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LiFeYPO4 12 V Batterie Balancing durch Einzelzellenladung 1 ... 8, 9, 10, 11, 12


Hans Kroeger am 01 Mai 2020 15:10:34

.....wenn es um Drift und Balancing geht, erhebt sich die Frage wie werden die Zellspannungen gemessen. Dabei ist nicht nur die
- Messgenauigkeit wichtig, sondern auch
- der Stromverbrauch, und
- aus welchen Zellen der Strom entnommen wird.
Natürlich ist die Messgenauigkeit sehr wichtig, bei den geringen Spannungsunterschieden, um die es hier geht.
Aber auch der Stromverbrauch ist von großer Bedeutung, wenn eine entladene Batterie nach einer LVP Abschaltung wegen Unterspannung über längere Zeit unentdeckt bleibt, und dadurch tiefentladen wird.
Ein häufig übersehener Effekt ist, wenn ein Monitor die einzelnen Zellen unterschiedlich stark belastet. Über längere Zeit kann dadurch eine erheblich Drift der Zellen hervorgerufen werden.
Bei meinen Tests entsprachen nur 2 Monitore meinen Anforderungen an die Genauigkeit, und nur 1 Monitor belastete die 4 Zellen weitestgehend gleich.
Hier sind meine Messungen an 5 verschiedenen Monitoren. Dabei waren 2 Capacity Controller äußerlich gleich, hatten aber unterschiedliche Elektronikplatinen mit unterschiedlichen Messergebnissen:



Meiner Meinung nach muss man die Monitore über einen 4 poligen Schalter führen, damit man sie nach der Messung abschalten kann.....mit einer Ausnahme:



Wenn man den strom-hungrigen Piepser entfernt, dann kann man für den BM6 einen kontinuierlichen Stromverbrauch von maximal 0,24 Ah pro Tag ansetzen. Eine 200 Ah Batterie würde dann in 8 Tagen um knapp 1% entladen. Daraus kann man folgern, dass nach einer Abschaltung wegen Unterspannung, etwa 1 Woche zeit bleibt, bevor eine Tiefentladung droht. Das ist für mich persönlich akzeptabel.

Hier noch eine Abschätzung, welche Drift der BD6 Monitor in einer Woche verusachen würde, wenn man ihn nicht abschalten könnte:
Zellen 1...3 werden mit durchschnittlich 70 mA entladen, im Vergleich zu Zelle 4. Das wären nach einer Woche fast 12 Ah Drift. Mit einem "normalen" BMS ließen sich diese Zellen nicht mehr einfangen. Selbst mit meinem ELTB müsste man 16 bis 24 Stunden warten, bis die Zellen wieder eingefangen wären,.....aber immerhin, es wäre möglich.

Ich kann mir vorstelle, dass der eine oder andere sich wundert, welche Überraschungen doch in den kleinen Capacity Controllern, Cell Logs, Battery Checkern ....usw..... schlummern.
Servus Hans


George67 am 01 Mai 2020 17:18:55

Die Chargerys sind eher z.b. für den Modellflieger, für temporären Einsatz.
Dann sind LED und deren Stromverbrauch Nebensache.

Hans Kroeger am 01 Mai 2020 19:00:43

George67 hat geschrieben:Die Chargerys sind eher z.b. für den Modellflieger, für temporären Einsatz.
Dann sind LED und deren Stromverbrauch Nebensache.


Hallo Schorsch, ja, bei den RC'lern wurde ich ja auch fündig......und der BM6 ist genau das, was ich gesucht habe. Aber was verwenden die anderen LiFePo4 Anhänger in der "100 Ah und mehr" Klasse um die Zellenspannungen zu verfolgen......oder macht das kaum jemand?
Mit dem DVM ist mir das jedenfalls zu umständlich. Den ISDT BatGo habe ich 3 mal in einer Yacht eingesetzt. Die Elektriker in der Bootswerft konnten aber kleine 4 polige Schalter nicht löten......jetzt stecken Sie die Dinger zum Messen an, und danach wieder ab.

Bin gespannt auf Antworten aus der Runde mit neuen Ideen......
Servus Hans

Anzeige vom Forum


Rockerbox am 01 Mai 2020 21:12:15

Hallo Hans,

das BMS von REC liefert alle relevanten Daten (Zellspannungen, Innenwiderstände uvm.) entweder an den Touchscreen oder per Bluetooth auf das Handy / Tablet.

Das ist ua. ein Grund, warum ich mich für dieses BMS entschieden hab, einfach in der Verkabelung, frei programmierbar und alle Daten transparent.

Ich schau mir die Daten schon ab und zu an, vor allem wenn ich den Akku mal richtig belastet habe.

geralds am 02 Mai 2020 09:32:01

Hallo Hans,

ich verwende folgendes BMS:
--> Link
mit dem Relais --> Link
In dem BMS ist eine Anzeige verbaut, die die Spannung der Zellen und des Akku´s anzeigt. Ich habe für OVP und UVP nur ein Relais verwendet.

Warum das BMS:
Ich habe den Akku aus Platzgründen aus 4s4p Rundzellen a 55Ah gebaut und konnte daher keine Balancer nehmen, die auf die Zellen geschraubt werden.
Die Balancerströme von bis zu 3,5A bei aktivem Balancing fand ich auch gut.

Den Stromverbrauch des BMS kenne ich nicht. Der Akku war aber jetzt von Anfang Nov. bis vorgestern abgeschaltet, was er ohne Probleme überstanden hat. Die Zellenspannung war noch immer auf 3,28V (Akku 13,13V), obwohl ich den Akku vor dem Abschalten auf ca. 70% SOC entladen hatte.

Gruß Gerald

Hans Kroeger am 02 Mai 2020 10:02:42

Rockerbox hat geschrieben:Hallo Hans,
das BMS von REC liefert alle relevanten Daten (Zellspannungen, Innenwiderstände uvm.) ......Ich schau mir die Daten schon ab und zu an, vor allem wenn ich den Akku mal richtig belastet habe.


Hallo Adi,
genau das Rec BMS hatte ich in meiner ursprünglichen Planung vorgesehen. Ich denke, das ist eine gute Wahl. Warum ich davon abgekommen bin ist eine lange Geschichte, die aber an meiner positiven Einschätzung des Rec BMS nichts ändert. Dazu werde ich demnächst etwas ausführlicher berichten, wenn ich meine unterschiedlichen BMS Schaltungen bei den verwirklichten Anlagen vorstelle.....
Servus Hans

Rockerbox am 02 Mai 2020 10:09:06

Hallo Hans,

auf deinen Bericht bin ich schon gespannt! Ich schätze deine Beurteilungen!

Hans Kroeger am 02 Mai 2020 10:09:38

geralds hat geschrieben:Hallo Hans,......In dem BMS ist eine Anzeige verbaut, ......
Die Balancerströme von bis zu 3,5A bei aktivem Balancing fand ich auch gut.


Hallo Gerald, bin vor wenigen Tagen zufällig auf "Deine Schaltung" gestoßen. Du bestätigst den guten Eindruck, den ich von der Beschreibung gewonnen habe. Für mich wäre da zu wenig individuelle Bastelei möglich, aber genau deshalb ist diese Schaltung wohl für andere hervorragend geeignet.
Die guten Erfahrungen von Adi mit dem Rec BMS und von Dir mit dem "all-in-one" System habe ich abgespeichert....
Servus Hans

geralds am 02 Mai 2020 10:37:10

Hans Kroeger hat geschrieben:
Hallo Gerald, bin vor wenigen Tagen zufällig auf "Deine Schaltung" gestoßen. Du bestätigst den guten Eindruck, den ich von der Beschreibung gewonnen habe. Für mich wäre da zu wenig individuelle Bastelei möglich, aber genau deshalb ist diese Schaltung wohl für andere hervorragend geeignet.
Servus Hans


Hallo Hans,

tja, individuelle Bastelei ist bei dem BMS nicht drin. Als ich mich vor 1,5 Jahren entschlossen habe, mir einen Li-Akku zu bauen, waren meine Prämissen
a) es sollten ca. 200Ah in das vorhandene Batteriefach passen (was eigentlich damals das größere Problem war, deshalb auch keine Winston)
b) ich wollte mit ca. 1000,-€ auskommen (ist mir gelungen)
Eigentlich nutze ich die Möglichkeiten des LI-Akku´s gar nicht, die beiden 80Ah Gel´s haben auch gereicht und waren auch erst 2,5 Jahre alt.
Aber ich wollte mich halt ein wenig mit der Technik beschäftigen. :)

Gruß Gerald

Hans Kroeger am 03 Mai 2020 08:08:01

Ich habe weiter oben den Stand zum Thema Einzelzellenlader ELTB beschrieben, gefolgt vom Thema Überwachung der Zellenspannung.
Ich will jetzt versuchen beide Themen noch abschließend zusammenzufassen, ......

Kleine Ursache, große Wirkung..... Nach mehreren Wochen hatte ich meine LFP Batterie im Wohnmobil mal wieder aufgeladen. Sie war die ganze Zeit im Standby, bei einer Erhaltungsladung von 12,8 Volt. Nach der Ladung mit 40 Ampere und einer Ladeendspannung von 13,9 Volt lagen 3 Zellen unter 3,4 Volt und eine Zelle etwas über 3,7 Volt, am Ladeende.
Dann habe ich die Batterie vom Bordnetz getrennt und den ELTB mit 1,1 Ampere eingeschaltet. Nach etwa 20 Stunden waren alle 4 Zielen balanciert/initialisiert, sehr nahe bei 3,55 Volt, entsprechend einer Batteriespannung von 14,2 Volt. Dann habe ich die Ladung beendet.

Erklärung:
1) Zur Messung der Zellenspannungen verwende(te) ich einen einfachen Capacity Controller. Dieser benötigt etwa 10 milliAmpere Strom. Allerdings werden diese 10 mA aus den Zellen 1...3 entnommen. Die Zelle 4 bleibt unberührt....... Dadurch "driften" die Zellen 1 bis 3 mit 10 mA x 24 Std = 0,24 Ah pro Tag. In 30 Tage ohne Balancing sind dann immerhin 7,2 Ah aus den Zellen 1....3 entnommen worden, während Zelle 4 verschont blieb!! Kein Wunder, dass dann die Zelle 4 beim Laden deutlich vor diesen 3 Zellen voll war.
Bei einer Ladeendspannung von 14,6 Volt hätte sich gegen Ladeende etwa folgende Spannungsverteilung ergeben:
Zellen 1 bis 3: 3,50 Volt
Zelle 4: 4,1 Volt
In diesem Falle wäre es wohl zu einer OVP Abschaltung wegen Überspannung an Zelle 4 gekommen.

2) Nach dem Einschalten des ELTB sank die Zellenspannung 4 auf 3,55 Volt, da ja der Balancerstrom im Bereich über 3,55 Volt größer als der ELTB Strom von 1,1 Ampere ist, und somit Strom aus der Zelle entnommen wird. Bei den Zellen 1 bis 3 stieg die Zellenspannung, da der Balancerstrom unter 3,5 Volt Null, und im Bereich 3,5 Volt bis 3,55 Volt kleiner als der ELTB Strom ist, wodurch die Zelle geladen wird.....bis sich ein stabiler Zustand bei 3,55 Volt eingestellt hat.

Das alles entspräche einer klassischen Einzelzellenladung, allerdings mit einem wesentlichen Unterschied. Ein einfaches Einzelzellenladegerät erzeugt in der Ladeendphase eine Konstantspannung, die dann durch diverse Spannungsabfälle an Leitungen, Verbindungen, Sicherungen oder Relais Kontakten vermindert wird, bis sie an der Zelle "ankommt". Der ELTB hingegen erzeugt einen Konstantstrom und liefert diesen gleichermaßen ohne Verluste an alle 4 Balancer Module. Genau dort wird erst der Strom durch den Balancerwiderstand in die Zellenspannung "umgesetzt". Störende Spannungsverluste gibt es also keine. Welche Spannung dabei erzeugt wird bestimmt dabei ausschließlich die Widerstandaskennlinie des Balancer Modules, in meinem Fall des CBM400 von EV Power.

Ich habe mir Mühe gegeben diese Zusammenhänge verständlich zu beschreiben, aber mir ist natürlich klar, dass dies alles nicht einfach nachzuvollziehen ist....

Mein Fazit:
1) Battery Checker und dergleichen nicht dauerhaft an der Batterie angeschlossen lassen.
2) Bei Verwendung von CBM400 Balancern einen ELTB nachrüsten.

Bleibt gesund, Servus Hans

George67 am 03 Mai 2020 12:31:04

Bitte nicht falsch verstehen.......
Es hat schon komische Züge, wenn man einen nahezu wartungsfreien Akku hat, ihm einen Hochstrombalance gibt, den er nicht braucht,
Einen cellmonitor installiert, um die Arbeit des cellmonitor zu überwachen.....
Und dann die unnötige Elektronik den Akku debalanciert.

George67 am 03 Mai 2020 13:02:20

Nachtrag: ein celllog, an dem man auch nur im voll Zustand sieht, ob was zu Balancen wäre....

Hans Kroeger am 03 Mai 2020 13:09:20

George67 hat geschrieben:Bitte nicht falsch verstehen.......
Es hat schon komische Züge, wenn man einen nahezu wartungsfreien Akku hat, ihm einen Hochstrombalance gibt, den er nicht braucht,
Einen cellmonitor installiert, um die Arbeit des cellmonitor zu überwachen.....
Und dann die unnötige Elektronik den Akku debalanciert.

..... ich brauche den Cellmonitor trotzdem, damit ich herausfinden kann, ob Du wirklich Recht hast :lol:

Hans Kroeger am 03 Mai 2020 13:19:34

Hans Kroeger hat geschrieben:..... ich brauche den Cellmonitor trotzdem, damit ich herausfinden kann, ob Du wirklich Recht hast :lol:

.....oder anders ausgedrückt, ich brauche den Cellmonitor um herauszufinen, dass ich ihn nicht brauche.....

George67 am 03 Mai 2020 13:19:54

Den Beweis kannst du andersherum führen. Mach alles für ein paar Monate ab, und schau ob der Akku dann auch debalanciert ist.
:D

Hans Kroeger am 03 Mai 2020 14:01:02

George67 hat geschrieben:..... ihm einen Hochstrombalancer gibt, den er nicht braucht,

Hallo Schorsch,Jetzt mal ernsthaft.
Mein Gedankengang ist,
1) die Zellen im Normalfall mit einer Ladeendspannung unter 3,5 Volt zu laden (13,9 V bei 4 Zellen). Dabei werden ggf. stark gedriftete Zellen balanciert.
2) die Zellen hin und wieder mit einer Spannung von maximal 3,55 Volt zu balancieren.
Das geht mit dem ELTB und einem kräftigen Balancer.
3) das bedeutet, dass man sich darum kümmern muss, also kein echtes "plug and play".

Dein Gedankengang ist vielleicht so,
1) Die Winston Zellen regelmäßig mit einer Ladeendspannung von 3,65 Volt zu laden (14,4 v bei 4 Zellen). Dabei werden jedesmal gedriftete Zellen ausbalanciert. Dafür reichen "normale" Balancerströme.
2) echtes plug and play, oder besser "don't care"

Wenn Die Winston Zellen tatsächlich so robust sind wie oft behauptet, dann liegst Du richtig. Wenn die Winston bei Spannungen über 3,5 Volt jedoch gestresst werden und dadurch merkbar an Lebenserwartung verlieren, wie ebenfalls behauptet wird, dann läge ich richtig.

Darüberhinaus nehme ich für mich und viele der Forenteilnehmer in Anspruch, dass wir unser System im Auge behalten wollen. Das bringt Erfahrung und zeigt mögliche kommende Probleme auf.

Servus Hans

George67 am 03 Mai 2020 14:25:25

Debalanciert hat nichts mit Kapazitätsverlust und dessen Ursache zu tun. Das musst du trennen.
Debalancind sind Ladungsverluste.

Hans Kroeger am 03 Mai 2020 15:07:47

George67 hat geschrieben:Debalanciert hat nichts mit Kapazitätsverlust und dessen Ursache zu tun. Das musst du trennen.
Debalancind sind Ladungsverluste.

bisher konnte ich folgen, jetzt nicht mehr... :-o

George67 am 04 Mai 2020 03:54:59

Meine Begriffswelt:

Kapazität.
Ist die Energiemenge, die ein Akku maximal speichern kann.
Diese sinkt mit der Zeit durch Alterung, Stress, usw. langsam ab.

Ladung
Ist die Energiemenge, die aktuell in einem Akku drin ist. Sie wird durch laden erhöht, durch Entladen verkleinert.

SOC. Stage of Charge
nennt man die Masszzabh in Prozent, wieviel Ladung normiert auf die Kapazität im Akku drin ist.

Balancing
nennt man die Methode, den SOC der Ringzellen gleich zu halten. "Gleich" geht aber U.U nur für voll, oder leer, oder etwas dazwischen, wenn die Kapazität der Zellen unterschiedlich ist.

Notwendig wird balancing dann, wenn beim gewählten Ladungszustand (z.b.voll) der SOC nicht mehr gleich ist.

Der SOC kann ungleich werden durch verschiedene Entnahme, und durch minimalste Unterschiefe der chemischen Abläufe. Beim guten Akku geschieht letzteres fast nicht.

Und verschiedene Entnahme - da sind wir bei den Eigenverbräuchen der Balancer, der Zell Anzeigen usw.

Hans Kroeger am 04 Mai 2020 06:57:26

Guten Morgen Schorsch,
ich weiß noch immer nicht, worauf sich Dein Kommentar bezog, dass ich bei den Begriffen was verwurschtelt habe. Aber egal......
Deine Begriffswelt ist sicherlich "umgangssprachlich" ok, wenn auch technisch ungenau und nicht immer ganz richtig.....
George67 hat geschrieben:Meine Begriffswelt:
Kapazität.
Ist die Energiemenge, die ein Akku maximal speichern kann.

Energiemenge wäre Wattstunden.......Kapazität misst man in AmpereStunden......
Ich verstehe unter Kapazität einer Batterie zunächst mal die Nenn-Kapazität. Sie wird im Datenblatt angegeben und oft auf das Gehäuse aufgedruckt. Das ist die Ladungsmenge (Ah) die einer neuen Batterie entnommen werden kann unter genormten Bedingungen, wie vorausgehende Lademethode, Stromstärke, Dauer der Entladung, Temperatur, Entladeschlussspannung. Die Ladungsmenge die eine Batterie maximal speichern kann ist immer größer, als die Ladungsmenge, die Du einer Batterie entnehmen kannst. Wichtigste Kennzahlen sind Wirkungsgrad und Peukert Koeffizient. Typische Angabe für die Kapazität einer Batterie ist die Ladungsmenge, die innerhalb von 20 Stunden bei konstantem Strom und 25 ° C entnommen werden kann, beispielsweise 90 Ah (20 Std), oder für die gleiche Batterie 100 Ah (100 Std).
Die aktuelle Kapazität einer Batterie wird mit SOH (state of health) bezeichnet, allerdings mit unterschiedlichen Interpretationen.

Ladung
Ist die Energiemenge, die aktuell in einem Akku drin ist. Sie wird durch laden erhöht, durch Entladen verkleinert.

Umgangssprachlich ok. Technisch wenig sinnvoll.

SOC. Stage of Charge
nennt man die Masszzabh in Prozent, wieviel Ladung normiert auf die Kapazität im Akku drin ist.

State of Charge gibt in Prozent an welche Ladungsmenge unter genormten Bedingungen entnommen werden kann in Bezug auf den SOH Wert. Beispiel: eine 100 Ah Batterie hat noch einen SOH von 70 Ah. Bei einem SOC von 50% kann man ihr noch 35 Ah entnehmen.

Balancing
nennt man die Methode, den SOC der Ringzellen gleich zu halten.......
Notwendig wird balancing dann, wenn beim gewählten Ladungszustand (z.b.voll) der SOC nicht mehr gleich ist.
Der SOC kann ungleich werden durch verschiedene Entnahme, und durch minimalste Unterschiefe der chemischen Abläufe. Beim guten Akku geschieht letzteres fast nicht

Meine Ergänzung: balancing wird dann notwendig, wenn durch ungleichen SOC Wert der Zellen, am Ladeende (oder Entladeende) einzelne Zellen in einen Spannungsbereich geraten, der zu unverhältnismäßiger Verkürzung der Lebenserwartung führt.
Da kann auch für den Betreiber der Anlage gelten, wenn er unter Bluthochdruck leidet, und durch den Blick auf seinen Zellenmonitor bei steigenden Spannungswerten in Angstzustände verfällt. :oops: :mrgreen:

Servus Hans

OscRa am 07 Mai 2020 00:29:23

Hallo Hans,

zunächst ein Riesen-Dank für deine Arbeit und alle Achtung, deine Erklärungen zeugen von einer Menge Hintergrund-Wissen, und sind auch leicht zu verstehen.

Habe eine Frage die bislang keiner so richtig beantworten konnte.
Was passiert mit den Zellen wenn sie jeden sonnigen Tag durch das Solarpaneel bis auf 14,2 - 14,4 V aufgeladen werden und nachts wieder auf 13,4 V absinken? (keine Verbraucher eingeschaltet). Der Techniker von der Solarfirma sagt "Alles richtig so". Dann habe ich schon öfter gelesen das Solar die "beste Pflege" für Lithium -Batterien ist. Ich selbst kann mir nicht vorstellen das es den Zellen gut tut.
Wie ist deine Meinung dazu?

Grüße, Osc

HartyH am 07 Mai 2020 02:24:01

OscRa hat geschrieben:Was passiert mit den Zellen wenn sie jeden sonnigen Tag durch das Solarpaneel bis auf 14,2 - 14,4 V aufgeladen werden und nachts wieder auf 13,4 V absinken? (keine Verbraucher eingeschaltet). Der Techniker von der Solarfirma sagt "Alles richtig so"...

Hallo Osc,

bevor Hans auf deine Frage antwortet, ein paar Überlegungen aus meiner Praxis.
Die Antwort des Technikers von der Solarfirma ist nicht ganz richtig. Die Lebensdauer der Lithium-Batterien wird durch den Rhythmus Laden-Entladen beeinflußt. Also das ständige Laden geht in den Zyklus mit ein. Auf der anderen Seite werden diese Zyklen sehr hoch angegeben, höher als bei vergleichbaren Bleibatterien.

Besser wäre schon, die Lithium-Batterien erst wieder zu laden wenn diese entladen sind. Wie z.B. Handy-Akkus. Leider ist das in mobilen Anlagen nicht so einfach möglich, denn die Solaranlage ist fast immer präsent. Mit einer Automatik, welche die Solaranlage erst dann zuschaltet wenn die Lithiumbatt. einen bestimmten Spannungslevel erreicht, wäre es möglich. Aber diese Automatik weiß nicht wie viel Sonne am nächsten Tag scheint oder was passiert in der Nacht. Batterie leer und keine Sonne.
Am Besten alles so lassen, wie es ist.

Außerdem sind 14,2V eh im unkritischen Bereich für eine LiFe(Y)Po, 14,2V / 4 Zellen = 3,55V (theoretisch).

Hans Kroeger am 07 Mai 2020 08:28:25

jeden sonnigen Tag durch das Solarpaneel bis auf 14,2 - 14,4 V aufgeladen werden und nachts wieder auf 13,4 V absinken? (keine Verbraucher eingeschaltet). Der Techniker von der Solarfirma sagt "Alles richtig so"....... kann mir nicht vorstellen das es den Zellen gut tut.

Hallo OSC,
Du hast Recht.
1.) Grundsätzlich altern LiFePO4 Zellen am schnellsten, wenn sie über 70% geladen sind. Das ist gut belegt.
2.) Zusätzlich wird die Zelle bei einer durch Ladung über 3,5 Volt gehaltenen Spannung gestresst, mehr, als nach dem Ladeende, wenn die Spannung (trotz SOC = 100%) wieder absinkt, so, wie von Dir beschrieben.

Nach den Erfahrungen (Lisunenergy) sind die Winston Zellen andererseits sehr robust, gerade im oberen Spannungsbereich. Kann also sein, dass NICHTSTUEN ok wäre.......
Meine Empfehlung, ein Kompromiss:

1.) Bei längeren Standzeiten ohne Betrieb des Bordnetzes, Solar abschalten, beispielsweise durch Schalter zwischen Solarpanel und Laderegler. Dringend zu empfehlen!

2.) Im Normalbetrieb die Ladeendspannung auf 13,9 bis 14,0 Volt setzen. Wenn Deine Zellen gut ausbalanziert sind, liegen die Zellen dann bei, oder unter 3,5 Volt. Anmerkung: wenn eine Zelle mit niedrigem Ladeendstrom (Tail Current) auf 3,4 Volt geladen wurde, dann ist sie bereits praktisch voll. Bei 3,5 Volt ist sie "rappelvoll"!!

Ich hoffe, dass hilft Dir weiter.
Servus und gesund bleiben, Hans

fschuen am 07 Mai 2020 08:47:04

OscRa hat geschrieben:Ich selbst kann mir nicht vorstellen das es den Zellen gut tut.


Man kann den furchtbaren Stress für die Zellen auch quantifizieren: wenn du die Batterie jeden Tag um 1% entlädtst und wieder voll machst, sind das dreieinhalb Zyklen im Jahr. Bei rund 5000 Zyklen macht die Batterie das also nur 1500 Jahre lang mit, das sollte man also bei der Abschreibung berücksichtigen.

Stress für die Zellen ist nicht Vollladung, sondern niedrige Temperatur - damit sinkt die Zyklenzahl auf Bleiniveau, ein paar Hundert. Wenn man das also um den Gefrierpunkt herum macht, kann es passieren, dass die Batterie schon nach 50 Jahren nicht mehr richtig will.

Man kann sich eine Menge Gedanken darum machen oder Schutzschaltungen aufschwätzen lassen, ist aber nicht dazu verpflichtet.

Gruss Manfred

George67 am 07 Mai 2020 16:42:57

fschuen hat geschrieben:
Man kann sich eine Menge Gedanken darum machen oder Schutzschaltungen aufschwätzen lassen, ist aber nicht dazu verpflichtet.


Niemand schwätzt jemandem Schutzschaltungen auf.
Schade, dass du das so siehst.

OscRa am 07 Mai 2020 21:44:44

Hallo in die Runde,

danke für eure Antworten die auch mein Bauchgefühl bestätigen (bis auf die 1500 Jahre --> Link ).
Die Idee mit dem Schalter ist die beste, nun werde ich noch prüfen wie mein Ladegerät eingestellt ist, (LiFeYPo oder was Anderes), die 14,4 V sind etwas zu hoch.
Zudem werde ich das Cellog abklemmen und über einen Stecker anschließen weil die eine Zelle immer wieder bis zu 40 mV hinterher hinkt.
Zum Balancieren stecke ich einen berechneten Festwiderstand an den Temperatur-Eingang des Lade-Gerätes und schaue wann die Drift bei ca. 10 mV liegt.

Schöne Grüße und bleibt gesund.

George67 am 07 Mai 2020 23:41:35

Komischer Link.... :D

Hans Kroeger am 08 Mai 2020 08:14:46

OscRa hat geschrieben:Zum Balancieren stecke ich einen berechneten Festwiderstand an den Temperatur-Eingang des Lade-Gerätes und schaue wann die Drift bei ca. 10 mV liegt.


Willst Du über die Temperaturabhängigkeit der Ladekennlinie die Ladespannung einstellen? Die Ladekennlinie für LiFePO4 sollte aber nicht temperaturkompensiert sein......anders als bei Blei!

OscRa am 08 Mai 2020 21:52:02

Hans Kroeger hat geschrieben:
Willst Du über die Temperaturabhängigkeit der Ladekennlinie die Ladespannung einstellen? Die Ladekennlinie für LiFePO4 sollte aber nicht temperaturkompensiert sein......anders als bei Blei!


Wenn die Drift zu groß wird (was in den letzten 5 Jahren 2 mal vorkam) nutze ich diesen Trick. Da das Ladegerät nicht in den Spannungsbereich kommt wo die Balancer ansprechen, wird über die Temperatur-Kompensation die Spannung etwas angehoben. Im Normalfall ist der Temperatur-Eingang nicht belegt.

OscRa am 08 Mai 2020 21:54:10

George67 hat geschrieben:Komischer Link.... :D

Merke ich auch jetzt, da ist was schief gelaufen, sollte ein Smile sein. Sorry.

George67 am 08 Mai 2020 23:05:16

Hans Kroeger hat geschrieben:Guten Morgen Schorsch,
ich weiß noch immer nicht, worauf sich Dein Kommentar bezog, dass ich bei den Begriffen was verwurschtelt habe. Aber egal......

Mein erster Kommentar bezog sich auf etwas , was ich in deinen Ausführungen gelesen zu haben glaubte.... Irrtum meinerseits.
Alles, was du nachfolgend sagtest ist grundsätzlich Konsens.

Hans Kroeger hat geschrieben:Deine Begriffswelt ist sicherlich "umgangssprachlich" ok, wenn auch technisch ungenau und nicht immer ganz richtig.....

Sie war nicht auf Genauigkeit ausgelegt, sondern auf das, was ich als Irrtum gesehen habe - und sich als meine Phantasie herausgestellt hat. Sorry dass ich dir Arbeit gemacht habe.

Hans Kroeger am 09 Mai 2020 06:42:33

OscRa hat geschrieben:........Da das Ladegerät nicht in den Spannungsbereich kommt wo die Balancer ansprechen, wird über die Temperatur-Kompensation die Spannung etwas angehoben. Im Normalfall ist der Temperatur-Eingang nicht belegt.

....kannst ja den Widerstand über einen Schalter führen, dann hast Du praktisch die Wahl zwischen zwei Kennlinien......

OscRa am 09 Mai 2020 10:56:18

Hans Kroeger hat geschrieben:....kannst ja den Widerstand über einen Schalter führen, dann hast Du praktisch die Wahl zwischen zwei Kennlinien......

Die Häufigkeit ist zu gering um da Aufwand zu treiben. Aber der Schalter zum Solarpaneel ist eingebaut.

marilyn am 20 Jun 2020 13:18:32

Hallo,
ich habe zur Zeit noch 2 Batterien AGM ECTIVE je 100 Ap . in meinen Kastenwagen unter dem Sitz, Fiat Ducato, Baujahr 2012, verbaut. ( Zuwenig Leistung). I
Was für eine Leistungs starke Batterie würdest du mir empfehlen?
Qualität wäre gefragt und am neuesten Stand der Technik.
Ich habe mich schon sehr oft erkundigt, jeder sagt was anderes, ich bin schon am verzweifeln.
Ich betreibe eine Kaffemaschine --> Link. (1800Watt).
Ich benötige die Kaffeemaschine auch ohne Landstrom.
würde mich sehr freuen, über eine Antwort.
Freundliche Grüße
Johann

George67 am 20 Jun 2020 14:47:55

Ersetze deine beiden 8 Jahre alten AGM durch zwei neue.

Acki am 23 Jun 2020 13:35:50

Hans Kroeger hat geschrieben:...

Meiner Meinung nach muss man die Monitore über einen 4 poligen Schalter führen, damit man sie nach der Messung abschalten kann.....mit einer Ausnahme:

...

Würde ein (Schalter)-Unterbrechung der Masse nicht reichen?

Hans Kroeger am 23 Jun 2020 14:32:33

Acki hat geschrieben:Würde ein (Schalter)-Unterbrechung der Masse nicht reichen?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das ausprobiert habe. Aber generell würde ich das bei einer Schaltung nicht machen, die nicht nur Zellenspannungen misst, sondern auch Balancerströme an die Zellen liefert. Wie gesagt, ich kann mich nicht erinnern.

Acki am 23 Jun 2020 15:17:53

Hans Kroeger hat geschrieben:...
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das ausprobiert habe. Aber generell würde ich das bei einer Schaltung nicht machen, die nicht nur Zellenspannungen misst, sondern auch Balancerströme an die Zellen liefert. Wie gesagt, ich kann mich nicht erinnern.

O.k. bei Balancer-Strömen verständlich!

ICH greife halt an den WAGO-Klemmen nur die Spannung ab mit einem CellLog oder entsprechenden Teil ohne Balancierung --> Link
Hier sollte der Masse-Unterbruch mMn reichen ... :gruebel:


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