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Weitreichendes Urteil zu Geschwindigkeitsverstössen erwartet 1, 2, 3


Tinduck am 12 Mai 2019 09:02:17

Wir reden hier immer noch von einer Einspruchsmöglichkeit gegen eine Ordnungswidrigkeit, also juristisch gesehen Hühnerkacke.

Pipo, du kannst noch so oft mit dem Wort ‚Grundrecht‘ um dich werfen. Trotzdem muss abgewogen werden, was hier schwerer wiegt, die eingeschränkte Einspruchsmöglichkeit bzw. Gegenbeweisführung oder neue Ausgaben in X-stelliger Millionenhöhe.

Komplette Gerechtigkeit ist eine Illusion und nicht erreichbar, weil subjektiv. Das heisst nicht, dass der Rechtsstaat scheitert, aber manches muss man einfach in Kauf nehmen, weil die Kosten der Alternative schlicht unsinnig sind!

bis denn,

Uwe

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pipo am 12 Mai 2019 09:18:03

Tinduck hat geschrieben:Komplette Gerechtigkeit ist eine Illusion und nicht erreichbar, weil subjektiv. Das heisst nicht, dass der Rechtsstaat scheitert, aber manches muss man einfach in Kauf nehmen, weil die Kosten der Alternative schlicht unsinnig sind!

Ich halte es aber für schwer erträglich, dass es in Deutschland Bereiche gibt, wo es tatsächlich keine Chancengleichheit vor Gericht gibt. Zudem ist in erster Linie die öffentliche Hand für die Kosten verantwortlich. Sie regeln, wieviel Geld für das System "Verlehrsüberachung" ausgegeben werden. Einmal für den Einsatz, die Verwaltung und letztendlich Durchsetzung ihrer Forderung.

MountainBiker am 12 Mai 2019 09:36:32

Hallo,

woraus die Geschwindigkeit und andere Parameter gezogen werden


Du erwartest also, dass die Hersteller der Meßeinrichtungen ihren Quelltext und Verarbeitungsprozess offenlegen?

Der Nachweiß der Kalibrierung und das Protokoll laut PTA Braunschweig ist ausreichend! Was Dich bestenfalls erwartet sind eine GPS Koordinate, ein Geschwindigkeitswert, Daum mit Uhrzeit und ein Kennzeichen mehr nicht!

dieter2 am 12 Mai 2019 09:51:26

Tinduck hat geschrieben:Wir reden hier immer noch von einer Einspruchsmöglichkeit gegen eine Ordnungswidrigkeit, also juristisch gesehen Hühnerkacke.


Für den wo es unter Umständen um die Existenz geht der sieht das wahrscheinlich anders.
1 kmh entscheidet über ein Punkt oder nicht.
Und dieser Punkt kann eventuell den Schein kosten.

"Jeden fünften Fall, den wir annehmen, gewinnen wir", sagt ein Anwalt der sich damit befasst.

MountainBiker am 12 Mai 2019 10:04:53

Hallo,

1 kmh entscheidet über ein Punkt oder nicht.
Und dieser Punkt kann eventuell den Schein kosten.


Der Führerschein wird Ihm nicht wegen einem Punkt entzogen sondern wegen den 7 Punkten zuvor:

Punkte Maßnahme
4 bis 5 Ermahnung
6 bis 7 Verwarnung
ab 8 Entziehung

Außerdem kann er mit diversen Maßnahmen dem entgegenwirken:

Wer beim Stand von 1 bis 5 Punkten an einem Fahreignungsseminar freiwillig teilnimmt, bekommt 1 Punkt erlassen. Wer noch nach altem Recht (bis 01.05.2014) ein Aufbauseminar oder die verkehrspsychologische Schulung freiwillig absolviert hat, dessen Rabatt wird bei der Umstellung seiner alten Punkte berücksichtigt. Punkte durch freiwillige Seminarteilnahme können nur einmal in 5 Jahren abgebaut werden.

RETourer am 12 Mai 2019 10:09:26

MountainBiker hat geschrieben:Der Nachweiß der Kalibrierung und das Protokoll laut PTA Braunschweig ist ausreichend!


Das ist es leider nicht. Die Dinger werden geeicht und selbst der Deutsche Staat in Form der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) erkennt Eichscheine nicht als Kalibriernachweis an. Die Überwachung der Eichämter, der Eichbeamten und der Eichverfahren ist aus Sicht der DAkkS unzureichend. Aus diesem Grund müssen die Überwachungsorganisationen seit geraumer Zeit ihre Messgeräte kalibieren und eichen lassen, was auch extrem kostenintensiv ist.

MountainBiker am 12 Mai 2019 10:17:22

Hallo Daniela,

danke für die Information, d.h. die Meßgeräte werden von 2 Stellen unabhängig voneinander überprüft (1) Kalibrierung / (2) Eichung!

RichyG am 12 Mai 2019 11:07:53

MountainBiker hat geschrieben:Der Führerschein wird Ihm nicht wegen einem Punkt entzogen sondern wegen den 7 Punkten zuvor:

Punkte Maßnahme
4 bis 5 Ermahnung
6 bis 7 Verwarnung
ab 8 Entziehung

Kleiner, aber feiner Unterschied!!!!
:top: :daumen2:

RETourer am 12 Mai 2019 11:18:40

MountainBiker hat geschrieben:Hallo Daniela,

danke für die Information, d.h. die Meßgeräte werden von 2 Stellen unabhängig voneinander überprüft (1) Kalibrierung / (2) Eichung!


Ja, denn die Eichung ist gesetzlich vorgeschrieben, ansonsten könnte man die Eichung tatsächlich weglassen, da die Anforderungen der Kalibrierung deutlich höher sind.

Nur um ein Gefühl für den Irrsinn zu bekommen:
Die Flasche Prüfgas für Abgastester kostet geeicht 200 Euro, geeicht und kalibriert 1.000 Euro.

dieter2 am 12 Mai 2019 11:24:41

MountainBiker hat geschrieben:Hallo,



Der Führerschein wird Ihm nicht wegen einem Punkt entzogen sondern wegen den 7 Punkten zuvor:

Punkte Maßnahme
4 bis 5 Ermahnung
6 bis 7 Verwarnung
ab 8 Entziehung


Und das berechtigt ihn nicht gegen den Punkt anzugehen :!:

pipo am 12 Mai 2019 11:28:16

MountainBiker hat geschrieben:Der Führerschein wird Ihm nicht wegen einem Punkt entzogen sondern wegen den 7 Punkten zuvor:

Interpretationssache :D

Zäumen wir das Pferd andersherum auf:
Wenn ich 1 Km/h innerorts zu schnell bin ist der Führerschein zu recht weg :!:
Mir selbst vor 10 Jahren passiert: Rege Diskussion mit meiner Frau, 100m vor der Ortsausfahrt hatte ein Bauer auf einem orangefarbenes Schild Eier angeboten, ich habe im Augenwinkel gedacht, dass es das Ortsschild ist und gebe Gas. 70m vor dem Ortsschild stand der Blitzer. Meine Frau, mein Sohn und ich waren fest der Meinung, dass ich wenn überhaupt 25Km/h zu schnell war. Macht man nicht, ist mir auch nie wieder passiert.
Rechtsanwalt sagt, dass er nichts machen kann. Blitzer lt. Protokoll richtig aufgestellt, Gericht folgt immer der Argumentation der Behörde, wir haben nichts entlastendes in der Hand :roll: Hätten wir die Rohdaten gehabt und ich wäre tatsächlich 31km/h zu schnell gewesen, dann könnte ich das Thema für immer abschliessen. So lebe ich mit der Unsicherheit, dass ích zu Unrecht vier Wochen zu Fuss gehen musste.

pipo am 12 Mai 2019 11:35:57

RETourer hat geschrieben:Die Flasche Prüfgas für Abgastester kostet geeicht 200 Euro, geeicht und kalibriert 1.000 Euro.

Muss sich doch aber für die Kommunen lohnen :lach:
Hat Kassel nicht mehrere Millionen für neue Hightech Blitzer ausgegeben und sucht nun händeringend nach neuen Richtern um der Flut von Einsprüchen Herr zu werden?
Hat Kassel nicht das letzte große Blitzerprojekt in den Sand gesetzt und wird sogar massenhaft verklagt, weil es den zu unrecht Betroffenen das Bußgeld nicht zurück zahlen will? Ok der Werra-Meißner-Kreis ist auch nicht besser, aber in Zeit immer leerer Kassen könnte man doch mißtrauisch werden :wink:

Ich betone es gerne noch einmal: Verkehrsüberwachung tut Not, aber bitte nicht einseitig zu Lasten der Autofahrer.

MountainBiker am 12 Mai 2019 11:36:15

Hallo pipo,

tatsächlich 31km/h zu schnell gewesen


d.h. Du bist mit 81km/h an dieser Stelle (innerorts) "geblitzt" worden, obwohl 50km/h erlaubt waren?

Über was reden wir hier eigentlich?

Fragend!

Tinduck am 12 Mai 2019 11:40:16

Er kann angehen, gegen was er will. Aber er soll nicht rumheulen, dass der eine Punkt ungerecht ist und alle Massnahmen dieser Erde fordern, um irgendwo einen Hebel zu finden, den Punkt ungerechtfertigt oder nicht wieder loszuwerden. Er hatte schliesslich schon mindestens 7 Gelegenheiten bzw. Motivatoren, seine Punkte zu reduzieren - oder einfach mal vorschriftsmässig zu fahren. Und die alten Punkte werden mit Sicherheit nicht alle auf Fehlmessungen beruhen, die guten Flensburger Kunden zählen halt zu den Unbelehrbaren. Die aber am lautesten rumschreien und dann bei Punkt Nr. 8 beim Anwalt aufschlagen.

Dass irgendwelche findigen Verkehrsrechts-Paragraphenverbieger angeblich 4 von 5 ‚Kunden‘ raushauen, wird in den wenigsten Fällen an Fehlmessungen, sondern an Formalien liegen, die zwar einen Angriffspunkt für eine Einstellung des Verfahrens bieten, aber damit einen Temposünder vom Haken lassen. Völlig falsches Signal und gesellschaftlich höchst bedenklich.

Aber wie immer - der Anwalt bekommt sein Geld, auch wenn der Kunde Nr. 5 von 5 ist.

bis denn,

Uwe

bis denn,
äUwe

pipo am 12 Mai 2019 11:44:21

MountainBiker hat geschrieben:Über was reden wir hier eigentlich?

Die Frage habe ich bereits in meinem Posting beantwortet.
Keine Heldenleistung und Strafe muss sein, aber das objektive Gefühl meiner Mitfahrer und mir gehen noch immer von einer deutlich niedrigeren Geschwindigkeit aus.
Und worum geht es hier jetzt? Das ich vor Gericht keine Möglichkeit hatte das Gegenteil zu beweisen. Und daum geht es in diesem Verfahren.

Wer frei von Sünde ist werfe den ersten Stein. Hau rein MountainBiker :ja: :lach:

MountainBiker am 12 Mai 2019 11:57:08

objektive Gefühl meiner Mitfahrer und mir


Tachometer sind analoge/mechanische stark bedämpfte Anzeigeinstrumente, d.h. diese zeigen die Geschwindigkeit zwar an, aber mit einem großen zeitlichen Verzögerung (Daniela weiß das mit Sicherheit), ich schätze mal mit tau=0,2-0,5s. Das ist notwendig, das der Zeiger sonst zittern würde. Die Folge ist, dass ein 99% Wert erst nach mehr al 1s überhaupt für Dich sichtbar wird. Du beschleunigst und meinst, dass es nur 60km/h waren, aber die Wirklichkeit sieht anders aus!

Übrigens auch bei digitalen Anzeigen erfolgt eine Mittelung, damit die Ziffern nicht "springen"!

RETourer am 12 Mai 2019 12:01:36

Was hat das "sich gegen eine Anschudigung wehren" mit rumheulen zu tuen.

Wir leben in einem Rechtstaat. Hier muss mir das Vergehen zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Das heißt, es muss nachweisbar sein, wie man zu einem Messergebnis kommt. Das Messergebnis alleine sagt nicht viel aus zumal die Messergebnisse in den Bußgeldbescheiden falsch angegeben werden. Ein Messergebnis ist erst vollständig angegeben, wenn auch die Messunsicherheit und der K-Faktor, also die Wahrscheinlichkeit, mit der die Messunsicherheit belegt ist, angegeben wird.

1 Punkt kann auch Existenzbedrohend sein. Alle aaSoP/PI sind im Sachverständigenregister des KBA gelistet.
Schon der erste Punkt führt dazu, dass die Aufsichtsbehörde (hier in NRW die Bezirksregierung) darauf reagiert
und mir im Wiederhilungsfall meine Befugnisse abspricht, was dann einem Berufsverbot gleichkommt. Ich würde
dann meine Existenz verlieren.

Um keinen falschen Eindruck zu vermitteln: Ich habe in diesem Jahr seit 40 Jahren meine Fahrerlaubnis, seit 30 Jahren amtliche Befugnisse und in diesen 40 Jahren noch keinen einzigen Punkt "kassiert".

TomCamp am 12 Mai 2019 12:17:48

Ich glaube hier wird etwas verdreht.

Für einen Geschwindigkeitsverstoss in Höhe von 26-30 km/h erhält man 1 Monat Fahrverbot und nicht weil er bereits 7 Punkte besitzt.

So habe ich es verstanden.

Ingbilly am 12 Mai 2019 12:22:19

Ich nehme an, Du meinst
innerorts
außerhalb der Probezeit
PKW

--> Link

Dann ist es falsch, da gibt es ab 31 km/h drüber das Fahrverbot.
Ab 26 km/h drüber bekommt man das Fahrverbot, wenn man in den letzten 12 Monaten schon einmal ein Ticket kassiert hatte.

Gruß
Jürgen

TomCamp am 12 Mai 2019 12:24:38

Ja ist richtig über 30, konnte nicht mehr editieren, sorry aber ansonsten passt es und daher kommt ja der 1 km/h

hampshire am 12 Mai 2019 12:46:22

Immer Ärger mit dem "Videobeweis".

Ich habe verstanden, dass Pipo sicher sein will, dass die gemessene Geschwindigkeit stimmte und er daher eine ihm offen stehende Beweisführung zur Erhebung des Messwertes einfordert. Ein Toleranzabzug reicht ihm nicht. Prinzip-Sache.

Ich finde die Kopplung der Handhabung von Geschwindigkeitsmessungen an Chancengleichheit vor Gericht sehr weit hergeholt. Bin mal gespannt wie das Urteil ausfällt.

pipo am 12 Mai 2019 13:00:44

MountainBiker hat geschrieben:Die Folge ist, dass ein 99% Wert erst nach mehr al 1s überhaupt für Dich sichtbar wird. Du beschleunigst und meinst, dass es nur 60km/h waren, aber die Wirklichkeit sieht anders aus!

Der Tacho eines Kraftfahrzeuges ist aus Sicherheitsgründen so eingestellt, dass er ungfähr 4 Km/h mehr anzeigt. Welche Auswirkungen diese Info auf den von mir beschriebenen Fall hat, kannst Du ja gerne selbst ausrechnen.
In meinem Fall lag mir sogar ein allgemeines Gutachten des TÜV und des Fahrzeugherstellers Audi vor. Hat den Richter nicht beeindruckt.

Tinduck am 12 Mai 2019 13:07:41

Die Voreilung (‚zu viel anzeigen‘) gilt aber erst bei konstanter Geschwindigkeit, vorher greift die Glättung beim Beschleunigungsvorgang und arbeitet in die andere Richtung.

Nirgendwo steht geschrieben, dass der Tacho zu jeder Zeit die entsprechende Voreilung hat oder haben muss, das gilt immer bei konstanter Geschwindigkeit!

Früher mit den mechanischen Tachos war das noch anders, die haben verzögerungsfrei angezeigt. Schöne neue Welt....

Pipo, ich kann aber trotzdem nicht nachvollziehen, warum dir das schlaflose Nächte bereitet. Ob 1 km/h mehr oder weniger, eine doofe, selbstverschuldete Aktion war es doch so oder so? Manchmal baut man halt Mist, und wenn man dann erwischt wird, isses halt doof. Aufgeund irgendwelcher Spitzfindigkeiten da rauszukommen, ist zwar angenehm, macht den Fehler aber nicht ungeschehen!

bis denn,

Uwe

bis denn,

Uwe

pipo am 12 Mai 2019 13:14:52

Tinduck hat geschrieben:Die Voreilung (‚zu viel anzeigen‘) gilt aber erst bei konstanter Geschwindigkeit, vorher greift die Glättung beim Beschleunigungsvorgang und arbeitet in die andere Richtung.

Die schriftliche Stellungnahme des TÜV und von Audi hatten eine andere Aussage. Hier wurde im Beschleunigungsfall (ich wurde in einer einer Beschleunigungsphase geblitzt) von einer konstanten Mehranzeige der Geschwindigkeit gesprochen.

rkopka am 12 Mai 2019 14:19:53

RETourer hat geschrieben:Ja, denn die Eichung ist gesetzlich vorgeschrieben, ansonsten könnte man die Eichung tatsächlich weglassen, da die Anforderungen der Kalibrierung deutlich höher sind.

Was macht denn die Kalibrierung mehr/anders ? Und wo steht da die rechtliche Sicherheit dahinter ?
Ich kenne das aus dem Studium und auch im Job immer nur andersherum. Wir können unsere Meßgeräte selber kalibrieren mit einer entsprechenden Meßapparatur. Eichen aber sicher nicht. Falls die Geräte überhaupt eichfähig sind.

RK

RETourer am 12 Mai 2019 14:36:00

rkopka hat geschrieben:Was macht denn die Kalibrierung mehr/anders ? Und wo steht da die rechtliche Sicherheit dahinter ?
Ich kenne das aus dem Studium und auch im Job immer nur andersherum. Wir können unsere Meßgeräte selber kalibrieren mit einer entsprechenden Meßapparatur. Eichen aber sicher nicht. Falls die Geräte überhaupt eichfähig sind.

RK


Kalibrierungen werden durch akkreditierte Kalibrierlabore durchgeführt, die einer regelmäßigen Überwachung (Jährliche Audits, alle 5 Jahre eine Reakkreditierung) unterliegen. Interne Kalibrierungen sind nur zulässig, wenn die Überwachungsorganisation als Inspektionsstelle akkreditiert ist und die interne Kalibrierung Bestandteil der Akkreditierung war.

Micha1958 am 12 Mai 2019 14:56:45

Ihr vergesst aber nicht dass eine Kalibrierung auch wieder Unsicherheiten aufweist da ein Messgerät im Gebrauch normalerweise wegdriftet.
Daher müsste eine Kalibrierung vor jeder Messung wiederholt werden.

Ich finds merkwürdig dass man seine eigene gefühlte Geschwindigkeit einer Messung höherwertet.
Sei es drum.
Meine Meinung: im Prinzip richtig, am Leben jedoch vorbei.

OT: pipos sonstige Beiträge schätze ich trotzdem ungemein.

Gruß Micha

andwein am 12 Mai 2019 18:29:17

pipo hat geschrieben: aber das objektive Gefühl meiner Mitfahrer und mir gehen noch immer von einer deutlich niedrigeren Geschwindigkeit aus.

Alo jetzt bitte "objektive Gefühle gibt es nicht" Ich verstehe wenn sich jemand aufregt, das Leben ist aufregend, aber es ist nicht objektiv, genausowenig wie deine oder meine Gefühle. Eine Radarmessung kann falsch sein, aber sie ist objektiv!
Sorry für den Deutschkurs, Gruß Andreas

andwein am 12 Mai 2019 18:35:11

rkopka hat geschrieben: Wir können unsere Meßgeräte selber kalibrieren mit einer entsprechenden Meßapparatur. Eichen aber sicher nicht. Falls die Geräte überhaupt eichfähig sind.RK

Die Eichung und die dazugehörige Gesetzgebung ist noch aus dem Zeitalter mechanischer Waagen. an denen gab es nichts zu kalibrieren, entweder das Gewicht war z.B. 1 kg oder es war falsch.
Kalibrierung, Berücksichtigung von Temperatureinflüsse oder elektrische Einflussgrößen kamen erst später, berücksichtigen diese Faktoren und sind deshalb präziser. Das Eichgesetz wurde nicht abgeschafft und für die Kalibrierung gibt es nur Normen, aber kein direktes Gesetz.
So ist es halt, Gruß Andreas

pipo am 12 Mai 2019 18:42:53

andwein hat geschrieben:Alo jetzt bitte "objektive Gefühle gibt es nicht"

Unglücklich formuliert. Ich berichtige in objetives Empfinden.
Was hat Dein Einwurf nun mit den eigentlichen Thema zu tun?

johann99 am 12 Mai 2019 19:00:45

Hallo!

Melde mich auch nochmal mit folgendem Aspekt: in der Juristerei gibt es natürlich Rechtsprechung der Höchstgerichte, die für immer oder lange Zeit gilt, bis jemand auf was Neues draufkommt oder sich rechtliche Rahmenbedingungen ändern - das ist völlig natürlich, weil das Rechtswesen ja auch unser Zusammenleben widerspiegelt.
Neben der Judikatur gibt es auch die Lehre und viele Autoren, die entweder die herrschende Lehre oder die Judikatur argumentativ angreifen, um eine Änderung herbeizuführen - auch das ist völlig legitim.
Ein Wertmaßstab für Juristen - auch solche in Höchstgerichten - ist Anzahl und Akzeptanz von eigenen Veröffentlichungen. Das führt naturgemäß dazu, dass oft kontroverse, bisher nicht beachtete oder ernst genommene Sachverhalte in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt werden. Letztlich führen erfolgreiche Angriffe auf Überkommenes zu einem Prestigegewinn für den jeweiligen Autor.
So werden halt dann auch Sachverhalte wie der hier aufgezeigte angezogen und führen vielleicht zu einer Änderung der Sichtweise.

Ich bin beim Themenersteller in der Ablehnung, Kostenfragen oder Aufwand über Rechte von Menschen zu stellen. Ob das aber hier tatsächlich der Fall ist, bezweifle ich heftig. Die Geräte sind geeicht, kalibriert und zeigen einen Wert an. Kein Polizist wird einen Autofahrer strafen, der etwa in der 50er Zone mit 53 gemessen wird, dagegen gibts ja auch die Eichfehlergrenzen, auch bei 60 denke ich, wird "sogar" in Deutschland noch niemand ein Ohrwaschel rühren, wie man bei uns sagt.

Ab dann wirds aber interessant - und da zeigt der hauseigene Tacho schon mindestens 63 bis 65 an.

Und dann daher zu kommen, und fehlende Nachvollziehbarkeit geltend zu machen, halte ich schon für etwas sehr überzogen.

Just my 2 cents

LG

dieter2 am 12 Mai 2019 19:16:54

Ich denke das es nicht an der Genauigkeit der Geräte mangelt,es wird eher an der Installation liegen.

Meßfehler durch falsche Position der Radarwagen.
Das scheint mehr zu passieren wie man glaubt.
Wenn man googelt kommt genug zutage.
Experten schätzen 10 bis 20 % der Bußgelder sind angreifbar.

goldfinger am 12 Mai 2019 21:13:26

Wie wäre es, wenn jedes Fahrzeug mit einem GPS-Sender ausgestattet wird. Auf diese Weise könnte die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs sehr genau gemessen werden und es ist auch klar wie schnell dort, wo das Fahrzeug sich gerade befindet, gefahren werden darf. Bei einem Verstoß gibt der Sender ein akustisches Signal für den Fahrer ab und 1 Sekunde später hat man den Bußgeldbescheid auf dem Smartphone. Der gesamte Fahrtverlauf wird gespeichert. Im nächsten Schritt schreibt das GPS dem Fahrzeug die maximale Geschwindigkeit vor.

Wenn ich im Ausland unterwegs bin, ist mein Navi so eingestellt, dass bei geringster Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit ein Signal ertönt. (Nur weil es dort immer so teuer ist :D ) Obwohl ich mich nicht als notorischen Zuschnellfahrer bezeichnen würde, bimmelt das Navi geschätzt 10 mal auf 100km. Wir fahren selten Etappen von mehr als 300km pro Tag, also mit 20-30 Tickets pro Tag würden wir vermutlich hinkommen. Das wäre vielleicht gerecht, aber will das jemand?

Mit dem eingebauten GPS-Sender könnte man auch die zukünftige Straßenmaut ganz gerecht abrechnen über die gefahrenen Autobahn-Kilometer. Fahrerflucht wäre auch kein Thema mehr, da längst gespeichert ist wo man sich zum Zeitpunkt des Unfalls befunden hat. Auch Autodiebstähle würden zurückgehen. Bei so vielen Vorteilen, wer will da noch nein sagen?


Andreas

dieter2 am 12 Mai 2019 21:54:46

goldfinger hat geschrieben: Bei so vielen Vorteilen, wer will da noch nein sagen?


Andreas


...keiner, wenn es geht noch mit Gesichtserkennung, wie in China 8)

tztz2000 am 12 Mai 2019 23:03:09

dieter2 hat geschrieben:...keiner, wenn es geht noch mit Gesichtserkennung, wie in China 8)

Wenn man das Ganze auf die Spitze treiben will, dann wird das eines Tages kommen.

Seien wir doch mal ehrlich zu uns selbst. Wie oft übertreten wir das Geschwindigkeitslimit und wie oft werden wir dabei erwischt?

Wenn ich an meine berufliche Tätigkeit zurückblicke, dann habe ich im Schnitt 2 - 3 Bussen pro Jahr bei 40 - 50k km p.a. erhalten. Das sind geschätzte max. 1 % meiner Übertretungen. Und da soll ich ein Fass aufmachen, weil eine Messung vielleicht nicht korrekt protokolliert oder sonst was ist? Nö, da ist mir meine Zeit zu schade. Ich habe meine 2 - 3 Bussen ohne Murren bezahlt und mich gefreut, dass man mich bei den vielen anderen Situationen nicht erwischt hat.

Diese Erbsenzählerei Einzelner setzt eine endlose Spirale des Aufrüstens auf beiden Seiten in Gang. Und hinterher leiden alle darunter, weil wir auf chinesische Verhältnisse zusteuern.

babenhausen am 13 Mai 2019 06:26:50

goldfinger hat geschrieben:Wie wäre es, wenn jedes Fahrzeug mit einem GPS-Sender ausgestattet wird. Auf diese Weise könnte die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs sehr genau gemessen werden und es ist auch klar wie schnell dort, wo das Fahrzeug sich gerade befindet, gefahren werden darf. Der gesamte Fahrtverlauf wird gespeichert.
Andreas

Im Prinzip wird diese Technik schon genutzt im LKW mit dem Digitalen Tacho und der Fahrerkarte,inzwischen werden diese Gräte schon mit Fernauslesung für die BAG ausgeliefert. Dort sind Daten per Funk abrufbar wie Lenkzeit ,Name des Fahres,gefahrene Geschwindikeiten etc. dazu kommt dann noch das Mautgerät welches Metergenau per GPS die Maut mit TC abrechnet. Bisher sind das einzelne Geräte nicht miteinander Verknüpft aber genau die Verknüpfung braucht es nur noch um obige Idee zu vervollständigen . Dann weiß der Gesetzgeber wer wann wo auch nur eine weiße Linie mit dem Reifen berührt hat,die Parkzeit überzogen oder eine Stoppstelle nicht beachtet hat.
Ist das Punktekonto voll oder das Parkticket nicht bezahlt springt der Motor nicht mehr an :evil: :lol:

babenhausen am 13 Mai 2019 06:36:30

Hier mal eine Beschreibung was so geht mit der Technik

--> Link

Noch ist jedoch nicht jede mögliche Anwendung erlaubt

siggitim am 13 Mai 2019 06:44:35

Thomas,
schade, dass ich Dir kein Plus geben kann, dafür hier +++

Leberkas am 13 Mai 2019 10:41:48

Wie ich schon oben mal geschrieben habe, die Strafen bei uns sind lächerlich. Hier mal ein Beispiel dazu --> Link. So ein Typ würde bei mir mindestens 2 Jahre zu Fuß gehen und sein Auto wäre weg. Aber solange daran nichts geändert wird werden wir immer Raser haben, denen das Leben und die Gesundheit Anderer egal ist.

cbra am 13 Mai 2019 14:51:46

Leberkas hat geschrieben:.... So ein Typ würde bei mir mindestens 2 Jahre zu Fuß gehen und sein Auto wäre weg.


naja - gut dass es nicht nach deinem oder meinem gefühl geht

Leberkas hat geschrieben: Aber solange daran nichts geändert wird werden wir immer Raser haben, denen das Leben und die Gesundheit Anderer egal ist.


warum wird eigentlich immer auf raser hingehaut? ich seh v.a. alk am steuer als ein riesenproblem, aber auch notorisches linksfahren, ignorieren von überholverboten, tel ohne freisprechen etc.

RichyG am 13 Mai 2019 14:58:06

cbra hat geschrieben:warum wird eigentlich immer auf raser hingehaut?

Vielleicht weil nirgendwo anders Agression so deutlich zu sopüren ist?
Und Alkohol geht halt oft auch einher mit nicht angepaßter Fahrweise und zu hoher Geschwindigkeit.
Aber es geht ja hier schließlich nicht um Alkohol, Telefon und Überholverbot, sondern um Geschwindigkeit. Vielleicht ist dshalb vor allem dieses Thema hier vorherrschend :wink:

johann99 am 13 Mai 2019 15:00:49

cbra hat geschrieben:
warum wird eigentlich immer auf raser hingehaut? ich seh v.a. alk am steuer als ein riesenproblem, aber auch notorisches linksfahren, ignorieren von überholverboten, tel ohne freisprechen etc.


Hallo!

Also ich will das Problem Alkohol am Steuer und Deine anderen Punkte keinesfalls klein reden, aber Unfälle mit schweren Folgen sind zu 99 % auf nicht angepasste oder zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen. Deshalb ist es wichtig, diesem Thema entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken ...

LG

babenhausen am 13 Mai 2019 15:07:12

und wenn schon beim Aufzählen sind, die Drogen nicht vergessen,
Drogen laufen dem Alk gerade den Rang ab.
Sicher nicht bei dem Wohnmobilfahrern .Da liest man immer nur von Wein und Bierproben/Feste nie von Einkaufstouren nach Holland :lach:

pipo am 13 Mai 2019 15:18:42

Ja so ist es immer :roll:
Erst wird noch sachlich Diskutiert, dann wird es persönlich und zuletzt wird der Tröd von den Frozzelern zerpflückt.

Wolfgang / Daniela, es ist alles gesagt, mach dat Dingen zu.. :roll:

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