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Reisebericht Französische Alpen, Provence und Cote d Azur 1, 2


lucy05 am 12 Okt 2018 17:18:27

3 Wochen waren wir unterwegs, wunderschön und sehr abwechslungreich war es! Die Französischen Alpen kennt kaum jemand als Urlaubsziel, höchstens im Winter oder halt den Mont Blanc. Wenn ich erzähle, wo ich war, werde ich die halbe Zeit gefragt, ob das das Gebirge an der Grenze zu Spanien ist 8) . Dass man die östliche Cote d'Azur nicht mit dem Wohnmobil besucht, wenn man Freude dran haben will, wussten wir vorher, haben aber eine Lösung dabei gehabt :)

Immer mit dabei: die beiden Aussies Grisu und Joey und die Shelties Smilla und Faye :mrgreen:




und los geht es:

Freitag 17.08.2018

Der Tag beginnt früh um 03:30Uhr (meine Arbeitszeiten rufen Reaktionen zwischen „Oh je, wie machst du das nur?“ und „hast du viel Freizeit!“ hervor…), arbeiten bis 10:00Uhr (ich mache ein wenig früher Feierabend), dann kurz Hunde bespaßen, das Wohnmobil fertig packen und mich von Frank verabschieden. Die erste Woche werde ich alleine mit den Hunden in den französischen Alpen unterwegs sein, Frank kommt mit dem Motorrad nach. Etwas mulmig ist mir schon, in der Gegend waren wir noch nie, hoffentlich kann man tatsächlich problemlos auf den Pässen übernachten und die Passstraßen sind nicht zu eng… Aber noch größer ist die Vorfreude auf die Berge.

Um 12:30Uhr starte ich Richtung Süden, unser Tagesziel liegt in der Nähe von Breisach, von wo aus es morgen nicht mehr weit bis zur Schweizer Grenze ist. Ein ruhiger Wald-Parkplatz wartet hier auf uns, nur 100m vom Rhein entfernt. Kein offizieller Stellplatz, aber sehr ruhig und mit schönen Spazierwegen drum herum.




Als wir gegen 18Uhr ankommen, drehe ich als erstes eine schnelle Runde mit den Hunden… und merke, wie unglaublich müde ich bin. Auf der Fahrt hat mich „Hummeldumm“ -das Hörbuch- beschäftigt, ist ja recht lustig und handelt immerhin von Urlaub. Aber jetzt könnte ich im Stehen einschlafen. Noch schnell etwas essen und ab ins Bett.


Samstag 18.8.2018

Ausgeschlafen wache ich um 05:00Uhr auf, es ist noch stockdüster. Bummelig den Tag beginnen, ein erster Kaffee… als es hell genug ist, laufen wir am Rhein entlang und schwenken irgendwann in den angrenzenden Wald ab für den Rückweg. Hier ist die Dürre noch deutlicher zu sehen, als bei uns Zuhause. Etliche Bäume sind schon im Herbstmodus, die Blätter braun und die jungen Birken sogar schon fast völlig blätterlos.






Gegen 08:00Uhr sind wir aufbruchbereit, heute soll es schon in die französischen Alpen südlich des Genfer Sees gehen. Die Fahrt zieht sich bis zu meinem Tagesziel, dem Col de Joux Plane, auf halbem Weg nach Samoens gelegen. Der WoMo-Führer erzählt von schmaler Straße, ich bin froh, mich dennoch getraut zu haben, im Vergleich zum kürzlich erlebten Südengland ist das hier ein Straßenbreiten-Träumchen! Bis auf wenige Ausnahmen passen WoMo und PKW problemlos aneinander vorbei und irgendwas über 3,5t darf hier eh nicht lang fahren. Auf dem Weg hoch fängt es an zu regnen und ich nehme aus den Augenwinkeln ein Schild wahr, irgendwas mit geschlossen und Fahrrädern…?! 200m weiter eine Vollbremsung an einer Schotterfläche, ich laufe durch den Regen zurück zum Schild: ja, morgen ist der Pass wegen eines Radrennens von 8 – 11:30Uhr gesperrt für alle außer eben Fahrradfahrern. Hm, noch weiter fahren wollte ich eigentlich nicht, zumal es mittlerweile schüttet wie aus Eimern. Der kleine Parkplatz oben am See auf der Passhöhe ist schön und an sich stört die Schließung ja auch nicht, denke ich mir. Entweder ich rolle vorher wieder runter oder ich gehe wandern und schaue mir hinterher das Radrennen an. Wir bleiben.
Gegen Abend wird das Wetter besser und wir spazieren noch hoch zum Aussichtspunkt. Auf der gegenüberliegenden Talseite mache ich dabei einen Weg entlang des Skiliftes aus für den morgigen Tag.




So 19.08.2018

Der Tag beginnt wolkenlos, so bleiben wir bis nach dem Radrennen, das sich als bummeliger Volksausflug entpuppt (irgendwas mit collect a col). Gegen 06:30Uhr spazieren wir der Piste folgend hoch zur Bergstation, was stellenweise doch sehr steil ist, so vor dem Frühstück und erst halb wach. Aber oben auf dem Grat angekommen ist die Aussicht ein Traum! Zum Mont Blanc blickt man und ist überhaupt umgeben von schönster Bergwelt im Morgenlicht.









Immer am Grat entlang spazieren wir weiter und am Ende über eine Kuhweide zurück zum Wohnmobil. Eine sehr lohnende Rundtour!






Frühstücken, spülen, ein Stündchen lesen… so eine Straßensperrung wirkt auch entschleunigend… Gegen 12Uhr steuern wir unser nächstes Ziel an: Samoens 1600. Der Ort besteht nur aus größeren unschönen Hotels, aber die scheinen im Sommer nicht wirklich belegt zu sein und der zugehörige Parkplatz ganz am Ende der Straße ist groß, ziemlich leer und kostenfrei. Auch übernachten könnte man hier sicher problemlos und nachts sehr ruhig. Wir folgen der Beschilderung hinauf zum Tete du Pre des Saix, was sich allerdings sehr steil gestaltet. Glücklicherweise liegt der Tete in dichten Wolken, das lohnt doch nicht ganz hinauf… Wir bleiben ein Weilchen auf der Wiese ein Stück unterhalb, die Hunde spielen, ich genieße die Aussicht.




Blöderweise werden die Wolken immer dichter, schließlich donnert es, wenn auch erst Mal nur auf der anderen Talseite. Wie gut, dass Grisu, unser 11,5 Jahre alter Senior und fast taub, davon kaum mehr etwas mitbekommt. Er hat Gewittern nie etwas abgewinnen können… Dennoch beeilen wir uns, zurück zum WoMo zu kommen, trocken bleiben wir.

Ein Tagesziel muss her. Da eine VE ganz nett wäre, entscheide ich mich für den offiziellen SP bei Le Reposoir, einem kleinen Örtchen mit nahem Kloster auf dem Weg zum Col de la Colombiere hinauf. Gegen Abend laufe ich mit Joey und Faye noch das Kloster suchen. Das Kloster wird heute noch von Nonnen bewohnt und ist angeblich nicht zu besichtigen. Dort angekommen hätte man wohl reingekonnt, aber vermutlich nicht mit 2 Hunden… So spazieren wir einfach nur noch ein Stück durch die schöne Umgebung.




Montag 20.08.2018

Im Morgengrauen eine kurze Löserunde mit den Hunden, schnell ver- und entsorgen, dann geht es die restlichen 7km den Berg hinauf zum Col de la Colombiere. Im WoMo-Führer steht, an einem sonnigen Sommertag braucht man sehr viel Glück, hier einen Parkplatz zu finden, aber alternativ hilft eindeutig auch, früh hier zu sein…! Um kurz nach 7Uhr sind wir aufbruchbereit und ich entscheide mich spontan für den Weg zum Lac de Preye, den man laut Wegweisern in 1:40h erreichen soll. Stetig bergauf geht es, aber bis auf geröllige Abschnitte ist es gut zu laufen und die Ausblicke wunderschön.





unten im Bild der kleine Parkplatz, dazu gäbe es noch kurze Parklücken an der Straße...





Immer weiter bis über die Baumgrenze geht es...




Oben am See wundere ich mich, wie viel hier schon los ist, aber einige haben mit Zelten rund um den See übernachtet.
Ganz oben am Grat sind wir noch nicht angekommen und es reizt schon… Grisu ist gut drauf, die Hunde vom See erfrischt, wir steigen also noch hinauf. Die Idee ist so semi-gut, es ist steil, geröllig… und da oben steht ein Steinbock! So 30m vor uns auf dem Grat. Sollten die nicht scheuer sein? Obwohl, mit diesen Hörnern wäre ich es wohl auch nicht…




Grisu hat den Steinbock blöderweise nicht bemerkt und latscht unbeirrt weiter. Der Steinbock steht da und guckt. Ich rufe… nichts, die taube Nuss hört mich ja nicht! Ich sehe Grisu schon durch die Luft katapultiert, wie aggressiv kann so ein Steinbock eigentlich werden? Ich werfe einen Stein Grisu hinterher, der neben ihm einschlägt, losrennen will ich auch nicht, wer weiß, was der Steinbock davon hält. Und ja, es funktioniert, Grisu sieht sich um und ich kann ihn heranwinken. Der Steinbock legt sich entspannt hin, genau am Ende des Weges auf dem Grat. Was nun? So kurz vor dem Ziel aufgeben? Ich binde die Hunde kurzerhand an einem Felsbrocken fest und nähere mich alleine langsam dem Steinbock. Den interessiert es tatsächlich Null, dass ich da 3m neben ihm herturne, einen raschen Blick ins Nachbartal werfe (ja, der Ausblick ist ganz hübsch) und dann zurück zu den Hunden flüchte. Eindrucksvoll war es aber schon!






Nach rund 3 Stunden sind wir wieder am WoMo, auf dem Rückweg kommen uns wahre Menschenmassen entgegen! Ich bin ganz froh, dass es für uns schon der Rückweg ist, denn richtig heiß ist es mittlerweile. Sämtliche Parkmöglichkeiten unten platzen nun tatsächlich aus allen Nähten. Fast ein schlechtes Gewissen habe ich, dass ich erst noch frühstücke, aber der Hunger ist groß. Als ich fahre, stehen 3 PKW in den Startlöchern, um sich meinen Parkplatz zu sichern, keine Ahnung, wer gewonnen hat…

Mein Zwischenziel für heute ist Albertville, schon alleine, weil ich tanken und einkaufen muss und ein größeres Städtchen da beste Möglichkeiten bietet. Die Hunde sind ziemlich platt, so nehme ich vom kostenfreien SP aus nur Joey mit hinunter ins Städtchen. Hm, und das soll so schön sein? Ok, es ist gerade Großbaustelle, die Haupteinkaufstraße komplett aufgerissen, und die Geschäfte haben Mittagsruhe, aber sah das auf Bildern nicht schöner aus?
Zurück am WoMo schnappe ich mir Faye, wir fahren ja noch ein Stück und so stabil ist ihre Blase noch nicht. Da fällt mir ein Wegweiser zur Altstadt auf, den Berg hinauf, schräg gegenüber vom WoMo-SP gelegen. Ah, deshalb fährt man hierher!! Die kleine Altstadt ist wirklich sehr schön, hat es sich ja doch gelohnt…!








Anschließend besuchen wir den nahen Carrefour mit Tankstelle und nehmen die restlichen Kilometer zum Col du Glandon bzw. dem angrenzenden Col de la Croix de Fer in Angriff. Der abschließende Anstieg zieht sich über 20km weit, teils auf sehr schmalen Straßen und immer sehr kurvig. Wirklich Spaß macht das nicht. Endlich am Col du Glandon angekommen, finden wir einen recht kleinen Schotterparkplatz vor, der aber erstaunlicherweise nur etwa zur Hälfte belegt ist. So wirklich heimelig ist es hier nicht, also fahren wir noch die rund 2,5km weiter zum Col de la Croix de Fer, der sehr viel größere Parkmöglichkeiten bietet, den schöneren Ausblick und nun um 15:30Uhr aus allen Nähten platzt! Unglaublich, was hier los ist!! Der WoMo-Führer nennt noch einen dritten Platz wenige Kilometer unterhalb an einem Stausee gelegen, aber erst mal kehren wir zum Col du Glandon zurück und gehen eine Runde spazieren. Angesichts der dunkler werdenden Wolken keine ganz so große, aber Hauptsache wir haben uns noch mal bewegt und die Aussicht ist wirklich schön.



Für die Nacht möchte ich mir auch den Platz am Stausee ansehen und der überzeugt: Sehr ruhig, schöne Sicht und man steht nicht wie auf dem Präsentierteller.




buddytours am 12 Okt 2018 18:03:15

Hallo Lucy05,
zum lesen bin ich noch nicht gekommen, aber die Fotos sind super schön, eine Landschaft in der man so manches vergessen kann, das lesen hol ich noch nach.
Gruß :respekt: :gut:

wolfherm am 12 Okt 2018 18:42:50

Super. Vielen Dank.

knutschkugel am 12 Okt 2018 20:31:24

Super schöne Bilder.....

Pius05 am 13 Okt 2018 09:22:03

Ich danke dir für den Bericht und die Bilder.

Sehr schön anzusehen.

Edgar

iwoi am 13 Okt 2018 10:02:29

Ich bin begeistert von den tollen Bildern. wirklich sehr interessant der Reisebericht.
Freue mich auf die Fortsetzung!

hennermobil am 13 Okt 2018 10:23:23

Danke für die schönen Fotos, diesen Teil Frankreichs kenne ich noch nicht. Freue mich auf weitere. :)

lucy05 am 13 Okt 2018 17:28:30

Danke für die netten Kommentare, da mache ich gerne weiter :)

Di 21.08.2018


Nach einem bummeligen Tagesstart erreichen wir um kurz nach 7 Uhr den wenige Kilometer oberhalb gelegenen Parkplatz am Col de la Croix de Fer, wo wir gestern keinen Parkplatz mehr bekamen. Ich wähle meinen Platz an diesem Morgen sorgfältig aus, um selbst im größten Parkchaos später noch wieder problemlos herunter zu kommen. Wir sind über 2000m hoch und doch ist es selbst so früh am Morgen schon sehr warm. Ich studiere auf dem Wanderwegweiser die angebotenen Ziele und entscheide mich für den Col de Bellard in 1:15h Entfernung. Der Anstieg ist nicht steil, die Aussicht ist toll und Steinböcke sind auch nicht in Sicht, so muss ein Tag beginnen.



30Minuten vor dem Ziel schlägt ein Wegweiser alternativ einen Rundweg über den Aussichtshügel L’Ouillon vor. Klingt gut und wenn man sich der Rundweg-Ausschilderung anvertraut, ist die Steigung sehr moderat. Umgekehrt hätte ich es nicht laufen wollen…!

Etwas unterhalb des Hügels liegt die Bergstation einer Wintersportbahn:



mit den Hundsis :mrgreen:




Der Rundblick von ganz oben ist phantastisch, wir rasten ein Weilchen, dann geht es den kürzeren steilen Weg wieder hinab zum Pass.










Nach knapp 3 Stunden sind wir wieder am WoMo, es ist nun 10Uhr und wie erwartet, ist nun alles komplett zugeparkt. In Ruhe frühstücken, dann auf die „nur mal schnell Fotos machen“-Frau warten, die ihr Auto quer vors WoMo gestellt hat (so viel zur idiotensicheren Platzwahl), dann kann es weiter gehen. Zwischenziele sind heute nicht geplant, auf direktem Wege geht es die 76km bis zum Col du Lautaret mit offiziellem WoMo-SP. Angesichts der Parkplatzsituation auf Pässen bin ich nicht sonderlich zuversichtlich, aber zur Not bliebe ja noch genug vom Tage übrig, sich ein Alternativziel zu suchen. Fast 2 Stunden brauche ich, das hatte ich allgemein wirklich unterschätzt, wie sich die Kilometer hier in den Bergen ziehen.

Der Stellplatz am Col du Lautaret ist zwar nicht gerade leer, aber ich finde noch problemlos einen Parkplatz



Leider (wenn man das so sagen darf) stelle ich beim Erkundungsspaziergang fest, dass alles, was oben auf dem Bild hinter dem Stellplatz liegt, Teil eines Nationalparks ist. Das bedeutet, dass die Hunde dort keine Pfote auf den Boden setzen dürfen, auch nicht angeleint. Schade, die interessanteren Wanderwege verlaufen alle dort... Wir spazieren noch ein wenig außerhalb des Nationalparks und verbringen ansonsten einen sehr ruhigen Nachmittag.








Mi 22.08.2018

Am Morgen klettern wir nur auf den Hügel neben dem Stellplatz mit Sicht auf den Gletscher, in den NP dürfen die Hunde ja nicht.



8km weiter bergauf erreichen wir den 2642m hohen Col du Galibier mit schöner Rundumsicht über die Bergwelt.






Wanderwege sind hier auf den ersten Blick keine (was ich 2 Wochen später revidiert habe :wink: ), also geht es alsbald weiter Richtung Col de L’Iseran, dessen Umgebung ich mir als Tagesziel ausgeguckt habe. Der liegt schon wieder ein Stück Richtung Norden, denn mit Frank werde ich mich am Samstag in der Schweiz treffen.

Da der Morgenspaziergang ja mehr oder weniger ausgefallen ist, halten wir spontan an einem Wanderparkplatz rund 18km vor der Passhöhe des Col de L’Iseran. Ich studiere auf dem Wanderwegweiser die Möglichkeiten und entscheide mich für den Lac de Soliet, sehr warm ist es, da tut den Hunden eine Abkühlung gut.

360 Höhenmeter geht es hinauf durch schönen Wald



Oben angekommen ist da nur leider kein See, der ist komplett ausgetrocknet. So folgen wir dem Wanderweg relativ eben noch weiter ins Nachbartal, bis wir schließlich unten auf das Flüsschen treffen. Der Wegweiser hier hat erfreulicherweise sogar einen alternativen Rückweg für uns, immer oberhalb der Fluss-Schlucht entlang geht es zurück ins Tal.




Nach rund 2,5 Stunden sind wir wieder am WoMo und stoppen nur wenige km weiter erneut. Das Bergdorf Bonneval-sur-Arc ist zwar überlaufen mit Touristen, aber wirklich ein Berg-Dörfchen wie aus dem Bilderbuch.








Nun geht es die restlichen Kilometer hinauf auf den 2770m hohen Col de L’Iseran. Unser WoMo war noch nie so hoch und ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals so hoch gewesen bin. Leider hat es mittlerweile zu regnen angefangen, da macht ein Anhalten in der Schotterwüste keinen Spaß, ich fahre direkt weiter. Auf dem Weg hinab ins Val d’Isere kommen wir an einem schönen Wanderparkplatz vorbei, ein schneller Blick: wir sind wieder am Rande eines Nationalparks, die Hunde dürfen hier keine Pfote auf den Boden setzen… schade.
Val d’Isere sieht wenig schön aus, ein Grund, hier auf dem offiziellen Stellplatz zu bleiben, erschließt sich mir nicht. Hm, langsam würde ich gerne irgendwo ankommen… Der nächste gut klingende Stellplatz im WoMo-Führer ist 44km entfernt, aber nun ja, so habe ich die Strecke morgen gespart und was will man im anhaltenden Regen groß anderes machen…

Angekommen in Les Chapieux auf dem Weg zum Col de Roseland hinauf, ist es wirklich toll (also bis auf den Regen jedenfalls). Eine große Wiese am Bach, viele WoMos, aber noch sehr viel mehr Platz und schöne ruhige Umgebung in einem Talkessel. Ich suche mir ein Plätzchen am Rand, das auch bei durchweichter Wiese möglichst hohe Chancen bietet, sich nicht festzufahren und ruhe mich aus, während draußen der Starkregen in ein Gewitter übergeht… Wie das Wetter die nächsten Tage wird ist völlig offen. Bislang habe ich mich überraschen lassen und heute habe ich schlicht „kein Netz“. Gegen Abend wird es trockener und wir erkunden noch etwas die Umgebung






Do 23.08.2018

Früh am Morgen steuere ich den 21km entfernten Col du Pre an, oberhalb des Stausees Lac de Roseland gelegen. Dabei passiere ich den Col de Roseland mit großem ebenen Parkplatz und Wanderwegweisern. Oh, denke ich mir, der wäre doch alternativ auch nett, fahre aber dummerweise weiter. Die Anfahrt vom Stausee hoch zum Pass ist eng, sehr eng! Noch ist es früh, aber was mache ich auf der Rücktour mit Gegenverkehr? Nun gut, wir sind oben, also laufen wir auch ein Stück. Den Mont Blanc könnte man theoretisch gut sehen, er ist im dunstigen Morgen-Gegenlicht aber kaum zu erkennen.



Nach gut einer Stunde bin ich wieder am WoMo, möchte nur die Strecke hinab zum See hinter mich bringen. Und ja, es ist nun recht viel Verkehr und einige Male sehr eng, trotz Zurücksetzen und Ausweichstellen nutzen, vor allem, als mir ein großer Milchtransporter entgegen kommt... Nie wieder!

Unten am See tief durchatmen und in Ruhe frühstücken…



was nun? Durch die vielen Kilometer gestern habe ich den Tag heute quasi gewonnen und tue das, was ich schon vor 2 Stunden hätte tun sollen: ich fahre die wenigen Kilometer zurück hinauf zum Col de Roseland und verbringe den restlichen Tag und auch die Nacht hier.
Gegen Mittag spazieren wir von der Passhöhe aus los, trotz dunkler Wolken, die sich aber erfreulicherweise immer mehr auflösen. Es gibt an sich nur einen Weg, der sich erst eine gute halbe Stunde topfeben um den Hügel herum zieht und dann in einer Gabelung zu 2 Seiten in die Berge hoch führt. Spontan entscheide ich mich für „links“ und es geht direkt kräftig bergauf.



Wir folgen dem Pfad mit kleinen Pausen immer weiter hinauf, bis schließlich nur noch Geröll und Felsen vor uns liegen. Weit ist es nicht mehr bis zum Klamm, da möchte man doch auch ganz oben ankommen. Nur sieht es leider nicht so aus, als ginge das ganz ohne Kletterei. Grisu kann allerdings mit seinen Bandscheibenvorfällen kaum mehr als 25cm Höhenunterschied schmerzfrei bewältigen, selbst für das Wohnmobil braucht er eine Einstiegshilfe… Es ist sehr schön, wie gut er drauf ist und alles fröhlich mitmacht in diesem Urlaub, das brauchen wir aber nun nicht kaputt machen…





Wir machen eine Pause, laufen dann unentschlossen langsam weiter hoch… Da kommt uns von oben eine Gruppe entgegen und nimmt sichtlich alles zu Hilfe, um sich über die Felsbrocken herab zu lassen. Schade ist es zwar schon, so kurz vor dem Ziel umzudrehen, aber das brauchen wir gar nicht erst versuchen. Und der Rest der Landschaft ist ja auch sehr eindrucksvoll, tröste ich mich.





Auf dem Rückweg erklimmen wir noch einen Aussichtshügel für eine Rast und erreichen so nach gut 4 Stunden wieder das Wohnmobil. Wir sind ziemlich platt, beim Blick zurück ist es schon ein erstaunliches Gefühl, wie hoch wir gelaufen sind.

Froh über das Wasser...




Netz habe ich auch hier nicht, also wieder kein Wetterbericht. Frank hat das mit den Netzproblemen in den letzten Tagen ja schon mitbekommen, so dass er hoffentlich nicht gleich eine Vermisstenmeldung aufgibt…




Freitag 24.08.2018

In der Nacht hat es gewittert und in Strömen geregnet, erst gegen halb 8 beruhigt sich das Wetter und ich starte zu einer bummeligen Morgenrunde mit den Hunden. Aber die Stimmung ist sehr schön!










2 Stunden später starten wir Richtung Schweiz. Vorbei am Stausee



dann hinauf nach Chamonix Mont Blanc. Nette Stellplätze tun sich hier nicht auf, also fahren wir noch das Stück weiter in die Schweiz zum Stellplatz an einer Therme bei Lavey. Das große Parkgelände erstreckt sich entlang einer kaum befahrenen Straße, auf dem letzten der Parkplätze dürfen auch WoMos stehen, zwischen Wald und Flüsschen. Das ist durchaus in Ordnung, wir spazieren noch etwas am Fluss entlang, die Hunde haben Spaß in angrenzenden Teichen und die Nacht ist ruhig.



Morgen treffen wir Frank am südlichen Rand des Bieler Sees, so als Kompromiss, das sind schon genug Kilometer, die er am Stück mit dem Motorrad zurück legen muss.

Die Woche alleine unterwegs hatte viele schöne Momente, tolle Ausblicke und lohnende Wanderungen. Aber ich habe Entfernungen doch unterschätzt, mehr als 40km im Schnitt pro Stunde waren in den Bergen kaum drin. Etwas weniger Strecke wäre im Nachhinein sinnvoller gewesen. In Gedanken plane ich ja schon fürs nächste Jahr eine Rundtour Französische Alpen / Aosta-Tal und Wallis / Berner Oberland…

Jetzt freue ich mich erst Mal darauf, dass Frank morgen zu uns stößt und wir die weiteren Erlebnisse teilen können.

lucy05 am 13 Okt 2018 18:07:07

Und noch ein dritter Teil :)

Sa 25.08.2018

Der Tag beginnt mit dichten Wolken und die bleiben uns inklusive etwas Nieselregen den ganzen Tag erhalten. Von Frank erfahre ich später, „mein“ Wetter war noch gut, bis zur Schweizer Grenze hat es geschüttet wie aus Eimern. Der Arme kam ganz schön nass und durchgefroren an.

Nach dem Frühstück fahren wir die recht kurze Strecke bis Avenche, das zu Zeiten des römischen Imperiums Aventicum hieß und eine sehr florierende Stadt nahe des Murtensees war. Römische Hinterlassenschaften findet man noch einige im Umkreis. Ich laufe mit Faye durch die hübsche kleine Altstadt mit römischem Amphitheater, dann geht es mit allen Hunden durch die angrenzenden Felder, Römer-Überbleibsel suchen. Der Spaziergang macht richtig Spaß, trotz der dicken Wolken.





Nun sind es nur noch 20km bis zum ACSI-Camping am Bieler See bei Le Landeron, wo wir uns heute Mittag treffen wollen. Frank braucht aber noch ein Weilchen… In Ruhe einkaufen, dann endlich ist er da, zwar durchgefroren und nass, aber wie schön, ihn heil hier zu haben. Am späten Nachmittag laufen wir ein wenig am See entlang und dann auch Richtung Altstadt, hier ist Mittelaltermarkt. Nicht uninteressant, aber der Eintritt ist sehr teuer und Frank müde und unsere Mittelalter-Affinität hält sich in Grenzen… So machen wir uns stattdessen einen schönen ruhigen Abend auf dem Campingplatz.


So 26.08.2018


Ich werfe Frank aus dem Bett, endlich „darf“ er mich begleiten morgens. Er ist auch total begeistert, also zumindest soweit es seine Bettschwere zulässt und wenn man „begeistert“ etwas großzügiger auslegt… Aber die Sonne lacht, die sehr hübsche Altstadt (wirklich perfekt für einen Mittelaltermarkt) ist nun ohne Eintritt zu besichtigen und der See dampft im Morgenlicht.






Frank hat sich eine Motorrad-Strecke ausgeguckt, ich folge dem Navi auf direktem Wege zur Gorge du Pont du Diable. Schnell bin ich via Autobahn am Genfer See, dann gefühlt endlos am See entlang durch zahlreiche Örtchen und schließlich die paar Kilometer hinauf bis zur Schlucht.

der Genfer See




Frank ist noch nicht an der Schlucht angekommen, so gehe ich ein Stück mit den Hunden spazieren, mit in die Schlucht sollen sie nicht.
Die Schlucht ist nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen, extra für uns auch in Englisch. Ich kann mit stark eingerostetem Schul-Französisch aufwarten, Frank versteht Bonjour und Merci. Und ja, Baguette und Croissant und er weiß was Mont Blanc übersetzt heißt. Das war es aber dann aber auch schon.
Die Schlucht ist eindrucksvoll und sehenswert, in der letzten Eiszeit polterten riesige Felsbrocken auf sie herab und man hofft beim Durchlaufen nur, dass sie die nächste halbe Stunde auch noch durchhalten, so abenteuerlich, wie sie sich verkeilt haben. Leider ist der zu besichtigende Teil der Schlucht nur sehr kurz.



die namensgebende Teufelsbrücke





die Schlucht kann schon seit über 100 Jahren besichtigt werden. Im Bild sieht man die Stufen des früheren Besucherweges, der war mal nicht so komfortabel...






Weitere Zwischenziele haben wir nicht mehr und steuern den Col de Joux Plane an, wo ich vor einer Woche schon übernachtet habe. Aber es war schön genug, um das nun mit Frank zu wiederholen. Wir wandern auch heute zum Aussichtspunkt hinauf, Gewitter sind keine in Sicht, warm und sonnig ist es mit toller Aussicht bis zum Mont Blanc. Letzte Nacht hat es offensichtlich hoch oben geschneit, die Alpen nähern sich der kalten Jahreszeit…

Auf dem Weg hinauf wächst da plötzlich hinter einem Grashügel eine Ziege aus dem Boden! Fayes Reaktion (ganz unten im Bild) war gut: sofort umdrehen...



och, was riecht das hier interessant... wenn ich die Ziege nicht sehe, sieht sie mich auch nicht...





doofe Joey gönnt einem gar nichts :twisted:








Auch in den nächsten 1-2 Tagen folgen wir noch meinen Spuren aus der Vorwoche, dann geht es weiter Richtung Süden und in die Provence…


Montag 27.08.2018


Überraschend freiwillig begleitet mich Frank zum Morgenspaziergang, auch dieser eine Wiederholung aus der Vorwoche. Diesmal allerdings in umgekehrter Reihenfolge beginnend mit dem Aufstieg über die Kuhweide zum Grat, da dies doch deutlich weniger anstrengend ist. Das Wetter ist toll, die Ausblicke auch, Frank ist froh, mitgekommen zu sein :) . Ich war allerdings etwas fotofaul :wink:




Albertville sieht uns auch heute wieder, Frank sucht sich eine Motorradtour, ich fahre auf direktem Wege hin. Nach dem gemeinsamen Altstadtbummel und einkaufen ist es bereits 15Uhr, große Lust, noch weiter zu fahren, haben wir beide nicht. Der Stellplatz ist auch wirklich in Ordnung, ruhig, kostenfrei und in 3 Minuten ist man zu Fuß in der Altstadt.










Mit den Hunden geht es noch hinab zum sehr trocken gelegten Flüsschen hinab, dann lassen wir den Tag zusammen ruhig ausklingen.




Dienstag 28.08.2018

Um 6Uhr bin ich wach, die Welt draußen ist noch recht dunkel. Frank dreht sich noch mal rum, so starte ich alleine zum Morgenspaziergang mit den Hunden. An der Kirche in der Altstadt vorbei erreicht man oberhalb Wanderwege, die durch Wälder und kleine Dörfer führen. Nicht spektakulär, aber ruhig und es ist auch mal wieder schön, im Wald unterwegs zu sein.




Frank hat heute eine große Pässetour geplant. Über den Col de la Madelaine, Col du Glandon, Col de la Croix der Fer, Alp d’Huez und den Col de Lautaret und Galibier. Hier, also am WoMo-Stellplatz des Col du Lautaret, wollen wir uns am Ende treffen und besprechen, wo wir übernachten möchten. Ich fahre die schnellste und sehr bequeme Route durchs Tal und nehme so nur den Anstieg zum Col du Galibier/Lautaret mit.

Auf dem Weg hinauf nehme ich den Tipp aus dem WoMo-Führer dankbar an und halte an einem Schotterplatz am Straßenrand, von wo aus ein Weg relativ eben entlang eines Flüsschens in die Bergwelt führt. Sehr warm ist es, die Hunde wissen das uns begleitende Wasser sehr zu schätzen.



Wir folgen schließlich noch einem steilen Wirtschaftsweg hinauf, um vor dem Rückweg noch ein wenig mehr Aussicht zu haben.








Aussicht hat man dann gut 10km weiter auf dem Col du Galibier natürlich mehr als genug. 2642m hoch ist er, hier habe ich ja vor einer Woche am frühen Morgen schon einen kurzen Halt eingelegt. Der Platz kurz hinter der Passhöhe mit dem „Obelisken“ fällt mir dabei auf, hier führt doch tatsächlich ein Wanderweg noch ein Stück den Berg hinauf, hatte ich letzte Woche gar nicht gesehen. Unten am Col du Lautaret ist ja Naturschutzgebiet und das dürfen Hunde nicht betreten… Wäre der Obelisken-Platz nicht was für die Nacht?

Oh ja!



Kaum die knapp 8km ein Stück weiter unten auf dem verabredeten Treffpunkt am Col du Lautaret angekommen, ruft Frank an, er ist nun auf dem Col du Galibier. Ich erzähle ihm vom Obelisken und 15 Minuten später treffen wir uns dort. Er ist ziemlich begeistert von seiner Tour heute und möchte gerne hier oben für die Nacht bleiben. Er hat auch schnell eine perfekte Nachmittags-Beschäftigung gefunden, stellt sich einen Liegestuhl raus und betrachtet und kommentiert die vorbei fahrenden Motorräder und interessanten Autos…

Gegen Abend folgen wir dem Wanderweg ein Stück, laufen aber nicht ganz hinauf. Die Blicke sind toll, allerdings befindet man sich an der Grenze jeglicher Vegetation und läuft in erster Linie durch Geröll.










frankjasper8 am 13 Okt 2018 20:35:43

Oh, ist das schööön! :)

Das sind ja wirklich supertolle Fotos! Ich bin total sprachlos, mir fehlen glatt die Worte.
Ich fühle mich, als wäre ich live dabei! :)

Besonders das Bild mit dem Steinbock gefällt mir ganz toll, da hast Du echt Glück gehabt. Aber die anderen Fotos sind auch klasse.
Vielen, vielen Dank für diesen lebendigen Bericht!

Ein dickes "Positiv" ist Dir sicher!

Anne42 am 13 Okt 2018 21:43:39

ich bin auch restlos begeistert, ganz herzlichen Dank!!!!!!!!!!!!!!!!!!

harrymobil am 14 Okt 2018 09:53:34

wow super, meinen :respekt: und wirklich schöne Bilder :!:

Stefan-Claudia am 14 Okt 2018 11:20:36

vielen Dank dafür, das Du die tollen Fotos hier einstellst!

Heraline am 14 Okt 2018 12:00:24

Mal ganz davon abgesehen, dass mir sowieso das Herz aufgeht da mein erster Hund ein Shelti-Mix war, ist es zudem ein wunderschöner Reisebericht mit genialen Bildern!

Vielen lieben Dank dafür!

Connie

lucy05 am 14 Okt 2018 14:48:52

Danke euch :) ! Und ja, Shelties sind schon großartige kleine Hunde, aktiv, nett und sehr unkompliziert (wenn auch etwas gesprächig :roll: ). Ich wundere mich immer, dass man sie so selten sieht...

Die nächsten Tage, nun geht es langsam weiter in die Provence

Mi 29.08.2018

Ein paar Wolken befinden sich früh am Morgen ziemlich genau auf Höhe des Wohnmobils über dem angrenzenden Tal und ziehen die Hänge herauf. Wir laufen dennoch gegen 7 Uhr bis ganz hinauf zum höchsten Punkt, den man durch die Geröllwüste bergauf erreichen kann. Der Blick ist atemberaubend…!!







Selbst die Passhöhe ist ein gutes Stück unter uns und wie viele Gletscher nun zu sehen sind…! So um die 2900m hoch müssten wir sein.





In Ruhe den Kaffee austrinken, dann gaaanz vorsichtig wieder runter. Warum sind diese steilen gerölligen Wege abwärts eigentlich viel schwerer zu laufen? Hinauf ist alles gut, aber hinab habe ich permanent das Gefühl, mit dem nächsten Schritt schlittere ist auf einer dünnen Steinlawine Richtung Tal…




Nach dem Frühstück geht es die Passstraße Richtung Briancon wieder hinab, ein Träumchen! Jedenfalls aus WoMo-Sicht, wann kann man schon mal aus der Höhe eine Passstraße entspannt im 5. Gang herunter rollen? Briancon lassen wir aus und fahren stattdessen zu einer anderen Festungsstadt: Mont-Dauphin. Auch diese wurde von Vaubant, dem berühmten Festungsbauer des Sonnenkönigs, geplant und erbauen lassen. Wie vom WoMo-Führer versprochen, finden kaum Besucher hierher, auch der große Parkplatz wäre ruhig und übernachtungsgeeignet. Wir streifen erst etwas um die Festungsmauern herum, bummeln dann noch etwas durch das kleine Örtchen im Inneren. Spektakulär ist es nicht gerade, aber in Kombination mit den schönen Ausblicken und den Eisdielen ein lohnendes Zwischenziel.








Eigentlich war nun ein Besuch der recht großen Stadt Gap geplant, aber das Thermometer zeigt mittlerweile über 30 Grad an und große Lust auf einen Innenstadt-Bummel haben wir beide nicht. Also nur schnell einkaufen und einen Blick auf mögliche Tagesziele werfen. Ein naher sehr günstiger kleiner Campingplatz in Tallard klingt gut und ist es auch. Schöne große und grüne Stellplätze am Rande eines netten Örtchens und bewaldeter Hügel, wofür wir (dank ACSI) alles in allem gerade mal 11,40€ bezahlen (die 40 Cent sind Kurtaxe). Sogar das benachbarte kommunale Freibad wäre kostenfrei mit drin, ebenso die Hunde. Es ist erst früher Nachmittag, wir haben allerdings wenig Elan, noch etwas zu unternehmen und verbringen den Rest des Tages dösend im Liegestuhl.


Donnerstag 30.08.2018

Heute geht es in die Provence. Ich habe tatsächlich kaum Vorstellungen von diesem Landstrich. Ok, alte Örtchen und Lavendel. Aber ob es bergig ist? Dicht besiedelt? Mediterran geprägt?

Unser erster Kontakt ist Sisteron, ein altes Festungsstädtchen und eines der Tore zur Provence. Die Altstadt erstreckt sich unterhalb der Zitadelle zum Fluss Durance hin hinab, auch wenn die Häuser unter den hohen Felsen auf der gegenüberliegenden Flussseite sicher das bekanntere Motiv sind.



Wir parken oben beim Friedhof, das hätte auch einen prima Übernachtungsplatz abgegeben, und erkunden die Gassen der Altstadt. Einige interessante Läden und ja, viel Lavendel in diversen Ausführungen zum Verkauf, so wirklich mediterran fühlt es sich nicht an, aber ein Bummel lohnt.

Weiter geht es Richtung Süden, unser nächstes Ziel ist Mées, genauer die Felsformationen „Büßer der Mées“, die aus zu Stein erstarrten Mönchen bestehen, da sie hübsche Frauen angegafft haben… Vielleicht jedenfalls. Eigentlich ist es uns zu heiß für eine Wanderung, aber vom Parkplatz aus startet eine 4km lange Rundtour, die direkt sehr kurzweilig beginnt. Durch das hübsche Örtchen mit engen alten Gassen geht es bergauf, die Kiesel der Büßer von Mées findet man auch hier als Baumaterial wieder.







An einer Kapelle vorbei laufen wir weiter hinauf und schon ist man mit tollen Blicken oben auf den Häuptern der Mönche.








Wir laufen den ganzen Rundweg und es wäre sehr schade gewesen, ihn verpasst zu haben. Immer wieder tolle Blicke über Felsformationen und Umland und am Ende zurück durch ein hübsches Eichen-Misch-Wäldchen. Der Weg ist perfekt ausgeschildert, verlaufen kann man sich nicht.

Unser Tagesziel ist ein kleiner Campingplatz bei Moustiers Ste Marie, in der Nähe der Verdon-Schlucht gelegen. Moustier Ste Marie gilt als das schönste Örtchen der Provence, zumindest behaupten das die Reiseführer, die sich ebenso einig sind, dass es heillos von Touristen überlaufen ist. Also ein guter Grund, erst am Abend in die Richtung zu spazieren, vom Campingplatz aus gute 15 Minuten auf einem Spazierweg zwischen Gärten entlang. Und ja, auch wenn es vielleicht je nach Betrachter nicht das hübscheste Dorf der Provence ist, es dürfte dem doch schon sehr nahe kommen. Die Lage vor den hohen Felsen unterstreicht dies noch.







Wir laufen noch zur Kapelle mit schönem Blick über den Ort




Spät grillen wir noch, war viel heute, auch wenn es viel Schönes war. Morgen steht dafür nichts weiter auf dem Plan, als die nahe Verdon-Schlucht umrunden, eher ein Ruhetag.


Freitag 31.08.2018


Ganz so sehr ein Ruhetag war es dann doch nicht, aber sehr eindrucksvoll!

Der Morgen beginnt bewölkt, ich folge mit den Hunden dem Wanderweg, der sich direkt hinter dem Campingplatz den Hügel herauf schlängelt. Duftende Pinien, Olivenbäume, viel Gestrüpp und ab und an ein Haus in hellen Natursteinen. Ja, das fühlt sich nun tatsächlich recht mediterran an. Ich war sehr fotofaul, aber der Kaktus musste festgehalten werden :mrgreen:



Erst gegen 11:30Uhr sind wir abfahrbereit, aber wir wollen ja auch nur den unteren Teil der Verdon-Schlucht umrunden, um am Ende wieder, nur wenige Kilometer entfernt von Moustier, am Lac de Ste Croix zu landen. Rund 100km, für die wir recht überraschend 5,5 Stunden brauchen! Nicht weil die Strecke so schlecht zu fahren wäre, aber man kommt kaum einen Kilometer weit, ohne wieder anhalten zu müssen, um die Aussicht zu bestaunen! Wir haben ja nun schon einige Schluchten gesehen, aber die Verdon-Schlucht ist die bislang eindrucksvollste!

der Lac de Ste Croix:



und die Verdon-Schlucht. Man kann auch hindurch wandern, aber was wir im Vorfeld gelesen hatten, schien mir doch sehr weit und anstrengend und schwierig mit Hunden umsetzbar.





In Trigance, einem kleinen alten hübschen Städtchen, legen wir nach gut der Hälfte der Strecke noch einen Bummel ein






Gegen 17Uhr erreichen wir Les Salles am See, eigentlich um auf dem offiziellen kostenfreien WoMo-SP die Nacht zu verbringen. Der Schotterplatz ist allerdings dermaßen unwohnlich und direkt an der Straße, dass wir stattdessen erneut auf einen Campingplatz gehen. Der kommunale Camping Les Ruisses ist recht einfach, eigentlich auch günstig (nur die Hunde kosten zu viel) und nur 200m vom See entfernt (und weiter wollen wir heute einfach nicht mehr fahren, auch wenn wir den Campingplatz nicht unbedingt als schön weiter empfehlen können…) Wir dösen eine Runde im Liegestuhl und gehen dann noch an den nahen See. Sehr warm ist das Wasser, Frank schwimmt, die Aussies auch, die Shelties toben kläffend am Ufer rum… Aber es ist kaum etwas los, stören dürften wir niemanden.




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