Zusatzluftfeder
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Gasprüfung und der Tüv


van314 am 29 Nov 2018 20:09:03

Hallo,

vor kurzem war es soweit. Mein aktuelles Wohnmobil mußte zum ersten Mal zum Tüv.

Auf der Seite des Tuev Nord ist folgender Hinweis zu lesen:

Wenn Sie mit Ihrem Wohnanhänger oder Wohnmobil zur Hauptuntersuchung kommen, bringen Sie bitte eine gültige Prüfbescheinigung für die Flüssiggasanlage mit. Ohne diese können wir die Hauptuntersuchung nicht mängelfrei abschließen.
Bei Wohnmobilen dürfen wir Ihnen in diesem Fall keine geben. Die Gefahren, die von einer möglicherweise undichten Gasanlage ausgehen, sind zu groß.
Bei Wohnwagen vermerken wir diesen Mangel im Untersuchungsbericht. Der Prüfer darf dem Anhänger trotzdem eine Plakette aufkleben.

Also Wohnwagen bekommen trotz mangelhafter Gasanlage die Plakette, Wohnmobile aber nicht.

Mein Fahrzeug war mängelfrei und hat eine neue Plakette bekommen. Der Sachverständige hatte nach der Gasprüfung gefragt, das gelbe Heft gesichtet und damit war alles in Ordnung.

Auf meine Frage, auf welcher Rechtsgrundlage die Plakette für das Wohnmobil verweigert werden könnte, wich er aus, meinte, das hätte schon seine Richtigkeit, er wisse momentan nicht, wo genau dies stehe, würde sich aber schlau machen.

Meines Erachtens wird er nichts finden. Aber vielleicht kann mich ja der eine oder andere Rechtsexperte auf die richtigen Stellen im Gesetz hinweisen.

Den §29 STVZO, einschließlich Anlage VIII, sowie die weiteren Anlagen a bis e, habe ich alle komplett durchgelesen. In Anlage VIII findet sich unter 3.1.1.2 der folgende Text:
Die Untersuchung der Gasanlagen für Antriebssysteme von Kraftfahrzeugen nach Nummer 1.2.1 in Verbindung mit Anlage VIIIa Nummer 6.8.5 kann als eigenständiger Teil der Hauptuntersuchung von einer dafür nach Anlage XVIIa anerkannten Kraftfahrzeugwerkstatt durchgeführt werden (wiederkehrende Gasanlagenprüfung).

Ansonsten finde ich keinen weiteren Hinweise zur Prüfung der Gasanlage unter Anlage VIII, a bis e.

Nun hat mein Fahrzeug keine Gasanlage für Antriebssysteme. Auch Anlage VIII a unter 6.8.5 bezieht sich nur auf die Prüfung eines gasbetriebenen Fahrzeuges. Wieso also ist die zweijährige Gasuntersuchung Pflicht und führt ggfs. zum Nichtbestehen der Hauptuntersuchung.

Und beim Wohnwagen nicht?

Wer kann mich auf die relevanten Gesetztesstellen hinweisen?

Viele Grüße

Norbert

jack17de am 29 Nov 2018 20:23:09

ich hol schonmal Bier und Popcorn... ;-)

RETourer am 29 Nov 2018 20:34:30

van314 hat geschrieben:
Wer kann mich auf die relevanten Gesetztesstellen hinweisen?



Wie wäre es,wenn du da nachfragst, wo die Verordnungen herkommen. Foren sind da sich nicht die richtige Fundestelle.
Versuch es doch beim BMVI oder beim jeweiligen Landesverkehrsministerium.

Die Suchfunktion wäre auch eine Option. Ich meine mich zu erinnern, dass das Thema schonmal mehr oder weniger befriedigend diskutiert wurde.

van314 am 29 Nov 2018 20:37:04

Bier habe ich auch schon. Aber Popkorn?

Das ist doch eher ein trockenes Thema und der Unterhaltungswert gering.

Meiner Meinung nach legitimiert der Paragraph §29 den Tüv nicht zu einer Gasprüfung bei der HU für Fahrzeuge ohne Gasantrieb. Ein Kühlschrank oder Heizung ist jedenfalls kein Gasantrieb.

kapewo am 29 Nov 2018 20:49:12

Die Durchführung der HU beinhaltet in den Prüfpunkten " Fahrgestell, Rahmen, Aufbau, daran befestigte Teile" auch den Prüfpunkt : Heizung (nicht elektrisch und nicht mit Motorkühlmittel als Wärmequelle). Hier die Untersuchungskriterien Zustand (Auffälligkeiten) und Ausführung, sowie ggf. ergänzend Zustand, Prüf- bzw. Austauschfristen und Funktion.
Nun gibt es zweierlei Möglichkeiten dies zu prüfen. Entweder es wird die Gasprüfung neben der HU bei der Prüforganisation durchgeführt oder es wird die mängelfreie Heizanlage über die Gasprüfbescheinigung nachgewiesen.
Nebenbei ist die Flüssiggasanlage zu Heizzwecken (Verbrennungsheizgerät) Bestandteil der EG-Typengenehmigung bzw. Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.
Eine defekte Flüssiggasanlage zu Heizzwecken kann ja auch ganz schnell zur Straßenverkehrsgefährdung führen, da sie sich mit dem Fahrzeugführer im selben "Raum" befindet. Und deswegen gibt es beim WoMo keine Plakette und beim Wohnwagen eine Plakette mit Eintrag.

Das wurde Anfang des Jahres hier schonmal alles durchgekaut. --> Link

AntonCoeln am 29 Nov 2018 20:52:04

Das ganze ist sehr einfach, die Heizung hat eine allg.Bauartgenehmigung des KBA je nach typ S300 oder S301, und darin ist vermerkt das bei Einbau in KFZ nach EU-Richtlinien die Vorschriften des Verwendungsland beachtet werden müßen. Dies ist in Deutschland das Arbeitsblatt G 607 , und in diesem ist die Prüffrist festgelegt. Und sollte dies nicht beachtet werden, hat die Bauartgenehmigung keinen Bestand, und Heizungen ohne BG dürfen im KFZ nicht verwendet werden und sind daher zur Erlangung der TÜV Abnahme auszubauen

van314 am 29 Nov 2018 23:22:35

Ich bin neu im Forum. Das Thema wurde also im Forum schon mal "durchgekaut", wie der Link von Peter zeigt. Das wußte ich nicht, ich lese seit vielen Jahren im Forum mit ohne Mitglied zu sein, aber ich lese auch nicht alles. Ich bin auf das Thema gestoßen, weil mein Womo zum Tüv mußte.

Ich habe mir den Link jetzt komplett durchgelesen. "Durchgekaut" beschreibt es. Ich bin aber nicht schlauer geworden. Sicherheitsfanatiker liefern sich eine Schlacht mit Hobbyjuristen und alle haben irgendwie Recht. Trotzdem, mir hat das Lesen Spass bereitet, ich mag lebhafte Diskussione, auch wenn diese zu keinem Ergebnis führen. Dabei ist die Frage eher einfach. Was genau legitimiert die Prüforganisationen die Gasprüfung mit in die HU aufzunehmen?

kapewo zitiert die HU Prüfungsordnung und AntonCoeln verweist auf die ABE der Heizung und das diese ungültig werde, wenn diese nicht alle zwei Jahre mit einer Gasprüfung überprüft wird.

Klingt alles einleuchtend, aber wo steht das? Die Prüforganisationen können und dürfen nur etwas prüfen, wenn die Prüfung gesetzlich vorgeschrieben ist und die einzuhaltenden Grenzwerte gesetzlich geregelt sind und die Prüforganisation berechtigt ist die Prüfung durchzuführen. Die technischen Regeln eines Verbandes sind für die Prüfung nicht von Bedeutung, es sei denn die Lobbyorganisation hat es geschafft, dass die Regeln oder der Verweis darauf verbindlich im Gesetz bzw. der daraus abgeleiteten Verordnung stehen.

Das Thema ist "durchgekaut", aber die Frage ist für mich noch nicht zufriedenstellend geklärt.

Meinungen helfen sicher nicht weiter. Es versteht sich von selbst, dass der Betrieb einer Gasanlage jederzeit sicher sein muß und es ist auch klar, dass jeder der nicht dafür sorgt, dass seine Gasanlage sicher ist, im Falle eines Falles fahrlässig oder grob fahrlässig handelt. Was das bedeutet, wird einem der Rechtsanwalt vor der Gerichtsverhandlung erklären. Das alles hat aber nichts mit der Frage zu tun: Darf der Tüv das?

wolfherm am 29 Nov 2018 23:27:08

Ja und jetzt? Da wir das ja nicht zu deiner Zufriedenheit durchgekaut haben, wäre es schön, wenn du da mal recherchieren könntest, um uns zu erleuchten. Klapper mal die einschlägigen Quellen ab.

Lancelot am 29 Nov 2018 23:29:03

van314 hat geschrieben: Darf der Tüv das?

Fakt ist : er tut's :!:

Ob deshalb eine Feststellungsklage wirklich Sinn macht ... :?

van314 am 29 Nov 2018 23:48:17

Och Mensch Wolfgang,

ja, er tut es und es stört mich auch nicht, dass er es tut. Ich glaube sogar, dass er es darf, denn der Tüv würde nichts tun, was er nicht darf, schon alleine aus Kostengründen.

Trotzdem, ich will nicht glauben, sondern ich will es wissen, um des Wissens willen.

Ich will nicht klagen, da gibt es andere Dinge, die wichtiger sind, z.Bsp. wollen die demnächst meinen dreijahre alten Diesel mit Fahrverbot belegen.

Wenn ich Dinge nicht verstehe oder Dinge nicht transparent sind, dann ist das unbefriedigend.

Lieben Gruß
Norbert

Elgeba am 30 Nov 2018 00:29:31

Mir ist das völlig egal.Es muß mitgemacht werden um das Auto durch die Prüfung zu bringen,ist kein großer Aufwand,also was soll es.Dafür brauche ich keine Diskussionen.


Gruß Bernd

kampfzwerg am 30 Nov 2018 08:41:38

Hm, schon einmal darüber nachgedacht, dass die Prüforganisationen von oberster Stelle den Auftrag erhalten, diese Prüfungen durchzuführen und somit- unter Beachtung der festgelegten Prüfungsrichtlinien - also berechtigt sind.

Nur meine Meinung.

bigmacblau am 30 Nov 2018 12:04:40

kapewo hat geschrieben:Die Durchführung der HU beinhaltet in den Prüfpunkten " Fahrgestell, Rahmen, Aufbau, daran befestigte Teile" auch den Prüfpunkt : Heizung (nicht elektrisch und nicht mit Motorkühlmittel als Wärmequelle).


Man könnte das noch weiter treiben, denn ich habe eine Dieselheizung, und jetzt?

Wolfgang

rodiet am 30 Nov 2018 12:21:01

Ich lasse meine Gasprüfung schon seit Jahren gleichzeitig mit dem TÜV machen. Damit habe ich den geringsten Zeitaufwand und keinerlei Probleme.

bigmacblau am 30 Nov 2018 12:22:35

Um die Verwirrung komplet zu machen, hier ein Text der BFG ev.
--> Link
gruß
Wolfgang

Knaus650MEG am 30 Nov 2018 12:26:28

van314 hat geschrieben:

Das Thema ist "durchgekaut", aber die Frage ist für mich noch nicht zufriedenstellend geklärt.


Nicht entmutigen lassen, bleib dran und sobald du die Antwort zufriedenstellend ergründet hast teile sie uns bitte mit.

wolfherm am 30 Nov 2018 12:28:11

bigmacblau hat geschrieben:Um die Verwirrung komplet zu machen, hier ein Text der BFG ev.
--> Link
gruß
Wolfgang



Und? Was soll uns das jetzt sagen?

Testsieger am 30 Nov 2018 12:32:40

Dire Antwort ist ganz einfach!
Ein Wohnanhänger gilt als normaler Anhänger der keine Gasprüfung benötigt .
Ergo wenn Du keine Gasprüfung bestehst kannst Du auch ohne fahren.
Habe das selber so einige Jahre gemacht.
Beim WOMO ist sie Teil der Hauptunersuchung bzw. musst Du diese haben um zu bestehen.

Gruß Dirk

andwein am 30 Nov 2018 17:00:06

van314 hat geschrieben:...Trotzdem, ich will nicht glauben, sondern ich will es wissen, um des Wissens willen. Norbert

Dann mach das gleiche was wir auch alle machen. Wenn keiner eine Antwort weiß, dann muss man selber recherchieren!!!
An "bigmachblau"
Zu deiner Frage: Man könnte das noch weiter treiben, denn ich habe eine Dieselheizung, und jetzt? auch eine Antwort.
1. Eine Dieselheizung benötigt keine Gasprüfung!
2. Alle, im Womo verbauten Gasverbraucher haben eine "Flammschutzeinrichtung". Erlöscht die Flamme wird die Gaszufuhr abgesperrt. Kein Gas kann ausströmen und explodieren. Diese Flammschutzeinrichtung wird bei einer sachgerechten Prüfung getestet. Liegt diese Prüfung nicht als OK vor, kann der TÜV diesen Teil der HU als nicht gegeben dokumentieren und die Plakette verweigern.
Ist aber nur mein Verständnis, ich finde diesen Teil OK, Gruß Andreas

van314 am 30 Nov 2018 17:00:52

bigmacblau hat geschrieben:Um die Verwirrung komplet zu machen, hier ein Text der BFG ev.
--> Link
gruß
Wolfgang


Danke Wolfgang,

nach diesen "Quellen" habe ich gesucht. Die dort zitierten Gesetze und Verordnungen bringen mich weiter. Es wird eine Weile dauern, bis ich mich da durchgeackert habe.

Meine erste Erkenntnis ist, dass die StVZO, auf die ich mich beziehe, nicht die aktuellste ist, ich muss also nachlesen, welche aktuellen Änderungen die Prüfvorschriften für den Tüv beinhalten.

Von Deinem Link aus führen eine Vielzahl von Links weiter in die Verästelungen der einzelnen Verordnungen. Da muss ich mich jetzt vertiefend einlesen, wie gesagt, das braucht einige Zeit.

Eine erste vorläufige (ich kann mich als noch irren) Erkenntnis habe ich aber schon: die berechtigten Prüforganisationen dürfen und durften keinen Mangel aufgrund einer Gasprüfung feststellen und aus diesem Grund die Plakette verweigern, es gibt einfach keine Rechtsgrundlage in der StVZO dafür.
Und eine zweite Einschätzung habe ich auch schon: Das wird sich in Zukunft ändern. G607 wird für zukünftige HUs verbindlich. Ich weiß nicht, ob und wie ich aus anderen Internetseiten zitieren darf, deshalb lasse ich das erst einmal so stehen.

Norbert

AntonCoeln am 30 Nov 2018 19:36:38

Was ich dazu geschrieben habe ist das mit kurzen Worten was dazu Truma äußert.

bigmacblau am 01 Dez 2018 13:28:17

wolfherm hat geschrieben:Und? Was soll uns das jetzt sagen?


Du musst auch das Zitat lesen welches in dem Beitrag vorkommt. Dann versteht Du auch meinen Beitrag.
Gruß
Wolfgang

van314 am 01 Dez 2018 21:44:46

Es geht weiter,

van314 hat geschrieben:
Eine erste vorläufige (ich kann mich als noch irren) Erkenntnis habe ich aber schon: die berechtigten Prüforganisationen dürfen und durften keinen Mangel aufgrund einer Gasprüfung feststellen und aus diesem Grund die Plakette verweigern, es gibt einfach keine Rechtsgrundlage in der StVZO dafür.


Wie komme ich zu dieser Einschätzung?

Für die, die keine Lust haben, den ganzen Text zu lesen, hier die Kurzform:

§29 der StVZO ist die Handlungsgrundlage der Prüforganisationen. Die Gasprüfung ist dort nicht erwähnt und/oder geregelt. Deshalb kann der Prüfung keinen Mangel für eine Gasanlage feststellen und deshalb die Plakette verweigern.



Und ab hier ganz genau:
Anlage VIIIa der StVZO führt unter Gliederungspunkt 6 "Untersuchung" genau aus, was die Prüfingenieure bei der HU untersuchen müssen.

Die Aufzählung der Systeme und Baugruppen/Bauteile, die für die HU verpflichtend geprüft werden müssen, erstreckt sich von Punkt 6.1 "Bremsanlage" bis Punkt 6.10 "Identifizierung und Einstufung des Fahrzeuges". Ich unterstelle, dass mir die Fachkompetenz geglaubt wird, und dass ich technische Regelwerke lesen und verstehen kann. Nicht ein Gliederungspunkt beinhaltet die Baugruppe der Gasanlage für Wohnzwecke, wie diese im Regelwerk G607 des Gasfachverbandes, beschrieben ist. Die Schlussfolgerung ist einfach: Die Prüfung der Gasanlage im Rahmen der HU (§29 der StVZO) ist gesetzlich nicht geregelt, deshalb kann der Prüfingenieur diese nicht bemängeln und aufgrund des Mangels die Plakette verweigern.

Verschiedene Beiträge hier im Forum verweisen auf entsprechende Stellen in der StVZO und das damit die Gasprüfung als Bestandteil der HU Pflicht ist. Diese Argumente will ich etwas genauer untersuchen:

kapewo hat geschrieben:Die Durchführung der HU beinhaltet in den Prüfpunkten " Fahrgestell, Rahmen, Aufbau, daran befestigte Teile" auch den Prüfpunkt : Heizung (nicht elektrisch und nicht mit Motorkühlmittel als Wärmequelle).


bigmacblau hat geschrieben:Man könnte das noch weiter treiben, denn ich habe eine Dieselheizung, und jetzt?

Wolfgang


An anderer Stelle hat AntonCoeln darauf hingewiesen, dass die Heizung eine Bauartgenehmigung des KBA hat. Ich vermute, dass er eine Gasheizung meint, weil er auf den Hersteller Truma als Quelle seiner Informationen verweist. Der Hinweis ist richtig und hat seine Berechtigung. §22a der StVZO unter Absatz 1 findet sich als Punkt 1 der Aufzählungen für Bauteile, die amtlich bauartgenehmigt sein müssen: Heizungen in Kraftfahrzeugen. Von der Bauartgenehmigung ausgenommen sind elektrische Heizungen und Wasserheizungen (der normale Wärmetauscher für den Innenraum). Gemeint sind also alle Arten von mit Kraftstoff betriebenen Standheizungen, die am Fahrzeug verbaut werden. Womit ich bei Wolfgang bin. Benzin- und Dieselstandheizungen sind ebenfalls eingeschlossen. Die Dieselheizung braucht nach §22a StVZO ebenfalls eine Bauartgenehmigung. Unter Paragraph 35c finden sich dann die Bestimmungen für Einbau und Betrieb der Heizungen. Es findet sich jedoch kein Hinweis in der StVZO (bzw. habe ich keinen gefunden), wie von AntonCoeln erläutert, dass die Betriebserlaubnis der Heizung erlischt, wenn die Gasprüfung nicht alle zwei Jahre durchgeführt wird. Leider ist in meinen Unterlagen keine Bauartgenehmigung zu der in meinem Womo verbauten Truma beigefügt, so dass ich diesen Sachverhalt nachgehen kann.

In der weiteren Aufzählung des §22a kommen keine Komponenten, die in einer Gasanlage zu Wohnzwecken typischerweise verwendet werden, vor. Zu Nennen wären da Kühlschrank, Gaskocher, Druckminderer etc.. Daraus ist zu schließen, dass der Gesetzgeber unter Punkt 1 tatsächlich nur die klassische Standheizung, die außen am Fahrzeug (z.B. Webasto oder Truma Unterflur) gemeint hat. Die Heizung im Innenraum ist offensichtlich nicht gemeint. Denn sonst müsste man fragen, wieso die Kraftstoff betriebene Heizung bauartgenehmigt sein muß, der gasbetriebene Kühlschrank, der ebenfalls heizt (auf der Rückseite), jedoch nicht. Richtig ist aber auch, dass dies nicht ausdrücklich geregelt ist, also der Paragraph 22a so ausgelegt werden könnte, dass jede Art von Heizung, somit auch die Innenraumheizung, hier mit eingeschlossen ist.

Und damit komme ich zu kapewo. Er verweist auf §29 Anlage VIIIa Punkt 6.6 "Fahrgestell, Rahmen, Aufbau; daran befestigte Teile".
Dort findet sich der Prüfpunkt : Heizung (nicht elektrisch und nicht mit Motorkühlmittel als Wärmequelle). Das bedeutet: Ist entsprechend §22a eine Heizung verbaut, ist diese zwingend zu prüfen. Unterstellt, Wolfgang hat eine am Aufbau befestigte Diesel-Standheizung, muss diese vom Prüfingenieur auf Zustand, Aufälligkeiten in der Ausführung, auf Funktion und Austauschfristen untersucht werden. Unter Punkt 4 "untersuchungskriterien" der Anlage VIIIa ist genau festgelegt, wie diese Untersuchungen durchzuführen sind und welche Kriterien für die Bewertung gelten. Konkret bedeutet dies, der Prüfingenieur führt eine Sichtprüfung durch und schaltet die Diesel-Heizung ein und aus. und prüft so die Funktion. kapewo vertritt die Auffassung, dass im Falle einer Gas-Heizung, hier der Prüfingenieur eine Gasprüfung durchführt oder auf Gültigkeit einer Gasprüfung, die durch einen Prüfer des DVGW entsprechend dem Arbeitsblatt G607, die nicht älter als ein Jahr sein darf, abstellt. Wäre dies so, stände an dieser Stelle in der StVZO, welche Ergänzungsuntersuchung durchzuführen ist. Das steht dort jedoch nicht. Der Grund dafür könnte sein, dass der Gesetzgeber nur die klassische Standheizung in Diesel-, Benzinausführung im Blick hat. Das erkennt man auch daran, dass die Heizung dem Gliederungspunkt 6.6 zugeordnet ist. Hier geht es um Rahmen, Fahrgestell und Aufbau und außen (daran) befestigten Bauteilen. Dass es sich um das äußere Fahrzeug handelt erkennt man an der Aufzählung der Bauteile (Antrieb, Reserveradhalterung, Unterfahrschutz, Stützeinrichtung etc.). Keinesfalls hat der Gesetzgeber mit "Aufbau; daran befestigte Teile" die innere Einrichtung und Einbauten eines Wohnmobils gemeint. Und damit ist die Prüfung der im inneren verbauten Heizung unter Punkt 6.6 jedenfalls vom Prüfer nicht zu prüfen.

Aber selbst, wenn man diesen Punkt 6.6 nicht nach dem Wortlaut auslegt, also Punkt 6.6 dahingehend interpretiert, dass jede Kraftstoff-betriebene Heizung, unabhängig davon, ob diese am Rahmen oder im Innenraum verbaut ist, zu untersuchen ist, ändert dies nicht, dass der Gesetzgeber keine Regelung für die HU vorgesehen hat, dass für die HU eine Ergänzungsprüfung in Form einer Gasprüfung durchzuführen ist. Der Prüfingenieur kann nur das prüfen, was vorgegeben ist und dies auch nur in der Form, wie es vorgegeben ist.

Wie wir alle wissen, verlangt der Tüv die Gasprüfung. Es muss also eine trickreiche Argumentation auf der Basis "durchs Knie ins Auge geschossen" geben, die eine Umgehung des §29 ermöglicht. Ist ein wenig Polemisch, ich weiß, aber vielleicht kennt ja jemand diese Argumentation, mit der die Prüforganisationen ihr Handeln legimitieren.

Ich hoffe, es war nicht zu anstrengend, diesen Text zu lesen.

Norbert

kapewo am 01 Dez 2018 22:22:53

Die Prüfvorschriften der Anlage VIIIa zur StVZO beschreiben unter Punkt 6.6 die zu tätigenden Prüfungen am Fahrgestell, dem Rahmen und dem Aufbau des Fahrzeuges sowie alle an diesen Baugruppen befestigten Teilen. Heizungen etc. sind befestigt.

Unter dem Prüfpunkt (Pflichtuntersuchung) -Heizung (nicht elektrisch und nicht mit Motorkühlmittel als Wärmequelle) sind zu prüfen : Zustand und Auffälligkeiten bzw. Ausführung.
Unter die Ergänzungsuntersuchung fallen dann : Zustand, Prüf- bzw. Austauschfristen und Funktion.
Unter die Prüffristen sollte dann die G607 fallen. Kann der aaP mangels Befähigung diese nicht selbst durchführen, kann er auf eine gültige Gasprüfbescheinigung zurückgreifen.

Beim zB. Airbag sieht es ähnlich aus. Hier fallen die Einhaltung der Vorgaben unter die Pflichtuntersuchung und die Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Austauschfrist unter die Ergänzungsuntersuchung.

RETourer am 01 Dez 2018 23:07:27

Nicht schlecht recherchiert.

In der Bauartgenehmigung der Heizungen ist die regelmäßge Prüfung auf Dichtheit der brennstofführenden und abgasführenden Leitungen als Auflage für die Zulassung definiert. Das ist der Grund, warum die Hersteller die regelmäßige Gasprüfung in die Bedienungsanleitung schreiben.

Das galt bis 2013, auch für Heizungen, die nach den zitierten EG-Richtlinien genehmigt wurden.
Bis 2013 sind die Heizungen nach dem für die Genehmigung geltenden Rechtsstand zu prüfen (Arbeitsblatt G607).
Ab 2013 genehmigte Heizungen sind nach der Richtlinie 2001/56/EG zu prüfen. Das Arbeitsblatt G607 deckt die Prüfung nach dieser Richtlinie ebenfalls ab.

Es geht grundsätzlich um Heizungen, die das Führerhaus erwärmen, mit Ausnahme der von dir genannten beiden Heizungstypen.
Darum fallen auch Wohnwagen nicht unter diese Pflicht, da sich während der Fahrt niemand im Wohnwagen aufhalten darf.

Die im Internet zu findenen Anlagen VIII und VIIIa (Fassungen vom 2012) sind überarbeitet worden. Die Umsetzung der PTI-Richtlinie 2014/45/EU ist im Verkehrsblatt 23/2017 veröffentlich worden und seit dem 20.05.2018 anzuwenden.

kapewo am 01 Dez 2018 23:10:48

Das macht Sinn. Danke für die Aufklärung.

lwk am 03 Dez 2018 17:31:21

Und was heisst das jetzt für den normalen Wohnmobilisten?
Bitte um kurze Aufklärung.

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