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Welche Shuntgröße ist notwendig


womo-2 am 29 Mai 2019 09:33:24

Hallo,
ich habe Fragen an die Elektrospezialisten.

ich plane einen Batteriecomputer einbauen zu lassen. Unsicher bin ich in der Größe des Shunts. 200A oder 400A.

Ein Wechselrichter mit 1700W Dauer- und 2100W ist im Einsatz. Stromaufnahme bei Nennleistung 165A, bei Überlast 200A.
Ansonsten Kleinverbraucher (TV, Licht).

Frage: Ist der kleinere Shunt genauer in der Anzeige?
Frage: Welche Größe ist notwendig?

Danke für Euere Hilfe!


Bodimobil am 29 Mai 2019 09:39:13

Das Thema hatten wir gerade erst.
--> Link

In deinem Fall würde sogar der 100er reichen.

Gruß Andreas

Tinduck am 29 Mai 2019 09:59:48

... oder Du kaufst dir nen BlueBattery, dann ist kein extra Shunt notendig, weil der schon integriert ist. Anzeige der Daten dann über Handy oder Tablet.

bis denn,

Uwe

Anzeige vom Forum


HerrVorragend am 29 Mai 2019 11:16:52

...aber welchen Blue Battery?
Ich spiele auch mit dem Gedanken,frage mich jedoch, ob der integrierte 200er Shunt nicht zu unnötigen Ungenauigkeiten führt?!
Bei mir ebenfalls nur Kleinverbraucher und KEIN WR.

Gruß
Timo

Tinduck am 29 Mai 2019 11:50:21

Den gibts mit 100 A Shunt (der blaue) oder mit 200 A Shunt (der schwarze).

Ich hab den 100er drin, tut was er soll.

bis denn,

Uwe

schnecke0815 am 29 Mai 2019 12:17:32

Tja würde mich auch interessieren, habe jedoch einen WR mit bis zu 4000W.

womo-2 am 29 Mai 2019 15:29:06

Ich habe direkt bei Büttner nachgefragt.
Man hat mir dort für meine Konstellation der Geräte den 200A-Shunt empfohlen.

bigben24 am 29 Mai 2019 16:31:14

Da der Kostenunterschied gering ist würde ich Dir den 200A empfehlen, denn solltest Du mal auf die Idee kommen mal eine Kaffeemaschine mitzunehmen, z.B Senseo 1450W, dann zieht die schon mal 135A. Du hast einen 1700W Wechselrichter, warum willst Du Dich dann mit einem 100A Shunt "kastrieren" ;-)

knutschkugel am 29 Mai 2019 20:49:09

Tinduck hat geschrieben:... oder Du kaufst dir nen BlueBattery, dann ist kein extra Shunt notendig, weil der schon integriert ist. Anzeige der Daten dann über Handy oder Tablet.

bis denn,

Uwe

Ist das wirklich so?
Will mir auch den BlueBattery zulegen, aber brauche ich dann nicht trotzdem für die Batterien den Shunt für die Anzeige der Batterien....?

andwein am 30 Mai 2019 09:48:08

bigben24 hat geschrieben: Du hast einen 1700W Wechselrichter, warum willst Du Dich dann mit einem 100A Shunt "kastrieren"

Ein Shunt ist keine Sicherung und auch kein Strombegrenzer!. Fließen mal kurz das Doppelte über den Shunt wird er warm. Ein Shunt sollte so ausgelegt sein dass er dem normalen Lade/Entladestrom angepasst ist (60-70% Regel). Also Lade/Entladestrom ca. 50A = Shuntgröße ca 100A. Größer ausgelegte Shunts vergrößern auch die Ungenauigkeit bei kleinen Stömen, und diese überwiegen im Womo.
Gruß Andreas

Bodimobil am 30 Mai 2019 09:58:52

Wir benutzen den 100A Shunt und 1600W Föhn am 2000 W Wechselrichter ohne Probleme. Der darf 15 Minuten 150A und 7 Minuten 200A. Wer Brot im elektrischen Backofen backen will benötigt einen größeren Shunt. Für die allermeisten hier reicht der 100A Shunt mit der größeren Genauigkeit.
Gruß Andreas

Solarcomputer am 30 Mai 2019 14:35:46

Bei BlueBattery kommt kein Shunt Widerstand zur Strommessung zum Tragen, der Strom wird indirekt über das erzeugte Magnetfeld gemessen. Dabei wird ein moderner integrierter differentieller Sensor eingesetzt.

Die 100A und 200A Version unterscheiden sich in der Anzahl der Sensoren, bei der 200A Version werden 2x100A intern (anti-)parallel geschaltet, der Strom teilt sich dabei in beide Zweige. Die Sensorsignale werden dann getrennt digitalisiert und der gesamt Strom errechnet. Durch diese Anordnung ist kein Auflösungsverlust beim Digitalisieren in der 200A Version zu verzeichnen. Bei einem traditionellen Shunt gibt es dagegen nur 1 Signal, welches dann digitalisiert wird. Beispiel:

Digitalisierung mit 10-Bit entsprechen ca 1000 Stufen (es sind 1024, mit 1000 lässt es sich leichter veranschaulichen).

100A Shunt, Messbereich +-100A
Auflösung: 200A / 1000 Stufen = 0,2 A / Stufe

200A Shunt, Messbereich +-200A
Auflösung: 400A/ 1000 Stufen = 0,4 A / Stufe

Bei BlueBattery kommen 2 Wandler mit ca 4000 Stufen (effektiv) zum Einsatz:
100A Typ, Messbereich +-100A
Auflösung: 200A/ 4000 Stufen = 0,05 A / Stufe

200A Typ, Messbereich 2 x +-100A
Auflösung: 2 * 200A / 2 * 4000 Stufen = 0,05 A / Stufe

Somit ist bei BlueBattery im Vergleich zu einem Shunt kein Auflösungsverlust bei der höheren Stromstärke zu verzeichnen. Bei der Kaffeemaschine und Wechselrichter > 800W rate ich immer zu der 200A Version.

☀️Kai

rolfblock am 30 Mai 2019 19:23:50

Ein Shunt ist ein passiver Widerstand, oder?
Zwei gleiche Shunts parallel geschaltet haben zusammen den halben Widerstand.
Wie schaltet man zwei Shunts antiparallel?

Und nebenbei gefragt: Wozu ein extra Shunt, wenn doch die Anschlusskabel auch einen Widerstand haben. Diese Kabel kann man genauso gut als Shunt benutzen, die sind ja schon da.

rkopka am 30 Mai 2019 21:36:37

rolfblock hat geschrieben:Ein Shunt ist ein passiver Widerstand, oder?
Zwei gleiche Shunts parallel geschaltet haben zusammen den halben Widerstand.

Das Wort steht nicht da, aber es sind wohl Hall Sensoren. Dabei geht es nicht um den Spannungsabfall sondern um die magnetischen Felder durch den Strom.

Wie schaltet man zwei Shunts antiparallel?

Gar nicht. Aber die Hall Sensoren liefern ein Signal mit Vorzeichen. Wenn die Kurven in die beiden Richtungen abweichen oder einen (gleichen) Offset haben, dann gleicht sich das aus, wenn man die Sensoren antiparallel verwendet und die Signale getrennt verarbeitet und erst dann addiert.

Und nebenbei gefragt: Wozu ein extra Shunt, wenn doch die Anschlusskabel auch einen Widerstand haben. Diese Kabel kann man genauso gut als Shunt benutzen, die sind ja schon da.

Prinzipiell ja. Aber dann müßte man so ein Kabel auch kalibrieren, und das kann der Normalverbraucher nicht. Außerdem haben die Kabel einen Temperaturkoeffizienten, der nur schwer unter Kontrolle zu bringen wäre. D.h. ein Spezialist mit dem richtigen Equipment und vielen Testmessungen unter allen möglichen Bedingungen, dazu noch Temperatursensoren für das Kabel, dann hätte man vielleicht einen halbwegs genauen Wert. Oder man schraubt einfach das fertige, kalibrierte, dafür konstruierte Teil in die Leitung und mißt.
Wenn es nur um einen ungefähren Wert geht, dann kann man das mit dem Kabel machen.

RK

Lieblingswomo am 04 Jun 2019 11:32:44

Moin aus dem Norden,

bei 80% reicht bei Votronic z.B. der 100S Shunt vollkommen aus.
Oft wird übersehen, dass die Grundangabe von z.B. 100A immer die Dauerlast betrifft.
Der 100S von Votronic kann 15 Minuten lang 150 A und 7 Minuten lang sogar 450 A !!! durchlassen.

Sofern Batterie und Wechselrichter mitspielen, ist Fönen mit 2000W über 10 Minuten lang ohne weiteres möglich.

Ich habe mal das Datenblatt hochgeladen.

Den Votronic Batteriecomputer baue ich überwiegend ein, da er sehr ´Bedienerfreundlich ausgelegt ist und für die Masse, die eben nur schauen möchte was noch in der Batterie ist, ist er die erste Wahl.
App Auswertung ist mit Zusatzmodul auch möglich.

Alle Anderen, die die ein bisschen "Spielkram" brauchen und größere Einstellungen selber vornehmen möchten, greifen zu einem Victron BC.

VG
Marco

Tinduck am 04 Jun 2019 11:52:38

... oder zum BlueBattery, wie oben erwähnt. Es gibt noch eine Welt jenseits von Victron und Votronic.

bis denn,

Uwe

bigben24 am 04 Jun 2019 13:45:27

Lieblingswomo hat geschrieben:Moin aus dem Norden,

bei 80% reicht bei Votronic z.B. der 100S Shunt vollkommen aus.
Oft wird übersehen, dass die Grundangabe von z.B. 100A immer die Dauerlast betrifft.
Der 100S von Votronic kann 15 Minuten lang 150 A und 7 Minuten lang sogar 450 A !!! durchlassen.

[..........]
VG
Marco


Danke, wieder was gelernt.

HollandSued am 04 Jun 2019 16:01:10

Tinduck hat geschrieben:... .....ts von Victron u.....

bis denn,

Uwe




Da (BMV712 smart) ist man dann eh jenseits jeglicher Fragen, auf den "Normalbereich" bezogen: der "kleine" ist mit 500A shunt ausgestattet; wer dann noch mehr braucht kann zwischen 100A, 2000A und 6000A aussuchen :-)
Meßungenauigkeit hin oder her - den wollte ich einbauen und damit auch die 500A mit im Gepäck.

Der kriegt bei mir maximal um die 100A wenn die hydraulik auf Anschlag fährt. Also wenn dann der Fall eintrifft und man noch ne Kaffeemaschine über den WR betreibt ist man wohl auch mit 200A ganz gut unterwegs, oder?! (Sehr theoretisch betrachtet....)

Solarcomputer am 06 Jun 2019 19:36:17

Lieblingswomo hat geschrieben:Oft wird übersehen, dass die Grundangabe von z.B. 100A immer die Dauerlast betrifft.
Der 100S von Votronic kann 15 Minuten lang 150 A und 7 Minuten lang sogar 450 A !!! durchlassen.


Durchlassen ja, aber eben nicht mehr richtig Messen können. Sobald der Strom weit über den 100A Bereich herausgeht, kann der Strom nicht mehr richtig erfasst werden -> folglich weicht der Ladestand dann ab.

bigben24 hat geschrieben:... 2000A und 6000A aussuchen
Meßungenauigkeit hin oder her - den wollte ich einbauen und damit auch die 500A mit im Gepäck.

Messungenauigkeit bleibt dabei das Hauptproblem. Damit ist nicht gemeint, ob es nun 40 A oder 42 A Strom gemessen wird. Die meiste Zeit ist der Strom dicht bei 0 A herum, zB Ruhestrom von ca 0.1 A. Beispiel:

Ruhestrom nehmen wir mit 0.1 A an. Dann sind das pro Tag 24 Stunden x 0.1 = 2.4 Ah.
Nehmen wir weiterhin an, dass die Messung mit ca 1000 (10-bit) Stufen erfasst wird. Dann ist das bei einem 100A Shunt:
-100 A bis + 100A = 200 A
200 A / 1000 Stufen = 0.2 A
Damit kann ein Ruhestrom von 0.1 A nicht mehr genau erfasst werden. Die Ungenauigkeit steigt also auf 0.2 A * 24 Stunden = 4.8 Ah pro Tag.

Bei zB einem 500 A Shunt sind es schon -500 A bis +500 A = 1000 A.
1000A / 1000 Stufen = 1 A --> 24 Ah Abweichung (Drift) pro Tag möglich! Soweit ich weiss setzt Victron mehr Stufen ein, nehmen wir mal 4000 Stunden (12-bit) an, dann liegt die Abweichung dennoch bei bis zu 6 Ah pro Tag. Es gibt auch Elektronik, die noch mehr Stufen auflöst, jedoch wird das bei einem "passiven" Shunt mit einer langen (analogen) Leitung zwischen Shunt und Messwerumsetzung eine aufwendige (teure) Angelegenheit.

Daher auch die neuere Entwicklung hin zu intelligenteren Shunts, bei der die Messwertumsetzung dicht am Shunt geschieht. Bei BlueBattery zB ist das direkt mit 4000 Stufen pro 100 A.

Es geht nicht darum, ob jetzt der Strom bei 60 A so genau erfasst wird, wesentlich wichtiger ist die Auflösung bei 0 A herum, da die allermeiste Zeit der Batteriestrom in einem sehr kleinen Bereich ist und ein Messfehler sich gerade hier über die Tage dann aufsummiert. Wenn man also einen brauchbaren Ladestand von BC nach ein paar Tagen haben möchte, sollte man das beachten. Dabei geht es nicht um "Spielkram", sondern eben darum, ob ein Ergebnis auch nach ein paar Tagen noch aussagekräftig und damit akzeptabel ist. Es ist also gerade umgekehrt, was nützlich und Spielkram ist :wink:

☀️Kai

bigben24 am 07 Jun 2019 09:04:28

[at]solarcomputer, nett das Du mich erwähnst ;-), aber da ist Dir wohl der Kopierteufel verrutscht, das Zitat ist von HollandSued und nicht von mir ;-)

Gruß


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