der Holländer war gemietet) der Holländer auszufüllen. Kurzentschlossen brachen wir die ganze Sache ab und verzichteten auf den Unfallbericht wünschten den beiden eine gute Reise und fuhren mit unserer „Macke“ bzw. Unikaten weiter.
Zwischendurch musste Jutta immer wieder mal anhalten, damit Christian die Dimension der Weite, der Gletscher und diese irre Steinwüste mit dem Quadrocopter filmen konnte und natürlich auch einige Male das Furten. Unser heutiges Ziel war das Laugafell, eine warme Quelle in der wir uns relaxen und anschließend die Nacht verbringen wollten.
Die Preise veranlassten uns den Plan zu ändern, Christian stieg für 500 ISK (umgerechnet knapp 4,30€) ins warme Bad, den geschotterten Parkplatz, der als Campingplatz ausgewiesen war (es gab nur ein WC, keine Dusche und den Müll mussten wir auch wieder mitnehmen) und mit 2.000 ISK pro Person (umgerechnet € 16/p.P.) ins Budget fiel, ließen wir links liegen und fuhren noch einige Kilometer weiter (F881) und fanden ein windiges Plätzchen neben eine Nothütte für Wanderer auf einer Anhöhe.




Samstag 28.07.

Wir machten die Augen auf und sahen nichts. Wir rieben uns die Augen, es wurde nicht besser. Um uns Nebel bzw. die Wolken lagen auf. Unser Wagen stand auf etwa 600m Höhe. Wir stiegen früh runter in die Fahrerkabine und holperten 80 Minuten nordwärts, wo wir im Trockenen an einem imposanten Wasserfall stoppten. Frühstück und dann runter zur Basaltabbruchkante. Der Foss fällt 7/8m in einen Kessel und ringsum stehen senkrecht noch die Basaltstrukturen. Naturgeometrie in 3-D. Wir konnten es ganz alleine genießen, die nach uns kamen, und das waren etliche sahen das Naturwunder dann im Regen bzw. später in den Wolken fast gar nicht mehr. Wir blieben im Regen dort und chillten. Am Nachmittag setzten wir unsere Abfahrt gen Norden fort und unterbrachen an – natürlich, wie konnte es anders sein – einem Wasserfall unsere Reise kurz. Auch hier waren wir bereits mal und bekletterten daher die für uns noch unbekannte Ostseite. Immer noch schön. Ein breiter und sehr kräftiger Wasserfall: Godafoss.
Danach wurde es sehr unurlaubig ;) Hausputz etc. stand an. Wir tankten an einem Tankautomaten, was anderes gibt es kaum in Islands dünn besiedelten Regionen. Konnten Frischwasser bunkern und unser Auto abschrubben. Das ist eine Spezialität in Island. Man fährt dort viel Schotterpiste und hat verdreckte Autos, daher gehört es hier zum guten Ton, seinen Wagen immer äußerlich rein zu halten. Wir schrubbten auch den Dreck der letzten Tage ab. Nebeneffekt, wir konnten endlich auch mal unseren Müll entsorgen, da das im Hochland gar nicht ging. Man musste immer alles mitnehmen. Irgendwo zwar klar, da dort keine Müllabfuhr herkommt, aber doch nervig, seit Tagen den Hausmüll – mit Geruchsnote - mitzuschleppen. Den Wagen bugsierten wir noch über einen Bergsattel und einmal kurz durch die Wolken und waren danach in einer anderen grünen Welt. Landwirtschaft mit grünen Feldern, Schafen auf den Wiesen, kleinen weißen Häuschen mit roten Dächern. Kurz vorm Myvatn-See stoppten wir bei einem Aussichtspunkt, genossen die Ruhe und den einmalig schönen Blick auf die umliegenden Berge im dämmerigen Licht. Christian liessss nochmal den Quadrocopter in die Lüfte um einen weiten Eindruck von der Landschaft zu erhaschen. Per Videobotschaft gratulierten wir um 0.00 Uhr unserem Jüngsten zum 20.ten Geburtstag und starteten die Nachtruhe. Nachts war sogar kaum Verkehr auf der Ringstraße. ....

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Gogolo am 19 Aug 2018 19:01:12

Du bist echt ein "Held" - ins gesperrte Hochland zu fahren.... Dir hätten sie die Strafe verdreifachen sollen für die Schäden, die du in der Natur angerichtet hast.


Gogolo

Gast am 19 Aug 2018 19:14:04

Wer im Glashaus sitzt...

Gogolo am 19 Aug 2018 20:04:53

Alf - nur zu deiner Info: ich bin bei meinen10 Islandreisen NIEMALS ins gesperrte Hochland gefahren! Wie kannst du nur so einen Unsinn schreiben, von wegen Glashaus. Du solltest meine Berichte besser lesen - oder schweigen...


Dein obiger Beitrag ist demzufolge gequirlter Unsinn, offensichtlich nur um den Beitragszähler zu erhöhen.


Gogolo - ohne Habe die Ehre

Allradmobilist am 27 Okt 2018 21:00:45

Ich bin mit Gogolo durchaus nicht immer einer Meinung, aber hier muss ich ihm recht geben.

... Bergungsteam, welches uns sehr unentspannt und voller Vorwürfe empfing! Warum wir denn hier wären? Das Hochland sei gesperrt! …

Habt ihr das nicht mitbekommen oder bewusst ignoriert?

maranot575 am 28 Okt 2018 09:34:55

Würde mich auch interessieren. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht bewusst gemacht wurde.

HUGOSTRATZ am 28 Okt 2018 14:11:59

Nichtsdestotrotz ein klasse Bericht mit tollen Bildern in dem Link von Westfalenheld! :top:

G.H.

lmcmike am 28 Okt 2018 15:16:07

Offensichtlich gehören die Berichterstatter zu den Intelligenzbolzen die durch ihr Verhalten dafür sogen, dass es für alle anderen Wohnmobilisten immer schwieriger wird, weil alles abgezäunt und für Wohnmobile verbarrikadiert wird - danke auch !!!

Allradmobilist am 28 Okt 2018 21:06:58

Du hast es auf den Punkt gebracht!

spinnerei am 28 Okt 2018 21:47:00

Da der TE hier anscheiend etwas verschreckt wurde, sein Kommentar auf Wordpress zu einer ähnlichen Frage:

Tja, so einfach ist das nicht. Wir sind keine Offroad-Rowdys. Im Internet unter --> Link war die Strecke nicht gesperrt, alle genannten Strecken seit Beginn des Juli 2018 geöffnet und an dem Streckenbeginn stand kein einziges Schild. Also war das nicht fahrlässig; zudem wies das aus dem Jahr 2017 stammende Roadbook unsere gewählte Strecke aus und die alten Fahrspuren gaben ja auch Fingerzeige. Wäre ich skrupellos, hätte ich das bestimmt nicht notiert und hochgeladen! Naturfreundlich sind wir beide schon sehr.

christiancastro am 29 Okt 2018 00:04:14

Da schreibt sich jemand die Finger wund voll Entusiasmo und dann bekommt er voll eins auf die Mütze.
Dem TE ist wohl die Freude vergangen hier noch was zu schreiben, was man durchaus verstehen kann.

maranot575 am 30 Okt 2018 07:38:42

Ja Jungs - wer austeilt muss auch einstecken können.
Wäre vielleicht ganz gut, wenn Ihr jetzt was dazu sagen würdet und nicht nur drauflos motzt

Tipsel am 30 Okt 2018 08:19:06

maranot575 hat geschrieben:Wäre vielleicht ganz gut, wenn Ihr jetzt was dazu sagen würdet und nicht nur drauflos motzt



stimmt

:thema:

maranot575 am 30 Okt 2018 09:13:03

Ich bleib ja beim Thema - oder dürfen nur die Motzer zu Wort kommen und die Anerden nicht

maranot575 am 30 Okt 2018 09:14:31

Sorry Tipsel - hab das - s t i m m t - übersehen

Tipsel am 30 Okt 2018 10:20:05

:mrgreen:

So kanns passieren 8)

maranot575 am 10 Nov 2018 08:32:43


wolfherm am 26 Jan 2019 14:30:41

Moderation:Nicht zu diesem Thema gehörende Beiträge entfernt.


Julia10 am 26 Jan 2019 16:09:27

maranot575 hat geschrieben:Ist jetzt ganz still gehttps://www.wohnmobilforum.de/posting ... 915#worden


Link funktioniert nicht :(

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