Caravan
anhaengerkupplung

Solaranlage Installation Kabel


stefanwu76 am 26 Dez 2018 18:18:24

Hallo zusammen,

Ich möchte eine ca. 400 Watt Solaranlage installieren. Die Kabel sollen so dimensioniert sein, dass ich bei Bedarf auf 600 Watt aufrüsten könnte. Die erwartete Kabellänge sollte ca. 7 Meter sein. Komme ich da mit 16 mm2 Querschnitt hin? Immerhin könnten im besten Fall 30- 40 Ampere fliessen? Mit was sichere ich dann vor und nach dem Solarregler ab? Verbaut werden soll ein 100/50 victron Solarregler.

Gruss Stefan

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Taunuscamper am 26 Dez 2018 18:38:07

Besser höhere Spannung als dickere Kabel! Unser 100/50 wird von 580 Wp bedient. Leerlaufspannung 46V, unter Last 38-40. Strom nur 10-14A. Kabel 4mm^2 bis zum Regler (ca. 4m), danach bis zu 45A über 10mm^2 bis zur Batterie (0,5m). Bestmöglicher Ertrag!!!

stefanwu76 am 26 Dez 2018 18:54:15

Hallo Jürgen,

Danke für die Antwort. Wenn ich mehrere Module zusammenschalten mag, kann ich dabei Parallel und Reihenschaltung mischen um Spannung und Stromstärke anzuheben oder macht das wenig Sinn? Und wann ja: brauche ich dann 4 Module (jeweils 2 zusammen parallel und dann die beiden Sets in Reihe)oder kann ich auch 3 Module zusammenschalten- also 2 dann in Parallel und das 3. In Reihe dazu- oder umgekehrt.

Gruss Stefan

gespeert am 26 Dez 2018 19:21:20

Wie sieht dein Dachlayout aus?
Erwartete Verschattung der Einzelmodule?

1. Moeglichkeit:

Generatoranschlusskasten (GAK) kann auf das Dach gesetzt werden.
Im GAK ist eine Sammelschiene sowie Dioden oder Sicherungen zur Rueckstromsicherung verbaut.
Die Module haengen alle parallel, zwei Reservesteckerpaare MC 4 sind verfuegbar. Vom GAK laeuft die 16er Sammelleitung zum Lasttrenner fuer den Reglereingang.
Dann Regler und Reglerausgangstrennee batterieseitig.

2. Moeglichkeit

Im GAK wird die seriell-parallele Verschaltung der Module realisiert.
Ansonsten wie bei 1.

Bei beiden Varianten wird das Modul am GAK angesteckt, eine Stoerungssuche ist ohne Probleme moeglich

gespeert am 26 Dez 2018 19:24:02

Es muss 2-2 geschalten werden.
Seriell besteht der Nachteil, dass Du bei Teilverschattung die Haelfte der Gesamtleistung verlierst.

Besser ist Parallelschaltung aller Module.

stefanwu76 am 26 Dez 2018 19:36:00

Wenn ich jetzt aber alle Module parallel schalte, komme ich doch dann mit 6mm2 Querschnitt und MC4 - Stecker nicht mehr hin, oder? Es sind js dann Ströme grösser 20 Ampere zu erwarten. Mit welchen Steckverbindungen muss ich dann arbeiten?

Taunuscamper am 26 Dez 2018 20:21:42

Frage ist, was hast du für Module? Wenn es so genannte 12 V Module sind, schaltest du 2 in Reihe und 2 parallel, sind es "24V" Module schaltest du 4 parallel! Mit dem Strom passt dann! MC 4, alles mit Y Steckern, einfacher geht's nicht. Wenn es gute MC 4 sind ist alles auf Jahre wasserdicht.

stefanwu76 am 26 Dez 2018 20:28:26

Hallo Jürgen,


es werden Module von --> Link werden.
hat einer eine Meinung zu diesen?

Nachdem ich einen grossen Alkoven habe, gibt es weniger Platzprobleme. Daher kann cih aus dem vollen schöpfen.
Es ist auch angedacht die E-bikes mittels dem Strom zu laden--> daher die Anzahl.

Gruss Stefan

Trashy am 26 Dez 2018 20:37:14

Hi,
hohe Spannungen sind generell immer die bessere Wahl, das Ganze auschließlich parallel verschaltet.
Wenn du dann trotzdem noch sehr hohe Ströme erwartest denke vielleicht mal über zwei Regler und getrennte Stränge nach.
Meine 24V Panele (Arbeitsspannung ca. 36V, Leerlauf 44V) mit 100Wp machen ja gerade mal irgendwie um 2,5A. Bei meinen 300Wp bin ich da mit 6mm2 immer gut bedient - auch 600W könnte man da auf die paar Meter problemlos durchjagen.

Von Flexmodulen würde ich persönlich Abstand nehmen.

stefanwu76 am 26 Dez 2018 20:45:00

Hallo Trashy,

habe ich jetzt ein Knoten über Hirn?
"Hohe Spannungen sind generell immer die bessere Wahl, das Ganze auschließlich parallel verschaltet."--> das ist doch ein Widerspruch:--> durch Parallelschaltung erhöhe ich die Stromstärke und nicht die Spannung. Also wie nun?

Ich halte die Kombi aus Reihe und Parallel eigentlich für praktisch, nachdem ich nur in Ausnahmefällen Verschattungen erwarte und dann würde maximal 50% aussteigen.
Aber die wichtigste Frage ist noch unbeantwortet: welchen Querschnitt an Kabel würde ich bei ca 30-50 Ah benötigen? (also alles Parallel)

Trashy am 26 Dez 2018 20:59:12

Hi,
einfach mal auf den Knoten pusten... :D

Also, gespeert hat dir ja schon erzählt das ein teilverschatter Reiheschaltungsstrang quazi tot ist.
ein Grund um nur parallel zu verschalten da dann nur das verschattete Panel ausfällt.

Leistung ist ein Produkt aus Strom und Spannung. Je höher also die Spannung desto geringer der Strom bei gleicher Leistung. Mit der Parallelschaltung sollte also die höchstmögliche Spannung einher gehen.

Auf deinen paar Metern mit 50A und 12V sollte man einen großen Querschnitt nehmen. Jedes Quäntchen Spannungsfall kann da über go oder no go entscheiden. Bei Sommerhitze auf dem Dach steigt der Leiterwiderstand munter weiter Bei einem 16mm2 hättest du schon gut 0,8V Spannungsfall bei 50A. Da wird das 25mm2 schon interessant. Da wären es nur noch 0,5V.
Andersrum...bei 0,5V und 50A auf der Leitung hast du 25W Leitungsverlust...findest aber die Leitung auch im Schnee.

gespeert am 26 Dez 2018 21:14:46

Die einzelnen Modulleitungen werden am GAK angesteckt.
Deren Querschnitt hier reicht aus um innerhalb des GAK jedes einzelne Modul ueber die Rueckstromabsicherung auf die Reglersammelschiene aufzulegen.

Nur deren Zuleitung mit 16 Quadrat fuehrt ueber den Primaertrenner, der gleichzeitig Sicherung ist, auf den Regler. Diese Leitung liegt im Womo, auf dem Dach bleibt die Modulleitung serienmaessig. Erleichtert den Modultausch: Primaertrenner auf, Modul lastfrei abstecken, neues oder Erweiterung anstecken, Primaertrenner zu, weiter geht es.

Die strangmaessige Verschaltung erfolgt nur im GAK ueber entspr. Reihenklemmen?

gespeert am 26 Dez 2018 21:24:28

Meist reicht einer 10er Leitung vom GAK zum Regler. Die Module sind aber noch nicht bekannt, also nimm den worst case.

Trashy am 26 Dez 2018 21:34:44

und da hat er Recht.
Bei diesen Stömen kannst du dir ohne Sternpunkt/GAK ne Oberleitung von der Bahn besorgen.
Entweder so, oder über zwei Regler.

stefanwu76 am 26 Dez 2018 23:54:29

Abschliessend folgende Überlegung:Wenn ich 4x100 Watt installiere (baugleich). Davon 2 in Reihe schalten und dann die 2x in Reihe dann Parallel zusammenschliessen. Wie von Jürgen bereits vorgeschlagen. Das dann alles via 6mm2 Kabel verbinden. Durch den MIX sollte die Stromstärke zum Kabel besser passen ohne grosse Verluste. Muss ich sonst noch etwas beachten? Das mit dem GAK klingt ziemlich kompliziert und sagt mir als Laie wenig. Wegen notwendiger Sicherung zwischen Modulen und Solarregler findet man eigentlich keinen Hinweis im Netz. Braucht es diese nicht zwingend scheinbar? Sicherung zwischen Regler und Batterie ist klar. Auch wegen Verschattung ist eher weniger gravierend, maximal fallen 50% aus.braucht es noch irgendwelche Dioden wegen dem Mix aus Reihe und Parallel? Zum Teil konnte ich etwas über Rückströme lesen????

Gruss

babl am 27 Dez 2018 08:24:59

Hi Stefan,

ich habe 400W mit 6 qmm bei ca.7m Länge verbaut.
Allerdings sind es Module mit 72 Zellen --> Link --> Link in 2 versiedenen Anordnungen zum kombinieren je nach Platz auf dem Dach. (44V Leerlaufspannung) paralell mit MC4 Steckern und Y Stücken zusammengesteckt.
Dies geht sehr einfach. Der Strom ist hier im idealsten Fall bei ca.10-12A
Dieser wird dann im Laderegler MPPT --> Link. auf die Ladespannung (bei mir bis 14,7V) umgewandelt, wobei dann die Spannung auch schonmal auf 20A
steigen kann. Da der Regler direkt an der Batterie sitzt, habe ich hier auch die 6qmm verwendet (ca. 20cm Länge.)
Hiermit hast den Vorteil, dass jedes Modul für sich ist. Duch die hohe Spannung der Module bringen sie noch genug runter, auch wenn sie teilbeschattet sind um die 14,7V
zu erreichen.
Als ich dem netten Mann vom Service gesagt habe was ich machen will, hat er mich gut beraten und alles zusammengestellt was ich dafür brauche.

LG
Thomas

gespeert am 27 Dez 2018 09:31:28

Was ist kompliziert?
Der GAK ist gleichzeitig Anschaltpunkt der einzelnen Solarmodule und Dachdurchfuehrung. Im GAK befindet sich ein Reihenklemmenriegel mit Dioden oder Sicherungen zwecks Rueckstromabsicherung.
Aussen am GAK befinden sich 6 Paar MC4 Kupplungen fuer 6 Module (1. Ausbaustufe 400W).
Davon geht die Zuleitung zum Regler ab.
Ob ich nun alles parallel oder seriell-parallel schalte, alle Varianten werden im GAK geklemmt.

Der Strang zum Regler erhaelt einen Lasttrenner, so kann ich die MC 4 Stecker lastfrei stecken/ziehen da der Trenner fuer Arbeiten am Regler gezogen werden kann.
Somit muss ich im Sommer nicht aufs Dach um Module abzudecken.

gespeert am 27 Dez 2018 09:39:10

Deine Module enthalten Bypassdioden um eine Modulverschattung in ihrer Auswirkung zu reduzieren.
Diese Dioden haben eine max. Strombelastbarkeit. Meist 10 oder 15 A.
Das ist dann Imax bzw. Istrang_max. Schaltest Du mehrere Straenge parallel, muss gegen Rueckstroeme im Fehlerfall abgesichert werden.

Schaltest Du seriell-parallel, bricht Dir bei Verschattung mind. die halbe Leistung weg.
Deswegen nur parallel schalten!!

stefanwu76 am 27 Dez 2018 11:37:05

Was ist genau gemein mit:

Schaltest Du mehrere Straenge parallel, muss gegen Rueckstroeme im Fehlerfall abgesichert werden

Also kann ich das so verstehen:

1.) Wenn ich alle 4x 100 Watt parallel schalte, brauche ich keine Absicherung gegen Rückströme.

2.) Wenn ich ein Strang mit 2 in Reihe geschalteten 100 Watt Module mit einem zweiten Strang (ebenfalls 2 in Reihe geschalteten) parallel zusammenklemmen will, muss ich diese beiden Stränge gegeneinander absichern? Und wie mache ich das? Welches Bauteil kommt dazwischen? Dann bin ich beim GAK, oder?

Trashy am 27 Dez 2018 15:16:12

stefanwu76 hat geschrieben:Was ist genau gemein mit:

Schaltest Du mehrere Straenge parallel, muss gegen Rueckstroeme im Fehlerfall abgesichert werden



Ja mei....jetzt geht das wieder los. Das beruht auf der Annahme das sich ein im Kurzschluss befindendes Modul die Restlichen zerschießt.
Darüber gabs schon ellenlange Diskussionen.
Bei großen Hausanlagen ein must have bei kleinen Womo Anlagen meiner Meinung nach nicht nötig.

Als letzter Tip des Jahres.
Schau mal was babl gemacht hat. Ich habe es genauso gemacht. Mit dieser Lösung kommt man mit 6mm2 gut hin und kann mit den Steckern arbeiten. Da gehen locker 600Wp und um Verluste muss man sich auch nicht kümmern.

geralds am 27 Dez 2018 19:44:18

Hallo Stefan,

ich hatte ein sehr ähnliches Problem wie Du.
Wegen dem Platz auf dem Womo habe ich nur 2x100Wp und 2x80Wp (je mit 18V Vmp) Module verbauen können.
Aus reinem Interesse habe ich folgende Konfiguration gewählt:
Auf dem Dach jeweils ein 80Wp und ein 100Wp Modul über Y-Verbindungen (MC4) parallel geschaltet.
Die beiden Paare habe ich getrennt bis ins Womo auf eine Klemmleiste geführt (mit 4mm², es passen aber auch 6mm² in die Steckverbindungen)
Diese beiden Paare kann ich über einen Umschalter parallel oder in Reihe schalten.
Für die Verbindung von der Klemmenleiste zum Regler (ca. 1,7m) und von diesem zur Batterie (ca. 1,2m) habe ich 10mm² Kabel genommen.
Selbst im Sommer bei Sonnenschein fließen nur äußert selten mehr als 20A Ladestrom.
Bei Parallelschaltung habe ich einen Spannungsabfall von ca. 0,3V von den Modulen zur Klemmenleiste und ca. 0,2V von dort zur Batterie (Spannungsabfall des Reglers außen vor). Wichtig ist für die Batterie der Spannungsabfall vom Regler zur Batterie, der sollte möglichst niedrig sein.
Nach vielen Umschaltungen zwischen parallel und seriell bei unterschiedlichen Bedingungen steht bei mir der Umschalter inzwischen nur noch auf parallel.
Selbst bei sehr guten Bedingungen ist der durch den geringeren Spannungsabfall bei Reihenschaltung fließende Ladestrom nur 0,2A höher als bei Parallelschaltung. Also vernachlässigbar. Bei anderen Bedingungen, besonders bei Teilverschattung ist die Parallelschaltung besser. (Teilverschattungen können bei niedrigem Sonnenstand schon durch Dachhauben oder SAT-Schüssel entstehen.)

Gruß Gerald

gespeert am 28 Dez 2018 09:34:58

at stefanwu,
wenn alle Module parallel liegen, braucht man die Rueckstromsicherung besonders.
Man verwendet dazu Sicherungen oder Dioden, beides als Reihenklemmenmodul erhaeltlich.
Jede gut geplante Anlage faengt diesen Fehlerzustand ab.

Wenn ein Defekt eines Moduls auftritt, erscheint dieses mit niedrigerem Potential und wirkt als Verbraucher. Nun speisen die restlichen Module drauf ein. Sind deren gesammelten Stroeme hoeher als die max. zulaessige Staerke der im defekten Modul vorhandenen Komponenten, so wird da was warm, bis zum Brand.

geralds am 28 Dez 2018 10:29:02

Hallo,

Solarpanel für 24V sind sicher ein guter Kompromiss. Da hat man den Vorteil der höheren Spannung (kleinere Ströme) und den Vorteil der Parallelschaltung.
Beispiel: --> Link
Einfach nach "Solarpanel 24V" suchen, man findet einige.

Ob man eine Rückstromsicherung benötigt, da gehen die Meinungen auseinander. Ich habe keine eingebaut. Wenn gewünscht, würde ich nur Sicherungen einbauen. Es gibt Klemmenleisten die für Sicherungseinbau vorgesehen sind.

Gruß Gerald

gespeert am 31 Dez 2018 15:32:21

Gerald,
aber die Sicherungen im EBL hast Du schon drin gelassen oder??
Nichts anderes ist die Rückstromabsicherung (Strangsicherung), die soll verhindern daß die Anlage auf dem Dach abbrennt.

geralds am 31 Dez 2018 20:37:28

Hallo gespeert,

wie auch Trashy schon geschrieben hat, gibt es zu dem Thema unterschiedliche Meinungen.

Meine persönliche Ansicht dazu:
Ich kann mir keinen Fehlerfall vorstellen, der zu dem von Dir unterstellten Szenario führt.
Solarpanel sind nicht mit anderen, z.B. ohmschen Verbrauchern zu vergleichen.


Aber das kann ja jeder für sich entscheiden. Wer Deine Ansicht bzw. Bedenken teilt, soll halt die Sicherungen und/oder Rückstromdioden einbauen.
Ist ja nicht verkehrt.

Ich möchte meine Ansicht / Meinung auch nicht begründen, das geht viel zu tief in die Theorie und den Aufbau von Solarmodulen ein.

Gruß Gerald

Allen ein gutes Neues Jahr.

gespeert am 01 Jan 2019 03:33:52

Das ist nicht optional! Man laesst ja auch keine Sicherungen im EBL weg, sind ja auch nur 12V!

Jeglicher Fehlerfall, der dazu fuehrt, dass das Potential des defekten Moduls unter das der intakten Module faellt, ist ein Risiko hinsichtlich Ueberlastung durch Rueckspeisung der intakten Module!
Und das ist eine der haeufigsten Ursachen wenn ne Pfuschanlage abraucht. Egal ob Grossanlage oder mobile Insel! PV Module sind Stromquellen, im Fehlerfall dann aber auch Stromsenken. Mit allen Folgenl
Siehe Maschen und Knotenregel der Stroeme

Ist Thema jeden PV-Lehrgangs, egal ob Errichter oder Sachverstaendige.

Aber egal, die Versicherung freut sich im Schadensfall wenn offensichtliche Fehler bei der Selbstmontage die Leistungsfreiheit feststellen lassen.

geralds am 01 Jan 2019 10:59:41

Eigentlich wollte ich nicht näher darauf eingehen.....

gespeert hat geschrieben:Jeglicher Fehlerfall, der dazu fuehrt, dass das Potential des defekten Moduls unter das der intakten Module faellt, ist ein Risiko hinsichtlich Ueberlastung durch Rueckspeisung der intakten Module!


Also mal meine Voraussetzung: 4 Module mit Vmp 18V sind parallel geschaltet. (Leerlaufspannung damit ca. bei 22V)

Mal ein Gedankenexperiment: Ich decke ein Modul komplett ab. D.h. es erzeugt keine Spannung, es fließen 0 A durch das Modul!
Fließt ein Rückstrom? Nein! Und das obwohl ja eine äußere Spannung von den anderen Modulen anliegt.

Welcher Defekt des Modules könnte jetzt trotzdem einen Strom in das Modul fließen lassen, so dass es zum Verbraucher wird?

Diese Frage wäre zu beantworten!

Wobei zu berücksichtigen ist, dass jede einzelne Zelle eine Sperrspannung (Durchbruchspannung) von ca. 14V hat. D.h. bereits 2 intakte Zellen der 36 Zellen des Moduls sperren. Das Restrisiko gehe ich ein. Wer das nicht will setzt halt Sicherungen und/oder Dioden ein. Ist ja jedem selbst überlassen.

Die Verhältnisse von PV-Anlagen mit ihren viel höheren Spannungen lassen sich nicht so einfach auf meine Anlage übertragen. (Nur meine unmaßgebliche Meinung.)

Und von den PV-Anlagen sprechen aber die auf den Lehrgängen.

gespeert hat geschrieben:Ist Thema jeden PV-Lehrgangs, egal ob Errichter oder Sachverstaendige.


Gruß Gerald

geralds am 01 Jan 2019 13:38:12

Hallo,

ich beantworte mir die Frage mal selbst.
Ein Fall der tatsächlich zum Rückstrom führt, ist der sehr seltene Fall, dass eine Bypassdiode einen Kurzschluss hat.
(Meist unterbrechen defekte Dioden den Strom.)
Beispiel: 1/3 des Moduls wird kurzgeschlossen. In meinem Fall heisst das, jetzt kann max. der Strom der 3 übrigen Module in den verbleibenden Teil des defekten Moduls fließen.
Jetzt erwärmen sich die Zellen des "Restmoduls". Aber alle verbliebenen Zellen des noch aktiven Teils gleichmäßig.

Spannung an einer Zelle: 18V der parallelen Module teilen sich auf 24 Zellen des defekten Modules auf.
Zellspannung 0,75V.
Strom kann max. der 3-fache Strom (der 3 parallelen Module sein)
Bezogen auf die Vmp einer Zelle wird bei der 1,5 fachen Spannung und dem 3 fachen Strom die Verlustleistung also 1,5*3= 4,5fach höher sein als die normale Leistung der Zelle.
Das kann man mit der Verlustleistung bei Teilverschattung einer Zelle eines Moduls, d.h. in dem Fall das die Bypassdiode leiten wird, vergleichen.
Bei einem Modul mit 36 Zellen und 3 Strängen sind 12 Zellen in einem Strang.
Ist nur eine Zelle teilverschattet, wird max. die Leistung von 11 Zellen in der einen Zelle in Wärme umgesetzt. Also selbst bei einem Kurzschluss einer Bypassdiode wird die 4,5fache Leistung in der Zelle in Wärme umgesetzt, bei einem Hotspot die 11fache Leistung der Zelle. Beide Fälle natürlich nur bei optimalen Einstrahlungsbedingungen.
Beides tut dem Modul nicht gut. Wer diesen Fall also vermeiden will, Sicherung oder Rückstromdiode einsetzen. Eine akute Brandgefahr sehe ich zumindest aber noch noch nicht.

Die bewusste Rückspeisung wird auch eingesetzt, um defekte Module in einer PV-Anlage aufzuspüren.
Siehe: --> Link

Gruß Gerald

Trashy am 01 Jan 2019 18:01:26

Hi,
das ist korrekt.
Ich habe da auch nichts gemacht wobei eine Nachrüstung jederzeit schnell möglich ist, als Tipp für Kollegen die sowas gerne hätten:
--> Link
Einfach dazwischenstecken.

gespeert am 02 Jan 2019 05:18:15

Die Sicherungsauslegung erfolgt nach der max. Belastbarkeit, meist 10A oder 15A.
Die Bypassdioden sind meist die bestimmenden Bauteile.
Meist wird es wie schon erkannt, ab 3 Straengen, also 3 Modulen aufwaerts interessant, diesen Fehlerfall zu beachten.

Angenommen man steht im Sommer auf einem SP/CP und ein Gewitter zieht auf.
Nun ist die Anlage auf dem Dach meist nicht unter EMV Gesichtspunkten verkabelt (Stichwort LEMP).
Nun schlaegt der Blitz in der Umgebung ein (Strassenlampe, Fahnenmast, usw.), das Magnetfeld koppelt dann in die Leitungen ein und erzeugt Spannungsspitzen.
50% Chance dass die Bypassdioden durchlegieren!
Nachdem wieder die Sonne scheint, wird es interessant.

Deswegen habe ich gerne Sicherungen im Strang, sollte die Istrang_max ueberschritten werden.

geralds am 02 Jan 2019 11:38:11

Hallo gespeert,

was baut Du hier denn an Horrorszenarien auf.

Nicht das ich in Abrede stellen möchte, dass es durch die magnetischen und elektrischen Felder eines nahen Blitzeinschlages zu Schäden kommen kann.

:ironie:
Hoffentlich sitzt dann der Betroffene in einem Womo aus Alu und nicht in einem mit GFK-Aufbau oder Holzaufbau mit teilweise GFK Oberfläche, sonst dringt die Störung auch in das Womo ein und zerstört auch noch im Inneren einige Geräte.
Aber auch in einem Womo aus Alu ist der faradaysche Käfig nicht vollständig. Solaranlage, SAT, Radio, d.h. alle Geräte die ein Kabel nach außen haben sind auch dann noch gefährdet.
Aber für die Solaranlage könnte man die Gefahr ja etwas reduzieren, indem die Leitungen durch Metallrohre verlegt und diese mit der Aluhaut des Womo´s verbindet.

Aber wenn tatsächlich 50% der Bypassdioden durchlegieren, ist die Wahrscheinlichkeit ja groß das jedes Modul betroffen ist. Schließlich sind schon bei Modulen mit 18V Vmp 3 Dioden verbaut. Bei Modulen mit höheren Spannungen entsprechend mehr. Welches Modul liefert dann noch den Strom, der die Sicherung zum Auslösen bringt? Wenn doch ein Modul überlebt hat, würde ich bei den anderen einfach den MC4 Stecker ziehen. Unterwegs reparieren (Modul abschrauben, defekte Diode ausmessen und austauschen) können doch wohl die wenigsten. Obwohl, Werkzeug und Messgerät habe ich dabei, einen Lötkolben auch und in meiner Materialkiste fliegen auch noch 3 Bypassdioden rum. Die habe ich mal aus einem defekten Modul, auf das bei einem Sturm mal ein Ast gefallen ist, ausgebaut.

Sollte in den oberen Sätzen ein klein wenig Ironie durchklingen, war das beabsichtigt. :mrgreen:

Aber ich will keinen davon abbringen, Sicherungen einzubauen. Am einfachsten gelingt das vielleicht so:

--> Link

Nichts für ungut, ich hoffe Du nimmst mir die Sätze nicht krumm.

Gruß Gerald

bigmacblau am 02 Jan 2019 20:32:14

Ich möchte doch mal auf das Ausgangspost zurückkommen. Mir erscheint die Querschnittsfrage zum Glaubensbekenntnis zu werden.
Ich versuche mal meine persönliche Ansicht darzulegen.
Gehe ich von 4 Zellen a. 100W aus liege ich bei Parallelschaltung bei ca.20A /25A (Mal mehr oder weniger)
Bei Installation im Haus würde man 2,5qmm verlegen. Bei einer angenommen Länge von 7m ist doch 6qmm mehr als ausreichend. Auch der Leitungsverlust ist mMn vernachlässigbar, da man eh nicht auf der letzten Rille kalkulieren solle.
Also wozu dann 50qmm wie hier zu lesen.

Gruß Wolfgang,

gespeert am 02 Jan 2019 20:56:45

Ja, 6 qmm sind ok.
Bei 20A ist der max. Strangstrom zu beachten!

at geralds,
das ist kein Horrorszenario sondern taegliche Praxis von PV-Sachverstaendigen!
Und wenn unser Ausbilder teils taeglich vor Gericht diverse Gutachten darlegt, was soll man da schoenreden?

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