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Das MoMo in der Provence


moensters am 27 Apr 2019 13:16:49

Unsere erste Tour des Jahres hat uns in die Provence geführt. Bitte einsteigen!



Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Flucht ins Warme
Im Februar wurden wir zuhause bereits mit frühlingshaften Temperaturen verwöhnt - dass es dann wieder üsselig kalt und feucht wird, gefällt uns gar nicht. Also werfen wir in gewohnter Manier alle bisherigen Pläne über den Haufen, gucken in der Wetter-App nach warmen Regionen in Europa und werden schließlich in der Provence fündig. Avignon: 20° - gebucht!
Badisch Nizza
Passend zum Südfrankreichthema nehmen wir es dankend hin, dass Gengenbach im Schwarzwald mit dem Slogan „Badisch Nizza“ für sich wirbt. Unser Etappenziel für den ersten Tag.

Der Ort entpuppt sich als ein schnuckeliges Fachwerkörtchen - wer sich aber diesen Namen ausgedacht hat, hat definitiv zu viel merkwürdiges Zeug geraucht! Immerhin gibt es aber echte Störche auf den Dächern zu bestaunen.
Frosch geht vor
Wir tappen, pünktlich zur Saisoneröffnung, in die bekannteste aller Womofallen: den Stellplatz möglichst bitte vor Sonnenuntergang aufsuchen. Denn als wir nach dem Abendessen im Dunklen nur noch hundert Meter vom anvisierten Platz entfernt sind versperrt uns eine beleuchtete Schranke die Weiterfahrt. Hä? Ein Hinweisschild erklärt warum: Amphibienwanderung! Also rückwärts im Stockdunkeln auf dem einspurigen Weg zurück. Aber auch unser nächster Anlauf endet wieder an einer Schranke. Frosch geht vor!

Nach einem großen Umweg landen wir schließlich am anderen Ende des Krötenwanderwegs. Unmittelbar neben der Schranke finden wir dann aber einen herrlich ruhigen Schlafplatz.

Eisregen in Belfort
Unsere Weiterfahrt ist zunächst, abgesehen von den heftigen Winden mit Sturmböen, eher unspektakulär. Nur die französischen Dieselpreise schocken uns dann doch ein wenig: 1,60€/l? Teurer als in Norwegen? Wow!
Als wir kurz vor Mittag Belfort erreichen, beschließen wir spontan noch mal eine Mittagspause bei Marcel &Suzon (--> Link) zu machen. Und nachdem wir zunächst mit einem waagerecht über den Parkplatz fegenden Eisregen begrüsst werden, scheint plötzlich die Sonne wieder. Aprilwetter!

Das urige Restaurant haben wir in guter Erinnerung. Olle Möbel, Puppenstubenambiente, liebevoll dekoriert. Ach ja, und das Essen ist auch lecker...

Die Tartines, die es dort gibt, sind warm überbackene Brotscheiben. Aber halt in lecker und gar nicht mit einem ordinären Butterbrot zu vergleichen! Und zusätzlich gibt es für mich noch einen Basilikum-Sirup, der gar nicht so übel schmeckt, wie es sich vielleicht anhört.

Zurück zur Brücke
Wir haben diesmal den Ehrgeiz, die Route abseits der Autobahn zu nehmen und stattdessen noch mal die Strecke am Rande des Jura zu nehmen.
Und immer wieder fällt uns unsere Sommertour 2017 (--> Link)ein, wenn wir an einer markanten Stelle vorbeikommen. „Weißt du noch?“ Und plötzlich ruft Annette „Guck mal, da ist die Fromagerie!“. Und ich lege eine formidable Bremsung ein und manövriere uns auf den Parkplatz. Während wir noch Comté und Tomme einkaufen ist uns dann auch schon klar, dass wir den zweiten Reisetag an „unserer“ Brücke im nur ein paar Kilometer entfernten Port Lesney beenden werden.

Komisch sieht das aus, wenn der Fluss auf einmal richtig viel Wasser führt und gar nichts mehr an den Hitzesommer 2017 erinnert - außer eben der malerischen Brücke, die unbeeindruckt vom Nieselwetter den Fluß überspannt.
Regen, Regen, Regen
Über Nacht hat es sich so richtig eingeregnet. Annette stapft trotzdem zur Boulangerie, um unsere ersten Croissants und Pain au chocolat zu kaufen. Und dabei eifrig Konversation macht, da sie seit 2 Jahren fleißig französisch lernt. Und mit der Bäckereifachverkäuferin die fröhlich „Ich spreche gar kein Deutsch!“ und „Was möchten Sie trinken?“ als ihren deutschen Wortschatz anbietet, macht das sogar Spaß!
Keinen Spaß macht uns hingegen der Regen. Es ist wirklich kein schönes Reisewetter. Das ist nur gut zum Kilometerfressen!
Und genau das tun wir dann. Bis Bourg-en-Bresse halten wir tapfer auf den Landstraßen durch, entscheiden uns dann aber doch für das letzte Stück gen Provence für die Autobahn.
Pause an der Rhône
Kurz hinter Valence legen wir dann eine nette Pause direkt an der Rhône ein. Zu dieser Zeit gehört der Parkplatz uns und auch am Uferweg sind nur wenige Spaziergänger unterwegs. Es ist jetzt zumindest schon mal trocken und auch die Temperaturen haben sich mit 12° schon mal verdoppelt. Es geht voran!

Hitchhiker an Bord
Kurz vor der Peage-Station an der Autobahn sehen wir 2 Anhalter. Wir halten an und fragen nach ihrem Ziel (Toulon für die Fähre nach Sardinien). Aber mit unserem Ziel Avignon können die beiden auch gut leben. Es stellt sich heraus, dass Stefan und Nadja aus Freudenstadt kommen und auf dem Weg nach Sardinien sind. Die beiden sind komplett ohne Smartphone und Internet unterwegs und machen das ganze „old school“: „Wenn wir irgendwo sind, fragen wir, wo es eine günstige Unterkunft gibt.“ Respekt!
Bagatelle für uns
Wir entlassen die beiden am Campingplatz Bagatelle (--> Link) in Avignon zur Nachtplatzsuche und sichern uns dort selber einen Stellplatz für die Nacht. Denn besser gelegen kann ein Stadtcampingplatz kaum sein. Direkt an der Rhône, mit 1a-Blick auf die berühmte Brücke, den Papstpalast und Stadtmauern!

Und da gerade Sonnenuntergang angesagt ist, sehe ich zu, dass ich Kamera, Stativ und Rucksack packe und genau diese Ansicht in Bilder packe. Und ich muss sagen: die Provence begrüßt uns mit einem wahren Feuerwerk an Farben und Licht. Schön hier!

E.A.T.
Nachdem das letzte Sonnenlicht verglüht ist, möchten wir dann aber doch noch etwas essen. So viel hatten wir tagsüber nämlich nicht!
Wir machen uns über die Brücke auf nach Avignon, und sind schon beim Durchschreiten der Tormauern begeistert: Schöne Atmosphäre. Wenn auch ohne Leute. Denn es fällt auf, dass fast niemand unterwegs ist. Zumindest zu Fuß.

Wir finden in einem kleinen Gässchen ein schnuckelig-kleines Restaurant, das mit E.A.T. (--> Link) einen kryptischen Namen hat. Steht für Estaminet, Arômes, Tentations… Ein Estaminet ist eine alte Kneipe und der Rest heißt Aromen und Versuchungen. Das erstere merkt man jetzt eher nicht so (auch wenn die Einrichtung nett ist), die letzten beiden treffen aber voll zu. Boah, war das lecker! Und dazu noch eine freundliche Bedienung, die für uns bemühte Touristen auch extra langsam französisch spricht, so dass wir uns gut verstehen.

Kleiner Tipp für alle Gourmands: Verzichtet auf keinen Fall auf den Nachtisch. Die Hauptspeisen waren schon sehr lecker, aber bei den Desserts haben wir wirklich Halleluja gesungen. Endlich mal wieder ein Top-Tipp von TripAdvisor!
Nachtbummel
Da wir Avignon schon in Vor-Blog-Zeiten einmal besucht haben, haben wir nicht mehr den großen Ehrgeiz, alles zu erkunden. Aber ein Weg zum Papstpalast muss dann schon noch drin sein. Aber zu dieser Jahreszeit und um die Uhrzeit ist hier auch nicht viel mehr los als in Lennep. Erstaunlich tot für so eine bekannte Stadt!

Uns soll es recht sein, denn wir sind von der langen Anreise müde - aber die Provence verspricht schon an ihrem ersten Abend viel Gutes!

moensters am 28 Apr 2019 09:27:11

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Kloster und Camargue


Da capo!
Weil das Fotografieren beim Sonnenuntergang so einen Spaß gemacht hat, kann ich das jetzt beim Sonnenaufgang doch gleich noch mal wiederholen. Und der Himmel lässt sich auch morgens nicht lumpen!

Danach schalten wir aber ein paar Gänge runter und verbringen den Vormittag gemütlich im warmen Sonnenschein auf dem Campingplatz.

Abbaye de Frigolet
Aber gegen Mittag zieht es uns dann doch weiter: Wir wollen in die Camargue. Auf dem Weg dorthin zieht es uns noch zum Kloster von Frigolet. Hörte sich ganz vielversprechend an und liegt in der Tat im Herzen eines kaum besiedelten Landstrichs, der alleine von den Gerüchen her jetzt definitiv als mediterran durchgeht: Rosmarin, Thymian und Pinienduft. Herrlich!

Wir machen eine kleine Spazierwanderung und können von oben herab auf das Kloster blicken. Wie sagt man bei Immobilien doch: Lage, Lage, Lage! Müsste also ganz schön teuer sein, der Schuppen. Um so erstaunlicher, dass hier kein Eintritt verlangt wird. Alles ist frei zugänglich und reichlich fotogen. Wir haben reichlich Gelegenheit zum Fotografieren!

Als kleine Stärkung gibt es dann Lachskartoffelpuffer, die wir unterwegs noch bei Leclerc gekauft haben. Und bei den Franzosen schmeckt so was dann auch!
Lediglich auf den kleinen Schreck, als neben uns ein fetter Hummer parkt und 2 Frauen ihre Kampfhunde auspacken, welche sie kaum gebändigt kriegen, hätten wir dankend verzichten können.
Auf dem Weg ans Meer
Da die Zeit unerbittlich verrinnt, geht es weiter in den Süden. Am Doppelstädtchen Tarascon und Beaucaire, welches nur durch die Rhône getrennt wird, überlegen wir kurz, ob wir dort Station machen wollen. Tarascon mit seinem Schloss und Beaucaire mit seinem grachtenähnlichen Hafen gefallen uns auf den ersten Blick erst mal gut. Aber es zieht uns weiter.
Noch‘n Etang
Hinter Arles beginnt dann die Landschaft der Camargue. Weite Felder, Kanäle oder die seengleichen Etangs sorgen für weitreichende und trotzdem abwechslungsreiche Aussichten. Und wenn dann noch die ersten Flamingos zu sehen sind oder ein Fischreiher unmittelbar neben uns in die Lüfte steigt, hat einen die Landschaft endgültig in ihren Bann gezogen.

Auf der holprigen Straße fahren wir immer weiter. Bis sie zu einer Schotterpiste wird. Mit teils beeindruckenden Schlaglöchern. Aber in entsprechendem Tempo ist das für unser MoMo problemlos machbar und wir steuern einen Platz an der Station de pompage am Etang du Galabert an. Spektakulär ist die Ruhe und die Aussicht auf den friedlichen Etang mit seinen Vögeln. Dort stehen bereits zwei Womos und wir nehmen den letzten freien ebenen Platz. Unser Schweizer Nachbar gibt uns aber zu verstehen, dass er 3m Abstand schon als Kuschelcampen empfindet. Und da wir keinen Bock auf Streit oder doofe Nachbarn haben, nehmen wir halt eine der Parklücken, die wir auf dem Weg hierhin reichlich vorgefunden haben.

Mückeninferno
Nachdem wir das MoMo ordentlich geparkt haben, mache ich mich auf den Weg zum Fotografieren. Nach kurzer Zeit gesellt sich ein anderer Fotograf zu mir und wir kommen ins Gespräch. Er ist bereits seit Dezember unterwegs und ist von Griechenland das Mittelmeer entlang bis hierhin gereist. Und gestern sei der blödeste Tag seiner Reise gewesen, da ihm in den Calanques südlich von Marseille sein Fahrzeug aufgebrochen wurde. Bei uns werden natürlich die Erinnerungen an den Womoeinbruch in St. Tropez vor 6 Jahren wach. Südfrankreich ist echt ein heißes Pflaster! Selbst im März...
Was uns im Moment aber viel mehr beschäftigt, sind die Mücken. Ich hatte schon vorher davon gelesen, dachte aber, dass man im März noch sicher sei. Aber die Bestien kommen pünktlich zum Sonnenuntergang heraus und lassen sich auf uns nieder. Und zwar in Scharen! Gut, dass wir noch langärmelig und -hosig unterwegs sind! Aber ein paar Stiche gibt es dann trotz Einschmierens mit Autan doch zu beklagen...

moensters am 29 Apr 2019 09:03:17

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Verdoppelter Wandertag

Wir gucken aus dem Fenster und es sieht fantastisch aus. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein. Aber einen Haken hat die Sache dann doch. Der Wind. Der ist nämlich frisch bis stürmisch und macht die ganze Sache dann doch so kühl, dass man sich für draußen auf jeden Fall eine Jacke anziehen muss.
Wir machen uns auf einen kleinen Erkundungsspaziergang. Anhand der Karte habe ich gesehen, dass man auf den schmalen Deichen wunderbar bis zum Plage Beauduc im Westen gehen kann und dann sogar in einer Rundwanderung wieder zurück zum MoMo kommen kann. Ein perfekter ausgedehnter Spaziergang von vielleicht 8-10 Kilometern. Schaffen wir locker!

Deichwege
Auf dem ersten Stück gibt es links Wasser und rechts Wasser. Übersichtlich. Weit. Die Deiche werden lediglich durch Steine und Holzpfähle gesichert. Vor allem Letztere haben es uns angetan. Jeder einzelne von ihnen ist ein Unikat und hat einen eigenen Charakter. Fast schon eine regelrechte Pfahlarmee, die den Deich bewacht. Manche dicker, manche dünner, manche mit Glatze, manche mit exquisiter Frisur, manche mit Hut. Ein äußerst dankbares Fotomotiv!

Als wir uns dem Strand nähern, kommen immer wieder Fahrzeuge an uns vorbei, aber keine Womos. Wie wir später erfahren, gibt es diesmal weiter vorne aber keine Höhen- sondern eine Breitenbegrenzung von 2 Metern. Definitiv zu schmal für uns. Schade, denn sonst wäre das ein ganz schön toller Parkplatz direkt am breiten Sandstrand. Dort tummeln sich vor allem Kitesurfer, die neoprenbeanzugt zum Meer hinpilgern.

Am Strand von Beauduc
Wir machen erst mal Rast. In die Dünen gekauert, da der Wind hier im Neoprenanzug super ist, in normalen Klamotten aber äußerst frisch ist. Erstaunt stellen wir fest, dass wir schon 7 Kilometer unterwegs waren, aber noch nicht mal die Hälfte des Weges geschafft haben - da war meine Schätzung wohl etwas ungenau!

Auch Pferde galoppieren am Strand entlang - ansonsten gehört der prächtig breite Strand von Beauduc uns quasi alleine. Der Leuchtturm von Gacholle ist unser Fixpunkt am Horizont. Wir können allerdings schlecht einschätzen, wie weit er weg ist - so sehr verschwimmt das Gefühl für Entfernungen an diesem langen und breiten Strand!

Am Ende des Strandes haben wir noch reichlich Weg vor uns. Und wenn man sich auf weniger eingestellt hat, fühlt sich das reichlich herausfordernd an. Wie gut, dass es da die Flamingos in den Etangs am Wegesrand gibt, mit deren Beobachtung man sich die Zeit gut vertreiben kann, wenn die Füße mittlerweile jeden Stein unter den Sohlen spüren. Denn Wanderschuhe wollte ich für den Weg dummerweise gar nicht anziehen...! Besonders spektakulär ist es wenn ein Zug von mehreren Flamingos über einen hinwegfliegt und dann im Wasser landet. Das ist dann schon anders als im Zoo zuhause!

Erschöpft und mit qualmenden Füßen kommen wir endlich nach 16km am MoMo an. Wir beschließen, heute nicht mehr viel zu unternehmen. Stattdessen wollen wir es uns auf dem Campingplatz Le Bois Flottés in Salin-de-Giraud gut gehen lassen.
Campingplatz mit Spezialtoilette
Der freundliche Empfang und der zivile Preis in dem erst vor einem Jahr eröffneten Platz lassen uns gutes hoffen. Aber so ganz werden wir mit dem Platz nicht warm. Die Stellplätze sind mehr Staub als Rasen und die sanitären Anlagen sind originell: Damit man in der Vorsaison nicht so viel putzen muss, hat man einfach einen Bungalow als Toiletten-/Duschhaus auserkoren. Hier befindet sich genau eine Toilette und genau eine Dusche. Zugänglich vom einzigen Raum mit breiter Glasfront. Da die Dusche aber keine Umkleide hat und der Bungalow sich nicht abschließen lässt, darf man also quasi Open-House-Duschen. Wer‘s mag...
Sonnenuntergang deluxe
Auch hier weht ein frischer Wind, so dass wir uns früher, als uns lieb ist, ins MoMo verkriechen. Wir haben uns schon innerlich von einem schönen Tag verabschiedet, als wir noch mal nur pro forma auf den Himmel beim Sonnenuntergang gucken. Und meine Fresse, da braut sich was zusammen! Als lassen wir alles stehen und liegen und gehen schnell hinaus, um dieses Spektakel nicht zu verpassen.

Jetzt werde ich für meine mangelnde Vorbereitung bestraft. Denn rund um den Campingplatz gibt es eigentlich keine wirklich zwingenden Motive. Und dieser Sonnenuntergang hätte welche verdient!
Bisher dachte ich bei Bildern aus der Camargue immer, dass die Fotografen da doch etwas sehr an den Farbreglern gedreht haben. Aber es leuchtet wirklich alles in den tollsten Schattierungen des Orange-Lila-Spektrums. Absolut sensationell!
Und ich male mir hinterher aus, was für Wahnsinnsbilder man vom Aussichtspunkt auf die Salinen hätte machen können, wo sich das Himmelsspektakel noch mal in der Wasseroberfläche spiegelt. Dieser ist nur leider 2km entfernt - so viel zu verpassten Gelegenheiten! Es sei aber als Tipp für den geneigten Leser sehr empfohlen.

moensters am 30 Apr 2019 12:42:54

Jetzt hinein gehen sie in Parkplatz

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Noch ganz beseelt vom tollen Sonnenuntergang habe ich mir den Wecker gestellt. Wenn der Untergang so fantastisch war, ist es der Sonnenaufgang sicherlich auch. Naja, nicht immer.
Denn es ist bewölkt. Und frisch. Ich raffe mich trotzdem auf - in meinem Kopf mache ich schon fantastische Bilder von der urigen Rhônemündung. Die Realität ist dann ernüchternd. Am Fähranleger wartet eine Handvoll Autos auf die Überfahrt.

Aber wohin das Auge auch schaut: Industrieanlagen oder Windräder. Nichts malerisches oder besonderes. Zumindest nicht da, wo ich entlang gehe. Also gehe ich wieder zurück ins Womo und wir kuscheln uns noch mal ins Bett. Auch nicht schlecht!
Durchs Ödland
Erst gegen Mittag wird es etwas freundlicher. Für uns das Startsignal. Wir machen noch den Abstecher zum Aussichtspunkt über die Salinen und ich male mir aus, wie es wohl beim Sonnenuntergang hier aussieht. Bestimmt ein guter Fotospot!
Wir nutzen die Fähre, um uns den langen Umweg über Arles zu ersparen. Aber 10€ für Womos für diesen Katzensprung ist schon eine Ansage!

Und das Ganze nur, um anschließend durch den sicherlich unattraktivsten Teil der Provence zu fahren. Industrieanlagen und riesige Öltanks machen die Gegend nun mal nicht schöner.
Aber rechtzeitig vor unserem Tagesziel Carro wird ab Martigues die Landschaft auch wieder provencalischer.

Charmantes Carro
Carro ist ein kleines Hafenstädtchen wie aus dem Bilderbuch. Sogar komplett mit Fischmarktständen am Hafen, wo die Fischer ihren Fang verkaufen. Als wir kommen, ist für sie der Tag aber schon gelaufen - oder am Sonntag ist ohnehin Ruhetag.
Wir werden abenteuerlich wegen einer Baustelle durch den halben Ort gelotst. Aber immerhin ist die Deviation sogar extra für Womos ausgeschildert. Denn am Ende der Umleitung gibt es einen wirklich großen Stellplatz für Wohnmobile. Wir finden ihn aber erst im zweiten Anlauf, da vorher noch ein PKW-Parkplatz kommt und wir uns schon ärgerten, dass so viele PKWs die schönen Womostellplätze zuparken.
Aber der eigentliche Stellplatz ist dann beschrankt und mit einem charmanten Jetzt hinein gehen sie in Parkplatz öffnet sich nach Bezahlung die Barriere. Hinein!

Es sind noch reichlich Plätze frei und zu unserem Entzücken sogar mehrere mit Meerblick. Annette entdeckt natürlich den besten direkt gegenüber des San-Crist-Kreuzes.
Auf der Kaffeebank
Unterhalb des Kreuzes befindet sich eine plateauartige Fläche von krisseligen Felsen. Und oberhalb dieser Fläche, auf der sich mehrere Angler und Sonntagsbummler tummeln, gibt es noch ein paar Bänke. Eine davon wird unsere Kaffeebank für die Tarte au citron, die Annette morgens in der Boulangerie erstanden hat. Immer lecker!
Wir beschließen es für den Nachmittag mal gemütlich anzugehen. Also einfach da sitzen und mit Blick auf den Phare du Cap Couronne dem Treiben zusehen.

Die Sonne kann was

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang bin ich bereit. Stativ, Kamera, winddichte Jacke. Denn für die Nacht und die kommenden Tage ist Mistral vorhergesagt, der stürmische Nordwestwind, für den die Provence berüchtigt ist. Bis jetzt merkt man aber nur seine Vorboten.

Dafür spielt die Sonne diesmal mit mir. Mal ziert sie sich etwas und verschwindet hinter den Wolken, mal kommt sie hervor und zaubert tolle Farben an den Himmel und die Wolken. Und ich darf das alles wegfotografieren. Danke!



Abendessen bei Francine
Jetzt haben wir aber auch Hunger. Und wir haben schon vorab recherchiert, wo es gut sein könnte. Jedoch: Mitte März ist hier noch der Hund begraben! Alle Restaurants, die wir uns ausgeguckt haben, haben bereits (oder immer noch) zu. Wir schlendern die Hauptstraße entlang und wollen schon aufgeben als ich ein beleuchtetes Geschäft sehe. Das Chez Francine wirkt aber so, als würde man hier auch gleich den Laden dicht machen. Am Fenster sitzt die komplette Belegschaft und isst zusammen. Ist auch hier Feierabend? Nein, Gottseidank nicht!

Wir werden von der etwas verhärmt wirkenden Chefin hineingebeten und dürfen uns nicht an irgendeinen Tisch setzen, sondern sie weist uns einen zu. Denn der Laden macht gerade erst auf und es füllt sich zusehends mit Gästen. Von wegen Feierabend!

Wir haben die Qual der Wahl, entscheiden uns aber richtig. Und insbesondere an meinen Linguini mit Meeresfrüchten und Safransauce werde ich mich noch lange erinnern - so lecker!

Als wir schließlich pappsatt am MoMo ankommen, rüttelt der stärker werdende Mistral bereits am MoMo - das könnte eine ruckelige Nacht geben!

Maxima am 30 Apr 2019 15:56:04

Hihi, „Open-House-Duschen“, mal was Neues! :D

Wunderschön Euer Reisebericht, da kommen Erinnerungen auf. :dankeschoen:

Und jetzt habe ich auch Hunger bekommen. :wink:

Grüße aus Portugal! :hallo:

moensters am 01 Mai 2019 10:20:48

Mistraltag

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Da sind wir aber durchgerüttelt worden! Der am späten Abend einsetzende Mistral zerrt am MoMo und verschafft uns eine eher unruhige Nacht.

Und als wir nach dem Frühstück bei strahlendem Sonnenschein hinausgehen, wissen wir auch, warum der Mistral so berüchtigt ist. Denn der kräftige Nordwestwind ist eisig und obwohl die Sonne knallt, ziehen wir uns warm an - Winddicht ist Pflicht!

Das grandiose an diesem heftigen Wind, der in Böen die stattliche Windstärke 9 erreicht, sind dann die Wellen, die er erzeugt. Wenn die recht ordentlichen Wellen sich brechen, wird der Wellenkamm durch den Mistral in feinste Gischt zerfetzt. Tolle Bilder!

Am Phare de Couronne
Wir nutzen das eigentlich ganz prächtige Wetter für den Weg zwei Buchten hinüber zum Leuchtturm von Couronne.

Man merkt, dass überall noch Vorsaison ist. Die Parkplätze sind größtenteils leer, die Strandpavillons liegen verwaist am feinen Strand. Und auch wenn kein Badewetter ist - dass hier auch kaum Spaziergänger unterwegs sind überrascht uns schon. Denn Ginster und sogar schon der erste Mohn blühen und sorgen für lange vermisste Farbtupfer in der Landschaft.

Der Leuchtturm gehört uns dann ganz alleine. An einem Montag ist hier niemand unterwegs. Das Womoparkverbot gilt aber leider trotzdem. Sonst wäre das ein wirklich toller Stellplatz...

Sturmfahrt mit Umwegen
Unser Weg führt uns jetzt leider wieder weg vom Meer. Im Prinzip befinden wir uns ab heute auf der Rückfahrt. Aber die darf gerne sehr gemütlich vonstatten gehen. Und dafür braucht es kleine Etappen. Die erste führt uns nach Maussane-les-Alpilles. Denn hier waren wir auf unserer letzten Povencefahrt schon einmal und haben gute Erinnerungen an den dortigen Campingplatz Les Romarins.
Aber die Straße führt uns noch einmal die Kraft des Windes vor Augen. Unser Verbrauch verdoppelt sich bei dieser Fahrt gegen den Wind - und das bei einer Geschwindigkeit zwischen 70-80km/h!
Das Navi will uns auf eine Straße mit 2,80m-Höhenbegrenzung locken - nicht gut, wenn man über 3m hoch ist! Aber mein übliches störrisches “dann biege ich halt nicht ab” führt dazu, dass wir auf einmal auf der Schnellstraße Richtung Arles sind (komplett falsch), von der die nächsten 9km keine Straße abzweigt! Wir machen aus der Not eine Tugend und besichtigten auf dem beträchtlichem Umweg zumindest noch einen römischen Aquädukt. Zwar nur in Fragmenten noch übrig, aber trotzdem irgendwie irre, sich vorzustellen, dass das vor 2000 Jahren ein echt wichtiges und unerhört beeindruckendes Bauwerk war.

A sort of homecoming
In Maussane landen wir dann auf dem Campingplatz und als wir uns auf dem noch sehr leeren Gelände unsere Lieblingsparzelle aussuchen dürfen, wissen wir, dass wir hier gerne 2 Nächte verbringen möchten. Es stimmt einfach alles: großzügige Parzellen, Hecken als Windschutz, saubere Sanitäranlagen. Und in der Umgebung gibt es genug zu erkunden, dass wir erst mal nicht weiter reisen wollen.
Wir treiben es sogar so weit, dass wir den Nachmittag einfach mal nur in der Sonne sitzen - wenn nur der kühle Wind nicht wäre, der sich dann doch wieder durch unseren ausgeklügelten Windschutz schlängelt!

Einkaufstour
Spät nachmittags gehen wir dann in die Stadt und wollen schon mal auskundschaften, welche Restaurants uns anlachen (und geöffnet haben). Aber als wir in einem der vielen Delikatessengeschäfte einen Tajineeintopf entdecken, kommt Annette die Idee, dass man doch auch mal wieder ein schönes Menü im MoMo servieren könnte. Also wandern noch weitere Einkäufe in unsere Taschen: Ile flottant und karamellisierte Bananen für den Nachtisch und ein Taboulé für die Vorspeise. Es kann manchmal so einfach sein!

Und vor allem sind wir froh, dass wir den Abend dann im muckeligen MoMo bleiben können und nicht noch mal in den mittlerweile wirklich eisigen Mistral hinaus müssen.

moensters am 02 Mai 2019 11:35:01

Rund um Les Baux

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Als wir vormittags in der Vorbereitung für unsere heutige Wanderung nach Les-Baux sind, spricht uns eine deutsche Campingplatz-Nachbarin an. Wir sollten besser mal auf unsere Wertsachen achten. Ihnen sei gestern Abend das Womo ausgeräumt worden, als sie eine Viertelstunde zum Spülen weg waren. Ach du Schreck! Die Armen. Und ihr wird abwechselnd kalt und heiß als ich daran denke, dass wir gestern Nachmittag alle Fotosachen auf dem Tisch liegen hatten und keine Rollos runter gemacht hatten. Nach dem Motto „Was soll auf einem so beschaulichen Campingplatz in der absoluten Vorsaison schon passieren?“ Da hatten wir wohl einfach Glück, dass Mia als Wachhund auf ihrem Stammplatz auf dem Beifahrersitz schnarchte...
Es lebe die Zwiebelschale
Auch heute ist es noch etwas mistralig. Blauer Himmel, eisiger Wind. Also ziehen wir uns in mehreren Schichten an. Hemd, Fleecejacke, winddichte Jacke. Einen französischen Fashion-Award gewinnen wir damit nicht, dafür sind wir aber für alle Fälle gewappnet. Und auf den ersten Kilometern gegen den Wind sehr froh.

Es ist eine schöne Rundwanderung, die ich in der Tourist-Info gefunden habe. Erst nach Les-Baux-de-Provence, seines Zeichens zweitmeistbesuchtes Dorf nach Riquewihr (--> Link) im Elsass, dann in großem Bogen nach Le Paradou und wieder zurück zum Camping. Und sie führt uns zunächst mal mittemang über einen Golfplatz. Sachen gibts! Und praktischerweise haben wir immer die Felsen, auf denen die Festung von Les-Baux thront, im Blick.

Und alle paar Minuten wechseln wir dann die Zwiebelschale: Erst immer weniger, dann im Schatten wieder eine Jacke, undsoweiter.... Das macht aber alles nichts, da die Aussicht sowohl nach oben zu den Felsen als auch in die Ferne grandios ist. Denn dank des Mistrals haben wir tolle Fernsicht und klare Luft.
Nix los in Les-Baux
Unseren Besuch in Riquewihr haben wir noch in zweifelhafter Erinnerung. Schön, aber touristischer Overkill. Was wird uns also im zweithäufigst besuchten Dorf erwarten? Nun, nicht viel. Also, was die Touristen angeht. Wenn nicht je eine deutsche und eine französische Schulklasse hier wären, könnte man es fast schon als ausgestorben bezeichnen. Aber wir wollen uns nicht beschweren... Stattdessen die Empfehlung: Wenn man die Touristenmassen vermeiden will, scheint Mitte März ideal zu sein!

Wir sind eigentlich eher angenehm überrascht. Keine ganz furchtbaren Touri-Läden und sogar ein Mittagsimbiss mit Pommes und Crêpe zu völlig zivilen Preisen finden wir bemerkenswert.


Das Dorf an sich ist sicher sehenswert, aber wir haben irgendwie das Gefühl, dass man ein „charmantes, altes französisches Dorf“ andernorts (--> Link) genau so gut erleben kann. Und der Festungsbesuch ist uns mit 8€ dann schlicht zu teuer für ein paar verfallene Mauern und die sicherlich tolle Aussicht - denn diese hatten wir (anders als die Autotouristen) bei unserer Wanderung bereits wahrscheinlich ähnlich gut.

Über rote Erde
Wir verlassen den Ort über die Westseite und sind bereits nach wenigen Schritten wieder alleine und werden auch auf den kommenden Kilometern nur wenige Leute treffen. Am Wanderweg kann es nicht liegen, denn der ist richtig toll und durchaus abwechslungsreich.
Die Felsen der Alpilles sehen einfach toll aus! Immer wieder anders und mit ein bisschen Fantasie kann man auch sehen, wie ein Haifisch ein Haus auffrisst...

Wir wandern durch Olivenhaine und wundern uns über die rote Erde, die es hier immer wieder zu sehen gibt. Wir vermuten, dass es weniger der uns aus den Ockerbrüchen bekannte Lehm ist, sondern vermutlich vom Bauxit stammt, von dem Les-Baux schließlich seinen Namen hat.

Bilderbuch-Provence
Auf dem weiteren Weg geht es dann durch eine Bilderbuchlandschaft. Mehr Provence-Klischee geht echt kaum. Oliven, Platanen, Anwesen im provenzalischen Stil und Zypressen. Ein Genuss für die Augen!

Wir sind dann aber trotzdem froh, als wir nach 15km wieder am MoMo ankommen. Und unsere alte Mia hat ihren Wachhundjob so gut gemacht, das keine Langfinger das Wohnmobil geknackt haben - wir hätten aber sowieso alle Wertsachen dabei gehabt...
Den Rest des Tages genießen wir die Sonne im Windschatten der Hecke, die hier Gottseidank jeder Stellplatz hat. Einen abendlichen Restaurantbesuch ersparen wir uns allerdings mit einer Mischung aus Erschöpfung und Sorge um das MoMo. Blöd, wenn man das immer so im Hinterkopf hat...!

moensters am 03 Mai 2019 08:24:45

Adieu, Provence

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Schon unser letzter Tag in der Provence! Daher versorgen wir uns im lokalen Delikatessengeschäft von Jean Martin (--> Link) noch mal mit leckerem Proviant für Zuhause. Und den Einkaufstrip setzen wir in St.-Remy-de-Provence fort. Dort ist nämlich Markttag.
Auf dem Markt
Und in Frankreich lässt es sich immer ganz wunderbar auf dem Markt probieren und einkaufen. Also wandern Oliven, Käse, Maccarons, Tapenade und mehrere Mini-Quiches in unsere Einkaufstasche. Mjam!

Ein besonderer Renner ist ein asiatischer Stand, vor dem sich eine regelrechte Schlange gebildet hat - da können die anderen Marktbeschicker nur neidisch gucken.

Aber auch sonst gefällt es uns in St. Remy richtig gut. Genau die Art von kleiner Stadt, wie wir sie in Frankreich mögen. Alleine schon die kleinen Details an den individuellen Läden sind es wert, beachtet zu werden. Wenn man da an die uniformierten oder gleich komplett leerstehenden Läden Zuhause denkt!

Idyll am See
Kurz hinter St. Remy finden wir einen erstklassigen Picknickstop an der Straße nach Maillane. Ein kleiner See, geschützt durch eine wirklich übel verschlaglöcherte Straße. Aber wenn man die erst mal geschafft hat (es sind nur ein paar hundert Meter) wird es richtig gut. Denn es gibt ein paar Beton-Picknicktische direkt am See und es herrscht eine unglaublich friedlich-sonnige Stimmung über dem Platz, der offensichtlich nur von einer Handvoll Einheimischer für eine Mittagspause besucht wird.

Wir packen einen Großteil unserer Einkäufe auf den Tisch und schlemmen mit Blick auf den See, dessen Umgebung schon mehr als zartes Frühlingsgrün trägt. Da passt dann das Glockengebimmel einer Schafherde wie das Tüpfelchen aufs i.

Die Schafe, ergänzt durch eine ebenso große Ziegenherde, kommen uns dann sogar besuchen. Interessiert und wenig respektvoll kommen sie auch den Hunden reichlich nahe. Mia interessiert das aber herzlich wenig und Elli hält brav die Stellung und passt aufmerksam aufs Frauchen auf. Und da die Ziegen ihr nichts tun, tut sie denen auch nichts. Nicht mal einen prophylaktischen Beller. So einfach kann es sein!
Au revoir et bienvenue
Da wir aber die Rückreise einläuten wollen, muss das MoMo sich noch mal bewegen. Wir verlassen die Provence mit leichtem Wehmut (eine Woche ist nun wirklich bei weitem nicht genug Zeit für diesen schönen Flecken Erde) und trösten uns mit einem Lieblingsort aus dem Sommer 2017: Aiguèze (--> Link), das mittelalterliche Dorf oberhalb der Ardèche.

Wir finden den Stellplatz oberhalb des Dorfes leicht verändert vor. Es kostet jetzt 5€ und der Platz ist mit großen Steinklopsen vom PKW-Bereich abgetrennt. Was bedeutet, dass „unser“ Platz vom letzten Mal jetzt unerreichbar im PKW-Bereich liegt. Ist aber gar nicht so schlimm, denn wir finden einen noch besseren Platz mit Logenblick auf das Dorf. Sehr schön!

Ausgestorbenes Nest
Als wir dann durch Aiguèze gehen, kommen wir uns vor wie in einem geschlossenem Freilichtmuseum. Es ist alles da, einzig die Leute fehlen. Wir fotografieren auch diesmal gerne die schönen, kleinen Details und haben sogar das Glück, dass wenigstens das Café geöffnet hat. Und mit einem Pastis läuten wir dann den beginnenden Abend ein und genießen, das wenigstens das Licht warm ist. Ansonsten gilt nämlich auch hier: kalter Wind, dicke Jacke.


Wie schön, dass man es sich dann im MoMo gemütlich machen kann!

fr-camper am 03 Mai 2019 15:04:10

Hallo Annette und Michael, :hallo:
wieder habt Ihr einen sehr schönen Reisebericht verfasst, kurz und knackig und unbeschreiblich schöne Bilder!
Auch wir waren schon in dieser sehr schönen Gegend Frankreichs unterwegs, da kommen Erinnerungen hoch, auch an Les Baux und St. Remy de Provence. (Ein wirklich schönes Städtchen).
Wir werden morgen aufbrechen nach :francais: mal sehen wo es uns hintreibt.
Vielen Dank für eure Mühe und schreibt und fotografiert weiter solche Reiseberichte. :daumen2:
Gruss Peter

Aretousa am 03 Mai 2019 17:55:55

Ich läute auch gerade den Feierabend ein und sitze mit einem Pastis auf der heimischen Terrasse. Und kalt ist es auch, fast wie in der Provence.
Ich danke dir für den wundervollen, Sehnsucht erzeugenden, Reisebericht.
Fast alles auch schon mal gesehen, aber es zieht mich/ uns immer wieder hin.
Ein wunderschönes Fleckchen Erde. Danke, dass du es uns gezeigt hast.

moensters am 03 Mai 2019 19:08:18

Danke für die lieben Worte!

Es wird aber noch 2x Nachschlag von unserer Rückreise geben... :D

Liebe Grüße, Michael

Andiklos am 03 Mai 2019 19:44:02

Super Bericht, vielen Dank!
Wir sind auch seit 15 Jahren immer mal wieder in der Provence, eher in der Richtung Verdon, Mont Ventoux usw. Mir hat es immer wieder geschaudert, wenn Wohnmobilfahrer sich in der Verdonschlucht versuchen. :oops:
OK, wir paddeln und touren mit Motorrad halt vom Campingplatz mit Mercedes Viano Fun und Zelt, ab diesem Jahr halt mit nem TI Forster, muss nur rechtzeitig kommen und ne Kupplung dran. Dann werden wir noch andere tolle Landschaften dort erkunden.

Tschüss
Andreas

moensters am 04 Mai 2019 08:35:33

Gemütliche Rückreise

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link




Wettermäßig müssen wir uns um nichts kümmern. Es scheint einfach immer die Sonne. Was ein Luxus!
Annette hatte die gute Idee, dass wir vor der Abfahrt doch noch eine kürzere Wanderung machen könnten. Vom Rochers de Castelviel soll man einen schönen Ausblick auf das Tal der Ardèche haben.
Wir kleiden uns also wieder mehrlagig und machen uns auf den Weg. Da es heute aber wesentlich weniger windig, aber genau so sonnig ist und dazu noch bergauf geht, müssen wir das schnell ändern. Die Jacken wandern in den Rucksack und geschwitzt wird trotzdem noch. Aber wir wollen uns nicht beschweren!

Ardècheblick
Auf dem Weg werden wir mit kleinen Raupen übersät. Diese hängen quasi an Fäden (oder sind es doch Spinnweben?) mitten im Weg und reisen alsbald per Anhalter mit.

Als wir am Schild für den Rochers ankommen sind wir zunächst mal irritiert. Denn hier gibt es so ungefähr gar keine Aussicht. Stattdessen: Bäume, Bäume, Bäume. Aber ein Hinweisschild verrät den schmalen Pfad zum Panorama. Und von dort hat man dann wirklich gute Ausblicke auf Teile der Schlucht. Eine lohnende 2-Stunden-Wanderung!

Belohnung bei Drillo
Als Belohnung folgt Annettes zweiter guter Einfall: Ein Mittagsmenu im Le Drillo (--> Link). Dieses Restaurant an der tollen Brücke über die Ardèche bietet nämlich eine Formule unique midi (Mittagsmenü) für 17,50€. Müssen wir ausprobieren!

Wir finden wieder mal ein gut gefülltes Restaurant vor und sind froh, dass wir noch einen Tisch kriegen ohne reserviert zu haben.
Das Essen ist dann optisch ein absolutes Highlight. Und auch geschmacklich gut - nur leider ist mein Stiergulasch (Gardiane de taureau) offensichtlich von einem Rentnerstier gewesen. Zäh und trocken. Aber immerhin mit leckerer Sauce!


Sprung ins Beaujolais
Jetzt heißt es aber Kilometer fressen. Wir fahren bis Montelimar auf der Landstraße und wechseln dort auf die Autobahn - es ist dort einfach entspannter zu fahren. Wenn man mal von Lyon absieht. Hier kommen wir in den Feierabendverkehr und können uns im Stau ein bisschen die Uferstraße an der Rhône angucken...
Als wir den schlimmsten Stau hinter uns lassen, können wir kaum glauben, dass unser Ziel im Beaujolais nur noch eine halbe Stunde entfernt sein soll. Aber es ist tatsächlich so. Die quälende Stadtdurchfahrt ist schnell vergessen, als wir im untergehenden Sonnenlicht in die Weinberge hineinfahren. Schön hier!

Weinprobe mit Aussicht
Und der Stellplatz an der Domaine Croifolie (--> Link) ist dann tatsächlich so gut wie erhofft. Nein, eigentlich noch besser. Denn der Womo-Stellplatz ist ein kleines, extra für Womotouristen angelegtes Plateau mit toller Luxus-Weitsicht. Der Winzer, Gérard Crozet, begrüßt uns freundlich und bietet sofort eine Weindegustation an. Und als wir nach einer Boulangerie fragen (die es im Ort aber leider nicht gibt), holt seine Mutter aus dem Tiefkühl noch ein halbes Baguette, damit wir nicht verhungern.

Und dann wird erst mal Wein gepichelt und in einem unbeholfenen Mix aus Deutsch-Französisch unterhalten wir uns mit Gérard, der uns geduldig alles erklärt, was es zu wissen gibt. Am Ende wandern dann ein paar Flaschen Rosé, Roter und sogar ein süßer Aperitifwein ins MoMo. Hat sich für alle Beteiligten gelohnt!

mk9 am 04 Mai 2019 17:31:03

Hallo Annette und Michael,

ich habe euren Reisebericht mit sehr viel Freude und Interesse gelesen.

Den Campingplatz " Le Romarins " in Maussane les Alpilles kennen wir seit dem Jahre 1990 und sind danach noch 9 x dort gewesen, wenn wir unseren Urlaub in der Provence verbracht haben. Kennen die Betreiber des Municipal - CP, Familie Moucadel persönlich sehr gut.

Zuletzt waren wir im Mai 2013 dort. Ob allerdings jetzt noch Jean - Louis M. mit seinem Aufsitzmäher ( damals schon in blauer Farbe ) noch immer einen freigewordenen Stellplatz " bearbeitet ", weiß ich natürlich nicht. :D

In all den Jahren ist mir noch nie ein Fall eines Aufbrechens eines Wohnwagens oder eines Wohnmobiles dort bekannt geworden. Sehr oft stand unser Womo alleine auf dem Stellplatz, wenn wir mit dem Bus nach, Arles, Salon de Prce. oder Aix en Provence c gefahren sind.

Wir hatten aber auch immer nette Camper neben uns oder gegenüber, die auch ein Auge auf unseren Wagen offenhielten. Genau wie wir, wenn wir auf dem Platz blieben.

Damals ( 1990 )



und 2013 - vermutlich auch heute noch so -


Gruß vom schönen linken Niederrhein
Manfred

moensters am 05 Mai 2019 13:05:46

Zwischen Beaujolais und Bourgogne

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link



Unseren weiteren Reiseverlauf planen wir zur Abwechslung mal mit der guten alten Landkarte. Denn dort gibt es immer die schönen „grünen“ landschaftlich schönen Strecken. Und im Beaujolais gibt es viele davon.
Wir fahren daher zum Aussichtspunkt mit dem vielversprechenden Namen La Terrasse. Und die Terrasse hält, was sie verspricht. Hier muss ein wirklich toller Aussichtpunkt sein - wenn es nicht so diesig ist. Bei uns verschwindet alles, was ein paar Kilometer entfernt ist, schon im Dunst. Bei Fernsicht soll sogar der Montblanc sichtbar sein!

Ins Hinterland
Wir fahren weiter ins Hinterland des Beaujolais und landen in der Bourgogne. Zunächst mal eine gänzlich andere Szenerie. Weniger Weinberge, mehr so wie das Alpenvorland. Aber daher dann auch schön.

Wir beschließen, im Ort Cluny mit seiner bekannten Abtei eine Mittagspause einzulegen. Und neben der Abtei finden wir im La Halte de L‘Abbaye wieder ein Mittagsmenu vor. Muss getestet werden!
Im Vergleich zu gestern ist das Essen deutlich rustikaler und „normaler“. Alles von durchaus guter Qualität, aber ohne, dass es einem länger im Gedächtnis bleiben wird. Dafür das große Plus, dass wir einen Platz an der frischen Luft kriegen und mit den Hunden einkehren können. Und draußen essen zu können ist Mitte März ja fast auch schon ein Stück Luxus.

Perfekter Frühling
Überhaupt ist es perfektes Frühlingswetter. Was man auf eine Weise auch in der allgemeinen Stimmung im Ort merkt. Alle wirken irgendwie befreit.

Nachdem wir noch ein paar Vorräte in Boulangerie und Boucherie aufgefüllt haben müssen wir dann doch noch mal Kilometer fressen. Aber das macht bei dem Wetter und auf den größtenteils wenig befahrenen Straßen durch die leicht hügelige Landschaft der südlichen Bourgogne nichts aus.
Und ab Chalon sur Saône wird es richtig entspannt, da wir uns das stressfreie Fahren auf der Autobahn gönnen. Tempomat auf 100, laufen lassen, fertig.
Aussichtsbalkon
Da wir uns unterwegs eine Kaffeepause gegönnt haben, sind wir für den Sonnenuntergang leider ein bisschen zu spät, als wir an unserem sensationellen Freistehplatz in Soulaucourt-sur-Mouzon ankommen. Neben der Ruine von Mothe, die auf einer stattlichen Anhöhe liegt, gibt es einen Platz mit fantastischer Weitsicht - menschenleer. Welch schöner Ort für unsere letzte Nacht in Frankreich!



Damit endet unser Bericht von der letzten Tour, aber nächste Woche geht es hier weiter: Das MoMo in Schottland --> Link

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