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Auf den Spuren von EIN GUTES JAHR und mehr


WehrReinhold am 01 Jul 2019 19:36:35

Teil 3 unseres Reiseberichtes auf Wehr-Reinhold.com. Hier geht´s zum ganzen Reisebericht: --> Link

5. Juni 2019 – Bonnieux – Avignon (100 Km)
Heute geht es endlich zum legendären Weingut La Canorgue. Morgens um 9.30 Uhr eine Weinprobe zu machen ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber die guten Tropfen von La Carnorgue wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Das Weingut hat Berühmtheit erlangt durch den Provence Film „Ein gutes Jahr“ von Peter Mayle, der die Besitzer mittlerweile regelrecht nervt. In der Vergangenheit scheinen sich Fans des Films recht freizügig auch auf dem privaten Teil des Geländes bewegt zu haben, um Erinnerungsfotos von den Originalschauplätzen zu schießen, so dass mittlerweile Verbotsschilder am Eingangstor aufgestellt worden sind, die eine Besichtigung des Chateauxs untersagen.

Das Anwesen ist schon malerisch, doch wir respektieren natürlich die Privatsphäre der Inhaber. Die Degustation fällt deutlich professioneller, distanzierter und unpersönlicher aus als auf den bisherigen Weingütern. Der Wein indes ist tatsächlich hervorragend. Der Rosé ist ohnehin gesetzt, da wir ihn schon probiert haben. Außerdem schlagen wir mit jeweils einer Kiste 2016er AOC Luberon rouge sowie AOC Luberon blanc zu. Den Premium-Wein „Perdu“ verkneifen wir uns, da die Degustationsflasche offenbar schon längere Zeit offen gestanden und der Wein oxidiert ist. So können wir dessen Qualität nicht beurteilen und lassen die Finger davon. Die Preise der Weine insgesamt sind für diese Qualität mehr als fair.

Als nächstes wenden wir uns Lourmarin, das als eines der schönsten Dörfer des Luberons gilt. Das touristische Hauptinteresse gilt natürlich dem imposanten Renaissanceschloss, dass leider durch Bühnenaufbauten für eine Veranstaltung fototechnisch derzeit etwas verschandelt daher kommt.

Im Zentrum des Ortes entdeckt man bunte Fensterläden mit verwachsenen Rosenstöcken, die sich an den Fassaden hinaufhangeln. Für unseren Geschmack ist Lourmarin sehr ausgerichtet auf die Touristenströme, die durch die Berühmtheit des Ortes angezogen werden. Unter anderem haben hier Albert Camus und natürlich auch Peter Mayle Wurzeln. Uns haben jedoch andere Dörfer wesentlich mehr angesprochen, so dass wir uns nach einem Schnelldurchlauf nicht länger aufhalten.

Ganz anders ergeht es uns im nächsten Dörfchen. Cucuron erscheint uns gegenüber Lourmarin geradezu verschlafen und wir verweilen eine ganze Weile am Platanen umstellten ehemaligen Löschteich, ebenfalls Schauplatz aus Peter Mayles Film. Das Essen im Restaurant L´Etang ist allenfalls mittelmäßig, dafür haben wir einen Spitzenplatz unmittelbar am Löschteich. Heerscharen von Goldfischen tummeln sich in dem trüben Wässerchen.

Der anschließende Bummel durch die Gassen des Örtchens bis zur verfallenen Burg macht Spaß, der Ausblick vom Gipfel ist grandios. Endlich verwöhnt uns am heutigen Tag der Himmel aus fotografischer Sicht mit kleinen Wölkchen, die den strahlend blauen Himmel akzentuieren.

Spontan entscheiden wir, dass wir doch noch nach Avignon fahren, ungefähr eine Stunde Fahrzeit von hier. Zielstrebig peilen wir den Campingplatz „Pont d´Avignon“ an und sind angenehm überrascht. Der Platz ist zwar groß und bietet natürlich entsprechend alle Einrichtungen inklusive Pool, aber für einen Stadt-Campingplatz empfinden wir ihn als angenehm ruhig und zentral gelegen. Die Parzellen sind relativ groß und wir finden einen Platz in erster Reihe direkt an der Pont d´Avignon. ADAC Mitglieder erhalten eine stattliche Ermäßigung von fast 8 € (17 € statt 25 €).

Direkt am Platz verkehrt eine kleine kostenlose Personenfähre über die Rhone, mit der man direkt ins Centrum gelangt. Wenn Avignon auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten bietet, so bietet doch der pompöse gotische Papstpalast den unumstrittenen Höhepunkt. Im 14. Jahrhundert gab es Päpste, die den Wohnsitz in Avignon dem traditionellen in Rom vorzogen, was zu erheblichen Verstimmungen und Unruhen in der katholischen Kirche führte. Aus dieser Zeit stammt das monumentale Bauwerk, das sich am besten nachmittags oder abends fotografieren lässt, dann strahlt die Sonne die beeindruckende Fassade vom Place d´Horloge aus an.

In der Fußgängerzone mit seinem blank poliertem Trottoir beeindrucken die prächtigen Wohnhäuser mit ihren hölzernen Fensterläden, zumeist in Pastellfarben gehalten. Es herrscht, wie in jeder Großstadt, geschäftiges Treiben.

Gegen Abend verschlägt es uns in die Rue de Teinturiers, die ehemalige Straße der Färber, heute jedoch mehr ein lebhaftes Studentenviertel. Hier verläuft ein letztes klägliches Rinnsal der Sorgue und wird umstellt von mächtigen alten Platanen. Auf der Straße und in den Bars trinken junge Leute Bier und hier und da kreist auch ein Joint. Zumn Fotografieren werden wir morgen früh noch einmal zurückkommen, da das Licht in den schmalen Gassen heute schon zu schlecht ist.

Zahlreiche kleine Restaurants laden zum Verweilen ein, so dass wir die Qual der Wahl für den heutigen Abend haben. Schließlich entscheiden wir uns für das L´Offset, wo wir auf einer lauschigen Brücke speisen. Das Dreigang-Menü ist ausgezeichnet, von der Grünen Spargelsuppe mit Ziegenkäse angefangen, über einen exzellenten geschmorten Schweinerücken Braten und einer grandiosen Dessert-Variation!

Nach Sonnenuntergang machen wir eine Foto-Session zunächst am Papstpalast, der am Abend eine ganz besondere Stimmung ausstrahlt. Die blaue Stunde ist für diesen Ort eine absolut empfehlenswerte Zeit, zumal sich die Touristenströme zu diesem Zeitpunkt längst in die Restaurants und Hotels verzogen haben und man den sonst so belebten Platz ganz für sich alleine hat.

Später fotografieren wir noch am Ufer der Rhone mit Langzeitbelichtungen von der Pont d´Avignon und der angestrahlten Stadt.



Den ganzen Teil 3 unseres Reiseberichtes findet ihr hier: --> Link. Wir freuen uns auf Eure Kommentare und Fragen!

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