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Bimobil EX366 - Erfahrungen


RetoB am 18 Feb 2019 21:38:18

Hallo zusammen
Im Dezember 2016 haben meine Frau und ich ein Bimobil EX 366 nach unseren Vorstellungen bestellt und darauf unseren Kastenwagen La Strada Avanti L verkauft. Seit August 2017 sind wir nun stolze Besitzer von Jupi, so der Name unseres Camper. Diesen haben wir aus der Farbe, Jupiterrot, abgeleitet und er soll uns hoffentlich oft zum Jubeln bringen.

Gemäss Bimobil ist das Model EX366 ihr Bestseller, doch ist es recht schwierig Erfahrungen von Besitzern solcher Fahrzeuge auf dem Internet zu finden. Deshalb habe ich gedacht man könnte doch in diesem Forum ein entsprechendes Thema eröffnen und die in diesem Forum anwesenden Bimobil EX366 - Besitzer könnten ihre Erfahrungen hier zum Besten geben.

Am Anfang steht ja immer eine Art Pflichtenheft oder Wunschkatalog, was ein Camper für Anforderungen erfüllen sollte, jedenfalls bei uns war dies so. Ich muss dazu noch sagen, dass meine Frau und ich leidenschaftliche Naturfotografen sind und es uns in den letzten Jahren immer mehr den Ärmel in die "nächtliche" Fotografie reingezogen hat: Zuerst Langzeitbelichtung von Sternen zu Strichspuren oder den Mond mit einem starken Tele ablichten, dann natürlich die Polarlichter im Norden, wo wir schon mehrere Male mit und ohne Camper in Norwegen, Finnland und Island waren und weiter die Astrofotografie, wo es um Galaxien und Nebel geht, die man von Auge kaum oder gar nicht mehr sieht. Dabei ist man viel abseits an dunkeln Orten unterwegs, braucht einiges an Material, d.h. Platz im Fahrzeug, eine gute Heizung und genügend Strom. Unsere Anforderungen waren deshalb:

    Grössere Bodenfreiheit als beim Ducato (wir sind insbesondere die letzten Kilometer zu unseren Astrofoto-Spots oft auf unwegsamen Naturstrassen oder -wegen unterwegs)
    Zuschaltbarer Allradantrieb (Begründung erster Punkt)
    Genügend Platz auf dem Dach für Solarzellen (wir sind wegen der Astrofotografie grosse Stromverbraucher)
    Dieselheizung statt Gasheizung (in Island wie auch in Finnland kann man LPG nicht nachtanken und muss deshalb „improvisieren“)
    Bessere Isolation: Beim Kastenwagen geht sehr viel Wärme durch die nicht sehr dichte Schiebetür sowie die Frontverglasung und Front verloren, mögliche Isolationsmatten brauchen wiederum viel Platz
    Backofen (in den drei Monaten auf Island fehlte uns dieser extrem)
    Nicht schwerer als 3.5 Tonnen, da viele von uns befahrenen Strassen dieses Limit haben

Wir waren auf den einschlägigen Messen (Suisse Caravan Salon, Caravan-Salon Düsseldorf, Abenteuer Allrad Bad Kissingen etc.) und schauten zuerst verschiedene Kastenwagen an, schwenkten aber bald um zu kleinen "Expeditionsmobilen" mit eigenem Aufbau und Trennung von der Fahrerkabine. Insbesondere der Exploryx Impala sowie das Bimobil EX 366 hatten es uns angetan, beide haben Stärken und Schwächen, Camperkauf ist wie so vieles im Leben mit Kompromissen verbunden. Schlussendlich entschieden wir uns für das Bimobil: Etwas leichter, etwas mehr Platz, etwas günstiger und etwas schneller verfügbar.

Unsere Optionsliste versuchten wir so kurz wie möglich zu halten, insbesondere was Elektrik betrifft wollte ich als gelernter Elektromechaniker natürlich möglichst viel selbst machen. Die optisch augenscheinlichste Anpassung an unserem Bimobil EX 366 betrifft das Heck: Die Heckgarage geht bei uns gerade runter und ist nicht abgeknickt wie original. Dies bringt für uns entscheidend mehr Platz für unsere Astrofotoausrüstung. Die Reduktion des Böschungswinkel nehmen wir in Kauf. Ebenfalls haben wir auf ein Seitenfenster im Heck (am Kopfende des Bett) verzichtet, da wir dort sonst immer den Kopf im sowieso nicht sehr stabilen Verdunklungsrollo hätten. Heute würden wir auch auf das andere Heckfenster verzichten, denn es ist meistens verdunkelt und man drückt immer wieder mit den Füssen in den Verkunklungsrollo. Auch auf das Seitenfenster im Bad haben wir verzichtet, das Dachfenster genügt zum Lüften. Da wir viel im Fahrzeug duschen, war uns genügend Platz zum Duschen wichtig, deshalb haben wir auch auf ein Lavabo im Bad verzeichtet. Die Hände waschen kann man sich auch im Küchen-Lavabo und es gibt erst noch weniger zum Reinigen. Solarpanels haben meine Frau und ich später selber montiert (2x 145 WP von Wattstunde), als Spannungswander 12V-230V haben wir nur einen 300W Wandler von Votronic eingebaut, wir versuchen alles mit 12V zu betreiben und möglichst nichts über längere Zeit mit 230V, da dies viel Verlust bedeutet (z.Bsp. Laden von Akkus etc.). Weiter haben wir zusätzliche 12V-Steckdosen montiert und letztes Jahr die Thetford Cassettentoilette gegen ein Trockentrenntoilette von Natural Head's getauscht, hier im Forum gibt es ja sehr gute Anleitunten dazu (die alte Toilette/Cassette wäre noch gratis abzugeben). Wichtig war uns auch, dass der Platz unter der hinteren Sitzbank frei blieb, denn dieser ist perfekt für schwere Lebensmittel und Getränkeflaschen; Bimobil baut hier gern einen schweren 200Ah Aufbauakku sowie einen starken Wechselrichter ein, bei uns ist dies alles vorne im Schrank.

Nach rund 18 Monaten und 26'000km sind wir nach wie vor sehr begeistert vom Fahrzeug, es gibt nur wenige Punkte, die wir anders bestellen würden. Die erste Reise führte uns in die Pyrenäen. Da hatte ich grössere Probleme mit den für mich viel zu dünnen und zu harten Matratzen (wohl damit man die einzelnen Froliteller nicht spürt). Noch während der Reise haben wir einen Termin bei einem für Wohnmobil bekannten "Matratzen-Experten" vereinbart und nun dort dickere und weichere erhalten sowie auch das Frolisystem enger gesteckt. Dann ging es über Weihnachten - Neujahr in den Bayrischen Wald zum Langlaufen/Skaten. Es war genial, wie gut das Fahrzeug isoliert war und wie wenig wir heizen mussten. Einziges Problem war der verbaute FantasticVent, der am Morgen meistens tropfte weil sich an den Fliegengittern aus Metall und den Flügeln des Ventilators immer Kondenswasser bildete, sonst war das ganze Fahrzeug trocken. Wir merkten aber auch, dass die Aufbaubatterie mit 120Ah doch recht knapp bemessen war, längeres Freistehen ohne Solar ist da nicht möglich, der Kompressorkühlschrank ist einfach ein zu grosser Verbraucher. Hier werden wir sicher mal auf LiFeYPo4/LiFePo4 wechseln, auch hier bietet dieses Forum je extrem viel Wissen. Weiter verbrachten wir mehrere verlängerte Wochenenden im Goms/Walls zum Langlaufen und da es sehr schneereich war, waren wir mehrmals um unseren Allrad froh (zusammen mit den Winterpneus). Diesen Sommer waren wir eine Woche in Spanien und drei Wochen in Marokko, insbesondere in Marokko haben wir unsere Jupi sehr hart rangenommen (Dünen, Schotterpisten, Schlamm, Steine...) und die "Schwächen" schonungslos aufgedeckt: Die nur eingeklinkte Leiter zum fiel bereits bei "mittleren" Unebenheiten immer zu Boden, ebenso wie die obere Matratze. Aber auch die Hängekörbe im Schrank waren zu wenig gut befestigt und flogen aus der Halterung. Das war aber auch schon alles, d.h. fast alles ist wirklich sehr robust.

Nun ist der Bericht doch etwas lange geworden, ich hoffe das schreckt nicht ab und ich bin gespannt auf Erfahrungen von weitern Bimobil EX366 - Fahrerinnen und Fahrer.

Beste Grüsse aus der Westschweiz von
Reto

marny am 18 Feb 2019 21:52:19

Hallo Reto -
das Fahrzeug hatten wir uns für einen Urlaub gemietet. Mit Hund war es letztendlich zu knapp bemessen und die nervige Bettenbauerei hat auch dazu geführt, dass wir eine andere Kaufentscheidung trafen.

Aber - die Leiter haben wir beim Fahren nie eingehängt belassen - die wurde immer unter den Bettdecken verstaut.

Ich weiss noch, dass ich mich ständig über den an die Wand anschlagenden Duschschlauch geärgert habe. Bei 120 Tsd. Euro eine miese Konstruktion. Hab dann ein Handtuch drumgewickelt.....für 14 Tage Normandie als Notbehelf ausreichend.

Das Fahrzeug war schon ein echter Blickfang...wir wurden immer mal angesprochen...

Schön dass es Euch so gut gefällt...

Lg, Marny

RetoB am 19 Feb 2019 12:42:11

Hallo Marni

Bezüglich Duschschlauch hast du absolut recht, dies ist wirklich keine sehr intelligente Lösung. Ich erinnere mich noch an unsere erste Fahrt, da haben wir auf der ersten Raststätte angehalten, da es immer so komisch aus der Dusche klopfte und wir nicht wussten, ob da noch jemand eingesperrt ist :) . Wir haben dann die Duschstange sowieso auf die andere Seite der Vorderwand montiert und befestigen den Schlauch jetzt jeweils mit einem Klett an der Stange.

Darf ich fragen, für was ein Fahrzeug ihr euch entschieden habt?

Beste Grüsse
Reto

marny am 24 Feb 2019 20:50:46

Hallo Reto - wir haben einen Hymer ML-T 570 mit einigen "Spezialitäten".
Lange haben wir diverse Bimobil-Modelle erwogen - der 366 war zu klein - andere dann zu gross - zu hoch. Unser alter Hund hätte nur über Rampe einsteigen können usw. usw...
Die Entscheidungen sind sehr individuell.
Wir sind den 366er zunächst sogar Probegefahren in der Kiesgrube. Dann im Urlaub haben wir vor allem die Vorzüge des höheren Fahrwerkes genossen. Einfach toll. Ich finde, allein deshalb macht der Allrad Sinn.

Nun sind wir zufrieden mit unserer Entscheidung. Obwohl ich Euch um die abschließbare Zwischentür beneide! :oops:

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