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Startpunkt Wittenberg


Albrecht0803 am 28 Mai 2019 03:26:03

Heute geht es los in Richtung Osten. Geplant sind 14 Tage. Fest steht nur das erste Ziel, Wittenberg, natürlich mit der berühmten Kirchentür.

Verbinde es mit der Besichtigung und evtl. Kauf eines richtigen Männerspielzeugs. Fotos im Falle eines erfolgreichen Abschlusses sind versprochen. Mehr im Moment nicht dazu.

Von Wittenberg aus je nach Lust, Laune, Wetter zu weiteren Zielen, evtl. Potsdam, oder auch weiter nach Süden. Vorschläge sind gerne willkommen.

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

frankjasper8 am 28 Mai 2019 21:01:13

Moin Albrecht,

vielleicht findest Du hier --> Link in meinem Reisebericht ja ein paar Anregungen. :)
Auch möglich wäre ein Route in Richtung Spreewald. Auch hier ein Bericht zu meiner Tour: --> Link

Viel Spaß und gute Reise! :)

pipo am 29 Mai 2019 09:24:19

Albrecht0803 hat geschrieben: Fest steht nur das erste Ziel, Wittenberg, natürlich mit der berühmten Kirchentür.

Wittenberg hat sich im Lutherjahr noch einmal richtig rausgeputzt. Tolle Stadt. Leider kann ch mich nur noch an das Brauhaus erinnern: --> Link :mrgreen:

Albrecht0803 am 01 Jun 2019 10:05:43

Danke Frank und Pipo.

Hier ein paar Fotos von Wittenberg: Gottesdienst im Freien im Hof der Schlosskirche an Himmelfahrt.

Dann die Malschule des märchenhaft reichen Cranach.

Und ein Blick in den Innenhof des Lutherhauses.

Wir hatten eine Privatführung von einem sehr netten Wittenberger, der wirklich alles über seine Stadt kennt. Wittenberg ist phantastisch wiederhergestellt worden.

Momentan haben wir die Nacht am Rande von Dessau verbracht. Mal sehen, wohin es uns weiterhin verschlägt. Evtl. Potsdam?


Leider klappt es mit den Bildern nicht. Zu groß oder zu klein oder falsches Format. Muß mal sehen was sich machen lässt. Waren Snapshots aus Osmo-Pocket-Videodateien.

Albrecht0803 am 01 Jun 2019 10:27:02

Schlosskirche


Malschule


Lutherhaus

Lagerfeld am 01 Jun 2019 20:28:59

Ist das die Kirche, an der Luther seine Prothesen angenagelt hat? Sind die da noch zu sehen?
Gruß vom Karl L.

Julia10 am 01 Jun 2019 21:38:31

Jau, die Protesen hängen da noch" lach"

Lagerfeld am 01 Jun 2019 21:59:52

Danke. Ich war da mal, direkt am Wasser gab's nen schönen SP.

Albrecht0803 am 02 Jun 2019 05:44:23

Ein kleines Stück weiter nach Osten, Nähe Jessen.

Viel Sand, Kiefernwälder, trockener Wind, der in den Bäumen rauscht. Menschenleere Weite, unglaublich, daß man so etwas noch findet.

Wir bleiben einen Tag und über Nacht am Rande einer Lichtung. Freistehen vom Feinsten.

Julia10 am 02 Jun 2019 08:21:23

Schön ist's in den neuen Bundesländern. Fahr in die Uckermark, Oderbruch usw, dort wierd's noch einsamer. Natur pur findest Du dort. Hin und wieder kommt mal ein Fahrzeug vorbei. Hunde in Katzen sonnen sich auf der Dorf Strasse.

Albrecht0803 am 02 Jun 2019 10:17:14

Ein Eindruck von der Gegend, das Foto wird der Szenerie aber kaum gerecht.


Lagerfeld am 02 Jun 2019 15:01:30

Eine sehr schöne Adresse ist auch Altwarp, mit einem noch schöneren SP: --> Link
Direkt am Stettiner Haff. Man kann da auch Bootstouren machen, auch nach Neuwarp = Nowy warp auf polnisch.
Gruß vom Karl L.

Albrecht0803 am 03 Jun 2019 12:50:39

Den gestrigen sehr heißen Tag konnten wir auf einem Waldparkplatz im lichten Schatten von Kiefern überstehen. Der Parkplatz war komplett leer, Waldboden, in der Nähe des Körbaer Sees. Einfach traumhaft zum Ausruhen.

Wegen der Hitze (34°) möglichst jede Bewegung vermeiden....

Die Nacht ein paar Kilometer weiter im Schutz einer restaurierten Windmühle:





Heute Morgen ging es weiter in Richtung Lübben und Lübbenau, Spreewald. Die Gegend ist leider touristisch schon völlig mit dem üblichen Kitsch verdorben. Imbissbuden, reglementierte Parkplätze mit Kassierern und Parkplatz-Zuweisung, die unvermeidlichen Spreekähne in ausreichender Menge um auch größere Bustouristenmengen zu bewältigen und und und...

Die überwiegend stehenden Gewässer sind zudem eine ideale Brutstätte für stechende Insekten aller Art! Kurz, genug Gründe, die Flucht zu ergreifen.

Da es für heute noch heißer angesagt ist als gestern, haben wir die brandenburgischen Sand- und Kiefernlandschaft nochmal angesteuert, diesmal am Ufer des Gräbendorfer Sees.

Eine traumhafte Stelle im Schatten der Bäume gefunden, zum Picknicken, Dösen, und über den See blicken. Eine gelegentliche Windbö vom See her läßt die Hitze erträglich sein. Auch dem Hund scheint es zu gefallen, er lässt sich faul über meinen Füssen zur Seite sinken. Alles gut!



Lagerfeld am 03 Jun 2019 15:54:51

Albrecht0803 hat geschrieben: . . . Die Gegend ist leider touristisch schon völlig mit dem üblichen Kitsch verdorben. Imbissbuden, reglementierte Parkplätze mit Kassierern und Parkplatz-Zuweisung, die unvermeidlichen Spreekähne in ausreichender Menge um auch größere Bustouristenmengen zu bewältigen ...

Ja, Albrecht hast Du etwas anderes erwartet? - Diese Gegend ist industrielles Niemandsland, da passiert nix weiter - u. die Kohle wird doch auch bald zu Ende sein.
Der Tourismus, incl. der Spreewaldkähne, der Busladungen voller Touris, der Imbißbuden, sicher gibts auch die SPREEWÄLDER GURKEN in Hülle & Fülle, das ist nun mal so, wenn man in eine solche Gegend sich begibt.-
Hatte Dir doch empfohlen, mal nach Nordosten zu gehen: Altwarp / Ueckermünde / Swinemünde im heutigen Polen, da ist die Welt noch i.O.
Gruß vom Karl L.

Albrecht0803 am 04 Jun 2019 15:07:43

Moin Karl,

weiß Deine Empfehlung schon zu schätzen. Den Norden hatte ich vor ein paar Jahren schonmal durchstreift, deshalb die Neugier auf das noch nicht gesehene. Bin letztlich nicht enttäuscht, die Dinge sind eben wie sie sind vor Ort und wir nehmen sie mit freundlicher Distanz wahr...

Letzte Nacht war ungewollt ereignisreich. Wir sind unverhofft nach Neuseeland geraten. Das heißt hier wirklich so im Südosten Brandenburgs. Grund sind die ausgebeuteten Braunkohletagebaue, die teilweise zu neuen Seenlandschaften „umnaturiert“ werden. In der Nähe des kleinen Ortes Lieske zeigte Park4Night eine Parkmöglichkeit zwischen zwei solchen Seen an, mit der Beschreibung absoluter Ruhe. Das sollte unser Platz für die Nacht werden.

Die Stelle war trotz der Einsamkeit leicht zu finden und tatsächlich traumhaft schön. Leider ließ ich mich dazu hinreißen, noch ein kleines Stück Feldweg hinter die nächste große Kiefer erreichen zu wollen. Das war allerdings so sandig (trotz erkennbarer Reifenspuren), daß sich ein Vorderrad festfuhr. Versuche mit Freischaufeln, Zweigen und Anti-Rutschmatten schlugen allesamt fehl und bevor man bis zur Achse feststeckt dachte ich dann doch lieber an die ADAC-Mitgliedschaft...

Nach Schilderung der Situation kam zunächst die Warnung, daß man solcherart Pannenhilfe selbst bezahlen müsse. Ja, schon, ich brauche trotzdem Hilfe, was die Dame vom ADAC scheinbar etwas verwunderte. Schwieriger wurde es dann, den Ort des Mißgeschicks zu beschreiben. „Geben Sie mir die Postleitzahl des Ortes!“. Tja, welcher Ort? Hier ist keiner. Schließlich einigten wir uns auf Lieske, von dort von der Liesker Dorfstrasse nach Süden in die Wallachei abbiegen und fahren bis ich mich am Straßenrand bemerkbar mache.

Tatsächlich rief mich schon eine Viertelstunde später ein Abschleppunternehmen an. „sie stehen doch an der Liesker Dorfstrasse 6, was für eine Panne haben Sie, sollen wir Sie in eine Werkstatt schleppen?“ Und: „Sie sind Selbstzahler, das kostet 200€ pro Stunde, An- und Abfahrt sind zu bezahlen“.

„Ja, schon gut, woher kommen Sie denn, wie lange wird die Anfahrt dauern?“ Da druckste er erstmal rum und kam wieder auf Liesker Dorfstrasse 6 zu sprechen.

Nach längerer Diskussion schien er begriffen zu haben, dass wir im Sand feststecken und uns nicht auf der Liesker Dorfstrasse 6 befinden. Den guten Eindruck untermauerte er noch, indem er die Koordinaten des Pannenorts getreulich notierte. Auf die Frage, wann wir mit Hilfe rechnen können, wurde ca. eine dreiviertel Stunde genannt.

Schon eineinhalb Stunden später, die Dämmerung hatte grade eingesetzt, klingelte das Telefon erneut und wieder ein anderer Herr wollte erfahren, ob wir wirklich auf der Liesker Dorfstrasse 6 im Sand feststeckten. Er sässe schon im Fahrzeug und wollte jetzt dorthin aufbrechen. Ach ja, er hätte den Auftrag grade erst erhalten, und im Übrigen kostet es als Selbstzahler 150 Euro pro Stunde, Anfahrt und Abfahrt müssen bezahlt werden...

Von den Koordinaten, Wegbeschreibungen und den Preisen seines Auftraggebers schien er nichts zu wissen. Immerhin wurde die Angelegenheit allmählich billiger und die Zusage, in einer halben Stunde da zu sein, machte ihn mir schon direkt sympathischer.

Tatsächlich kam er pünktlich eine halbe Stunde später um die Ecke. Ein kräftiger Kerl, mit zum Zopf geflochtenen Kinnbart sah er schon ein wenig zum Fürchten aus. Wir besichtigten die Örtlichkeiten und teilten die Befürchtung, dass die Gefahr besteht, sich mit seinem Abschleppwagen ebenfalls festzufahren. Die Länge seiner Seilwinde war mit 15m auch nicht ausreichend.

Nach längeren Grabungen mit der mitgebrachten Schaufel wollte er versuchen, unseren Kasten aus eigener Kraft wieder aufs Feste zu bugsieren. Ich war skeptisch, indes zu Unrecht. Als ein wahrer Künstler seines Fachs, setzte er den Wagen durch zentimeterweises Freischaukeln tatsächlich in Bewegung und befreite ihn auf diese Weise aus dem Treibsand. Inzwischen war die Dunkelheit hereingebrochen.

Um 260 Euro sowie Trinkgeld für den Retter erleichtert, blieben wir die Nacht auf dem Platz, der genau der Park4Night-Beschreibung entsprach. Außer Kuckuck, Enten und anderem fliegenden Getier war nichts zu hören und war es mal wieder unglaublich schön.

Aktuell erlebt man die bisher heißesten Tage des Jahres. Wir werden einen Abstecher nach Polen machen, die Karte zeigt ein waldreiches Gebiet mit hoffentlich viel Schatten an.

Albrecht0803 am 06 Jun 2019 14:50:48

Polen war an diesem Übergang fahrwerksmordend. Ein konsequent katholisches Land, mit geschmückten Kruzifixen allüberall:



Da frisches Wasser fällig war, haben wir die Nacht in der Nähe von Bad Muskau auf einem kleinen Campingplatz mit 6 Plätzen verbracht. Außer uns war keiner da. Fast so gut wie Freistehen.

Wegen der unglaublichen Hitze dann den nächsten Tag mehr fahrend verbracht. Klimaanlagen sind schon eine segensreiche Erfindung. Auf Nebenstraßen, deren Pflastersteine gewiß alle schon von Baron Innstettens treuem Roß getreten wurden weiter nach Norden in die Oder-Niederungen vorgestoßen. In der Nähe von Golzow an einem alten Oderarm wieder einen perfekt einsamen Platz direkt am Wasser gefunden und über Nacht geblieben:



Heute weiter Richtung Norden, Ueckermünde und Umgebung. Es sind Gewitter angesagt, allerdings bis jetzt (15:00) noch keine Spur davon.

Lagerfeld am 06 Jun 2019 17:26:36

Moin, Albrecht, was Du mit dem ADAC erlebt hast, hatte ich auch ganz genau so vor paar Jahren, irgendwo in Mac/Pom. Das Wichtigste für die Dame am Tel. war, zu sagen, daß man es selbst zahlen müsse, sie sandte aber einen Abschlepper, der mich rückwärts mit der verwinkelten Seilwinde herauszog - glücklicherweise war es etwas billiger als bei Dir.

Welchen Grenzübergang nach PL nahmst Du denn? Der in Bad Muskau heißt auf poln. Seite LEKNICA, wobei das L einen Schrägbalken hat, genau wie das L in der Mitte des Wortes Wroclaw = Breslau. - Vielleicht hast Du aber auch den Übergang PRZEWOZ genommen? Ehrlich gesagt, ich habe in meinem gesamten Leben noch keinen
" fahrwerksmordenen " Grenzübergang nach PL gesehen! Und ich fahre seit 1975 nach Polen, aus allen Himmelsrichtungen kenne ich [fast] alle Übergänge, auch die von der Ukraine.
Oder bist Du viell. über die Autobahn bei Forst / L. gefahren, da heißt der Übergang auf poln. Olszyna.

Wie geht Deine Geschichte weiter? Ist Dein Kasten ein PÖSSL? Wenn ja, die D-Line oder die H-Line? Und warum hast Du Citroen als Unterbau u. nicht den DUC genommen? Viele Fragen hat Dein Karl L., aber auch viele Grüße an die Oder-Neiße-Friedensgrenze . . .

Albrecht0803 am 06 Jun 2019 17:45:55

Ja, bin auf der A15 südl. Forst über die Grenze gefahren. Das erste Stück Autobahn in östlicher Richtung ist wirklich eine Wellenpiste bis zur ersten Ausfahrt, die wir dann genommen haben. In der Gegenrichtung scheint es in Ordnung zu sein.

Wir sind dann Landstrassen nach Süden gefahren und in Bad Muskau wieder nach D zurück.

Einen weiteren Abstecher nach PL haben wir in Eisenhüttenstadt gemacht. Da waren die Straßen bestens.

Lagerfeld am 06 Jun 2019 17:58:51

Albrecht, ich hoffe, Du hast Dich auf der poln. Autobahn nicht erwischen lassen - die kostet Maut. - In Bad Mauskau bist Du sicher über die Brücke nach DE gefahren, waren da noch die Riesen-Märkte? Nannte man damals Manhatten Süd.
Alles Gute weiterhin wünscht Karl L.

Albrecht0803 am 08 Jun 2019 22:12:11

Hallo Karl,

das mit der Maut wußte ich nicht. Ist aber erstmal nichts passiert... und es war auch nur ein kurzes Stück zwischen Grenze und erster Ausfahrt dort.

Ja, in Bad Muskau waren jede Menge marktähnlicher Aufbauten, von Zigaretten bis hölzernen Buddhas scheint es dort alles zu geben.

Wir sind heute wieder nach Hause gekommen von einer insgesamt traumhaft schönen Reise. Wegen des heißen Wetters weniger Kulturprogramm, dafür mehr Frischluft, Schatten, Freiheit. Die Landschaften der neuen Bundesländer sind wirklich schön. Vielleicht nicht spektakulär, aber dafür zugänglich, so daß jeder seine private Ecke finden kann.

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