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Concorde 720 XR Unfall mit Langholz LKW 1, 2, 3, 4


Oldie65 am 24 Okt 2018 11:02:54

Hallo miteinander,
ich bin neu hier im Forum und hoffe auf Ratschläge und regen aber sachlich fairen Austausch.
Als Fahrer meines Wohnmobils Concorde 720 XR EZ1999 befuhr ich die Landstraße von.. in Fahrtrichtung... Auf Höhe der Autobahnauffahrt.. zur A.. befanden sich auf der separaten Linksabbiegerspur der Langholztransport LKW mit selbst lenkendem Nachläufer sowie weitere PKW´s. Ich befuhr zu diesem Zeitpunkt den für mich freien rechten Fahrstreifen. Der Langholztransport LKW setzte sich dann zum Abbiegen auf die Auffahrt zur A.. in Fahrtrichtung.. geradeaus in Bewegung, nachdem sich Ihm kein Gegenverkehr mehr näherte. Er leitete dann denn Abbiegevorgang von der Landstraße auf die Auffahrt ein, wobei die Auffahrt in einem sehr spitzen Winkel von ca. 90 Grad zur Landstraße verläuft. Hierbei scherte das geladene Langholz (Fichtenstämme) im Bereich dieser Abzweigung dann weit nach rechts heraus und ragte dabei in unsere Geradeausspur der rechts verlaufenden separaten Fahrbahn Lxx hinein. Trotz sofortiger Gefahrenbremsung und einlenken nach rechts, konnte die Kollision nicht mehr verhindert werden. Da der LKW unbeirrt seine Fahrt fortsetzte, konnte ich nach kurzem "Durchatmen" sowie freier Fahrt auch auf die Auffahrt auffahren, um dem LKW zu folgen. Nach ca. einem Kilometer auf der Autobahn Axx konnte ich den LKW einholen und dem Fahrer durch Handzeichen signalisieren, dass wir beide auf dem nächsten Parkplatz abfahren.Der LKW Fahrer und ich haben uns hier darauf verständigt die Polizei zur Aufnahme des Unfalls zu benachrichtigen. Es wurden Bilder von der Beschädigung an unserem WOMO sowie dem „Schaden“ an einem Fichtenstamm und dem Längenmaß angefertigt. Laut Beamten sei der LKW ordnungsgemäß und mit erforderlichen Genehmigungen unterwegs. Ihre Einschätzung somit läge das Verschulden bei mir...?

Eigene Notizen: LKW hatte 25 Meter Länge, Schild Ladung schwenkt aus montiert und gelbes Blinklicht auf Motorwagen an. Stämme ragen ca. 7 Meter vom Drehmittelpunkt bzw. ca. 5 Meter ab Ende des Nachläufers nach hinten heraus.

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Dank im Voraus für die hoffentlich zahlreiche Hilfe.

Mfg W.H.

peter1130 am 24 Okt 2018 11:09:42

Nach meinen Erfahrungen ( bin kein Anwalt) würde ich sagen hast du mindestens eine Teilschuld da du innerhalb des Bereichs den du einsehen kannst anhalten können musst. Ansonsten bist du mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs.

Ich vermute mal das du den Schaden selbst trägst.

spinnerei am 24 Okt 2018 11:24:18

Ich würde diese Fragestellung mal im Verkehrsportal einstellen, da sind einige Experten untewegs, die sich im Verkehrsrecht gut auskennen.

Wobei dieser Fall sicher so ist, daß Du 5 Anwälte fragen kannst und mindestens grundverschiedene Antworten bekommst.

pipo am 24 Okt 2018 11:40:04

Ein Fall für die Vollkasko. Ich glaube auch, dass der Fahrfehler bei Dir liegt. Du hast die Situation falsch eingeschätzt.

RolWi am 24 Okt 2018 12:35:46

Dazu § 38 StVO:

(3) Gelbes Blinklicht warnt vor Gefahren. Es kann ortsfest oder von Fahrzeugen aus verwendet werden. Die Verwendung von Fahrzeugen aus ist nur zulässig, um vor Arbeits- oder Unfallstellen, vor ungewöhnlich langsam fahrenden Fahrzeugen oder vor Fahrzeugen mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung zu warnen.

Nicht jeder darf ohne weiteres gelbe Kennleuchten im Straßenverkehr benutzen. Dazu steht in § 52 StVZO:

(4) Mit einer oder, wenn die horizontale und vertikale Sichtbarkeit (geometrische Sichtbarkeit) es erfordert, mehreren Kennleuchten für gelbes Blinklicht (Rundumlicht) dürfen ausgerüstet sein:

Fahrzeuge, die dem Bau, der Unterhaltung oder Reinigung von Straßen oder von Anlagen im Straßenraum oder die der Müllabfuhr dienen und durch rot-weiße Warnmarkierungen (Sicherheitskennzeichnung), die dem Normblatt DIN 30 710, Ausgabe März 1990, entsprechen müssen, gekennzeichnet sind,
Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart oder Einrichtung zur Pannenhilfe geeignet und nach dem Fahrzeugschein als Pannenhilfsfahrzeug anerkannt sind. Die Zulassungsbehörde kann zur Vorbereitung ihrer Entscheidung die Beibringung des Gutachtens eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfers für den Kraftfahrzeugverkehr darüber anordnen, ob das Kraftfahrzeug nach seiner Bauart oder Einrichtung zur Pannenhilfe geeignet ist. Die Anerkennung ist nur zulässig für Fahrzeuge von Betrieben, die gewerblich oder innerbetrieblich Pannenhilfe leisten, von Automobilclubs und von Verbänden des Verkehrsgewerbes und der Autoversicherer,
Fahrzeuge mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung, sofern die genehmigende Behörde die Führung der Kennleuchten vorgeschrieben hat,
Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Ausrüstung als Schwer- oder Großraumtransport-Begleitfahrzeuge ausgerüstet und nach dem Fahrzeugschein anerkannt sind. Andere Begleitfahrzeuge dürfen mit abnehmbaren Kennleuchten ausgerüstet sein, sofern die genehmigende Behörde die Führung der Kennleuchten vorgeschrieben hat.

Jetzt bin ich auch kein Anwalt, sehe es aber so, dass du leider die Situation unterschätzt hast, als der lange LKW abgebogen ist, was mit seiner Ladung geschieht.
Verdammt ärgerlich, allemal. Gut ist eigentlich nur, dass nicht noch mehr passiert ist.
Aber vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung auch falsch, ich finde das allerdings spannend, da ich denke, das einem sowas passiert, davon kann sich wohl keiner freisprechen.

Viel Glück
Roland

babenhausen am 24 Okt 2018 13:01:17

Lasse die mal einen Anwalt lesen :

--> Link

Der soll sich auch die Ausnahmegenehmigung de Sattelzuges für die Überlange von der Zula ansehen ob der wie von dir beschriebene Überhang auch so genehmigt war.

nicht immer ist alles eingehalten wenn nur die länge stimmt

und wenn du am Ende nur 50% der Kosten bekommst

Bodimobil am 24 Okt 2018 13:20:54

babenhausen hat geschrieben:Der soll sich auch die Ausnahmegenehmigung de Sattelzuges für die Überlange von der Zula ansehen ob der wie von dir beschriebene Überhang auch so genehmigt war.


Dass eine Genehmigung vorliegt davon kann man bei einem Langholz Fahrzeug ausgehen. Anders wäre es bei einem Fahrzeug das "ausnahmsweise" mit überhängender Last fährt. Und die Polizei hat doch vor Ort festgestellt, dass an dem Transport alles in Ordnung ist.
Ich bin der gleichen Meinung wie auch andere: Die Anwaltskosten kannst du dir sparen und dich direkt mit der Vollkasko in Verbindung setzen.

Gruß Andreas

topolino666 am 24 Okt 2018 13:25:18

Zur Vollkasko - aus dem Paralleltröd:

Oldie65 hat geschrieben:Die Frage zur Vollkasko ja/nein bei einem 20 Jahre altem Womo, hatte ich vor 5 Jahren aufgrund der Prämie nicht abgeschlossen.

pipo am 24 Okt 2018 13:59:12

Unter den Umständen ist das mal richtig schief gelaufen :roll:

thomas56 am 24 Okt 2018 14:03:25

Habt ihr mal betrachtet, was mit dem Schadensfreiheitsrabatt passiert? Einen Rabattretter wie für PKW gibt es für Womos nicht und deswegen würde ich meine Kasko die ich auf Grund des Fahrzeugalters als Bagatelle ansehe, gar nicht einschalten.

peter1130 am 24 Okt 2018 14:07:23

Wenn der Holzlkw vorschriftsmäßig ( hat die Polizei ja festgestellt) unterwegs war zahlste den Schaden selbst da du wie gesagt wohl ne Teilschuld haben wirst. Hol dir ne Rechtsberatung dann bist du schlauer.

babenhausen am 24 Okt 2018 14:40:51

Wenn der Holzlkw vorschriftsmäßig ( hat die Polizei ja festgestellt) unterwegs war zahlste den Schaden selbst da du wie gesagt wohl ne Teilschuld haben wirs



genau das Gegenteil davon steht im Urteil des OLG Stuttgart siehe obiger link
Zitat daraus

Beachtet der Führer eines Sattelzuges mit Auflieger beim Abbiegen nach links nicht, dass der Sattelzug nach rechts auf die rechte Fahrbahn ausschert und kommt es zu einem Schaden an einem rechts überholenden Fahrzeug, dann haftet der Abbiegende dafür zu 100 Prozent...


demnach müsste die Versicherung des Sattelzugs aufkommen

rkopka am 24 Okt 2018 14:42:59

peter1130 hat geschrieben:Nach meinen Erfahrungen ( bin kein Anwalt) würde ich sagen hast du mindestens eine Teilschuld da du innerhalb des Bereichs den du einsehen kannst anhalten können musst. Ansonsten bist du mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs.

Das kommen aber dann Fragen zu Variationen so eines Unfalls, wie die behandelt würden:

a) Man steht neben dem LKW und der drückt einem hinten rein - da wäre wohl der LKW schuld
b) Man fährt neben dem LKW und der drückt einem hinten rein, weil er losfährt, während man vorbeifährt - wie weit muß ich schon am LKW oder parallel zum LKW sein, damit man keine Schuld hat. Sonst müßte man ja immer stehenbleiben, weil man nicht weiß, wann er losfährt.
c) Man fährt neben dem LKW und der drückt einem hinten rein, weil er losfährt, kurz bevor man vorbeifährt - hier stellt sich auch die Frage, muß ich da im Schneckengang fahren ? Der LKW ist jetzt nicht so der Raser, aber wenn er plötzlich losfährt, kann recht schnell die Spur gesperrt sein. Das kann man IMHO nicht mit dem Fahren auf Sicht vergleichen, da das Hindernis von der Seite und plötzlich kommt. Das wäre ja wie ein Fußgänger der zwischen 2 Fahrzeugen auf die Straße springt. Wenn man auf so was immer gefaßt sein muß, kann man in der Stadt kaum fahren !?
d) der LKW biegt ab, sperrt die Spur und ich habe genug Zeit und Raum um anzuhalten - das wäre wohl der geschilderte Fall - nur daß der Raum nicht gereicht hat.

Ist eine Warnlampe und ein Schild "schwenkt aus" ein Sperre, an der ich rechts nicht vorbeifahren darf ? Falls nicht, wie fahre ich vorbei ? Was ist, wenn hinter dem Holzlaster ein anderer LKW steht und komplett die Sicht versperrt ? Wie soll ich dann ahnen, daß vor mir die Spur in der nächsten Sekunde zu ist ? Genauso wie der LKW links schauen muß, daß er niemanden plötzlich blockiert (z.B. Gegenverkehr) sollte das doch auch für rechts gelten !?

RK

korikorakorinthe am 24 Okt 2018 15:01:48

rkopka hat geschrieben: Genauso wie der LKW links schauen muß, daß er niemanden plötzlich blockiert (z.B. Gegenverkehr) sollte das doch auch für rechts gelten !?


ja natürlich muss der LKW auch rechts schauen und er darf m.M. nach auch erst losfahren wenn auf der rechten Spur kein Fahrzeug mehr steht.
Was danach passiert (herannahende Fahrzeuge auf der rechten Spur) kann der LKW-Fahrer doch überhaupt nicht mehr im Spiegel sehen und kann ihm deshalb auch nicht angelastet werden.
Gruß
Stefan

babenhausen am 24 Okt 2018 15:09:09

Wenn ich als Fahrer eines Sattelschleppers mit einem Überhang von 5 !! Metern abbiege weiß ich dass meine Ladung deutlich in die Fahrbahn neben mir ausschwenkt!

Eine Gefahrensituation kann ich dadurch verhindern indem ich einen Teil der rechten Spur beim nach links Abbiegen blockiere und somit ein Überholen nicht möglich ist.

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