Caravan
anhaengerkupplung

Der Weg ist das Ziel - Schleswig-Holstein, die Ostseeküste 1, 2, 3


zeus am 07 Jul 2019 07:44:24

Ich sitze in der Mitte und genieße :lol:

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

reisemobil.online.cx am 07 Jul 2019 08:12:13

Wir fahren noch 2 Tage mit, dann steigen wir in unser eigenes Reisemobil um und machen uns auch auf in Richtung Norden. Nordsee hin bis Sylt und an der Ostsee zurück. Sicher werden wir einige deiner bisherigen und zukünftigen Destinationen ebenfalls besuchen. Deshalb lesen wir aufmerksam mit und erfreuen uns an den zahlreichen Bildern.

Gruß Michael

frankjasper8 am 07 Jul 2019 10:19:16

Am nächsten Morgen, der 6. Urlaubstag begann, tauschte ich mal wieder das Lenkrad des Ducato mit dem Lenker meines Drahtesels, den doch recht bequemen Fahrersitz des Wohnmobils mit dem popoquälenden Sattel meines Fahrrades. Ich startete an diesem sonnigen Morgen zu einer Rundfahrt durch das Naturschutzgebiet "Geltinger Birk" --> Link Der Einstieg in das Naturschutzgebiet ist direkt vor dem Stellplatz möglich. Vom Platz rechts herum und am nebenliegenden Campingplatz vorbei und schon ist man direkt auf dem Rad- und Wanderweg an der Küste entlang.



Zunächst auf einem Plattenweg auf dem Deich, später auf einem breiten Forstweg durch ein schattiges Wäldchen...





und um diese Bucht herum, vorbei an kleinen Häusern und Gehöften...



In der Ferne sah ich bereits eine Windmühle in der Landschaft stehen...



Die Mühle Charlotte --> Link



steht am Eingang zum Naturschutzgebiet "Geltinger Birk". Die Mühle wurde 1826 erbaut und diente bis 1938 zum Kornmahlen und bis 1971 als Antrieb für ein Schöpfwerk, mit dem das dahinterliegende Binnengewässer entwässert wurde. Heute ist die Mühle in Privatbesitz und beherbergt eine Ferienwohnung. Betreten des Grundstücks ist leider nicht erlaubt.
Ein Kiosk vor der Mühle und hier sind auch Parkplätze für Wanderfreunde und Naturliebhaber. Bei der Mühle ein kleiner Picknikplatz. Hier beginnt das eigentliche Naturschutzgebiet "Geltinger Birk"



Der Rad- und Wanderweg war ab hier nur noch geschottert, nicht mehr geteert oder asphaltiert...



Hier an diesem Anwesen duftete es ganz herrlich nach Kamille...



Das war dann für einige Zeit auch die letzte Ansiedlung auf dem weiteren Rundwanderweg. Rastplätze luden unterwegs immer wieder zu Erholungspausen ein...


Schöne Ausblicke auf die Ostsee zur linken Seite, oder ins Naturschtzgebiet mit Wiesen oder Wäldern auf der rechten Seite des Wanderweges. Aber schaut Euch mal den Himmel an! Da kommt doch etwas auf uns zu.



Gerade noch rechtzeitig erreichte ich diese Ranger- und Info-Station



und konnte mich zusammen mit ein paar Wanderern dort unterstellen bis die Regenfront vorbei gezogen war. Der Blick auf die Ostsee ließen leider keine besseren Fotos zu.



Gut, ich stand wenigstens regengeschützt im Trockenen. Weil es morgens schon so warm war, hatte ich nicht einmal einen Pullover oder eine Jacke mitgenommen, nur das Regencape war in der Satteltasche. Es wehte ein frischer Wind.
Mir fiel bald auf, daß zu diesem Zeitpunkt gar nicht viele Wanderer oder Radler unterwegs waren. Selten sah ich menschliche Gestalten, nur einzelne Wanderer oder Radfahrer. Im dichten hohen Gras einer umzäunten Weide erblickte ich diese Ziegenherde...



... die größer war, als es das Foto zeigt. Und immer wieder schöne Blicke auf den Strand und die Ostsee. Den Strand darf man hier übrigens nicht betreten. Nur an ein paar wenigen Stellen ist es erlaubt, den Wanderweg zu verlassen und sich am Strand aufzuhalten.







Am Horizont zog noch das Regenschauer ab. Hier in diesem Bereich soll es noch Wildpferde geben, die sogenannten Koniks. Ich habe allerdings auf meiner Rundfahrt keine Pferde gesehen. Die haben es wohl vorgezogen, sich im dichten Wald vor mir zu verstecken. Allmählich kam ich dann auch wieder in bewohntes Gebiet, die Gegend um den Ort Nieby.







Dann kam der Leuchtturm Falshöft ins Blickfeld ...



In den Jahren 1908 und 1909 erbaut, strahlte sein Leuchtfeuer seit 1910 über die Ostsee. Im Jahr 2002 dann wurde das Leuchtfeuer abgeschaltet. Heute kann man im Leuchtfeuer heiraten, ein Trauzimmer befindet sich im Turm. Zur Besichtung ist der Turm auch zu besteigen, angrenzend befinden sich zwei Campingplätze. In den Fernsehsendungen "Der Landarzt" und "Hier kommt Kalle" wurden hier einige Szenen abgedreht.

Hier war dann auch das Naturschutzgebiet zuende und ich war wieder zurück in der Zivilisation. Hungergefühl kam auf, war es schon Nachmittag. Ich radelte weiter, zurück in Richtung Wackerballig. Im urigen, schon über 200 Jahre alten Restaurant "Möwe Jonathan" in Pommersby machte ich dann Rast. Übrigens ein Tipp hier aus dem Forum. Schwäbische Küche am Rande von Schleswig-Holstein; das hat man ja nun auch nicht alle Tage. :) --> Link

Ich wählte die überbackenen Maultaschen mit hausgemachtem schwäbischen Kartoffelsalat, ein Foto konnte ich leider nicht machen, aber legger war´s trotzdem.





Pommerby war nicht so groß und schnell durchradelt. Über Gelting war der Rückweg nach Wackerballig dann nicht mehr weit und dort angekommen genoß ich noch die zurückgekehrte Sonne auf dem Stellplatz.



Ein ruihiges Ende eines schönen Ausflugs. Etwa 15 Kilometer lang ist der Rundweg durch die "Geltinger Birk". Empfehlenswert für Nachmacher ist die Mitnahme von Rucksackverpflegung. Bis auf die Gaststätte in Pommersby und zwei Kioske bei den Campingplätzen am Falshöft-Leuchtturm gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten.

Fortsetzung folgt! :)

angelinajolie am 07 Jul 2019 11:13:42

Hi Frank,
kannst du etwas zu diesen beiden CP am Leuchtturm sagen?

frankjasper8 am 07 Jul 2019 11:27:18

angelinajolie hat geschrieben:Hi Frank,
kannst du etwas zu diesen beiden CP am Leuchtturm sagen?


Schau mal unter "Camping Seehof" --> Link und "Campingplatz Ostseesonne" --> Link

Zur Ostseesonne führt die letzten vielleicht 200 m ein schmaler Fahrweg auf dem Deich. Beide Plätze liegen unmittelbar an der Ostsee hinter einem kleinen Deich. Badestrand ist vorhanden. Beide Plätze sahen gepflegt aus, soweit ich das aus der Entfernung beurteilen konnte. Am "Seehof" sind wohl mehr Dauerplätze mit "festen Wohnwägen". Beide Plätze sind eher übersichtlich, also keine großen Plätze. Mehr kann ich leider nicht drüber erzählen.

frankjasper8 am 07 Jul 2019 13:13:40

So, der letzte Tag der ersten Reisewoche beginnt dann in Wackerballig. Es sollte weitergehen und somit machte ich das Wohnmobil fertig zur Weiterfahrt. Über Gelting und auf der B 199 erreichte ich schon bald mein nächstes Reiseziel: Maasholm an der Schlei. Da ich nicht auf den dortigen Womo-Stellplatz wollte, stellte ich das Mobil auf einen großen Parkplatz am Ortseingang. Eine Runde zu Fuß durch den schönen Ort Maasholm bei Bilderbuchwetter. Ein aufgeräumtes Ortsbild

Moin, Moin in Maasholm









Maasholm, eine Halbinsel zwischen der Schlei und der Ostsee...



Hier das Ufer an der Schlei. Ich glaube, einzigartig sind die historischen Liegeplätze der Kähne. Dabei wurden regelrechte Becken in den Uferbereich gegraben, gerade einmal so groß, daß der Kahn hinein passt...



Zumeist waren es wohl Fischerboote, welche hier dann ihren "Hafen" hatten, sicherlich gab es aber auch Boote, mit denen Händler ihre Fracht transportireten. Die Schlei ist ja die uralte Verbindung, ein Handelsweg, den bereits die Wickinger mit ihren Booten befahren hatten.

Für längere Aufenthalte im Bereich Maasholm bietet sich der Wohnmobilstellplatz am Yachthafen an:



Da ist man dann unmittelbar an der Ostseeküste, ein kleiner Badebereich und eine große Naturschutzzone, wo man wandern oder radeln kann.



Ich wollte aber nicht in Maasholm bleiben, deshalb nur noch schnell das Mittagsmenü in der Bordküche auf dem Parkplatz am Ortseingang zubereitet:



Linsensuppe mit Wursteinlage.

Und bei strahlendem Sommerwetter ging´s nach dem Abwasch dann weiter. Ich schaute mir den Stellplatz in Kappeln zunächst an, aber da war an diesem Samstag nicht ein Plätzchen mehr frei. Mußte ja auch nicht! :)
Okay, dann halt weiter und über die B 203 nach Eckernförde auf den recht neuen Stellplatz am Kakaballenweg. Hier muß man eine Einfahrtskarte am Automaten ziehen und hat dann die Karte, mit der man durch die Schranke fahren kann. Diese Karte ist zugleich auch der "Türöffner" für den Sanitärbereich und man kann ebenfalls die Stromsäule damit freischalten.
Ich fand ein schönes Plätzchen, baute das Mobil wieder zum Wohnzimmer um und machte dann eine erste Erkundigungstour per Fahrrad zum Strand und durch den Ort. Auf schattigen Waldwegen umrundete ich das Windebyer Noor, einen Binnensee im Westen von Eckernförde, auf einer etwa 15 Kilometer langen Runde.



Der Rest des Samstags war dann relaxen am Stellplatz.

Tagesetappe Wackerballig -> Eckernförde = 57 Kilometer
bisherige Gesamtstrecke: 680 Kilometer

Der Stellplatz am Kakaballenweg in Eckernförde: --> Link

Kosten: 15,- € pro Nachtpro Mobil, zuzgl. 2,50 € Kurtaxe pro Erwachsener
incl. WC, Dusche, Kochmöglichkeit und W-Lan
Strom: Abrechnung über die Service-Card
Entsorgung incl., Versorgung 1,- €/100 ltr. oder an 0,10 € für 10 ltr.

reisemobil.online.cx am 07 Jul 2019 18:15:29

frankjasper8 hat geschrieben:Der Stellplatz am Kakaballenweg in Eckernförde: --> Link

Kosten: 15,- € pro Nachtpro Mobil, zuzgl. 2,50 € Kurtaxe pro Erwachsener
incl. WC, Dusche, Kochmöglichkeit und W-Lan
Strom: Abrechnung über die Service-Card

Da werden wir auch garantiert Stadion machen. Leider sehr beliebt und oft komplett voll. Um so mehr ich von Euer Tour lese um so weniger kann ich es abwarten Mitte nächster Woche auch in den Norden zu fahren.



Gruß Michael

frankjasper8 am 07 Jul 2019 20:20:41

reisemobil.online.cx hat geschrieben:Da werden wir auch garantiert Station machen. Leider sehr beliebt und oft komplett voll. Um so mehr ich von Euer Tour lese um so weniger kann ich es abwarten Mitte nächster Woche auch in den Norden zu fahren.

Gruß Michael


Hallo Michael,

zuerst mal ein Dankeschön für Dein Interesse an meinen Reiseerlebnissen.
Ja, der Platz in Eckernförde war auch bei meinem Besuch immer recht gefüllt. Aber bei frühzeitiger Anreise sollte ein Plätzchen zu bekommen sein. Ein sehr sauberer Platz, die Sanitäranlagen werden bis zu 4 mal täglich gereinigt. Leider ist dort wenig Schatten.

Eine Ausweichmöglichkeit ist in der Nähe. Genau auf der anderen Seite der Bundesstrasse B 76 im "Grünen Weg"; das ist nur für Kurzparker gedacht.
Am Kakaballenweg befindet sich ein REWE-Markt mit Backshop für die morgendlichen Brötchen und diverse Einkäufe. Der nächste SP befindet sich sonst etwa 5 Kilometer außerhalb Richtung Kiel in Altenhof am Restaurant "Grüner Jäger".
Schon mal viel Spaß bei Eurer Nord-Ostsee-Tour! :)

zeus am 07 Jul 2019 21:15:55

Wunderbar, das ist unsere zweite Heimat seit 1977. Wir haben ein Ferienhaus in Damp.

Jonah am 07 Jul 2019 22:21:20

Mich freut besonders dein Bericht mit den Bildern von der Geltinger Birk. Da will ich übernächste Woche auch hin. Hatte das schon 2017 vor und es nicht geschafft, jetzt soll es klappen, mit deinen Bildern hast du meine Vorfreude befeuert. :ja:

Beduin am 08 Jul 2019 06:41:01

Ich war vor 30 Jahren das erste und letzte mal ganz da oben. Da wars wohl der CP Seeblick der früher Gammeldamm hies und dem Arthur Struve gehörte. Da hätte ich fast die Kneipe am CP gepachtet :)

udob am 08 Jul 2019 08:38:10

Solltest du noch nach Kappeln fahren.
Stellplatz bei der Ankerwerft und zum Essen:
In die Bierakademie (Akademie für Bierologie und Hektoliteratur)
Lecker Fisch und legendär sind die Spareribs, bring nur Hunger mit, die Rippe gehtr über den Teller.

MiGu1418 am 08 Jul 2019 10:37:52

Hallo Frank,

Ein toller Reisebericht, wir waren über das lange Wochenende Fronleichnam auch in der Gegend
um die Schlei und beim lesen von deinen Urlaubsbericht, kam direkt das Urlaubgefühl wieder.

Gruß Guido :lol:

19grisu63 am 09 Jul 2019 09:09:05

19grisu63 hat geschrieben:...
Tolle Einstimmung auf unseren Nordseeurlaub, der morgen beginnt :mrgreen:

Unser Nordseeurlaub hat sich aufgrund des Wetters inzwischen auch in einen Ostseeurlaub verwandelt :D

OnkelAchim am 09 Jul 2019 09:32:25

Hallo Frank,

genauso in etwa meine geplante Route für Mitte August.
voll cool, ich bin jetzt auch dabei und habe gerne gelesen.

PS: Ich dachte schon wir haben das gleiche Mobil, aber nur fast :-)

lg Achim

frankjasper8 am 09 Jul 2019 21:16:48

Vielen, vielen Dank an dieser Stelle für die vielen lobenden Worte und die bisher 15 positiven Bewertungen.

Das spornt an und ich will versuchen, dem Lob gerecht zu werden und den Bericht weiterhin informell zu gestalten.
Es freut mich, wenn meine Reise ein Ansporn für Euch ist, meinen Reifenspuren zu folgen.
Ich hatte spätestens in Eckernförde festgestellt, daß ich mir meine Vorplanung zu umfangreich gemacht hatte. Ich würde die Vorplanung nicht einhalten können, auch die Hitze war ein Grund, die Vorhaben einzukürzen.


So, nun aber weiter im Text.

In Eckernförde war an diesem Wochenende Aalregatta und in der Nachbarschaft in Kiel war die "Kieler Woche" in vollem Gange. Der 8. Tag meiner Tour war ein Sonntag und einmal mehr ein Sonnentag mit ganz viel warm.
Vom Stellplatz im Kakaballenweg ist man zu Fuß in wenigen Gehminuten in der Innenstadt oder auch am Strand.
Ich ging zunächst auf der schönen Strandpromenade entlang Richtung Hafen.







In der Eckernförder Bucht waren viele Segelboote auf dem Wasser, langsam nahmen sie Aufstellung an der Startlinie. Die Aalregatta von Eckernförde nach Kiel und zurück...



Ein paar Fotos aus dem Eckernförde Hafen. Wegen der Aalregatta und damit verbundenem Vergnügungspark habe ich nicht viele Fotos gemacht; außerdem fand auch noch ein Marathonlauf statt.



Die Stände und Verkaufswagen begannen allmählich mit dem Verkauf und mein Speiseplan heute richtete sich nach dem greifbaren Angebot. Beispielsweise waren ein Matjesbrötchen, eine Bratwurst oder eine Portion Pommes in meinem Mund verschwunden.
An diesem Sonntag waren in der Stadt auch die Geschäfte geöffnet und entsprechend war der Ansturm in den Fußgängerstrassen.

Ich war überhaupt in Eckernförde etwas fotofaul, aber es ist auch nicht so leicht, in den Städten Fotos zu machen. Hier ein paar Aufnahmen aus Eckernförde.









Und es gibt hier auch eine Anlaufstelle für alle Leckermäuler und Bonbon-Liebhaber.





Die Bonbonkocherei Hermann Hinrichs, in Eckernförde in Hafennähe. --> Link
Hier kann der Besucher sich aus einer Vielzahl von Bonbonsorten sein persönliche Tüte zusammenmischen. Die Auswahl ist groß; Bonbons, Lollys, Lakritze - für jeden Geschmach ist hier bestimmt etwas dabei. Und wenn man Glück hat, kann man auch bei der Herstellung der Bonbons live zuschauen. Sogar unsere Bundeskanzlerin war bereits hier im Geschäft; ihre Bonbonkreation kann man natürlich auch erwerben.
Im Nebengebäude gibt es dann eine große Auswahl an Schokoladen. Leider konnte ich nur wenig Schoki mitnehmen, da es so warm war. Mir wäre die Schoki bestimmt bis zum Wohnmobil in der Tasche zu Soße geschmolzen. Getestet habe ich sie allerdings und für gut befunden.

Gleich bei der Bonbon-Kocherei geht es durch die schmalen Gassen der Altstadt. Hier waren an den Häusern schöne Rosenbäumchen. Überhaupt konnte ich in den Orten immer diese Rosen an den Häusern sehen. Schön sah das aus. Ich kenne das von früheren Reisen in die nördlichen Regionen.



Da es immer wärmer wurde, ging ich dann so allmählich zurück auf den Stellplatz und erholte mich in der Sonne vor dem Mobil. Plötzlich Lärm in Eckernförde. Martinshorn-Geräusche störten die ansonsten ruhige Wohngegend. Tatü-Tata - die Geräusche kamen näher, die Geräusche wurden lauter. Dann sah ich auch die Quelle der Geräusche. Eine Polizeistreife kam auf den Stellplatz gefahren und hielt in einiger Entfernung an, zwei Beamte stiegen aus und gingen zu einem Wohnmobil. Dann kam noch ein Feuerwehr-Fahrzeug auch zum Wohnmobil, die Feuerwehrleute gingen auch zum Fahrzeug und ich konnte aus der Distanz erkennen, das man unter einem Wohnmobil werkelte. Wahrscheinlich mittels einer Wanne wurde wohl Öl oder Benzin aufgefangen. Ich konnte nicht genau sehen und "gaffen" wollte ich nicht. Feuerwehreinsatz auf dem Stellplatz - das hat man ja nun auch nicht alle Tage. Ich machte noch eine Radtour Richtung Altenhof und zurück und ließ ansonsten diesen Tag gemütlich ausklingen.

frankjasper8 am 09 Jul 2019 22:09:29

Der nächste Tag, der Montag, begann auch wieder sonnig und warm; Deutschland schwitzt und ich schwitze mit. :D

Ich machte das Wohnmobil fertig zur nächsten Reiseetappe. Nach dem Frühstück wurde noch das Abwasser entsorgt und die WC-Cassette geleert, auch etwa 40 Lt. Frischwasser wanderten noch in den Behälter im Fahrzeug. Dann fuhr ich durch die Schranke und ging zum Zahlautomaten. Die Karte muß erst die Schranke der Ausfahrt öffnen und danach kann man erst bezahlen. Die 2 Nächte kosteten 36,50 € ( 2 mal 15,- € Übernachtungsgebühr plus 2 mal 2,50 € Kurtaxe plus 1,50 € für den Stromverbrauch.

Dann füllte ich im nebenan liegenden REWE-Markt noch die Bordvorräte auf und verließ anschließend Eckernförde in nördlicher Richtung. Ich wollte noch einen zweiten Anlauf machen, Kappeln zu besuchen. Über Landstraßen östlich der B 203 fuhr ich nonstop



Richtung Kappeln, wechselte irgendwann westlich der Bundesstraße und gelangte nach Kappeln. Vor der Klappbrücke befand sich ein Parkplatz; dort standen bereits 2 Womo´s und ich stellte mich dazu. Kurz nach hinten zum Umziehen und als ich aus der Windschutzscheibe blickte, sah ich eine Frau an der Motorhaube stehen und auf das Kennzeichen blicken. Ich winkte ihr zu und ging zur Tür. Sie sagte mir, daß ich dort nicht stehen dürfe. Ob ich übernachten wolle fragte sie mich morgens um 10 Uhr! :D Sie war vom Ordnungsamt. Ich sagte, ich sei gerade angekommen, müßte sie wohl auch noch gesehen haben und hatte sie wohl auch gesehen. Sie sagte nämlich, ich solle weiterfahren, sonst müsse sie mich aufschreiben. Okay, dann ergreife ich halt die Flucht und bedankte mich noch freundlich. Also weiter; die anderen 2 Womo´s bekamen ein Tiket, das konnte ich noch sehen.
Ich fuhr über die Klappbrücke und wußte ja den Parkplatz an der Berg-auf-Passage am Omnibus-Bahnhof. Doch hier war natürlich alles voll. Zum Stellplatz wollte ich nicht, also weiter. Hatte bei der Wärme auch keine große Lust zum Sightseeing und fuhr weiter - irgendwie etwas planlos durch die Gegend. Mittagspause auf einem Parkplatz bei Süderbrarup...



Es gab heute Hähnchenschnitzel mit Kartoffelpüree. Nach dem Abwasch ging es dann weiter zurück nach Kappeln und wieder zurück nach Eckernförde, dann weiter Richtung Rendsburg und über die Autobahnbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal nach Osterönfeld auf den Wohnmobilstellplatz der Firma Spann-an.



In drei Terassen ist dieser Platz angelegt, die untere fast direkt am Kanal. Schön ist die Sicht auf den Nord-Ostsee-Kanal und die vorbeifahrenden Schiffe. Die untere Terasse war natürlich belegt, aber auf der mittleren war noch ein Plätzchen für meinen Bürstner frei. Ich stellte das Mobil dort ab, schloß es wieder am Landstrom an und genoß dann die Sonne. Die sehr sauberen Sani-Anlagen waren bei der Sauna-Hitze ein willkommener Ort der Erfrischung bei der abendlichen Dusche.

Tagesetappe Eckernförde -> Osterönfeld 173 Kilometer (mit Umweg über Kappeln, Süderbrarup, kappeln Eckernförde)
Gesamtsrecke bisher 853 Kilometer

Stellplatz in Osterönfeld am "Kanal-Haus":

Kosten: 16,- €/Nacht je Mobil incl. Nutzung des WC
Duschen kostet zusätzlich 1,- € pro 3 Min. Wasserlaufzeit ( Wasserlauf kann unterbrochen werden )
Waschmaschine und Trockner sind im Eingangsbereich vorhanden.

Zugang zum Sanitärbereich erfolgt mit dem Parktiket.
Der SP ist großzügig angelegt. Gaststätte am Platz (Kanal-Cafe). In Osterönfeld weitere Gaststätte, Eisdiele und Imbiss
Einkaufen ist in etwa 2 Kilometer Entfernung möglich.
Wohnmobil- und Camping-Center mit Werkstatt und Zubehörmarkt etwa 2 Kilometer entfernt. --> Link

Fuß- und Radweg Stadtzentrum Rendsburg durch den Fußgängertunnel in ca 200 m Entfernung


Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 10 Jul 2019 21:52:24

Der 10. Tag meiner Reise begann, Deutschland wird zur "Großraum-Sauna. Ein Temperaturrekord jagt den nächsten, das Thermometer klettert in Süddeutschland bis an die 40-Grad-Marke und auch der "kühle Norden" bekommt von der Hitze einen großen Anteil. Weit über 30 Grad auch dieser Tage in Schleswig-Holstein.
Ich machte an diesem Dienstag eine Radtour am Nord-Ostsee-Kanal entlang. Auf dem Wirtschaftsweg entlang der Wasserstrasse kann man wunderbar radeln. Fast keine Steigungen. Ich fuhr vom Stellplatz in Osterrönfeld rechts herum Richtung Schacht-Audorf und Sehestedt. Schon bald erblickte ich das erste Schiff im Kanal.



Im Hintergrund zu erkennen: die Eisenbahn-Hochbrücke in Rendsburg. Zwischen 1911 und 1913 erbaut, überspannt sie den NOK in 68 m Höhe. Fast 2,5 Kilometer lang erfolgt die Auffahrt in einer Schleife auf der Rendsburger Seite.
Unter der Brücke hatte eine historische Schwebefähre die Aufgabe, Menschen und PKW über den Kanal zu befördern. Im Januar 2016 wurde die Fährgondel bei einer Kollision mit einem Frachtschiff derart beschädigt, daß eine Reparatur nicht möglich war. Bis 2020 soll ein Ersatz geschaffen werden. --> Link

Die "Yara Sela", das Schiff im Bild, ist rund 160 m lang und 25 m breit, Baujahr ist 2016. Das Tankschiff fährt unter norwegischer Flagge.

Direkt unterhalb der Hochbrücke ein weiterer Stellplatz, der ebenfalls vom gleichen Betreiber, der Firma "Spann an", betrieben wird.



Dieser SP ist noch relativ neu, früher war hier ein Platz auf dem das Übernachten geduldet war, dann wurde der Platz gesperrt und für den Hafenbetrieb benötigt.
Seit etwa einem Jahr nun dürfen die Mobile hier ganz offiziell stehen. Direkt an der Hochbrücke ist auch die Schiffsbegrüßungsanlage und ein Restaurant.

Meine Fahrt führte mich dann Richtung Schacht-Audorf; hier verbinden zwei Fährschiffe die beiden Kanalseiten im Pendelverkehr.



Die Mitfahrt auf allen Kanalfähren ist übrigens kostenlos. Dies wurde bereits bei Bau in den Jahren 1887 bis 1895 geregelt. Die durch den Kanal unterbrochenen Verkehrswege mußten erhalten bleiben. Hier bei Nobiskrug befindet sich ein Rastplatz für Radwanderer und Wanderer.



Man kann während der Rast dem Fährbetrieb zuschauen oder anderen Kanalnutzern zuschauen.







Und wieder kommt ein Tankschiff aus Richtung Kiel-Holtenau



und ein "Großer Pott"



Die "Genca" der Finnischen Reederei Transfennica" hat eine Länge von 205 Metern. 2007 gebaut fährt sie unter der Flagge der Niederlande.



Das Cargo-Schiff "Seine-Highway" ist "nur" 148 m lang und wurde ebenfalls 2007 gebaut.

Ich war inzwischen an der Kanalgaststätte "Brauer´s Aalkate" vorbei geradelt und hatte auf einer schattigen Bank am Kanal eine Rast gemacht. Als ich weiter wollte, merkte ich ein komisches Fahrgefühl. Mir schwante Böses; ich griff instinktiv an den Hinterreifen meines Fahrrades. Ohjeh, da war ein Luftproblem; mir ging die Luft aus. Ich wollte ja noch eigentlich ein Stück weiter fahren, aber jetzt entschied ich mich dann doch zur Umkehr. Ich pumpte nochmal Luft auf und radelte los. Ich kam nicht weit. Na gut, dann musste ich wohl schieben. Die "Aalkate war ja in der Nähe", da erstmal Mittagessen. Ein anderer Radfahrer sprach mich vor dem Restaurant an und bot mir seine Hilfe an. Er hatte eine Flasche Reifen-dicht dabei. Okay, ich nahm die Hilfe und die Flasche dankend an. Hinein den schaum und noch etwas Luft zugepumpt. Ich dankte dem freundlichen Helfer mit ´nem Fünfer. Dann radelte ich weiter - ohne das Mittagessen in der Aalkate.
Okay, die Luft hielt zwar nicht richtig, aber ich konnte wenigstens radeln, mußte nicht die ca 8 Kilometer schieben. Ich hatte auch kein vernünftiges Werkzeug eingepackt und kein Flickzeug. Die nächste Reparaturwerkstatt für Fahrräder war in Osterrönfeld, da mußte ich ja sowieso hin. Unterwegs ein paar Mal Luft nachgepumpt, gelangte ich denn doch ganz gut zurück zum Stellplatz. Zunächst eine Pause, dann ein Spaziergang im Ort, ein Eis mußte jetzt sein. Es war unsagbar heiß und ich setzte mich am Stellplatz in den Schatten zwischen den Mobilen. Am Platz gab es auch genug zu sehen und wegen der Wärme mußte ich mich auch nicht so abplagen.
Das Fahrrad verfrachtete ich auf den Heckträger, die Reparatur wollte ich dann zuhause machen.
So ging dieser "Sauna-Tag" in Osterrönfeld auf dem Stellplatz zuende.



Fortsetzung folgt, dann geht es langsam in Richtung Heimat. Also bleibt noch dran! :)

schaetzelein am 11 Jul 2019 07:52:08

blöd das mit deinem Fahrrad. Erzähl doch noch mehr von den Stellplatzkosten da am Kanal. Wir waren vor vielen vielen Jahren auch in Rendsburg. Da war noch keine Infrastruktur für Wohnmobilisten, leider. Schon gigantisch, diese Riesenpötte so aus nächster Nähe zu sehen. Ich habe immer und immer wieder gefilmt und jedesmal gedacht, dass dieser eine Gigant diesmal nicht unter der Brücke durchpasst :mrgreen:

frankjasper8 am 11 Jul 2019 21:38:39

Hallo Ansch! :)
schaetzelein hat geschrieben:blöd das mit deinem Fahrrad.


Nun, ich habe das Rad inzwischen zuhause wieder fit gemacht. Der Schlauch war porös und ich denke, es war einfach eine Altersschwäche. Vielleicht hat auch die Wärme ihren Teil zum Luftverlust beigetragen. Jetzt ist wieder alles gut, neuer Schlauch und neuer Mantel. Könnte ich ja eigentlich wieder losfahren! :eek:

schaetzelein hat geschrieben: Erzähl doch noch mehr von den Stellplatzkosten da am Kanal. Wir waren vor vielen vielen Jahren auch in Rendsburg. Da war noch keine Infrastruktur für Wohnmobilisten, leider.


Nun, in Rendsburg war ich vor einigen Jahren auf einem anderen SP an der Untereider. --> Link
Dieser wurde seinerzeit von einer Behinderteneinrichtung betreut. Ich weiß nicht, ob das immer noch so ist, die letzte Meldung ist in der Datenbank von 2017.
Hier habe ich keine aktuellen Preise. Der Platz ist aber nicht am NOK, sondern in Nähe der Innenstadt.

Am Kanalcafe in Osterrönfeld hängen am Platz diese Preise aus:



Wie erwähnt, ist der Zutritt zu den Sanitärräumen nur mit dem Parktiket möglich. Es können also nur Gäste des Stellplatzes in die Räume. Die Duschen funktionieren mit 1,- €-Münzen. Die Zeit ( Minuten ) ist vollkommen ausreichend, Wasserfluss kann angehalten werden. Stromautomaten mit Münzen in ausreichender Zahl und gut zugänglich. Hier wäre noch ein Video zum Platz: --> Link

Und hier der --> Link zum Stellplatz am Kreishafen unterhalb der Eisenbahn-Hochbrücke. Hier befindet sich aber "nur" ein Sanitärcontainer. Die Geräusche vom Zugverkehr über die Hochbrücke können empfindliche Menschen stören.

Weitere Stellplätze hier in der Region Rendsburg wären in Schacht-Audorf --> Link Kosten pro Nacht 12,50 € zzgl Strom/WC- und Duschnutzung.(Genaue Preise dafür habe ich nicht gefunden.)

Hier wäre noch eine Seite, wo Ihr die Termine der "Traumschiffe", also Kreuzfahrtschiffe, im NOK sehen und Ausdrucken könnt. --> Link

Im Bericht geht es dann morgen weiter. :)

schaetzelein am 12 Jul 2019 07:22:41

Dankeschön Frank, du machst dir wirklich viel Mühe.
Freu mich schon wenn`s weiter geht :D

Gut dass du dein Radl wieder hinbekommen hast. Bist ja ein Allround-Man...Radlmonteur, Koch und Fahrer einschließlich Reiseleitung :lol:

frankjasper8 am 12 Jul 2019 22:53:38

Nun, liebe Mitreisenden, will ich Euch nich länger auf die "Folter" spannen. Sicherlich habt Ihr ja auch noch was Besseres zu tun, als hier in meinen Reiseerlebnissen zu lesen und mit mir durch die Lande zu gondeln. :eek:

Langsam kommen wir zum Ende meines Reiseberichtes, langsam ruft mich die Arbeit zuhause zurück in die Heimat. Der Rasen muß gemäht, das Womo noch ausgeräumt werden und noch so ein paar Kleinigkeiten, welche meine Reise zuende gehen lassen müssen.
Aber noch ist es ja nicht soweit; noch bin ich ja im "Hohen Norden", noch bin ich in Schleswig-Holstein in Osterrönfeld auf dem Wohnmobilstellplatz am Nord-Ostsee-Kanal.

Am 11. Tag meiner Tour, es war der Mittwoch, machte ich mich dann ganz allmählich mit dem Gedanken vertraut, die Heimfahrt anzutreten. Ich hatte auf dieser Reise ganz viel Neues gesehen, einige schon bekannte Orte erneut besucht und trotz der "Saunatemperaturen" einige schöne Fahrradtouren gemacht. Natürlich konnte ich in diesen bisher 10 Reisetagen nicht ganz Schleswig-Holstein anschauen und von daher kann ich hier an dieser Stelle nur verkünden: "Schleswig-Holstein, ich komme wieder!" :) Sicherlich wohl nicht in diesem Jahr, aber irgendwann in naher Zukunft werde ich wiederkommen; es sind noch so viel "weiße Flecken" auf meiner Reise-Landkarte. Meine Vorplanung war viel zu Umfangreich, ich hatte mir zu viel vorgenommen. Das konnte ich - nicht nur wegen der sommerlichen Hitze - in den 12 Urlaubstagen nicht alles verarbeiten. :oops:

So, nun ist es Zeit, den Stellplatz in Osterrönfeld zu verlassen. Ich baute das Wohnmobil wieder zu einem "Fahrmobil" um, entsorgte noch an der entsprechenden Säule der V+E-Einrichtung und bezahlte dann am Parkscheinautomaten an der Platzzufahrt. Dann steckte ich das Ticket in die Schrankenanlage und der Schlagbaum öffnete sich; Ausfahrt frei.
Ich fuhr noch schnell zum Getränkemarkt in Osterrönfeld. Die Mineralwasser-Vorräte mussten dringend aufgefüllt werden. Hier konnte ich auch gleich Fahrradschlauch und -mantel kaufen.
Dann aber ging es los. Über Westerrönfeld und Schülp fuhr ich zunächst noch ein letztes Mal am Nord-Ostsee-Kanal entlang bis zur Fähre Breiholz, dann zur B 77 und über Hohenwestedt nach Itzehoe. Es war wieder ein sehr warmer Morgen, das geöffnete Seitenfenster brachte ein Wenig Kühlung durch den Fahrtwind ins Führerhaus des Ducato. Ich kam gut voran und Non-Stop erreichte ich Itzehoe. Ein kurzer Halt beim "Burger-King", den knurrenden Magen zu beruhigen. Der knurrte fast lauter, wie der Ducato-Motor. :D
Dann ging es gemütlich über Elmshorn und Uetersen in die Region um Hamburg herum. Ohne weiteren Aufenthalt erreichte ich das Stadtgebiet Hamburgs. Ein kurzes Stück auf der Autobahn A 7, nämlich das Stück durch den Elbtunnel, um dann auf der Südseite gleich wieder bei Waltershof von der Autobahn abzufahren.
Ich schrieb es schon zu Beginn der Reise; ich fuhr noch einmal ins "Alte Land". Noch einmal suchte ich den Stellplatz am Fähranleger in Grünendeich auf, um hier meine letzte Nacht dieser Reise zu verbringen.



Wie eine Wetterscheide wirkte an diesem Nachmittag die Elbe. War es in Osterrönfeld und den bisherigen Tag über noch sehr warm und sonnig, so war es hier in Grünendeich jetzt recht frisch und ein frischer Wind beherrschte das südliche Elbufer. Und es war richtig schön, mal so richtig durchatmen zu können. Nach den heißen Tagen in Schleswig-Holstein war es hier angenehm frisch.
Ich ging ein paar Kilometer auf dem Elbdeich Richtung Steinkirchen, die Elbe immer im Blickfeld.





Hier in Grünendeich reichen die Obstplantagen mit unzähligen Apfelbäumchen bis direkt an den Fluss heran. Ein Traktor war dabei, das Gras zwischen den Baumreihen zu mähen.



Hinter´m Deich fällt der Blick des Wanderers dann vielfach auf die so typischen Fachwerkhäuser und -scheunen.



Und auf der Elbe dann konnte ich noch einen größeren Container-Frachter im Bild festhalten.



Die frische Luft hier am Elbe-Deich tat richtig gut. Zurück auf dem Stellplatz gönnte ich mir noch eine leckere



und machte noch einen weiteren "Verdauungs-Spaziergang" in der Nähe des Stellplatzes.



... und noch ´n Schiff:



Dann war es an der Zeit, die letzte Nacht im Wohnmobil für diese Reise einzuläuten.


Tagesetappe Osterrönfeld -> Grünendeich = 192 Kilometer
Gesamtstrecke bisher 1045 Kilometer.


Und dann war es unwiederbringlich der letzte Reisetag. Tag 12, es war Donnerstag.
Ich hatte an diesem Morgen noch ein Date und war deshalb schon Morgens um 3.30 Uhr wach. Es war noch einmal ein Kreuzfahrtschiff im Hamburger Hafen angekündigt. Im Handy-Internet rief ich daher mal die Seite der Schiffspositionen auf. Es war noch etwas Zeit und ich blieb noch ´n halbes Stündchen liegen. Fast wäre es ein Fehler gewesen, denn als ich später gegen 4.00 Uhr raus kam, war das Kreuzfahrtschiff schon kurz vor dem Stellplatz.



Die MSC "Orchestra" war auf Fahrt Richtung Hamburger Hafen. Das Schiff ist 294 m lang.





Und während die "Orchestra" sich in Richtung Hamburg davon machte, legte ich mich noch ein paar Stündchen ins Bettchen. dann um 7.30 Uhr war aber die Nacht vorbei und nach dem Frühstück machte ich mich ganz langsam auf den Weg nach Hause.



Zunächst entlang des Elbdeiches mit einem kurzen Halt am Este-Sperrwerk



und letztem Blickkontakt mit der Elbe



fuhr ich dann über die Bundesstrasse 3 vom "Alten Land" über Buxtehude nach Soltau. Fast schnurgerade verläuft hier die Bundesstrasse durch schöne Heidelandschaft. Ich hätte auch bequem ganz über die B 3 in die Heimat gelangen können, denn die verläuft auch in Nähe meines Wohnortes. Ich wollte aber nicht den "Umweg" über Celle machen, wollte Zeit sparen. Ein großer Fehler, wie sich herausstellte, als ich dann bei Soltau auf die A 7 auffuhr. Schon bald nach dem Autobahndreieck Walsrode verwandelte sich die Autobahn wieder in einen großen Parkplatz. Auto an Auto, Lkw an Lkw.
Also wieder runter von der "Bahn" und ab auf die Landstrasse. Es war die gleiche Strecke, die ich auch auf der Hinfahrt fahren musste. Natürlich war ich nicht der einzige schlaue Autofahrer Deutschlands. Auch hier auf der Landstrasse bei Hodenhagen im Allertal ging es nur im Stop-and-Go-Tempo vorwärts.



Mühsam quälte sich eine Blechlawine Richtung Süden. Auf der Strecke noch ein Unfall, Rettungswagen mußten sich auch durch den Stau vorarbeiten. Die Rettungsgassenbildung war hier auf der schmalen Strasse gar nicht so einfach. Es dauerte etwa eine Stunde, dann erreichte ich ungewollter Weise Hannover. Irgendwie hatte ich in dem Verkehrsgewühl die letzte Möglichkeit zur Auffahrt auf die A 7 bei Mellendorf "verschlafen" und war nun im dichten Stadtverkehr von Hannover gelandet. Gefühlt jede Strasse Hannovers bin ich entlang gefahren, Strassenbahnen auf der Strasse, das kenne ich ja fast gar nicht. Mein Navi war mir in diesem Moment auch keine große Hilfe, ich richtete mich nach den Wegweisern zur Messe; das war ungefähr meine Richtung, da war ich halbwegs ortskundig.
Der Stadtverkehr war eine Qual für mich und für das Wohnmobil; Anfahren - Gas geben - bremsen - anhalten. Oh Gott, hoffentlich hat das bald ein Ende. Erst spät kam mir in Erinnerung, daß es ja in Hannover Umweltzonen gibt. Hoffentlich war ich mit meiner gelben Plakette an der Windschutzscheibe nicht in einer solchen unterwegs gewesen. Auf derartige Schilder hatte ich nun wirklich nicht geachtet.
Irgendwie schaffte ich es dann aber mich durch Hannover zu wühlen und erreichte wieder bekannte Strassenzüge, sodaß ich mich dann wieder auf der B 3 in Richtung Heimat bewegte. Am späten Nachmittag, später als geplant, erreichte ich dann endlich meinen Wohnort.

Ein schöner Urlaub ging damit zuende.

Tagesetappe Grünendeich -> zuhause = 238 Kilometer

Kilometer-Endstand Gesamtstrecke: 1283 Kilometer




So, liebe Reisebegleiter. nun bin ich am Ende meines Reiseberichtes, ich habe fertig! :)
Es ist Zeit, daß Ihr Euch aus dem gemütlichen Gruppenausflug verabschiedet. Bitte Alle aussteigen, dieses Reisemobil endet hier.

Danke, daß Ihr mit mir unterwegs ward! :)
Bin jetzt auf Eure Rückmeldungen gespannt! :)

Jonah am 13 Jul 2019 04:04:26

Bin gerne mitgefahren, war toll, eine schöne Reise und unterhaltsam beschrieben, vielen Dank.

Julia10 am 13 Jul 2019 08:29:28

Schön wär's Frank. Viele Erinnerungen an Reisen in Deutschland Norden wurden wach. Danke für die Mühe, die Du Dir beim Erstellen des Berichts gemacht hast. Kostet immer viel Zeit.

iwoi am 13 Jul 2019 08:57:14

schade, daß der Reisebericht schon zu Ende ist. Nun muss ich wohl aussteigen! Doch beim nächsten Mal bin ich wieder dabei!
Danke für den kurzweiligen Bericht und die schönen Bilder.

Lancelot am 13 Jul 2019 10:38:17

Ich auch : Vielen Dank ... :gut:
wieder einmal ein informativer und netter Bericht über eine sehenswerte heimische Region.

:dankeschoen:

bonjourelfie am 13 Jul 2019 10:42:20

Ich bin gerade aus Schweden zurück und habe den Rest deines Reiseberichtes gelesen, noch mal vielen Dank. Du bist für mich ein großes Vorbild, vielleicht schaffe ich es ja auch noch einen Schwedenbericht zu schreiben.

LGElfie

schaetzelein am 13 Jul 2019 13:01:10

Danke Frank, war schön mit dir zu fahren. Gut dass du ein Frühaufsteher bist, ich würde solche "Schiffsmomente" total verschlafen.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub heißt es so schön. Wo geht die nächste Reise hin ? ;D

Paulinchen am 13 Jul 2019 19:32:07

Moin Frank,

es war wie so oft sehr schön mit Dir mitgefahren zu sein ;D . Wieder einmal mehr hast Du unser schönes Deutschland - speziell jetzt mein geliebtes Schleswig-Holstein - toll in Szene gesetzt :) . Aber leider ist diese Reise viel zu schnell zu Ende gewesen. Auch hat das Wetter mitgespielt, was leider nicht so oft bei uns vorkommt. Vielleicht hast Du etliche Leser doch überzeugt, das Land im hohen Norden unserer Republik zu besuchen.

Gerade jetzt merken wir Schleswig-Holsteiner, wie beliebt unsere Region ist. 14 Bundesländer haben z.Zt. Ferien, unsere Autobahnen sind wieder mal total verstopft. Ok, Schleswig-Holstein ist auch ein beliebtes Transitland Richtung Skandinavien. Trotzdem machen sich auch wieder einmal viele Familien aus NRW und dem Süden der BRD auf den Weg in unser Ländle.

Dein Gedankengang, demnächst nocheinmal nach SH zu kommen, finde ich Spitze :ja: . Es zeigt, dass Du die vielen Vorschläge, die Du hier gesammelt hast, doch noch nicht alle abarbeiten konntest.

Frank, vielen Dank für Deine große Mühe in Form eines wunderschönen Reiseberichts, die Du jedesmal nach Deinen Reisen erstellst. :respekt:

frankjasper8 am 13 Jul 2019 21:09:47

Dann möchte ich mich hier an dieser Stelle schon einmal herzlich für Eure lieben Kommentare bedanken!



Ach, das geht wieder runter, wie Öl.
Ich hatte es schon irgendwann einmal erwähnt, daß das Schreiben von Reiseberichten inzwischen zu einem Hobby geworden ist. Und daran ist dieses Forum, seid Ihr, nicht ganz unschuldig! :eek:
Die vielen Berichte zu Euren Reisen, besonders von "Gogolo" (Günther) oder von Hans-Werner und Lena, aber auch natürlich von Julia, Steffen und einigen anderen zu lesen, ist immer wieder schön und interessant. Da sind einige Gegenden dabei, zu denen ich nie vordringen werde, fremde Galaxien sozusagen.
Ich hoffe ja, unser "Gogolo" wird seine "Schreibschwäche" :D noch einmal überwinden und uns noch ein paar schöne Reiseberichte hier einstellen.

Wenn ich hier meine Erlebnisse für die Leser niederschreibe, ist es für mich auch noch einmal ein Erlebnis, die Reise zu verarbeiten. Außerdem hat dann das Fotografieren auch einen Sinn; ich selbst würde die Fotos sonst höchstens noch ein- oder zweimal ansehen und dann würden sie im Nirwana des Rechnerspeichers verschwinden. Manchmal muß ich beim Schreiben und Betrachten der Fotos echt schon überlegen, wie oder wo das Foto aufgenommen wurde. Und warum soll ich meine Erlebnisse nicht mit Euch teilen, Ihr teilt sie ja auch! :)
Ich würde mich auch freuen, wenn meine Reisen zur Nachahmung aufrufen und Ihr meinen Reifenspuren folgt. Unser Deutschland, aber natürlich auch das mit dem Womo erreichbare Ausland ist es immer wert, besucht zu werden!

schaetzelein hat geschrieben:Danke Frank, war schön mit dir zu fahren. Gut dass du ein Frühaufsteher bist, ich würde solche "Schiffsmomente" total verschlafen.

Wo geht die nächste Reise hin ?


Hallo Ansch!

Na ja, ich hätte es wahrscheinlich auch "verpennt", war aber eher zufällig wach geworden und hatte den Schiffsradar im I-Net aufgerufen. Da war die "Opera" im Raum Drochtersen angezeigt worden. Daß sie dann so schnell in Grünendeich eintreffen würde, hatte ich gar nicht erwartet. Ich war erstaunt, als ich rauskam, daß schon die Lichter vom Stellplatz aus zu sehen waren.

Ja, die nächste Reise steht bald an, Anfang September geht es wieder so 12 Tage auf "große Fahrt". Ich weiß aber noch nicht, wohin es mich dann treibt. Ich werde es wohl kurzfristig vom Wetter abhängig machen.



Paulinchen hat geschrieben:Dein Gedankengang, demnächst nocheinmal nach SH zu kommen, finde ich Spitze :ja: . Es zeigt, dass Du die vielen Vorschläge, die Du hier gesammelt hast, doch noch nicht alle abarbeiten konntest.


Moin Ricarda!

Ja, schön war´s bei Euch in Schleswig-Holstein! :)
Ich hatte Bombenglück mit dem Wetter, bis auf ein paar Regenschauer und Gewitter war es immer richtig warm, mir ehrlich gesagt schon zu warm. Ich habe vieles gesehen, die vorher gesammelten Tipps soweit es ging in die Reise eingeplant. Nicht besucht hatte ich den Raum Kiel wegen der "Kieler Woche" und mir gingen dann schnell die Urlaubstage aus. Aber ich wollte auch nicht durch S-H hetzen, Urlaub soll ja Erholung sein. :)
Irgendwann in den kommenden Jahren werde ich wieder nach S-H kommen. Bis dahin lerne ich die Regionen dann hier im Forum kennen. Vielleicht kann ich ja irgendwann auch mal länger als 12 Tage am Stück auf Tour gehen. Urlaub, das könnte ich hauptberuflich machen! :D

So, an Alle noch einmal herzlichen Dank, auch für die schon 23 positiven Klicks in den Bewertungen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr auf der nächsten Reise wieder mitfahren würdet. :)

leoline am 14 Jul 2019 13:35:12

Na klar, bin bei der nächsten Reise auch wieder mit dabei, zumal wir ja in diesem Jahr wohl keinen längeren Womo-Urlaub mehr machen, die Renovierung zieht sich doch länger hin als gedacht, aber unsere neue Heimat südliches Niedersachsen Emsland gefällt uns so gut, dass wir da gar nicht traurig sind. Diese ganze Gegend hier kennen wir überhaupt noch nicht, da kann man mal sehen, dass man so vieles von Deutschland gar nicht kennt, was auf jeden Fall aber sehenswert ist!
Also dann freue ich mich schon auf die Tour im September, bin gespannt, wohin du uns dann entführst! :mrgreen:

volkermuenster am 14 Jul 2019 13:38:08

Moin Frank,

so jetzt habe ich fast das Ende verpasst - vielleicht bin ich auf dem Heckplatz auch leicht eingenickert.... :-)

Werde mich aber nun aus dem Mobil schälen - muss schliesslich noch zwei Wochen malochen. ABER dann geht es auch bei uns los.

Vielen Dank für`s mitnehmen und weiterhin gute Fahrt mit diesen tollen Berichten.
Gruß
Volker

Ansi001 am 14 Jul 2019 21:25:51

Hallo Leute, ich steige auch noch schnell zu. Die Gegend kenn ich sehr sehr gut, bin familiär bedingt ganz oft in Westerholz. Schöne Gegend.
Ich würde auch noch eine Kiste Flens Gold beisteuern, man soll ja viel trinken bei dem heissen Wetter (obwohl es im Moment ja wohl ne kleine Sommerpause gibt.

LG Ansgar

schnecke0815 am 15 Jul 2019 05:24:18

Ohje sind die Hessen wieder schnell. Kommen erst wenn alles vorbei ist :roll:

Danke Frank für die schöne Reise.

fritzi2015 am 15 Jul 2019 06:53:13

Hallo Frank,
vielen Dank für den wunderbaren Reisebericht. Er bietet uns viele Anregungen für zukünftige Planungen. Due Region liegt uns auch am Herzen.
Bis dann mal wieder.
HG
Fritzi

zeus am 15 Jul 2019 09:58:41

Ich sage auch Danke, ich kenne die Region sehr gut und bin gerne mitgefahren.

Ansi001 am 15 Jul 2019 12:03:51

schnecke0815 hat geschrieben:Ohje sind die Hessen wieder schnell. Kommen erst wenn alles vorbei ist :roll:

Ups, wie peinlich, ich hatte gestern irgendwie den Antworten-Button gedrückt, ohne zu sehen, dass es noch eine Seite 2 gibt.
Sorry
:oops:

schnecke0815 am 15 Jul 2019 12:08:32

Alles gut, ist doch eher lustig. :lach:

19grisu63 am 15 Jul 2019 13:10:43

schnecke0815 hat geschrieben:Ohje sind die Hessen wieder schnell. Kommen erst wenn alles vorbei ist :roll:

Nur mal nicht verallgemeinern :evil: Ich bin auch Hesse und war rechtzeitig da :D Und Ansgar ist noch neu, der darf auch mal was länger brauchen :ja:

OnkelAchim am 15 Jul 2019 13:33:26

sehr klasse
vielen Dank für die Reise und Ideen für meine anstehende Reise.

LG
Achim

schnecke0815 am 15 Jul 2019 18:35:27

19grisu63 hat geschrieben:Nur mal nicht verallgemeinern :evil: Ich bin auch Hesse und war rechtzeitig da :D


Ausnahmen bestätigen die Regel :eek:

Waellerwind am 15 Jul 2019 18:56:19

Dank deinem und anderer Reiseberichte sieht man wie schön und lohnenswert eine Reise in Deutschland ist.
Klasse bericht!


____________________

Gruß Andreas

kampfzwerg am 15 Jul 2019 20:34:53

War heimlich zugestiegen und hab alles mitbekommen und fand es wieder einmal sehr schön. Freue mich auf den nächsten Reisebericht und sage ganz herzlichen Dank fürs Mitnehmen und die vielen schönen Bilder und Kommentare.

Freut mich immer wieder, sowas schönes zu lesen und beneide die eifrigen Schreiber/-innen, weil sie es so gut können.

Danke schön.

frankjasper8 am 15 Jul 2019 20:49:12

Vielen Dank hiermit auch an die "Nachzügler"!

Ihr ward wohl eingeschlafen, daß Ihr die anderen nicht gehört hattet, wie sie ausgestiegen sind? :D
Lag Euch mein Essen sooo schwer im Magen? :eek:
Oder war das Bier noch nicht ausgetrungen, die Aprikosentarte noch nicht aufgegessen? :D

renle95 am 18 Jul 2019 00:48:22

Für alle die die Geltinger Birk noch besuchen wollen:

Die Koniks befinden sich oft am Anfang der Birk, vom Leuchtturm Falshöft kommend. Meist in der Nähe der Kühe die Frank fotografiert hat.
Etwas länger sollte man auch in der Nähe der Windmühle "Charlotte" verweilen und die Gegend genau beobachten. Hier sah ich vor zwei Jahren einen ausgewachsenen Seeadler mit Jungadler, die sich an einer geschlagenen Möwe o.ä. gütlich taten.
Wir standen auf dem CP Seehof.

Lieber Frank, dein Reisebericht war wieder herrlich. Wunderschön erzählt. Danke :)

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