1. Tag - Montag, 13.05.2019
Km-Stand zu Beginn: 102 976 - Km-Stand am Ende: 104 275 = ca . 1300 km

Auf der Autobahn das Übliche: viele Baustellen, viele LKW … Ich bin ansonsten die A 7 entlang gezuckelt (Hamburg, Hannover, Göttingen). Kurz hinter Göttingen fuhr ich ein kurzes Stück auf der A 38, die nach Halle und Leipzig führt, bog dann aber auf Landstraßen nach Eschwege und Bad Hersfeld ab (B 27). Man fährt bei Bad Hersfeld auf die A 4, die von Erfurt kommt, und ist beim Kirchheimer Dreieck wieder auf der A 7. Dann ging es bis Fulda und von dort noch einmal ca. 15 km nach Osten auf den SP Poppenhausen unterhalb der Wasserkuppe (6 € + 2 € Strom). Der Platz macht einen ruhigen und ordentlichen Eindruck.
Morgen nehmen wir die Wasserkuppe in Angriff.
2. Tag - Dienstag, 14.05.2019
Gegen 10 Uhr ging es los. Von Abtsroda führt die gut ausgebaute Straße direkt auf die Wasserkuppe und auf der anderen Seite wieder hinunter. Oben gibt es ein modernes Parkplatzgebiet, auch für Wohnmobile. Ich warf 2 € in den Automaten und hätte dann bis Mitternacht dort stehen dürfen.
Die erste Sehenswürdigkeit war der Flugplatz für Segelflieger.

Die Wasserkuppe rühmt sich, der Geburtsort des Segelflugs zu sein, und ist sozusagen der Nabel der Segelfliegerwelt. Die thermischen Verhältnisse scheinen extrem gut zu sein. Es herrschte auch ein reges Starten und Landen auf der kleinen Bahn unterhalb des Flugplatzgebäudes. Es wurde mit Winden und mit Schleppflugzeugen gestartet. Sehr interessant, dem Treiben zuzuschauen.

Anschließend fand ich die Touristeninformation gegenüber und bekam Pläne und Infos. Die Wasserkuppe wurde schon im ganzen 20. Jahrhundert genutzt, hauptsächlich fliegertechnisch.

Auf dem Gipfel steht das/die/der Random, eine gewaltige Kugel mit Aussichtsplattform, vermutlich zur Überwachung und Ausspähung der damaligen DDR. Inzwischen ist der Bau aber geschlossen. Von dort kommt man, ein wenig bergab, zum Fliegerdenkmal, das die Pioniere des Segelfliegens ehrt, die Anfang des letzten Jahrhunderts ihr Leben ließen. Von dort führte mich der Wanderweg Nr. 4 stetig und teilweise recht steil bergab bis zum Guckaisee (dort hätte man auch parken können). Da das dort eingezeichnete Restaurant zurzeit geschlossen ist, ging es von dem, See aus wieder bergauf, allerdings auf einer anderen Strecke, die mich heftig zum Keuchen brachte. Sie führt sehr steil durch den Wald bergan, teilweise mit Stufen versehen. Heftig schnaufend und schwitzend erreichte ich schließlich den Pferdskopf, einen recht steil aufragenden, markanten Berg, den man überqueren musste.
Das ganze Gebiet hier, so wurde es auf anschaulichen Tafeln erklärt, ist vulkanischen Ursprungs. Mit letzten Kräften kam ich nach etwa 3 Stunden und 8 ½ km wieder auf der Wasserkuppe an. Inzwischen war ich durch den stetigen kalten Wind richtig durchgefroren und so machte ich mich auf den Weg zum WoMo, in dem ich, als ich losfuhr, die Heizung auf volle Pulle stellte.
Vorher hatte ich mir aber noch einen SP ausgesucht, damit ich ein Ziel eingeben konnte. Die Entscheidung war gar nicht so leicht, aber letztlich fiel die Wahl auf den SP in Steinau an der Straße. Von dort ist es noch ein Stück zum Vogelsberg, aber der Platz ist zentrumsnah, hat Stromanschlüsse, ist aber ansonsten kostenlos. Auch der Ort, die Brüder-Grimm-Stadt, hat einiges zu bieten, wovon ich mich auf einem Orientierungsgang überzeugen konnte:

Schloss, Theater, Rathaus, Markt mit Märchenbrunnen, viele Fachwerkhäuser, Stadtmauer und eben

Grimm- und Stadtmuseum. Der Ort hat seinen Namen von der Handelsstraße zwischen Frankfurt und Leipzig, auf der er eine wichtige Station bildete.
Jetzt ist es Viertel nach sechs, und ich denke, ich kann so langsam den Abend einläuten. Ich bin eigentlich ziemlich fertig. In der Stadt gibt es einen Türken … wäre ja nicht weit …
3. Tag - Mittwoch, 15.05.2019
Ich bin nicht noch einmal losgezogen, ich war schlicht zu müde und eben auch erschöpft …
Die Nacht war wieder ruhig und recht kühl. Morgens strahlte die Sonne, aber bei 8 Grad konnte man auch nicht gerade von sommerlichen Temperaturen sprechen. Es sind eben die Eisheiligen.
Dafür war ich aber noch einmal in der Stadt und habe mir diese und jene Sehenswürdigkeit (siehe oben) angeschaut, auf die Museen habe ich aber verzichtet.
Dann ging es auch schon los. Ich wollte zum Parkplatz an der Taufstein-Hütte unterhalb des Taufsteins (höchster Berg am Vogelsberg und dritthöchster in Hessen). Es war gar nicht so weit, aber das Hinkommen gestaltete sich als schwierig, denn es ging über die Dörfer, enge Straßen, wilde Steigungen usw. Aber schließlich war ich da, drückte 3 € Parkgebühr ab und machte mich auf die Suche nach dem Wanderweg H. Die erste H-Markierung fand ich auf dem Hoherodskopf, ...

... von dem man eine sehr schöne Aussicht hat. Auf dem Berg befindet sich eine Art Fernsehturm. Ansonsten sieht man ähnliche Einrichtungen wie auf der Wasserkuppe, nur alles in klein und ohne Segelfliegerei.
Ab da war es dann relativ einfach, dem grünen H zu folgen. Das ganze Gebiet ist vulkanischen Ursprungs, die herausragenden Höhen sind ehemalige Vulkanschlote. Das Gebiet ist auch sehr gut erschlossen, überall gibt es Straßen und zahlreiche (kostenlose) Parkplätze. Der etwa 8 km lange Rundwanderweg verläuft ohne wesentliche oder gar anstrengende Gefälleunterschiede. Auf den Hoherodskopf kann man sogar mit dem Auto fahren.
Vom Hoherodskopf (763 m hoch) führt der Weg zum Taufstein (773 m hoch), auf dem sich der 28 m hohe Bismarckturm befindet, von dessen Aussichtsplattform man einen weit reichenden Blick in die umliegende Gegend hat, bis zur Röhn und den Thüringer Wald. Von dort führte der Weg dann weiter zum Geiselstein, einem weiteren Vulkanschlot. Dort allerdings war es sehr steil und felsig, so dass man fast klettern musste, und auf der kleinen Spitze angekommen, konnte man nichts sehen, da alles von Büschen und Bäumen zugewachsen war. Der weitere Weg brachte mich zur Nidda-Quelle und den Forellenteichen und dann war ich auch schon bald wieder an der Taufstein-Hütte, wo das WoMo parkte. – Für mich war der Weg wieder anstrengend, vielleicht auch wegen gestern, und so richtig spektakulär war er nicht. Kurz vor 16 Uhr war ich wieder am Auto.
Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, in die Fachwerkstadt Grünberg zu fahren. Der SP ist wie in Steinau kostenlos und hat trotzdem Stromanschlüsse. Allerdings liegt er nicht so schön und ist auch ein wenig abschüssig.
Die Fahrt dorthin ging flott und war letztlich der Anfahrt zum Taufstein nicht unähnlich.
Hier auf dem Platz stehen zurzeit mit meinem 3 Mobile.
Es ist jetzt knapp 18 Uhr und ich werde mich wohl gleich auf den Weg in die Innenstadt machen (angeblich 300 m) und mal schauen, vielleicht auch etwas essen.
Ich hab einen Blick in die wunderschöne Fachwerkstatt Grünberg geworfen, z. B. der Marktplatz mit dem Rathaus: sehr lohnend.

4. Tag - Donnerstag, 16.05.2019
Auch diese Nacht war sehr ruhig und recht kühl. Morgens war es bedeckt und eben hat es sogar leicht getröpfelt.
Am späten Vormittag ging ich in die Stadt und machte dort den im Prospekt vorgeschlagenen Rundgang. Ich erfuhr doch einiges über den Diebesturm in der Stadtmauer, der einen tropfenförmigen Grundriss hat und früher u. a. als Gefängnis diente, über das von den Franziskanern gegründete und 1528 säkularisierte Barfüßerkloster, das Antoniterkloster mit prächtigem Innenhof, …

… das Stammlersche Haus (Universitätsbau), Oberhessens höchsten Fachwerkbau, das Lutherhaus (hier hat er vielleicht 1 x übernachtet), das 1891 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, ebenso wie die Burg, von der nichts mehr zu sehen ist, …

über das Brauhaus, in dem heute Trauungen stattfinden, über die Marienkirche, die 1816 einstürzte, und deren Nachfolgerin, die heutige Stadtkirche, deren Kirchensaal sich im ersten Stock befindet, über das Haus der Zünfte in der Judengasse und weiteren Sehenswürdigkeiten. Grünberg hat schon was zu bieten.
Vielleicht bleibe ich ja hier, kostet ja nichts.
5. Tag - Freitag, 17.05.2019
Es war bewölkt und hin und wieder schaute auch die Sonne durch. Es wirkte alles auch nicht so kühl wie gestern.
Langsam kam ich in die Gänge. Trotzdem fühlte ich mich nicht so erschlagen wie in den letzten Tagen. Und so fiel dann auch bald die Entscheidung: Heute soll es nach Homberg/Ohm gehen! Also alles aufgeräumt (war wirklich nicht viel!), abgewaschen (war wirklich nicht viel!), abgekoppelt, Keile eingepackt, Klo entsorgt (war wirklich nicht viel!), was übrigens auch kostenlos war, ich hätte auch Wasser für lau tanken können, und los.
Die Strecke führte bis zur A5, diese ein kurzes Stück entlang und dann kam schon die Ausfahrt Homberg. Von dort waren es noch 11 km.
Der SP von Homberg (Ohm) liegt ziemlich stadtnah, abgetrennt von dem Stadthallenparkplatz. Vom Platz aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Ohmtal. Der Platz ist kostenlos, es gibt 4 Stromstecker und eine V/E-Anlage gegen Gebühr. Im Gebäude der Stadthalle gibt es einen freien Zugang zu einer Toilettenlage.

Homberg liegt tatsächlich auf einem Berg. In der Stadt geht es bergauf und bergab. Auch dies ist eine sehr schöne Stadt mit viel Fachwerkarchitektur, gekrönt von einem „Schloss“. Auf einem historischen Altstadtrundgang lässt sich die Stadt gut erforschen. Man sieht das Rathaus, den Markt mit Löwenbrunnen, …


…das Steinerne Haus, das Brauhaus, die Homberger Apotheke, das Stadtwirtshaus, die ehemalige Synagoge, Kirchen und …

… die erhaltenen Gebäude des Schlosses. Alles sehr schön und nicht weit voneinander entfernt.
In der Umgebung kann man verschiedene Wanderungen unternehmen.
6. Tag - Sonnabend, 18.05.2019
Heute begann ein Tag mit allerbestem Wetter. Der Hauptinhalt sollte die Schächerbach-Tour werden, eine Wanderung über gut 9 Kilometer.
Nachdem die morgendlichen Rituale vollzogen waren, ging es so gegen 12 Uhr los: in kurzen Hosen!
Der Schächerbach mündet in die oder den Ohm, den kleinen Fluss, der das ganze Tal um Homberg gebildet hat. Und dieser Wanderweg ist zertifiziert mit dem Deutschen Wandersiegel und er erhielt 2016 die besten Bewertungen von allen 86 prämierten Wanderwegen in Hessen. – Das sind doch mal Vorschusslorbeeren. Und der Weg beginnt nahezu am WoMo-Stellplatz.

Und der Weg wurde dem durchaus gerecht.

Er war sehr abwechslungsreich, ging durch Wiesen, Wälder mit wenig Höhenunterschieden und dennoch tollen Ausblicken, manche Bachübergänge musste man auf Trittsteinen bewältigen. Dazu gab es eine ganze Menge Informationen, auch über Sagen, die mit bestimmten Orten in Verbindung stehen. Nichts ist richtig spektakulär und trotzdem nett und sehenswert.



Nach gut 3 ½ Stunden hatte ich die Strecke bewältigt. Und für mich als alten Menschen war das durchaus kein Spaziergang. Ich war – na klar – ziemlich erschöpft.
Heute Abend findet in der Stadthalle ein Konzert statt mit Blaskapelle und Gesang, aber wohl auch modernerer Musik. Man konnte schon die Proben hier draußen sehr gut verfolgen. Aber das Spektakel wird ja wohl zur Schlafenszeit beendet sein. Morgen werde ich meine Zelte hier abbrechen, zu einer Stelle fahren, von wo aus man eine weitere Wanderung („Geo Tour Felsenmeer“) unternehmen kann.
7. Tag - Sonntag, 19.05.2019
Die Bläser (Feuerwehrkapelle Homberg/Eintritt 12 €) waren gut besucht, das Stadthallenklo (völlig verdreckt vorher) war gereinigt worden und die Bläser hörten auch rechtzeitig wieder auf, so dass die Nachtruhe gesichert war.
Morgens in Ruhe alles erledigt. Das Wetter war noch besser als gestern, allerdings mit Verschlechterungsaussichten für den Nachmittag. Gegen 12 Uhr brach ich die Zelte auf dem SP in Homberg mit einer gewissen Wehmut ab, denn ich glaube, dieser Platz wird nicht getoppt werden (Preis und Ausstattung, Lage, Aussicht, Parzellengröße, Toilette, Döner- und Asienmann in der Nähe mit viel und günstig Essen und natürlich der schöne Ort).
Ich fuhr zu der Stelle, wo ich den Einstieg in die „Geo Tour Felsenmeer“ vermutete, verfuhr mich ein wenig, fand dann aber den entscheidenden Parkplatz. Diese Wanderung führt auf einfacher Strecke um und über den Hohenberg bei Homberg. Sie ist fast sieben Kilometer lang und hat wenig Höhenunterschiede, dabei trotzdem interessant und abwechslungsreich.

Es beginnt mit einem Bergwerk, der Grube „Gute Hoffnung“, in dem man versucht hat, Braunkohle und/oder andere Bodenschätze abzubauen. Es erwies sich aber als nicht rentabel und wurde geschlossen. Sehen kann man von dem Bergwerk nichts mehr. Dann führt der Weg zu einer richtig interessanten Angelegenheit: Man kommt an den Rand von Europas größtem Basaltsteinbruch. Die Anlage ist relativ gigantisch und beeindruckend mit unterschiedlichen Abbauetagen. An einer Stelle dort gibt es auch einen Kieselgurflöz (Kieselgur = pulverartiges Ablagerungsmaterial von Kieselalgen, als Trägermaterial für Nitroglyzerin verwendet).


Durch schöne Wiesenlandschaft mit teilweise herrlichen Ausblicken führt der Weg weiter zur Schafstränke, den Dicken Steinen, der Sandgrube und durchs Felsenmeer. Alles wird mit Tafeln erklärt, die letzteren Punkte beziehen sich auf die geologische Entstehungsgeschichte des Gebietes. Weiter über Wiesen- und Schotterwege gelangt man zum Wasserhochbehälter, einem Speicher für die Gemeinde.
Danach kommt man zur Flugwache. Das ist ein kleiner Aussichtsturm, der im letzten Krieg als Beobachtungspunkt genutzt wurde, aber auch schon vorher als Wanderziel von Bedeutung war.


Am „Insektenhotel“ (überwiegend für verschiedene Bienenarten) vorbei kommt man dann wieder an den Ursprungsort zurück und kann aus den verqualmten Wanderstiefeln steigen.
Ich fand die Wanderung landschaftlich sehr schön und inhaltlich sehr interessant. Ich war gut 2 ½ Stunden unterwegs.
Nachdem ich mich ein wenig verschnauft hatte, machte ich mich auf den Weg zum nächsten Übernachtungsort. Dazu ging es quer durch die Botanik etwa 50 Kilometer nach Norden, über Kirchhain, Gemünden, Haina und Hundsdorf kam ich nach Reinhardshausen auf den SP Frekot. Nach dem, was ich vorher gelesen hatte, bin ich ein wenig enttäuscht. Ich war von 6 € ausgegangen, muss nun aber 7,50 € zahlen. Immerhin ist im Preis eine Dusche, na ja, und die Aussicht ist auch ganz schön. Und für eine Nacht wird es schon gehen. Übrigens gibt es einen Raum mit Dusche und Klo, klingt danach, als könne es mal eng werden. Aber der Platz ist gut belegt.
Teil 2 folgt umgehend









































