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Im Spätsommer durch die Bretagne - ein Reisebericht 1, 2, 3, 4, 5


kukeulke am 27 Nov 2018 22:12:24

Vor genau 39 Jahren haben wir unsere erste Reise in die Bretagne unternommen. Damals mit einem altersschwachen Renault R4 und einem kleinen Zelt. Jetzt, 39 Jahre später wollen wir diese Tour noch einmal machen. Allerdings sind wir jetzt 39 Jahre älter, fahren Ducato statt R4 und Luftmatratzen aufblasen wollen wir auch nicht mehr…

Los geht's:

Am Samstag, den 18. August fahren wir um 8:45 morgens zuhause weg. Zum ersten Mal seit vielen Jahren wollen wir wieder für 3 ganze Wochen unterwegs sein. Zuhause ist alles geregelt, der Garten wird größtenteils automatisch bewässert und nach dem Haus schaut eine liebe Nachbarin.

Im August haben auch die Franzosen noch Ferien und wir rechnen damit, dass die Küstenregion in dieser Zeit noch überlaufen ist. Wir entscheiden uns deshalb dafür, nicht die „übliche“ Anreise in die Bretagne über den Mont St. Michel im Norden zu nehmen sondern über Troyes, Le Mans und Rennes anzureisen.

Wir kommen fast ohne Stau auf der A5 bis Baden-Baden und fahren dort über die Grenze. In Frankreich nehmen wir zunächst die A4 bis Phalsbourg und von da an die N4 und fahren über Nancy, St. Dizier bis nach Troyes. Hier ist die N4 meistens 4-spurig und wir kommen zügig voran.

Nach insgesamt 458 km haben wir genug von der Straße und steuern den Camping Municipal in Troyes an.



Mit 31 Euro ist der Platz nicht ganz billig, aber er liegt für uns ideal an der Strecke und einen Stellplatz mit V+E haben wir in Troyes nicht gefunden. Nachdem wir uns eingerichtet haben, ist erst mal ausspannen angesagt. Später gehen wir im Campingplatz Restaurant noch essen. Es gibt Spare Ribs mit Frites sowie Salat mit Räucherlachs.

Am nächsten Morgen nehmen wir vor der Weiterfahrt noch die V+E Station des Platzes in Anspruch und gehen anschließend die zweite Etappe unserer Bretagne-Anreise an.

Wieder auf der Straße nervt uns nach 30 Minuten ein Klappern. Wir finden aber weder heraus was da klappert noch wo es klappert. Irgendwann vermuten wir, dass es von außerhalb kommt, also fahren wir einen Parkplatz an und ich rüttle an den Aufbauklappen, an der Treppe und am Auspuff – Bingo!

Flugs krieche ich unters Auto und sehe die Bescherung: Ein Schutzblech zwischen Auspuff und Unterboden ist gerissen und klappert gegen den Auspufftopf! Wir bringen die „Wohnmobilisten-Wunderwaffe“ zum Einsatz und ich klebe das Blech mit Panzertape wieder notdürftig zusammen. Einer klapperfreien Weiterfahrt steht nun erst mal nichts mehr entgegen.

Unser Plan ist, bis Vitré (das liegt kurz vor Rennes) zu kommen und dort auf einem Stellplatz zu übernachten. Wir passieren Orléans und kutschieren gemütlich über Land. Irgendwie haben wir – offensichtlich bereits im Urlaubsmodus – vergessen dass heute Sonntag ist und unser Dieselvorrat zur Neige geht.

Hinter Orleans auf der D357 in Richtung Le Mans wird es immer leerer im Tank und in der Gegend auch. Kaum noch Dörfer oder Städtchen. Fast kein Verkehr! Und die Tankstellen denen wir begegnen sind entweder mit Brettern vernagelt (wirklich!) oder geschlossen. Als wir die erste Automaten-Tankstelle an einem Intermarche entdecken zeigt der Bordcomputer noch eine Reichweite von 120 km an. Aber der Tankautomat will keine unserer Karten akzeptieren.

Also weiter auf der D357, Le Mans ist noch 100 km entfernt.

Könnte gerade so klappen.

Google findet zwischen hier und Le Mans keine geöffneten Tankstellen. Wir fahren spritsparend weiter, und behalten ständig die Momentan-Verbrauch-Anzeige des Bordcomputers im Auge. Nach einigen weiteren Kilometern – die Reichweite ist jetzt auf 80 km geschrumpft – in „the Middle of Nowhere“ ein Carrefour mit 24/7 Tanke.

Nächster Versuch. Die Tankstelle ist jedoch mit einem Hütchen abgesperrt. Wir ignorieren das, entfernen das Hütchen und … unsere Karte wird akzeptiert. Uff. 78 Liter zeigt die Uhr. Wir stellen das Hütchen wieder hin und nehmen erleichtert die Landstraße wieder unter die Räder.

Nach einer Mittagspause am Straßenrand beschließen wir, heute nicht mehr bis Vitré zu fahren und wählen einen Campingplatz in Loué (kurz hinter Le Mans) als Übernachtungsplatz aus. Dort kommen wir gegen 17:00 Uhr und nach insgesamt 357 km an. Nicht schlecht für die zweite Etappe.



Der Campingplatz in Loué liegt direkt hinter einem Freibad, in dem es auch abends noch hoch her geht – es ist ja auch Sonntagnachmittag und ziemlich heiß! Wir bestellen beim Einchecken noch Baguette und Croissant für morgen früh und begeben uns auf einen Spaziergang durch den benachbarten Park.



Der Park ist ziemlich voll - hier spielt vermutlich das gesamte Dorf Petanque! Jede halbwegs ebene Stelle des Parks wird als Spielfeld genutzt!

Am nächsten Morgen peilen wir dann das Ziel an, das wir eigentlich gestern schon erreichen wollten: Vitré, das Tor zur Bretagne! Wir folgen weiter der D357 die kurz vor Laval zur D57 wird und finden am Ortseingang von Laval auch einen Carrefour in dem wir Lebensmittel, Wasser und Wein einkaufen.



Wir erreichen Vitré. Unser Reiseführer empfiehlt einen Parkplatz direkt hinter dem Bahnhof – und wirklich - hier gibt es gleich mehrere Möglichkeiten unser Mobil zu parken.



Vitré ist ein sehr schönes Städtchen, wir schlendern durch die Gassen, besuchen das Schloss und trinken später auch noch einen Kaffee in einer Bar am Straßenrand. Der Urlaub hat begonnen!



Vom Bahnhof kommend betreten wir die Fußgängerzone in der Altstadt.



Bei unserem Weg zum Schloss finden wir noch dieses Prachtstück von Renault. Mit einem roten Exemplar dieser unkaputtbaren Automobile sind wir vor 39 Jahren mit einem kleinen Zelt zum ersten Mal in die Bretagne gefahren. So gesehen ist die diesjährige Tour durch die Bretagne fast eine Jubiläumstour …



Das Château bzw. die Burg von Vitré:





Dieser Bock hat die Mauer des (leeren) Burggrabens erklommen – irgendwie müssen die Gräser hier oben besser schmecken als die weiter unten. Jedenfalls war uns nicht klar, wie das Tier später wieder nach unten kommen wird …







Ein leckeres Eis muss natürlich auch noch sein …



… und den Tiger haben wir auch nicht geweckt …







Vitré ist wirklich sehenswert – wir haben unseren Rundgang sehr genossen und wenden uns nun unserem nächsten Ziel – Rennes - zu. Mathilde (unser Navi) will uns partout über die Autobahn lotsen, aber wir wollen lieber die kleineren Straßen nutzen. Zum Campingplatz führt sie uns dennoch zuverlässig. Heute haben wir insgesamt entspannte 194 km zurückgelegt.



[Fortsetzung folgt]

AndreasS am 28 Nov 2018 08:41:19

Sehr schöner Beitrag,
bin gespannt, wie es weiter geht. :)

kedi3001 am 28 Nov 2018 08:46:33

Hallo Ihr Beiden,

sehr unterhaltsam geschriebener, toller Reisebericht, der uns an unsere Tour Anfang dieses Jahres erinnert.
Vielen Dank dafür!! :)
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

LG
Conny

TheWall am 28 Nov 2018 09:02:46

Sehr schön, danke für´s mitnehmen :)

knutschkugel am 28 Nov 2018 09:57:34

Toller Bericht Danke!

Johann53 am 28 Nov 2018 10:06:27

Da die Bretagne auch ein Ziel von mir in den nächsten 2 Jahren sein wird, lese ich natürlich jede Zeile dieses so locker beschriebenen Berichts und betrachte mit Vorfreude die schönen Bilder.
Danke dafür und alles Gute weiterhin. :zustimm:
Johann

Aretousa am 28 Nov 2018 10:09:58

Sehr schöner Anfang der "Jubiläumstour". Ich fahre weiter mit.

Julia10 am 28 Nov 2018 10:22:45

Der Anfang gefällt mir ausgesprochen gut, bin gespannt, wie es weitergeht :)

Säcker am 28 Nov 2018 10:29:41

Ich bin auch dabei. :D

schuga am 28 Nov 2018 10:38:03

Ich steige auch mal zu :) .

Der Bericht liest sich toll. Vitre ist wirklich eine tolle Stadt - wir waren dieses Jahr auch dort aber bei uns war es
der Abschluß der Bretagne-Tour (Seufz) . Unser "Einstieg" in die Bretagne erfolgte über Fougeres. Das ist aber gar nicht
soweit von Vitre entfernt.

Bin gespannt wie es weiter geht :)

Gabi

TiborF am 28 Nov 2018 10:38:23

Sehr schöner Bericht bis jetzt - freue mich schon auf die Fortseztung.

rapija am 28 Nov 2018 11:39:18

Super Bericht, freue mich auf die Fortsetzung!
Auch wir sind schon lange nicht mehr in Frankreich unterwegs gewesen. Die Bretagne reizt uns auch.
Herzlichen Gruss Sepp

kampfzwerg am 28 Nov 2018 12:26:50

Sehr schön, bin auch mal zugestiegen :oops: und werde gerne weiter mit fahren. Freue mich auf die Fortsetzung.

PietroMobil am 28 Nov 2018 12:52:04

Sehr schöner Bericht, freu mich schon auf die Fortsetzung :-) ! Wir waren 1999 mit den Kindern dort, eine Radtour mit Zelt und Camping Kocher, mehr oder weniger "rund" um die Bretagne. War wunderschön, trotz einiger Regentage. Wir kommen sicher wieder, diesmal auch mit dem WoMo.

Bikerxxl am 28 Nov 2018 13:56:47

Ich bin auch zugestiegen. Sehr schöne Fotos und ich freue mich auch auf die Fortsetzung!
Gruß Biker

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