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motorradtraeger

Radio und USB schlechter Empfang - Fehler gefunden


JamesBond am 03 Mär 2019 16:09:42

Hallo,

ich wollte Euch gerne an meinem Problem teilhaben lassen.
Ich kann mir nämlich vorstellen, dass noch weitere Campingfreunde dieses Problem haben.


Wir fahren zwei Autos und ein Wohnmobil.
Im Laufe der Zeit, hatte ich nun festgestellt, dass der Radioempfang in allen drei Fahrzeugen extremst schlecht geworden war. Das ging los von Rauschen bis über kein Sender mehr empfangbar war.
Ganz extrem, letztes Jahr im Womo auf dem Weg nach Griechenland, wo kein Verkehrsfunk mehr ging usw.

Das Merkwürdige an der Sache war aber, dass ab Italien, alle Sender wunderbar funktionierten. Ebenso in Österreich und Griechenland.
Kaum waren wir wieder zurück in D, ging die Katastrophe von vorne los.

Und gestern nun endlich durch Zufall, die Lösung dieser Probleme gefunden. :eek:

Lange Rede, kurzer Sinn. Es lag in allen drei Fahrzeugen an den verbauten USB Steckdosen.

Da wir immer mit einer Dashcam, Navi oder iPad und zwei Handys unterwegs sind werden vier USB Anschlüsse benötigt.
Die verbauten beiden 12V Dosen finde ich total schrecklich, da ich sie mit weiteren Adaptern verbinden musste. Und das machte die Sache immer sehr wackelig und sie lösten sich permanent im Womo.

Deshalb habe ich im Wohnmobil folgende Buchsen verbaut:





.



In den beiden PKW´s wurde folgender Adapter gesteckt:






.




Den Adapter hatte ich in dem riesigen Chinaladen in Berlin entdeckt. Für schlappe 3,-€

Ich kenne den Spruch selber, wer billig kauft, kauft zwei mal. Aber die Versuchung war einfach zu groß.... :lach:


Und gestern sind wir dann mit dem einen PKW gefahren, in dem der Adapter zufällig nicht steckte, da es nur ein kürzerer Weg war.

Alle Sender da, kein Rauschen. Und gar nicht so richtig drüber nachgedacht.
Nachdem wir dann zurück waren, hatte ich das Radio noch an und den Adapter eingesteckt. Und schwupps, Sender weg. :eek:

Adapter raus, Sender wieder da.


Und heute kam dann die Erleuchtung. Ab ins Womo, USB Stecker ausgebaut und Kabel abgezogen.

Der Wahnsinn, Sender funktionieren einwandfrei.

Ich war schon kurz davor die Antenne auszubauen und zu ersetzen oder das teure 2DIN Radio gegen ein einfaches 1DIN Radio zu tauschen, damit wir im Urlaub ein paar Sender hören können.

Wie dem auch sei. Das Problem ist nun erkannt und vielleicht konnte ich dem Einen oder Anderen damit helfen.


Und nun die Gretchenfrage. Wie habt Ihr es gelöst??

Habt Ihr auch USB Stecker in Euren Womos verbaut und wenn Eure Radios noch rauschfrei funktionieren, welche sind es?


Ich bin jetzt am überlegen, die Gleichen, wie im Boot einzubauen. Die sind aus dem Fachhandel (ich weiß, hat nicht viel zu bedeuten) und stören dort nicht das Radio.




.



Die bekommt man selbstverständlich auch bei eBay für einen schmalen Taler. Aber was Elektronik angeht, bin ich jetzt mit billig geheilt. :roll:

Inselmann am 03 Mär 2019 16:52:39

Interssantes. Das probiere ich Mal aus :D
Aber selbst wenn du "teuere" USB Steckdosen kaufst, wer weiss schon was drin steckt?

PatrickP am 03 Mär 2019 17:17:33

Das kann ich auch bestätigen. Jedes USB Adapter Ding stört den Empfang, sowohl Antenne, wie dab und gps. Die einen mehr die anderen weniger.. bis ich das rausgefunden hatte war ich schier verzweifelt. Lösungen hab ich nur so semi. Von 20 Adaptern hatte einer weniger Rauschen verursacht und den hab ich dann genommen und behalten. Ich hatte es ausprobiert im stehen und hab mir den Empfang vom gps angeschaut. Bei den einen hatte ich 4, bei dem anderen 6, bei dem dritten dann 9. als Beispiel.

Ganzalleinunterhalter am 03 Mär 2019 17:25:31

Peter, Danke für den Hinweis :daumen2:

JamesBond am 03 Mär 2019 18:01:51

Inselmann hat geschrieben:Interssantes. Das probiere ich Mal aus :D
Aber selbst wenn du "teuere" USB Steckdosen kaufst, wer weiss schon was drin steckt?



Das stimmt schon. Aber wenn ich sie im Fachhandel kaufe, kann ich sie ihm anschließend wieder auf den Tisch legen. :wink:

Sollte hier nicht noch Jemand DIE LÖSUNG haben, werde ich am Dienstag zu Gründl fahren und 4 USB Dosen besorgen.

Ich berichte dann auf jeden Fall, wie es ausgegangen ist.

schulze am 03 Mär 2019 18:08:45

Jetzt wäre es nur noch interresant warum genau die Sender im Ausland doch funktioniert haben und in D nicht.

grüße

JamesBond am 03 Mär 2019 18:34:06

schulze hat geschrieben:Jetzt wäre es nur noch interresant warum genau die Sender im Ausland doch funktioniert haben und in D nicht.

grüße




Geeeeenau :top:

Das war schon sehr beeindruckend, durch die Alpen zu fahren und ohne Probleme Ö3 zu empfangen. Auch andere Sender.
Und dann kommst Du wieder nach D und nur noch mit viel Rauschen und ab und an den stärksten Sender für wenige Km.
Der Suchlauf ging manchmal eine halbe Stunde durch, bis er wieder was gefunden hatte. :roll:

gespeert am 03 Mär 2019 19:00:54

Ja, das alte Problem der EMV!
Ich wuerde diesen Adapter mal an die BNA schicken zwecks Messung.
Da fehlen wahrsch. saemtliche Filter!

Im Boot ueberlebenswichtig, Seefunk!

Taunuscamper am 03 Mär 2019 20:21:27

Ich wusste nicht, dass es Probleme mit der EMV nur in Deutschland gibt ???

DieselMitch am 03 Mär 2019 20:39:49

Die Erklärung in meiner Sicht ist, dass die Schaltfrequenz der 5V-Adapter (wahrscheinlich billigste Schaltregler :evil: ) auf der ZF-Frequenz (Zwischenfrequenz) der ersten Empfängerstufe liegt.
Nun ist die ZF-Frequenz nicht statisch, sondern hängt von der Empfangsfrequenz ab. Es kann also dazu kommen, dass der eine Sender klar durchkommt, und der andere Sender mit seiner ZF-Frequenz genau auf der Schaltfrequenz der China-Billigware liegt.

Das Mischprodukt aus der China-Billigware-Aussendung und der gewollten ZF-Frequenz blockiert dann die 2. Empfangsstufe => Sender wech!

Das ist das Problem bei der E-Schrott-Verscherbelung aus Chinesistan: KEINER kontrolliert, ob das CE auf dem Teil "China Exported" heißen soll, oder doch das originale CE-Zeichen ist. Streustrahlung interessiert in China halt keinen :cry:

rkopka am 03 Mär 2019 21:25:32

DieselMitch hat geschrieben:Nun ist die ZF-Frequenz nicht statisch, sondern hängt von der Empfangsfrequenz ab. Es kann also dazu kommen, dass der eine Sender klar durchkommt, und der andere Sender mit seiner ZF-Frequenz genau auf der Schaltfrequenz der China-Billigware liegt.

Bei UKW ist die ZF klassischerweise bei 10,7MHz, und prinzipbedingt ist diese konstant, weil darauf die folgenden Kreise abgestimmt sind, teils auch über Kristall- oder Quarzfilter mit fixer Frequenz. Die Eingangsfrequenz wir mit einer abgestimmten Frequenz gemischt, damit immer die gleiche Frequenz herauskommt. Und 10,7MHz sind etwas hoch für die Frequenz eines Schaltwandlers.

RK

T4Wohnmobil am 03 Mär 2019 21:41:53

gespeert hat geschrieben:Ja, das alte Problem der EMV!
Ich wuerde diesen Adapter mal an die BNA schicken zwecks Messung.
Da fehlen wahrsch. saemtliche Filter!

Im Boot ueberlebenswichtig, Seefunk!


Die USB Adapter mit abgeschirmter 2 poliger Leitung direkt an die Batterie anklemmen ! (mit Sicherung)
Schirm an der Batterie auf - Pol gegen und am USB-Adpter auf Blech-Masse legen.
Kabel so kurz wie möglich, aber getrennt von der restlichen Verkabelung und Antenne.

Gruß

Erik

Einfach mal Testen ! 8)

Orsito am 03 Mär 2019 22:50:00

Ich glaube Erik war auf dem richtigen Weg.

Ich kenne solche Effekte mit Fahrzeugen, die einen Antennenverstärker haben, der abseits des Empfängers verbaut ist. Nachdem ich mir mit dem Oszi die Betriebsspannung des Wohnmobils angeschaut habe, waren dort eine große Anzahl von Störimpulsen unterschiedlicher Frequenz, teilweise Burstpakete, die ich keinem Bauteil zuordnen konnte. Nachfolgende Maßnahmen haben in der Summe beim Wohnmobil (Chausson auf Ford Chassis) geholfen:

Massepunkte am Wohnmobil gereinigt,
Kabelquerschnitte im Aufbau zu minus verdoppelt,
am Steuergerät des WoMo, Eingang Betriebsspannung, einen Elko 2200uF, 45V, einen Kondensator mit 470pF und eine Diode 1N4007 parallel geschaltet,
an den 12V Buchsen, wo USB -Geräte angeschlossen werden, zusätzlich eine Drossel von 1mH parallel dazu eine Diode 1N4007 in Sperrrichtung, in die Versorgungsspannung eingeschleift, parallel dazu wieder ein Elko mit 470 uF, 45V, Kondensator 470 pF und 1N4007.

Das war viel Löterei, hat aber beim WoMo geholfen. Seither ist es egal, was ich an die 12V Buchsen anschliesse. Sogar mein Raspberry als Medienserver läuft seither fehlerfrei.
Ich hoffe, das hat einen weiteren Ansatzpunkt gegeben.

Gruß
Orsito

schulze am 03 Mär 2019 23:35:01

nachdem es ja unter gleichen HW-Bedingungen in A/I funktioniert , kann es auch an den unterschiedlichen Signalstärken der Sender liegen.

In D sind laut Wikipedia sehr schwache UKW Sender mit kurzer Reichweite von einigen Metern (bis zu 50 nW effektive Strahlungsleistung ) zugelassen um z. B. die Übertragung von Signalen eines MP3-Players zum Autoradio zu ermöglichen.
Diese Geräte werden als FM-Modulator, FM-Transmitter usw. verwendet und da
ist eine zu hohe überlagernde UKW-FM Feldstärke eher nicht dienlich.

DieselMitch am 04 Mär 2019 13:11:19

rkopka hat geschrieben:Bei UKW ist die ZF klassischerweise bei 10,7MHz, und prinzipbedingt ist diese konstant ....

Ja, klar ist die Ausgangsfrequenz der ZF-Stufe fest (erste und zweite ZF-Stufe), aber der Oszillator der Mischfrequenz muss ja variabel sein, sorry wegen der grottenschlechten Erklärung, Nachrichten gucken und gleichzeitig schreiben... Männer sind halt doch nicht multitaskingfähig :oops:
Eine Einstreuung in die 2. ZF würde ja alle Sender blockieren, da Festfrequenz, die fällt also aus.
(PS: Wobei ein Down-Converter, LNB-Prizip, auch möglich wäre, der Aufwand bei niedrigen Frequenzen für Selektion und Verstärkung ist ja geringer als bei hohen)

Trotzdem habe ich die Schaltfrequenz des kleinen Schaltwandlers in dem USB-Wandler als Verursacher im Auge, und es muss irgendwas mit der 1. ZF selber zu tun haben, sonst wäre das Phänomen ja nicht frequenzabhängig.

10MHz für einen sub-miniaturisierten Schaltwandler halte ich für nicht so abwegig wie es zuerst klingt, denn je kleiner der Wandler werden soll, um so höher muss die Schaltfrequenz sein. Klein muss der "Kram" ja sein, sonst würde er nicht in so ein kleines Gehäuse passen.
Es kann aber auch ein Mischer-Problem sein, der auf die Einstreuung unwirsch reagiert, eine Vielfache einer Schaltgrundfrequenz reicht da aus, und so würde es reichen, bei der Nähe des Einbauorte Radio und USB-Adapter eine Vielfache durch Sekundäreinstrahlung zu erzeugen.

Aber gut, alles graue Theorie, da müsste man mal mit einem Breitband-Scanner oder einem Dip rangehen ... wäre aber eine Nummer größer als mit Kanonen auf Spatzen zu schießen :lol:

PS2: Für alle die jetzt "Bahnhof" verstanden haben --> Link

JamesBond am 05 Mär 2019 19:23:06

Vielen Dank, für die vielen, echt konstruktiven Beiträge hier. :top:

Ich habe für mich jetzt meine Lösung gefunden.

War heute bei Gründl und habe mal ordentlich Geld für neue USB Dosen dagelassen.



Meine Lösung fürs Womo sieht jetzt so aus:





.


Und der Test ergab, kein Rauschen.
Die Dosen sind von Osculati und dementsprechend wohl auch CE geprüft.

Muss jetzt noch die dementsprechenden Löcher bohren und dann sieht es wieder chick aus.

Für die Autos kommt jetzt wieder altbewährtes:





.




Ist zwar immer recht wackelig, funzt aber einwandfrei.




Und wie schon erwähnt, sollte Jemand bessere Lösungen haben, immer her damit.

Ulf_L am 06 Mär 2019 18:35:33

Orsito hat geschrieben:[...]an den 12V Buchsen, wo USB -Geräte angeschlossen werden, zusätzlich eine Drossel von 1mH parallel dazu eine Diode 1N4007 in Sperrrichtung, in die Versorgungsspannung eingeschleift, parallel dazu wieder ein Elko mit 470 uF, 45V, Kondensator 470 pF und 1N4007. [...]


Hallo

Zweck Entstörung wäre das für mich der einzige plausible Punkt, wobei ich in den Dioden keinen rechten Sinn erkennen kann.

Gruß Ulf

JamesBond am 07 Mär 2019 17:40:51

Und hier nun meine finale Lösung:




.





.





Mit den kurzen Kabeln ist Kabelsalat nun auch Geschichte. :mrgreen:
Und die die annähernd guten Bohrungen, brauchte ich den Rahmen auch nicht noch extra mit den vier Schrauben befestigen.




.

PatrickP am 11 Mär 2019 09:46:49

Du hast da drunter noch genug Platz gehabt zum Anstecken der Kabel an die USB Teile oder musstest du 90° biegen?

Sieht auf jedenfalls sauber aus und auch eine "Verwendung" für das in meinen Augen, dämliche Halter Teil

JamesBond am 11 Mär 2019 18:51:30

PatrickP hat geschrieben:Du hast da drunter noch genug Platz gehabt zum Anstecken der Kabel an die USB Teile oder musstest du 90° biegen?



Nein, ich brauchte nichts biegen. Unter der Platte ist genügend Platz.
Man muss nur das Radio herausziehen und anschließend zwei Schrauben lösen.


Ich habe jetzt noch eine weitere Lösung in einem anderen Forum gefunden.
Diese werde ich auf jeden Fall auf dem Boot verbauen. Und wahrscheinlich im Bereich der Dinette.
Nicht ganz billig, sehen aber sehr stylisch und gepflegt aus.

Und für die wassergeschädigten, wasserdicht sind sie auch noch. :lach:




.





.

JamesBond am 11 Mär 2019 18:56:41

PatrickP hat geschrieben:Sieht auf jedenfalls sauber aus und auch eine "Verwendung" für das in meinen Augen, dämliche Halter Teil



Für den Handyhalter habe ich noch keine bessere Lösung gefunden.
Aber da oben stört er am wenigsten. Und eben kein Kabelgedöns von Unten an den Zigarettenanzünder.
Und ganz wichtig war mir, dass ich eben nicht mehr die Zigarettenanzünder benötige. Auf den Fahrten haben sich die Stecker dort immer wieder gelöst. :roll:

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