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Im Spätsommer durch die Bretagne - ein Reisebericht 1, 2, 3, 4, 5


Ganzalleinunterhalter am 28 Nov 2018 18:26:55

Bin auch zugestiegen - so langsam wird's eng - hoffentlich ist das mit dem zulässigen Gesammtgewicht vereinbar :lol:
Bin auch schon auf die Fortsetzung gespannt - Danke für den bisherigen Bericht.
Wir hatten dieses Jahr auch eine Jubiäumstour - Südbretagne 20 Jahre später - angenähert vom MSM.

kukeulke am 28 Nov 2018 21:40:26

Uiuiui, mit soviel positivem Echo haben wir nicht gerechnet! Aber sei es drum - steigt alle ein, wir nehmen Euch gerne mit. Wegen dem zulässigen Gesamtgewicht mache ich mir keine Sorgen, wir dürfen zwar nur 3,5 Tonnen, aber so schwer ist sicher keiner von Euch! Bei einer Kontrolle tut Ihr einfach so, als wäre keiner da :)

Weiter geht es:

Der „Camping des Gayeulles“ liegt etwas außerhalb von Rennes, aber mit dem Bus lässt sich das Stadtzentrum sehr gut erreichen. Wir buchen gleich für zwei Nächte, weil wir morgen Rennes ausgiebig besichtigen wollen und erfahrungsgemäß haben wir nach einer Stadtbesichtigung keine große Lust mehr zum Weiterfahren.



Am Dienstag, den 21.8. fahren wir vormittags mit einem Bus der Linie C3 in die Stadtmitte. Mit 1,50 Euro je Ticket ist das recht günstig und nach ungefähr 20 Minuten Fahrt sind wir bequem im Zentrum von Rennes angekommen.



Die Stadt mit ihren 210.000 Einwohnern ist sehr geschäftig, hat aber auch viel Charme, was wohl nicht zuletzt an der Tatsache liegt, dass hier über 63.000 Studenten leben und lernen. In Rennes gibt es gleich zwei Universitäten und mehrere Hochschulen.



Die von uns besuchten Altstadtviertel sind allesamt sehr sehenswert und sehr lebendig. Es gibt viele Straßencafes, Kneipen und Läden, aber auch Plätze die zum Verweilen einladen.





Wir bummeln durch die Gassen der Altstadt und suchen gegen Mittag eine Creperie, die „Galettes bretonnes“ anbietet. Wir werden nach kurzem Suchen fündig und das Wetter erlaubt es uns sogar, unseren Buchweizenpfannkuchen im Freien zu genießen.



... na ja, zwar kein CO² Ausstoß, aber dafür ziemlich platt ...



... aber: hier werden Sie geholfen:



Das haben wir noch nirgends gesehen: eine öffentliche Fahrrad-Reparatur-Station, die unentgeltlich benutzt werden darf. Hier gibt es alles, um kleine Fahrradpannen selbst und schnell wieder in Ordnung zu bringen. Vom Fahrradhalter, über Werkzeug bis zur Luftpumpe – alles vorhanden. Vorbildlich!



Der Blick in eine Bäckerei – hier glaubt man dem Schild „Boulangerie artisanale“ auf Anhieb, dass noch handwerklich gearbeitet wird. Wir kaufen einige Süßigkeiten für unseren Nachmittagskaffee.



Das bretonische Parlament in Rennes – es findet wohl gerade eine Feuerwehrübung statt.



Diese Kirche wird wohl nicht mehr sehr oft besucht …



Es ist Zeit, unseren Nachmittagskaffee zu uns zu nehmen. Dazu beenden wir die Stadbesichtigung und fahren müde und voller Eindrücke mit dem Bus wieder zurück zum Campingplatz, wo wir gegen 17:00 Uhr eintreffen.

In einem kleinen Marché haben wir uns mit frischen Merguez eingedeckt, also packen wir später unseren Tischgrill aus und genießen frisch gegrillte Merquez mit Kartoffeln und Salat. Dazu gibt es einen prima Rotwein und sogar das Wetter spielt mit: wir können die hereinbrechende Nacht vor dem Womo bei Kerzenschein und Rotwein genießen - Herz was willst Du mehr?

In beschaulicher Atmosphäre machen wir Pläne für unsere Weiterfahrt. Nach Vitré und Rennes steht uns der Sinn nach Natur, also auf zum geheimnisvollen Wald von Paimpont!



Am Mittwochmorgen brechen wir in Rennes so gegen 11:30 in Richtung Paimpont auf. Auf dem Weg dorthin kaufen wir in einem Super-U noch für unseren täglichen Bedarf ein.

In Paimpont gibt es einen großen kostenpflichtigen Stellplatz und daneben einen kostenlosen Parkplatz. Wir wollen nur besichtigen und nicht übernachten, also entscheiden wir uns für den Parkplatz. Zuerst besuchen wir die Abtei „Notre Dame“ aus dem 13. Jahrhundert:



Hier sind sehr viele Leute unterwegs. Wir spazieren ein wenig herum und nur wenige hundert Meter vom Zentrum entfernt ist es fast menschenleer.



In circa 9 km Entfernung lockt uns das „Grab des Merlin“ und die Quelle der Jugend ("La Fontaine de Juvence"), auch Quelle der Fee Viviane genannt. Wir befürchten, dass dort ebenfalls viel los ist und fahren deshalb mit den Fahrrädern hin.

Nach einer halben Stunde kommen wir dort an und sind froh darüber, dass wir mit dem Fahrrad gefahren sind – wir hätten hier für das Womo kaum einen Parkplatz bekommen.



Das Grab des Merlin ist recht unscheinbar, nur an den vielen Touristen ist erkennbar, dass hier etwas „Besonderes“ ist.

Der Wald von Paimpont ist berühmt für seine vielen Legenden und Geschichten, die fast alle mit König Artus, dem Zauberer Merlin und der Fee Viviane zu tun haben.

Der Sage nach wurde im Wald von Brocéliande (Wikipedia: --> Link) der Zauberer Merlin von Viviane in eine Weißdornhecke gebannt, nachdem er ihr die Quellen seiner Zauberkräfte offenbart hatte. Hier soll auch die Geheimnisbrücke gestanden haben, auf der Viviane ihre Liebe zu Merlin preisgab und danach in einer Wolke verschwand. Das Tal ohne Wiederkehr (Le Val sans Retour) in dem Morgan le Fay ihre untreuen Liebhaber gefangen hielt, liegt ebenfalls in diesem Wald, genauso wie der See von Comper, in dem Lancelot in einem Schloss unter Wasser von Viviane großgezogen wurde.

Vor unserer Reise haben wir uns wie immer mit Lesestoff eingedeckt. Darunter ist auch der neueste Fall von Kommissar Dupin (Bretonische Geheimnisse) und dieser spielt ausgerechnet im Wald von Brocéliande, also genau hier! Das macht es für uns natürlich doppelt so spannend diese Orte zu besuchen, die nicht nur sehenswert sind, sondern auch in dem Krimi eine Rolle spielen.



Wenn man genau hin sieht, hat der Wald von Brocéliande durchaus etwas mystisches…



Die Quelle der Jugend – oder die Quelle der Fee Viviane. Wer davon trinkt soll ewige Jugend genießen. Aber mal ehrlich: nicht mal dafür würde ich die Brühe trinken!



Die Wege im Wald werden an vielen Stellen von Steinmännchen bewacht. Teilweise stehen ganze Armeen von Steinmännchen am Wegesrand herum.



Für die heutige Übernachtung haben wir eine France Passion in der Nähe von Mauron ausgesucht. Wir fahren noch einige Kilometer über kleine und kleinste Sträßchen durch den Wald und Mathilde findet die Ferme des Monsieur Martin auch problemlos. Wir dürfen hier bleiben und finden auf dem zur Ferme gehörenden Parkplatz sogar etwas Schatten.



Unser grauhaariger Nachbar ist ein Ja-Sager und unterhält uns von Zeit zu Zeit mit einem lauten, nicht zu überhörenden Statement.



Im Hofladen kaufen wir kurz vor Ladenschluss noch 6 Eier und fahren danach mit den Rädern in den nahegelegenen Ort Mauron. Hier finden wir einen Bäcker bei dem es nicht nur Baguette und Croissants gibt und wir erstehen ein „Pain aux céréales“. Später trinken wir am Marktplatz in einer netten Bar noch ein Pression und einen Cidre bevor wir wieder zum Womo zurückradeln.

Abends besucht uns der „Fermier“ Monsieur Martin und plaudert nett mit uns. Er erzählt uns, dass er die Ferme zusammen mit seinem Bruder bewirtschaftet. Das erlaubt es ihnen im Sommer abwechselnd in Urlaub zu fahren.

Wir verbringen eine sehr ruhige Nacht, nicht zuletzt auch deshalb, weil der grauhaarige Ja-Sager sich müde geredet hat ...

[Fortsetzung folgt ...]

alzu am 29 Nov 2018 09:30:54

Hallo,
ein schöner Reisebericht mit vielen Bildern, so etwas liebe ich. Danke für die Mühe, die Du Dir machst, ich weiß das zu schätzen. Wenn Du noch ein Plätzchen frei hast, steige ich mit ein. Bei ev. Gewichtskontrollen mache ich mich unsichtbar :) .

kukeulke am 29 Nov 2018 12:44:31

Es freut mich, dass so viele von Euch mit uns mitfahren.

alzu hat geschrieben:Hallo,
ein schöner Reisebericht mit vielen Bildern, so etwas liebe ich. Danke für die Mühe, die Du Dir machst, ich weiß das zu schätzen. Wenn Du noch ein Plätzchen frei hast, steige ich mit ein. Bei ev. Gewichtskontrollen mache ich mich unsichtbar :) .


Willkommen an Bord, wir müssen halt noch ein bisschen zusammenrücken. Heute abend "fahren" wir dann weiter ...

etta am 29 Nov 2018 13:32:46

Moin,ich steige auch noch mit ein,mach mich auch ganz klein.Danke für den schönen Bericht bis jetzt.Macht super Spaß zu lesen.

kukeulke am 29 Nov 2018 21:29:19

Nur hereinspaziert - wir lassen niemand zurück! Wenn es eng wird machen wir es einfach wie in Hilberts Hotel --> Link dann ist wieder Platz genug da …

Alle anschnallen - es geht weiter:

Am nächsten Morgen (mittlerweile ist Donnerstag, der 23. August) besuchen wir nochmals den Hofladen und erstehen verschiedene leckere Patés und eine Creme Caramel.



Die Fahrt geht weiter nach Trehorenteuc (--> Link). Wir wollen das Tal ohne Wiederkehr (Le Val sans retour) erkunden. Die Legende sagt, dass nur diejenigen Männer aus dem Tal zurückkommen, die ihrer Frau stets treu waren. Alle anderen hält Viviane hinter unsichtbaren Mauern gefangen …



Um es gleich vorweg zu nehmen: ich bin zurückgekommen – also war ich entweder immer treu oder Viviane wollte mich nicht behalten …

Zunächst geht es zum goldenen Baum, einem Mahnmal für den großen Waldbrand in den 90ern.



Weiter geht es an einem geheimnisvollen Teich vorbei und immer tiefer in den verzauberten Wald…



Wenn man sich die anderen Touristen wegdenkt …



… dann hat dieses Tal schon etwas Geheimnisvolles!



Auch hier bewachen Steinmännchen die Wege.





In manchen Bächen hat das Wasser eine ganz merkwürdige Farbe …



… kein Wunder, dass sich viele Legenden und Geschichten um dieses Tal ranken!



Der Rückweg führt steil aus dem Tal heraus. Oben angekommen hat man eine gute Sicht in das Umland. Leider ist die Aussicht durch die tief hängenden Wolken heute ein bisschen eingeschränkt.



Nach knapp 3 Stunden Wanderung sind wir zurück am Womo und fahren weiter nach „Mûr de Bretagne“. Unterwegs halten wir am Bahnhof in Loudeac und nutzen die dort vorhandene (kostenlose) V+E Station.

In Mûr de Bretagne fasziniert uns die Villa Kunterbunt am Ortseingang. Bei unserem Rundgang stellt sich heraus, dass es sich um das Rathaus handelt. Die „Verkleidung“ soll wohl an das gepunktete Trikot bei der Tour de France erinnern. Die diesjährige Tour kam hier vorbei und Mûr de Bretagne war wohl auch das Ziel einer Bergwertung.



Es gibt einen großen Parkplatz in der Nähe der Kirche, wo wir unser WoMo problemlos parken können. Wir besichtigen die interessante Kapelle „Sainte Suzanne“ aus dem 16. Jahrhundert, schlendern durch den Ort und kaufen bei einem „Boulanger Artisan“ ein wirklich sehr gutes Landbrot.





Die Deckengemälde dieser Kapelle stammen von dem Maler Delaporte und wurden im 18. Jahrhundert geschaffen.



So langsam müssen wir uns um einen Übernachtungsplatz kümmern. Hier in Mûr de Bretagne wollen wir nicht übernachten, der Stellplatz gefällt uns nicht, er liegt zwischen zwei Straßen und dürfte recht laut sein. Wir peilen einen Campingplatz am See „Le Blavet“ an und müssen aber enttäuscht feststellen, dass er geschlossen ist und so wie es hier aussieht auch die ganze Saison über nicht geöffnet war.

Da hilft nichts, wir müssen weiterfahren. Also umdrehen und als Alternative den Stellplatz in St. Aignan anfahren. Der anvisierte Stellplatz auf einer Wiese stellt sich allerdings als Sportplatz heraus, auf dem das Gras meterhoch steht. Hier hat zwar schon lange niemand mehr Fußball gespielt, aber als Wohnmobilstellplatz taugt das Spielfeld definitiv auch nicht. Nach einigem Suchen und mehreren Runden durch den Ort finden wir den offiziellen Stellplatz in St. Aignan hinter der Kirche. (--> Link)

Heute haben wir rund 80 km zurückgelegt.



Es gibt eine kostenlose V+E und sogar ein sauberes (!) Toilettenhäuschen.





Der Stellplatz liegt direkt hinter dieser Kirche:



Unser obligatorischer Orts-Rundgang führt uns noch an die Staumauer des Sees „Le Blavet“, an das kleine aber feine Elektro Museum hier im Ort und schließlich in eine Bar in der wir uns noch ein gepflegtes Pression und einen Cidre genehmigen.

Wir verbringen eine ruhige Nacht in St. Aignan und überlegen anderntags noch hier zu bleiben. Aber das Wetter animiert nicht so recht zum Radfahren, also geht es am Morgen weiter zu neuen Ufern.



Unser nächstes Ziel ist nur wenige Kilometer entfernt, wir wollen das Freilichtmuseum „Forges des Salles“ besichtigen. Das ist ein Hüttenwerk und Industriedenkmal, welches vom Herzog Henri de Rohan in den Jahren 1621 bis 1623 errichtet wurde. Heute ist dieses Hüttenwerk ein Museum und kann besichtigt werden.

Die Suche nach dem Freilichtmuseum gestaltet sich ziemlich problematisch, Mathilde will uns über Straßen führen, die den Namen „Straße“ nicht verdient haben und ich weigere mich Mathildes „Vorschlägen“ zu folgen. Nach einigen Runden (ohne dass wir ein Schild oder Hinweis auf das Freilichtmuseum finden) geben wir entnervt auf. Als wir schon wieder auf der N164 sind, sehen wir plötzlich ein Schild welches uns zum „Forges des Salles“ (--> Link) führt. Spontan biegen wir ab und fahren einige Kilometer auf einer engen, sich windenden Straße, bis wir am Parkplatz des Freilichtmuseums ankommen. Es ist wie verhext, das Museum öffnet erst um 14:30. Wir wollen aber nicht fast 3 Stunden warten und lassen den Museumsbesuch schweren Herzens sein.

Auf dem Weg zum nächsten Etappenziel (Huelgoat) finden wir einen Leclerc Supermarché, bei dem wir unsere Lebensmittel- und Dieselvorräte auffüllen. Das Tanken mit EC-Karte klappt hier problemlos, nur die Ausfahrt aus der Tanke ist Millimeterarbeit. Diese Supermarkt-Tankstellen sind nicht unbedingt für große Fahrzeuge optimiert und bei dieser hier sind zusätzlich noch Gasflaschen so aufgestapelt, dass es für uns richtig eng wurde.

In Huelgoat fahren wir auf den dortigen Stellplatz und machen ausgiebig Mittagspause. Gestärkt durch Baguette, Paté und Kaffee brechen wir anschließend auf und umrunden erst einmal den See …



… und wandern anschließend durch den Wald zum „Roche Tremblante“ (--> Link). Der 137 Tonnen schwere Stein kann durch einen einzelnen Menschen zum Wackeln gebracht werden. Das geht aber nur, wenn man genau weiß wie und wo man angreifen muss. (--> Link) Der junge Mann auf dem Bild macht es genau richtig ...



… denn der Stein wackelt!



Im Wald rund um Huelgoat liegen noch viele dieser großen Steine im Wald herum, wackeln tut allerdings nur dieser.





An einer Stelle liegen so viele dieser Felsen aufeinander, dass sich dort die „Grotte du Diable“, die Teufelsgrotte bildet.



Wir wandern noch ein bisschen auf verwunschenen Pfaden zwischen den riesigen Steinen umher und lassen die unwirkliche Atmosphäre auf uns wirken.





Diese Mühle gibt dem Steinchaos seinen Namen: „Felschaos der Mühle“ (Chaos du Moulin).



Nachdem wir die verwunschenen Pfade zwischen den Steinen von Huelgoat verlassen haben, spazieren wir noch ein wenig durch den Ort und kaufen verschiedene Lebensmittel in einem kleinen Market ein.

Der Stellplatz in Huelgoat sagt uns nicht zu – auch der direkt angrenzende Campingplatz ist nicht nach unserem Geschmack. Also fahren wir ca. 3 km weiter zu einem weiteren Campingplatz (La Riviére d´ Argent). Hier finden wir einen schönen Platz für die Nacht, direkt am Ufer des Flüsschens Riviére d´ Argent.

Heute haben wir insgesamt 105 km zurückgelegt.

[Fortsetzung folgt …]

Heraline am 30 Nov 2018 21:44:14

Superschöner Bericht! Bin auch mit Begeisterung dabei!

Connie

kukeulke am 30 Nov 2018 23:42:25

Willkommen an Bord! Schön, dass so viele mit uns fahren. Jetzt aber alle anschnallen - wir fahren weiter:



Am Samstagmorgen ist es dann soweit: Wir wollen das Meer sehen!



Dazu müssen wir die „Monts d’Arée“ überqueren. Gesagt getan. Es ist fast nichts los auf der Straße, wir haben Pergamon von Tangerine Dream in "vernünftiger" Lautstärke aufgelegt, fahren bei schönem Wetter durch eine wunderschöne Landschaft, die Vorfreude auf Strand und Meer ist riesig – einfach g..l.

So kommen wir nach 47 km beschwingt und mit bester Laune im Gepäck in Carantec auf dem Stellplatz Municipal an. Es ist heiß! Wir wollen trotzdem zu Fuß ins Zentrum und später auch an den Strand. Nach ungefähr 30 Minuten Fußmarsch erreichen wir den Strand. Zwischendurch haben wir in der Tourist Info einen Ortsplan bekommen.

Jetzt ist Ebbe und die Boote liegen scheinbar wahllos im Schlick.



Der Hunger meldet sich und wir gehen vom Strand zurück in den Ort um etwas zu essen. Nach einer Galette fühlen wir uns für weitere Erkundungen gestärkt und sind neugierig darauf, wo sich die anderen Wohnmobil Stellplätze von Carantec befinden.

Insgesamt soll es hier 4 Stellplätze geben, davon 3 am Strand. Der Stellplatz Municipal, den wir angefahren haben ist der einzige, der nicht am Strand liegt.

Wir umrunden eine Landzunge und entdecken einen versteckten Parkplatz direkt am Meer, auf dem auch Wohnmobile parken dürfen. Wir beschließen umzuziehen! Also geht es zu Fuß zurück zum offiziellen Stellplatz beim Wasserturm und anschließend fahren wir das Womo auf den Parkplatz „Plage de Clouet“.

Um möglichst wenig zu stören, parken wir längs am Waldrand und belegen dadurch mehrere eingezeichnete PKW Plätze. Scheint kein Problem zu sein da fast kein Auto hier parkt und vor uns ein anderes Wohnmobil genauso quer zu den Parkplatzmarkierungen steht. Dazu gibt es hier noch sehr viele freie Parkbuchten für PKW.

Wir essen zu Mittag als es an die Türe klopft. Es ist ein sehr netter Polizist, der uns bittet umzuparken. Es ist erlaubt mit dem Wohnmobil hier zu stehen und auch zu übernachten, aber eben nicht quer zur Parkrichtung. Wir parken um, fahren noch näher an den Strand und haben jetzt eine super Aussicht auf die Bucht und den Strand. Es gibt hier auch eine kostenlose Toilette, die sich nach jeder Benutzung selbst reinigt. (--> Link)



Mittlerweile kommt die Flut und mit ihr auch Besucher. Immer mehr PKW mit Badewilligen belegen den großen Parkplatz bald bis auf den letzten Platz. Wir hatten wohl ziemlich viel Glück, dass wir während der Ebbe eingetroffen sind und verstehen jetzt auch warum der Polizist uns aufforderte den Parkplatz zu wechseln.



Trotz der vielen Autos ist der Strand nicht überfüllt. Wir packen eine Decke sowie unsere E-Books und begeben uns ebenfalls an den Strand. Es sind ja nur 20 Meter bis dahin …



Mit beginnender Ebbe verlassen immer mehr Leute den Strand. Innerhalb kurzer Zeit wird es sehr ruhig. Wir machen uns auf zu einem Spaziergang am Strand entlang. Kaum noch Leute hier, einfach wunderschön.

Zurück am Womo kochen wir uns unser Abendessen. Mit Einbruch der Dämmerung parkt außer uns praktisch kein PKW mehr hier. Wir teilen uns die traumhafte Location nur noch mit drei anderen Wohnmobilen.







Wir verbringen hier eine sehr ruhige Vollmond-Nacht - es sollte einer der schönsten Stellplätze unserer Reise sein.



Spät am Sonntagvormittag brechen wir von unserem Traum – Stellpatz auf und kommen sogar noch an einem offenen Leclerc vorbei. Hier besorgen wir uns Brot, Käse und Paté und fahren dann bei trübem Wetter weiter nach St. Pol de Leon. Dort gibt es direkt am Ortseingang einen großen leeren Parkplatz auf den wir sofort einschwenken.

In St. Pol de Leon steht der höchste Kirchturm der Bretagne: „La chapelle Notre-Dame du Kreisker“. Den haben wir bereits vor einigen Jahren einmal bestiegen, und bei dem diesigen Wetter ist uns ein erneuter Aufstieg die Mühe nicht wert, zumal wir uns noch gut an die vielen und engen Treppen erinnern können.





Das Wetter ist wieder einmal sehr bretonisch, hier bläst ein kräftiger Wind ...



Nach einem Bummel durch den Ort geht es weiter nach Roscoff. Wir vermeiden es, Richtung Centre Ville in den Ort hineinzufahren und parken auf einem sehr gut gefüllten Wohnmobilstellplatz relativ weit außerhalb von Roscoff an der Route du Laber. Trotz des langen Marsches in die Altstadt erweist sich diese Idee als richtig – wir hätten in den engen Gassen von Roscoff garantiert keinen für uns passenden Parkplatz gefunden.



In Roscoff ist auch am Sonntag recht viel los (auch wenn es auf den Bildern nicht so aussieht) und wir haben nach einem ausgiebigen Bummel durch den Hafen und die Altstadt Mühe einen freien Tisch in einem Café zu finden.



Dieses Haus ist mit Zwiebeln (!) geschmückt.



Bei Ebbe liegen alle Schiffe im Hafen auf dem Trockenen – und nicht nur die Freizeitboote:



Roscoff ist ein Fährhafen. Wer mit der Fähre zum Beispiel nach Plymouth möchte, muss – nicht nur bei Ebbe - über einen langen Steg bis zum Anleger wandern.





Roscoff zeigt sich vom Hafen aus gesehen sehr bretonisch: malerisch, mit viel Stein und Schiefer.



Nachmittags entfliehen wir dem Touristengedränge und wandern zurück ans Wohnmobil.

Jetzt geht es weiter nach Landéda. Wir wollen unbedingt wieder auf den „Camping des Abers“, weil wir hier vor 39 Jahren schon einmal übernachtet hatten.

Ausgehend von Roscoff fahren wir über kleine und kleinste holprige Sträßchen und zweifeln manchmal an der geistigen Gesundheit unserer Mathilde. Einmal zwingt uns ein Schild mit dem Aufdruck „Route Barree“ dazu eine Umleitung durch noch kleinere Sträßchen zu fahren, was Mathilde mit einem monotonen – wenn möglich bitte wenden – quittierte.

Zwischenzeitlich hat sich der Nieselregen in Dauerregen verwandelt. Nach Ankunft auf dem Campingplatz nehmen wir uns trotzdem die Zeit, eine schöne Parzelle nahe am Strand auszusuchen. Leider merken wir erst nach der Buchung des Platzes, dass er nicht besonders eben ist und wir die Keile auspacken müssen.

Bis das Womo endlich richtig steht sind wir ziemlich nass. Natürlich lassen wir uns vom Regen nicht davon abhalten an den Strand zu pilgern. Auf dem Wasser herrscht trotz des schlechten Wetters Hochbetrieb – die Surfer freuen sich über die frische Brise (… und nass sind sie ohnehin schon).



Abends gehen wir im nahe gelegenen Restaurant „Les Dunes“ essen - und obwohl wir die einzigen Gäste sind - werden wir sehr zuvorkommend bedient. Das Dreigänge-Menü war wirklich sehr gut.



Am Montagmorgen ist das Wetter besser und wir packen alles Notwendige für eine Radtour zusammen. Zunächst radeln wir die Küstenstraße entlang, finden aber später einen Radweg, der uns über viele Höhenmeter rauf und runter schließlich zur „Pont Palud“ führt. Hier kehren wir um und fahren - vorbei an Austern- oder Miesmuschelbänken - zurück zum Campingplatz.



Auf der Rückfahrt wird das Wetter immer besser, irgendwann kommt sogar die Sonne zum Vorschein.



Nach einem gemütlichen Kaffee im Hafen von Aber Wrach (ein Ortsteil von Landéda) sind wir gegen 15:00 Uhr wieder am Wohnmobil. Den Rest des späten Nachmittags verbringen wir faul am Strand.



Zum Abendessen packen wir den Grill aus, es gibt Merguez, Spieße und Kartoffeln. Anschließend geht es noch einmal an den Strand um den Sonnenuntergang zu genießen und vielleicht das eine oder andere Sonnenuntergangsfoto zu schießen. Das ist uns bei unserem letzten Besuch vor 39 Jahren wegen schlechtem Wetter nicht gelungen.



[Fortsetzung folgt …]

Ganzalleinunterhalter am 01 Dez 2018 01:02:46

Bezüglich SP in Roscoff - dort waren wir am 23. September auch - da uns der Weg von dem SP in der Rue de Laber zu weit in die Stadt war, habe ich kurz in der Parki4night App gesucht und festgestellt dass man auch auf dem Place du Gare stehen darf( auch für größere Wohnmobile unproblematisch anzufahren ). Dort standen auch viele Wohnmobile und der Weg bis zum Hafen und in die Altstadt ist nur 5 Minuten Fußweg.

Ansonsten bin ich von Eurer Tour durch das Landesinnere und den verschiedenen von Euch gesuchten Orten ganz begeistert. Habe bisher immer den Weg direkt entlang der Küste gewählt.

tztz2000 am 01 Dez 2018 01:24:53

Ganzalleinunterhalter hat geschrieben:Ansonsten bin ich von Eurer Tour durch das Landesinnere und den verschiedenen von Euch gesuchten Orten ganz begeistert. Habe bisher immer den Weg direkt entlang der Küste gewählt.

Wir auch.... an Vitré und Rennes sind wir bisher immer vorbeigedüst. Huelgoat kennen wir aus der Vor-Womo-Zeit, als wir mal in der Nähe von Morlaix ein Ferienhäuschen hatten.

Sehr schöner Bericht und tolle Fotos! :top:

kukeulke am 01 Dez 2018 11:37:09

Ganzalleinunterhalter hat geschrieben:… habe ich kurz in der Parki4night App gesucht und festgestellt dass man auch auf dem Place du Gare stehen darf( auch für größere Wohnmobile unproblematisch anzufahren ). Dort standen auch viele Wohnmobile und der Weg bis zum Hafen und in die Altstadt ist nur 5 Minuten Fußweg.


Das habe ich mit gerade mal mit Google Maps angesehen - sollte man gar nicht glauben, dass es so innenstadtnah so viel Parkplatz gibt. Das hätte uns einen längeren Fußmarsch erspart. Danke für den Tipp!

Ganzalleinunterhalter hat geschrieben:Ansonsten bin ich von Eurer Tour durch das Landesinnere und den verschiedenen von Euch gesuchten Orten ganz begeistert. Habe bisher immer den Weg direkt entlang der Küste gewählt.


Weil wir aus beruflichen Gründen spätestens Mitte August los mussten, wollten wir die Bretagne gerade einmal nicht über die Küste (Mont St. Michel, St. Malo usw.) anfahren. Wir dachten uns, dass an der Küste entlang um diese Zeit noch viel los ist, gerade weil auch in Frankreich noch Ferien waren. Und ich muss sagen, die Rechnung ging auf: Verkehr total entspannt, kein Stress beim Einkaufen, die Campingplätze hatten immer noch einen Platz und selbst in Vitré konnten wir in der Stadtmitte problemlos parken.

tztz2000 hat geschrieben:... an Vitré und Rennes sind wir bisher immer vorbeigedüst. Huelgoat kennen wir aus der Vor-Womo-Zeit, als wir mal in der Nähe von Morlaix ein Ferienhäuschen hatten.


Vitré ist eindeutig zu schade um vorbeizufahren. Wenn der Stellplatz hinter dem Bahnhof ein bisschen einladender wäre, hätten wir dort übernachtet, schon um eines der vielversprechenden Restaurants in der Altstadt auszuprobieren. Und eine Besichtigung von Rennes können wir auch empfehlen. Hierfür ist der Camping les Gayeulles bestens geeignet: Gut anzufahren und direkte Bus Anbindung in die Innenstadt. Wem der Camping mit ca. 30€ pro Nacht zu teuer ist, der kann vielleicht mit etwas Glück einen der Wohnmobilstellplätze vor dem Eingang ergattern. (--> Link)

TiborF am 01 Dez 2018 11:43:26

Da habt ihr es ja wirklich gut angetroffen in Carantec ........... so was muss man sich mal merken. :D

Freue mich schon auf's Weiterfahren. Und sage Danke für den wundervollen Reisebericht.

kukeulke am 01 Dez 2018 14:05:24

TiborF hat geschrieben:Da habt ihr es ja wirklich gut angetroffen in Carantec ........... so was muss man sich mal merken. :D


Ja, das war wirklich Glück - erstens den Platz zu finden und zweitens bei Ebbe einzutreffen, wenn noch niemand da ist.

kukeulke am 01 Dez 2018 23:12:58

Weiter geht's …



Am Dienstagmorgen (28.8.2018) wollen wir Hinkelsteine sehen. Um 11:00 Uhr sind wir reisefertig und wir fahren zum Menhir von Kerloas. Dieser Menhir steht ziemlich einsam in der Landschaft und nur sehr kleine Sträßchen führen dort hin. Vielleicht ist Obelix beim Ausliefern dieses Hinkelsteines eine Wildschweinjagd dazwischen gekommen und er hat den Hinkelstein einfach in der Pampa vergessen.



Dieser ca. 9,50 Meter hohe Menhir ist einer der beiden höchsten noch aufrecht stehenden Menhire in Frankreich. Der Stein wiegt ca. 150 Tonnen und wurde aus einer Entfernung von ca. 3 Kilometern hier her gebracht! Eine enorme Leistung, die die Menschen vor ca. 6000 Jahren vollbracht haben! Bis heute ist nicht klar, welchem Zweck diese Steinkolosse dienten. (Auch Obelix hat die Dinger nur aus dem Fels gehauen und ausgeliefert … ohne weitere Worte darüber zu verlieren)



Bei diesen Sträßchen sind wir froh, wenn uns nicht gerade ein Reisebus entgegen kommt. Wir haben jedenfalls Glück und müssen nur wenigen PKW ausweichen.



Wir peilen die nächste Sehenswürdigkeit auf unserer Reise an: Wir wollen den Ort Le Conquet, 20 km westlich von Brest besichtigen. Gleich am Ortseingang gibt es einen Wohnmobilstellplatz, auf dem wir parken dürfen, auch wenn wir nicht hier übernachten wollen.



Wir kommen gerade noch rechtzeitig, um zu beobachten, wie vor unserer Nase der Wochenmarkt abgebaut wird. Schade, wir wären gerne über den Markt gebummelt und hätten die ein oder andere Leckerei eigekauft. So nehmen wir in einer Creperie eine „Crepe Nordman“ mit Räucherlachs zu uns, trinken Kaffee und wandern dann über die Fußgängerbrücke an den „Pointe de Kermorvan“.



Wie immer – sobald wir ans Meer kommen ist es weg. Ebbe. Nur noch einige Restpfützen zeugen davon, dass hier regelmäßig Wasser ist und die Brücke tatsächlich einen Sinn hat.



Am anderen Ufer fällt uns dieses Schlossähnliche Anwesen auf. Wer hier wohl putzen muß?



Auf dem Weg zur Landspitze bieten sich uns malerische Aussichten zurück auf den Ort „Le Conquet“.



Der Weg zum „Pointe de Kermorvan“ ist länger als angenommen und es ist sehr windig. Aber wir wandern tapfer bis wir die Spitze der Halbinsel erreichen und werden dort mit einer schönen Aussicht auf den Leuchtturm und auf das Meer belohnt. Der Leuchtturm kann nicht besichtigt werden. Er wird von Brest aus ferngesteuert. (--> Link)



Hier sind mehrere Paraglider unterwegs, die das windige Wetter ausnutzen. Wegen der Aufwinde an der Steilküste können sie sehr lange in der Luft bleiben. Immer wieder steigen sie hoch, segeln dann in Schleifen und Kehren Richtung Strand um dann wieder im Aufwind aufzusteigen.







Weil wir erst gegen 16:30 am Wohnmobil zurück sind und uns der Stellplatz hier in Le Conquet nicht zum Übernachten einlädt, fahren wir auf der zuvor erwanderten Halbinsel auf einen Campingplatz. Die etwas überforderte junge Dame an der Rezeption weist uns eine Parzelle zu, in der wir das Wohnmobil weder in voller Länge unterkriegen noch eben hinstellen können. Selbst Keile wären hier keine Hilfe. Wir belegen kurzerhand eine andere freie Parzelle und klären das anschließend mit der Rezeptionistin. Unsere Stromkabel reichen gerade so bis zum Stromanschluss – jeder Zentimeter der 50 Meter Kabel wird gebraucht.



Das Ergebnis kann sich sehen lassen - eine idyllische Ecke nur für uns. Dieser Campingplatz (Les Blancs Sablons) ist dennoch einer der schlechtesten Campingplätze, denen wir in unserer bisherigen Camper-Laufbahn begegnet sind: Weite Wege, die Sanitäranlagen sehr sanierungsbedürftig und wenn man noch eine Seife mit in die Dusche nimmt, kann man sich dort nicht mehr umdrehen. Aber für eine Nacht geht es …



Am Mittwochmorgen verlassen wir um 11:00 den Campingplatz und wollen gemütlich über die Küstenstraße zum Pointe de St. Mathieu fahren. Deshalb müssen wir zurück nach Le Conquet und werden dort von Mathilde wieder einmal durch enge Straßen geführt. Plötzlich steht ein dicker LKW vor uns und es gibt keine Ausweichmöglichkeit. Auf den Gehweg können (wollen) wir nicht ausweichen, die Bordsteine sind sehr hoch – also muss einer von uns rückwärtsfahren. Hinter dem LKW steht aber schon ein weiteres Fahrzeug – hinter uns steht noch niemand. Pech für uns. Rückwärtsgang rein – Rückfahrkamera zeigt kein Bild! Nochmal Pech für uns. Gaaanz langsam rollen wir ca. 100 m rückwärts bis ein Stück abgesenkter Bordstein die Möglichkeit zum Auffahren bietet. Der LKW fährt auch auf den Gehweg und aufgrund der Schräglagen beider Fahrzeuge und wegen des hohen Gehwegs sind unsere Dächer nur Zentimeter auseinander. Ganz langsam schieben wir uns aneinander vorbei.

Püh – geschafft.

Der Weiterfahrt zum Pointe de St. Mathieu steht nach diesem Abenteuer jetzt nichts mehr im Wege. Dort angekommen finden wir problemlos einen Parkplatz an der Straße. Wir steigen aus und es werden sofort Erinnerungen wach. Hier waren wir 1979 schon einmal, alles wirkt irgendwie vertraut und trotzdem ganz anders.



Wir spazieren vom Parkplatz aus die Steilküste entlang bis zu den Leuchttürmen und zur Klosterruine.



Vor 39 Jahren gab es hier noch keine Siedlung – nur die Ruine und die beiden Leuchttürme. Mittlerweise stehen hier mehrere Wohnhäuser, eine Bar/Restaurant sowie ein Monument zu Ehren von Seeleuten die Ihr Leben für die „Grande Nation“ ließen.



Abgesehen davon sieht aber alles noch so aus, wie wir es in Erinnerung haben - nur das Wetter ist dieses Mal wesentlich besser …





In der Bar trinken wir noch einen Kaffee bevor wir der Küstenstraße nach Plougastel folgen, wo wir auch nach wenigen Kilometern ankommen.

Auf dem etwas abseits liegenden Park- / Stellplatz in der „Rue de la Fontaine Blanche“ finden wir noch ein Plätzchen und essen hier erst einmal zu Mittag bevor wir den Ort erkunden. Viel Sehenswertes gibt es hier nicht, aber wir sind auch hauptsächlich wegen des „Kalvarienberges“ hier.







Ab Mitte 15. Jahrhundert bis ins 17. Jahrhundert entstanden in der Bretagne zahlreiche Kalvarienberge. Diese Kunstwerke stellen stets die Passion Christi dar und wurden immer in der Nähe einer Kirche errichtet. Viele Orte in der Bretagne konkurrierten darin, den schönsten, den größten oder den aufwändigsten Kalvarienberg zu besitzen. Der Kalvarienberg in Plougastel ist jedenfalls sehr sehenswert.

Nachdem wir dieses Kunstwerk ausgiebig gewürdigt haben, werfen wir noch diverse Ansichtskarten für die Daheimgebliebenen ein und trinken in einer netten kleinen Bar noch unseren obligatorischen „Stadtbesichigungskaffee“.

Mathilde führt uns anschließend mitten durch Brest hindurch. Auch hier foppt uns eine Umleitung, aber Mathilde und die U-Beschilderung führen uns souverän durch den recht dichten Nachmittagsverkehr. Unser nächstes Ziel ist die Halbinsel Crozon, die wir nach Überquerung einer sehenswerten Brücke über die Aulne erreichen. Leider entdecken wir keinen Parkplatz in der Nähe der Brücke, deshalb gibt es davon auch keine Fotos.

Im kleinen Ort „Le Fret“ finden wir einen schön gelegenen Stellplatz an einem See und nur 100 Meter vom Strand entfernt. Der Automat für die Stellplatzgebühr funktioniert nicht und die Schranke ist geöffnet – wir nehmen die Einladung an. Später versuchen wir den Automaten noch zu überreden die Gebühr von unserer Mastercard abzubuchen – ohne Erfolg.



Der Stellplatz in Le Fret: (--> Link)







In einer nahegelegenen Bar gibt es für uns noch einen Cidre und ein Pression bevor wir uns schließlich ins Womo zurückziehen. Heute kochen wir Spaghetti mit Muscheln und Crevetten, genießen noch ein Gläschen Merlot und verbringen anschließend eine ruhige Nacht in unserer fahrenden Hütte.

Der Ort „Le Fret“ ist zwar sehr klein, aber einen Schiffsfriedhof gibt es dennoch – hier parken ausgediente Schiffe trotz Halteverbot …



Vor unserer Abfahrt kaufen wir in der „Epicerie Du Bout Du Monde“ noch ganz frisches Baguette für unser Frühstück. Hinter dem malerischen Namen verbirgt sich auch die Bar, in der wir gestern unseren Schlummertrunk eingenommen hatten.



Von Le Fret geht es weiter zum „Pointe des Espagnols“. Wir müssen nur ungefähr 12 Kilometer fahren bis zu dem Aussichtspunkt gegenüber von Brest. Wir folgen zunächst der D55 und danach der D355 bis wir den großen Parkplatz am Pointe des Espagnols erreichen. Bei diesigem Wetter ist der Blick auf Brest leider nicht wirklich klar wie man auch auf den Fotos erkennen kann.





Der U-Boot Hafen der französischen Marine in Brest ist im Dunst kaum zu sehen.





Auch wenn das Wetter etwas trübe ist, die Farben der Sträucher und Gräser sind schon toll.





Auf kleinen und engen Straßen (wir bleiben auf der D355) geht es weiter - vorbei an vielen schönen Aussichtspunkten - bis zum Stellplatz in Camaret sur Mer. Als wir auf dem Stellplatz eintreffen, ist die Schranke geöffnet. Wir fahren auf eine Parzelle und zahlen a, Automat, nachdem wir uns eingerichtet haben. Am Automaten bekommen wir einen Zettel mit dem Ausfahrt-Code.

Heute sind wir nur 24 Kilometer gefahren.



Direkt neben dem Stellplatz ist ein großes Feld mit Menhiren. Die werden natürlich sofort besichtigt.
Die Alignements de Lagatjar (--> Link)





Später nach einem leckeren Mittagessen auf dem Stellplatz wandern wir zum „Pointe de Penhir.“ Die Route entlang der Steilküste ist wunderschön. Es geht vorbei an der Ruine eines schlossähnlichen Landsitzes, den der französische Dichter „Saint-Pol-Rux“ erbaut hat. Zerstört wurde er 1944 bei einem Bombardement der Alliierten.









Während unserer Wanderung zum „Pointe de Penhir“ passieren wir mehrere alte, verfallene Bunker der Wehrmacht, sowie eine Gedenkstätte für die Gefallenen des 2. Weltkrieges.



Der Weg entlang der Steilküste beschert uns viele tolle Aussichten:









Am Pointe de Penhir angekommen haben wir zwar eine wunderschöne Aussicht auf das Meer, aber auch auf viele Leute, die ebenfalls die Aussicht genießen möchten. Es gestaltet sich ziemlich schwierig, die schöne Landschaft zu fotografieren, ohne dass einer der vielen Besucher auf dem Bild ist. (Frei nach Konstantin Wecker: Vereinzelt springen Touristen über die Wiesen)



Von der bretonischen Küste können wir nicht genug bekommen: wild, romantisch, zerklüftet, steil, Wellen, Sandstrand, Felsen – es gibt hier einfach alles und davon reichlich.





Wir klettern ein wenig auf den Felsen herum und wandern der Straße entlang zum Stellplatz zurück. Abends wollen wir essen gehen, aber wir sind wohl viel zu früh hungrig ...

… wir spazieren in den Ort Camaret sur Mer und suchen ein Restaurant – aber alle haben noch geschlossen und öffnen erst in ca. 1 Stunde. Tja, in Frankreich wird eben später gegessen. Weil uns unser Magen anknurrt als wir überlegen wie wir die knappe Stunde verbringen sollen, spazieren wir schnurstracks zum Stellplatz zurück, kaufen aber vorher noch Brot zum Fertigbacken fürs Frühstück ein.

[Fortsetzung folgt ...]

kukeulke am 02 Dez 2018 14:44:10

Bei unserer Abfahrt am Freitagmorgen ist die Schranke des Stellplatzes zu. Wir haben zwar unseren Code, tippen den auch ein, aber die Schranke hebt sich nicht. Wiederholte Eingabe des Codes wird vom stumpfsinnigen Automat nur mit einem lapidaren „Code non valide“ quittiert. Entweder stand das Wohnmobil bei der ersten Eingabe des Codes zu weit vor der Schranke oder der Code ist ungültig, weil bei Zahlung die Schranke nicht geschlossen war. Jedenfalls hat unser Vorgänger – ein Franzose – dasselbe Problem. Er ruft eine Service Nummer an und erhält einen „Code Emergence“ den er freundlicherweise an uns weiter gibt. Dieser Code beendet unsere „Gefangenschaft“ und wir können uns endlich auf den Weg zum „Pointe de Van“ machen.



Bevor wir die nächste Halbinsel mit dem „Pointe du Van“ erreichen, lassen wir das Wohnmobil noch zum „Menez Hom“ hochklettern. Dies ist (nach den Bergen in den Monts d’Arrée) mit 330 Metern der höchste Berg in der Bretagne. --> Link



Bei schönstem Wetter haben wir eine super Aussicht.





Weiter geht es zum Pointe du Van. Die Strecke zieht sich, die D7 schlängelt sich durch die Halbinsel bis zum großen Parkplatz am Aussichtspunkt „Pointe du Van“ wo wir noch problemlos unterkommen.



Hier ist wesentlich weniger los als am „Pointe de Penhir“, dementsprechend besser gefällt es uns. Schöne Aussicht, viele Felsen und ein etwas rauer Wind.



Später fängt es an zu nieseln - bretonischer Sommer eben.





Da wir vor 39 Jahren bereits den Kontrast zwischen „Pointe du Van“ (= Natur, ruhig, wenig Touristen) und dem Pointe du Raz“ (= auch Natur, viel Rummel, viele Touristen) kennen gelernt haben, wollen wir diesen „Hot Spot“ diesmal auslassen.

Wir besichtigen lieber den Ort Audierne, den wir nach einigen Kilometern erreichen. Es gibt einen großen Parkplatz / Stellplatz, von dem aus man den Ort bequem zu Fuß erreichen kann. Auch hier ist der Parkautomat defekt also erübrigt sich die Frage, ob man nur fürs Übernachten oder auch fürs Parken bezahlen muss. --> Link



Wir bummeln durch den Ort und kaufen einige Mitbringsel für die daheim gebliebenen ein. Das Wetter lädt nicht gerade zum "draußensitzen" ein, also verzichten wir auf unseren ansonsten obligatorischen Stadtbesichtigungskaffee, verstauen unsere Einkäufe im Wohnmobil und planen unsere Weiterreise.





Zum Übernachten haben wir uns eine France Passion in der Nähe von Plovan ausgesucht. Dort werden wir erst vom Hund und dann vom Bauern freundlich begrüßt. Der Fermier zeigt uns, wo wir stehen dürfen und erzählt uns noch einiges über seinen Hof.

Aug in Aug mit Rindviechern und mit der direkten Aussicht auf die Kuhweide bleiben wir hier und verbringen eine ruhige Nacht auf dem ansonsten recht rustikalen Hof.



Anderntags verabschieden wir uns nicht ohne noch den Cidre der hier hergestellt wird zu probieren. Er wird uns stilecht in einer Keramiktasse serviert und schmeckt uns trotz der frühen Stunde ausgezeichnet. Wir beschließen, einige Flaschen davon käuflich zu erwerben. Nachdem wir die Einkäufe in den unergründlichen Tiefen unserer Heckgarage verstaut haben steht der Weiterfahrt nichts im Wege. (Btw: Vor der Abfahrt waren wir auf der Waage: 3280 Kilo inclusive kuke + ulke! Wir dürfen also einiges an Mitbringseln mitnehmen ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen :D)



Unsere nächste Station sind die Felsen von St. Guénolé. Die hier am Strand herumliegenden Felsen sind teilweise schon bizarr. Ein Schild warnt sogar in Deutsch vor der „sterblichen Gefahr“ wenn man hier unvorsichtig herumklettert.



Wie so oft wenn wir am Strand eintreffen ist Ebbe. Darüber hinaus ist es ziemlich Windstill. Deshalb ist die Brandung nicht bemerkenswert. Das haben wir bei unserer ersten Bretagne Rundreise vor 39 Jahren hier ganz anders erlebt. Im Gegensatz zu anderen Hot-Spots sind hier kaum Touristen zu finden. Dabei sind die Felsen wirklich sehenswert - auch ohne Brandung.



Zwerg Nase blickt seit vielen, vielen Jahren stumm aufs Meer :wink:





Nicht weit von den Felsen entfernt steht der Leuchtturm „Phare d‘ Eckmühl“, der als nächstes auf unserem Reiseprogramm steht.



Wir erklimmen die 307 Stufen und staunen über die tolle Aussicht. Dieser Leuchtturm ist mit 60 Metern Höhe einer der höchsten Leuchttürme in Europa. (--> Link)





Wenn man direkt hinunter blickt erspäht man folgendes:







Ich konnte nicht anders - ich musste die Treppe auch noch von unten fotografieren:





Ursprünglich wollten wir weiter nach Quimper. Aber morgen ist Sonntag und Stadtbesichtigungen sind sonntags eher langweilig. Deshalb und weil auch so schönes Wetter ist, wollen wir in Küstennähe bleiben.

Unsere Wahl fällt auf den Campingplatz „Les Hortensias“ in Loctudy. Dort angekommen gibt es erst einmal Mittagessen. Anschließend satteln wir die Fahrräder und radeln entlang der diversen Strände in die Stadt. Hier trinken wir etwas in einer netten Bar am Hafen mit wunderschöner Aussicht:



Bereits beim Einchecken auf dem Campingplatz wurden wir darauf hingewiesen, dass es am Abend zum Saisonausklang noch einmal Crepes und Galettes zum Mitnehmen gibt.

Wir decken uns am rustikalen Creperie-Wagen mit jeweils einem „Formule Big Breizh“ ein und schleppen unsere 6 Galettes zurück zum Womo und machen uns sofort darüber her. Lecker!



Die nächste Etappe führt uns nach Concarneau, der Stadt von Kommisar Dupin. (--> Link)

Am Bahnhof finden wir einen gut gefüllten Stellplatz, aber wir können uns noch zwischen zwei Womos quetschen. Unser Bummel führt uns vorbei am Amiral, dem Restaurant in dem auch „le Commissaire“ verkehrt.





Über eine Holzbrücke geht es in die malerische, von einer Stadtmauer umgebene Altstadt. Heute, am Sonntag wimmelt es hier nur so von Touristen. Aber die Stadt ist wirklich sehenswert! Man denkt gleich an Seeräuber, Freibeuter und Korsaren.

















Wir durchqueren die Altstadt und gehen auf der Stadtmauer wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Exkursion.



Wir sind uns sicher: Concarneau war einen Halt wert – nicht nur wegen Kommissar Dupin!

Wir können nicht genug bekommen vom Meer und nehmen deshalb Kurs auf die Halbinsel Quiberon. Unser ursprüngliches Ziel – Quimper verschieben wir auf einen späteren Besuch.

Unterwegs schauen wir uns noch die „Alignements von Kerzerho“ an.



(--> Link)



Auch hier hat sich Obelix ordentlich ausgetobt.

Wir erreichen die Halbinsel Quiberon nach schier „endlosem Gegurke“ durch volle Dörfer und staugeplagte Städtchen. Hier im Süden der Bretagne merkt man einerseits dass das Wetter noch sehr schön ist und dass andererseits hier auch sehr viele Bade- und Urlaubsorte liegen.

Auf der Quiberon fahren wir zum Camping Municipal De Penthievre. Die Anmeldung ist zwar verwaist aber ein Schild liefert einen Code, mit dem man die Schranke öffnen und einfahren kann. Sehr kundenfreundlich! Wir schauen uns um und finden einen schönen Stellplatz nicht weit vom Strand. Dieser Campingplatz ist riesig. Jetzt in der Nachsaison sind nicht mehr alle Sanitärhäuschen geöffnet und es sind auch bei weitem nicht alle Plätze belegt. In der Hochsaison geht es hier wahrscheinlich wie in einer Kleinstadt zu. Aber jetzt (Anfang September) ist es erfreulich leer.



Nach dem Abendessen spazieren wir zum nahen Strand und machen anschließend noch eine Platzrunde. Den gesamten Platz wollen wir nicht umwandern, er ist einfach zu groß. Weil es uns hier gefällt werden wir zwei Tage bleiben.

[Fortsetzung folgt ...]

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