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Neuwagen, Finanzamt will Mehrwertsteuer 1, 2, 3


seekingdanger am 12 Sep 2018 12:03:56

Hallo Zusammen,
ich war in der glücklichen Lage mir ein neues Wohnmobil kaufen zu können. Den Preis haben wir im Februar bei Übergabe inklusiv Mehrwertsteuer bei einem deutschen Händler mit Rechnung beglichen. Nunmehr erhalten wir ein Schreiben von unserem Finanzamt, dass es sich um ein Neufahrzeug handelt, welches importiert ( aus Frankreich ) wurde und die Mehrwertsteuer fällig sei, sofern vorhanden soll ich die Rechnung beifügen oder zahlen.
Natürlich haben wir die Rechnung und darin steht auch "inklusiv Mehrwertsteuer". Insofern gehe ich nun mal davon aus, dass alles Gut wird, aber :

Das Fahrzeug hat einen erheblichen Mangel und soll nach langem hin und her umgetausch werden. Der Liefertermin für das mangelfreie Fahrzeug soll
ca November sein.
Wie kann ich dann für das neue mangelfreie Fahrzeug die Mehrwertsteuer nachweisen ? Eine neue Rechnung bekommen wir ja nicht oder irre ich ?

Gruß
Marcus

Hundekruemel am 12 Sep 2018 12:08:37

Da gibt es ja dann keine neue Rechnung oder?
Und es fließt kein Geld, also keine Steuer auf das Tauschfahrzeug


robeal

PittiC am 12 Sep 2018 12:10:03

Ich würde beim Sachbearbeiter im Finanzamt direkt nachfragen, die können das am ehesten beantworten. Keine Angst im Regelfall sind die ganz nett

Chris189 am 12 Sep 2018 12:27:08

Normalerweise bekommst du eine "Gutschrift" für das alte Fahrzeug und eine neue Rechnung für das neue Fahrzeug, die dann gegeneinander verrechnet werden.

Solofahrer am 12 Sep 2018 12:52:51

Die entscheidende Frag ist: War der Verkäufer kein Händler, sondern nur Vermittler?
Und aus welchem Land wurde das Fahrzeug re-importiert?
Was genau steht auf Deiner Rechnung? Ist dort auch ein Mehrwertsteuersatz ausgewiesen oder heißt es schlicht wirklich nur "inklusive"?

Normalerweise hat der Importeur die Mehrwertsteuer zu begleichen und kann sie dann als Vorsteuer wieder zur Erstattung/Verrechnung bei seinem Finanzamt geltend machen. Du als privater und nicht gewerblicher Endverbraucher hast damit dann nichts zu tun. Aber es ist schon richtig geschrieben worden: Ruf einfach bei der Dienststelle an, die Dir diesen Bescheid geschickt hat und frage den Sachbearbeiter, wie diese Forderung entstanden ist.

Chris189 am 12 Sep 2018 14:02:43

Solofahrer hat geschrieben:
Normalerweise hat der Importeur die Mehrwertsteuer zu begleichen und kann sie dann als Vorsteuer wieder zur Erstattung/Verrechnung bei seinem Finanzamt geltend machen. Du als privater und nicht gewerblicher Endverbraucher hast damit dann nichts zu tun.


Das ist die andere Frage, wieso kommt das Finanzamt an dich. Das kannst du eigentlich auch vorab mal mit dem Händler klären. Ans Finanzamt dann eine Kopie der Rechnung schicken, mit dem Hinweis, dass du das Fahrzeug bei diesem Händler gekauft hast.

Grüße

Christian

voba am 12 Sep 2018 15:27:13

Nunmehr erhalten wir ein Schreiben von unserem Finanzamt, dass es sich um ein Neufahrzeug handelt, welches importiert ( aus Frankreich ) wurde und die Mehrwertsteuer fällig sei, sofern vorhanden soll ich die Rechnung beifügen oder zahlen.


... hatte ich auch schon mal. Wird wohl bei erstmaliger Zulassung eines EU-FAhrzeugs in D gerne mal "auf Verdacht" rausgeschickt. Aber wie schon geschrieben steht: Rechnung einreichen und gut ist.

ole56 am 12 Sep 2018 15:30:30

Hallo Marcus,
dies hatte ich mal mit einen Reimport PKW aus Holland aber in Deutschland gekauft, habe die Rechnungskopie an das Finanzamt geschickt und gut war.
Scheint normal zu sein bei Deutschen Finanzämtern.
Viel Spaß und immer Unfallfreie fahrt
Olaf

Palmyra am 12 Sep 2018 18:39:36

Man sollte in diesen Fällen schon darauf achten , dass die MwSt mit geltendem Steuersatz sepert aufgeführt wird damit es zu keinen Unklarheiten kommen kann ....

Bei Booten ist dies unumgänglich - scheinbar wird man bei Wohnmobilen jetzt auch aktiv.

Was wäre theortetisch wenn der Verkäufer die MwSt nicht abgeführt hat sondern einfach einbehalten - war der Verkäufer überhaupt ein Händler mit eigener Steuer Identnummer usw. ?

Chris189 am 12 Sep 2018 20:37:57

Als Privatmann ist das nicht wichtig, ob die MWSt extra ausgewiesen ist. Die Rechnung sollte aber von einer deutschen Fa. sein. Ob die Fa. die MWSt tatsächlich ans Finanzamt abführt, auch das ist für den privaten Kunden irrelevant.

seekingdanger am 13 Sep 2018 08:54:02

Danke für eure Antworten.
Ich war jetzt beim Sachbearbeiter im Finanzamt. Der wollte natürlich die Rechnung sehen, die ich vorgelegt habe.
Danach war die Sache erledigt. Es ist so, wie einige von euch vermutet haben. Das Finanzamt bekommt vom Straßenverkehrsamt
eine Meldung, in der die Neuzulassung eines Fahrzeugs angezeigt wird und in der Verkaufshändler benannt ist. Das Finanzamt meldet
sich dann beim Eigentümer und fragt nach der Mehrwertsteuer. Auf meine Frage, ob man den vorher beim Finanzamt des Händlers
nachgefragt hätte, antwortete man, dass man dazu nicht verpflichtet sei.
Naja, da macht es sich das Finanzamt sehr einfach.
Die Mehrwertsteuer, die beim Kauf ( an den Händler ) gezahlt wird, gehört zu keiner Zeit dem Händler, sondern dem Finanzamt.
Wenn er die also nicht weitergibt, geht das nicht zu Lasten des Käufers.

Aber ich kann tatsächlich noch einen draufsetzen:
Mein tatsächlich versteuertes Fahrzeug hat erhebliche Mängel. Mit dem Händler habe ich eine Nacherfüllung ( Lieferung eines neuen Fahrzeugs )
vereinbart, das in den kommenden Monaten gebaut und geliefert wird.
Ich bin mir nahezu sicher, dass ich nach Anmeldung dieses Fahrzeugs dann wieder ein gleiches Schreiben vom Finanzamt erhalten werde.
Für dieses Fahrzeug will ich aber keine Mehrwertsteuer bezahlen, da ich den Kaufpreis mit Steuer ja nur einmal zahle.
Also habe ich den netten Sachbearbeiter gefragt, was ich denn dann vorlegen soll.
Die Antwort: Ja, keine Ahnung, so was habe ich noch nicht gehabt, aber ich werde mir das hier mal vermerken.

Kennt jemand in diesem Fall die korrekte Vorgehensweise ? Das kostet alles viele Neven .....

thomas56 am 13 Sep 2018 09:02:43

ich sehe das als Rückabwicklung, also Storno wo das Finanzamt die Steuer an den Händler zurück überweisen muss. Im gleichen Zeitraum muss der Händler aber die Steuer für das neue Fahrzeug an das Finanzamt überweisen. Reine Buchungstechnik über Konten.

weser13 am 13 Sep 2018 09:03:16

Moin,

hier gab es doch bereits den Hinweis.

Wenn der Händler den "Umtauschvorgang" korrekt bearbeitet, wovon ich ausgehe.
erstellt er für das zurückgegebene Fahrzeug eine Gutschrift über den ursprünglichen
Betrag und für die Ersatzlieferung eine Rechnung über den ursprünglichen Betrag.

Somit ist der Saldo 0,00.

Grüße aus NI

Chris189 am 13 Sep 2018 09:06:41

guckst du meinen Beitrag weiter oben. Der Händler muss das Fahrzeug wertmäßig ja auch seinen Bestand zurücknehmen. Deshalb schreibt er dir eine Gutschrift für das Fahrzeug, was er zurücknimmt, und eine neue Rechnung, inklusive Mehrwertsteuer für das neue Fahrzeug. dich brauchen nur die Bruttobeträge, also inklusive Mehrwertsteuer, interessieren. Guckst du, dass mindestens in der neuen Rechnung wieder drin steht inklusive Mehrwertsteuer. Eventuell musst du dann noch mal zum Finanzamt, so wie jetzt.Aber sonst hast du damit nichts zu tun.

alterschalter am 13 Sep 2018 16:47:18

Auf jeden Fall eine neue Rechnung für das neue Fahrzeug!

Da muss ja auch die Fz-ID-NR. drin sein vom neuen Fahrzeug - ganz wichtig!
Sonst kannst du nicht nachweisen, dass du auch ein neues Fahrzeug bekommen hast.

Bei "Tauschgeschäften" bekommt der Kunde immer eine entsprechende Gutschrift auf seine vorhandene Rechnung.
Dann gibt es eine neue Rechnung mit dem Vermerk "Ausgeglichen". Der Rest ist interne Bucherei.
Somit hat der Kunde neue Rechnung, mit neuem Datum - auch schon wegen der Gewährleistung - und keine Zahlungsverpflichtung.

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