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Fiat Ducato 250B150 - Gasannahme und Ruckeln


AndiObb am 11 Mär 2019 00:16:21

Hallo zusammen,

als ich Q3 2017 nach unserem ersten gebrauchten Womo schaute, hatte ich als Basis Ford ausgeklammert – zu anfällig… Fiat ist da eine sichere Bank… so dachte ich…

Wir hatten das Womo dann im Oktober 2017 von privat gekauft. Ducato mit 130PS-Maschine, BJ 2010, nur 52tkm, Verkäufer Beamter, Preis eher etwas hoch, aber für das Gesamtpaket letztlich (im Hinblick auf den bestehenden Boom) noch ok.

Im Frühsommer 2018 mussten wir unser Womo allerdings 5,5 Wochen und für 4.866,30 Euro in die Werkstatt geben…. Wie es dazu kam ist eine längere Geschichte und selbst in der hier dargebotenen gekürzten Form letztlich noch recht viel zum Lesen.

Schon nach dem Auswintern kam es bei der ersten Fahrt zu Auffälligkeiten (weiter unten beschrieben). Ich bin kurz bei einem guten Bekannten in die Werkstatt… Fehlerspeicher ausgelesen… hat nichts gebracht… Irgendein Schlauch mit Druckluft hatte einen Riss, wurde gekappt und wieder angesteckt - ohne Probleme weitergefahren.

Bei einer weiteren Fahrt tauchten die Probleme wieder sporadisch auf. Zur Werkstatt unseres Vertrauens (dort haben wir seit Jahrzehnten unsere Autos) - kein Ergebnis. Fehlerspeicher unauffällig, Halle zu klein für unseren Alkoven.

Auf dem Rückweg der nächsten Urlaubsfahrt ging das Fahrzeugverhalten dann allerdings in die Kategorie gefährlich. Ausser dass es nicht zu ignorieren war (weil ständig), nahm die Intensität des Fehlers auch exorbitant zu. Also habe ich die nächste Fiat Professional Werkstatt kontaktiert.

Ich hatte bei der Terminvereinbarung mit der Werkstatt das Fehlerbild schon telefonisch geschildert. Allerdings dachte ich mir, dass davon vermutlich nur die Hälfte in der Werkstatt ankommt, daher habe ich vorab per Mail und auch in ausgedruckter Form mit dem Schlüsseleinwurf folgende Info an die Werkstatt gegeben:
„…
um Ihnen die Arbeit hoffentlich zu erleichtern, hier nochmal ein paar Worte zum Fehlerbild unseres o.g. WoMo.

In den letzten Monaten kam es sporadisch dazu, dass der Motor stark ruckelte. Dies äußerste sich besonders beim Gasgeben in den niedrigeren Gängen sowie im 5./6. Gang zwischen Tacho 100 und 110. Ferner drehte der Motor „selbständig“ noch etwas hoch wenn ich zwecks Gangwechsel die Kupplung trat (Kupplung komplett durchgetreten, Fuss komplett vom Gas), als ob das Gas kurz „hängenbleiben“ würde. Auf der Autobahn bei Tempomat 120 lief das Fahrzeug ohne Probleme. Das Problem tauchte nur sporadisch auf, im Laufe der Zeit haben zwei Werkstätten den Fehlerspeicher ergebnislos ausgelesen.

In den letzten Wochen trat der Fehler immer häufiger auf, vor einer Woche (nach einem Starkregen) war es dann durchgängig, das Fahrzeug war kaum mehr fahrbar. Auch hier: bei 120 im 6. Gang kein Problem. Was zusätzlich auffiel: im Leerlauf drehte der Motor gelegentlich kurzzeitig auf ca. 1500 U/min hoch.

Ferner umfasst der Werkstattbesuch bei Ihnen den Wechsel des Zahnriemens.

Bitte prüfen Sie erst den Fehler/Schaden und kontaktieren Sie mich unter xxx, bevor Sie diesen beheben bzw. ggf. Teile bestellen und dann einen neuen Zahnriemen einbauen. Berufsbedingt bin ich vielleicht nicht durchgehend erreichbar – bitte kurze Nachricht auf der Mailbox hinterlassen, ich rufe umgehend zurück. Vielen Dank.

Anbei erhalten Sie den Fzg-Schein nebst Schlüssel, Serviceheft etc findet sich im großen Handschufach….“

Das war der Ausgangspunk. Wir hatten dann immer wieder mit der Werkstatt telefoniert, diese hatte diverse Schritte unternommen und dennoch konnte der Fehler nicht gefunden werden. Beim Gespräch als wir das Womo dann zurück erhielten: es war nicht einfach ein Fehler, sondern eine Kombination von mehreren, teilweise erzeugte der eine den anderen. Die wesentlichen defekten Teile waren letztendlich:
• Drosselklappensensor nebst Klappe und diesem Rohr
• 1 Injektor
• Motorsteuergerät

Viele fragen sich ggf., warum das so lange gedauert hat und wir das vermeintlich durchgehen ließen. Bei uns ist es so, dass ich „der Hund an der Leine“ bin und meine Frau hat mich (trotz heftigstem Zerren) nicht von dieser gelassen. Als der Punkt erreich war und ich gerade so richtig loslegen wollte, war das Problem jedoch gelöst.

Der Knackpunkt bei „man gibt Fzg. zur Behebung von Fehler in die Werkstatt und dieser wird dort nicht gleich gefunden“ ist mit Sicherheit die Arbeitszeit. Verrechnet wurden uns 17 Stunden, laut Aussage des Meisters wurden insgesamt über 70 Stunden aufgewendet. Es zeugt von gesundem Menschenverstand, dass nicht versucht wurde uns diese in Rechnung zu stellen…

Hinsichtlich der Arbeiten kann ich gerne mal aus der Rechnung zitieren:
• Kabelstränge stromlos geprüft
• CNA-Bus-System komplett gemessen
• Drosselklappe erneuert
• Injektoren geprüft, quergetauscht
• 1 Injektor erneuert
• Kupplung und Ausrücklager erneuert
• Motorsteuergerät geprüft und erneuert
• Dieselfilter erneuert
• Steuerzeiten geprüft und Zahnriemen + Keilriemen erneuert
• Luftfilter erneuert
• Dichtung am AGR Ventil erneuert
• Signal Leitungen im Fahrbetrieb gemessen
• Motorkompression geprüft
• Kraftstoffanlage gemessen
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich bei dieser Gelegenheit auch den Zahnriemen erneuern ließ, der war eh fällig.

Darüber hinaus: meine Frau schrieb völlig verzweifelt wenige Tage vor „Lösung durch die Werkstatt“ eine eMail an Fiat - und bekam Tags darauf einen Anruf einer deutschsprechenden Dame aus Italien! Im Endeffekt hatte dies letztlich keinen Einfluss auf die Schadensbehebung, dennoch war ich mehr als positiv erstaunt (die Dame meinte, dass sie am selben Tag noch in der Werkstatt anrufen würde und uns dann am Folgetag Info gibt. Laut Werkstatt kam kein Anruf, auch wir haben keine Rückmeldung erhalten).

Ergänzender Gag: wir wussten, dass die Rechnung knapp 5k€ sein wird. Werkstätten geben Fahrzeuge nur nach Zahlung raus… also hat meine Frau bei unserer Bank angerufen (EC-Zahlungen üblicherweise auf 2k beschränkt). Aussage der Bank: oh… da müssen sie vorbeikommen. Hat sie gemacht und es wurde ihr bestätigt, dass für HEUTE das Limit hochgesetzt wurde. Im Autohaus versuchte sie dann zu zahlen… ging nicht… Telefonat mit der Bank… unfassbare Inkompetenz auch hier wieder… das von der Bank hochgesetzte Limit war das für Onlineüberweisungen… das mit der EC-Zahlung… also so richtig… blablabla - ich hatte es gut 10 Minuten lang versucht, dann wurde es mir mächtig zu blöd. Freundlicherweise stellte mir das Autohaus einfach einen Laptop hin, ich erfasste die Überweisung der Rechnung online - das Autohaus akzeptierte dies und alles wieder im Lot.

Der Werkstattmeister sagte letztlich zu mir: „ich mache das seit 10 Jahren, aber ohne meine zwei alt-Meister und alle Mechaniker und dazu noch die Azubis hätten wir das nicht geschafft - sowas hatten wir hier noch nie und ich hoffe inständig, dass wir das auch nie wieder haben werden“

Seither sind wir einige Touren gefahren und hatten keine Probleme mehr. Weitestgehend, gelegentlich blinkt die Vorglühlampe vor dem Start. Dann einfach Zündung aus und wieder an und alles ok. Das werden wir aber im Mai auch noch prüfen lassen, zusammen mit Ölwechsel, TÜV und Gas.

Damit ist unser Womo technisch wahrscheinlich besser in Schuß als so manch zweijähriges :lol:

Übrigens: zum Aufbau von Carado habe ich absolut keine Klagen, tip top alles in Schuß!

VG
Andi

PatrickP am 11 Mär 2019 09:44:32

Danke das du deine Erfahrungen mit uns teilst.

Ich wünsche jetzt allzeit gute und rückenfreie Fahrt :-)

pipo am 11 Mär 2019 11:01:58

Was hier beschrieben wird ist IHMO das FIAT typische Drosselklappenproblem. Dies kann man i.d.R. für ca. 700€ beheben.
Aber 5k sind schon echt eine Hausnummer :eek:

Globocopter am 13 Mär 2019 16:21:51

Hallo liebe Forianer,
ich kann Pipo`s Beitrag nur zustimmen. Hatte bei meinem Duc (Bj. 2008, 120 PS) ebenfalls das Motorruckeln, speziell im Teillastbereich, also beim verhaltenem Gasgeben oder beim Gas Wegnehmen.
Zusätzlich leuchtete sporadisch die Motorkontrollleuchte auf, ging dann aber auch mal unvermittelt wieder aus. Da diese Leuchte mehrere Fehler anzeigen kann, hat meine Fiat Professional- Werkstatt erst einmal für € 380,00 eine neue Lamdasonde eingebaut. Nach einer Woche war die Leuchte wieder an! Nachdem ich in verschiedenen Foren gegraben habe, war schnell klar, dass es die Drosselklappensteuerung sein muss. Habe das Teil dann bei einem anderen Händler bestellt. Nachdem ich dem Mitarbeiter im Teiledienst meine FgNr. genannt habe und er im PC nachsah, sagte er mir, dass für mein Fahrzeug noch eine "technische Maßnahme" ausstünde, nähmlich der Tausch der Drosselklappe. Die neue Klappe (kostete mit Adapterkabel ca. €450,-) habe ich dann selbst eingebaut und den Fehler löschen lassen. Seitdem ist Ruhe und das Auto verhält sich wie ein Neuwagen. Die damals verbauten Drosselklappen des Herstellers "Wahler" scheinen mit zunehmendem Alter anfällig für innere Verschmutzung zu sein. Die Verschmutzung führt dann zum "Hängenbleiben" der Klappe und dies verursacht das Ruckeln. Mittlerweile werden in der Serie anscheinend nur noch Klappen der Herstellers "Magneti- Marelli" verbaut. Diese sollen die Probleme nicht mehr haben.
Sollte bei Euch auch ein Fehler- Code ausgelesen werden, der nicht eindeutig zuzuordnen ist, rate ich Euch zur Schonung Eures Geldbeutels mir dem Tausch der Drosselklappe zu beginnen. Vielleicht hilft meine Beschreibung ja, dem Einen oder Anderen sich vor teuren und unnötigen Reparaturen zu schützen.

VG Globocopter

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