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Erfahrungswerte notwendiges Budget für Kastenwagenausbau


fellwurst am 26 Apr 2019 18:24:03

Hallo Wohnmobilforum!

Nach fast 20 Jahren und zwei Wohnmobilen steht nun eine Neuerwerbung vor der Tür. Die darf kleiner ausfallen, da wir nur noch zu zweit sind. Ideal fände ich einen Kastenwagen z.B. Ducato L3H3 (oder L4H3). Leider gibt es kaum/nicht die passende Bettgröße (200x140cm oder größer) im gängigen Gebrauchtangebot (Neukauf oder Individualfertigung kommt nicht in Frage). Erst recht nicht unsere Detailwünsche...

Aber aktuell hätte ich Zeit und könnte meine Nerven trainieren und vielleicht selbst einen gebrauchten Kastenwagen ausbauen. Micro-Busse hatte ich schon in den 80ern selber ausgebaut (T900 und Carry). Was muss man für ein Budget für die Ausbauteile einplanen? Folgende Ausstattung soll enthalten sein:

- Küche mit Herd (2 Flammen reichen), Kühlschrank und Backofen
- Bad mit WC (Cassettensystem)
- Frisch- und Abwasser ab 70 l (ideal um die 100 l)
- Heizung (Warmwasser ist nicht nötig)
- Stromanlage für 12V und Ladeanschluss 230V sowie Solaranlage
- Vordersitze auf Drehkonsolen für Sitzgruppe

Sicher hat der eine oder andere hier sowas ähnliches schon umgesetzt und kann was zum groben Kostenrahmen sagen. Mir geht es darum abzuschätzen, ob es eher 5.000 € oder 10.000 € oder 15.000 € Teilkosten sind, die man einplanen müsste.

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Gast am 26 Apr 2019 20:16:47

Hallo Fellwurst, ich habe einen "Selbstausbau-Kastenwagen-6,40 Meter" gebraucht gekauft und der Verkäufer hat mir sämtliche Rechnungen für das Ausbaumaterial mitgegeben. Das waren Neuteile für eine Gesamtsumme von nahezu 10000 Euro. Dabei waren aber auch die Fenster, die Dachfenster und das Elektromaterial sowie Vorhänge und die Innenjalousie für das Fahrerhaus oder auch das Isolationsmaterial.
Es waren unzählige Rechnungen, Quittungen von unterschiedlichen Firmen und aus verschiedenen Monaten.
Später hat er nochmal für 1000 Euro einen Gastank installieren lassen und noch Kleinigkeiten wie eine Fernsehhalterung, Windabweiser an den Fenstern und vor den Dachfenstern eingebaut.
Die größten Posten waren die Truma Heizung mit Boiler, der Absorberkühlschrank und der 3-Flammengasherd.
Kaufen mußte er aber auch Sitzpolster und maßgefertigte Teppiche.
Seine Arbeitsstunden und die seines Tischlers sowie Stunden "vergebener Arbeiten" konnte er mir nicht benennen.
Für alle Arbeiten gibt es Skizzen mit eingezeichneten Verläufen von Strom- und Wasserinstallation.
Seine Motivation war die Umsetzung seiner eigenen Vorstellungen.
Es wurden nur Neuteile verbaut. Im Forum habe ich aber auch schon gelesen, dass Selbstausbauer Wohnwagen "ausgeschlachtet" oder gebrauchte Innereien eingebaut haben.
Dieses Forum bietet aber ausreichend Lesestoff für solche Vorhaben. Einfach in diesem Bereich nachlesen.
Gruß Holger

fellwurst am 26 Apr 2019 23:03:38

Vielen Dank, 123daswars. Dein Beitrag hilft mir sehr. Die großen Positionen kann man ja schnell im Katalog nachschauen. Aber was dann noch an "Kleinkram" dazu kommt, weis man erst, wenn es gemacht wurde. Auf so ein konkretes Beispiel hatte ich gehofft. :)

10.000 € war übrigens auch mein erster Gedanke. Und nochmal soviel für ein ordentliches Basisfahrzeug.

xtrachrisi am 27 Apr 2019 12:46:55

Hallo Fellwurst, ich habe 2016 einen Crafter(siehe Luigi-Beitrag) ausgebaut.
Isoliert wurde mit selbstklebendem Armaflex. Nicht ganz billig, aber prima zu verarbeiten.
Das Ausbauholz habe ich mir bei der Firma Vöhringer im Werksverkauf besorgt. 27qm Feldahorn beschichtetes Pappelsperrholz für 25€ pro qm. Sperrholz Wandverkleidung für 3€/qm
Decken und Wandverkleidung mit beschichtetem Sperrholz 2,7 mm
Bei einem Schreiner haben wir die Möbelteile zugeschnitten und mit Kanten versehen. Zeitaufwand ca. 10 Stunden. Die Kanten sind heißgeklebt, sieht sehr edel aus und halten sicher besser als die eingefrästen Profile. Kosten 450€. Diese Aktion hat mir sicher Tage Sägen erspart und die Kanten sind halt wirklich gerade.
Mich hat der Ausbau ca. 10.000€ gekostet. 
Ich habe einige Bauteile günstig bei E-Bay ersteigert.

rkopka am 27 Apr 2019 13:06:24

123daswars hat geschrieben:Im Forum habe ich aber auch schon gelesen, dass Selbstausbauer Wohnwagen "ausgeschlachtet" oder gebrauchte Innereien eingebaut haben.

Mein erstes Womo (alt, rostig, Motor hinüber) wurde von jemandem gekauft, der nur an den Teilen interessiert war. Evt. einen Wowa mit Unfallschäden (sind aber meist etwas andere Teile als im Womo).

RK

fellwurst am 29 Apr 2019 15:11:11

xtrachrisi hat geschrieben:... ich habe 2016 einen Crafter(siehe Luigi-Beitrag) ausgebaut...
Mich hat der Ausbau ca. 10.000€ gekostet...

Vielen dank, xtrachrisi. Ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlich die Konzepte beim Wohnmobil sind. Wenn ich das richtig gesehen habe, dann habt Ihr keine Nasszelle?

Nach aktuellen (Vor-)Plänen denke ich auch daran, keine Sitzbank einzuplanen und nur die Vordersitze mit Tisch als Minisitzgruppe vorzusehen.

wernardo am 06 Mai 2019 23:05:51

Also mit 10000 wenn man alles selber macht müsste reichen. Bei einem spartanischeren Ausbau auch mit weniger. Geräte kann man oft günstig bei ebay kaufen. (Bei uns in Süddeutschland gibt es auch einen günstigen 2.Wahl Händler.)
Ist eben zeitintensiv und beim Möbelbau hatte ich immer einen Schreiner zur Hilfe. Sonst wäre es wahrscheinlich etwas unansehlich geworden.

Robert67 am 07 Mai 2019 09:27:30

Ob es Sinn macht sei dahingestellt.
Wenn man nicht gerade Schreiner ist, enden solche Selbstausbauten auch gerne mal als Bretterbude.

Und ob das den Preisunterschied wettmacht?

Schaut euch lieber mal in der Budgetklasse für Kästen um.
Roadcar oder Clever z.B.

rkopka am 07 Mai 2019 09:51:43

Robert67 hat geschrieben:Und ob das den Preisunterschied wettmacht?

Zumindest wenn man von Neupreisen ausgeht, kann es den Unterschied zwischen möglich und nicht möglich machen. Wenn man aber die derzeit günstigen Kreditzinsen bedenkt und die nötige Zeit und Ärger bis der günstigere Selbstbau steht, gegen die Zeit, die man schon urlauben könnte, ändert das vielleicht die Sicht.
Richtig interessant wird es, wenn man etwas spezielles haben will, das von der Stange niemand anbietet.
Wenn man aber gebrauchte, auch privat ausgebaute mit reinnimmt, dürfte es nicht mehr so klar sein. Und manche basteln gern :-). Mich würde der Gedanke auch reizen. Aber ich brauche "leider" derzeit kein neues.

RK

fellwurst am 07 Mai 2019 14:59:34

Robert67 hat geschrieben:Schaut euch lieber mal in der Budgetklasse für Kästen um.
Roadcar oder Clever z.B.

Ja, die Überlegung ist nicht falsch. Das eruiere ich auch. Aber einige für uns wichtige Aspekte finde ich nicht im Fertigangebot. Z.B. Bettgröße über 2 m und festes Doppelbett. Und gleichzeitig eine ausreichend große Nasszelle. Beides im Eigenbau umzusetzen geht schon nur mit Kompromissen an anderer Stelle (die man im Massenmarkt eben kaum verkaufen kann...).

Und auch beim Budget geht nicht mehr als die 20 Riesen. Da helfen auch keine niedrigen Zinsen, da man den Kredit leider immer komplett zurückzahlen muss. :cry: :D

Oder andersherum betrachtet: Was gibt es für das Budget aktuell im Gebrauchtmarkt? Da finde ich nur Mobile, die älter als 10 Jahre sind, gern auch über 20 Jahre. Dabei möchte ich das neue Mobil selber noch 10, lieber 20 Jahre nutzen.

xtrachrisi am 08 Mai 2019 21:34:39

fellwurst hat geschrieben:Vielen dank, xtrachrisi. Ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlich die Konzepte beim Wohnmobil sind. Wenn ich das richtig gesehen habe, dann habt Ihr keine Nasszelle?

Kein Bad mit Toilette, wer duscht schon gerne in einer Streichholzschachtel. Muss ich nachts mal raus, kann ich auch die paar Meter ins nächste „Häuschen“ laufen. Dafür muss ich nicht am nächsten morgen mein Pipi über den Platz tragen. Naja, alles Ansichtssache!

wernardo am 08 Mai 2019 22:46:38

Das Problem ist bei Selbstausbau, daß man es meistens nicht ganz perfekt hin bekommt. Somit ist der Wiederverkauf nachher auch schwieriger. Drum entweder perfekt oder ganz spartanisch, dann macht man nicht so viel Geld kaputt.

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