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Ist ein Kastenwagen das richtige für uns? Fahrwerk


Wohnotron am 25 Jul 2019 11:36:31

Hallo zusammen,

dies ist mein erster Beitrag in eurem schönen Forum und bin gespannt, was mich hier erwartet. Zu meinem Problem:

Meine Frau und ich haben schon mehrfach Wohnmobile gemietet und der Entschluss ist klar: So ein Ding wollen wir auch. Vor allem die Kastenwagen haben es uns angetan: Relativ kleines Maß (im Vergleich zu den teilintegrierten) und trotzdem hat man eine Toilette, eine gute Waschgelegenheit und man kann auch mal gemütlich sitzen wenn es draußen noch kein Sommer ist. Gerade das Campen im Frühling, wenn es den anderen noch zu kalt ist, hat uns gut gefallen. Die Klasse bis zu 6m Länge und 3,5t scheint zu uns (auch wegen unseres Führerscheins) da ganz gut zu passen. Auch geplanter Nachwuchs hätte da bei vielen Modellen Platz. Wenn man weiterspinnen möchte, würden wir auch gerne in der Elternzeit längere Zeit in dem Fahrzeug wohnen.

Aber: Ist ein Kasten für das, was wir möchten, richtig? Mir geht es hier konkret um die sehr limitierte Geländegängigkeit. Unser Wunsch ist es mit dem Wohnmobil auch in den Balkan, nach Skandinavien oder auch mal nach Korsika oder Sardinien zu fahren. Island? Marokko? Türkei? Umso besser!

Natürlich möchte ich mich nicht mit einem Kastenwagen in die Dünen stürzen und Flussdurchquerungen machen: Aber ich will auch nicht bei ein bisschen Schotterpiste aufgeben direkt wollen. Es geht also darum auf schlechten Wegen immer noch gut voran zu kommen.

Klar kommt einem da zuerst Allrad in den Sinn, mit all den bekannten Nachteilen (Gewicht, Kosten, etc.), aber reicht es nicht theoretisch, dem Auto mehr Bodenfreiheit und bessere Räder zu spendieren?

Ich würde mich sehr über die Meinungen erfahrener Camper freuen, die diese Gebiete mit "normaleren" Fahrzeugen bereist haben und mir darüber Auskunft geben können, wie nah hier Wunsch und Wirklichkeit zusammen sind. Vor allem die Erfahrungen der Kastenwagenfahrer, die ihren Kasten ohne Allrad geländegängiger gemacht haben, würden mich interessieren.

Leider hat mir die Suche da nichts gescheites ausgespuckt, aber vielleicht habe ich auch nicht gut gesucht.

Schon mal vielen Danke für eure Hilfe und Einschätzungen
Tobias

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

wolfherm am 25 Jul 2019 12:00:11

Hallo und herzlich Willkommen hier.

Zu deiner Frage der schlechten Wegstrecken lies dir doch mal das durch: --> Link

Sprinterklasi am 25 Jul 2019 12:02:58

Hallo,
hier ein paar Aspekte von mir, aber bei 10 Zuschriften werdet Ihr auch mind. 10 Meinungen hören:
1. bei der momentanen Camping-Hochkonjunktur sind Kastenwagen nicht unbedingt billiger als ein normaler Alkoven oder TI, eher ist das Gegenteil der Fall.
2. Beim Fahren hat der Kasten natürlich Vorteile, das angesprochene "Wohnen" im Kasten ist wegen der geringen Breite schon etwas beschwerlicher. Persönliches Beispiel: Ich wollte vor 20 Jahren einen VW-Bulli, der sollte 70.000 DM kosten, es wurde dann ein 5,7m-Alkoven-Womo auf Transe mit vieel mehr Platz für 40.000DM!
3. Alle genannten Länder lassen sich auch ohne Allrad bereisen. Für die Dünen in Marrokko haben wir dann für einen Tag einen Gelände-SUV gemietet. In Island haben wir auch mit dem normalen Transit Geländetouren gemacht. Die Einschränkung sind feste Schotterwege und keine Flußquerungen. Für solche Unternehmungen kommt z.B. ein gebrauchter Allradsprinter von den Stadt/Wasserwerken in Betracht, den man zum Womo ausbauen könnte.
Schöne Grüße, klasi

Marsu123 am 25 Jul 2019 12:05:10

Hallo Tobias,

wir waren ca. 15 Jahre lang mit Geländewagen unterwegs.
Alle Straßen die den Namen noch verdient haben, wurden von Kastenwagen befahren.
Sogar in Albanien, wo wir uns mit dem Allradler schon in die Hose gemacht haben, kamen die Einheimischen mit ihren Sprintern (4x4) um die Ecke.
Wenn du keine Angst hast auch mal mit dem Unterboden aufzusetzen oder den Lack zu verkratzen, kommst du schon sehr weit mit ganz normalen Kastenwagen.
Etwas größer Räder, eventuell ne moderate Höherlegung, Unterbodenschutzplatten, stabile Bergeösen und schon kanns losgehen.
Alleine ist das (je nach Gegend) nicht zu Empfehlen, wenn du mal Stecken bleibst, solltest du Jemanden dabei haben der dir aus der Patsche helfen kann.
Es gibt Lehrgänge (meist auf alten Millitärgeländen), da wirst du mit deinem Fahrzeug zusammen an das "Offroaden" herangeführt.

Grüße Ralf.

Wohnotron am 25 Jul 2019 13:19:09

Hui, das ging ja schnell: Herzlichen Dank für die schnellen und informativen Antworten!

wolfherm: DANKE! Genau sowas habe ich gesucht. Hat mich mehr dazu gebracht dass ein »Schlechtwegetuning« sinnvoll ist und wir uns ein Allradantrieb beim ersten Wohnmobil sparen können.

Sprinterklasi: Das die Teilintegrierten günstiger sind, hab ich auch schon gemerkt. Aber: Keiner von uns ist groß, wir haben gemerkt, dass der Formfaktor Kasten uns sehr gut »passt«. Danke dir für deine Einschätzung, was die notwendige Geländegängigkeit angeht!

Marsu123: Auch dir vielen Dank, aber meinst du wirklich, dass ich mit einem 2WD-Ducato einen Offroad-Lehrgang machen sollte?

zum Thema Schlechtwege-Fahrwerk: Welcher Höherlegungssatz ist eigentlich empfehlenswert? Wer sind in der Hinsicht die bewährten Hersteller? Ist die Kombination 18"-Räder, Unterfahrschutz und Höherlegung komplett oder fehlt mir da noch was?

Marsu123 am 25 Jul 2019 14:21:40

Hallo Tobias,

ob du einen Offroad Lehrgang machen sollst, kannst nur Du entscheiden.
Die Instruktoren sind darauf geschult nicht das Material (die Wagen) zu verheizen.
Sie bringen dir bei das Gelände "zu Lesen".
Heißt, wenn du z.B. ein Teilstück mit vielen Schlaglöchern / Wasserlöchern und losen Steinen hast, kannst du mittig, rechts, links oder in Schlangenlinien fahren.
Die Instruktoren erklären dir warum du wie fahren solls. Wo du Gas geben musst und wo du lieber langsam machst.
Auch bekommst du ein Gefühl dafür was dein Wagen kann und was er nicht kann.
Wenn du beim Fahrtraining in einer Etappe stecken bleibst, weißt du was du auf Reise nicht fahren solltest :wink:

Ich habe am Anfang mit einigen Erfahrenen Leuten auch Übungsfahrten gemacht, das kam mir auf Reisen immer zugute.
Ich konnte viele Situationen einfach besser einschätzen, weil ich ähnliche Strecken schon im Training gefahren bin.

Grüße Ralf.

Sebastiane am 25 Jul 2019 19:21:42

Hallo und willkommen im Forum.

Das was ihr machen möchtet trifft ziemlich genau das, was wir (zu dritt mit kleinem Kind) machen. Urlaubsziele und Prioritäten sind da wohl ähnlich.
Wir haben einen Ducato 244 mit Allrad, dieser wird auch regelmäßig genutzt und gebraucht innerhalb Europas aber zu 98% nur um die letzten 100m zum besonders einsamen Stellplatz zu schaffen.
Hätte unser Alkoven aber keine 4t und würde ich mir manchmal 1 Stunde mehr Zeit nehmen um einen Stellplatz zu finden ginge es sicherlich auch ohne Allrad.
Sehr viel öfter mussten wir aber umdrehen da wir einfach zu hoch 3,15m oder zu breit 2,35m waren.
Gebraucht haben wir den Allrad auf normaler Strecke erst 1 mal auf Sardinien, ohne Allrad hätte es bedeutet 2h Umweg zu fahren. (Keine abgelegene Piste sondern eine Piste welche eine offizielle Straße war, jedoch überschwemmt im Frühjahr)

Dominik Freund, ein Blogger welcher bekannt ist als "freundship" fährt einen Crafter 2WD, mit 245/75 R16 Geländereifen und einer Höherlegung. Da geht schon einiges!


Es gibt auch viele Beispiele von höhergelegten Ducatos mit größeren Geländereifen, der Sprinter oder Crafter mit Heckantrieb und Sperre kann aber mehr.
Wenn man aber den Preis vom Sprinter betrachtet bekommt man da bereits einen Ducato mit 4x4. Ganz davon abgesehen, dass der Ducato entscheident mehr Platz bietet da man nur im Ducato quer schlafen kann, geht beim Sprinter nur mit Umbauten an der Karosse.

Gedanken würde ich mir aber über die Größe des Fahrzeuges machen:
Wollt ihr auch im Winter unterwegs sein?
Wohin beim Kastenwagen mit den nassen Klamotten, sollen die Fahrräder immer draussen sein oder wäre eine Heckgarage doch ganz angenehm?
Sehr interessant sind auch solche Konzepte, Aussenmaße gleich einem Kastenwagen, aber deutlich besser Dämmung und Raumaufteilung dank dem Aufbau.
Bild
Wir sind zumindest sehr froh den Platz vom Alkoven zu haben, sind trotzdem nur bei 6m gesamtlänge, haben aber ordentliche 4 Schlafplätze und genügend Raum um im Fahrzeug auch einmal aneinander vorbei gehen zu können. Gerade die Heckgarage ist bei uns immer Randvoll, 3 Fahrräder, ein aufblasbares Kanu, Angeln, Longboards, Werkzeug und diverse Kleinteile, Bergematerial falls man sich doch mal fest fährt, und und und....
Vorallem wenn man länger unterwegs sein möchte kommt schnell viel zusammen.

So aber nun genug geschrieben, nur eines will ich noch sagen, es gibt auch Leute die zu viert im VW Bus die Weltreise machen, hat auch Vorteile!

Tinduck am 26 Jul 2019 08:02:38

Wenn gemässigte Geländegängigkeit gefordert ist, würde ich entweder zu einem Allradler greifen, oder, wenn es etwas weniger sein darf, einen Hecktriebler mit mechanischer (echter) Diff-Sperre.

Frontantrieb ist von allen Systemen im Gelände die schlechteste, wenn auch billigste Wahl. Meist ist die Vorderachse leichter als die Hinterachse (schlecht für die Traktion) und Sperren sind ab Werk auch nicht verfügbar.

Auf sowas Geländebereifung drauf zu machen... na ja. Dann lieber in eine bessere Basis investieren, finde ich.

bis denn,

Uwe

Marsu123 am 26 Jul 2019 08:48:32

Hallo Uwe

Geländereifen machen schon Sinn, nicht unbedingt wegen der Traktion, eher weil sie Stabiler sind.
Die Lauffläche ist meist dicker vom Material und (größtenteils) durchstich sicher.
Die Flanken haben mehr Lagen als Straßenreifen und meist gibt es noch eine Wulst, die die Felge schützt.
Finde Ich ;-)

Grüße Ralf.

cbra am 26 Jul 2019 09:21:53

Tinduck hat geschrieben:...

Auf sowas Geländebereifung drauf zu machen... na ja. Dann lieber in eine bessere Basis investieren, finde ich.

bis denn,

Uwe


ich habe ja heckantrieb, beim neuen auto aber nur emehr einzelräder nicht mehr zwillingsräder. wir fahren 95% autobahn, und nur ca 0,1% schotter / schlechter. ich habe jetzt auch an geländereifen o.ä gedacht - weils halt doch blöd ist wenn man sich am surfstrand einfährt und die flut oder dämmerung kommt... auch wenn die 500m zur befestigten strasse in relation zur jahresstrecke so gut wie nix sind - 15 cm salzwasser rund ums auto sind blöd.
unsere lösung ist ganzjahresreifen und auch im sommer schneeketten dabei. ich habs mal ausprobiert - das verbessert die traktion erheblich. und da ich die situation nur selten habe. gefällt mir die lösung wunderbar.
nebeneffekt ist dass die schneeketten im beutel eine gute beschwerung sind um zeug gegen davonfliegen zu sichern wenns mal wind hat.
nur mal so als gedankenansatz.

Wohnotron am 26 Jul 2019 10:05:05

Danke nochmal an alle, die sich dich Zeit für eine Antwort genommen haben!

Sebastiane: Na ja, der Winter wäre für uns nicht ganz so interessant. Niemand von uns kann Ski oder Snowboard fahren, das »klassische« Wintercamping brauchen wir vermutlich nicht, aber es ist schön zu Jahreszeiten unterwegs zu sein wo einfach viel weniger los ist. Wobei wir bisher nur Erfahrungen über dem Gefrierpunkt gesammelt haben. Aber gemütlich ist das, finden wir, in einem Kasten schon.

aber mit dem Alkoven sagst du was. Gerne würde ich zu Bimobil, Bumo oder Woelcke gehen und da einfach mal 150k auf den Tisch knallen. Auf der Abendteuer & Allrad habe ich da genug gesehen, wo ich am liebsten drin wohnen würde. Vielleicht machen wir das auch irgendwann, aber für das erste Wohnmobil sollte/muss ein Budget von ca. 40k ausreichen. Gerne gebraucht. Der Markt für Allrad-Teilintegrierte scheint darüber hinaus auch relativ klein zu sein. Die erstmal reizvolle Idee einer Absetzkabine haben wir aus mehreren Gründen wieder verworfen.

Und lustig, dass du das mit den Maßen ansprichst: Ich halte das auch für einen wahnsinnig limitierenden Faktor. Serpentinenstraßen, vor allem die putzigen einspurigen mit Gegenverkehr und niedrige Brücken ließen bei uns den Wunsch wachsen, vor allem nicht zu breit und zu hoch zu werden.

Tinduck: Die »gemäßigte Geländegängigkeit« würde ich eher als «Schotterpistengängigkeit« bezeichnen wollen. Oder anders: Was geht, hängt ja irgendwie vom eigenen Können, Mut, Material und Geldbeutel ab. Ich möchte halt einfach nicht ganz so extrem limitiert sein wie mit einem normalen Ducato, gerade was die Bodenfreiheit angeht, da wurde es sogar schon in der Schweiz mit eng.

Ihr seid mir eine große Hilfe!

rkopka am 26 Jul 2019 10:47:54

Wohnotron hat geschrieben:Und lustig, dass du das mit den Maßen ansprichst: Ich halte das auch für einen wahnsinnig limitierenden Faktor. Serpentinenstraßen, vor allem die putzigen einspurigen mit Gegenverkehr und niedrige Brücken ließen bei uns den Wunsch wachsen, vor allem nicht zu breit und zu hoch zu werden.

Man muß halt ehrlich abwägen, was einem wie wichtig ist. Wie sehr will man ins Gelände und muß das unbedingt sein ? Muß wirklich jeder Paß und jede Straße gehen ? Oder kann man damit leben, da und dort selten eben nicht (mit dem Womo) langfahren zu können. Falls nein, bedeutet das immer einen erheblichen Mehraufwand oder ein deutlich älteres Fahrzeug mit anderen Einschränkungen. Ist das für die vermutlich wenigen km der Reisen unbedingt nötig ? Oder paßt man die Planung einfach entsprechend an und macht manches lieber z.B. mit dem Fahrrad ?
Du sprichst davon, länger drin zu wohnen (mit Kind). Gerade da ist ein "normaleres" Womo mit mehr Platz sicher ein immenser Komfortgewinn. Es ist keine Frage, ob es geht, sondern wie die persönliche Leidensfähigkeit ist. Wer bisher nur mit Zelt und zu fuß unterwegs war, hat da einen anderen Zugang als jemand, der gute Hotels und All-inclusive bevorzugt. Vieles geht, aber will man es über Monate ? Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, es kalt ist, regnet, das Kind quängelt, die Sachen nicht mehr trocken werden und überall rumhängen...

RK

Wohnotron am 26 Jul 2019 11:24:26

rkopka hat geschrieben:Man muß halt ehrlich abwägen, was einem wie wichtig ist. Wie sehr will man ins Gelände und muß das unbedingt sein ? Muß wirklich jeder Paß und jede Straße gehen ? Oder kann man damit leben, da und dort selten eben nicht (mit dem Womo) langfahren zu können.


Wie erwähnt: Den Anspruch haben wir ja gar nicht. Nur son bisschen mehr als der Ducato von sich aus hergibt wäre nett. Auch dass der Kasten näher am Auto als am Wohnmobil ist (vor allem bei der Breite) ist ein ziemliches Argument pro Ducato.

rkopka hat geschrieben:Du sprichst davon, länger drin zu wohnen (mit Kind).


Ja, wobei »länger« eher ein paar Monate sind. Ich hab beim Backpacking schon gemerkt, dass die Größe des Rucksacks die Menge des Gepäcks bestimmt. Egal ob das ein langes Wochenende in der fränkischen Schweiz oder 4 Wochen Indien ist. Ich würde lieber zu klein anfangen und mich dann steigern als permanent mit einem Komfort rumzufahren, den ich gar nicht brauche oder mich sogar behindert. Aber ein guter Punkt ist es auf jeden Fall.

rkopka am 26 Jul 2019 11:52:24

Wohnotron hat geschrieben:Ich hab beim Backpacking schon gemerkt, dass die Größe des Rucksacks die Menge des Gepäcks bestimmt. Egal ob das ein langes Wochenende in der fränkischen Schweiz oder 4 Wochen Indien ist. Ich würde lieber zu klein anfangen und mich dann steigern als permanent mit einem Komfort rumzufahren, den ich gar nicht brauche oder mich sogar behindert.

Um bei dem Vergleich zu bleiben: einen Rucksack kann man leichter tauschen oder außen noch was draufhängen. Andererseits hätte jemand auf einer großen Expedition in der Arktis ziemliche Probleme, wenn er feststellt, daß er für die nächste Etappe nicht genug Vorräte einpacken kann, aber ein größerer Rucksack in weiter Ferne ist. Mit dem größeren hätte er bis dahin halt etwas mehr Gewicht unnötig herumgeschleppt.
Beim Womo ist das hauptsächlich aus finanziellen Gründen nur schwer oder mit entsprechenden Verlusten möglich. Derzeit (Nachfrage) vermutlich nicht so schlimm, aber immer noch sehr aufwendig. Daher muß man sich meistens auf Jahre entscheiden. Nebenbei hängt man ja manchmal auch am Fahrzeug und bekommt z.B. eigene Umbauten kaum bezahlt. Meine Vorstellungen haben sich in den Jahren auch etwas gewandelt - zum Glück nicht allzu gravierend - aber ein Umstieg kommt derzeit nicht infrage. Also fahre ich mit etwas mehr Raum herum, als ich brauche.

RK

cbra am 26 Jul 2019 12:13:50

ich verstehe einighes sehr gut

uns war auch eine geringe breite wichtig, wir haben uns da auf 2,10 gelegt und sind sehr froh darüber. nicht nur forststrassen oder enge dörfer, sondern auch enge parkplätze und spots sind da ein thema. und 20 oder 30 cm mehr breite würden wir nicht als vorteil sehen.

auch sonst verstehe ich den ansatz - so klein wie möglich, auch wenn unser auto nicht danach aussieht ;)

betr rucksack kann man wechseln - auch ein auto kann man wechseln, aber v.a. gibt es auch beim kastenwagen ja möglichkeiten der temporären erweiterung - seien des heckträger, dachboxen oder ein hänger. das hat den vorteil dass es nur drankommt wenns mal sein muss.

ich kenne einige familien die mit 2 kindern, surfzeug und so mit kastenwagen alles haben was es zum urlaubmachen braucht

quax1968 am 26 Jul 2019 12:19:00

Ich fahre einen Kasten mit Allrad und etwas höher gelegenem Fahrwerk mit 18 Zoll Geländereifen. Bisher habe ich diesen im Grunde genommen nur wenige Male eingeschaltet. Hätte ich aber nicht müssen. Es ist aber immer beruhigend, wenn man unbekannte schotterige Wege fährt und man die Option hat.

Aber der Allrad hat auch Nachteile: Wiegt ca. 100 kg mehr, was an Zuladung dann weggeht. Und es sind höhrere Wartungskosten notwendig. Ganz zu schweigen von den ca 10000 bis 15000 Euro Aufpreis

Ich stand die letzten 3 Wochen immer frei in der Bretagne. Hier ist es auch meist eher die Höhe und Breite der Fahrzeuge der limitierende Faktor. Auch die recht vielen Parkverbote und Durchfahrtverbote für Fahrzeuge über 3,5 to sind recht zahlreich gewesen.

rkopka am 26 Jul 2019 12:35:55

cbra hat geschrieben:v.a. gibt es auch beim kastenwagen ja möglichkeiten der temporären erweiterung - seien des heckträger, dachboxen oder ein hänger. das hat den vorteil dass es nur drankommt wenns mal sein muss.

Jein. Das alles geht auch bei Weißware. Ich hatte vorher einen 5,5m Alkoven ohne Garage bzw. Stauraum. Das ging nur mit 2 großen Dachboxen. Die nimmt man aber nicht mehr ab. Heckträger auch eher nicht, zumal Fahrräder oft mit müssen und innen schlecht Platz finden. Außerdem kann man da gut noch eine Kiste unterbringen. Hänger ist was anderes, macht aber das Fahren nicht unbedingt angenehm. Speziell wenn es "geländig" werden soll.

Die Dachboxen sind auch nur was für Kletterbegeisterte, weil man dann öfter hochkraxeln muß, z.B. für Stühle, Tische... Außerdem ist dann der Höhenvorteil wieder weg und es geht schlecht für schwerere Sachen. Für Tauchflaschen hatte ich im Innenraum eine Reihe von Befestigungen. Das hat mich am Ende aber ziemlich genervt, wenn alles voll ist oder man ständig herumräumen muß. Aber natürlich ist es ein Option, wenn man erweitern muß/will.
Ich bin eigentlich nur "zivilisiert" unterwegs. Da stört mich die Länge am meisten, dann folgt die Breite und erst am Ende die Höhe. Andererseits ist der Stauraum inzwischen kein Problem mehr. Das wurde abgelöst vom Gewichtsproblem :-(.

RK

RichyG am 26 Jul 2019 14:01:28

Na, dann möchte ich meinen Senf auch noch dazu geben :wink: Wir sind auch viel abseits der gutausgebauten Routen unterwegs. Ob in Irland, in Griechenland, in der Uckermark oder dieses Jahr in Albanien. Wir kommen auch auf schlechtesten Wegen mit dem Serien-Duc voran. Wichtigste Voraussetzung ist, wie schon mehrfach angemerkt, Augenmaß für´s Gelände und das Handling des Fahrzeuges. Für Marokko im nächsten Jahr kommen gute Winterreifen oder All-Terrain-Reifen auf das WoMo. Vor allem, weil diese einfach mehr aushalten auf Schotterpisten. Aber selbst mit ziemlich abgefahrenen Reifen ging das heuer alles noch ganz gut. Die Breite ist allerdings ein nicht unwesentlicher Faktor. Selbst bei unseren 2,10m waren Streifen im Aufbau beim Finden von besonders schönen Zielen nicht zu vermeiden. Aber es war ja auch nicht als Ausstellungsfahrzeug geplant :wink:
Es geht vieles mit dem Duc im Allgemeinen und mit KaWa oder Van-TI im Besonderen.
Aber man sollte ganz genau wissen, wo Schluss ist mit 2WD!!!!!

Sebastiane am 26 Jul 2019 20:24:12

Wohnotron hat geschrieben: Wobei wir bisher nur Erfahrungen über dem Gefrierpunkt gesammelt haben. Aber gemütlich ist das, finden wir, in einem Kasten schon.


Der Vorteil einen richtigen Kabine liegt vorallem in der Kältebrückenfreien Konstruktion, in einem Kasten ist es immer irgendwo kalt, die Scheiben (vorallem vom nicht gedämmten Fahrerhaus) beschlagen schnell. Also reine Komfortsache. Zu bedenken ist aber auch, dass eine Heizung, vorallem Dieselheizungen ordentlich Strom benötigen, der muss irgendwo herkommen. In unserem Alkoven lässt sich das Führerhaus abtrennen, da läuft bei -35°C und innen 16°C die Heizung zweimal pro Nacht für 30-40min.

Wohnotron hat geschrieben: aber mit dem Alkoven sagst du was. Gerne würde ich zu Bimobil, Bumo oder Woelcke gehen und da einfach mal 150k auf den Tisch knallen. Auf der Abendteuer & Allrad habe ich da genug gesehen, wo ich am liebsten drin wohnen würde. Vielleicht machen wir das auch irgendwann, aber für das erste Wohnmobil sollte/muss ein Budget von ca. 40k ausreichen. Gerne gebraucht.


Momentan ist der denkbar schlechteste Markt um sich ein Expeditionsmobil o.Ä. zu kaufen, der Gebrauchtmarkt ist leer, der Preis explodiert. In 10+ Jahren werden dann alle aktuell neu gekauften Mobile verkauft, so zumindest meine Prognose. Günstig gibt es momentan nur alte Fahrzeuge zum basteln. "Brainboxx" bietet gebrauchte 4x4 Sprinter inkl. Kabine zum selber ausbauen an.
Wenn ihr ein normales Wohnmobil, auch "Weißware" genannt kaufen wollt, so bedenkt, dass der Aufbau nicht für Rüttelpisten gebaut ist und entsprechender Verschleiß nicht vermeidbar ist. Entsprechende Aufbauqualität kostet aber und wiegt auch entsprechend.

Wohnotron hat geschrieben: Und lustig, dass du das mit den Maßen ansprichst: Ich halte das auch für einen wahnsinnig limitierenden Faktor. Serpentinenstraßen, vor allem die putzigen einspurigen mit Gegenverkehr und niedrige Brücken ließen bei uns den Wunsch wachsen, vor allem nicht zu breit und zu hoch zu werden.


Die Höhe war bei uns so gut wie nie ein Problem, ausschließlich die Breite. 2-2,10m wäre da wohl besser. Auf Straßen, auch in den Alpen würde ich mir bis zu 6,5m Länge keine Gedanken machen, Transporter haben einen sehr hohen Lenkeinschlag.




Bei Frontantrieb, bzw. auch bei Heckantrieb sehe ich absolut kein Problem das zu machen was ihr wollt. 90% aller Allrad Fahrer fahren nichts wo es ohne nicht auch gehen würde, wenn sich der Allradler aber mal verschätzt hat der die Sicherheit vom Allrad, der ohne muss sich zu helfen wissen.

Also um mal eine sehr pauschale Aussage zu treffen: kauft eine 2WD egal ob Heck oder Front, legt diesen höher, zieht größere AT Reifen auf, mindestens 245/70R16 und ihr werdet damit überall hinkommen wo ihr wollt, dazu eine Schaufel und einen ordentlichen Bergegurt und ihr werden vielleicht in 10 Jahren 1-2 mal zum nächsten Ort wandern müssen oder warten bis jemand kommt um euch raus zu ziehen.

hampshire am 26 Jul 2019 22:52:55

Auf unserem neuen Grundstück fuhr ich den Ducato 6m Kasten nun mehrfach die Auffahrt hoch. Steigung an der steilsten Stelle 20%, Untergrund nur recht loser Frostschutz. Das Auto kann schon mehr, als man ihm auf dem ersten Blick zutraut.
Der Kasten ist nicht höher gelegt und fährt auf 18 Zoll Felgen.

bigben24 am 28 Jul 2019 11:20:17

Der Duc kann schon mehr, als die meisten ihm zutrauen. Wir sind auf dem Peloponnes einmal mit dem TI einen wilden ausgewaschenen Weg zu einer Bucht runter und wieder rauf (10% im Mittel) mit vollem Frischwasser und Roller in der Garage. Einmal festgefahren, im 2. Anlauf geklappt. Das ASR des DUC ist wirklich Klasse und der zieht gut hoch. Brauche ich definitiv nicht nochmal aber es ist gut zu wissen, was geht


Wohnotron am 29 Jul 2019 14:35:02

Das stimmt mich ja zuversichtlich! Ich glaube dass das, was uns ein Ducato bieten kann, fürs erste reicht: Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben mir weiter zu helfen!

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