Da wir aber vier bis fünf Wochen eingeplant hatten konnten wir spontan sein, bleiben wo es uns gefiel oder die Route nach Belieben ändern. Hier eine kurze Reisebeschreibung.
30.5.19, Himmelfahrt - Abfahrt Xanten
Spooky ist vollgepackt mit Vorräten und allem was man in Norwegen so braucht, inklusive Angelzeug für's Meer. Wir haben die Fähre Grenaa-Varberg für den 5.6. morgens um 1 Uhr gebucht. Das war deutlich preiswerter als die ursprünglich geplante Brückenfahrt. Für 68 Euro konnten wir mitfahren. Im Nachhinein sage ich Blödsinn. Die paar gesparten Euros machen die viel größere Flexibilität in der Planung nicht wett und so viele Kilometer spart man auch nicht. Bis zur Abfahrt hatten wir reichlich Zeit und die Wettervorhersage war gut, so dass wir noch irgendwo an der deutschen Nord- oder Ostseeküste ein paar Tage bleiben wollen.
Unspektakulär über die Autobahn ging es bis hinter Hamburg. Meist so 100 km/h, wenn ich mit Spooky reise mag ich nicht hetzen. Ohne nennenswerte Staus, es war ja zumindest in NRW Feiertag, sind wir in Itzehoe auf dem kostenlosen Stellplatz gelandet. Der ist wahrlich keine Schönheit, aber für die Nacht ok. Das Wetter war trübe und regnerisch, aber auch schwül. Trotzdem machen wir einen kurzen Stadtrundgang. Am nächsten Morgen wollten wir dann an der Küste weiter hoch.
Verbrauch nach Bordcomputer 6,9 Liter. Ein Hoch auf den Rückenwind und den holländischen Reisebus, der exakt 100 km/h fuhr und dem wir mit dem nötigen Sicherheitsabstand über weite Strecken gefolgt sind.
31.5.19
Wir haben ruhig geschlafen, waren aber relativ früh wach. Nach den morgendlichen Ritualen sind wir zur Entsorgung Platz (1,—€) und dann Richtung Heide gefahren. Dann großer Schreck: Die gelbe Motorkontrollleuchte brennt, aber der Wagen fährt ganz normal. In Heide sind wir dann zur Werkstatt, ATU, nachdem uns zwei andere Werkstätten an diesem Tag nicht mehr helfen wollten oder konnten.
Das Abgasrückführungsventil hatte die Fehlermeldung verursacht. Der Meister meine, die würde sicher wieder angehen irgendwann. Aber da Spooky noch keinen Partikelfilter hat, wäre keine Gefahr in Verzug und wir könnten das ignorieren. Vorab: Die nächsten 6000 Kilometer ist die Lampe nicht mehr angegangen!
Ohne weitere Fehlermeldung haben wir dann in St. Peter Ording eine "Stadtrundfahrt" gemacht. Wir empfanden das Touristenzentrum als viel zu eng und voll für uns und sind daher nach Husum weiter gerollt.
Das gefiel uns schon bedeutend besser und nach einem leckeren Fischbrötchen und einem Pfund frisch vom Kutter gekauften Krabben haben wir einen ausgiebigen Stadtrundgang gemacht. Nett da oben, und einen Stopp oder mehr sicher wert!
Bleiben wollten wir aber noch nicht, sondern noch ein bisschen weiter fahren. So haben wir von der Nord- an die Ostseeseite gewechselt und für die Nacht am Citti-Einkaufszentrum in Flensburg eingeparkt. Nicht schön, aber eben und kostenlos.
Die selbstgemachte Krabbenbrötchen (selbstgepult!!!) mit Biosalat aus Schwager's Garten waren Spitze.
Abends gab es dann noch Boeuf Stroganoff, das ich schon zuhause gekocht hatte.
1.6.19
Wir waren relativ früh auf und beschlossen die Küste südöstlich von Flensburg bis Kappeln zu erkunden. Also sind wir zeitig los und brauchten an der VE am Citti Einkaufszentrum auch nicht zu warten. Unterwegs haben wir eingekauft und wollten dann am Fähranleger von Langballingholz frühstücken. Haben wir auch in Ruhe gemacht bis meine Frau meinte, dass hinter mir (umgedrehter Fahrersitz) auf dem Parkplatz jemand steht, der Ähnlichkeit mit Conrad, dem jüngsten Sohn meines Kölner Freundes Wolfgang hat. Der hatte nicht nur Ähnlichkeit, es war es auch. Seit vielen Jahren wohnt er in Hamburg und war dort, um den Geburtstag der Schwiegermutter in einem Restaurant vor Ort zu feiern. Es gibt so unglaubliche Zufälle.
Danach haben wir die Küstenörtchen bis Kappeln abgeklappert, wo die Kappelner Heringstage gefeiert wurden. Knüppelvoll, aber dennoch ein schönes Erlebnis.
Auf dem Rückweg wollten wir uns einen schönen Stellplatz am Meer suchen, aber wir hatten die Rechnung nicht mit den Ausflüglern am langen Feiertagswochenende gemacht.
Erst in Westerholz haben wir einen schönen und einigermaßen windgeschützten Platz gefunden, wo wir uns für zwei Tage eingemietet haben und das vorhergesagte schöne Wetter am Meer verbringen wollen.

Abendstimmung Westerholz
2.6.19
Morgens hab ich mal wieder die Laufschuhe geschnürt und bin ein paar Kilometer auf dem Uferweg gelaufen. Mehrmals hin und her, zwischen Langballingholz und dem Lokal "Strandgut", denn so weit ist es nicht. Nach dem Duschen und frühstücken haben wir dann die Wanderstiefel angezogen und sind über den unbefestigten Förde-Wanderweg, erst am Ufer und der Steilküste lang, dann hoch und durch Wälder und Felder zurück. Das Wetter war herrlich sonnig und ein bisschen windig. Das hat uns aber nicht davon abgehalten später noch einmal zum Yachthafen zu laufen und dort in der Sonne ein leckeres Flensburger zu trinken und noch weiter Sonne zu tanken.

Strand-Wanderweg
3.6.19
Wir verlassen unseren Stellplatz im Lauf des Vormittags und wollen noch unsere Vorräte ergänzen, was wir in einem Aldimarkt auch machen. Dann fahren wir entlang der Küste Richtung Glücksburg und halten etwas abseits am Yachthafen unterhalb des „Ruhewaldes“, einem Waldfriedhof. Hier könnte man sicher auch über Nacht bleiben, denn außer den Mitgliedern des Yachtclubs und ein paar Spaziergängern kommt keiner vorbei. Nach einem Mittagsschläfchen machten wir auch noch einen ausgiebigen Spaziergang. Und weil das Laufen in Sand und Kies so anstrengend war, folgen wir einem Trampelpfad hoch in den Wald. Seeehr steil und wie sich nach der halben Strecke herausstellte auch kein Trampelpfad, sondern einfach Waldboden. Den wir aber gemeistert, allerdings teilweise auf allen Vieren.
Übernachtet nach der Tagestour haben wir wieder in Flensburg für eine weitere kostenlose Nacht am Citti-Park. Am nächsten Morgen soll es weiter gehen nach Dänemark.
4.6.19
Nach der VE erledigten wir die letzten Einkäufe, tankten nach und rollten in aller Ruhe Richtung Grenaa. Eigentlich wollten wir nur mal sehen, wie die Parksituation am Hafen ist, weil wir ja die unchristliche Abfahrtszeit um 1 Uhr morgens gebucht hatten. Am Schalter von Stena bekam ich die Auskunft, dass der große Parkplatz vor dem Terminal kostenlos genutzt werden kann. Da wir beide etwas müde waren haben wir nach einem kleinen Stadtbummel in Grenaa auch diesen Parkplatz angefahren und ein Nickerchen gemacht. Dann konnten wir auch schon Einchecken. Als ERSTE! Nur auf den LKW Spuren standen schon einige Trucker. Wir haben sogar noch ein Stündchen in der Sonne gesessen, dann gekocht und gegessen und dann begann das Warten wir auf die Fähre.
Vielleicht noch ein Stündchen schlafen, ein bisschen Fernsehen und dann geht es nach Schweden.

Noch ein paar Sonnenstrahlen tanken, wer weiß was kommt
5.6.19
Gegen Mitternacht, wir waren schon eine halbe Stunde auf und hatten unsere Rucksäcke gepackt, kam Leben in den Hafen. Die Fähre legte an und das Ausladen begann. Gas abstellen und Gaskasten versiegeln. Nach einem LKW fuhren wir als zweites Auto auf die Rampe. Es waren höchstens 10, 12 Womos, eine Handvoll PKWs der Rest LKW.
An Bord, die Einrichtung der Stena Nautica ist schon arg heruntergekommen, haben wir im öffentlichen Bereich eine Bank bezogen. Die "Clubsessel" waren lose und zu unbequem. Ein Leffe Bier haben wir uns gegönnt und weil es so leer war könnten wir sogar ausgestreckt ein bisschen schlafen. Die meisten Trucker hatten wohl Schlafkabinen gebucht.
Nach der Ankunft, wir waren auch die Zweiten die rausfuhren, ging es Richtung Göteborg. Offenbar haben wir da die Maut geprellt. Wir hatten etwas blauäugig erwartet, dass es wie in Frankreich an einer Péage Station kassiert wird. War aber nicht. Jetzt hoffe ich, dass es wie in Norwegen automatisch in Rechnung gestellt wird, sonst kommt das dicke Ende noch als Bußgeldbescheid. Ist mir mal in Melbourne so passiert, da war Wochen später die Abbuchung auf der Kreditkarte. Die Daten hatte der Vermieter ja und mit Sicherheit stand das auch irgendwo im Kleingedruckten des Mietvertrages für den Camper.
Da wir ziemlich k.o. waren, haben wir nach kurzer Fahrt auf dem Stellplatz Smartholmen bei Kungsbacka noch ein Stündchen geschlafen und sind dann teils Autobahn, teils kleine Straßen weiter Richtung Vänern gefahren. Da haben wir natürlich auch nach schönen Plätzen Ausschau gehalten. Gefunden haben wir welche, aber keine mit guter Übernachtungsmöglichkeit. Claudia entdeckte noch eine kleine Schlange, die aber kurz vor dem Exitus an der Straße lag und kaum weg kriechen konnte. Ich tippe, es war eine Schlingnatter.

In Amal auf dem kleinen städtischen Stellplatz am Hafen (ca. 10 €) haben wir übernachtet. Der Tag wurde noch richtig sonnig, so dass wir lange draußen gesessen haben. Abends habe ich dann noch eine Ringelnatter am See etwas abseits vom Stellplatz beobachtet. Keine Ahnung, wann ich in Deutschland das letzte Mal eine Schlange in freier Natur gesehen habe, und heute gleich zwei.

6.6.19
Von Amal aus führt uns der Weg weiter Richtung Norden. Wir folgen unspektakulär der 45 Richtung Karlstad. Zwischendurch verließen wir die Bundesstraße und fuhren über eine fast parallel verlaufende kleine Straße entlang eines der tausend kleinen Seen. Dieser hier, Mellan-Fryken war ca. 40-50 Kilometer lang...

Zwischendurch gab es noch eine Kaffeepause am See
Dann wieder auf die 45, auf der man gut voran kommt und trotzdem viel von der Landschaft sehen kann. Etwa 35 km vor Mora verließ uns die Lust am Fahren und wir sind auf einen Campingplatz (Steiner) am See gefahren. Es gab noch Sonne satt, Claudia hat die Waschmaschine angeworfen. Nach dem Abendessen habe wir das erste Mal Mücken im Womo gejagt. Keine Ahnung, wo das Ungeziefer reingekommen ist. Die Fliegengitter waren alle zu. Wenn ich mal mit einem Geistlichen ins Gespräch komme muss ich ihn fragen, ob er eine Idee hat,was sich der liebe Gott bei der Erschaffung dieser Spezies gedacht hat haben könnte.

Noch war Ruhe, aber dann kamen die Vampire...
7.6.19
Wir fuhren nach Mora, dem Ort des Wasalaufes und mussten aber erst einmal tanken. Mit zwei Tankfüllungen sind wir 1700 Kilometer weit gekommen. Da kann man nicht meckern (Verbrauch lt. Bordcomputer 7,5 l).
Dann, beim Stadtbummel, mussten wir natürlich ein Foto machen am Zieltor des Wasalaufes. Eine tolle Idee: am Tor stehen ein paar Langlaufskier, Stöcke und eine Startnummer, mit der man sich kostümieren und fotografieren kann. Haben wir natürlich gemacht, bzw. ich habe mein Weib fotografiert (ist nicht despektierlich, sie findet es selbst ok, wenn ich sie so nenne und es ist eher ein Kosewort für uns).


Dann haben wir unsere Vorräte ergänzt, unter anderem mit Zimtschnecken... lecker!!! Auch ein paar Dosen Leichtbier zum Probieren was mir blüht, wenn das deutsche Bier ausgetrunken ist, Salat und Wasser und dann ging es über kleine Straßen Richtung Norwegen.

Der Grenzübergang an der Straße hatte keine Zollstation, sonst hätten wir die drei Liter Wein und die 5 Liter Bier, die wir über das Limit hatten angemeldet, aber so...
Die erste Nacht in Norwegen verbrachten wir an einem kleinen Badeplatz am Seeufer des Bergesjoen. In der Nähe von Elverum. Am anderen Ende des Parkplatzes war eine kleine Geburtstagsfete im Gang. 10 - 15 Mädchen im Alter von 14, 15 Jahren zelteten da bewacht vom Vater des Geburtstagskindes. Es schien aber erträglich zu bleiben, also blieben wir auch.

Später kam noch ein belgisches Paar zu dem schönen Freistehplatz
8.6.19
Es war sehr ruhig. Von den Girlies haben wir nichts mitbekommen. Nach dem Frühstücken in der Sonne haben wir uns also auf den Weg gemacht über Elverum, Hamar nach Lillehammer, der Olympiastadt von 1994. Auf den Olympiaschanzen wurde sogar trainiert, ohne Schnee, dafür auf Kunstrasen.

Ich würde da nicht für Geld und gute Worte runter fahren.

Die trauen sich was, Chapeau!
Nach einer Stadtbesichtigung und dem Versorgen mit Bargeld machten wir uns auf den Rundweg um den Rondane Nationalpark, in dem sogar einige Moschusochsen frei rumlaufen. Eine ursprünglich geplante Wanderung hier musste leider entfallen, da es Claudia (meinem Weib) mit ihrem Asthma nicht so gut ging. Ursache unbekannt.
Die Landschaft ist einerseits beeindruckend mit der Sicht auf richtig hohe und z.T. noch mit Schnee bedeckten Gipfel, andererseits aber auch langweilig, da sehr karg ist und nur wenig Vegetation hat. Man sollte es aber mal gesehen haben. Fjordnorwegen ist (für mich) sicherlich interessanter. Übernachtet haben wir frei auf einer Hochebene am Dovrefjell. Der nächste Ort ist Hjerkinn. Keine Menschenseele weit und breit. Dafür eine gigantische Aussicht. Zwar weit und breit kein Baum kein Strauch, aber ein paar Edelstahlskulpturen.


Schon jeck diese Norweger. Mal sehen, was die Nacht bringt. Das Wetter ist regnerisch und windig vorher gesagt. Vielleicht fahren wir doch noch Richtung Lofoten, da soll Sonne sein.
9.6.19
Nach einer absolut stillen Nacht, nur ein kräftiger Schauer hat uns mal geweckt, sind wir noch auf den Aussichtspunkt Gautaseter am Ende der Schotterstraße gefahren. Da standen mehrere Mobile, die dort die Nacht verbracht hatten. Bestimmt war es da noch windiger und kühler als bei uns (7 Grad). Dafür war die Aussicht noch besser, denn der Wetterbericht hatte sich geirrt, es war teilweise klar und sonnig.

... wenn schon kein echter beim Wandern, dann wenigstens einer aus Eisen.
Gut gelaunt sind wir also in einen grandiosen Tag gestartet. Ohne Zweifel die schönste Tagesetappe der gesamten bisherigen Tour. Zunächst über Dombås, dann entlang der E136 Richtung Andalsnes. Ein Stopp an der für ihre Schnitzereien bekannten Kirche in Lesja lohnt sich.

Auch, wenn man wie wir nur zwei Minuten für die Besichtigung hat. Denn es war ja Pfingstsonntag und der Pfarrer stand am Eingang und begrüßte alle Gottesdienstbesucher mit Handschlag. Diese waren ausnahmslos sehr ordentlich gekleidet, sogar die Kinder im Anzug oder Kleid und die Erwachsenen in Tracht. Wir passten da überhaupt nicht zu in unserer Urlauberfreizeitkleidung und der Pfaffe stutzte kurz, als wir auf den Eingang zusteuerten. Ich fragte ihn, ob wir noch kurz reinschauen dürften, bevor die Messe beginnt. Wir durften, und wurden sogar eingeladen, der Messe beizuwohnen. Wir sind aber nicht geblieben, sondern weiter gerollt. Geschätzte 20 Mal haben wir angehalten auf der Strecke um Wasserfälle, Katarakte, Kirchlein und einfach schöne Aussichten zu fotografieren. An einem Rastplatz an einer Mischung aus Wasserfall und Katarakt haben wir Elch- und Rentiersalami gekauft (als Mitbringsel) und da wir schon einen Elch am Heck als Aufkleber spazieren fahren, einen Trollaufkleber.

Jede Menge Trolle!

Stromschnellen

Wasserfälle ohne Ende

Einfach grandios!
Petrus hat es richtig gut gemeint mit uns. Ab und zu ein Wölkchen, aber sonst blauer Himmel und Sonne! Am Trollveggen-Besucherzentrum haben wir angehalten und uns die größte senkrechte Steilwand Europas, die Trollwand, angesehen. Beeindruckend. Unten steht eine Tafel, auf der die Kletterwege der (für mich) Wahnsinnigen eingezeichnet sind, die oben angekommen sind.

So etwas kannte ich bisher nur von einer Wanderung am Fuß der Eiger-Nordwand.
Nach so vielen Eindrücken hatten wir keine große Lust noch weiter zu fahren und machten uns auf die Stellplatzsuche. Am Abzweig der 136 zum Trollstiegen sind wir auf die 63 abgebogen und nach ein paar hundert Metern auf den Campingplatz Trollstiegen Resort abgebogen, weil wir auch ver- und entsorgen mussten. Wir trauten unseren Augen nicht, denn die Betreiber warben in großen Lettern damit, das VE kostenlos sei, aber nicht nur das, auch Wohnmobile dürfen kostenlos eine Nacht stehen. Wer keinen Strom (3 Euro) braucht und die Duschen/WC nicht nutzen möchte (15€ für alle Personen) kann hier tatsächlich kostenlos übernachten Bei herrlicher Bergkulisse und sehr ruhig! (das Angebot ändert sich aber saisonweise!!!).

Am nächsten Morgen wollten wir dann weiter Richtung Molde über Andesnes.
Ålesund und Trollstiegen selbst wollten wir uns für den Rückweg lassen. Das Angelzeug hatte ich nachmittags in der Sonne vor dem Womo schon grob parat gemacht. Beim letzten Norwegenbesuch ließ es sich auch vom Ufer aus gut auf Pollack und Makrelen angeln...
10.6.19
Planänderung!!! Eigentlich war Dauerregen vorhergesagt für heute, daher wollten wir den Trollstiegen später fahren. Aber als ich um 6 aus dem Fenster sehe: Sonne und nur wenig Wolken!
Noch unter der Bettdecke reift der Plan, vorsichtig meine Holde zu wecken und möglichst zeitig auf den Berg zu fahren. Das habe ich dann auch gemacht. Zunächst war sie etwas mürrisch, aber mit jedem Höhenmeter und jeder Kehre auf dem Trollstiegen stieg auch die Stimmung. Wir hatten die Straße vollkommen für uns alleine!



Sogar oben am Infocenter schliefen den Womobesatzungen noch größtenteils.


Vier Menschen sind uns auf dem Weg zur Aussichtsplattform entgegen gekommen. Das passiert nur Frühaufstehern! Als wir dann zurück zum Womo gingen, war der erste Bus mit Chinesen aber schon da und auf der Weiterfahrt über die 63 kamen uns noch viele weitere Busse entgegen.
In einem kleinen Hafen haben wir dann die ersten Würfe mit der Angel gemacht, aber keinen Biss gehabt. Da wir aber später noch einmal angeln wollten, wurden die Ruten nur in die Dusche gestellt und mit einem Spanngummi an der Duschhalterung fixiert, statt sie ordentlich zu verstauen. Wie blöd von mir. Denn bei der Weiterfahrt wurde der Wasserhahn durch die Schwingungen und Vibrationen der Angeln geöffnet und die Pumpe sprang an. Das haben wir während der Fahrt aber nicht gehört. Erst bei einem kurzen Stopp fürs Kartenstudium viel es mir auf.
Doch da war es schon zu spät. Der komplette Frischwassertank, tags zuvor gefüllt, war leergepumpt. Die Nasszelle schwamm. Der Abwassertank war zu 3/4 voll!
Glück im Unglück: ich hatte die Handbrause in den Spüleimer, der in der Dusche stand gelegt, damit ich die Angelruten besser an der Duschstange befestigen konnte. So lief erst der Eimer voll, dann das Wasser in die Duschtasse und in den Abwassertank. Nur beim Bremsen schwappte etwas über. Die Teppiche waren durchnässt, aber schnell zum Abtropfen an eine Böschung gelegt. So wurde Spooky einmal gründlich durchgewischt, die Teppiche liegen nun in der Dusche und werden morgen in der Sonne getrocknet, sofern die Vorhersage stimmt.
Nach dem unfreiwilligen Putzstopp ging es über Stordalen, Sjaholt weiter entlang der E136 Richtung Andalsnes und weiter nach Afarnes.
Impressionen:


Alle überfahren???


Mit der Fähre nach Solsnes und über eine weitere ästhetisch geschwungene Tresfjordbrua 1290m Richtung Molde. Die Durchfahrt des Tunnels unter dem Fjord bereitete meinem Weib schon ein bisschen Gänsehaut. Aber das ist eine andere Geschichte.


Unser Nachtquartier bezogen wir hinter Molde am Skistadion. Die norwegischen Biathleten waren hier im Trainingslager und drehten auf Rollerskiern ihre Runden. Der Schießstand war in Sicht- und Hörweite. Ich habe natürlich mal geguckt. Ich wusste nicht, dass die Zielscheiben soooo klein sind. Im Fernsehen wirken die viel größer. Morgen, so der Plan, erobern wir die Atlantikstraße!


11.6.19
Gesagt, getan. Wir sind wieder zeitig unterwegs und starten am Skistadion von Molde bei blauem Himmel. Zuvor habe ich ein paar Kilometer Lauftraining hinter mich gebracht. Zuerst auf der Trabrennbahn neben dem Skistadion eine Runde, weil die schön eben und ohne Steigungen ist. Aber leider auch durchpflügt von den Hufen. Das war nicht der Knaller, aber bestimmt ein seltener Anblick. Jogger auf der Trabrennbahn. Immerhin wurde ich nicht disqualifiziert, denn ich bin nicht in den Galopp gewechselt, sondern schön langsam getrabt.
Dann aber, im Skistadion auf Asphalt, ging es noch ein paar Runden ganz gut, natürlich nicht auf Langlaufskiern und zum Schießen am Biathlonstand hatte ich auch nichts dabei. Dafür habe ich aber eine fette Kreuzotter entdeckt, die sich in der Sonne wärmte. Tolles Tier, in Deutschland habe ich die letzte vor gefühlt 50 Jahren gesehen.

Wir fuhren von Molde Richtung Bud und nach kurzer Fahrt entdeckte ich ein Hinweisschild auf eine Entsorgungsstation. Kostenlos an einer Tankstelle. Klasse Service. Ein paar hundert Meter danach ein Rema 1000 Discounter. Da unser Salat und unsere Tomaten verputzt waren und wir auch Mineralwasser benötigten sind wir einkaufen gegangen. Das erste Mal in Norwegen. Wir haben mehr gekauft als geplant. Und vor allem waren wir sehr erstaunt über die Preise. Die waren gar nicht so exorbitant wie man allgemein hört. Lebensmittel sind zwar deutlich teurer als bei uns, aber verarmen wird hier niemand, nur weil er was zum Essen und Trinken kauft.
Dann kam die berühmte Atlantikstraße. Sie ist wirklich imposant und ein Beweis großer Ingenieurskunst.

Mit der Great Ocean Road kann sie mithalten, auch wenn sie nur einen Bruchteil so lang ist. Der starke Wind hat mich aber davon abgehalten von einer der Brücken auf Makrelen zu angeln, wie es im Reiseführer empfohlen wurde. An der Küste haben wir dann in der Sonne an einem kleinen Picknick Platz am Wasser gefrühstückt und die restliche Feuchtigkeit aus den Womoteppichen brennen lassen. Auf den blanken Felsen ging das ziemlich flott.
Bei einem kleinen Spaziergang haben wir unsere ersten Stockfischgestelle gesehen, die noch dazu gerade „abgeerntet“ wurden. Gegessen habe ich so etwas noch nie und wenn ich es mir recht überlege, ist mir frischer Fisch auch um Längen lieber.

Dann ging es weiter Richtung Kristiansund. Durch einen Unterwassertunnel. Sechs Kilometer lang und er geht runter auf 250 Meter Tiefe, Grusel, grusel...

Die Stadt interessierte uns weniger, daher sind wir dann mit der Fähre von Seivika nach Tømmervåg übergesetzt. Als 6m Mobil und mit Behindertenermäßigung sind die Fähren da oben nicht einmal teuer! Ich hatte es gleich zu Anfang einfach einmal probiert. Da ich einen Schwerbehindertenausweis habe, fragte ich nach Ermäßigung auf der Fähre. Von Preisnachlass bis kostenlos für die zweite Person haben wir alles erlebt.

... man beachte den Forumsaufkleber am Heck!
Die kurze Wartezeit an der Fähre habe ich mir mit ein paar Würfen mit der Angel vom Fähranleger verkürzt. Kaum zu glauben: nach 5, 6 Würfen mit einem kleinen Pilker hat der erste Pollack gebissen. Danach noch einer, der aber wieder ins Wasser durfte, da zu klein. Der größere wurde waidgerecht um die Ecke gebracht "...und diente so, auf diese Weise - keiner Ameise sondern uns als (Vor)speise" - frei nach Heinz Erhard.
Vorher hatten wir uns eine Route nach der Landung auf der Insel Tustna ausgeguckt. Nicht die Bundesstraße 680, sondern an der Südküste entlang eine kleine Straße. Natürlich in der Hoffnung auf einen gescheiten Freistehplatz. Den haben wir auch gefunden. Mit phantastischen Blick auf den Fjord und im Hintergrund schneebedeckte Berge.



Kitschig schön. Zwar parkte bereits ein Monster-4-Wheel-Drive-Lkw aus dem Kreis Steinfurt dort, aber es gab noch genug Platz für uns und wir konnten die Nachmittagssonne ausgiebig genießen.
Zum Abendessen gab es Kasslerkotletts vom Rema und als Vorspeise gebratenen Pollack.
Ende Teil 1!
Vielleicht erkannte der Eine oder Andere ja einen Ort. Hoffe es gefällt Euch und Ihr bekommt Lust auch mal da hoch zu fahren.
Es lohnt sich!
Bei Gelegenheit schreibe ich weiter!
Grüße in die Runde
Andreas




















































