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Concorde 720 XR Unfall mit Langholz LKW 1, 2


Oldie65 am 24 Okt 2018 11:02:54

Hallo miteinander,
ich bin neu hier im Forum und hoffe auf Ratschläge und regen aber sachlich fairen Austausch.
Als Fahrer meines Wohnmobils Concorde 720 XR EZ1999 befuhr ich die Landstraße von.. in Fahrtrichtung... Auf Höhe der Autobahnauffahrt.. zur A.. befanden sich auf der separaten Linksabbiegerspur der Langholztransport LKW mit selbst lenkendem Nachläufer sowie weitere PKW´s. Ich befuhr zu diesem Zeitpunkt den für mich freien rechten Fahrstreifen. Der Langholztransport LKW setzte sich dann zum Abbiegen auf die Auffahrt zur A.. in Fahrtrichtung.. geradeaus in Bewegung, nachdem sich Ihm kein Gegenverkehr mehr näherte. Er leitete dann denn Abbiegevorgang von der Landstraße auf die Auffahrt ein, wobei die Auffahrt in einem sehr spitzen Winkel von ca. 90 Grad zur Landstraße verläuft. Hierbei scherte das geladene Langholz (Fichtenstämme) im Bereich dieser Abzweigung dann weit nach rechts heraus und ragte dabei in unsere Geradeausspur der rechts verlaufenden separaten Fahrbahn Lxx hinein. Trotz sofortiger Gefahrenbremsung und einlenken nach rechts, konnte die Kollision nicht mehr verhindert werden. Da der LKW unbeirrt seine Fahrt fortsetzte, konnte ich nach kurzem "Durchatmen" sowie freier Fahrt auch auf die Auffahrt auffahren, um dem LKW zu folgen. Nach ca. einem Kilometer auf der Autobahn Axx konnte ich den LKW einholen und dem Fahrer durch Handzeichen signalisieren, dass wir beide auf dem nächsten Parkplatz abfahren.Der LKW Fahrer und ich haben uns hier darauf verständigt die Polizei zur Aufnahme des Unfalls zu benachrichtigen. Es wurden Bilder von der Beschädigung an unserem WOMO sowie dem „Schaden“ an einem Fichtenstamm und dem Längenmaß angefertigt. Laut Beamten sei der LKW ordnungsgemäß und mit erforderlichen Genehmigungen unterwegs. Ihre Einschätzung somit läge das Verschulden bei mir...?

Eigene Notizen: LKW hatte 25 Meter Länge, Schild Ladung schwenkt aus montiert und gelbes Blinklicht auf Motorwagen an. Stämme ragen ca. 7 Meter vom Drehmittelpunkt bzw. ca. 5 Meter ab Ende des Nachläufers nach hinten heraus.

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Dank im Voraus für die hoffentlich zahlreiche Hilfe.

Mfg W.H.

peter1130 am 24 Okt 2018 11:09:42

Nach meinen Erfahrungen ( bin kein Anwalt) würde ich sagen hast du mindestens eine Teilschuld da du innerhalb des Bereichs den du einsehen kannst anhalten können musst. Ansonsten bist du mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs.

Ich vermute mal das du den Schaden selbst trägst.

spinnerei am 24 Okt 2018 11:24:18

Ich würde diese Fragestellung mal im Verkehrsportal einstellen, da sind einige Experten untewegs, die sich im Verkehrsrecht gut auskennen.

Wobei dieser Fall sicher so ist, daß Du 5 Anwälte fragen kannst und mindestens grundverschiedene Antworten bekommst.

pipo am 24 Okt 2018 11:40:04

Ein Fall für die Vollkasko. Ich glaube auch, dass der Fahrfehler bei Dir liegt. Du hast die Situation falsch eingeschätzt.

RolWi am 24 Okt 2018 12:35:46

Dazu § 38 StVO:

(3) Gelbes Blinklicht warnt vor Gefahren. Es kann ortsfest oder von Fahrzeugen aus verwendet werden. Die Verwendung von Fahrzeugen aus ist nur zulässig, um vor Arbeits- oder Unfallstellen, vor ungewöhnlich langsam fahrenden Fahrzeugen oder vor Fahrzeugen mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung zu warnen.

Nicht jeder darf ohne weiteres gelbe Kennleuchten im Straßenverkehr benutzen. Dazu steht in § 52 StVZO:

(4) Mit einer oder, wenn die horizontale und vertikale Sichtbarkeit (geometrische Sichtbarkeit) es erfordert, mehreren Kennleuchten für gelbes Blinklicht (Rundumlicht) dürfen ausgerüstet sein:

Fahrzeuge, die dem Bau, der Unterhaltung oder Reinigung von Straßen oder von Anlagen im Straßenraum oder die der Müllabfuhr dienen und durch rot-weiße Warnmarkierungen (Sicherheitskennzeichnung), die dem Normblatt DIN 30 710, Ausgabe März 1990, entsprechen müssen, gekennzeichnet sind,
Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart oder Einrichtung zur Pannenhilfe geeignet und nach dem Fahrzeugschein als Pannenhilfsfahrzeug anerkannt sind. Die Zulassungsbehörde kann zur Vorbereitung ihrer Entscheidung die Beibringung des Gutachtens eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfers für den Kraftfahrzeugverkehr darüber anordnen, ob das Kraftfahrzeug nach seiner Bauart oder Einrichtung zur Pannenhilfe geeignet ist. Die Anerkennung ist nur zulässig für Fahrzeuge von Betrieben, die gewerblich oder innerbetrieblich Pannenhilfe leisten, von Automobilclubs und von Verbänden des Verkehrsgewerbes und der Autoversicherer,
Fahrzeuge mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung, sofern die genehmigende Behörde die Führung der Kennleuchten vorgeschrieben hat,
Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Ausrüstung als Schwer- oder Großraumtransport-Begleitfahrzeuge ausgerüstet und nach dem Fahrzeugschein anerkannt sind. Andere Begleitfahrzeuge dürfen mit abnehmbaren Kennleuchten ausgerüstet sein, sofern die genehmigende Behörde die Führung der Kennleuchten vorgeschrieben hat.

Jetzt bin ich auch kein Anwalt, sehe es aber so, dass du leider die Situation unterschätzt hast, als der lange LKW abgebogen ist, was mit seiner Ladung geschieht.
Verdammt ärgerlich, allemal. Gut ist eigentlich nur, dass nicht noch mehr passiert ist.
Aber vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung auch falsch, ich finde das allerdings spannend, da ich denke, das einem sowas passiert, davon kann sich wohl keiner freisprechen.

Viel Glück
Roland

babenhausen am 24 Okt 2018 13:01:17

Lasse die mal einen Anwalt lesen :

--> Link

Der soll sich auch die Ausnahmegenehmigung de Sattelzuges für die Überlange von der Zula ansehen ob der wie von dir beschriebene Überhang auch so genehmigt war.

nicht immer ist alles eingehalten wenn nur die länge stimmt

und wenn du am Ende nur 50% der Kosten bekommst

Bodimobil am 24 Okt 2018 13:20:54

babenhausen hat geschrieben:Der soll sich auch die Ausnahmegenehmigung de Sattelzuges für die Überlange von der Zula ansehen ob der wie von dir beschriebene Überhang auch so genehmigt war.


Dass eine Genehmigung vorliegt davon kann man bei einem Langholz Fahrzeug ausgehen. Anders wäre es bei einem Fahrzeug das "ausnahmsweise" mit überhängender Last fährt. Und die Polizei hat doch vor Ort festgestellt, dass an dem Transport alles in Ordnung ist.
Ich bin der gleichen Meinung wie auch andere: Die Anwaltskosten kannst du dir sparen und dich direkt mit der Vollkasko in Verbindung setzen.

Gruß Andreas

topolino666 am 24 Okt 2018 13:25:18

Zur Vollkasko - aus dem Paralleltröd:

Oldie65 hat geschrieben:Die Frage zur Vollkasko ja/nein bei einem 20 Jahre altem Womo, hatte ich vor 5 Jahren aufgrund der Prämie nicht abgeschlossen.

pipo am 24 Okt 2018 13:59:12

Unter den Umständen ist das mal richtig schief gelaufen :roll:

thomas56 am 24 Okt 2018 14:03:25

Habt ihr mal betrachtet, was mit dem Schadensfreiheitsrabatt passiert? Einen Rabattretter wie für PKW gibt es für Womos nicht und deswegen würde ich meine Kasko die ich auf Grund des Fahrzeugalters als Bagatelle ansehe, gar nicht einschalten.

peter1130 am 24 Okt 2018 14:07:23

Wenn der Holzlkw vorschriftsmäßig ( hat die Polizei ja festgestellt) unterwegs war zahlste den Schaden selbst da du wie gesagt wohl ne Teilschuld haben wirst. Hol dir ne Rechtsberatung dann bist du schlauer.

babenhausen am 24 Okt 2018 14:40:51

Wenn der Holzlkw vorschriftsmäßig ( hat die Polizei ja festgestellt) unterwegs war zahlste den Schaden selbst da du wie gesagt wohl ne Teilschuld haben wirs



genau das Gegenteil davon steht im Urteil des OLG Stuttgart siehe obiger link
Zitat daraus

Beachtet der Führer eines Sattelzuges mit Auflieger beim Abbiegen nach links nicht, dass der Sattelzug nach rechts auf die rechte Fahrbahn ausschert und kommt es zu einem Schaden an einem rechts überholenden Fahrzeug, dann haftet der Abbiegende dafür zu 100 Prozent...


demnach müsste die Versicherung des Sattelzugs aufkommen

rkopka am 24 Okt 2018 14:42:59

peter1130 hat geschrieben:Nach meinen Erfahrungen ( bin kein Anwalt) würde ich sagen hast du mindestens eine Teilschuld da du innerhalb des Bereichs den du einsehen kannst anhalten können musst. Ansonsten bist du mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs.

Das kommen aber dann Fragen zu Variationen so eines Unfalls, wie die behandelt würden:

a) Man steht neben dem LKW und der drückt einem hinten rein - da wäre wohl der LKW schuld
b) Man fährt neben dem LKW und der drückt einem hinten rein, weil er losfährt, während man vorbeifährt - wie weit muß ich schon am LKW oder parallel zum LKW sein, damit man keine Schuld hat. Sonst müßte man ja immer stehenbleiben, weil man nicht weiß, wann er losfährt.
c) Man fährt neben dem LKW und der drückt einem hinten rein, weil er losfährt, kurz bevor man vorbeifährt - hier stellt sich auch die Frage, muß ich da im Schneckengang fahren ? Der LKW ist jetzt nicht so der Raser, aber wenn er plötzlich losfährt, kann recht schnell die Spur gesperrt sein. Das kann man IMHO nicht mit dem Fahren auf Sicht vergleichen, da das Hindernis von der Seite und plötzlich kommt. Das wäre ja wie ein Fußgänger der zwischen 2 Fahrzeugen auf die Straße springt. Wenn man auf so was immer gefaßt sein muß, kann man in der Stadt kaum fahren !?
d) der LKW biegt ab, sperrt die Spur und ich habe genug Zeit und Raum um anzuhalten - das wäre wohl der geschilderte Fall - nur daß der Raum nicht gereicht hat.

Ist eine Warnlampe und ein Schild "schwenkt aus" ein Sperre, an der ich rechts nicht vorbeifahren darf ? Falls nicht, wie fahre ich vorbei ? Was ist, wenn hinter dem Holzlaster ein anderer LKW steht und komplett die Sicht versperrt ? Wie soll ich dann ahnen, daß vor mir die Spur in der nächsten Sekunde zu ist ? Genauso wie der LKW links schauen muß, daß er niemanden plötzlich blockiert (z.B. Gegenverkehr) sollte das doch auch für rechts gelten !?

RK

korikorakorinthe am 24 Okt 2018 15:01:48

rkopka hat geschrieben: Genauso wie der LKW links schauen muß, daß er niemanden plötzlich blockiert (z.B. Gegenverkehr) sollte das doch auch für rechts gelten !?


ja natürlich muss der LKW auch rechts schauen und er darf m.M. nach auch erst losfahren wenn auf der rechten Spur kein Fahrzeug mehr steht.
Was danach passiert (herannahende Fahrzeuge auf der rechten Spur) kann der LKW-Fahrer doch überhaupt nicht mehr im Spiegel sehen und kann ihm deshalb auch nicht angelastet werden.
Gruß
Stefan

babenhausen am 24 Okt 2018 15:09:09

Wenn ich als Fahrer eines Sattelschleppers mit einem Überhang von 5 !! Metern abbiege weiß ich dass meine Ladung deutlich in die Fahrbahn neben mir ausschwenkt!

Eine Gefahrensituation kann ich dadurch verhindern indem ich einen Teil der rechten Spur beim nach links Abbiegen blockiere und somit ein Überholen nicht möglich ist.

pipo am 24 Okt 2018 15:18:11

babenhausen hat geschrieben:Eine Gefahrensituation kann ich dadurch verhindern indem ich einen Teil der rechten Spur beim nach links Abbiegen blockiere und somit ein Überholen nicht möglich ist.

Nun mal ernsthaft:
Schlimm wenn sowas geschieht, aber jeder Autofahrer weiss, dass bei LKW, Bussen oder wie in diesem Fall ein Holztransport die Ladung oder der Fahrzeug ausschwenken kann. Wenn mir in einer Kreuzung ein abbiegender Bus entgegen kommt, weis ich, dass es durch den Überhang eng werden kann.

Der TE woll einen Rechtsberatungstermin beim ADAC oder RA machen. Trotz des vorliegenden Urteils sehe ich wenig Chancen. Ist aber auch nur meine Sicht der Dinge :wink:

Bodimobil am 24 Okt 2018 15:22:13

Nach meiner Auffassung ist es so:
Wer in eine ausschwenkende Ladung (dabei meine ich, dass der Ausschwenkvorgang schon begonnen hat) hineinfährt kann die Schuld nicht dem Lastwagenfahrer anlasten auch wenn die Ladung in deine Fahrspur hineinragt. Dafür ist die Ladung mit Wimpeln, Rundumlichtern etc. gekennzeichnet.
Wenn ich so ein Fahrzeug sehe muss ich besonders vorsichtig sein und entsprechenden Abstand halten und darf nicht einfach meine Spur und Geschwindigkeit stur beibehalten.

Anders sieht es bei einem Standard LKW ohne besondere Kennzeichnung wie in dem o.g. Urteil aus.

Diese beiden Fälle sollte man schön auseinanderhalten.

Nimm mal einen eindeutigeren Fall - ein Transport mit Überbreite auf der Autobahn. Der ragt auch in die Nebenspur, ist aber mit jede Menge Rundumlichter und Warnschildern deutlich zu erkennen. Wenn ich dem von hinten reinfahre bin ich auch selber schuld.

Gruß Andreas

babenhausen am 24 Okt 2018 15:25:25

Schlimm wenn sowas geschieht, aber jeder Autofahrer weiss, dass bei LKW, Bussen oder wie in diesem Fall ein Holztransport die Ladung oder der Fahrzeug ausschwenken kann



Klar sollte das jeder Autofahrer wissen,
Aber das ist wie mit dem Abstand halten jeder weiß es, leider halten es sehr viele absolut nicht ein und wundern sich wenn s kracht.

rkopka am 24 Okt 2018 15:30:29

rkopka hat geschrieben: Genauso wie der LKW links schauen muß, daß er niemanden plötzlich blockiert (z.B. Gegenverkehr) sollte das doch auch für rechts gelten !?
korikorakorinthe hat geschrieben:ja natürlich muss der LKW auch rechts schauen und er darf m.M. nach auch erst losfahren wenn auf der rechten Spur kein Fahrzeug mehr steht.
Was danach passiert (herannahende Fahrzeuge auf der rechten Spur) kann der LKW-Fahrer doch überhaupt nicht mehr im Spiegel sehen und kann ihm deshalb auch nicht angelastet werden.

Wem sonst ? Nur weil ich nicht sehe, was mein Fahrzeug macht, bin ich nicht die Verantwortung los dafür.
Und solange die Situation nicht komplett unübersichtlich war, hätte der LKW gesehen, daß da ein Womo daherkommt. Vielleicht hat er sich auch nur in Entfernung und Geschwindigkeit verschätzt oder er hat zuviel Aufmerksamkeit nach vorne gerichtet. Oder der Womofahrer hat geschlafen und nicht schnell genug reagiert.

Solche Situation fürchte ich schon mit dem PKW. Daß man einfach zuviele Richtungen und Verkehrsteilnehmer im Auge behalten muß, um vielleicht abbiegen zu können und dann plötzlich ein Fahrrad/Fußgänger von hinten in den Bereich kommt und man einfach nicht alles ständig kontrollieren kann, allein schon wegen der unterschiedlichen Blickrichtungen.

pipo hat geschrieben:aber jeder Autofahrer weiss, dass bei LKW, Bussen oder wie in diesem Fall ein Holztransport die Ladung oder der Fahrzeug ausschwenken kann. Wenn mir in einer Kreuzung ein abbiegender Bus entgegen kommt, weis ich, dass es durch den Überhang eng werden kann.

Und wenn der links neben dir steht, fährst du gar nicht vorbei oder fährst rechts auf den Randstein ? Was ist Vorsicht und was ist einfach nur eine Blockade des Verkehrs ? Muß jeder, der an deinem Womo (mit langem Überhang) vorbei will, auf dich Rücksicht nehmen ? Normale Fahrzeuge haben ja genau Vorschriften, wie weit sie ausschwenken dürfen. Der LKW war da definitiv drüber.

Bodimobil hat geschrieben:Wer in eine ausschwenkende Ladung ... hineinfährt kann die Schuld nicht dem Lastwagenfahrer anlasten auch wenn die Ladung in deine Fahrspur hineinragt. ...
Wenn ich so ein Fahrzeug sehe muss ich besonders vorsichtig sein und entsprechenden Abstand halten und darf nicht einfach meine Spur und Geschwindigkeit stur beibehalten.

Aber wie weit muß das gehen. Wenn da ein LKW steht und wartet, verringert sich die Reaktionszeit immer mehr. Irgendwann kann man nicht reagieren oder man muß stehenbleiben und warten, ob er mal losfährt. Beispiel: es steht etwas hinter dem LKW und man sieht gar nichts von den ganzen Warnungen. Wie soll man dann darauf gefaßt sein, daß plötzlich ein Stamm über die Straße ragt ?

RK

wolfherm am 24 Okt 2018 16:53:52

Tja, eine sehr verzwickte Geschichte, die wir nicht lösen können. Das sollten wir vielleicht lieber den Fachleuten überlassen.

klaus1968peter am 24 Okt 2018 17:10:29

Ich hab dir meine eigene Erfahrung ja schon einmal in deinem vorherigen Tread --> Link geschrieben, Kopiere sie aber gerne noch einmal hier hinein.


Bzgl. der Schuldfrage kann ich euch sagen, das diese 50 : 50 ausgehen wird.

Ich hatte das gleiche Problem als ich mit meinem Doppelstockbus abgebogen bin und ein Pkw Fahrer meinte, er müsse unbedingt an meinem Bus vorbei fahren.
Hab ihn dann mit meiner hinteren linken Ecke eine komplette Breitseite verpasst. :oops:
Der Pkw Fahrer durfte sich dann beim Richter auch anhören, das es bei vorausschauender Fahrweise nicht zu dem Unfall gekommen wäre.
Ich hätte beim abbiegen noch mehr Vorsicht walten lassen müssen. So durfte jeder seinen eigenen Schaden bezahlen.

Dies ist meine eigene Erfahrung, ob der TE rechtliche Schritte einleiten möchte, muß ihm selber überlassen werden.

Canadier am 24 Okt 2018 17:12:15

Bodimobil hat geschrieben:
Dass eine Genehmigung vorliegt davon kann man bei einem Langholz Fahrzeug ausgehen. Anders wäre es bei einem Fahrzeug das "ausnahmsweise" mit überhängender Last fährt. Und die Polizei hat doch vor Ort festgestellt, dass an dem Transport alles in Ordnung ist.
Gruß Andreas

Hallo Andreas,
na ja, wie und welche Genemigung vorlag wissen wir nicht. Ich kann dir aber aus sicherer Quelle sagen das nirgends mehr getrickst wird als bei diesen Transporten. Sei es beim Gewicht oder bei der Länge. Aus den Aussagen des TE ist nicht erkenntlich ob das die Rennleitung genau geprüft hat, sprich Massband und Waage dabei hatten, um die in den Genehmigungen eingetragenen Bedingungen auch wirklich eingehalten wurden. Also einfach davon ausgehen das das so ok war würde ich nicht, da ich weiss das die Ausnahmegenehmigungen, sagen wir es mal so, mehr als ausgeschöpft werden.
Warum soll deiner Meinung nach die Regelung bei einem Fahrzeug das ausnahmsweise mit überhängender Ladung unterwegs ist denn anders sein ?
Solange die passenden Genehmigungen vorliegen hat er die gleichen Rechte und Pflichten wie nen Langholz-LKW

peter1130 am 24 Okt 2018 20:15:02

Wenn ich so ein Gerät links beim abbiegen sehe fahre ich nicht daneben. Deshalb hat er meiner Ansicht nach eine Teilschuld.

kapewo am 24 Okt 2018 20:23:34

Etwas Lesestoff zum Thema : --> Link

Menkehorstbecker am 24 Okt 2018 22:13:52

Peter,
das ist der passende Lesestoff. Der Lkw-Fahrer hat auch aus meiner Sicht eine besondere Sorgfaltspflicht. Zur Not muss er sich einweisen lassen. Siehe auch Paragraph 1 StVO.

Fragen stellen sich hinsichtlich einer möglichen Teilschuld, und ob das Ergebnis einer Verhandlung (auf hoher See und vor deutschen Gerichten bist Du mit Gott allein, wie es so schön heißt) den Kläger zufriedenstellt und den Aufwand und die Kosten rechtfertigt.

Mit einer Rechtschutzversicherung würde ich es wagen, wenn sich auch der Zeit- und Reiseaufwand in Grenzen hält.

Viele Grüße
Thomas

thomas56 am 24 Okt 2018 22:23:48

ich denke, der TE würde nach heutigen Erkenntnissen anders reagieren.......weil man nun weiß, dass so ein Geschoss vor einem einfach unberechenbar ist.
Deswegen auch die Schilder und Rundumleuchten am Gefahrfahrzeug!

peter1130 am 25 Okt 2018 08:22:29

Dieser Absatz aus dem Link sagt eigentlich alles.


Jedoch muss unter Umständen auch ein Pkw-Führer mit dem Aussschwenken größerer Fahrzeuge rechnen und darf sich z. B. nicht als später Hinzukommender bei Rot an einer Ampel so dicht neben ein solches Fahrzeug stellen, dass eine Kollision nahezu unvermeidbar wird.



Ne Rechtsberatung ist nicht teuer auch ohne Rechtsschutz.

kapewo am 25 Okt 2018 09:38:57

Die Situation hier war aber lt. Schilderung des TE eine Andere.
Der TE befuhr aber seinen freien Fahrstreifen auf der Landstraße. Der Langholztransporter stand mit anderen Fahrzeugen gerade auf der separaten Abbiegespur. Woher soll der geradeaus fahrende Fahrzeugführer (TE) nun wissen ob und wann der Langholzholztransporter und anfährt und abbiegen will? Die Sicht auf evtl. Gegenverkehr ist durch den Langholztransporter behindert.
Der Fahrer des Langholztransporters hat vielmehr eine besondere Sorgfaltspflicht den rückwärtigen Verkehr vor und beim Abbiegevorgang zu beobachten, zumal er wissen sollte, dass der Nachläufer und die überstehende Ladung beim Abbiegen auf die Nebenfahrbahn ausschwenkt.

Labrador am 25 Okt 2018 09:56:50

Meine Erfahrung ist, dass nicht Polizisten die Schuldfrage am Unfallort klären sondern wenn es dazu kommen sollte das zuständige Gericht. Wenn die Ladung auf die Gegenfahrbahn ragt, dann trägt der verantwortliche Fahrer sicher den größten Teil der Verantwortung bzw. der Schuld.

fritzfisch am 25 Okt 2018 15:57:56

Entschuldigung, aber so eine Frage sich hier im Forum von Freizeitjuristen beantworten zu lassen ist fahrlässig, das beweisen die unzähligen teilweise haarsträubenden Ergebnisse, die nicht einmal für den Stammtisch taugen. Und das meine ich gar nicht böse, aber wenn man keine Ahnung hat, dann sollte man sich schlichtweg zurückhalten oder zumindest Unwissenheit einräumen.
Zur Sache selber nur so viel, im Ergebnis hat der TE sehr gute Chancen auf Schadenersatz, wohl nicht zur Gänze, jedoch zum überwiegenden Teil. Eine Rechtsberatung obliegt in Deutschland nach dem Rechtsberatungsgesetz ausschließlich Rechtsanwälten. Die würde ich in diesem Fall in Anspruch nehmen, da sie erfolgsversprechend ist. Eine Rechtsschutzversicherung ist nicht notwendig, die Kosten zahlt der gegnerische Haftpflichtversicherer, da unstreitig eine Haftung vorliegt.

Trollo am 25 Okt 2018 16:23:57

Moin

Ich würde sofort einen Anwalt aufsuchen und die Sache klären lassen. Ich denke, Du hast gute Chancen.
Keine unnütze Zeit verstreichen lassen!


Gruß

Michael

Bodimobil am 25 Okt 2018 16:31:18

fritzfisch hat geschrieben:Entschuldigung, aber so eine Frage sich hier im Forum von Freizeitjuristen beantworten zu lassen ist fahrlässig, ....


Was ist daran fahrlässig?
Er hat die Frage in einem Wohnmobilforum gestellt und nicht in einem Rechtsberatungsforum. Entsprechend sollte er die Antworten auch interpretieren. Das letztendlich nicht mehr dabei herauskommt als hätte er die selbe Frage an einem Stammtisch gestellt bestreitet doch keiner. Es stellt lediglich ein Meinungsbild von Nichtfachleuten dar. Darüber muss man nicht zetern.
Dass das nicht den Anwalt ersetzt sollte auch jedem klar sein.

So unterhalten wir uns über alle möglichen Themen ohne Fachleute darin zu sein (warum muss ich gerade an Elektrothemen denken ...).

Was hast du für ein Problem. Dürfen hier nur Rechtsanwälte ihre Meinung äussern?

Gruß Andreas

schnecke0815 am 25 Okt 2018 16:56:30

Zu dem Beitrag von Andreas sei noch anzumerken, das die Ausgangsfrage die Reparatur betraf.
Erst durch die "Nichtfachleute" wurde der TE darauf hingewiesen, das die den Unfall aufnehmenden Polizeibeamten
nicht die Rechtssprecher sind für die sie sich anscheinend gehalten haben.

Insofern hat für den TE dieser "Laienaustausch" evtl. doch etwas positives. Keiner der bisherigen Foristen hat bisher
den Anspruch erhoben die Lösung bzw. die Schuldverteilung als endgültig und unumstößlich dargestellt zu haben.
Im Gegenteil, hier wurden sogar Entscheidungen anderer Gerichte, welche der TE evtl. herbeiziehen kann, gepostet.

Bedenke - Weisheit ist endlich, Dummheit nicht. In meinen Augen wäre es fahrlässig sich nur auf das Urteil der Polizeibeamten zu verlassen.

pipo am 26 Okt 2018 08:10:48

schnecke0815 hat geschrieben:Zu dem Beitrag von Andreas sei noch anzumerken, das die Ausgangsfrage die Reparatur betraf.

Wo steht das? :nixweiss:

peter1130 am 26 Okt 2018 08:40:18

Das sind zwei getrennte Freds. Hier gehts nur um den Unfall an sich.

pipo am 26 Okt 2018 08:54:25

peter1130 hat geschrieben:Das sind zwei getrennte Freds. Hier gehts nur um den Unfall an sich.

Ok es existiert noch ein Thema zu diesem Unfall?
Ansonsten würde ich mal sagen, dass wenn jemand diese Geschichte hier unter "Rechtliches und Versicherung" postet, dass er auch genau zu diesen Punkten Hinweise und Tipps erbittet. Also alles ok..

peter1130 am 26 Okt 2018 09:00:02

Ja hier ist der andere Fred. Mit ähnlicher Überschrift.


--> Link

mantishrimp am 26 Okt 2018 09:04:55

Hallo,

wie schon erwähnt gibt es 2 Threads, ich hatte darum gebeten die rechtlichen Fragen nicht in Aufbau, Isolation und Dichtigkeit zu behandeln, dort gehören sie nicht hin.

Heinz53 am 26 Okt 2018 14:12:13

Ohne mich jetzt zu einer Schuldfrage zu äußern möchte ich folgende Punkte anmerken:

Bei fast allen mir bekannten Autobahnauffahrten biegt die Auffahrt nahezu rechtwinklig zur Durchgangsstraße ab. Eine Spur für den Durchgangsverkehr wird in der Regel rechts vorbeigeführt. Da der Kurvenradius für die abbiegende Straße meist sehr klein ist muß immer damit gerechnet werden, daß das Fahrzeugheck an oder in die Spur des Durchgangsverkehrs einschwenkt. Besonders gilt dies für solche Fahrzeuge mit nachgelenkten Achsen, extrem im Falle deines Langholz Lkws.

Der Fahrer eines Sattelzuges hat z.B. beim Linksabbiegen überhaupt nicht die Chance zu sehen was rechts neben seinem Auflieger vorgeht. Die Zugmaschine ist ja in Bezug auf den Auflieger abgeknickt, der rechte Aussenspiegel zeigt in diesem Fall die Landschaft gegenüber der Auffahrt.

Mit solchen Behinderungen ist aber auch auf Landstraßen zu rechnen, biegt zum Beispiel ein Ackerschlepper mit einem Anbaugerät (z.B. Pflug) scharf nach rechts ab, so wird dieses Gerät unweigerlich in die Gegenfahrspur einschwenken. Der Fahrer wird wohl den Gegenverkehr beachten, wenn aber ein eiliger Zeitgenosse schnell noch links vorbei will, wird es sehr eng werden.

Was ich sagen will: Man muß einfach vorausschauender fahren und wir müssen weg von der "Ich habe aber Recht" oder "Ich habe aber Vorfahrt" Mentalität. Wenn etwas passiert hast du erst einmal den Ärger am Hals und (als WoMo-Fahrer) dein Urlaub ist im Arsch. Ist es das wert?

Doppelstaatler am 26 Okt 2018 14:22:58

schnecke0815 hat geschrieben:Erst durch die "Nichtfachleute" wurde der TE darauf hingewiesen, das die den Unfall aufnehmenden Polizeibeamten
nicht die Rechtssprecher sind für die sie sich anscheinend gehalten haben.


Haben die das? Gib doch mal die gemachten Aussagen möglichst wörtlich wieder, du scheinst ja dabei gewesen zu sein.

Meiner Erfahrung nach gibt ein Unfallbeteiligter, der am Unfallort hört "Aus unserer Sicht (der Polizei) sind Sie hier Unfallverursacher" nachher wieder "Die Polizei hat gesagt ich bin Schuld". Finde den Fehler...

schnecke0815 am 26 Okt 2018 15:29:24

Doppelstaatler hat geschrieben:
Haben die das? Gib doch mal die gemachten Aussagen möglichst wörtlich wieder..


Gegenfrage - kennst du den Unterschied zwischen anscheinend (also Annahme) und definitiv?

kapewo am 26 Okt 2018 17:25:08

Es ist schon richtig, dass bei abgeknicktem Motorwagen die Sicht im rechten Rückspiegel sonst wohin geht nur nicht auf die Rechte Seite des Zuges.
Daher die besondere Sorgfaltspflicht direkt vor und auch beim Abbiegen den rückwärtigen Verkehr zu beobachten. Der TE hat die Situation so beschrieben :
..Der Langholztransport LKW setzte sich dann zum Abbiegen auf die Auffahrt zur A.. in Fahrtrichtung.. geradeaus in Bewegung, nachdem sich Ihm kein Gegenverkehr mehr näherte
Demnach schien der Zug zu diesem Zeitpunkt noch gestreckt gewesen zu sein und der Fahrer hätte die herannahenden Fahrzeuge (so auch den TE) auf der rechten Spur neben ihm im rechten Spiegel sehen müssen.
Es kommt eben auch immer ganz auf die Situation des Geschehens an und auch darauf diese Situation nachzuweisen.

Oldie65 am 06 Nov 2018 22:47:26

Hallo an Alle,
Dank für Eure bisherigen sowie auch weiteren Beiträge und dem regen Austausch.
Ich habe mich entschlossen, die Angelegenheit einen Rechtsanwalt zu übergeben.
LG Wolfgang

pipo am 07 Nov 2018 12:19:47

Oldie65 hat geschrieben:Ich habe mich entschlossen, die Angelegenheit einen Rechtsanwalt zu übergeben.

Darf ich fragen, ob diese Diskussion Deine Entscheidung beeinflusst hat?

Bergbewohner1 am 07 Nov 2018 20:14:18

Da wir in der Firma auch durch Langholzer beliefert werden und es relativ oft passiert, dass so ein Fahrzeug Schäden verursacht, kann ich nur aus meiner Erfahrung sagen: Fahrzeug war vorschiftsmäßig gekennzeichnet, wer sich daneben stellt ist selber Schuld.
Es hat schon seinen Grund warum diese Fahrzeuge auf ihr Fahrverhalten hinweisen.

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