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Reisebericht Deutschland WoMo-Tour Bodensee und Oberstdorf 1, 2


frankjasper8 am 29 Sep 2018 22:08:26

Die letzten Reiseerlebnisse der Saison 2018 möchte ich mal wieder im Süden der Bundesrepublik sammeln. Nach einem langen Supersommer mit viel Sonne und warmen Temperaturen erhoffe ich mir für diese Reise auch noch den ein oder anderen schönen Tag. Das grob abgesteckte Fahrtziel dieses Urlaubs soll die Bodenseeregion sein. Dort war ich nun schon einige Jahre nicht mehr und ich möchte mal wieder hin. Es soll kein Aktivurlaub werden, viel relaxen und mal die "Seele baumeln lassen".
Beginn meiner Reise ist der 26. August, eine Zeit, in der es viele Reisemobilisten an den Rhein zieht, Messezeit beim Caravan-Salon in Düsseldorf. Und eigentlich war auch ich in den letzten Jahren immer wieder dort, Messeluft schnuppern und schauen, was es Neues gibt auf dem Wohnmobil- und Zubehörmarkt. Dieses Jahr wollte ich aber noch einmal eine andere Region bereisen.
Ich denke, daß meine Reise wieder das Interesse einiger "Stamm-Mitfahrer" wecken wird und lade hiermit gern zum Mitfahren ein. Und nun geht es endlich los:

Die Abfahrt erfolgte am Sonntag, 26. August, morgens kurz nach 8 Uhr. Nachdem am Vorabend noch ein Regenschauer über das Leinetal in Südniedersachsen hinweg gezogen war und dieses schöne Wetterbild





vor meiner Haustür zustande kam, konnte das doch nur ein gutes Omen für meine Reise sein.

Mein Begleiter für diese Reise stand fertig beladen vor dem Haus...



... mit dabei auch das "Beiboot" für Beweglichkeit vor Ort: Mein Fahrrad baumelte fest verzurrt auf dem Heckträger:



Also, alles an Bord, dann konnte es losgehen. :)

Zunächst ging die Fahrt über Land- und Bundesstraßen hier im südlichen Teil von Niedersachsen...





und ich kam dann in die Gegend um Göttingen. Hier fuhr ich dann auf die Autobahn A 7 und hatte so die "Mega-Baustelle" zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg schon mal umfahren.



Schon die ersten Fotos zeigen es; das Reisewetter war richtig gut, es war sonnig und es war nicht zu warm. Nicht die Temperaturen so um 30 Grad, wie es in den Tagen vor meiner Reise so häufig der Fall war. Nein, es hatte so um 20 Grad und das war zum Fahren ideal. Auf der Autobahn war an diesem Sonntag nicht viel los und ich kam mit meinem Wohnmobil ganz gut voran. Der Ducato-Motor mit seinen 128 Pferdchen unter der Haube brachte mich problemlos mehr und mehr von der Heimat weg. Den Dieseltank hatte ich natürlich voll getankt, da kam ich erstmal ein gutes Stück mit voran.
Ich wählte für diese Reise die Strecke auf der Autobahn A 7 und nicht die sonst von mir gerne bevorzugte Bundesstrasse 27. Ich wollte Kilometer schaffen. Durch die berühmten "Kasseler Berge" und über die mächtige Werrabrücke erreichte ich schon bald die Region um Kassel...



Die Autobahn A 7 ist mit rund 962 Kilometern Länge übrigens die zweitlängste Autobahn Deutschlands und durchläuft die gesamte Republik in Nord-Süd-Richtung von der dänischen Grenze bis hinunter ins Allgäu bei Füssen. Gerade der Abschnitt hier von Göttingen bis nach Bad Hersfeld ist der älteste Bereich der A 7, gebaut in den Jahren 1934 bis 1942, natürlich immer wieder aufgehübscht und ausgebaut.
Und so gelange ich auch auf dieser A 7 ganz gut von Niedersachsen durchs Hessenland und nähere mich schnell dem Bayernland. Das Mittagessen konnte ich schon in Bayern einnehmen. Dazu fahre ich die Rastanlage "Rhön" nahe Bad Brückenau an. Auf dem großen, erweiterten Parkplatz mache ich mir in der Bordküche das Mittagessen...



Nach dem Essen und den damit (leider) immer verbundenen Abwascharbeiten, setzte ich gut gesättigt die Fahrt fort und gelangte alsbald an den Weißwurschtäquator, den Main. Am Biebelrieder Kreuz ging es diesmal geradeaus auf der A 7 weiter, noch etwa 40 Kilometer, dann erreichte ich das erste gesetzte Tagesziel:





An der Ausfahrt "Rothenburg ob der Tauber" im romantischen Frankenland hieß es "Blinker rechts und runter von der Autobahn",



... ich steuerte den Wohnmobilstellplatz in der Nördlinger Straße an. Auf dem P2 dort war noch genügend Stellfläche vorhanden und ich ergatterte noch ein Plätzchen und auch Stromanschluss war noch frei.



Nachdem das Wohnmobil versorgt war, machte ich einen ersten Erkundungsspaziergang in das beliebte Örtchen. Dicht beim Stellplatz befindet sich eines der alten Stadttore, das Tor an der Spitalbastei...



fast möchte ich es als Tor zur Vergangenheit bezeichnen, denn wenn man das Tor und die dicken Mauern der Spitalbastei passiert hat, fühlt man sich hunderte Jahre mit der Zeitmaschine zurückversetzt. Die schöne Altstadt Rothenburgs mit den oftmals fotografierten Motiven lag mir im Blickfeld.







In dem schönen Fachwerkgebäude rechts befindet sich eine von vielen Gaststätten, das "Landwehr-Bräu". Dann ging ich durch den Torbogen am Siebertsturm in Richtung Marktplatz. Ein Blick zurück und ein beliebtes Fotomotiv aus Rothenburg war auch in meiner Digi-Cam festgehalten...



Am Marktplatz steuerte ich vorbei an der Häuserfassade der Marien-Apotheke...



das Weihnachtsdorf der Käthe Wohlfahrt an...



... und wagte einen Blick durch die Eingangstür; Frohe Weihnachten! :)



Nein, für Weihnachten hatte ich nun bei etwa 25 Grad Aussentemperatur noch wirklich keine Lust, allerdings waren es ja auch nur noch 4 Monate bis dahin. :)
Ich wendete mich wieder der Gegenwart zu, oder sollte ich besser "Vergangenheit" sagen.
Ich ging ein Stück an der alten Stadtbefestigung entlang...





... und erreichte die St. Wolfgangs-Kirche



die im Jahr 1475 erbaut wurde. Die Kirche wird auch Schäferskirche genannt, weil in jedem Jahr dort ein Gottesdienst der Schäferbrüderschaft abgehalten wurde. Die Schafzucht und der Handel mit der Schafwolle waren im Mittelalter in Rothenburg ein wichtiger Geschäftszweig. Die Kirche wurde direkt an der Stadtmauer errichtet, von Aussen ist sie nicht als Kirche zu erkennen. erst wenn man die Stadtbefestigung durchschritten hat, wird das Bauwerk als Kirche erkennbar. (Quelle: --> Link

Entlang der Stadtmauern erreichte ich dann den Schlossgarten und hatte hier ein weiteres oft fotografiertes Motiv mit dem Blick auf einen Teil des Ortes:



Damit ging der erste Rundgang an diesem ersten Reisetag zuende; ich kehrte zum Stellplatz in der Nördlinger Straße zurück und ließ den Tag dort am Platz ausklingen.

Tagesetappe: 340 Kilometer

Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 30 Sep 2018 12:16:47

Tag 2 der Reise begann auf dem Stellplatz in Rothenburg im romantischen Taubertal im Frankenland. Der Platz an der Nördlinger Straße, der P 2, kostet 12,- € je Mobil pro 24 Std, Dazu kommen bei Bedarf noch Stromkosten von 0,50 € je ca. 6 Std. Ein sauberes WC-Häuschen, sowie eine gut anfahrbare Sani-Station zum Ver- und Entsorgen des Reisemobils befinden sich an der Platzzufahrt. Die Gebühr wird am Parkscheinautomaten gezahlt, Kartenzahlung mit EC-Karte ist möglich, Barzahlung nur mit Münzen.

Das Wetter an diesem Montagmorgen war gut und ich blieb noch ein paar Stunden in Rothenburg; ein Spaziergang entlang der Stadtmauern oberhalb des Taubertales...



führte am Stöberleinsturm vorbei zum Kobolzeller Tor. Dieses Stadttor wurde um das Jahr 1360 erbaut und ist der Eingang in die Stadt vom Taubertal kommend.



Hat man das erste Bogentor passiert, folgt bald ein weiters Tor...



Zurückblickend befindet sich im Tal der kleine Weiler Kobolzell mit der historischen Stein-Doppelbrücke aus dem 14. Jahrhundert und der ebenfalls historischen Marienkapelle aus dem 13. Jahrhundert...



Unterhalb der Stadtmauer wandert der Besucher durch Weinlagen, welche den Abhang zum Taubertal begrünen...



... und kann bei Bedarf die müden Beine und Füße beim Wassertreten regenerieren...



Einen Teil des Wanderweges absolviere ich sogar auf dem Jakobsweg. :)



Ich errreiche den Schlossgarten und gehe durch das Burgtor und am Burgturm entlang zurück in die Altstadt.





Vor dem Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt werden bereits die Weihnachtsgeschenke in den modernen Kastenwagen verladen.



Ich hoffe ja insgeheim, daß ich da auch ein Päckchen von abbekomme. :)
Ja, früher wurden die Geschenke mit dem Rentierschlitten verteilt, inzwischen hat sogar der Weihnachtsmann einen Führerschein gemacht. Und Ihr sagt immer, alte Männer sollten nicht mehr Autofahren! :D



In Rothenburg o. d. Tauber ist das ganze Jahr Weihnachten; das Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt und das Weihnachtsmuseum und der Christkindlmarkt sind immer geöffnet.
Vor dem Rathaus auf dem Marktplatz wartete ein moderner Bus auf Fahrgäste für eine Stadtrundfahrt...





Dieses vollklimatisierte Luxusgefährt lädt zu Stadtrundfahrten durch Rothenburg ein, des weiteren habe ich auch noch eine Pferdedroschke gesehen, mit der Besucher durch den Ort gefahren werden.
Meine Runde setzte ich aber zufuß fort, schaute das Rathaus an...



... das in den Jahren 1572 bis 1578 gebaut wurde und spazierte dann quer durch die Altstadt ans Würzburger Tor...



Ein Stück ging ich dann auf dem Wehrgang der historischen Stadtmauer entlang...



..., aber Vorsicht: Kopf einziehen! Der Wehrgang umläuft die Stadtbefestigung fast auf der kompletten Länge und ist größtenteils auch öffentlich zugänglich. Nur knapp über Mannshoch muß man aber auf den Kopf achten, sonst gibt´s Aua an den harten Holzbalken.



Nachdem ich ein großes Teil des Wehrgangs auch abgelaufen war, ging es langsam zurück zum Wohnmobistellplatz. Unterwegs noch ein schnelles Mittagessen im Restaurant am Marktplatz und ein Mitbringsel gekauft, die Rothenburger Schneeballen der Bäckerei Diller.

Dann wurde das Wohnmobil wieder zum Reisemobil, die Fahrt ging weiter.



Ich war zurück auf der Autobahn A 7 und fuhr weiter in südlicher Richtung über Feuchtwangen, Ellwangen, Aalen und Heidenheim nach Ulm.
Nur wenige Baustellen hinderten meine Fahrt...



... und ich kam mit meinem Wohnmobil ganz gut voran. Bei Ulm, an der Ausfahrt Nersingen, verließ ich die A 7 und fuhr über Neu-Ulm auf der B 30 in südlicher Richtung über Biberach an der Riss meinem nächsten Etappenort entgegen.



Ich fuhr nach Bad Waldsee und dort auf den Stellplatz in der Unterurbacher Straße, den Stellplatz der "Waldsee-Therme".





Der Stellplatz in der Unterurbacher Straße liegt von Wald und Wiesen umgeben am Ortsrand. Trotzdem ist das Ortszentrum in wenigen Minuten zufuß zu erreichen. Die Waldsee-Therme liegt nur wenige Gehminuten entfernt ganz in der Nähe des Platzes.
Kosten des Platzes: Stellplatz 6,- €/Nacht; Kurtaxe 2,- €/Person (Kurkarte mit div. Ermäßigungen ist in der Therme erhältlich); Strommünzen (am Parkscheinautomaten erhältlich für 1,- € je Münze) 1,- € für 2 kwh ( ca. 6 Std. )
Der gepflasterte, sehr saubere Stellplatz verfügt über etwa 40 Stellplätze, Ausreichend Stromanschlüsse sind vorhanden, eine V+E-Einrichtung befindet sich auf dem Platz. Morgens um ca 7:45 und 8:45 Uhr kommt ein Bäcker-Mobil mit Brot, Brötchen und anderen Backwaren.

Ich machte an diesem Nachmittag noch einen ersten Bummel durch den Ort, dazu aber mehr in der nächsten Fortsetzung. :)

Tagesetappe Rothenburg - Bad Waldsee: 190 Kilometer
Gesamtstrecke bisher: 540 Kilometer


Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 30 Sep 2018 21:28:25

Ein erstes Kontaktaufnehmen mit Bad Waldsee. Nach dem Ankommen dort und einer Pause in der Sonne vor dem Womo machte ich noch eine abendliche Runde durch den Ort.

Das gelbliche, irgendwie orientalisch aussehende Gebäude ist das Spital "Zum heiligen Geist"...



eines der ältesten Gebäude im Ort; schon im 13. Jahrhundert wird die Spitalkirche erwähnt. Diverse Nutzungen, etwa als Krankenhaus, Armenhaus, Altenheim oder Waisenhaus. Ja, sogar als Gefängnis wurde das Gebäude genutzt. Die neugothische Aussenfassade bekam das Gebäude aber erst viel später, nämlich im Jahr 1856. 1885 wurden dann die Malereien angebracht und 1978 restauriert.



Hier im Blickfeld das Kornhaus, heute befindet sich darin das Stadtmuseum. Einst war das Kornhaus eines der größten Lagerhäuser der Region. Die günstige Lage am alten Handelsweg, der "Schweizer Kornstraße", die das Milchland Schweiz über den Bodensee, Friedrichshafen, Bad Waldsee mit Ulm im schwäbischen Kornland verband,
ließ Bad Waldsee zu einem wichtigen Handelsplatz werden und das Kornhaus war mit rund 20 Arbeitsplätzen ein wichtiger Arbeitgeber. ( Quelle: --> Link )



Das Wurzacher Tor, etwa nach dem Jahr 1400 entstanden, ist heute der einzige erhaltene Stadtturm. Ab 1811 wurde mit dem Abbruch der Stadtbefestigung begonnen, das Volk damals strebte nach Freiheit, Offenheit. Heute würde man gern jeden Stein wieder errichten. :eek:



Ein kurzer Blick über den im Abendlicht glänzenden Stadtsee,

dann ging es vorbei an der Stadtkirche St. Peter



allmählich zurück zum Stellplatz. Der Tag war zuende, die Nacht brach über Bad Waldsee herein.


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Der dritte Tag begann schon sonnig und mit frischen Kaiserbrötchen vom Bäckerwagen. Mehrere Brot- und Brötchensorten, sowie einiges an süßen Backwaren hat der Bäckerwagen im Angebot. Und der Wagen kommt zweimal auf den Platz. Gegen 7:45 Uhr und nochmal gegen 8:45 Uhr läßt die Fahrerin die Hupe ertönen.
Gemütlich machte ich mich gegen 10 Uhr vorbei an der Waldsee-Therme erneut auf den weg, Bad Waldsee zu erkunden. Zuerst umrundete ich den Stadtsee...





und blickte vom Uferweg auf die Stadt. Die Kirchtürme von St. Peter und der Wurzacher Turm überragen die Landschaft.

Der Stadtsee, wie auch der nicht touristisch genutzte und eher wildbelassene Schlosssee, sind in der letzten Eiszeit vor rund 16000 Jahren entstanden. Der Stadtsee hat etwa eine Größe von 14 ha, also etwa 30 Fußballfelder, die größte Tiefe liegt bei 11 Metern. Der kleinere Schlosssee hat nur eine Fläche von rund 6 ha. und ist auch nur etwa 6,50 Meter tief.



Zurück im Ort hier noch der Blick auf das historische Rathaus aus dem Jahr 1426:



Etwas versteckt hinter Bäumen und nicht komplett zu fotografieren liegt das Schloss...


das in der heutigen Form ab dem Jahre 1745 entstand, jedoch schon seit über 400 Jahren gab es ein Schloss in Bad Waldsee, Sitz der Fürstenfamilie zu Waldburg-Wolfegg-Waldsee.
Nach dem Tod des letzten Familienmitglieds, Fürst Franz-Ludwig, im Jahre 1989 war das Schloss bis ins Jahr 2002 im Besitz einer privaten Hochschule und danach fiel es einige Jahre in einen "Dornröschenschlaf". Heute werden einige Gebäudeteile gewerblich genutzt.

Der Rückweg zum Stellplatz war dann nur noch ein "Katzensprung" und der Nachmittag war im Zeichen der Wellness. Ich stattete der Waldsee-Therme einen 3-stündigen Besuch ( Gebühr = 9,- € ) ab und planschte im angenehm warmen Aussenbecken. Mal die Seele baumeln lassen. Planschen, schwimmen und die Massagen durch verschiedene Wasserdüsen.
Den Abend verbrachte ich dann auf dem Stellplatz, das Abschiedsspiel für Bastian Schweinsteiger fand an diesem Abend statt und ich schaute mir das im Fernsehen an. Der FC Bayern München gewann gegen Chicago Fire, den jetztigen Club Schweinsteigers mit 4:0.

So, wer weiter meine Reise verfolgen möchte, muß sich jetzt etwas gedulden. :eek:

Fortsetzung folgt!

frankjasper8 am 02 Okt 2018 20:51:30

Am 4. Reisetag, es war mittlerweile Mittwoch, der 29. August, machte ich einen Besuch im



In diesem futuristischen Gebäude wird man in die Vergangenheit zurück versetzt; die Vergangenheit des Caravaning. Die verschiedenen Hersteller und Entwickler von Wohnwägen und Wohnmobilen werden anhand von Tafeln vorgestellt. Einer dieser Entwickler ist Erwin Hymer ( geb. 27. Juli 1930, gest. 11. April 2013), der spätere Gründer des Wohnwagen und -mobilherstellers Hymer mit Hauptsitz in Bad Waldsee. Hymer arbeitete nach einem Maschinenbauingeneurstudium zunächst für drei Jahre beim Flugzeugbauer Dornier, später trat er in den väterlichen Betrieb in Bad Waldsee ein, der gummibereifte Anhänger für Traktoren herstellte.
Seitdem prägte er zunächst zusammen mit Erich Bachem den Bau von Wohnwägen ( unter dem Namen EriBa) im Jahr 1957 und ab 1961 wurde zusammen mit Borgward ein erstes Wohnmobil entwickelt

Im Museum werden auf 2 Etagen Wohnwagen und -mobile aus verschiedenen Ländern und verschiedener Herstelle ausgestellt. Auf einer "Straße" geht man hier auf "Weltreise". Die Straße zieht sich wie ein Faden durch die Ausstellung , links und rechts davon die Austellungsfahrzeuge.
So fing z.B. alles an:



Im Jahre 1931 entwickelte Arist Dethleffs den ersten Wohnanhänger, es war nicht nur der erste Wohnwagen der Fa. Dethleffs, sondern der erste Wohnwagen Deutschlands. Das im Museum ausgestellte Fahrzeug ist eine Nachbildung aus dem Jahr 1971, da das Original die Jahre nicht überstanden hatte.



eines der ersten Wohnmobile, dieses kommt aus England.
Nun vergleicht bitte selbst den Komfort dieses Fahrzeugs mit Eurem Wohnmobil.







Natürlich darf dieses Kult-Objekt der Ostdeutschen Geschichte nicht fehlen:



Kenner bezeichnen es als "Villa Sachsenruh", der Trabant mit dem Dachzelt, bekannt auch aus dem Kultfilm "Go Trabbi, go"



Auch dieses schicke Orion-Wohnmobil ist in der Ausstellung zu bestaunen.


Ich kann hier nicht alle ausgestellten Exponate zeigen, im Netz unter Erwin-Hymer-Museum gibt es ein paar Videos, schaut sie Euch doch mal an.
Ich fand die Ausstellung sehr gut. Der Eintritt kostet übrigens 9,50 €.
Ich war etwa 2,5 Std. im Museum, man kann es aber sicherlich auch länger ansehen. Für den "kleinen Hunger" gibt es dort auch ein Restaurant und im Shop werden diverse Artikel angeboten.
Zurück vor der Tür blickt man direkt auf die Produktionshallen der Hymer-Werke:



Unweit dieses Platzes findet man auch die große Ausstellung der Hymer-Mobile und der diversen zugehörenden Marken.

So, ich nehme wieder meinen Platz hinter dem Steuer meines Wohnmobils ein; die Fahrt geht weiter in Richtung Bodensee.





Und eben diesen Bodensee erreichte ich über die Bundesstraße B 30 über Weingarten, Ravensburg und Friedrichshafen. Ohne Stop fuhr ich dann gleich weiter auf der B 31 über Immenstaad und Hagnau nach Meersburg. Hier schlug ich für die kommenden zwei Nächte mein Basislager auf dem Stellplatz im Allmendweg auf.



Der Stellplatz kostet 12,- € pro 24 Std.; Zahlung am Automaten (Kartenzahlung möglich), zur Stromabnahme stehen 2 Säulen mit je 6 Steckdosen am Platz. Ein WC-Haus, sowie eine V+E-Anlage vervollständigen die Ausstattung des Platzes am Ortsrand.

Da das Wetter an diesem Tage umschlagen sollte, nahm ich noch die Gelegenheit wahr und setzte mich noch ein Stündchen in die Sonne. Der Wetterfrosch behielt mal wieder Recht: eine Stunde nach Ankunft in Meersburg verdunkelte sich die Himmelsfärbung und das Blau machte einem dunkelen Grauton Platz. Bald darauf kam ein Regenschauer und Plan B mußte wieder herhalten; Fernsehabend in Meersburg bis gegen 22 Uhr.

Tagesetappe Bad Waldsee -> Meersburg: ~ 120 Kilometer
Gesamtstrecke bisher: 660 Kilometer

Im nächsten Teil zeige ich Euch ein paar Impressionen aus Meersburg, also dranbleiben! Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 02 Okt 2018 21:54:45

Tag 5 meines Urlaubs war ein Ruhetag für das Mobil, der Bürstner parkte in Meersburg. Der Regen vom Vorabend hatte sich wieder verzogen, aber es war an diesem Donnerstag nicht mehr so war, wie die Tage zuvor; die Sonne hatte sich hinter Wolken verflüchtigt. Okay, auch die Sonne braucht mal einen freien Tag... :D

Ich fuhr am Vormittag mit dem Meersburger Stadtbus hinunter in die Stadt zum Schiffshafen am Bodensee. Und man kann hier wirklich von "hinunterfahren" sprechen, denn der Stellplatz liegt an einem Berghang. Ich kannte Meersburg und den Stellplatz von früheren Reisen zum Bodensee und ich kannte auch das Angebot des Stadtbusses. Für einen Euro je Fahrt kann man vom SP zum Hafen fahre, bzw. vom Hafen zurück zum Stellplatz. Nur war früher die Fahrtroute kürzer. Inzwischen werden weitere Haltestellen in der Route des Busses angefahren. Auch der eingesetzte Stadtbus hat sich von vorher wohl 20 auf jetzt 32 Sitzplätze vergrößert. Geblieben ist der Fahrpreis von einem Euro.
Nun saß ich also im Bus, es ging bergab. Über einige Haltestellen für der Bus zum Schiffshafen, wo ich knapp 20 Minuten später ausstieg. Erster Blickkontakt mit dem Bodensee:



Das Wetter ließ zu wünschen übrig, dicke Wolken über dem Bodensee.



Der Blick vom Hafen über die Weinhänge zum Staatsweingut links ( das gelbe Gebäude) und zum Droste-Hülshoff-Gymnasium rechts. Unten am See, das kleine Gebäude links, war früher eine Zollstation. Heute befindet sich hier die Haltestelle und Wendepunkt des Stadtbusses. ein Fußweg führt von der Haltestelle über Treppenstufen hoch zum Weingut.
Der Hafen ist Anlaufstelle der Personenschiffe im Linienverkehr, z.B. nach Konstanz, Richtung Überlingen, Richtung Bregenz - Lindau.


^der Blick über den See zum Schweizer Ufer


^ein Schiff wird kommen...


^die Autofähre zwischen Meersburg und Konstanz. In nur 15 Minuten erreicht man per Fährschiff das Ziel am anderen Ufer. Bis zu 5 Fährschiffe pendeln zwischen den Anlegern im Schnellverkehr.




^das Unterstadttor, das wohl älteste Stadttor in der Altstadt von Meersburg. Um das Jahr 1250 im Zug der Stadtbefestigung errichtet und bis heute fast unverändert. Hinter diesem Tor führt rechts ein steiler Weg in die Oberstadt.


frankjasper8 am 02 Okt 2018 22:42:43

Bunte Hausfassaden schmücken die Einkaufsstraße in der Meersburger Unterstadt:









Einige kleine Geschäftshäuser bieten Andenken oder Weinhänler und Obsthändler laden zum Kauf ihrer Produkte ein. Die Winzergenossenschaft versorgt mit Speis und Trank und auch andere Speiselokale oder Cafés laden zur Einkehr ein.

Apropos; es war Zeit, den Gaumen zu beruhigen, Mittagessen am Bodenseeufer im Restaurant mit Freisitzfläche an der Uferpromenade.


^ich wählte für das Mahl Felchenfilets mit Bandnudeln, dazu ein alkfreies




Und weiter geht´s. Der Hafenspeicher, heute u.a. Verkaufsstelle der Schiffsfahrkarten..,.



Jetzt geht´s noch in die Oberstadt hinauf, hier das neue Schloss...



... auch hier stehen viele bunte Häuser, meist bäuerliche Nutzung oder Weinbauern.



Seeblick: diese Aussicht hat man vom Staatsweingut...





Alte Ritterzeiten werden in der Burganlage Meersburg wieder lebendig.



Es ist die wohl älteste bewohnte Burg Deutschlands, im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. --> Link

Ein Zeppelin kreiste über Meersburg...





Nun ging mein Rundgang durch Meersburg zuende, ich nahm den Stadtbus



und ließ mich zum Stellplatz zurück fahren. Relaxen war dann angesagt, Feierabend auf dem Stellplatz am Allmendweg in Meersburg.

Wie es weiterging erfahrt Ihr in der nächsten Fortsetzung. :)

frankjasper8 am 03 Okt 2018 15:47:54

Der Freitag war der letzte Tag im Monat August des Jahres 2018. Er begann leider regnerisch; ich packte meine Sachen zusammen und verließ den Stellplatz am Allmendweg in Meersburg gegen 9:30 Uhr. Ich fuhr auf der Uferstraße am Bodensee entlang nach Uhldingen und weiter zum Affenberg bei Salem. Hier befindet sich bei einem bäuerlichen Anwesen der



Zum Arreal gehört auch eine Storchenstation, ein Dammwildgehege, ein kleiner Weiher und ein Waldgebiet. Ebenso findet man einen SB-Imbiss mit Freisitz unter hohen Bäumen.

Die Jungstörche, so erfuhr ich während einer Fütterung, befanden sich schon auf dem Weg in die Überwinterungsregionen und die Alttiere hatten wohl an diesem Tag keine Lust, sich von den Besuchern beim Futtern beobachten zu lassen. Jedenfalls ließ sich während der etwa 15-minütigen Show keines der Tiere in der Nähe der Futterwiese blicken. Erst auf dem Rückweg meiner Runde saßen etwa 12 bis 15 Tiere auf dem Dachfirst des Gutshauses...





Auch diese Altstörche werden sich bald auf den Weg nach Afrika machen zum Überwintern. Und wenn ihnen nichts passiert auf ihrem Flug, werden die meißten Störche wohl im nächsten Jahr an den Affenberg zurückkehren. Hier finden die Tiere eine Heimat. Kranke Störche werden hier wieder aufgepeppelt. Auf den umliegenden Feldern und Wiesen finden sie genügend Nahrung und werden hier auf der Storchenstation auch noch zugefüttert. --> Link

Nachdem die Fütterung der Störche ohne "Besuch" zuende war, machte ich mich vorbei am Weiher



auf einem Fußweg durch den Wald...



auf zu den Affen.
Etwa 200 Berberaffen leben hier in verschiedenen Gruppen frei in einem eingezäunten großen Wäldchen. --> Link
Manche dieser tiere sind so zutraulich, daß man ihnen eigens zubereitetes Popcorn (ungesüßt) in ausgestreckter Hand hinhalten kann. Die Tiere nehmen die Popcorn-Stücke dann vorsichtig aus den Händen.







Auch bei den Affen kann man im Lauf des Tages an verschiedenen Stellen im Wald an Fütterungen zusehen. Dabei werden interessante Einzelheiten erklärt und die Mitarbeiter beantworten kompetent auch die Fragen der Besucher.





Gefüttert werden Obst oder Gemüse, Getreide oder auch mal ein Banane. Die Tiere suchen im Waldboden auch selbst nach Insekten.



Viele dieser Berberaffen waren bereit, sich der Fotokameras der Besucher als Model zur Verfügung zu stellen. Mitarbeiter des Affenbergs beaufsichtigen dauernd den Rundweg, damit nichts passieren kann. Die Tiere leben das ganze Jahr über frei im Wald. Ähnlich wie Hunde und Katzen bekommen sie ein dichteres Fell im Winter. Die Babys der Affen werden im Frühjahr geboren, dann sind sie im Winter schon widerstandsfähig und überstehen die kältere Jahreszeit gut. Auch in ihrer natürliche Umgebung in Afrika leben die Tiere z.B. im Gebirge in hohen Regionen bei kaltem Wetter.


Zurück zum Eingang kann man über einen Holzsteg über den Weiher gehen...



und kommt über eine Obstwiese zurück zum Eingang. Diese Wiese ist das Gehege einer Dammwildherde, die sich aber im Wald zurückgezogen hatte und sich den Besuchern nicht zeigten.

Weiter ging es dann zum Schloss Salem



wo ich einen geführten Rundgang durch das Gelände machen konnte. Gleich neben dem Schloss steht die Münsterkirche Salem...



das rührt daher, daß Schloss Salem früher eigentlich ein Kloster war. Im frühen 12. Jahrhundert wurde das Kloster Salem gegründet. Das Münster wurde ab dem Jahr 1285 errichtet.

Die damaligen Wirtschaftsgebäude dienen heute vorwiegend als Schulgebäude einer Internatsschule.



aber auch einen Weinhändler, sowie Schmiedekunst kann man da finden.
Eindrucksvoll ist der ehemals als Pferdestall genutzte Gebäudekomplex. Nicht nur die Aussenfassade,



die im Jahr 2009 umfangreich saniert wurde und dem Original wohl sehr ähnlich sehen soll, ist ein echter Blickfang. Der Innenteil des im Jahre 1734 errichteten Stallgebäudes wurde in gehobenem Stil erbaut. Da möchte man Pferd sein... :)







Der Marstall liegt gegenüber des Schlosstraktes, dazwischen steht in einem Gartengelände die Büste von Prinz Wilhelm zu Baden:



Der von mir gemachte kleine geführte Rundgang kostet 11,- €, dauert etwa eine Stunde und man kommt dabei außer durch das Freigelände auch in das Münster hinein. Will man auch in das Schloss, dann ist das die große Führung, dauert noch einmal etwa eine halbe Stunde und kostet 2,- € mehr. Nach der Führung kann man noch selbst das Freigelände erkunden. Eine Glasbläser-Werkstatt, ein Kunstschmied oder auch ein Weinhandel sind da anzutreffen. Im Eingangsbereich ist noch eine Verkaufsstelle für allerlei Dinge untergebracht. Der Parkplatz ist allerdings sehr klein und die Stellflächen nur im PKW-Format. Mein WoMo hatte ich auf den leeren Busparkplatz abgestellt.

Weiter ging die Reise dann zum Stellplatz nach Überlingen. In der Kurt-Hahn-Straße, etwas ausserhalb der Stadt, wurde in den letzten Jahren ein neuer Stellplatz für etwa 42 Wohnmobile angelegt. Gekieste Stellflächen in unterschiedlichen Größen laden zum Verweilen ein. Umgeben von Obstwiesen, landwirtschaftlichen Flächen und einem im Sommer eröffneten Einkaufsmarkt kann man sich hier wohlfühlen. Im Markt auch ein Backshop für die morgendlichen Brötchen. Der Stellplatz bietet mit V+E-Einrichtung und ausreichend Stromanschlüssen einigen Komfort. Etwa 200 Meter entfernt gibt es eine Stadtbus-Haltestelle. Platznutzer fahren kostenlos mit dem Bus in die Stadt zum Schiffsanleger, der Abriss vom Parktiket gilt dabei als Fahrschein. Infos dazu: --> Link

Hier noch ein paar Fotos:







Ich war so gegen 16 Uhr in Überlingen angekommen, später hätte ich nicht ankommen dürfen. Einen der letzten drei Plätze konnte ich noch für den Bürstner in Beschlag nehmen und bummelte noch am Platzgelände herum. Regenschauer begleiteten mich in den Abend hinein.


Tagesetappe Meersburg -> Überlingen: 52 Kilometer
Gesamtstrecke bisher: 712 Kilometer

Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 05 Okt 2018 21:05:58

Am nächsten Morgen war es kühl, es war der 1. September, es war Herbstanfang. Und als würde es der Wettermacher wissen, purzelten die Temperaturen pünktlich zum Herbstanfang auf nur noch 14 Grad. Nach den nächtlichen Regenschauern war es am Morgen stark bewölkt.
Ich fuhr mit dem Stadtbus zum Seeufer zum Schiffslandeplatz und bummelte durch die Straßen von Überlingen und auf der Seeuferpromenade.



Urlaub unter Palmen an der Deutschen Südsee. Leider war heute das Wetter gar nicht so palmenmäßig. Diesiger Himmel lag über dem Überlinger See...



Schon mit dem Bus daran vorbei gefahren, stehe ich nun vor dem Franziskanertor, einem der Stadttore in Überlingen:



Das Tor wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet, diente nicht zur Stadtbefestigung und Verteidigung, sondern kennzeichnet den Beginn der Hauptgeschäftsstraße. Als Verteidigungswall wurde einst außerhalb des Stadtbereichs ein Wall errichtet, der noch heute besteht.
Vom Tor aus führt die Aufkircher Straße hinab in die Stadt...



Weil zum Einen das Wetter nicht so prall war, zum Anderen das Fotografieren in den Straßen keine nennenswerten Motive hervorrief, belasse ich es mal bei diesen Fotos aus Überlingen hier im Bericht..
Nachdem ich genug gesehen hatte, kehrte ich widerum mit dem Bus zum Stellplatz zurück und ging dort noch einige Schritte durch die Feldmark.
Sonst passierte an diesem Tag nichts erwähnenswertes mehr.

Am nächsten Morgen nutzte ich zunächst mal die Ver- und Entsorgungsanlage; Frischwasser nachtanken, Grauwassertank entleeren und ... na, Ihr wisst schon... :D
Dann verließ ich den Überlinger Stellplatz und brach zur nächsten Etappe auf. Ich wollte mir in Unteruhldingen noch die bekannten Pfahlbauten anschauen. Dorthin war es nicht weit, quasi ein Katzensprung. Das Wohnmobil parkte ich auf dem Großparkplatz nahe der B 31. Zwar stand da ein Hinweisschild, das Wohnmobile den Stellplatz am Sportplatz anfahren sollten, aber ich wollte ja da nur ein paar Stunden stehen bleiben. Ich fütterte den Parkscheinautomaten und bekam den Parkschein. Weiter ging´s dann zu fuß. Unter der Bundesstraße durch eine Unterführung hindurch, dann ein paar hundert Meter durch den kleinen Ort. Fußkranke könnten auch mit einer "Bimmelbahn" die Strecke zurücklegen, die an der Unterführung ihre Haltestelle hat. Ich lief aber auf eigenen Beinen. Am Weg der ein oder andere Fischimbiss, einige Andenkenlächen, dann die örtliche Kirche...



aus dem Jahre 1505, die St. Quirinus-Kapelle. --> Link

Ja, und dann stand ich vor dem Eingang zu einer anderen Welt. So kam es mir vor. Im Eingangsbereich des Pfahlbaumuseums befindet sich der Kassen- und Wartebereich. Kurze Zeit später gab es eine kurze Einführung, dann wurden die Besucher in Gruppen in einen Raum geschickt, der einem Büro nachempfunden war. Türen mit der Aufschrift "Umkleideräume", durch die wir in weitere Räume gehen mussten. Hier waren durch Wandprojektionen die Unterwasserwelt des Bodensees nachempfunden und wir Besucher fühlten uns, als ob wir die Taucher im See wären. Am Ende öffnete sich eine Tür und wir standen im Freigelände, der Blick fiel auf



Holzhütten, auf Stege, die auf Pfählen im seichten Uferwasser des Bodensees standen.



Nach kurzer Einweisung und Begrüßung durch eine Mitarbeiterin des Museums, konnten wir uns alles genau anschauen. Die Digi-Cam im Dauerstress :)



Am gegenüberliegenden Ufer des Bodensees - oder richtiger des Überlinger Sees - war die Insel Mainau mit dem Schloss zu sehen.



Hier in den Hütten, die meist im Bodenseeraum gefunden wurden und hier in Uhldingen zu einem Museumsdorf errichtet wurden, werden auch einige Fundstücke wie Werkzeuge, Tongeschirre oder auch Münzen als nachgemachte Ausstellungsstücke präsentiert.





Hier z.B. liegt neben einer Hütte ein Einbaum, eines der ersten Boote auf dem Bodensee. Diese aus Baumstämmen gemachten Boote waren damals in verschiedenen Größen die einzigen Möglichkeiten, den Bodensee zu überqueren. Es war eine gute Tagesstrecke, das jeweils andere Seeufer zu erreichen.. Es ist auch belegt, daß die Menschen seinerzeit Handel betrieben habe. Beispielsweise wurde Getreide vom Bodensee über die Alpen nach Italien oder der Schweiz gebracht, natürlich alle zu fuß. Auf dem Rückweg brachte man Dinge mit, die man brauchte Das waren dann Märsche, die Wochen dauerten. Im Museum wird hierzu ein Film gezeigt.

Ähnlich einer Festung wurden damals schon die Hütten mit einer Palisade umzäunt.



Bei Interesse schaut Euch doch mal die Homepage des Museums an: --> Link
Im Fernsehen, im SWR, wurde auch ein Film gezeigt, Titel "Das Steinzeit-Experiment" --> Link , die dort genutzen Hütten wurden hier am Bodensee auch aufgebaut.

Es war schon recht interessant dort im Museum, aber ich wollte ja noch weiter. Daher verabschiedete ich mich um die Mittagszeit von den Vorfahren der Steinzeit und trudelte durch die Zeitmaschine zurück in die Gegenwart. Zurück zum Wohnmobil und zurück auf die Straßen der Welt! :)

Die Fahrt ging weiter. Zunächst mal durch die Apfelgärten am Bodensee...



auf der Bundesstraße B 31 über Meersburg und Friedrichshafen in Richtung Lindau. Kurz hatte ich ja überlegt, noch am Bodensee zu bleiben, den Rheinfall noch einmal zu besuchen, die Inselreichenau kannte ich noch gar nicht, die Insel Mainau wäre noch im Plan gewesen. Aber in Kreuzlingen, auf der Schweizer Seite des Sees, war ein Jazz-Festival und ich hatte mehrfach gehört, daß die Stellplätze daher recht voll sein sollten.
So steuerte ich den Bürstner also Richtung Lindau. Es sollte in Richtung Allgäu gehen, Oberstdorf war mein Tagesziel. Von Lindau dann über die B 308 über die Deutsche Alpenstraße über Lindenberg, Weiler-Simmerberg nach Oberstaufen und Immenstadt.





Die Fahrstrecke war eine Bewährungsprobe für den Ducato; lange mußte der Motor nicht so ackern. Die Serpentinenstrecke im Bereich um Scheideck schaffte er aber mit links. Ohne Probleme sauste der Fiat die Straße entlang. Okay, die Schlange der PKW hinter mir war lang, aber auf einem Parkplatz ließ ich die schnelleren Fahrzeuge überholen. :D

Ohne anzuhalten kam ich am großen Alpsee vorbei...



nach Immenstadt. dann ging es noch auf der B 19 nach Oberstdorf. Der Stellplatz im Ortszentrum an der Hermann-Barth-Straße, das ehemalige Firmengelände der Firma Geiger, war mein Fahrtziel an diesem späten Nachmittag. Es war 16 Uhr und es waren noch einige Stellplätze frei.
es war kühl in Oberstdorf und die Berge lagen im Dunstnebel, :D daher stammt wohl auch der Name des Hausbergs: "Nebelhorn" :D
Es fing auch leicht an zu regnen; für mich die Chance für eine kurze Ruhepause. Dann noch ein Spaziergang durch das abendliche Oberstdorf...



Nach diesem Rundgang ging dieser Tag in Oberstdorf zuende.

Tagesstrecke Überlingen - Oberstdorf: 127 Kilometer
Gesamtstrecke bisher: 893 Kilometer

Stellplatz Oberstdorf, Hermann-Barth-Straße (Firmengelände Fa. Geiger)
Kosten: 12,- € pro Nacht zzgl 2,20 € Kurtaxe/Person
incl. WC-Nutzung, Ver- und Entsorgung, Strom
Dusche kostet 2,- € je 5 Minuten. (Münz-Chips sind bei der Rezeption erhältlich)

Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 06 Okt 2018 13:38:46

Inzwischen war der 3. September, ein Montag. Kühl war es an diesem Morgen in Oberstdorf, nur 14 Grad zeigte der Temperaturfühlen an. Ein Vormittagsspaziergang durch den Ort...



Die Talstation der Nebelhornbahn --> Link liegt gar nicht weit vom Stellplatz entfernt, sind vielleicht 200 oder 300 Meter.
Zwei Kabinengondeln bringen die Bergtouristen im Pendelverkehr die erste Teilstrecke zum Nebelhorn hinauf...



Seit 1930 gibt es am Nebelhorn eine Seilbahn. Ich war diesmal nicht auf dem Berg.



Die Sicht oben wäre wohl auch nicht gut gewesen, wenn ich die Wolken von unten so betrachte.
Ich machte mit dem Oberstdorf-Express eine Rundfahrt durch die Oberstdorfer Straßen.



Bei der Fahrt durch den Ort wurde schon klar, daß sich seit meinem letzten Besuch Einiges verändert hatte. Später ging ich dann noch durch den Ort, war am Bahnhof...



und bei den Parkplätzen am Ortsrand...



Im Ort stehen noch diverse alte Bauernhäuser:





Ein Großteil der Bauernhäuser ist aber bei einem Großbrand im Jahre 1865 den Flammen zum Opfer gefallen. --> Link
In den Folgejahren wurde kräftig am Wiederaufbau gearbeitet, seitdem steigt auch der Fremdenverkehr immer weiter an.

Am Nachmittag dieses Tages machte ich noch mit dem Fahrrad eine Runde durch die Wiesenwege um Oberstdorf...





Am nächsten Tag schaute ich mir noch die Skisprung-Arena in Oberstdorf an:



Einige Skispringer trainierten auch gerade und man konnte von außen die Sprünge ganz gut verfolgen. Man kann die Arena auch besichtigen, das ersparte ich mir aber. Ich legte einen Faulenzertag ein, den ich zumeist auf dem Stellplatzgelände verbrachte. Kraftschöpfen für die Rückfahrt, die am nächsten Tag anstand. :eek:

Am elften Reisetag hieß es schon Abschied nehmen, die Rückfahrt in Richtung Heimat. Bei dem heutigen Wetter fiel es mir allerdings schwer, Oberstdorf zu verlassen...



Aber es nutz nicht, der Weg ist noch weit und ich möchte noch eine Zwischenübernachtung unterwegs machen. Also los, rein ins WoMo und ab geht die Post! :)











Zunächst auf der Bundesstraße B 19 führte mein Weg über Sonthofen, Immenstadt in Richtung Kempten. Dann zogen sich die Berge aus meinem Blickfeld zurück und auf der Autobahn A 7 fuhr ich Kilometer um Kilometer gen Norden. Ich kam gut voran; Ulm, Heidenheim, Ellwangen, Feuchtwangen, Rothenburg ob der Tauber. Dann steuerte ich bei Marktbreit die Abfahrt an, verließ die Autobahn und fuhr nach Kitzingen am Main. Den Stellplatz am Mainufer kannte ich bereits. Es waren noch einmal sonnige 24 Grad Aussentemperatur hier am Main.



Der Stellplatz kostet 9,- € pro Nacht (Automat nimmt nur passende Beträge, aber es kommt auch jemand zum Kassieren am Wohnmobil vorbei
Strom: 0,50 €-Münzen!
WC-Container am Platz, V+E- Möglichkeit vorhanden.

Ich machte noch eine Runde durch Kitzingen und bereitete mich dann auf die letzte Etappe dieser Reise vor. :)


Tagesetappe Oberstdorf -> Kitzingen: 295 Kilometer
Gesamtsrecke bisher: 1134 Kilometer



Die letzte Etappe, am Donnerstag, 06. September, führte mich über die Autobahn A 7 dann nordwärts:



Durch die Rhön war der Verkehr erwartungsgemäss nicht sehr stark. Bei Fulda fuhr ich dann von der Autobahn ab und über "meine" Strecke über Bad Hersfeld, Bebra, Eschwege und Bad Sooden-Allendorf auf der Bundesstraße B 27 in Richtung Göttingen. Am frühen Nachmittag erreichte ich den heimatlichen Stellplatz vor meinem Wohnhaus gesund und ohne Blessuren. Ein schöner Urlaub ging damit zuende.


Tagesetappe Kitzingen nach Hause: 290 Kilometer
Gesamtstrecke der Reise: 1425 Kilometer


***** E N D E *****

leoline am 06 Okt 2018 14:48:54

Danke für den netten Bericht, hat mir wieder gut gefallen!

Julia10 am 06 Okt 2018 17:43:08

Frank, da hast Du ja eine schöne Reise gemacht. Danke für den Bericht und die Infos :) hat mir gut gefallen :ja:

Wohin gehts das nächste Mal :?:

Lancelot am 06 Okt 2018 18:24:22

frankjasper8 hat geschrieben:


Dieses vollklimatisierte Luxusgefährt lädt zu Stadtrundfahrten durch Rothenburg ein, des weiteren habe ich auch noch eine Pferdedroschke gesehen ..



Wir hatten in Rothenburg diese 2-Personen-Variante für eine Tour .... :gut:
Super bequem, in viele Ecken wären wir gar nicht allein hingekommen, äußerst netter und humorvoller Fahrer :ja:




Sehr schöner RB - wie immer bei Dir :!:
Vielen Dank fürs mitnehmen und beschreiben .... :dankeschoen:

frankjasper8 am 06 Okt 2018 20:51:49



Hallo Maja, Julia und Wolfgang!

Ihr drei seid ja schon Stamm-Mitfahrer auf meinen Reisen, danke auch diesmal für Eure Begleitung. :)

Julia10 hat geschrieben:Wohin gehts das nächste Mal :?:


Julia,
die Reisesaison 2018 ist für mich leider zuende. Ich habe erst im Dezember eine Woche vor den Weihnachtstagen wieder Urlaub, stehe ja noch im Sklavenleben :eek: und muß mich noch immer an die Urlaubsplanung halten. :cry:
Die nächste Tour wird es erst im kommenden Jahr wieder geben. Das Ziel ist noch nicht geplant, das geschieht bei mir immer relativ kurzfristig und richtet sich u.a. auch immer nach der Wetterkarte.
Mein WoMo muß jetzt im Oktober noch zur HU und Gasprüfung; ich hoffe, daß da nicht die große Überraschung auf mich zukommt und große Probleme auftreten. Aber beim Fahren habe ich eigentlich keine Probleme feststellen können. Nur, mit inzwischen 12 Jahren könnte ja die ein oder andere "Krankheit" schon mal auftreten. :roll:

Meine nächste Reise ist jetzt erst einmal auf dem Rechner, ich Reise mit Dir nach de Netherlands und nach Fronkraisch. Ich freue mich schon drauf! Hatte schon mal kurz reingeschaut, aber bei meinem Schreibstress am eigenen Bericht bin ich noch nicht sehr weit gekommen. :)


Lancelot hat geschrieben:Wir hatten in Rothenburg diese 2-Personen-Variante für eine Tour .... :gut:



Dazu kann ich noch ein Foto aus dem Jahr 2011 aus Rothenburg o.d.T. anbieten:



Das ist wohl ein Fan ungewöhnlicher Fahrzeuge... :)

bonjourelfie am 06 Okt 2018 21:44:13

Hallo Frank,

auch ich war die ganze Zeit dabei, hab mich ganz still in die hinterste Ecke verkrümelt und die Reise genossen. Vielen Dank für deine Mühe. Wir werden wohl demnächst auch noch mal losfahren, ich reserviere dir einen Platz.

LGElfie

harrymobil am 07 Okt 2018 13:14:08

wunderschöner Bericht, Frank :dankeschoen:
Da ich jede Ecke auch schon einmal angefahren habe, war die Mitreise um so schöner :ja:

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