Zusatzluftfeder
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Sardinien, wir kommen Vielleicht, vielleicht auch nic 1, 2


mauimeyer am 10 Dez 2018 17:26:47

Der etwas andere Reisebericht

Kennt Ihr das? Man plant und plant, organisiert, macht, tut und freut sich auf einen grandiosen Urlaub im Womo. Und wie grandios der werden sollte, sowas von … ähm, sorry ich wiederhole mich. Nun wäre es ja aber kein Urlaub von mir, wenn da nicht… die alten Hasen hier wissen was nun kommt, die anderen dürfen gespannt sein. Nach Jahren der Abstinenz war mir mal wieder nach einem Reisebericht zumute. Hier das Ergebnis.

Prolog:
Bereits vor einem Jahr war klar, wir werden in Schleswig-Holstein drei Wochen Herbstferien bekommen. Und diese Wochen muss man ausnutzen. Also, kam die Idee auf, die Schwester unserer Lieblings-Mittelmeer-Insel Korsika zu besuchen. Als unsere Freunde dann im April schrieben, dass sie die Fähre gebucht haben, legten auch wir los und buchten die Fähre von Livorno nach Olbia und 19 Tage später dann entsprechend wieder zurück. Der Rückweg sollte mit der Nachtfähre und einer Kabine erleichtert werden. Wir buchten für satte 100 Euro weniger als unsere Freunde und hatten sogar die Möglichkeit bis zu 48 Std. vorher alles zu stornieren. Tja, damit stand auch schon die komplette Planung. Hey, wie fahren Wohnmobil, da wird nicht wirklich geplant. Der Weg ist das Ziel in unserem 5 Sterne Hotel. Zwar ist unserer Hotel komplett ohne jeglichen Service aber hallo: Es sind ja auch keine 7 Sterne, sondern eben nur 5. Und „All you can eat“ oder besser „Eat bis alle“ können wir auch.
Da wir einen engen Zeitplan hatten, musste dann aber doch etwas geplant werden. Wir holen das Kind am letzen Schultag in der Schule ab und fahren direkt los. Unsere Freunde wollten am späten Nachmittag los. Da wir eh unterschiedliche Fähren hatten und wir niemals gemeinsam zum Ziel fahren, brauchte niemand auf den anderen Rücksicht nehmen.
Auch der erste Campingplatz sollte schon gebucht werden, aber damit hatten wir ja Zeit. Sicher war nur, wir wollen auf einen Platz, wo wir einen weiteren Bekannten treffen würden.

Die Vorbereitung:
Die Fähre war ja nun schon gebucht und so langsam ging es an die Vorbereitung. Die bestand erstmal damit, das Schreiben für die Stornierung fertig zu machen, denn unser Coco (Concorde auf Iveco Daily IV) meinte sich 2 Wochen vor Reisebeginn, mit dem Fehler 148, dafür rächen zu wollen, dass wir ihn 4 Tage beim Polsterer allein gelassen haben. Womos haben halt auch Gefühle. Aber trotz einer umfangreichen inneren Auffrischung gleich mucksch (für die Süddeutschen, jenseits des Nordostseekanals der Elbe: eingeschnappt) zu sein, finden wir dann doch ein wenig übertrieben. Kleine Diva der Coco.

Nun haben wir in unserer Womo-Clique jemanden, der eine eigene KFZ-Werkstatt hat. Der hat sich bereit erklärt zu schauen. Ich sollte schon mal, Turboschlauch (der rote), einen Turbolader (den teuren), den Einbausatz für den Lader (den kompletten) und den Satz Unterdruckschläuche und Magnetventile (die noch teuereren) besorgen, damit alles da war, was kaputt sein könnte. Kurz überschlagen, zzgl. Arbeit…
Schaaaaatz, vergiss Sardinien, Wintergartenien ist angesagt, ich klau etwas Sand vom Damper Strand, färbe etwas Leitungswasser und dann machen wir es uns im Wintergarten gemütlich, machen ein Lagerfeuer im Kamin an und grillen uns ein paar Marshmallows darin! Du hast doch noch welche, oder?
Ich wollte gerade die Stornierung der Fähre absenden als der Anruf kam, Turbo ist in Ordnung, es wurden nur die Schläuche und Magnetventile ausgetauscht und nun ist alles wieder in Ordnung, Es musste aber etwas länger gesucht werden. Uns fiel schon ein kleiner Mond vom Herzen. Aber, wo ist die Stornierungsmail? Verdammt die liegt im Ordner „Postausgang“ und Ihr könnt mir glauben, in meinem Leben war ich noch nie so froh eine scheiß Internetverbindung zu haben. Telefonieren und Internet gehen halt nicht immer zusammen und so konnte ich die Mail noch löschen bevor sie meinen Mail-Client verlassen konnte. Schnell noch alle übrig gebliebenen Teile zurückgeschickt und der Urlaub konnte beginnen.
Der Campingplatz auf dem unsere Freunde sich schon eingebucht haben, wollte auch noch reserviert werden. „Sorry, geht nicht, wir sind voll!“ kam als Antwort. Wennˋs läuft, dann läuft´s. Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich speien möchte.

Es ging ans Packen, was leichter gesagt ist als getan, wenn man die ganze Woche Termine hat. Es hat dann aber doch geklappt und ich bin noch zu einem Landwirten auf die Waage. 5590 kg komplett reisefertig gepackt, inkl. Personen. Boa, 10 kg zu wenig, schließlich darf ich 5600 kg. Perfekt, vielleicht kann ich die Polizisten davon überzeugen, dass ich schon mal etwas Untergewicht sammle falls ich mal überladen sein sollte. Sozusagen „Gewichts-Payback für Wohnmobile“.

Die Abfahrt, der erste Tag
Was ein ruhiger Freitag, Sohn in der Schule, gemütlich gefrühstückt, kurz die übliche Grundreinigung des Hauses, Rasen mähen, Unkraut jäten, Carport neu bauen, eben alles, was Frau so vor der Abfahrt noch schnell mal erledigt haben möchte. Dann noch das Garmin-Navi rein, man weiß ja nie ob das Sygic auf dem neuen Autoradio alles so richtig macht und ab dafür.
Wir sind dann pünktlich an der Schule gewesen, haben Sohnemann eingeladen und sind den weiten Weg von 1630 km nach Livorno angetreten. Richtig gut sind wir die ersten 30 km bis zur Autobahnauffahrt durchgekommen. Kurzer Blick von der Brücke auf die Autobahn und schon war klar, irgendwas läuft hier jetzt schon gewaltig aus dem Ruder. Kann doch nicht sein, dass wir direkt in den ersten Stau reinfahren, wenn wir den Beschleunigungsstreifen* verlassen haben. Wir mussten also auf dem Beschleunigungsstreifen* von 40km/h auf unter 0 km/h runterbremsen und haben uns artig in die Reihe stehender Fahrzeuge rein drängeln müssen eingereiht. Wenn es hier vorbei ist, dann geht es sicher gut voran und die verlorene Zeit holen wir lockern wieder auf (man sollte die Hoffnung niemals aufgeben und immer positiv denken). Der Stau dauerte tatsächlich nur wenige hundert Meter, denn kurz vor der Hochbrücke war ein Iveco-Lieferwagen liegen geblieben. Bestimmt mit Fehler 148, ich hatte Mitleid.
Es ging voran, genau 28 min. lang, dann standen wir wieder. Baustelle (kommen ja nur noch einige wenige auf der A7). Lange Rede kurzer Sinn, wir haben nach jeder Baustelle positiv gedacht und haben die Hoffnung nicht aufgegeben. Verdammt war ich genervt, keine 30 min. freie Fahrt nur an einer einzigen Baustelle gab es keinen Stau. Wir überlegten lange warum, aber es war die einzige Baustelle, an der vorher mit LED-Tafeln das Reisverschlussverfahren eingehend erklärt wurde. Wir sind schon ganz schön vergesslich wir Deutschen, denn es blieb dabei, eine Baustelle später klappte es nicht mehr mit dem Reisverschluss. Ich bin im übrigen dafür, auch den Beschleunigungsstreifen* per LED-Tafel zu erklären.
Um 21:30 Uhr dann in Kirchheim der erste Tankstop. 550 km haben wir geschafft in sage und schreibe 8 ½ Stunden aber nur 13,6 Liter Diesel verbraucht. Gott, waren wir positiv gestimmt.
Die Reise sollte heute aber noch etwas weitergehen. Meine Freude auf einen grandiosen Urlaub wurden kurz unterbrochen von einem etwas lauterem Geräusch aus der Heckgarage. Ich nahm mir vor beim nächsten Stop mal zu schauen ob dort alles in Ordnung ist.
Endlich kamen wir gut voran und machten Strecke. Mein Xtrons-Autoradio, ein China-Gerät mit Android-System, spielte zunehmend stockend Musik, das Navi wollte nicht so wie ich wollte und irgendwann wollte ich dann das Radio ausmachen. Ich tippte auf das Symbol auf der Touchoberfläche, es machte kurzes „Pling“. Sohnemann und ich schauten uns kurz verdutzt an, und als ich dann schaute was das „Pling“ zu bedeuten hatte, wußte ich, das mein tolles Radio sich gerade mal innerhalb von Millisekunden eine Spider-App heruntergeladen hatte. Ganz ohne Internetverbindung. Sensationell diese China-Dinger. Das Radio war bullenheiss, das Display wohl unter Spannung und nach meiner Streichelmassage gab es die Entspannung. Im etwaigen Massagesalon hat man bestimmt auch so heiße Geräte und dort nennt man sowas glaube ich „Happy End“ . Das Radio war jedenfalls hin und ich habe mir anschließend den Kopf darüber zerbrochen, wer mir „das“ glauben würde, wenn ich Garantie in Anspruch nehmen möchte.

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Wir hielten auf dem nächsten Rastplatz um das Garmin aus der Heckgarage zu holen doch die ging dann nicht auf. Kurz mal meinen Sohn und meine Frau zur Sau gemacht, was sie denn da schon wieder gemacht haben und nachdem ich die Tür dann endlich aufbekommen habe, wußte ich auch woher das Geräusch aus der Heckgarage kam. 7000 km Straße in Norddeutschland und Dänemark hat mein Heckgaragenregal für die Kiteboards gehalten. Aber 500 km gute deutsche Autobahn A7, das geht halt an die Belastungsgrenze. Ich habe morgen etwas zu tun. Radio kaufen, einbauen und Regal wieder zusammenbasteln.
Wir führen noch bis Ulm und haben uns einen kleinen schönen Parkplatz am Rand eines Gewerbegebietes gesucht, weil unser Garmin die Koordinaten aus Park4Night nicht korrekt umsetzen konnte. Es wurde ein ruhige Nacht mit positiven Gedanken und Vorfreude auf einen grandiosen Urlaub.


*Beschleunigungstreifen wird allgemein die Spur auf der Autobahn genannt, auf der die meisten PKW-Fahrer jegliches Gelerntes vergessen und sich sicher sind, dass die Beschleunigung des eigenen Fahrzeuges durch das Abbremsen der Fahrzeuge auf der rechten und mittleren Spur der Autobahn zustande kommt.

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Lixeii am 10 Dez 2018 18:32:22

Hallo,

Das klingt sehr spannend. Ich steig mal bei Euch ein.

Gruß

Lixeii

Jagstcamp-Widdern am 10 Dez 2018 19:05:53

ok,

mal gucken, wie die fischköppe nach sardegna kommen... ;D

allesbleibtgut
hartmut

Lancelot am 10 Dez 2018 19:17:13

mauimeyer hat geschrieben: Nach Jahren der Abstinenz war mir mal wieder nach einem Reisebericht zumute.

Hau in die Tasten .. :ja:
geht doch schon gut los ... :)

pipo am 10 Dez 2018 19:28:19

Ach da freut man sich so sehr auf den Urlaub, plant, organisiert und dann will dieses subjektive Gefühl der Unsicherheit, dass letztendlich noch was schief geht, einfach nicht freiwillig aussteigen :mrgreen:
Ich freu mich auf die Fortsetzung :ja:

Aretousa am 10 Dez 2018 19:53:25

Ich liiiieeebe Reiseberichte. Vor allem wenn sie so anfangen :evil:
Freu mich auf die Fortsetzung und bin gespannt, ob ihr tatsächlich auf Sardinien gelandet seid. :lach:

mauimeyer am 10 Dez 2018 20:09:16

Der zweite Tag
Nach einem kurzen Frühstück sah die nicht vorhandene Planung vor, dass wir direkt weiter Richtung Livorno fahren. Nur, da hatten wir ja auch noch ein Autoradio. Ich suchte im Internet nach einem Mediamarkt und einem Autoradiofachhändler auf der Strecke. Wie der Zufall es will, liegen die beiden Geschäfte nur wenige 100m auseinander und auch noch direkt an der Autobahn. Perfekt. Wir also los und zum Mediamarkt. der hatte kein einziges Doppel-Din-Radio im Geschäft. Also zum Fachhändler, den gibt es aber nicht mehr. Mir war als hätte ich Expert gesehen, also nochmal gesucht und gefunden. Dort, endlich gab es Doppel-Din-Radios. Nun bin ich schon ein wenig Anspruchsvoll und lege auf einige Features wert. Kein einziges Radio bei Expert konnte auch nur annähernd das erfüllen, was ich mir vorstellte. Leicht angesäuert, hab ich mich damit abgefunden 3 Wochen ohne Radio zu fahren.
Weiter ging es über Lindau. Unser Strecke führte uns über Landstraße ein kurzes Stück durch Österreich. Auf keinen Fall wollte ich mir eine GoBox kaufen und da es sowieso nur 12 km waren, haben wir uns halt durch Bregenz gequält. Aber nicht, ohne vorher in Lindau noch zu tanken. Ich bin vielleicht ein Vollpfosten! Schön 7 Cent mehr pro Liter als in Österreich bezahlt. Irgendetwas habe ich mir bei unser letzen Reise über diese Strecke merken wollen. Jetzt weiß ich wieder was. Aber immerhin waren es noch 7 Cent weniger als in der Schweiz. Klasse, richtig Geld gespart.

Wir kamen am Grenzübergang in Sankt Margarethen an und ich musste die Schwerlastabgabe zahlen. Mit mehr als 3,5 Tonnen wird diese halt fällig. Der Grenzbeamte war extremst nett (das ist nicht ironisch gemeint, sondern stimmt wirklich) und hat mir erklärt, das es keinen Sinn macht, einzelne Tage zu buchen, wenn man nur durch die Schweiz fährt und später wieder zurück. der Tag kostet zwar nur 3,25 SF, aber die Mindestabgabe liegt bei 25 SF. Dann lieber gleich das 10er Ticket nehmen, das ist ein Jahr gültig, muss Tageweise vom Fahrer ausgefüllt werden (auch schon bei nur Aufenthalt ohne Fahren in der Schweiz) und wird somit günstiger als wenn ich auf der Hin- und Rückfahrt je einen Tag buche. Im Internet das ganze vorweg zu erledigen geht leider nicht. Gesagt getan und somit ging es dann um 13:00 Uhr auf die letzten 600km bis zum Fährhafen in Livorno.

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Die Strecke führt durch den San Bernadino-Tunnel und vorbei an Mailand. Weder die Alpen noch Mailand machten in irgendeiner Weise Probleme und so fuhren wir gegen 21:00 Uhr durch Marina de Pisa und uns dort zu unseren Freunden zu stellen. Eine weitere Wohnmobilbesatzung aus unsere Clique hatte sich auch schon dazugesellt. Leider hat mein Garmin es wieder nicht geschafft, korrekt zu den Koordinaten zu finden. Da muss ich mal schauen, woran das liegt. Wir entschlossen uns, direkt zum Fährterminal zu fahren und waren nur wenige Minuten später vor Ort. direkt vor dem Terminal „Darsena Toscana East“. Wir parkten am Straßenrand und legten uns hin. Morgen sind wir quasi schon da und können entspannt noch frühstücken während wir warten.
Gute Nacht!

Der dritte Tag

03:17 Uhr, der erste LKW fährt vorbei. Und der Zweite und der Dritte, wird voll die Fähre, dachte ich mir, konnte aber doch wieder einschlafen. Um 06:30 Uhr klingelte der Wecker.
Auf auf zum Terminal, die 100m können uns doch nicht schocken. Verdammt, hier ist ja nur eine Wache. Sind wir doch falsch? Natürlich sind wir falsch! Und jetzt versuch mal mit einem Italiener, der schlecht geschlafen hat, zu kommunizieren. Das Verhalten wird ja eigentlich den Franzosen nachgesagt, jedenfalls wurde uns klar gemacht, das man uns definitiv nicht weiterhelfen wolle und auch nicht werde. Jo, und damit waren „alle“ Italiener ab sofort unsympathisch. Also, wie finden wir das Terminal? Man fragt hier, man fragt da man bekommt nirgends vernünftige Antworten aber auf die einfachsten Sachen kommt man in seinem Brass manchmal einfach nicht. Man folge einfach den Straßenschildern und schon kommt man zum Ziel. Haben wir das früher ohne Navi eigentlich auch schon so gemacht, hmmmm. Jedenfalls haben wir uns brav eingereiht und dann erstmal gefrühstückt. War ja noch Zeit.

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Um ca. 08:45 Uhr wurden wir dann gebeten das Wohnmobil auf die Fähre zu fahren. Im inneren grüßten einen die Crewmitglieder alle freundlich mit einem „Rapido Rapido" und ich wußte das dieser Gruß mit „Calmo Calmo“ erwidert werden wollte. Tja, was soll ich sagen, fanden die jetzt nicht lustig, war mir aber egal. Auf keinen Fall fahre ich mit 80 km/h durch die ungeöffnete Bugklappe und insofern konnten die so laut grüßen wie sie wollten, schneller wurde ich trotzdem nicht. Der Wagen wurde zur Strafe ganz vorn im Bug abgestellt, so nach dem Motto, der kommt halt jetzt als letztes raus. Aber wir haben Urlaub und sind nicht auf der Flucht.

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Wir genossen die Überfahrt auf dem Sonnendeck und haben 2 Liegen in Beschlag genommen. Unsere Bekannten, die wir vorher schon vermisst haben, liefen uns dann auch über den Weg. Er humpelnd mit einem Handball großen Knöchel. Überlastung. Na, darauf erstmal ein lecker Bierchen, so geht die Zeit auch schneller rum. Es dauerte ca. 8 ½ Stunden, bis wir in Olbia einliefen. Wir haben uns auf das Hubschrauberlandedeck begeben um die ersten Eindrücke von Sardinien zu erhaschen. Und sind nicht enttäuscht worden. Das war schon sehr beeindruckend und so war die Vorfreude auf unseren grandiosen Urlaub um so größer.

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Nach dem Festmachen durften wir wieder zum Wagen, der erstaunlich kühl war von innen, und kaum saßen wir, durften wir auch schon raus fahren, direkt nach den PKW´s, als quasi erstes Wohnmobil. Perfekt, die wollten uns los werden.
Und nun ging es auf die Suche nach einem Campingplatz. Also das ACSI-Buch aufgeschlagen und den ersten Platz Richtung Porto-Polo rausgesucht. Der Platz „Centro Vacance Isoledda“ sollte es werden. Natürlich kam ich wieder mit dem Garmin nicht zurecht und so haben wir uns erstmal verfahren, waren aber nur wenige hundert Meter vom eigentlichen Ziel entfernt. Als wir dann ankamen, meldeten wir uns an und mussten auf einen „Platzeinweiser“ warten, der uns einen Platz zuwies. Und was für ein Platz. Mal davon ab, das wir direkt am Hauptweg waren, musste ich erstmal reichlich rangieren um überhaupt in die Parzelle rein zu kommen. Der war so eng und direkt unter schief stehenden Bäumen, so das es echt ein Akt war, dort rein zu kommen. Und ich war echt froh Hubstützen zu haben, denn mit Keilen, wäre hier nichts zu machen. Der Platzeinweiser verabschiedete sich mit den Worten, morgen bekommen Sie einen anderen Platz.
Na denn…!
Wir machten alles fertig, schlossen ganz schnell noch Strom an und wollten dann im Restaurant essen gehen. Als wir dort ankamen, war es rappelvoll und man stand schon in der Warteschlange. Mindestens 45 min. warten teilte man uns mit, ausser Haus essen gab es nur bis 19:00 Uhr und so beschlossen wir doch am Wohnmobil zu essen. Sohnemann fragte, ob er etwas fernsehen darf, ich bezweifelte aber, das es funktioniert, da die Bäume dort recht dicht waren. Aber er durfte es versuchen, denn auch er war von der Fahrt sehr geschafft. Und, er hatte Glück. Trotz Blätterdickicht hatten wir Empfang und so konnte er etwas abschalten, während wir draussen einen Wein und etwas Käse genossen.
Im Anschluss an das Essen, machten wir eine kleine Platzrunde. Der Platz ist wirklich schön, hat einen kleinen Strand, saubere Nassräume und macht einen gepflegten Eindruck. Auch der Bereich rund um die Gastronomie sowie um die Rezeption macht ein einladenden Eindruck. Ein schöner Platz, aber nichts für mich als Kitesurfer, denn hier ist das Kitesurfen nicht möglich.
Nach einem weiteren Glas Wein hatten wir die nötige Bettschwere und so ging es dann auch bald ins Bett. Unser grandioser Urlaub hatte begonnen.

Der vierte Tag
begann, wie der vorherige aufgehört hatte. Mit Essen. Ein herrliches Frühstück vor dem Wohnmobil. Wir beratschlagten, was wir nun machen wollten. Da in Porto Polo Wind angesagt war und wir uns ja mit unseren Freunden und Bekannten treffen wollten, entschieden wir zum besagten, vollen, Campingplatz zu fahren und unser Glück einfach mal zu versuchen. Wir checkten also wieder aus (sehr genial, die haben ein einzelnes Büro nur zum Auschecken, geht rasend schnell) und machten uns auf den Weg nach Porto Pollo. Die Anfahrt zum Campingplatz „Isoledda die Gabbiani“, auf dem sich unsere Freunde befanden, war eine reine Teststrecke für Wohnmobile. Hält der Aufbau, reisst das Fahrerhaus ab, sind alle Gläser und alle Tassen so eingeräumt, dass sie nicht kaputt gehen, das läßt sich hier einwandfrei testen. Entsprechend genervt war ich schon, als ich vor der Rezeption stand. Und wie ich da stand, voll im Weg. Kein anderer konnte rauf oder runter. Die Spuren für die Neuankömmlinge waren mit PKW´s des Personals komplett dicht geparkt. Mir blieb nichts anderes übrig als mich in den Weg zu stellen. Ich ging in die Rezeption und wurde begrüßt als wenn ich ich stören würde. Ich fragte ob noch ein Platz frei wäre und hatte Glück (oder auch nicht). Wir fuhren mit dem Golfwagen zu dem freien Platz, der sich ganz oben auf der Insel befand. Ich schaute mich um und fand auch schnell unsere Freunde, die sich ganz in der Nähe befanden und nahm den Platz, auch wenn er etwas klein erschien. Wir fuhren wieder runter zur Anmeldung, wo meine Frau gerade mit einem LKW Fahrer diskutierte, der vom Platz runter wollte. Da meine Frau den Wagen aber nicht bewegt bekam (weil, ja weil ja warum eigentlich? Wir wissen es nicht), musst sich der Fahrer gedulden bis ich eingecheckt war. Der Weg hinauf zur Parzelle führte 1 ½ spurig nach oben auf die Insel, vorbei an der Ver- und Entsorgungsstation. Die war zwar gut ausgestattet, aber so klein, das große Wohnmobile halb auf die Straße ragten. Dann kam mir noch einer entgegen und bevor ich alles so richtig realisiert hatte hörte ich auch schon das Quietschen von Ästen an der Wohnmobilseite. Naaaa super, schön ein paar Oberflächenkratzer reingefahren und einen dicken in das große Fenster. Unser „grandioser“ Urlaub wird, so beschloss ich, ab sofort nur noch ein „wirklich toller“ Urlaub. Zu viel ist schon in den ersten vier Tagen gewesen, als dass es ein „grandioser“ Urlaub werden könnte. Wie auch immer, wir fuhren weiter hoch und musste durch die merkwürdige Schranke. Merkwürdig deshalb, weil man aussteigen musste um die Schranke per Codekarte zu öffnen und dann nur wenige Sekunden hatte, bevor sie wieder zu ging. Allein kaum machbar. Mein Sohn hielt die Codekarte ran und ich fuhr rein, wollte gerade stehen bleiben um ihn wieder rein zu lassen, schaue in den Rückspiegel und sehe die Schranke wieder zu gehen. Kurz nochmal aufs Gas, sonst wäre sie schön in das Womo eingeschlagen. Glück gehabt. In der Parzelle ragte der Wagen so ca. 50 cm auf den Weg, was aber hier nicht schlimm war, da hinter uns nur noch Miniplätze für Busse waren. Vor dem Wohnmobil hatten wir so ca. 1,5m Platz bis zur Hecke und auf der anderen Seite standen wir dran. Das sind mal hart kalkulierte Plätze. Erstmal wieder alles raus und noch schnell Strom angeschlossen und dann eine kurze Platzrunde gedreht. Die Nasszellen sind, sagen wir mal, dezent gewöhnungsbedürftig. Duschen von 70 x 70 cm, ohne die Möglichkeit Sachen drin aufzuhängen. Man muss sich draussen ausziehen (unter freiem Himmel, was eigentlich nicht wirklich schlimm ist) dann duschen, nass wieder raus, dann abtrocknen und anziehen. Gemischt natürlich, wenn sich also die gebräunte, mehr als gut gebaute 25 jährige auszieht und neben mir duscht, muss sie vorher bzw. nachher meinen nicht wirklich schönen Körper ertragen, während ich mich an Ihrem ergötzen könnte. Schon etwas unfair. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn es wenigstens sauber wäre, ist es aber nicht. Schimmel und Dreck wo man nur hinschaut. Man gut, dass wir im Womo duschen können. Naja, jetzt bleiben wir 2 Tage.
Am Nachmittag frischte der Wind auf, wir gingen zu Fuss runter zu Strand und das war schon echt heftig.

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Mit meinem 5qm Kite ging es raus, man soll ja klein anfangen. Danach an der Strandbar ein Bierchen und zurück zum Womo. Ist schon ne ganze Ecke zum Strand aber machbar. Und der Platz bietet einen, stündlich fahrenden, kostenlosen Shuttleservice zum Strand, das ist mal ne klasse Idee, auch wenn wir diesen nicht nutzten. Abends wollten wir Essen gehen im Restaurant auf dem Platz. Unsere Freunde hatten Abends zuvor ein klasse Fleischgericht und heute sollte es Pizza werden. Wir waren die ersten und wurden wieder begrüßt, als wenn wir unerwünscht wären. Scheint hier auf dem Platz Tradition zu sein. Aber es blieb bei der unterschwelligen Unfreundlichkeit. Es dauerte dem Kellner wohl zu lange, bis wir bestellten. Was auch immer es aber wirklich war, keine Ahnung. Wir bestellten Pizzen und waren durchweg überrascht, wie schlecht eine Pizza in Italien schmecken kann. Wir beschlossen so schnell wie möglich wieder zum Womo zu gehen und dort alle zusammen noch einen Wein zu trinken, was wir dann auch taten.

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knutschkugel am 10 Dez 2018 20:43:58

Bin auch dabei .....

Roman am 10 Dez 2018 21:09:31

Da fahr ich auch mal mit...

Unsere Urlaube laufen im Vergleich eigentlich immer unspektakulär und somit "langweilig" ab.... :D

Gruß
Roman

kampfzwerg am 10 Dez 2018 21:27:07

Bin auch zugestiegen :ja: .

Wann geht es weiter?

Guenni3967 am 10 Dez 2018 21:46:55

Rückt ein bisschen, will auch mit

womifahrer am 10 Dez 2018 22:00:58

Hallo,bin weiter gespannt u.bei

mauimeyer am 10 Dez 2018 22:26:43

Der fünfte Tag
Ein Tag zu faulenzen. Regen von morgens bis Abends. Wir kamen kaum raus aus dem Womo und deswegen gibt es auch nicht viel zu Schreiben. Oder doch, da war noch was. Abwaschen wollte ich an den Abwaschplätzen. Aber mit ausschließlich kaltem Wasser läßt sich halt schlecht abwaschen. Ein weiterer Gast war gerade dabei und ich fragt ihn, ob das Wasser nochmal warm wird. Er antwortete grinsend und meinte nur: „Immerhin ist das kalte Wasser eigentlich schon viel zu warm aber nein, hier gibt es nur kaltes Wasser, das eigentlich für kaltes Wasser zu warm ist.“ Wo er recht hat, hat er recht.
Ich durfte dann auch noch mit anschauen, wie die Nasszellen gereinigt werden. Und danach war mir einiges klar. Nur mit Wasserschlauch, einmal alles benetzt, fertig!
Da das Internet hier eher nicht so so toll ist, dachte ich mir, mal meinen kleinen Router anzuschmeissen. Ich setzte die 12 GB Sim-Karte von „3“ ein und schon hatte ich schnelles Internet. Ich nahm mir vor, später die Recherche über das ein oder andere Kiterevier zu machen.
Knapp 2 Std. später nahm ich mir mein Tablet und bekam den freundlichem Hinweis, das ich ein Update installieren kann und nicht nur das, auch bekam ich einen freundlichen Hinweis, das mein Datenvolumen leider am Ende ist. WHAAAAT, 12 GB, wo sind die hin? Eigentlich ganz einfach, sämtliche Geräte von uns, haben sich mit dem WLAN des Routers verbunden und Updates gezogen, sprich: 3 Ipads, 3 iPhones, und 1 Apple-Watch waren auf dem neuesten Stand.
Aber die Mobilfunkrechnung meiner Frau und meines Sohnes sind noch durchgekommen. Nur 4 mal soviel wie eigentlich gedacht. Hatte ich nicht klar und deutlich gemacht, das auf der Fähre das Handy aus bleiben sollte? Kurz geschaut, das war gar nicht das Problem, ich Dumpfbacke habe natürlich bei mir im Vertrag geschaut, wie das mit dem Roaming so ist und bei mir ist die Schweiz halt auch mit drin, nicht aber bei meiner Frau und meinem Sohn. Naja, und was macht man als Küstenkind so in den Bergen? Rrrrichtig, Bilder verschicken von der tollen Landschaft. ICH HASSE DIE BERGE!

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Der sechste Tag
Der Start unseres wirklich tollen Urlaubes war nicht so wie wir uns das vorstellten. Dieser Platz hat es nicht verdient, das wir noch länger bleiben. Wir beschlossen abzureisen.
Vorher wollten wir aber noch einmal um die kleine Insel laufen und was wir dort sahen, war schier unglaublich. Der jetzt kleine Campingplatz war früher einmal so groß wie die Insel, mit traumhaften und ganz klasse, terrassenförmig angelegten Parzellen. Alles noch da aber mittlerweile natürlich verkommen. Sogar die Waschhäuser stehen noch (halb). Wir haben dann herausbekommen, das das alles 2 Brüdern gehört, die sich gestritten haben. Man sagt, der eine säße jetzt im Knast, weil er seinen Bruder anpieksen wollte oder sogar angepiekst hat. Wie auch immer, der andere macht jetzt nur den einen Teil des Platzes, allerdings halt mehr schlecht als recht. Aber der Platz ist immer voll, also braucht er auch nicht investieren, die Leute kommen ja trotzdem.

Wir fuhren weiter der Küste entlang, hielten bei einem Supermarkt um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Ziel war „Vignola“, genauer der Campingplatz „Camping Village Baia Blue la Tortuga“. Man kann mit ACSI-Card einiges sparen. Der Platz ist teils unter Pinien und teils unter freiem Himmel. Wir entschieden uns für den Bereich ohne Bäume und durften uns einen Platz aussuchen. Risiko!!! Einfach drauf los ohne vorher zu gucken. Und manchmal muss man Glück haben. Einen herrlichen Platz mit Blick auf das Meer und den Strand. Getrennt nur durch einen Zaun. Der Platz ist gepflegt und machte einen tollen Eindruck. Nach dem Auspacken und einem Kaffee machten wir uns auf den Weg den Platz zu erkunden und um baden zu gehen.

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Es gibt direkte Strandzugänge vom Platz aus. Der Strand selber ist ohne größere Steine, geht aber steil ins Wasser. Entsprechend kommen auch relativ große Wellen direkt am Strand an. Das Wasser ist nach 2 - 3 Metern bereits so Tief, dass man auch als Erwachsener nicht mehr stehen kann. Mit den großen Wellen, entsteht auch eine Strömung, die man nicht unterschätzen sollte. Baden wollten wir aber später. Weiter ging es über den Platz. Die Nassräume sind sehr sauber und modern. An einem zentralen Platz gibt es Restaurants und Bars, sowie einen kleinen Supermarkt. Auch Freizeitangebote sind hier reichlich vorhanden. Wir liefen vom Platz runter und gingen am Strand Richtung Vignola. Hier gibt es ebenfalls kleine Restaurants und Bars. Alles in allem machte es einen sehr netten Eindruck. Wir entschlossen uns hier 2 Tage zu bleiben. Nachdem ich mit meinem Sohn noch einen lustigen Ausflug ins Meer gemacht hatte, schlossen wir den Tag grillender Weise bei einem Gläschen Wein.

Der siebte Tag
Wind war angesagt und tatsächlich blies eine steife Brise. Nach dem Frühstück machte ich mich mit meinen Kitesachen auf zum Strand. Praktisch, ich nahm 2 Kites mit, entschied mich wieder für den 5qm Kite und brachten den anderen einfach zum Zaun, wo mein Sohn ihn annahm und im Womo verstaute. So lag nichts am Strand, was hätte Beine bekommen können. Ich hatte 3 Std. Spaß und hörte auf, als der Wind langsam nachließ.

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Als ich am Wohnmobil ankam, zeigte mir meine Frau einen kleinen Tetrapac Sahne, mit einer aufgerissenen Ecke. Diese hatte sie so aus dem doppelten Boden geholt und vor der Reise heil dort eingelagert. Wir haben doch nicht…?! Wir machten uns auf die Suche, aber nichts anderes war kaputt und somit wechselten wir das Thema. Unsere Freunde, die noch einen Tag länger auf dem Platz in Porto Pollo waren, sind mittlerweile auch angekommen. Die Planung sah vor, Abends an der Bar ein Cocktail zu trinken, dies wurde aber auch einen langanhaltenden Regenguss verhindert. Wir nutzen dies um früh ins Bett zu gehen.

Der achte Tag
Ich hatte ja nun schon zwei mal meinen Spaß auf dem Wasser und so langsam wurde der Kurze quengelig. Er wollte auch wieder kiten. Dazu benötigten wir aber ein Stehrevier. Nach einiger Recherche im Internet wurden wir fündig. Es sollte weiter gehen nach Valledoria. Dort gibt es eine Lagune, die flach und ideal für Anfänger ist. Also an der Küste entlang zum Zielort. Nach einem Tankstop steuerten wir „Costa Paradiso“ an. Das ist ein Ort für Schöne und vor allem Reiche. Mit dem Wohnmobil bzw. als Tourist kommt man, so sagte man uns, nur in der Nebensaison rein. Die Straße führt in der Tat an einem Checkpoint vorbei, der aber nicht besetzt war. Interessanterweise führt die Straße auch über einen Hubschrauberlandeplatz. Ob der nun für die Privathubschrauber ist, mit dem sich die betagten Millionäre einfliegen, oder für Rettungsdienst mit dem sich die betagten Millionäre ausfliegen lassen, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Wir führen über steile Straßen in den Ort, in dem es auch einen Parkplatz für Wohnmobile gibt, hatten aber das Pech, dass es regnete. Ein sehr beeindruckender Ort, der bei schönem Wetter sicherlich zum verweilen einlädt. Wir entscheiden uns aber, weiter zu fahren. Ein paar Kilometer hinter Costa Paradiso hörte es auf zu regnen und so freuten wir uns schon darauf in Valledoria den Grill nochmal aktivieren zu können. Die Freude währte natürlich nicht lange, denn kurz vor dem Ziel fing der Regen wieder an und wir kamen bei fast Windstille auf dem Parkplatz in Valledoria an. Ein klasse Platz zum Übernachten. Man steht oberhalb der Lagune und hat einen super Blick auf selbige und das Meer. Aber, Camping sollte man hier tunlichst vermeiden, wurde uns im Vorweg gesagt.

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Am Nachmittag hörte der Regen auf und der Wind nahm zu. Ein Kiter war auf der Lagune und so war klar, der Kurze kann raus. Also Kitesachen gepackt, Umgezogen in Neopren und noch ein Blick auf die Lagune, wo genau in diesem Moment der Kite vom Himmel fiel weil der Wind wieder komplett eingeschlafen war. Der Wind war weg, der Himmel war grau und das Kind heulte. Zu groß war die Enttäuschung das es doch nicht aufs Wasser ging, aber so ohne Wind wird das nunmal nichts. Das Grillen haben wir gelassen, denn der Himmel war grau und mit zunehmender Dunkelheit wurden die Tropfen dann auch wieder größer.


Der neunte Tag
Sonne, blauer Himmel, die Lagune, das Meer. Wir frühstücken draussen, so meine Entscheidung. Ein wenig Gegenwehr von meiner Frau aber einmal im Urlaub muss man sich ja durchsetzen. Was soll schon passieren. Ergo mit herrlichem Ausblick lecker gefrühstückt.

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Ich war gerade am Abdecken, als die Polizei auf den Platz fuhr. Die hatten aber als erstes Ziel eine Gruppe Wassersportler, die sich mit 4 Bussen auf dem Platz breit gemacht hatten und an einer langen Tafel frühstückten. Die Ansage fiel aber deutlich kürzer aus, als ich dachte und so musste ich doch unter den Vorwürfen meiner Frau zusehen, das ich die Campingsachen in die Heckgarage bekomme um nicht auch eine Ansage zu bekommen. Mein Belgischer Nachbar rief nur: Der Tisch, der Tisch. Aber bekommt mal einen Tisch auf die schnelle auseinander gebaut und verstaut. Ich war echt schnell, wirklich. Lange rede kurzer Sinn, ein Stuhl stand noch und ich bekam meine Ansage, sowohl von der Polizei als auch von meiner Frau. War ja klar!

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Da wir wieder keinen Wind hatten und die Vorhersage auch nichts ansagte, suchten wir uns ein Ziel, welches für das schöne Wetter bestens geeignet war. Die „Grotta di Nettuno“ am Capo Caccia.
Auf der Strecke hielten wir noch beim „Roccia dell’Elefante“ in Castelsardo. Das ist eine Felsformation, die in der Tat wie ein Elefant geformt ist. Wir machten ein paar Fotos und zwar von den Touristen-Bussen und den dazugehörigen Menschenmassen und setzten unsere Fahrt fort.

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Irgendwo war aber auch der Felsen drauf, glaube ich zumindest.
Wir fuhren durch den herrlichen „Regional Natural Park of Porto Conti“ am Capo Caccia. Von dort gab es eine Bootstour zur Grotte. Der Parkplatz davor war nicht sonderlich Vertrauenserweckend. Viel Glas am Boden zeugte von dem ein oder anderen ungebetenen Gast. So blieb ein etwas ungutes Gefühl auf dem Weg zum Bootsanleger. Die Idee war, mit dem Boot zur Grotte zu fahren um das Gebiet auch von der Seeseite aus zu sehen. Aber die Preise von 45 Euro zzgl. Eintritt in die Grotte fanden wir dann doch etwas happig. Ich habe 3 mal nachgefragt ob wirklich 45 Euro aufgerufen wurden, aber ja, es stimmte. Ausserdem müssten min. 10 Personen da sein, sonst würde man gar nicht erst fahren. Also sind wir wieder zum Wohnmobil und weiter hoch zum Fußweg, welcher zur Grotte führt. Das Womo parkten wir am Straßenrand, da ist nämlich ausreichend Platz und die letzten 300m sind ja nicht das Problem, schließlich wußten wir, dass uns über 600 Stufen nach unten erwarteten.

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Oben am Kartenverkaufsstand war alles geschlossen. Aber eine nette Dame erklärte und, das die Karten unten an der Grotte zu haben sind. Auf dem Weg nach unten, kamen uns natürlich diverse Grottenbesucher entgegen. Alle am schnaufen, am schwitzen und laut am fluchen. Na, das wird ja ein Aufstieg nachher! Der Weg runter zur Grotte ist sehr beeindruckend und man kann sich bei dem schönen Wetter gar nicht satt sehen an der Umgebung. Die Wellen schlagen gegen die Felsen. Das Wasser ist blau, die Höhlen schimmern lila. Wirklich atemberaubend. Nach gefühlt 17 Millionen Stufen kamen wir unten am Ziel an. Der Eintritt zur Grotte wird direkt am Eingang entrichtet und man teilte uns mit, das die Familienkarte schon für Eltern mit einem Kind günstiger sei als wenn alle einzeln zahlen. Klasse Service. Der Weg durch die Grotte ist geführt und man bekommt einen tollen Einblick über die Geschichte der Höhle, sofern man der englischen Sprache mächtig ist. Allerdings, gibt es ein paar Leute die englisch halt nicht verstehen und somit auch nicht umsetzen konnten, dass das Berühren der Steine strengstens verboten ist. Naja und weil es nicht verstanden wurde, war jeder 5 Satz der Hinweis, die Steine nicht zu berühren. Die Grotte selber ist sehr sehr sehr beeindruckend. Man vergisst komplett, das man gleich die 47 Mio Stufen wieder hoch muss. Ein Farbenspiel welches durch künstliche Beleuchtung noch unterstrichen wird. Die Felsen spiegeln sich in kleinen Seen, die durch Hochwasser in der Grotte entstehen. Stalagmiten und Stalaktiten wo man nur schaut. Ein Erlebnis, welches man auf Sardinien auf keinen Fall verpassen sollte.

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Gerade als wir aus der Grotte herauskamen, legte das Boot an, welches für 45 Euro einmal um die Ecke bog. Die Fahrt kann unmöglich länger als 10 min. gedauert haben.
Für diejenigen, die aus Alghero mit dem Boot kommen sicherlich klasse, aber da dauert die Fahrt auch deutlich länger und man hat einen tollen Blick auf das Capo Caccia. Ausserdem soll es deutlich günstiger sein.
Wie auch immer, die 145 Mio. Stufen warten auf uns, also machten wir uns wieder auf den Weg nach oben. Und ehrlich, entweder sind wir 3 verdammt gut in Form oder die Leute die uns vorhin entgegen eben nicht. Klar ist es anstrengend den Weg wieder nach oben zu laufen, aber wir sind gut und nicht wirklich erschöpft oben angekommen. Am Wohnmobil angekommen machten wir erstmal Kaffeezeit. Allerdings nicht ohne das Wohnmobil auf die andere Straßenseite in eine der Parkbuchten (die vorhin noch gefüllt waren) um zu parken. So hatten wir einen unglaublichen Blick über die Bucht von Alghero. Traumhaft. Per Park4Night suchten wir einen Platz in unmittelbarer Nähe und wurden in nur 5 km Entfernung fündig. Ein Platz unter Platanen mit einem kleinen Zugang zum Meer. Den fuhren wir an und stellten uns fast direkt ans Wasser an den Rand. Ich ging mit meinem Sohn noch baden ( sehr steinig dort ) und nach der Dusche genossen wir einen Wein am Wasser.

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So schön der Platz war, so schnell war die Freude über die nur 10m zum Wasser vorbei, denn die Ranger kamen und forderten uns auf, hinter das Schild zu fahren, auf welchem ja groß stehen soll, das man am Schild nicht vorbei fahren darf. Selbstredend fügten wir uns und stellten uns hinter da Schild. Nun standen wir 20m vom Wasser entfernt, mit nicht so tollem Blick aber immer noch klasse zum Übernachten. Wir studierten das Schild nochmal genau und sind zu der Erkenntnis gekommen, das die Italiener weder Deutsch noch Englisch können. Ich wage sogar zu bezweifeln, dass sie Ihre eigen Sprache können, denn mit keinem einzigen Wort stand darauf geschrieben, dass man dahinter nicht parken darf. Weder in Deutsch, noch in Englisch und sicherlich auch nicht in Italienisch. So what! Die Ranger waren freundlich und von der Sache her haben wir es ja auch übertrieben. Wir standen nun unter Palmen und es kam die Frage, die kommen musste. Der Kurze wollte eine seiner Serien sehen, die an diesem Abend lief. Die Abmachung war ja, „wenn“ wir es erlauben dann kann er es probieren, wenn aber kein Sat-Signal durchkommt, dann hat es sich erledigt. Ich setze mich gegen meine Frau durch und er ging ins Wohnmobil. Ich sagte griensend zu meiner Frau, das er eh nicht schauen kann, die Schüssel findet niemals ein Signal mit dem Blätterwald über dem Womo. Genau 30 sek. hatte ich mein grinsen im Gesicht, dann war die Schüssel ausgerichtet und ich hatte ein Problem. Meine Frau holte kurz…. (Anmerkung des Autors: Die folgenden Zeilen wurden wegen nicht zu übertreffender Grausamkeit gelöscht).

mauimeyer am 10 Dez 2018 22:27:31

Für heute ist erstmal genug! Nun müsst Ihr bis morgen warten.

FastFood44 am 10 Dez 2018 22:34:48

Oh da könnte ich so einige Womo-Urlaubsgeschichten beisteuern die beginnen mit:

"Ich suchte im Internet nach....."

Da wären auch der Elektromarkt oder auch die Womowerkstatt oder der Campingzubehörhandel usw
Weiter geht es dann immer mit einem postiven

"....Wie der Zufall es will, liegen...."
welche auf der Strecke, direkt in der Nähe usw

weiter geht es dann aber immer wie bei euch mit:
Die hatten Urlaub, existieren seit Jahren nicht mehr, haben nicht das passende usw.

Okay, wir hatten auch schon Glück, aber oft genug haben wir sinnlos und ergebnislos Stunden vergeudet!

AndreasS am 11 Dez 2018 11:25:52

Sehr schön geschrieben,
war schon oft auf Sardinien und bin eine ähnliche Route gefahren.
Bestimmt geht es über Bosa nach Oristano auf die Sinishalbinsel und hoffentlich auch
nach Putzu Idu mit Übernachtung am Capo Falcone :)

mauimeyer am 11 Dez 2018 12:02:05

Der zehnte Tag
Die Reise sollte so langsam Richtung Mari Ermi gehen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg. Wir suchten uns einen ACSI Campingplatz auf dem Weg dort hin aus und steuerten diesen direkt an. „Camping Village Bella Sardinia“ nahe Oristano war unser Ziel, hauptsächlich, weil wir auch Ver- und Entsorgen wollten. Wir hielten nur kurz an einem kleinen Supermarkt und kamen am Platz an. Wir durften uns wiedermal einen Platz aussuchen und entschieden uns für einen der wenigen „Sonnenplätze“. Mit dem Wagen ging es erstmal zu der Parzelle, wenn man die so nennen durfte, um anschließend die Ver- und Entsorgung zu suchen, und zu suchen und zu suchen. Wir stellten fest, das sich diese ausserhalb des Platzes befand und mit Abstand die schlechteste war, die wir je angefahren haben. Eng, saumäßig dreckig und mehr oder weniger zerstört. Der Campingplatz selber ist sehr groß, fast komplett unter Pinien und die einzigen sonnigen Plätze sind direkt auf dem Hauptweg zum Strand. Wir richteten uns ein und gingen erstmal an den Strand.

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Aus der Nähe schallte Musik zu uns rüber. Irgendwo scheint es Festival zu sein. Irgendein DJ legte auf uns man hörte eine Menge Leute jubeln. Naja, es ist Sonntag und zum Abend wird es bestimmt ruhiger. Der Strand ist klasse, toller Sand, bewacht und ideal für Familien mit Kindern. Ein ausgiebiges Bad kühlte uns ab, schließlich hatten wir strahlend blauen Himmel bei ca. 26 Grad. Als es Richtung Abend ging, wurde gegrillt und wir saßen bis spät vor dem Wohnmobil bei einem Gläschen Wein und bei Musik aus dem Nachbarort. Bald müsste dort eigentlich Schluss sein, wir haben schließlich Sonntag. Schön wäre zumindest, wenn der Wind drehen würde.
Es wurde ein unruhige Nacht, denn die Musik ging bis morgens um halb sechs. Und es wurde immer lauter. Aber was bitte war das? Ein Festival mit verschiedenen Dj´s. Wenn man sich den Namen des Festivals anhört, dann passt das wie die Faust aufs Auge: „SUNDANDBASS“ heisst es und von beidem war definitiv genug vorhanden. Ich höre ja selber gerne diese Musik ab und an, aber nicht als Einschlafmusik.

Der elfte Tag
Dezent gerädert saßen wir beim Frühstück und unsere Nachbarn sahen nicht besser aus. Wir machten uns auf die letzten 35 km nach Mari Ermi, wo uns ein weißer Strand mit Reiskorn großem Sand begrüßte. Türkisblaues Wasser und, wenn man rechts runter fährt, ein wilder Stellplatz, auf dem schon 4 Wohnmobile Standen. Wir suchten uns ein Platz direkt am Wasser und genossen den Tag. Bei einem langen Strandspaziergang gingen wir die Küste entlang und fanden noch einen kleinen Campingplatz. Anschließend gingen wir baden und studierten die Schilder am Strand. Bei Strafe ist es verboten den Sand mitzunehmen. Es gibt sogar Schilder, die darauf hinweisen, das am Schild selber der letzte Punkt ist, an dem man den Sand von den Schuhen klopfen soll. Jeder weitere Schritt mit Sand wäre Diebstahl.

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Als wir zum Kaffee hinter dem Wohnmobil saßen, hielt ein kleiner Kombi neben uns an und es stieg ein Italiener aus, der uns Wurst und Käse zum Kauf anbot. Eigentlich weiß man ja nie, ob man hier nun über den Tisch gezogen wird, aber die Sachen sahen lecker aus und so entscheiden wir uns Wildschwein-Salami zu kaufen. Und die war der Hammer, so lecker, das es nicht lange brauchte, bis wir sie vertilgt hatten.

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Hinter dem kleinen Deich, wenn man ihn so nennen will, waren noch so kleine Seen, in welchem Flamingos ihre Zeit verbrachten. Die Seen selber sehr flach, dreckig und sie entpuppten sich genau als das, was ich schon laut kund getan hatte, als riesige „Mückenfabriken“. In der Dämmerung kamen die Biester und saugten wo sie nur konnten. Der Kampf dauerte ca. 1 Stunde, dann war es vorbei und die Mücken legten sich schlafen, sofern sie nicht vorher schon den Weg in den Mückenhimmel angetreten hatten. Komplett zerstochen legte ich mich in Bett und genoss die Ruhe. Keine Musik, nur ein Mücke im Wohnmobil. Die beschäftigte uns noch einige Zeit bevor ich dann aufgab. Der eine Stich der in der Nacht dazukommt, war dann auch egal.

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Der zwölfte Tag
Nebel, grauer Himmel und ein herannahendes Regengebiet! Das waren die Aussichten für den Tag. Unsere Freunde meldeten sich aus dem Süden, aus „Ghia“, dort sollte Wind kommen und ein schöne Welle stehen. Wir beratschlagten uns und machten uns auch auf, um uns dort mit den anderen zu treffen. Für die eine Familie sollte es der vorletzte Abend sein, bevor die Reise wieder nach hause ging. So hatten wir die Möglichkeit nochmal alle zusammen aufs Wasser zu gehen und Abends zusammen zu sitzen.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg über die Autobahn, wenn man die denn so nennen darf, in Richtung Süden. Irgendwie sind Italiens Autobahnen so ein bisschen wie die A7. Nee, sie sind schlimmer! Auf der A7 hat man das Gefühl das die Schlaglöcher System haben, in Italien kommen zu den Schlaglöchern, die gefühlt noch tiefer sind als in Deutschland, auch noch die Brücken. Wenn die Italiener eines nicht können, dann ist das Brücken bauen. Jedesmal hat man das Gefühl die Vorderachse bleibt einfach stehen. Oftmals kann man das kommende noch im letzten Moment sehen, aber machen kann man nichts, denn meist ist es einfach schon zu spät um reagieren zu können. Mit jeder Brücke wurde aus unserem „richtig tollem Urlaub“ ein kleines Stück entfernt, aus Angst das wir unseren Coco, welcher ja erst seit April zu unserer Familie gehört, nicht mehr heil nach hause bekommen. Irgendwie haben wir es dann doch geschafft unten anzukommen, aber nicht ohne vorher noch im „Carrefour“ unsere Vorräte aufzufüllen. Und die der Freunde gleich mit. Das mit dem Einkaufen ist so eine Sache, meist sind es nur kleine Supermärkte. Man bekommt halt nicht immer alles und muss ggf. 2mal anhalten. Aber alles kein Problem.
Als wir in Ghia auf dem Stellplatz ankamen, diesmal ohne groß zu suchen, denn wenn man im Navi die Koordinaten auf das richtige Format einstellt, kommt man auch ans Ziel, kam die Sonne raus. Wir machen uns gleich auf den Weg an den Strand und uns empfing eine traumhafte Welle mir verdammt gutem Wind. Mit dem 7er Kite ging ich raus und hatte einige Zeit meinen Spaß. Das Revier ist klasse, und die Einheimischen, unter anderem der Kiteweltmeister im „Strapless Freestyle“ zeigte uns Hobbykitern mal, was man mit einem Kite und dem Board so alles anstellen kann. Ich habe meinen Mund bis heute nicht zubekommen. DAS WAR UNGLAUBLICH!!! Aber wir hatten auch unseren Spaß und davon sogar mehr als genug.
Der Stellplatz selber ist, so lala. Komplett unter Bäumen und damit extrem feucht, da es ja lange Zeit geregnet hatte. Alles stand unter Wasser und wir haben uns zusammen an eine Ecke gestellt, wo wenigstens etwas Sonne war. Am Abend saßen wir dann alle zusammen und genossen den lauen Abend mit Klönschnack auch Wein.

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Der dreizehnte Tag
begann mit jeder Menge WhatsApp-Nachrichten. Immer die gleiche Frage, geht es uns gut, alles in Ordnung, was haben wir denn mitbekommen usw. Ich musste erstmal recherchieren was passiert war. Ich brauchte nicht lange. Ein schweres Unwetter ist im Süden über Cagliari hinweg gezogen. Inklusive, ratet mal, eingestürzter Brücke. Wir habne davon nichts mtbekommen, es war auf der anderen Seite der Berge. Über die Brücke sind wir gestern noch rüber.

Da ich ja nun schon reichlich Spaß auf dem Board hatte und der Kurze immer noch nicht auf dem Wasser war, entschlossen wir uns, zum nächsten Stehrevier zu fahren, nach Porto Botte. Die Fahrt ging nach dem Frühstück und dem obligatorischen Ver- und Entsorgen über eine kurvenreiche Strecke mit Serpentinen und engen Stellen. Und es kam, wie es kommen musste. In einer Serpentine kam mir ein Möchtegern-Rennfahrer entgegen. Zumindest war klar, das mit der Geschwindigkeit irgendeiner ein Problem bekommen wird. Logisch, das ich das war. Er drängte uns soweit ab, das ich mit der rechten Seite die Leitplanke touchierte und unser Coco nun einen unschönen Kratzer im Bereich des hinteren Radlaufes hat. Nichts wirklich wildes, aber spätestens jetzt war unser „richtig toller Urlaub“ nur noch toll. Das Wetter war beständig, immerhin trocken und der Wind frischte auf. Es gab nur einen kurzen Schauer als wir in Porto Botte ankamen.

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Wir entschieden uns rechts raus auf die Landzunge zu fahren, wo sich auch eine Kiteschule befindet. Schon einige Wohnmobile standen dort und bei einem erfolglosen Versuch den Kratzer weg zu polieren, kam ich mit einem Kiter ins Gespräch, welcher uns den Tipp gab, auf jeden Fall noch Buggeru zu besuchen. Wer Buggeru nicht gesehen hat, war quasi eigentlich gar nicht auf Sardinien, so seine Aussage. Wie auch immer, endlich waren die Bedingungen so gut, dass Sohnemann aufs Wasser konnte. Mit seinen 10 Jahren, bleibe ich natürlich unterstützend an seiner Seite. Mit dem 5qm Schirm ging es aufs Wasser. Den Kitekurs noch im Kopf startete er und fuhr sofort los und musste von mir mit einem lauten „STOOOOP“ aufgehalten werden, dann das Ufer machte einen Knick und der Wind wurde ab dort ablandig. Durch die etwas ungünstige Windrichtung, fuhr er also immer nur in eine Richtung und ging an Land wieder zurück. Im Anschluss ging ich dann auch noch aufs Wasser und wir fuhren zu zweit auf einem Board und hatten mächtig Vater/Sohn-Spaß. Wirklich klasse, wenn man das Hobby teilen kann.

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Am Abend wurde es wieder regnerisch und in der Nacht frischte der Wind extrem auf. Dank der Hubstützen merkten wir davon nicht viel. Aufgrund der Aufregung um die Leitplanke und der sportlichen Betätigung waren wir kaputt und es ging früh ins Bett.

Der vierzehnte Tag
Der Wind war weg, war ja klar!!! Wir wollten eigentlich an die Ostküste und dann langsam wieder hoch, aber man hatte uns ja empfohlen, noch Buggeru mitzunehmen. Und da unsere Freunde dort auch standen, machten wir uns auf den Weg über die Küstenstraße.

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Aber wir wollten unbedingt noch ein Highlight mitnehmen, welches im Reiseführer für Kinder enthalten ist. Den kann ich im übrigen allen ans Herz legen, da stehen richtig gute Tipps drin, wo man auch mal Sachen sieht, die nicht in jedem Reiseführer stehen. Das Highlight, ein Straßenstück durch einen Berg. Stockduster und endend in einem herrlichen Wald, die Grotta di San Giovanni. Die Grotte, nördlich von Domusnovas, war bis 1999 die einzig befahrbare Grotte Sardiniens. Sie wurde zum Naturdenkmal erklärt und ist jetzt nur noch für Fussgänger und Radfahrer freigegeben. Der Weg durch die nur sehr spärlich beleuchtete Grotte ist ca. 850m lang und kurvenreich. Man sollte eine Taschenlampe mitnehmen, bzw. genug Batteriekapazität in seinem Handy haben, denn an einigen Stellen sieht man die Hand vor Augen nicht. Wenn man die Grotten dann verläßt, steht man zwischen Bergen in einem Wald. Von hier aus kann man diverse Touren unternehmen. Gerne hätten wir uns noch die alten Minen angeschaut, aber die 2 Std. Fussweg waren dem Kurzen zuviel und somit drehten wir nach ca. 3 km wieder um und gingen zum Wohnmobil.

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Es ging weiter nach Buggeru. Da sich die Straße an der Küste entlang schlängelt, war es an einigen Stellen ein atemberaubender Ausblick. Türkisblaues Wasser, grüne Hänge, blauer Himmel und weißer Sandstrand. Ein Traum, zumindest der Ausblick. Die Streckenführung ging Berg auf, Berg ab und an einigen Stellen so steil, das wir, aufgrund rupfender Kupplung, vom zweiten in den ersten Gang schalten mussten und uns hoch quälten. Der Alptraum zum Traum.

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Dann endlich kamen wir in Buggeru an. Die Straßenführung ist dort etwas gewöhnungsbedürftig und ob ich die Straße nun hätte fahren dürfen weiß ich nicht. Auf jeden fall haben wir den Stellplatz gefunden, mussten uns aber in zweiter Reihe hinstellen, da in der ersten Reihe alles besetzt war. Wir reinigten unseren Wagen von innen und gingen anschließend baden. Als wir zurück kamen, und uns einen Kaffee machten, staunten wir über eine angefressene Keksschachtel mit, logischerweise, angefressenen Keksen darin. Da war doch was? Verdammt, wir haben einen heimlichen Mitbewohner. Wir haben nichts gegen Mäuse, aber im Wohnmobil, das muss nicht sein. Meine Stimmung war nicht die Beste und ich machte mich im Forum auf die Suche nach Tipps. Meine Frau fand das jetzt nicht so schlimm aber ich dachte nur an eine verendete Maus irgendwo im doppelten Boden, an einer Stelle, an die man nicht so leicht ran kommt. Wir machten das Beste draus und verdrängten den Gedanken an eine tote Maus, wichtig war nur, genug zu fressen bereit zu halten, damit sie a. überlebt und b. nicht irgendwas anderes anknabbert.
Am Abend gingen wir einmal durch das Dorf und machten eine Bestandsaufnahme, bevor wir den Grill angeschmissen haben und den Abend genossen.

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Der fünfzehnte Tag
Der Kiter hatte recht. Buggeru ist ein „MUSS“. Der Ort total klasse, der Platz, mit Blick aufs Wasser, eingerahmt von Bergen, sensationell. Hier bleiben wir erstmal. Es stellte sich heraus, das wir zu viel unterwegs waren. Es hatte sich kaum Erholung eingestellt. Das wollten wir nun ändern. Meiner Frau ging einkaufen und brachte uns frischen Fisch mit, den wir am Abend grillen sollten.

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Der Tag selber war von Faulenzen, Baden, Mäusejagd, Essen und Wein geprägt. Aufgrund des Wetters verbrachten wir kaum Zeit im Wohnmobil. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt die Maus zu fangen und aus dem Wohnmobil zu befördern. Eine Gießkanne mit einem großen Schlag Nutella wurde zur Mausefalle erklärt. Ein Brett führte auf die Kanne, die Maus sollte in meiner Theorie in die Gießkanne hüpfen und nicht wieder raus kommen. So könnte ich sie dann lebend aus dem Wohnmobil bekommen. Natürlich machte ich mir Gedanken darüber wie sie reingekommen ist und bin mir sicher, das es über das Stromkabel gewesen sein muss, das ich Anfangs „schnell“ verlegt hatte ohne den Deckel drauf zu machen. Wie sich am heutigen Tag herausstellen sollte, ist die Maus zu schlau und mein Plan scheiterte.

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Der sechzehnte Tag
Frühstück gab es draussen. Meine Frau ging einkaufen und das Eingekaufte wurde Abends gegrillt. Wir gingen baden, und spazieren. Holten das SUP raus und paddelten über die Bucht. Wir konnten einen Doppelplatz für uns und unserer Freunde ergattern und standen fortan in erster Reihe. Ein weiterer Plan die Maus zu bekommen scheiterte natürlich aber das Wetter war genial. Dafür war jetzt einer unserer Wohnmobilschlüssel weg. Wir stellten Coco auf den Kopf, aber der Schlüssel blieb verschwunden. An der Grotta di San Giovanni hatten wir ihn zuletzt. Wir durchsuchten Taschen, Jacken, Schränke, Boxen usw. immer natürlich in der Hoffnung, das mir die Maus über den Weg läuft, aber beide blieben verschwunden. Hat das Mistvieh den Schlüssel etwa… ein verstörender Gedanke. Wir machten das Beste draus, der tolle Urlaub war aufgrund des fehlenden Schlüssels und der sich auf meine Kosten vollfressenden Maus nur noch ein „Urlaub“, aber trotz allem, in Buggeru kann man entspannen.

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Der sechzehnte Tag (Murmeltiertag 1)
Frühstück gab es draussen. Meine Frau ging einkaufen und das Eingekaufte wurde Abends gegrillt. Wir gingen baden, und spazieren. Holten das SUP raus und paddelten über die Bucht. Ein weiterer Plan die Maus zu bekommen scheiterte natürlich, aber das Wetter war genial. Wir stellten Coco auf den Kopf, aber der Schlüssel blieb verschwunden. Wir machten natürlich das Beste draus, in Buggeru kann man entspannen.

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Halt, da war ein Highlight!
am Ende des Stellplatzes gibt es einige wenige fest aufgestellte Wohnwagen. Und dort feierte irgendwer seinen Geburtstag. Ich glaube es war der runde Geburtstag einer Grand Dame. Sie bekam jedenfalls ein Privatkonzert eines wirklich guten Musikers. Dieser trällerte, z.T. zusammen mit einer Sängerin, die alten, auch bei uns bekannten, italienischen Schlager. Ok, das an sich ist nichts besonderes, aber zum einen war es ja live gesungen und die Akustik zwischen den Bergen war unglaublich. Egal wo man war, man konnte immer alles in perfektem Klang hören. Das war ein echtes Erlebnis.

Der sechzehnte Tag (Murmeltiertag 2)
Frühstück gab es draussen. Meine Frau ging einkaufen und das Eingekaufte wurde Abends gegrillt. Wir gingen baden, und spazieren. Holten das SUP raus und paddelten über die Bucht. Ein weiterer Plan die Maus zu bekommen scheiterte natürlich, aber das Wetter war genial. Wir stellten Coco auf den Kopf, aber der Schlüssel blieb verschwunden. Wir machten das Beste draus, in Buggeru kann man entspannen.

Und doch noch ein Erlebnis:
Wir hatten beschlossen alle zusammen Essen zu gehen. Oben im Ort gibt es ein neues Bistro / Restaurant. „Galeria 23“. Die Werbung versprach so einiges. Der Kurze freute sich auf Pizza und wir auf feine italienische Küche. Der Laden machte einen modernen, sauberen Eindruck. Nur, es gab keine Pizza. Wir bestellten dann Burger bzw. Pasta und unsere Freundin bekam Miesmuscheln. Und diese waren wirklich ein Gedicht, super lecker. Leider konnte man das weder vom Burger noch von der Pasta behaupten. So war die Enttäuschung sehr groß, zumal es jetzt das zweite mal war, wo wir maßlos enttäuscht wurden.

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Der sechzehnte Tag (Murmeltiertag 3)
Frühstück gab es draussen. Meine Frau ging einkaufen und das Eingekaufte wurde Abends gegrillt. Wir gingen baden, und spazieren. Holten das SUP raus und paddelten über die Bucht. Ein weiterer Plan die Maus zu bekommen scheiterte natürlich, aber das Wetter war genial. Wir stellten Coco auf den Kopf, aber der Schlüssel blieb verschwunden. Wir machten das Beste draus, in Buggeru kann man entspannen.

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Der zwanzigste Tag
Aufbruchstimmung, Das Wetter sollte umschlagen und so beschlossen wir, noch den Weg zur „Galeria Henry“ hoch zu gehen bevor es richtung Norden gehen sollte. Dieser ist, wenn man bis nach oben geht, auch ein Kreuzweg. Man hat die gesamte Zeit einen wunderschönen Blick auf Buggeru und das Mittelmeer. Traumhaft! Unterwegs schlug das Wetter um und so kamen wir im Regen wieder am Wohnmobil an.

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Nach dem Kaffee machten wir uns auf in Richtung Oristano. Wir wollten nicht in die Stadt (dazu hatten wir diesen Urlaub irgendwie gar keine Lust) sondern uns irgendwo dort einen netten Strandplatz suchen und einen weiteren ruhigen Abend verbringen. Gelandet sind wir dann in Sassu, bzw. dort in der Nähe am Strand. Hier gibt es einen Strandabschnitt mit verschiedenen Bars, Restaurants und anderen Angeboten. In der Nebensaison aber herrlich verlassen. Ein paar Spaziergänger verirren sich Abends noch hierher, ansonsten hat man den Strand für sich allein. Ideal für eine ruhige, vorletzte Nacht. So langsam neigte sich unser Urlaub dem Ende entgegen.

Friedhelm19 am 11 Dez 2018 12:18:19

Hallo Mike,

ein super Bericht und für mich gut nachvollziehbar, da ich die von dir geschilderten Plätze auch alle schon aufgesucht habe. Was du über den Isoledda schreibst, hat mich etwas verwundert. Wir waren dort zweimal und standen auf der Halbinsel mit wunderschönem Blick, die Pizza war eine der besten Sardiniens. Was ist dort passiert? Kann man nicht mehr auf der Halbinsel stehen? Ist nur noch der Platzteil an der Straße vor der Halbinsel nutzbar? Wenn das zutrifft, kann man diesen Ort bei der Routenplanung gänzlich streichen.

Gruß Friedhelm

mauimeyer am 11 Dez 2018 13:30:14

Moin Friedhelm,
Nein, man kommt natürlich noch auf die Halbinsel rauf. Der Campingplatz ist halt oben drauf. Keine Ahnung, was da passiert is, aber selbst unser Bekannter, der jedes Jahr dort ist, meint die hätten stark abgenommen, ggf. weil sie sich mehr um die Bungalows kümmern.
Wir waren im übrigen nicht die einzigen, die mit der Pizza nichts anfangen konnten. Andere auf dem Platz sprachen auch von Enttäuschung und mehr Pappgeschmack als alles andere.
Naja und was die Nasszellen angeht bin ich froh, das wir die nicht nutzen mussten. war echt eine Frechheit.

Alles vielleicht, weil es kurz vor Saisonende war, keine Ahnung, ging jedenfalls gar nicht.

Aber die Aussicht war schon genial, aber das ist halt nicht alles.

forstpointler am 11 Dez 2018 14:20:34

Hallo Mike,
schöner Bericht, aber wie geht's der Maus?
Meine Meinung zu dem Campingplatz "Isoledda die Gabbiani" (Porto Pudo) ist die selbe,
schmutzig, absolut überteuert, kleine Pazellen, und ..... nicht (mehr) empfehlenswert.

Aloha

mauimeyer am 11 Dez 2018 18:49:46

Der einundzwanzigste Tag
Eigentlich sollte man meinen, es wäre genug gewesen mit den kleinen Pannen. Aber nach dem ausgiebigen Frühstück wollten wir unsere Fahrt in Richtung NordOsten fortsetzen. Als ich ins Fahrerhaus kam, sah ich, dass unsere Frontscheibe einen 20cm langen Riss hat. Ich fing an zu lachen und konnte nicht wirklich mehr aufhören. Man muss sich halt über Kleinigkeiten freuen können, immerhin war die Scheibe ja noch da.

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Wir fuhren Richtung San Theodoro, wo wir unseren letzen Abend auf der Insel verbringen wollten. Per Park4Night, welches uns immer wieder tolle Dienste geleistet hat, hatten wir einen Platz gefunden, welchen wir ansteuerten. Man kam natürlich nicht zu besagtem Platz und so wichen wir auf den Nachbarplatz aus. Und auch diesmal war es ein grandioser Platz. Fast rund um das Wohnmobil war Wasser. Schroffe Felsen und ein toller Strand ganz in der Nähe rundeten den „wilden“ Platz ab. Aber erstmal fuhren wir nach San Theodoro rein, da wir guten Wind hatten und noch Chance auf Kiten war. Am Kitestrand war es voll und der Parkplatz stand unter Wasser.

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Ich entschied mich, nicht aufs Wasser zu gehen und so fuhren wir, nach einem kurzen Supermarktbesuch, wieder zurück zu unserem Übernachtungsort. Dort hatten sich mittlerweile 2 weitere Womos breit gemacht, aber unser bevorzugter Platz war noch frei. Es zog sich nicht nur zu, sondern wir durften noch zuschauen, wie der ein oder andere Tornado an uns vorbei zog, allerdings hat es keiner bis zum Boden bzw. Wasser geschafft.

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Irgendwann war das Schauspiel wieder vorbei und wir gingen noch kurz spazieren und schmissen den Grill an. Ein leckeres Abschlussessen konnten wir genießen. Wir schliefen bei Meeresrauschen ein, immer ein hervoragendes Erlebnis.

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Der zweiundzwanzigste Tag
Heute sollte es auf die Fähre gehen und die Heimreise wartete auf uns. Nach einem ausgiebigen leckeren Frühstück fuhren wir nach Sant Theodoro an den Strand um nochmal etwas baden zu gehen. Um 19:30 Uhr sollten wir einchecken. Es war also noch reichlich Zeit bis dahin. Ca. 2 Stunden verbrachten wir in Sant Theodoro um dann weiter an den Strand von Porto Taverna zu fahren.

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Auch ein sauberer Strand mit klarem Wasser und tollem Blick auf die Isola Tavolara. Hier sollten wir die letzten Urlaubsstunden auf der Insel verbringen.

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Um 19:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Olbia um auf der Fähre einzuchecken. Wir standen direkt vor dem riesen Kahn und der Kurze fragte einmal mehr, ob er noch kurz Fernsehen darf. Wieder erlaubten wir grinsend, da die Fähre direkt vor dem Satelliten stand. Ein Dejavu, wieder bekam er den Satelliten zu fassen und war glücklich, wenn auch nur für knapp 30min, denn dann sollte es auf die Fähre gehen.

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Als der Wagen geparkt war, baute ich noch meine berühmt berüchtigte „Ich-krieg-dich-doch-noch-Fridolin-Falle“ auf und dann ging es auf die Kabine. Schön dreckig war sie. Ausserdem waren die Decken nur Bettlaken und die Matrazen... ich bekomme gerade Gänsehaut... geht gar nicht. Naja, wir sollten da ja nur schlafen. Da es noch früh war, verbrachten wir noch einige Zeit an Deck. Neben uns war ein älteres Ehepaar aus Neapel. Sie hatten Freunde besucht und ehe wir uns versahen, tranken wir zusammen Wein, aßen Käse und als Absacker gab es schwarz gebranntes Feuerwasser. Alter, was ein Gesöff der brannte alles aber auch wirklich alles weg, schmeckte aber echt sensationell. Wir hatten dann auch die nötige Bettschwere und gingen auf die Kabine um uns noch ein wenig völlig wach rum zu wälzen.

Der dreiundzwanzigste Tag

Der Tag begann um 00:00 Uhr, ist ja eigentlich auch logisch. Aber er begann halt damit, das wir weiter versuchten einzuschlafen. Weder mir noch meiner Frau gelang dies. Als dann um 05:30 Uhr der Wecker ging und nur 1 min. später die Durchsage kam, wir mögen doch bitte die Kabine langsam räumen, kamen wir auf max. 3 Stunden Schlaf. Vollkommen gerädert gaben wir die Kabine ab und gingen an Deck. Erfreut stellten wir fest, wir sind schon im Hafen. Um 06:15 Uhr sollten wir da sein und das waren wir auch, also zwischen den Molenköpfen. Wir brauchten dann leider nur noch 45 min bis wir am endgültigen Liegeplatz waren und natürlich nochmal 30 min, bis die ersten Wagen die Fähre verlassen konnten. Wir waren Gott sei Dank unter den ersten und so ging es gegen 07:30 Uhr, natürlich mit Fridolin, fehlendem Zweitschlüssel, immer noch ohne Radio dafür aber mit defekter Frontscheibe auf die Autobahn. Erstmal wollten wir etwas Strecke machen und so fuhren wir rund 2 Stunden. Den erste Tankstopp nutzen wir auch zum Ver- und Entsorgen sowie zum anschließenden Frühstück.
Sowohl durch Italien als auch durch die Schweiz kamen wir ohne Probleme.
Preisfrage, wie stellt man fest, das man nicht mehr durch Italien fährt? Man schwitzt nicht mehr, wenn man Brücken überquert!
Wir tankten in Östereich, denn wir sind ja lernfähig und schafften es tatsächlich ohne Stau oder Probleme bis nach Kirchheim, so das wir, als wir zur Bettruhe übergingen, nur noch 550 km bis nach hause hatten.

Der vierundzwanzigste Tag

Um 10:00 sollte es weiter gehen. Wir kamen gut voran und dann kam eine WhatAppNachricht: „Denkt daran, in Seesen ist die Autobahn gesperrt“. Bestens, dann können wir ja rechtzeitig runter und... Neue Nachricht von unseren Freunden, Bahn ist schon wieder frei, Stau löst sich auf. Jo, nur wir stehen ja schließlich ganz hinten im Stau vor der Baustelle. Runterfahren ging nicht mehr, da war es genauso voll, also ausharren. Bei strahlendem Sonnenschein ging es die eklig lange, letzte Strecke nach hause. Dort kamen wir nach 6 1/2 Stunden dann geschafft aber glücklich an. Erstmal mussten die Nachbarn begrüßt werden und dann ging es ans ausräumen. Um 19:00 Uhr fuhr ich zu unserem Italiener um unser Essen abzuholen. Endlich richtig gutes Italienisches Essen. Nun war er vorbei unser eigentlich grandioser, dann doch richtig toller, obwohl nur toller, ach egal, einfach nur Urlaub.

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Eines musste noch gemacht werden, das Fridolinproblem sollte gelöst werden. Also stellte ich an verschiedenen Positionen Mausefallen auf, die Fridolin mit Nutella anlocken sollten. Lebend kommt er nun hier nicht mehr raus, aber da er ja aus Italien kommt, hätte er hier sowieso keinen Anschluss gefunden.

Der erste Nach-Urlaub-Tag
Das Erste was mir am Morgen nach unserem Urlaub vorgeworfen wurde war, das wir erst am Sonntag zurück gekommen sind. Selbst Sohnemann sagte, das ginge gar nicht. Wir waren schon ganz schön gerädert, mussten aber zur Schule bzw. zum Dienst. Ein kurzer Blick ins Womo, Fridolin schläft wohl noch, war noch vollgefressen oder er verschmät Nutella. Alles Fallen waren leer.
Der Tag war hart, ich musste viel aufholen und diverse Sachen aufarbeiten. Mittags erreichte mich dann zu allem Überfluss noch eine Trauer-Nachricht:

„Nach einer spontanen familiären Trennung und einem kurzem Leben in Saus und Braus, nehmen wir Abschied von unserem Mitfahrer Fridolin. Er starb, nur kurz bevor er sowieso an Herzverfettung gestorben wäre, in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit und der Freßgier, an einem Genickbruch.
R.I.P Fridolin“

Ok, das Problem wäre gelöst (Bilder erpare ich Euch), Fridolin wurde der Recycling-Kette zugeführt und wird zukünftig auf irgendeinem Beet für gutes Wachstum sorgen. In 3 Tagen sollte die Frontscheibe getauscht werden und der Schlüssel sollte bei Iveco nur grandiose 270 Euro kosten. HALLO IVECO, das ist ein Schlüssel mit Transponder ohne Funk, ohne Zentralverriegelung ohne schnickschnack! Habt Ihr sie noch alle?

Letzte Infos
Sardinien ist wirklich schön und auch mit großem Wohnmobil einfach zu befahren. Ver- und Entsorgung war nie ein Problem und die Italiener sind meist freundlich und zuvorkommend.
Entgegen aller Annahmen, war es voll auf der Insel. Das lag aber daran, dass auch die Schweizer Urlaub hatten. Ein Problem war es aber definitv nicht. Wir haben viele tolle Leute kennengelernt und hatten nette Gespräche.
Selbstredend habe ich in meinem Bericht manchmal etwas übertrieben aber nicht bei den Pannen, die sind alle so passiert. Also, ein Urlaub, der von kleinen Pleiten, Pech und Pannen immer wieder einen Dämpfer bekam.

Unser Fazit:
„Für uns“ ist eines klar, Korsika ist die deutlich schönere Insel.
„Wir“ werden mit den Italienern einfach nicht warm.
Sofern es sich vermeiden läßt, wird keine Nachtfähre mehr gebucht.
Lange Urlaube enden am Samstag.
Alles in allem war es natürlich dann doch ein „grandioser Urlaub“, aber weniger hatten wir ja auch nicht wirklich erwartet.

Epilog
Wir haben mittlerweile ein neues Autoradio (Pioneer Avic F80DAB-C). Ca. 2 Wochen später fand sich dann auch unser Schlüssel wieder an, er war in der Tasche die, gem. Aussage meiner Frau noch auf Sardinien, den ganzen Urlaub definitiv nicht benutzt wurde, na klar!!! Eindeutig Fridolins Rache, sogar den Reißverschluss hat er zugezogen.
Coco wurde von innen komplett gereinigt und es gab keinen Ort wo Fridolin nicht war. Gerüche kommen noch ein wenig durch, wenn die Heizung an ist, das wird aber hoffentlich bald vorbei sein. Die Frontscheibe ist wieder heil und Coco wurde per Wellnessbehandlung gütig gestimmt. Er bekommt hinten ein neues, angepasstes Design. Die Aufkleber warten nur noch auf bessere Temperaturen. Wie das aussehen wird, könnt Ihr auf dem letzten Bild sehen.
Auf jeden Fall steht das Womo nun poliert und Keramik-Versiegelt sowie drinnen intensiv gereinigt auf dem Hof und wartet auf seinen nächsten Einsatz.

Ach, und ich habe gerade den Campingplatz gebucht, in den Herbstferien 2019 geht es nach Spanien, nach Sant Pere Pescador. Das wird ein grandioser Urlaub!

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mauimeyer am 11 Dez 2018 18:52:13

So, ich hoffe Ihr hattet etwas Spaß und konntet vielleicht die ein oder andere Info mitnehmen.
Jetzt bedanke ich mich für eure Aufmerksamkeit, möchte Euch aber bitten jetzt Auszusteigen. Auf unseren nächsten Roadtrip, nehme ich euch dann auch wieder mit, versprochen!!!

Lancelot am 11 Dez 2018 19:21:41

:dankeschoen: .. für einen erfrischenden RB :)

HeikeD am 11 Dez 2018 19:41:18

Da wir zurzeit nicht weg fahren könnten (das neue Mobilchen wird erst im April geliefert), quäle ich mich mit schönen Reiseberichten..... ich fahre da auch hin - kannste glauben und dann hab ICH son tollen, supertollen und was weiß ich Urlaub!

.... und bis dahin lese ich mich hier so durch :mrgreen:

Danke, ich hatte Spaß, super geschrieben! :ja:

Aretousa am 11 Dez 2018 19:57:24

Grandios, supertoll, toll......geschrieben. Ja, Sardinien ist schon klasse, eure Erlebnisse gehören zum Wohnmobilurlaub.
Danke!

cbra am 11 Dez 2018 20:00:09

mal ein interessant zu lesender bericht, der mir aber auch den komplett anderen zugang zu "supertoll" "sardinien" und "(kite)surfurlaub" zeigt

kampfzwerg am 11 Dez 2018 21:23:20

Och Mensch, schon aussteigen?! Ne, ne. Aber: sehr schön geschrieben, hab mehr als einmal richtig laut gelacht und sehr oft geschmunzelt, aber nicht über die Pannen....
Wir waren schon öfters auf Sardinien und haben einige von Euch besuchten Orte auf den Fotos wieder gesehen... Hab schon wieder „Heimweh“... :oops:

Danke sehr fürs Mitnehmen und für den schönen Bericht mit den tollen Fotos. Vor allem Danke fürs Schreiben des Berichtes und die Mühe, die Du Dir gemacht hast.

Notgedrungen muss ich ja jetzt aussteigen, ok.

Lieben Dank und eine schöne Adventszeit.

Beduin am 11 Dez 2018 21:28:51

Haste schön gemacht :)
Bedankt für die Mühe! war sehr kurzweilig 8)

kukeulke am 11 Dez 2018 22:05:40

Ein schöner, erfrischend geschriebener Reisebericht. Hat mir sehr gefallen. Danke dafür!

phili am 11 Dez 2018 23:36:52

Sensationell geschrieben - habe viel geschmunzelt und gelacht.

Danke!

Grüße

Phili

Guenni3967 am 12 Dez 2018 00:52:26

Absolut tollen Bericht mit schönem Norddeutschen Humor.
Danke fürs mitnehmen

kleibeeke am 12 Dez 2018 01:27:24

Toller, launiger Bericht. Waren 4Wochen vor dir auf Sardinien. Hat uns gut gefallen.
Gruß

felix52 am 12 Dez 2018 02:21:57

Moin Mike,
Du hast mich erfolgreich in den letzten ZWEI Stunden von meiner Buchhaltung abgehalten.
Auch wegen Deiner wohl einmaligen Form der Berichterstattung.

Besser und authentischer gehts nicht.

Vielen Dank, scheixx wat auf die Buchführung.... :mrgreen:

Manchmal gibt es Wichtigeres
:)

AndreasS am 12 Dez 2018 09:02:26

Sehr kurzweiliger Bericht. Toll.
Wann dürfen wir mit Euch nach San Pere de Pescador fahren? Kann es kaum erwarten :)

pipo am 12 Dez 2018 09:19:25

Herrlich, tolle und sehr amüsante Tour :lach:
Bin beim nächsten Mal gerne wieder dabei ;D

mauimeyer am 12 Dez 2018 09:52:05

Danke danke danke. Ich denke nächstes Jahr Spanien wird eher 18 Tage Murmeltiertag. Wir werden keinen Roadtrip machen.
Aber, ggf vorher irgendwo in Dänemark.
Schauen wir mal.

Ganzalleinunterhalter am 12 Dez 2018 10:33:55

Danke für den kurzweiligen, humorvollen und großartigen Reisebericht. Das sind Reiseberichte von denen man sich wünscht, sie würden noch endlos weitergehen.

Friedhelm19 am 12 Dez 2018 12:13:33

Das solltest du professionell machen, super Bericht - habe mich köstlich amüsiert.

Danke Friedhelm

CS1009 am 12 Dez 2018 18:08:20

Super Bericht
Danke dafür. :-)

Gast am 12 Dez 2018 19:50:10

Hallo Mike ... vielleicht beim nächsten Mal doch lieber einen Urlaub in Wanne Eickel...? :mrgreen:

schorsche51 am 12 Dez 2018 20:34:28

Toller Bericht Danke :respekt: Dann bis nächstes Jahr....Spanien....bin wieder dabei. 8)

mauimeyer am 12 Dez 2018 21:07:00

Gode hat geschrieben:Hallo Mike ... vielleicht beim nächsten Mal doch lieber einen Urlaub in Wanne Eickel...? :mrgreen:

Wanne was? Badewanne ja aber Wanne Eikel? :D

Nee im ernst, das Ruhrgebiet hat auch was zubieten. Allerdings fehlt mir dann die Kitemöglichkeit, also eher was für einen Kurzurlaub. Da sind wir aber meist in DK zu finden. Aber was nicht ist, kann noch werden.

egocogito am 12 Dez 2018 23:08:36

Du hast mir einige heftige Schmunzler beschert, ich danke dir dafür.

Gast am 13 Dez 2018 09:24:32

mauimeyer hat geschrieben:Wanne was? Badewanne ja aber Wanne Eikel? :D

Nee im ernst, das Ruhrgebiet hat auch was zubieten. Allerdings fehlt mir dann die Kitemöglichkeit, also eher was für einen Kurzurlaub. Da sind wir aber meist in DK zu finden. Aber was nicht ist, kann noch werden.


Ne, war auch nicht ernst gemeint. Wanne Eickel wäre nicht mal was für´n Kurzurlaub, höchstens zum Austesten der maximalen Fluchtgeschwindigkeit *lach*

Asterixwelt am 13 Dez 2018 10:48:00

Hollo Mike ,

Danke für den kurzweiligen Bericht und wünsche Euch beim nächsten Urlaub kein Nagetier an "Bord".

gruß

Michael

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