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Großbritannien, Reisen nach dem Brexit 1, 2, 3, 4, 5, 6


andwein am 18 Jan 2019 10:58:12

Die britische Bevölkerung hat gesprochen, das Parlament hat die Entscheidung bestätigt und die Regierung hat das alles zum 29.3.2019 umgesetzt und den Termin in einem Austrittsgesetz bestätigt. Ich verkneife mir jeglichen satirischen Kommentar und habe nur die mir bekannten Fakten hier zusammengefasst. (Stand 16.1.2019, 10 Uhr MEZ)

Die Briten haben es geschafft. Sie haben nicht nur den Brexit zum 29.3.2019 beschlossen, erklärt und in ein Gesetz gegossen, sie haben jetzt auch noch beschlossen dass es für den Austritt keinerlei Regeln (Austrittsabkommen) bedarf. OK, wer die Briten und deren manchmal skurrilen Vorstellungen zum Individualismus kennt, weiß dass der Spruch „my home is my castle“ auch für deren Außengrenzen gilt.
Aber ohne Austrittsabkommen wird es keine Übergangsfrist geben und in diesem Fall gilt das EU-Recht ab dem 30. März 2019 nicht mehr für das VK bzw. im VK. Die Grenzen an der Nordseeküste (Dover, Calais, die grüne Grenze zwischen Irland und Nordirland und zwischen Spanien und Gibraltar) sind damit absolute EU-Außengrenzen (sogenannter „Nicht-Schengen Raum“) und werden von beiden Seiten deshalb ab 29.3.2019 wieder hoheitlich kontrolliert. Das betrifft sowohl den Personen- als auch den Warenverkehr. Die folgende Darstellung habe ich aus der Sicht eines EU-Bürgers erstellt.

• Für die Einreise benötigen Sie einen gültigen Reisepass bzw. Kinderreisepass und, bei einem Aufenthalt länger 3 Monate, ein Touristenvisum.
• Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt nur noch bedingt, sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse. Natürlich haben Sie immer die Möglichkeit, die Arztrechnung privat zu bezahlen.
Statement Gov.uk: There will be no change to the rights and status of EU citizens currently living in the UK until 30 June 2021, or 31 December 2020 if the UK leaves the EU without a deal. Ob dies auch für neu Einreisende gilt ist offen!
• Ihre Auslandskrankenversicherung gilt weiterhin, fragen Sie aber zur Sicherheit Ihren Versicherer.
• Das EU-Roaming Abkommen gilt nicht mehr. Sie müssen mit Gebühren in beide Richtungen rechnen, auch Gespräche aus Großbritannien könnten Ihnen belastet werden.
• Ob Ihr Europäischer Führerschein in Großbritannien anerkannt wird oder ob Sie einen internationalen Führerschein benötigen ist offen.
• Ihre Fahrzeughaftplichtversicherung gilt innerhalb der geografischen Grenzen Europas und den außereuropäischen Gebieten im Geltungsbereich der EU. Sie sollten aber dringend eine gültige grüne Versicherungskarte mitführen!
• Sowohl der englische Automobilclub RAC als auch der AA haben Unterstützungsabkommen mit dem ADAC. Diese privatvertraglichen Leistungen werden vom EU-Austritt nicht berührt.
• Bei Ihrem Schutzbrief sollten Sie abklären ob sich der „europaweite Schutz“ auf das politische oder geografische Europa bezieht. Der ADAC-Schutzbrief gilt weltweit.
• Alle Waren nach und von Großbritannien müssen verzollt werden. Der „grüne Ausgang“ auf Fährhäfen und Lufthäfen gilt nicht mehr. Zoll- und Finanztechnisch ist das „im Brexit vereinigte Königreich“ ab dem 29.3.2019 ein Drittland.
Für die Geldüberweisung außerhalb der SEPA (außereurop-äisches Ausland, Drittländer) gelten unterschiedliche Regelungen (Gebühren, AWV-Meldepflicht). Ihre Bank gibt Ihnen bestimmt darüber Auskunft.
Für ein nicht auf Sie zugelassenes Fahrzeug (Mietfahrzeug, überlassenes Kfz) müssen Sie beim Grenzübertritt ggf. einen Eigentumsnachweis oder eine schriftliche Einwilligung des Fahrzeughalters vorweisen.

Wir haben uns alle an die grenzenlosen europäischen Freiheiten gewöhnt, in Bezug auf Großbritannien müssen wir uns nun umstellen.
Fassungslos aber nicht überrascht, Andreas

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Trashy am 18 Jan 2019 11:28:22

andwein hat geschrieben: Die Grenzen an der Nordseeküste (Dover, Calais, die grüne Grenze zwischen Irland und Nordirland und zwischen Spanien und Gibraltar) sind damit absolute EU-Außengrenzen (sogenannter „Nicht-Schengen Raum“) und werden von beiden Seiten deshalb ab 29.3.2019 wieder hoheitlich kontrolliert.


Hi,
wir werden uns überraschen lassen müssen.

Ob das UK wirklich den Schengen Raum verlässt steht auf einem anderen Blatt, meine ich.
Auch die Rest EFTA Staaten Norwegen und die Schweiz sind Schengen Staaten, aber eben nicht EU Mitglieder.
Ich kann mir sogar einen geschickten Schachzug vorstellen. Während das Schengen Abkommen, ja wie du schreibst, den Waren und Personenverkehr regelt so wird die ganze zugehörige Asylgeschichte über das Abkommen von Dublin abgewickelt. Nur das dieses Abkommen nur noch formale Gültigkeit hat und durch EU Regelungen ersetzt wurde, welche dann für das UK keine Gültigkeit mehr hätten.

Damit würde für uns auch immer noch der BPA ausreichen und es wäre kein Visum erforderlich.

Roaming etc. gilt auch für nicht EU Staaten, die mit im Vertrag stehen. Warum soll man GB nicht mit aufnehmen.....

Ich muss sagen ich sehe das Alles sehr gelassen. Viel Lärm um nichts.

MountainBiker am 18 Jan 2019 11:35:03

Hallo,

UK ist nicht Bestandteil des Schengener Abkommens, sondern lediglich kooperierender Partner!

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Für uns bedeutet das natürlich, je nach dem welche "Karte" gezogen" wird Unannehmlichkeiten, für die Briten aber kommt das viel schlimmer, wenn diese reisen wollen (die wenigsten verbringen Ihren Urlaub auf der eigenen Insel). Für die älteren dort wird es fast unmöglich, da sie die Reisekrankenversicherung nicht bezahlen können (sehr sehr teuer bei Vorerkrankungen). Deshalb sind ja die Fronten dort so verhärtet (wir haben da einige Freunde).

Tinduck am 18 Jan 2019 15:05:01

Ich bin mal gespannt. Wenn die in Dover die Abfertigung für die Einreise von Frankreich aus machen wollen (bisher läuft das ja in Frankreich, aber das geht bei einer EU-Aussengrenze nicht mehr), würde ich mal 2 Tage Urlaub extra einplanen.

Wir wollen im Sommer durch den Tunnel rüber... mal sehen, was das gibt.

bis denn,

Uwe

lucy05 am 18 Jan 2019 16:10:28

Wir wollten ja eigentlich ab Ostern noch mal nach Schottland, ist uns aber vor allem wegen der Hunde viel zu unsicher (Titerbestimmung? Quarantäne... :?: . War ja alles mal). Dazu wäre es mir einfach zu dicht nach dem Brexit gewesen, wer weiß, wie groß Unsicherheit und Überforderung dann sind. Schade, aber wird nun ein anderes Reiseziel.

Roman am 18 Jan 2019 16:24:11

MountainBiker hat geschrieben:...Für die älteren dort wird es fast unmöglich, da sie die Reisekrankenversicherung nicht bezahlen können (sehr sehr teuer bei Vorerkrankungen). Deshalb sind ja die Fronten dort so verhärtet (wir haben da einige Freunde).


Für die tut es mir nicht wirklich leid. Da können die Hürden eigentlich nicht hoch genug sein, da es vorwiegend die alten Säcke vom Land waren, die uns das eingebrockt haben...die sollen schön drüben bleiben...Ja ich weiß das ist jetzt wieder S/W-denken, aber ich rege mich da wirklich auf... :D

Vermutlich haben die wenigsten britischen Camper für den Brexit gestimmt...

Aber egal wie es kommt, es wird unnötigerweise sicher alles etwas komplizierter und das ärgert mich als Fan der Insel...

Gruß
Roman

Roman am 18 Jan 2019 16:26:44

Tinduck hat geschrieben:...Wir wollen im Sommer durch den Tunnel rüber... mal sehen, was das gibt...


Freunde von uns auch. Die fahren mit Hund und Mietmobil und der Tunnel ist auch schon gebucht...

Gruß
Roman

Solofahrer am 18 Jan 2019 16:38:16

lucy05 hat geschrieben:Wir wollten ja eigentlich ab Ostern noch mal nach Schottland, ist uns aber vor allem wegen der Hunde viel zu unsicher (Titerbestimmung? Quarantäne... :?: . War ja alles mal). Dazu wäre es mir einfach zu dicht nach dem Brexit gewesen, wer weiß, wie groß Unsicherheit und Überforderung dann sind. Schade, aber wird nun ein anderes Reiseziel.


Dass die Einreisebestimmungen bezüglich der Hunde wieder in uralte Zeiten zurückgeschraubt werden, kann ich mir nicht vorstellen. Aber die allgemeinen Formalitäten werden wohl wieder so werden, wie früher.

Ich habe Anfang der 70er Jahre in London gearbeitet und bin seit dem mindestens ein- zweimal im Jahr mit dem Auto rüber gefahren - die letzten Jahre nur noch hobby- bzw. urlaubsbedingt. Ich meinte, dass ich die Mentalität der Briten einigermaßen verinnerlicht habe und sie verstehe ...

Die Mehrzahl der Briten haben eine ganz genaue Vorstellung von dem, was sie nicht wollen — leider aber nicht, was und vor Allem wie sie es wollen.

Bei einem harten Brexit wird es ein absolutes Chaos bei den Zoll- und Einreisekontrollen an den Grenzen in GB geben, was dann logischerweise auch die Touristenströme betreffen wird. Dies wird laaaaange Staus verursachen, auch beim Tunnel. Und wie sich die Franzosen bei/mit den ausreisewilligen Migranten in Richtung GB verhalten werden ...

Um möglichen Behinderungen aus dem Weg zu gehen, habe ich erstmalig seit 40 Jahren in 2019 keine Reise nach GB geplant.
Ich werde dafür 6-8 Wochen durch Skandinavien bummeln. Vielleicht sehen wir uns ja dort. :lach:

kawabenemsi am 18 Jan 2019 18:34:08

Nach dem Brexit wird es sicher dem Weltuntergang-Ähnlich so schlimm , wie mit dem Übergang in die Schweiz(auch kein EU-Mitglied) werden.

VG Ben

Roman am 18 Jan 2019 18:42:45

kawabenemsi hat geschrieben:Nach dem Brexit wird es sicher dem Weltuntergang-Ähnlich so schlimm , wie mit dem Übergang in die Schweiz(auch kein EU-Mitglied) werden....

Na ja Ben, das kann man aber nicht vergleichen. Ich weiß ja nicht, ob du schon mal auf die Insel gefahren bist. Der Aufwand rüber zu kommen war auch in der Vergangenheit schon recht groß, aber machbar.

Die Autos die in die Schweiz wollen, fahren so über die Grenze wie sie ankommen. Wenn viele Autos kommen dauert die Abfertigung halt etwas länger...aber es läuft.

Nach GB hast du das Nadelöhr Ärmalkanal (Tunnel/Fähre) . Da müssen hunderte Autos mit jeder Fähre die abfährt und ankommt auf einmal abgefertigt werden...das ist kein Vergleich. Und ich habe einmal, im Rhamen der Flüchtlingskriese, eine "strengere" Konrolle nach England erlebt, das muss ich nicht nochmal haben.... :(

Gruß
Roman

silverdawn am 18 Jan 2019 18:53:33

Solofahrer hat geschrieben:
Die Mehrzahl der Briten haben eine ganz genaue Vorstellung von dem, was sie nicht wollen — leider aber nicht, was und vor Allem wie sie es wollen.



Dann müsste meine Frau eigentlich eine Engländerin sein. :D

Was ich nicht verstehe ist, warum das GBP die letzten Tage stark an Wert gewinnt, eigentlich müsste es doch fallen ?

Gruß
Harald

babenhausen am 18 Jan 2019 19:01:50

Hier wird das Nadelöhr Dover beschrieben:
Nur 2 Minuten mehr Aufenthalt im Hafen würden etwa 25 Km Stau verursachen
--> Link

Problem ist :sind die Flächen zwischen Meer und Kreidefelsen voll mit Fahrzeugen kann auch keine weitere Fähre anlegen und ausladen .Bisher wurden ein Großteil der Kontrollen in Calais schon durchgeführt das wiederum wird nach dem Austritt von Frankreich nicht mehr akzeptiert.Hoheitliche Aufgaben dürfen dann nur noch in UK durchgeführt werden.
Das gilt dann sowohl für PKW als auch LKW .Das ist das eine
Des weiteren fehlen auch ausgebildete Zollbeamte in den Häfen in ausreichender Anzahl um überhaupt Zollkontrollen angemessen durchzuführen.

Stefan-Claudia am 18 Jan 2019 19:27:40

Solofahrer hat geschrieben:Dass die Einreisebestimmungen bezüglich der Hunde wieder in uralte Zeiten zurückgeschraubt werden,
kann ich mir nicht vorstellen. Aber die allgemeinen Formalitäten werden wohl wieder so werden, wie früher.


Auf britischen Reiseseiten wir den Insulanern dringend geraten ihre Haustiere mindestens 4 Monate vor der Reise bei dem Tierarzt vorzustellen...

Ein Bekannter von mir, ein Schotte, sagte die Tage zu mir:
Obelix hatte recht...die Spinnen,die Briten

andwein am 19 Jan 2019 15:22:07

Trashy hat geschrieben:.......Damit würde für uns auch immer noch der BPA ausreichen und es wäre kein Visum erforderlich.

Du kannst Recht haben, zumindest benötigst du dann nach dem Immigration Act von 1971 eine Landung- bzw. Disembarkment Card mit Angaben zum Reiseziel und der Aufenthaltsdauer. Das wird dir dann im Hafen ausgehändigt und du füllst aus. Dauer für 3 Personen mit Abgabe wenn es gut geht 30 Minuten!!!!
Die Card habe ich zwischen 1978 und ich glaube bis 1980 ausgefüllt, denn merke, der Beitritt 1972 heißt nicht dass alle EU-Vorschriften/Freiheiten sofort in nationalen Gesetzestext umgesetzt werden, auch Deutschland hat mit solchen Verzögerungen Erfahrungen, oder?
Ich werde aber für alle Womo-Fahrer die jetzt langsam wachsenden Erkenntnisse auf meiner Homepage einpflegen.
--> Link
wir werden noch viel Spass haben in den nächsten Monaten, Gruß Andreas

klink_bks am 19 Jan 2019 15:42:44

:) Ich sehe das so mit dem Brexit ! :)

Problematisch wird das für uns und für GB,
Für GB bezüglich der Importe und für uns bezügl. der Exporte. Hängt einiges dran.

Und teuer wirds für uns auch, irgend jemand muss ja die Verpflichtungen
von GB, ob Alt ob Neu, übernehmen.

Also die mit der A....karte werden vermutlich wir sein.
Sehe ich mal so voraus, aber wir werden sehen, dies ist meine private Meinung.

Und unsere vom Himmel gefallene Regierung und auch die EU wird da sicherlich noch einige Zugeständnisse an die Briten machen.
Auch dies meine persönliche Befürchtung.

Gruss von der schönen Mittelmosel
Achim

Jagstcamp-Widdern am 20 Jan 2019 18:38:03

ich werde mir in 2019 reisen zu den brits verkneifen...

allesbleibtgut
hartmut

Inselmann am 20 Jan 2019 18:52:22

andwein hat geschrieben:Die britische Bevölkerung hat gesprochen, das Parlament hat die Entscheidung bestätigt und die Regierung hat das alles zum 29.3.2019 umgesetzt und den Termin in einem Austrittsgesetz bestätigt. Ich verkneife mir jeglichen satirischen Kommentar und habe nur die mir bekannten Fakten hier zusammengefasst. (Stand 16.1.2019, 10 Uhr MEZ)



Andreas, darf ich mal fragen was deine Quelle ist dafuer?

DieselMitch am 20 Jan 2019 22:54:36

andwein hat geschrieben:Die britische Bevölkerung hat gesprochen, das Parlament hat die Entscheidung bestätigt und die Regierung hat das alles zum 29.3.2019 umgesetzt und den Termin in einem Austrittsgesetz bestätigt. Ich verkneife mir jeglichen satirischen Kommentar und habe nur die mir bekannten Fakten hier zusammengefasst. (Stand 16.1.2019, 10 Uhr MEZ)


Inselmann hat geschrieben:Andreas, darf ich mal fragen was deine Quelle ist dafuer?

Also, nach dem derzeitigen Stand der Dinge resp. Verhandlungen muss hier jemand einen Draht in ein Paralleluniversum haben. :roll: :lol:

Zum derzeitigen Stand der Dinge kann man nur eines sagen: Es gibt NICHTS, und das heißt, dass die gesamten Verträge zwischen GB und EU NULL und nichtig sind, ergo gilt als auch für die Einreisebestimmungen UND die Quarantäne-Vorschriften für Haustiere NACH dem 29.03.2019 / 23 Uhr.

Die gesamten Spekulationen sind im Moment nur Schall und Rauch, planen würde ich im Moment garnichts, alles kann nichts muss.

hampshire am 20 Jan 2019 23:58:45

DieselMitch hat geschrieben:Zum derzeitigen Stand der Dinge kann man nur eines sagen: Es gibt NICHTS, und das heißt, dass die gesamten Verträge zwischen GB und EU NULL und nichtig sind, ergo gilt als auch für die Einreisebestimmungen UND die Quarantäne-Vorschriften für Haustiere NACH dem 29.03.2019 / 23 Uhr.


Die verhandelten Verträge sind nicht null und nichtig, sie kommen einfach jetzt nicht zustande.
Der Austritt zu Ende März kann durch das britische Parlament verschoben (wahrscheinlich) oder auch abgesagt (unwahrscheinlich) werden.
Die Volksbefragung hat keinen bindenden Charakter, die amtierende Regierung hat wiederholt erklärt, aufgrund der Befragung den Brexit umzusetzen.
Für den Fall eines Brexit mit „no deal“ ist die Handhabung an den Grenzen für Reisende nach England unklar.

Meine Frau ist Engländerin und wird im Februar noch mal rüberfahren um ein paar familiäre Angelegenheiten zu regeln. Wir beobachten die Entwicklungen intensiv und sind sehr gespannt was passiert.

An den TE: Natürlich kann man die die Reise nach England planen. Die Bedingungen des Grenzübergangs können sich ändern. Mach einen Plan B und gut ist.

felix52 am 21 Jan 2019 00:55:35

Ich hab noch nen Gutschein für 5 Tage "England" in einem 4 **** Hotel in Reading.
Hab schon jetzt vorbestellt und darum gebeten, mir eine Buchungsbestätigung zu schicken.
Auf Französisch.
Schaun mer mal, wie die französische Accor Gruppe damit zurecht kommt. :-)
ich mach mich kein Kopp. Die AGBs sehen das nicht vor. :baetsch:
Je suis un Profiteur. Tschüss England.
Manchmal muss man auch scherzen tun dürfen. :ja:

Tilly1963 am 21 Jan 2019 10:01:50

so wie sich die aktuelle Lage dastellt, gebärden sich die Briten wie ein kleines, trotziges Kind, das sich auf den Boden schmeisst, und mit den Fäusten trommel. Und genau so berechenbar ist die aktuelle Situation. Niemand, aber auch wirklich niemand weiss, was auf die Briten und auch auf uns zukommt. Chaos wird es nicht nur an den Grenzen geben bei einem harten Brexit. Uns bleiben nichts anderes übrig, als abzuwarten und dem Treiben zuzuschauen. Übersetzen, wenn überhaupt möglich, werden wir in diesem Jahr garantiert nicht...leider !

Inselmann am 21 Jan 2019 10:18:24

Tilly1963 hat geschrieben:so wie sich die aktuelle Lage dastellt, gebärden sich die Briten wie ein kleines, trotziges Kind, das sich auf den Boden schmeisst, und mit den Fäusten trommel.


das gilt aber nur fuer 51% der Briten, die anderen 49% wollten alles so lassen wie es ist!

Tilly1963 hat geschrieben: Und genau so berechenbar ist die aktuelle Situation. Niemand, aber auch wirklich niemand weiss, was auf die Briten und auch auf uns zukommt.

z.Z. ist alles moeglich, es wird taeglich debattiert ohne das etwas dabei raus kommt. Leider wird Brexit auch als Plattform genutzt um sich selber in eine bessere politische Position zu bringen ( Boris als PM, Labour will Neuwahlen) anstatt sich zusammen zu setzen um das anstaendig abzuwickeln
Tilly1963 hat geschrieben:Chaos wird es nicht nur an den Grenzen geben bei einem harten Brexit. Uns bleiben nichts anderes übrig, als abzuwarten und dem Treiben zuzuschauen. Übersetzen, wenn überhaupt möglich, werden wir in diesem Jahr garantiert nicht...leider !


Ich muss schon schmunzeln manchmal wie das ganze von ausserhalb UK's gesehen wird. Bei einem harten Brexit wirds halt Grenzkontrollen geben mit etwas Wartezeit usw. Da habt ihr ja wirklich eine schwere Last zu tragen :lol: , das aber hier ein ganzes Land in totalen Chaos faellt (fuer wenigstens 5 Jahre schaetze ich) und der Lebensstandard fuer Millionen hart arbeitenden Menschen den Bach runtergeht ist wohl vielen entgangen.

MountainBiker am 21 Jan 2019 10:19:38

Hallo Tilly,

gebärden sich die Briten wie ein kleines, trotziges Kind


Ich weiss nicht was Dich zu dieser Äußerung hinreißt, aber es entspricht einfach nicht der Wahrheit. In London findet derzeit eine "rücksichtloser Machtkampf von skrupellosen Politikern" statt, dass hat nichts mit infantilen Gehabe zu tun. Und dies wird auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen. Die große Mehrheit hat dies total satt!

Der Anteil an beratungsresistenten Menschen ist auf der "insel" nicht größer als hier in Deutschland, denn wenn ich eines gelernt habe in den vielen Jahren, dann ist es das:

die Menschen sind überall die gleichen, Unterschiede gibt es nur in winzigen Details

Das Populistenproblem ist derzeit in ganz Europa gegenwärtig!

Tilly1963 am 21 Jan 2019 10:52:51

Naja, ganz so ist das ja nun nicht. Sicher, die junge Generation will den Brexit nicht, verständlicher Weise. Aber letztes Jahr in Irland sind wir mit einigen britschen Campern ins Gespräch gekommen. Der überwiegende Teil ist dort über "britisches Territorium" eingereist, sprich Belfast. Auch wenn sie aus Bristol oder aber dem Großraum London kamen. Auf vielen Kennzeichen war das EU Symbol mit dem King Georg Cross überklebt. Sehr viele waren der absolut festen Überzeugung, das Groß Britannien nur durch den Brexit wieder zur alten Größe und altem Glanz zurück kommen könnne, da sie dann ja nicht mehr den Rest Europas mit durchfüttern müssen.
Wir haben aber selbstverständlich auch komplett andere Meinungen gehört, und an einem Abend gab es recht heftige Diskussionen am Tisch unter den Briten.
Es bleibt aber spannend, was mit unserem Lieblingsreiseland nun geschieht.

Inselmann am 21 Jan 2019 11:25:40

Tilly1963 hat geschrieben:Sehr viele waren der absolut festen Überzeugung, das Groß Britannien nur durch den Brexit wieder zur alten Größe und altem Glanz zurück kommen könnne, da sie dann ja nicht mehr den Rest Europas mit durchfüttern müssen.


Ja den Scheiss muss ich mir auch dauernd anhoeren. Aber die sind alle uebrzeugt das sich die Uhr einfach so von selber wieder auf "Vergangenheit" stellt. Wenn man mal genau nachfragt was und wie das umgesetzt werden soll, kommt einfach nur Schulterzucken oder Stille.

Sicher wuerde Brexit auch funktionieren, aber das man vielleicht 10 Jahre und mehr den Guertel richtig enger schnallen muss UND die Aermel gehoerig hoch krempeln muss, das wollen die alle nicht hoeren. Die meisten haengen sich nur an den leeren Phrasen auf wie z.B. die Fischerei Quote (das meiste was die Englaender fangen geht nach F.....) und wieviel Geld man in die NHS (Krankenkasse) stecken kann. Das sie aber nicht genug Personal fuer die NHS haben werden nach Brexit ist denen voellig fremd. Oder auch gerne wird auf den Kfz Markt verwiesen, "die wollen uns doch ihre Autos verkaufen". Der GesamteUK PKW Mark ist noch nicht mal 7% vom Gesamtvolumen, dafuer werden die grossen Hersteller sich sicher viele extra Huerden auferlegen lassen (z.B. EU Typeapproval der bei Hard Brexit wegfaellt) um diesen riesigen Markt zu sichern :lol:

Tinduck am 21 Jan 2019 11:58:16

Die älteren Herrschaften unter den Briten haben halt noch nicht kapiert, dass das Empire nicht zurückkommen kann, weil es eben keine Kolonien mehr gibt, die man ausbeuten kann.

Ihre Industrie haben sie auch grösstenteils abgeschafft, und jetzt soll es ein EU-Austritt richten... da kann man nur sagen: die Befürworter sind mit dem Klammerbeutel gepudert und beherrschen die Grundrechenarten nicht. Wünsche der Regierung viel Spass bei den ersten Versorgungsengpässen und den sicher folgenden Empörungen in der Bevölkerung.

Wenn da auch nur irgendein Politiker 3 Gehirnzellen hat, pfeifen sie auf das Referendum und zerreissen den Austrittsvertrag. Glaube nicht, dass die EU da was gegen hat....

bis denn,

Uwe

andwein am 21 Jan 2019 12:29:09

Inselmann hat geschrieben:....Andreas, darf ich mal fragen was deine Quelle ist dafuer?

Ja, klar. Ich habe übrigens den Text aktualisiert. Die Grundlagen meiner Aussagen finden sich in den angeführten Beschlüssen bzw. in deren logischen Folgen. Wenn jemand ein Gesetzt macht um zum EU-Beitritt beschlossene nationale Regelungen aufzuheben heißt das in meinen Augen dass die vorherigen (vor dem EU-Beitritt) beschlossenen Gesetze wieder gelten. Es sei denn man hat Sie aus den Gesetzbüchern entfernt!!
Es gibt genügend Dokumentation von EU und BRD im Netz. Also googeln, lesen, und ggf korrigieren. Alles ist im Fluß, vieles ist offen bzw. noch nicht ausgesprochen, vieles kann sich noch ändern, ich konstatiere den aktuellen Stand (deshalb auch das Datum zum Stand) mit leichtem Sarkasmus aber trotzdem nach dem geschriebenen Stand der EU, der britischen und der deutschen Regierungen. Aber der 30.3. ist bald, für weitergehende Verhandlungen benötigt man erst einmal Vorschläge was zu verhandeln gewünscht wird und dann braucht man Termine dafür und Zeit. Für keinen der Punkte ist irgend etwas in Sicht!!!!!!!
Die Briten haben es tatsächlich getan. Sie haben in einer Volksbefragung am 23.Juni 2016 nicht nur den Brexit nach EUV Art. 50 zum 29.3.2019 beschlossen und gegenüber der EU erklärt. Sie haben auch am 20.6.2018 ein Gesetz beschlossen, das den, mit dem EU-Beitritt beschlossenen, EC Act 1972 aufhebt und alle auf europäischem Recht beruhende Regelungen in nationales, britisches Recht überführt. Der zwischen der englischen Regierung und der EU ausgehandelte Entwurf eines Austrittsabkommens wurde vom britischen Parlament am 15.1.2019 abgelehnt. Sie haben damit also auch noch beschlossen, dass es für den Austritt keinerlei Regeln (no deal, Austrittsabkommen) bedarf.
Aber ohne Austrittsabkommen gibt es auch keine Übergangsfrist. (Groß)- Britannien ist damit aus EU-Sicht ein Drittstaat wie z.B. Pakistan. Die Grenzen an der Nordseeküste (Dover, Calais, die grüne Grenze zwischen Irland und Nordirland und zwischen Spanien und Gibraltar) sind damit absolute EU-Außengrenzen (sogenannter „Nicht-Schengen Raum“) und werden von beiden Seiten deshalb ab 29.3.2019 wieder hoheitlich kontrolliert. Das betrifft sowohl den Personen- als auch den Warenverkehr.
Die folgende Darstellung habe ich aus der Sicht eines EU-Bürgers erstellt.
Gruß Andreas

Inselmann am 21 Jan 2019 12:36:48

andwein hat geschrieben:[i]Der zwischen der englischen Regierung und der EU ausgehandelte Entwurf eines Austrittsabkommens wurde vom britischen Parlament am 15.1.2019 abgelehnt. Sie haben damit also auch noch beschlossen, dass es für den Austritt keinerlei Regeln (no deal, Austrittsabkommen) bedarf[/b].


Das ist so nicht richtig. Es wurde wohl gegen das von der momentanen Regierung ausgehandelte Austrittsabkommen gestimmt, aber das war KEINE Abstimmung ob man ein Austrittsabkommen braucht oder nicht. Es wurde nur gegen dieses Regelwerk entschieden.

Die Hardliner wollen natuerlich einen harten Brexit, aber die Mehrheit der Politiker und Industrievertreter sind dagegen.

Wie es letztendlich ausgehen wird weiss niemand. Labour will Neuwahlen und dann Brexit temporaer stoppen um ein neues Austrittsabkommen zu verhandeln.

Palmyra am 21 Jan 2019 13:13:17

Koennte es nicht sein dass England ein bischen cleverer ist als der Rest von Europa - die Geschichte scheint ihnen "Recht zu geben"

Was ist das fuer ein Europa wo nur Geld verteilt wird aber fuer den Buerger fast keine Vorteile bestehen ( ausser Personen und Zollkontrollen) aber dafuer Tuer und Tor fuer fast alle geoeffnet sind . War ueber 30 Jahre in UK geschaeftlich taetig - die Grenzkontrollen sind fuer einen unbescholtenen Buerger kein Problem nur fuer die " Anderen". Was mich jetzt als EU-Buerger mehr als aergert dass innerhalb EU so gut wie gar nichts funktioniert - der Heizoel Tankwagen duerfte nur mit spezieller Genehmigung aus Wien ( ich weiss nicht nach wieviel Jahren ) von Garmisch aus nach Tirol fahren . Bei der Autoeinfuhr muss das Fahrzeug trotz COC Papieren fuer 200 Euro in eine hiesige Datenbank eingetragen werden und dann bitte nochmals bis max 32% NOVA bezahlen .

Ich kann jeden nur empfehlen seinen Wohnsitz von einem EU Land in ein anderes zu verlegen - dann wiehert der Amtsschimmel aber derart dass man es nicht fuer moeglich haelt / was ist dass fuer ein Europa . Scheckbuch Diplomatie !!!

Die Geschichte wird uns zeigen wer Recht hat - wohne jetzt hier in Tirol an der Schweizer Grenze ( die Schweizer sind auch nicht verhungert !) und die Norweger und andere Staaten koennen ohne den Euro auch gut leben . UK hatte sich ja wohlweislich niemals dem Euro angeschlossen ! Clever oder ? ....

Das sind nur ein paar Beispiele aus dem taeglichen Leben - wer es nicht glaubt kann mich gerne persoenlich per PN kontaktieren .

Wir sehen immer nur das "Ganze aber das Ganze ist leider absolut nicht Ganz "

skysegel am 21 Jan 2019 13:21:07

Mir ist jetzt nicht so ganz klar geworden, was Du willst. Mehr oder weniger Europa. Manche Deiner Probleme ließen sich nur mit mehr Europa klären, andere nur mit weniger. In einigen Fällen scheinen mir deine Anforderungen miteinander unvereinbar.

Ulli

RichyG am 21 Jan 2019 13:25:46

Palmyra hat geschrieben:Koennte es nicht sein dass England ein bischen cleverer ist als der Rest von Europa - die Geschichte scheint ihnen "Recht zu geben

Oh Gott!
Palmyra hat geschrieben:die Grenzkontrollen sind fuer einen unbescholtenen Buerger kein Problem nur fuer die " Anderen"

Könntest Du mal erklären wer dann genau die "bescholtenen" sein sollen?
Palmyra hat geschrieben:...aber dafuer Tuer und Tor fuer fast alle geoeffnet sind

Das ewige vorgestrige Denken!
Palmyra hat geschrieben:Was ist das fuer ein Europa wo nur Geld verteilt wird aber fuer den Buerger fast keine Vorteile bestehen

Ein winziger Vorteil unter vielen könnten mehr als 70 Jahre ohne Krieg sein!
Palmyra hat geschrieben:Ich kann jeden nur empfehlen seinen Wohnsitz von einem EU Land in ein anderes zu verlegen - dann wiehert der Amtsschimmel aber derart dass man es nicht fuer moeglich haelt

Das war natürlich früher gaaanz anders und problemlos möglich :lach:

DieselMitch am 21 Jan 2019 14:14:52

Danke Richy, darauf ein "Positiv" :bindafür:

Leider ist das ewiggestrige Denken noch in vielen Köpfen verhaftet, und eben leider AUCH und ganz besonders in den "brittania rules the waves" Köpfen.

Gerade mobile Camper und somit auch die Wohnmobilisten sollten mal überlegen wie es an den innereuropäischen Grenzen wieder aussehen würde, wenn wir in diese verdammungswürdige Kleinstaaterei zurückfallen würden ... und ich KENNE die Zollformalitäten der Insulaner noch von Früher. *no-no-sooo-sad*

Erst sägen die sich beide Beine ab, und hinterher lamentieren sie, dass sie den 100m Lauf nicht mehr gewinnen können :lol:

Tilly1963 am 21 Jan 2019 15:30:47

leider sind die letzten 30-40 Jahre für Insel keine Ruhmesjahre gewesen. Die eigene produzierende Industrie ist nahezu gänzlich abgeschaft, b.z.w. in ausländischen Händen. Man siehe die Geschichte der BLMC (und dort hatten keine bösen Europäer die Hände mit im Spiel). Die Briten, und das macht sie für mich eigentlich sehr angenehm und besonders, sind ein sehr eigenbrödlerisches Volk, die nicht jeder bunten Sau, die durchs Dorf getrieben wird, hinterher rennen. Aber in wieweit das in der heutigen Welt noch funktionieren kann, bleibt abzuwarten. Und ob der erhoffte Schulterschluss über den großen Teich mit den USA das erhoffte Heil bring.... wer weiß.

Inselmann am 21 Jan 2019 16:02:08

Tilly1963 hat geschrieben: Die Briten, und das macht sie für mich eigentlich sehr angenehm und besonders, sind ein sehr eigenbrödlerisches Volk, die nicht jeder bunten Sau, die durchs Dorf getrieben wird, hinterher rennen.


Ja das stimmt.
Aber leider koennen die Briten auch nicht einsehen wenn was in die falsche Richtung laeuft und dann wird aus Angst das Gesicht zu verlieren munter weiter gemacht, auch wenn jeder Beteiligte genau weiss das es falsch ist. Weil wir sind ja die Briten und haben immer Recht! Und wenn dann noch ein Auslaender daherkommt der uns warnt, dann wird noch haerter in die falsche Richtung marschiert :lol:

Palmyra am 21 Jan 2019 16:04:20

Servus

das mich einige hier als "Ewig Gestrigen" bezeichnen geht mir schon an die Ehre.

Ich war als Akademiker fast 40 Jahre in Europa , Naher - Mittlerer Osten bis einschl. Indien/Pakistan unterwegs - habe viele Jahre davon im aussereuropäischen Ausland mit Familie gelebt - ( Geschäftlich meine ich )- habe 1001 Linienflug hinter mir usw. - ich weiss wovon ich spreche und lasse mir von irgendwelchen "Möchtegerns" nicht gerne sagen wer und was ich bin.

Mein Lieblingsautor und anerkannter Experte für meinen Bereich war Peter Scholl-Latour der wusste wovon er redete speziell über den Nahen und Mittleren Osten.

Wenn hier einige "Gutmenschen" meinen Sie wüssten alles Besser dann bitte entsprechende Referenzen vorlegen - nicht einfach ins Blaue hinein quatschen.

So dass musste mal gesagt werden ...es sind scheinbar doch sehr viele "Siebenscheite" hier im Forum - vielleicht sogar die Mehrheit.

Mein erstes Wohnmobil hatte ich bereits vor 40 Jahren - da waren viele von euch noch gar nicht geboren bzw. wussten nicht wie man das buchstabiert.

Mein Name Palmyra kommt übrigens von der Wüstenstadt Palmyra in Syrien - wurde durch den IS berühmt.

Vielleicht passt der Artikel noch in diesen Zusammenhang - für die "Besserwisser" und "Siebenscheiten" - die haben doch auch keine Ahnung oder ?

--> Link

Ihr könnt mich gerne sperren oder ausschliessen - macht nur !

19grisu63 am 21 Jan 2019 16:59:41

Palmyra hat geschrieben:Servus

das mich einige hier als "Ewig Gestrigen" bezeichnen geht mir schon an die Ehre....

Allein die Aussagen in diesem Beitrag über "Gutmenschen, Siebenscheite und Besserwisser" zeigen auf, dass Du wohl doch zu der o.g. Kategorie zu gehören scheinst. Da helfen auch nicht Deine Aussagen über Deine akademische Ausbildung und Deine vielen geschäftlichen Reisen. Was sollen die im Hinblick auf Deinen Charakter oder Deine Denkweise auch aussagen? Es soll auch akademische "Ewig Gestrige" geben.

FastFood44 am 21 Jan 2019 17:03:59

Tilly1963 hat geschrieben:so wie sich die aktuelle Lage dastellt, gebärden sich die Briten wie ein kleines, trotziges Kind, das sich auf den Boden schmeisst, und mit den Fäusten trommel.


Solofahrer hat geschrieben:Die Mehrzahl der Briten haben eine ganz genaue Vorstellung von dem, was sie nicht wollen — leider aber nicht, was und vor Allem wie sie es wollen.



Ich habe da ein großes Problem damit wenn man von "den Briten" spricht.
Die bockig sind und die wissen was sie wollen oder nicht wollen.
Das Problem sind doch die Politiker die meinen Rosinen picken zu können und nicht der einfache Bürger.
Eigentlich ist es ganz einfach: Raus aus der EU heißt dass man ein eigenständiges Land ist und mit der EU zuerst einmal NULL zu tun hat.
Man muss neu beginnen Verträge auszuhandeln.
Und wie bei jedem Vertrag kann man zustimmen oder ablehnen mit allen Folgen und Konsequenzen.
Unsere Politiker sind doch genauso verkorkst.

babenhausen am 21 Jan 2019 17:16:58

Blöd an den Verträgen ist nur dass sie keine Verträge haben
Ausser dem mit der Schweiz, nur die Menge an Waren welche das Betrifft stützt die UK Wirtschaft nicht wirklich.

--> Link

Der größte Aussenhandelspartner ist die EU.Man Kann es auch so formulieren:
Die EU hat einen Absatzmarkt verloren UK 27 Märkte..

FastFood44 am 21 Jan 2019 17:21:37

Ich stehe ganz offen dazu dass ich eher die Meinung von Klink_bks und Palmyra vertrete.
Ich bin euch kein Fan von dem monströsen EU-Gebilde.
Wer gesagt hat dass die EU uns 70 Jahre Frieden gebracht hat:
Es wäre ja traurig wenn der einfache Bürger nicht nach zwei Weltkriegen dazu gelernt hätte.
Die Zeiten haben sich geändert. Nur wenn der Kaiser es sagt, stützt man sich nicht mehr begeistert an die Front.

Die EU ist eine Umverteilungsmaschine die zum Betrug verleitet.
Der Ansatz einer Wirtschaftsgemeinsachaft von wenigen Staaten in den 50ern war ja absolut richtig.
Aber dann wurden zu viele Fehler gemacht: Gemeinsame Währung, galoppierende EU-Erweiterung.
Und man hat nichts dazu gelernt.
Nun will man die Balkanstaaten auch noch in die EU holen. Und in Athen fließt Blut wegen der Anerkennung einer Namensänderung eines Nachbarstaates.
Man spricht von einer EU-Arbeitslosenversicherung. Sowas kann doch nicht wahr sein?!
Wir müssen für die Schulden anderer Länder haften.
Die einen gehen mit 60 in Rente und die anderen mit 67.

Ganz interessant finde ich die Tatsache dass wenn mein Mann als Facharbeiter nach Spanien, Ungarn etc muss dort eine Art Arbeitsvisum beantragt werden muss. Für Ungarn brauchte er kürzlich seine Sozialversicherungsnummer um Lohndumping auszuschließen.
Kommt ein Ungar nach Deutschland wird sowas nicht verlangt. Da sind wir Deutschen großzügig.

skysegel am 21 Jan 2019 17:26:59

Dass Du viel in der Welt rumgekommen bist, hat offenbar nicht wesentlich dazu beigetragen, die rechtlichen, ökonomischen und sozialen Wirkungen internationaler Bündnisse zu würdigen. Deshalb will ich mir mal die zeit nehmen, Deinen Beitrag im Detail zu kommentieren, um dir vielleicht ein paar Zusammenhänge klar zu machen, die Dir an den Check In Schaltern der Fluggesellschaften vielleicht verborgen geblieben sind.
Palmyra hat geschrieben:Was ist das fuer ein Europa wo nur Geld verteilt wird aber fuer den Buerger fast keine Vorteile bestehen ( ausser Personen und Zollkontrollen) aber dafuer Tuer und Tor fuer fast alle geoeffnet sind .

Die wesentlichen Vorteile der EU:
Freier Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Personen
Bedeutet für Waren und Dienstleistungen einheitliche Standards, die nicht nur effiziente Lieferverpflechtungen innerhalb des Kontinents ermöglichen sondern auch einen der größten Binnenmärkte mit über 500Mio Menschen. Dadürch konnte die EU günstige Handelsabkommen mit anderen großen Volkswirtschaften schließen, namentlich China und den USA, die für jede der beteiligten Volkswirtschaften allen (D: 80Mio, UK: 66Mio, A: 9Mio) nicht
erreichbar wären. Das ist übrigens ein Grund, weshalb libertäre amerikanische Milliardäre, die hinter Trump stehen, riesige Summen investieren, um die EU sturmreif zu schießen. Das macht viel mehr Spaß mit einer Nation von 9Mio. Einwohnern über Handelsbeziehungen zu verhandeln, als mit einem Wirtschaftsblock von 512Mio (USA: 580Mio).
Den Wert des internationalen Handels hab ich vergangenen Jahr besonders zu schätzen gewusst. Ernteausfälle wie im vergangenen Jahr hätten nämlich ohne entsprechende Vereinbarungen vor nicht all zu vielen Jahrzehnten zu einem Hungerwinter geführt. Ich selbst kann mich noch daran erinnern, dass im Winter unser Speiseplan sehr viel anders ausgesehen hat als heute. Ich möchte die Vielfalt an Gemüsen und Obst im Winter nicht mehr missen. Insbesonderen Steckrüben habe ich als Kind gehasst.
Das hier jeder kommen kann wer will, wird ja nicht richtiger dadurch, dass es von interessierter Seite immer wiederholt wird. Was allerdings richtig ist ist, dass alle EU-Bürger innerhalb der EU Niederlassungsfreiheit genießen. Das mag für Oldies ein Problem sein, die jungen Leute, mit denen ich zu tun habe, wissen das sehr zu schätzen. Der Austausch der dort statt findet, trägt auch zu gegenseitigen Verständnis bei, was neben der Fokussierung auf die regelbasierte Lösung von Konflikten und der Suche nach dem Ausgleich im Konsens zu einer Friedensdauer in Kerneuropa beigetragen hat, die historisch ohne Beispiel ist.
War ueber 30 Jahre in UK geschaeftlich taetig - die Grenzkontrollen sind fuer einen unbescholtenen Buerger kein Problem nur fuer die " Anderen".

Ich weiß jetzt nicht genau wo genau dein Problem ist. Groß Britannien gehört nicht zum Schengen Raum. Die Debatte dreht sich eigentlich nicht um die Grenzkontrollen sondern um die Niederlassungsfreiheit. Die Briten hatten dabei nicht so sehr ein Problem mit illegalen Einwanderern. Das haben die wegen der Grenzkontrollen und einer navigatorisch saugefährlichen Wasserstraße zwischen Kontinent und Insel ganz gut im Griff. Es geht darum, dass EU-Bürger, namentlich Osteuropäer sich in UK niederlassen können. Die haben aber nicht kapiert, aber da sind die auch keine Ausnahme, dass die Jobs, die die machen, Briten nicht machen wollen (und gelegentlich auch können). Sie stellen jetzt ja schon fest, dass Stellen im Gesundheitswesen nicht besetzt werden können und auch in der Landwirtschaft die Ernten gefährdet sind.
Was mich jetzt als EU-Buerger mehr als aergert dass innerhalb EU so gut wie gar nichts funktioniert - der Heizoel Tankwagen duerfte nur mit spezieller Genehmigung aus Wien ... nbank eingetragen werden und dann bitte nochmals bis max 32% NOVA bezahlen .

Da musst Du mal sagen, was genau du willst. Das Problem beruht darauf, dass auf leichtes Heizöl Mineralösteuer erhoben wird (es gibt auch noch Transportrestriktionen für den Transport auf der Straße). Steuern sind nun kein europäisches Problem sondern sind national geregelt. Wenn du das ändern willst, brauchst Du wesentlich mehr Europa als leider im Moment mehrheitsfähig wäre. Die nationalen Parlamente müssten einen Kernbereich demokratischer Verfasstheit einer Nation, das Budget-Recht an das EU-Parlament abgeben. Das ist leider noch ein ganz langer Prozess.
Mit der Normverbrauchsabgabe (das musste ich erstmal nachgucken) ist das das gleiche. Da müsstest du dich bitte an deinen eigenen Finanzminister wenden.
Ich kann jeden nur empfehlen seinen Wohnsitz von einem EU Land in ein anderes zu verlegen - dann wiehert der Amtsschimmel aber derart dass man es nicht fuer moeglich haelt / was ist dass fuer ein Europa . Scheckbuch Diplomatie !!!

Was denn nun? Weder wie er mag oder bürokratische Hürden. Der Punkt an der Niederlassungsfreiheit ist nicht, dass das ohne bürokratischen Aufriss ab geht, jeder Staat will wissen, wer in ihm lebt und will auch, dass er dort Steuern zahlt, wenn er dort arbeitet usw., sondern dass jeder EU-Bürger keine Erlaubnis braucht, seinen Wohnsitz zu wählen. Das wäre dann nämlich erst richtig kompliziert.
Die Geschichte wird uns zeigen wer Recht hat - wohne jetzt hier in Tirol an der Schweizer Grenze ( die Schweizer sind auch nicht verhungert !) und die Norweger und andere Staaten koennen ohne den Euro auch gut leben . UK hatte sich ja wohlweislich niemals dem Euro angeschlossen ! Clever oder ? ....
Die gehören aber alle zum Europäischen Wirtschaftsraum und unterliegen im wesentlichen den gleichen Regeln.

Ulli

FastFood44 am 21 Jan 2019 17:30:08

babenhausen hat geschrieben:Blöd an den Verträgen ist nur dass sie keine Verträge haben


Schon klar.
Aber das hätte ihnen keiner abnehmen können.
Das müssen und können die schon selber machen.
Und wenn sie es bisher versäumt haben, dann muss/kann das ja jetzt noch oder später kommen.

babenhausen am 21 Jan 2019 17:31:52

Die Zeiten haben sich geändert. Nur wenn der Kaiser es sagt, stützt man sich nicht mehr begeistert an die Front.




der letzte der einen Krieg in Deutschland angezettelt hat war Gefreiter nicht einmal Offizier,geschweige denn Kaiser und wir sind an die Front gerannt.
Daran kannst du bestens erkennen wie lernfähig ein Volk ist wenn es nur hervorragend manipuliert wird durch die Vertreter bestimmter Interessen

FastFood44 am 21 Jan 2019 17:38:34

babenhausen hat geschrieben:Daran kannst du bestens erkennen wie lernfähig ein Volk ist wenn es nur hervorragend manipuliert wird durch die Vertreter bestimmter Interessen


Da stimme ich dir absolut zu!
Das Volk lässt sich leicht manipulieren.
Die EU ist super, man verdankt ihr Reichtum und Frieden, ohne könnten wir nicht überlegen....
Die Griechenlandrettung ist alternativlos usw

PS:
Du kannst mit glauben dass ich selber weiß dass der letzte Krieg nicht vom Kaiser angezettelt wurde.
So gut kenne ich mich in der Geschichte aus ;D

smartwomo am 21 Jan 2019 17:58:00

Man lernt Etwas wohl erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat. Ich denke, diese Erfahrung werden die Briten mit dem EU-Austritt machen und hoffentlich ist das dann für alle Anderen eine Lehre, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen. Großbritannien wird der Austritt nicht umbringen, aber die Übergangsphase wird sicher für 5-10 Jahre schwierig werden. Danach wissen sie dann wohl, ob sie mit oder ohne EU besser dran sind.
Ich drücke ihnen trotzdem die Daumen, dass es nicht zu schlimm wird.

Womit ich allerdings nicht sagen möchte, dass ich Alles gut finde, was die EU-Institutionen so treiben. Ich denke, dass es für die europäische Integration ein Optimum gibt, das schon erreicht ist. Vielleicht sogar überschritten. Darüber sollten alle Verantwortlichen mal mit den Bürgern diskutieren und überlegen, ob man weitere Integrationsversuche nicht besser einstellen sollte.
Der Brexit ist aus meiner Sicht der richtige Anlass bzw. Warnschuss dafür.
Ich persönlich glaube nicht, dass es der richtige Weg ist, die Integration immer weiter voranzutreiben.

RichyG am 21 Jan 2019 18:02:22

smartwomo hat geschrieben:Ich persönlich glaube nicht, dass es der richtige Weg ist, die Integration immer weiter voranzutreiben.

Und die Alternative?
Globalisierung macht nun mal nicht an Grenzen halt! Solange wir auf Kosten der südlichen Erdhalbkugel leben, werden wir so oder so dafür bezahlen müssen. Es sei denn wir verzichten ein wenig. Alle! Aber wer will das schon.

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