Hallo Leute,
nach drei Jahren auf Achse mit unserem Kastenwagen störte mich nur noch die Ordnung im Heck. Alles was man so braucht wenn man sich irgendwo einrichtet, hatten wir in Euroboxen im Heck untergebracht. Aber auch hier gilt natürlich Murrphys Gesetz und man braucht immer die Box, die sich hinten, ganz unten befindet und man muss die anderen Boxen erst rausholen und (wenn’s gut läuft) in die trockene Wiese stellen. Aber im Normalfall stehen die Boxen dann im Dreck und das Gewühle geht los.
Da habe ich mich an meinen Mercedes Vaneo erinnert, den ich vor ein paar Jahren gefahren habe. Dieser hatte einen ausziehbaren Schwerlastboden, was superpraktisch zum Be- und Entladen war. So etwas sollte es jetzt auch für den Camper werden.
Passende Schwerlastvollauszüge mit 1100mm Länge, verriegelt und in guter Qualität habe ich bei --> Link gefunden. Die sind zwar mit 150,90€ (incl. 8 passender Winkel, Schrauben und Versand) nicht ganz billig, aber sehr robust und haben eine Tragkraft von 90kg im vollausgezogen Zustand. Das Gewicht liegt bei 10,5 kg für das Paar.
Für den schnellen Zugriff auf Tisch, Stühle, Kurbeln und Stangen für die Markise hatten wir schon passende Boxen aus Pappelsperrholz gebastelt. Das lässt sich gut bearbeiten, ist sehr leicht und passt auch unbehandelt ganz gut zu unserem Innendekor. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Pappelsperrholz habe ich damit auch den Auszug realisiert.
Damit sich der Auszug im Bedarfsfall auch mit wenig Aufwand wieder ausbauen lässt, habe ich den eigentlichen Auszug und den Aufbau voneinander getrennt. Der Auszug besteht nur aus den zwei Auszügen, die mit den Winkel auf dem Boden befestigt werden und einer Grundplatte aus 10mm starkem Pappelsperrholz. Die Eigentliche Box wurde dann aus 4mm und 10mm Sperrholz auf Maß gefertigt, für alles was da untergebracht werden sollte. Diese wird dann nur noch mit 4 Schrauben auf der Grundplatte fixiert.
Bei der ersten Testfahrt war dann in der Nacht ein Sausen und Winseln von der Heizung zu hören, was auf akute Atemnot der Trumaheizung schließen ließ. Das hat nicht verwundert bei der jetzt total verbauten Heckgarage. Also musste ich das komplette Konstrukt mit ca. 80 Stück 60mm Bohrungen komplett perforieren, um wieder eine vernünftige Durchlüftung sicherzustellen. Ebenso mussten die beiden Veriegelungsknöpfe der Auszüge miteinander durch eine Aluleiste verschraubt werden, damit sich der Auszug mit einer Hand bedienen lässt. Die Aluleiste muss nur heruntergedrückt werden und man kann den Auszug herausziehen. Dieser rastet auf der Hälfte oder ganz ausgezogen ein.
Wir haben den Auszug die komplette Saison 2018 getestet und er hat sich gut bewährt. Ich komme blitzschnell an alles ran, was ich brauche und finde es auch sofort da es ja seinen fest definierten Platz hat. Einzig bei Regen bekommt alles in den oberen Fächern Wasser ab, da muss man sich dann echt beeilen. Durch die Tür im Innenbereich kann man auch, auf den Auszug zugreifen. Hier haben wir unser Getränkelager, das sich im Ausgezogen Zustand vom Heck aus befüllen lässt.
Sehr praktisch ist auch die 110mm lange Werkzeugschublade die sich mehr oder weniger durch Zufall ergeben hat. Ganz vorn befindet sich alles was man oft braucht und wenn es mal richtig was zu basteln gibt zieht man die komplette Schublade heraus und hat alles was man braucht direkt da wo man es braucht.
Hier noch ein paar Bilder vom Aufbau, der aber natürlich individuell an jeden Wagen, vorhandene Ausrüstung und Vorlieben angepasst werden muss. Die Bilder sind nicht in Chronologischer Reihenfolge. Daher mal mit und ohne Löcher, bzw. Handgriff.
Ich hoffe dieser Beitrag hilft dem einen oder anderen als Inspiration für den doch begrenzten Lagerraum im Kastenwagen.
Mit besten Grüßen
Jupptravolta


