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Feucht oder falscher Detektor Wert? Wohnmobil Unterboden


Edvige am 21 Jun 2019 18:06:13

Hallo,
wir haben einen Knaus Sun Traveller Baujahr 2001, den wir gerade aus dem Winterschlaf erweckt haben, da mein Mann und ich in 2 Wochen mit unseren Enkeln loswollen.
Routinehalber haben wir unseren Knausi durchchecken lassen und wir selbst überprüfen alle 2 Jahre den Unterboden auf Nässe, bisher war nur einmal minimal etwas in den Ecken am Heck. Wir haben aber, da das alte Feuchtigkeitsmessgerät kaputt ist, ein neues Messgerät das eigentlich sehr gut anzeigt und misst. Es hat jedoch komplett um Knausis-Unterboden herum, ca. auf 25-30cm von der Alu-Außenkante angeschlagen und sagt, dass es da nass sein soll ( Maximalwert). Am Unterboden war nichts zu erkenne, also keine Dellen, Torf oder ähnliches. Mittiger sagt das Messgerät, alles trocken, wir haben es dann noch am Gartenzaun der Nachbarn getestet und da zeigt es logische Werte (unten wo der Zaun in der Erde steckt nass, oben Normalwerte) an. Da mein Mann irritiert war über diese Messergebnisse, hat er an einer Stelle den Unterboden aufgemacht und das Holz sieht normal aus, s.h. Bild. Nachdem diese 3-4mm dicke Pappelsperrholz-Platte weg war, sind die Messergebnisse auch auf 18-24% runtergegangen was laut Messgerät noch feucht-nass ist, vorher (30-50% was das Messgerät bei Holz als nass ansieht). Woher können diese Messergebnisse kommen, es ist kein Metall oder ähnliches in der Nähe, darauf hat er geachtet ( auch auf die Außenaluhaut). Wir sind gerade etwas ratlos. Kann es sein, dass diese Sperrholzunterbodenplatte Wasser/Luftfeuchtigkeit aufsaugt? Die letzte Unterbodenbehandlung war vor 2 Jahren mit Dekalin und einem Öl. Der Nachbar meinte wir sollten die Unterbodenplatte mit Owatrolöl? (ich hoffe ich habe mir das richtig gemerkt) streichen, das würde in diese Pressspanplatte einziehen und die Feuchtigkeit (wenn denn wirklich da) verdrängen. Aber ich denke nicht, dass das Öl durch die Unterbodenbeschichtung kommt und wohin wird die Feuchtigkeit dann verdrängt, weiter nach oben in Richtung Bodenplatte wäre ja auch nicht ideal.

Hier ein Bild:


In der Hoffnung auf Hilfe und Antworten,
Eure Almuth

Sebastiane am 21 Jun 2019 18:16:24

Zuerst stellt sich Frage ob die Messung richtig war.

Nenne uns doch mal welches Messgerät du verwendet hast und wie die Messung erfolgte.

Als Zimmermeister kenne ich mich mit Holzfeuchte aus, um auch nur annähernd passende Werte zu bekommen benötigt man ein Gerät an welchem man die Holzart einstellen kann, jedes andere Gerät ist auf Fichte ausgelegt und zeigt bei anderen Hölzern nur sehr grobe Werte an, bei Holzwerkstoffen wie Spanplatten komplett falsche Werte.

Gleich ein Stück Unterboden zu entfernen ist schon sehr radikal, aber nun ist es eben schon so.
Eine andere Methode wäre das vom Fahrzeug ausgebaute Stück Holz auf der Küchenwaage zu wiegen, dann in den Backofen bei 80°C für 5-6 Stunden und dann nochmal wiegen.
Angenommen Masseverlust 50g / durch Gewicht nachher 700g = 7 Masseprozent Holzfeuchte. Alles unter 14% würde ich am Unterboden als annehmbar bezeichnen, unter 10% wäre optimal.

Edvige am 21 Jun 2019 18:39:55

Hallo und vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ja, dass mein Mann dort direkt was raushobelt habe ich auch zu spät mitbekommen, ich war gerade drinnen um unsere Wohnmobilwerkstatt anzurufen, die aber leider schon zu hatten und als ich rauskam, war es schon zu spät. Deshalb dachte mir, bevor er da weiter dran rumbastelt frage ich erstmal Leute die vielleicht mehr Ahnung haben und habe ihm verboten da weiter dran rumzubasteln.
Das Messgerät ist das Aktobis Feuchteindikator Feuchtemesser Materialfeuchte Messgerät WDH-318KC. Man kann es auf Weichholz und Hartholz einstellen.

Grüße,
Almuth

chrisc4 am 21 Jun 2019 18:53:53

Auf dem Bild sind die Metallklammern stark verrostet, da war oder ist es feucht!
Dem Augenschein nach, sind noch keine große Schäden entstanden. Trotzdem, bei dauerhaft Holzfeuchte über 20% wird es kritisch, da wachsen Pilze, die sich vom Holz ernähren und es damit zerstören!
Es gibt verschiedene Arten von Feuchtikeitsmessgeraten. Die günstigsten aus dem Baumarkt sind eigentlich nur zur Messung von Brennholz geeignet.
Trotzdem zeigen die Feuchtigkeit im Holz an. Rückschlüsse wie viel Prozent Wasser sich im Holz sich befinden ist damit kaum möglich.
Ich würde nun alles absuchen um die Ursache zu finden!

Edvige am 21 Jun 2019 19:00:10

Ja deshalb auch die Frage weil ohne Feuchtigkeit auch kein Rost. Unser Nachbar ( KFZ-Mechaniker, hat auch ein Wohnmobil aber neueren Baujahres) meint es könnte davon kommen, dass zwischen dem Holz-Außenrahmen und der Unterbodenplatte incl. allem darüber ein ca. 2mm breiter Spalt ist, da ist zwar im oberen Bereich Dichtmasse drin, hat die Werkstatt bei irgendeinem der Aufbearbeitungen gemacht, aber im unteren Bereich auf ca. 3-4mm nicht, vielleicht reicht das schon damit Feuchtigkeit eindringt? Knausi hat jetzt auch mit Plane, da hier Hallen zum Unterstellen Mangelware sind, fast 1 Jahr draußen gestanden. Weshalb wir annehmen, dass es von unten kommt, also Luftfeuchtigkeit durch die,oder in diese dünne Unterbodenplatte dringt oder eben durch diesen Spalt. Das würde erklären, warum nur außen und nicht mittig. Die Männer haben schon rundherum und vom Dach aus ausgiebige "Gießkannen"-Test gemacht ( testen sogar immernoch), aber es es fließt alles normal ab und läuft nicht irgendwo hinter.

Sebastiane am 21 Jun 2019 19:09:30

Für rostende Klammern braucht es keine besonders hohe Holzfeuchte, da reicht die normale Luftfeuchte im Außenbereich bereits aus.

Weich oder Hartholz ist leiser zu wenig um Rückschlüsse zu ziehen wie feucht die Bodenplatte ist.

Welche Feuchtigkeit wird denn bei der zu sehenden Latte aus Fichte angezeigt? Dort sollte euer Gerät einen realistischen Wert liefern.

Edvige am 21 Jun 2019 20:58:08

Ich glaube wir haben den Übeltäter gefunden. Unter unserem Knausi ist keine Sperrholzplatte sondern sowas, was aussieht wie eine holzfaserige, sehr dünne Pappe ca. 1mm dick. Auf der Rückseite hat es auch eine enge Riffelstruktur wie Pappe. Wir haben auf anraten unseres Nachbarn ein kleines Stückchen mit Owatrol bestrichen ca. 10x10cm und siehe da, obwohl das Öl noch nicht komplett eingezogen und getrocknet ist, sondern nur angetrocknet, ( dauert wohl zum Durchtrocknen insgesamt 12 Stunden) ist der Feuchtigkeitsgehalt an der Stelle auf 8-12% runtergegangen, davor war er auf Maximum, direkt daneben wo kein Öl ist immernoch hoch. Das Öl soll ja so wie ich es verstanden habe Feuchtigkeit verdrängen und unser Gerät reagiert wohl, laut Gebrauchsanweisung sehr gut schon auf Oberflächenfeuchtigkeit und bis in 3cm Tiefe. Vielleicht war es einfach Feuchtigkeit in der Holzfaserigen dünnen Pappe? Haben jetzt ein ca. 20x20cm Stück gestrichen (das vorherige Stück etwas ausgeweitet, incl. des Bereichs wo es "daneben" noch hoch war) und warten bis morgen bis es vollkommen durchgetrocknet und eingezogen ist und messen dann nochmal. Ich berichte weiter.

Vielen Dank erstmal allen die "mit nachgedacht haben".
Ich sage Bescheid wie es morgen aussieht.

Liebe Grüße,
Almuth

Edvige am 21 Jun 2019 21:10:19

P.s.: Wenn es wirklich nur das war, bekommt mein Mann eine Krise, weil er das 10x10cm Stück aufgepröckelt hat.

chrisc4 am 21 Jun 2019 21:13:03

Naja, der Glaube daran soll ja Berge versetzen können :eek:

Wie soll das physikalisch funktionieren?

Durch das Öl werden nur die Messwerte verfälscht. :)

Sebastiane am 21 Jun 2019 21:26:46

Euer Gerät funktioniert nach der kapazitiven Feuchtemessung.

Hier etwas Lesestoff hierzu: --> Link

Um es einmal vereinfacht auszudrücken:
Euer Gerät misst keine Feuchte sondern elektronischen Widerstand im Material, bei mehr Wasser erhöht sich die Leitfähigkeit.

Bei Weichholz mit 10% Feuchte liegt ein anderer Widerstand vor wie bei Hartholz mit 10%.
Durch die unterschiedlichen Einstellungen des Gerätes rechnet dieses den Widerstand in die % des entsprechenden Materials um.

D.h. also, Holzbalken Fichte, 10% Feuchte, kommt man an einen Ast oder Nagel im Material ändert sich kurzzeitig die Feuchteanzeige da sich der Widerstand im Material geändert hat, die tatsächliche Feuchte hat sich aber nicht geändert.

Das heißt also, dass euer Gerät bei der vorliegenden Platte keinerlei Rückschlüsse auf die tatsächliche Feuchte zulässt da das Gerät für Weichholz um rechnet, was aber bei der Platte nicht einmal ansatzweise stimmt da diese eine vollkommen andere Dichte und Widerstand hat. Lediglich ob es an einer Stelle feuchter als an einer anderen ist kann gemessen werden solange das Material homogen ist. Da es sich aber um eine sehr dünne Platte handelt und der Messbereich des Gerätes 20 bis 30mm tief ist, ändert sich die Anzeige alleine schon dadurch ob an einer Stelle mit Dämmung oder mit Tragkonstruktion unter der Platte gemessen wird.

Der Einsatz des Öls verfälscht das Messergebnis komplett, nun ist das ganze eine einzige Vermutung.

Die höhere Feuchteanzeige im Randbereich könnte auch durch den dort laufenden Holzträger und erhöhter Dichte von Eisenteilen im Randbereich hervorgerufen werden. Oder oder oder.

Wie bereits vorher erwähnt ist eine rostende Metallklammer bei einem bald 20 Jahre altem Fahrzeug kein Indikator, blankes Material rostet alleine durch die normale Luftfeuchte.

Sebastiane am 21 Jun 2019 21:35:27

Rein optisch sieht für mich die Stelle jedenfalls trocken aus, die zu sehende Klammer hatte lediglich bei der Montage eine Funktion, daher könnte man diese durchschneiden um zu sehen wie weit der Rost durch geht.

Ein sicheres Ergebnis würde die Darrprobe im Ofen, wie oben beschrieben, liefern.
Das ist keine Haus und Heimwerkermethode sondern so wird 100% genau Holzfeuchte bestimmt ohne dem Material Schäden zuzufügen. Dafür darf das Holzstück aber nicht bereits seit Stunden in der Wohnung liegen.

rkopka am 21 Jun 2019 21:41:08

Sebastiane hat geschrieben:Euer Gerät funktioniert nach der kapazitiven Feuchtemessung.
...
Euer Gerät misst keine Feuchte sondern elektronischen Widerstand im Material, bei mehr Wasser erhöht sich die Leitfähigkeit.

Dein Link beschreibt das aber (korrekt) anders. Den Widerstand mißt man mit den Pieksern. Kapazitiv geht es über das Dielektrikum und dessen Änderungen.

RK

Sebastiane am 21 Jun 2019 21:58:40

rkopka hat geschrieben:Dein Link beschreibt das aber (korrekt) anders. Den Widerstand mißt man mit den Pieksern. Kapazitiv geht es über das Dielektrikum und dessen Änderungen.

RK


Danke für den Hinweis, mir ist bewusst, dass meine Erklärung der Widerstandsmethode mit den Pieksern entspricht, da es aber bei beiden Methoden prinzipiell um das selbe geht habe ich erste verwendet da diese meiner Meinung nach einfacher zu verstehen ist.

Ob jetzt Widerstand oder Dielektrikum, beides mal sind der "Widerstand/Dichte/Beschaffenheit" des Stoffes und der Wassergehalt maßgebend.
D.h. ohne homogenes Material und korrekte Umrechnungstabellen bzw. Einstellungen im Gerät ist die Feuchteanzeige nicht einmal ein bischen genau.

WomoToureu am 21 Jun 2019 22:00:39

rkopka hat geschrieben: Kapazitiv geht es über das Dielektrikum und dessen Änderungen.


So ist es, ich staune das jemand ein "Baumarktmessgerät" kauft, damit misst und dann Löcher in sein Wohnmobil reißt.

turbokurtla am 22 Jun 2019 12:18:17

Tag Almuth
Ihr, auch dein Mann, habt alles richtig gemacht.
Interessant wäre ob das Bild von ganz außen im Eck stammt.
Das Wichtigste ist aber erstmal, dass da keine große Fäulnis ist.
Diese leichten Wasserspuren und rostigen Klammern in Verbindung mit der Aussage " außen nasser wie mittig " sagen mir allerdings,
dass da was gemacht werden muss.
Der Knaus hat eine 2,5 mm dicke Hartfaserplatte unten dran. Eine leicht erhöhte Feuchtigkeitsmessung unten ist normal und kann durch Luftfeuchtigkeit entstehen. Sollte dann aber auch gleichmäßig sein und nicht außen höher.
Ich bin mir fast sicher, auch weil ich diese Knaus sehr gut kenne, dass da weiter oben etwas leicht undicht ist. Noch nicht schlimm, sollte aber abgedichtet werden. Eine Querleiste oberhalb des Fensters ists meistens, könnten aber auch beide Kantenleisten oder ein Radträger sein. In diesem Fall tippe ich auf die Querleiste.
Wasser tröpfelt an den Außenseiten der Leiste in die Wand, verteilt sich nach rechts und links und läuft tropfenweise in den beiden Ecken ganz langsam nach unten.
Lasst das mit der Gießkanne, das bringt gar nichts.
Öffnet die angesprochenen Leisten, lassts austrocknen und dichtet die neu ab.
Die entnommene Platte unten rechtwinklig ausschneiden und eine neue einkleben.
Dann könnt ihr mit Owatrol streichen und alles ist für viele Jahre gut.
Gruß Kurt

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