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anhaengerkupplung

Spätsommertour ins Baltikum mit Königsberg 2019


Sprinterklasi am 07 Aug 2019 14:41:15

Hallo,
wir begrüßen alle Freunde und interessierte Mitleser und laden Euch ein, uns auf unserer Baltikum-Tour vom 16.08 - 15.09. zu begleiten.
Wir starten am Samstag, 17.08. um 21.00 in Kiel. Die DFDS-Fähre bringt uns dann nach Klaipeda(Memel). Von dort bereisen wir im Uhrzeigersinn die drei baltischen Staaten. Wieder in Klaipeda angekommen erwartet uns mit der kurischen Nehrung sicher ein Höhepunkt der Reise. Allerdings brauchen wir in Nida nicht umzukehren, weil unser russisches Visum uns eine Weiterreise nach
Kaliningrad(Königsberg) erlaubt. Über Masuren, Pommern, Brandenburg fahren wir dann wieder an die Ruhr.
Bis bald von unterwegs, schöne Grüße,klasi


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landmesser am 07 Aug 2019 15:22:43

Ich fahre mal mit. Einen gaz kleinen Teil der Tour kenne ich schon ;-)

Viele Grüße
landmesser

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

troppau am 07 Aug 2019 16:44:45

Hallo Klasi,
danke für Deine Nachricht. Wir fahren wie immer durch Deine Reiseberichte "mit". Wir sind schon sehr gespannt und wünschen gute Fahrt.
Eure Füssener

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nuvamic am 07 Aug 2019 16:53:44

Bin vermutlich auch dabei.....

Hat es einen bestimmten Grund, dass ihr Kaunas und Vilnius "rechts" liegen lasst?

axel1964 am 07 Aug 2019 17:22:12

Ich gehe am 20.8. auf die Fähre in Kiel nach Memel. Wir lassen uns allerdings während unseres Aufenthaltes dort treiben. Meine Frau ist Litauerin und deswegen kennt sie sehr viele schöne Orte auch abseits des Tourismus. Lässt es die Zeit zu, werden wir auch Tallin und Riga besuchen. Ich will nur hoffen, das wir uns nicht zu lange bei den Verwandten dort aufhalten müssen. Mal sehen, ob ich diesmal innerhalb der 2 Wochen alles unter einen Hut bringen kann

Swch am 08 Aug 2019 22:23:35

Hallo klasi

Bin gerade in der Nähe von Danzig.
Am 10 Aug fahren wir in Königsberg ein. Und weiter nach Estland 18 August. Da werden wir den ganzen August verbringen.
Vielleicht sieht man sich, bevor es im Sep nach Russland geht.

Lieber Gruss und gute Fahrt!

klanger am 12 Aug 2019 15:25:28

Hallo Volker,
da fahre ich mal mit. Wir möchten nächstes Jahr um die gleiche Zeit auch mit der Fähre Kiel - Klaipeda starten. Die Rundreise soll ähnlich verlaufen. Wie das mit der Durchfahrt Königsberg klappen soll, weiß ich noch nicht.
Freue mich schon auf deinen Bericht.

Liebe Grüße
Klaus

Swch am 14 Aug 2019 21:32:17

Polen - Russland Grenze
Hier unsere Erfahrung mit der Grenze:
Dauer 2h40min
Papiere: Pass, Visum, Fahrzeugschein, Führerschein
Kontrolle: sehr oberflächlich

Details:
Weiter gehts zur Grenze und der bammel wird grösser, haben wir alle Papiere? Was wird alles Kontrolliert? Kommen wir überhaupt durch die Grenze?

An der Polnischen Seite sind etwa 7 Autos vor uns. Also fast leer. Wir bekommen an der ersten Station einen Gelben Streifen(2 Personen im Auto)-für was der gut ist, weiss ich heute immer noch nicht. Dann warten bis die Ampel auf grün schaltet. Es dauert ewig.

Bei Grün fahren wir in die erste Abfahrt, die wohl nur für LKWs sind. Der polnische Zöllner pflaumt mich mit Russischen Dialekt an, denke er hat sich einen Spass gemacht. Wir drehen und ordnen uns hinter den anderen Fahrzeugen ein. Die Polnische Zöllnerin, wirft nur einen Blick in die aussen Kästen und frägt was der Grill wohl ist. Grill und BBQ sagt ihr nichts, erst als ich die Abdeckung vom Grill weg nehme, strahlt ihr Gesicht. Ihr deutsch ist auch sehr gut, leider bin ich sehr Aufgeregt und habe nicht die Ruhe mit ihr zu plaudern. Hat Lili ein Chip? Ja und gut. Keine Papiere Notwendig.

Sind wir schon durch? Wir fahren 1km und kommen zum Russischen Zoll. Herz schlägt schneller. Ich habe auch mein Tabak mit langen Blättchen und die Hasenpfote in meine Dreckwäsche Tasche versteckt.

Ein Russe, dies mal ein echter, sagt mir, dass wir die EU Spur benutzen können. Klasse, da steht nur ein Auto. Jetzt muss ich 3Zettel ausfüllen, einen sogar in doppelter Form. Kopierer sind wohl nicht angedacht.

Unsere Ausweise werden geprüft, einen Fehler (doppelte Verneinung) den ich auf dem Zettel gemacht habe korrigiert er selber, nach dem ich auf die Frage, wo oft waren sie schon in Russland mit 1 geantwortet habe. – Wie zeigt man Null? 

Jetzt möchte ein Zöllner auch ins Innere von Rosali. Ich lasse Lili raus, da er wohl Angst vor dem grossen schwarzen Hund hat 

Er will mit Anlauf in den Aufbau springen, ich Stoppe ihn und nehme erstmals Lilis Einstieg weg und fahre für ihn die Treppe aus. Sein Gesicht zeigt ein Lächeln und ich zeige ihm an, er darf jetzt rein. Er schaut sich alle Kästen an, fast aber nichts an. Den Kühlschrank mache ich für ihn auf, aber da wirft er nur einen flüchtigen Blick rein.

Dann Fragt er mich in seinem ernsteren Blick:Drogen, Waffen? Und schaut mir tief in die Augen. Ich schaue ihm tiefer in die Augen – das Augenspiel verliere ich niemals  – Nein!

Damit ist alles okay und wir dürfen weiter fahren. Keiner will Papiere von Lili sehen, er schaut auch nicht mal unter die Sitze, wo ein sehr grosser Stauraum ist.

Tja, Augenspiel hilft immer 

Die letzte Station ist ein sehr gelangweilter Soldat, der den gelben Zettel wieder an sich nimmt und mit mir plaudern will. Aber nach 2h40 habe ich keine Nerven mehr. Im der ersten Tankstelle, 1.5km mache ich den Tank voll, da die Reserve schon aufläuchtet. Der Spritpreis ist 50Rubel, also bei (72Rubel für 1€) sehr billig. 

Genug Zeit einplanen und locker bleiben. ;-)

Ausreise nach LT, geht in 1h40min.

LG,
Sascha

trevor2 am 16 Aug 2019 22:22:41

Viiiiel Spaß! :D

Stellt Euch auf etwas frischere Temperaturen ein - in Estland steht bereits der Herbst vor der Tür... neblige kalte Nächte, wieder deutlich länger dunkel nachts. :ja:

Wir sind gerade nach sechs Wochen Baltikum am 13.08. wieder in Kiel gelandet. Es war wie jedes Jahr fantastisch!!! :) :) :)

Genießt die Länder und die Menschen dort - sie freuen sich, Eure Bekanntschaft zu machen!

Ich lese auf jeden Fall mit... :ja:

Head aega, Anne

Swch am 16 Aug 2019 22:32:41

So kalt ist es in EE auch nicht ;-)
Stehe nahe Tallinn, heute lecker 800g Fisch auf dem Grill gehabt. Bis 22h draussen mit Pullover ist okay ;-)


Werde EE noch bis ende August geniessen, dann St. Petersburg, da wirds kälter sein ;-)

Lg,
Sascha

trevor2 am 16 Aug 2019 23:14:30

Viel Spaß noch, Sascha!

Übrigens, ich finde 9°C schon recht frisch... :lach:

Sprinterklasi am 20 Aug 2019 12:15:38

So, heute wegen fehlendem w-lan unser erster kurzer Reisebericht.
Die Anfahrt nach Kiel mit Unterbrechung in Hannover zum Besuch der Herrenhäuser Gärten hat gut geklappt. Der barocke Schloßgarten fand weniger unser Interesse, aber der Berggarten ist schon einen Besuch wert. Zu unserer Überraschung begann die DFDS bereits 90 min vor der Abfahrt mit der Verladung. Wir hatten noch unser Abendessen auf dem Tisch, da ging es schon los. Glatte Überfahrt, wenig spektakulär mit pünktlicher Ankunft in Klaipeda. Allerdings mußten wir dann noch eine Stunde warten, bis die Türen zum Autodeck geöffnet wurden. An Land dann die erste ärgerliche Überraschung: Bei unserem Pleite-Becker-Navi waren plätzlich ca. die Hälfte der Karten weg, natürlich alle drei baltische Staaten. Aber mit Handy und google haben wir unseren ersten Stellplatz ca. 10 km nördlich Klaipeda gut gefunden: Großparkplatz ca. 100m vom Strand nachts kostenlos. Abends noch schöner Strandspaziergang.
Der abends noch volle Parkplatz war dann am Montagmorgen gähnend leer. Wir wollten den am Womo vorbeiführenden Radweg nach dem 20km entfernten Seebad Palanga befahren, allerdings erwies sich dieser Fahrradweg als fake und endete nach wenigen 100m im Nichts. Nach vielen Irrungen und Wirrungen (plötzlich standen wir vor einer gewaltigen Bunkeranlage mit alter Kanone "Memel-Nord") erreichten wir wieder die Straße und irgendwann auch den dann sehr schönen Radweg nach Palanga. Es ist ein Seebad mit dem gleichen Flair wie unsere Seebäder an der See. Nach Rückkehr am Womo wollten wir uns noch in der Ostsee erfrischen (20°), aber die starke Strömung mit beachtlichem Wellengang hatte zu Schwimmverbot geführt. Die Aufsicht ließ uns nur bis zur Hüfte ins Wasser gehen. Aber es reichte doch um in den Wellen etwas Spaß zu haben und den Tag in Litauen erfrischt zu beenden. Abends sind wir dann noch ca. 100 km die Küste nach Norden hinaufgefahren bis zum kleinen Fischerort Pavilosta mit einem kleinen Womo-Stellplatz direkt am Strand. Hier haben wir heute einen Faullenzertag verbracht mit Strandspaziergang und sitzen in der Sonne bei ca. 22°. Spektakuläre Bilder haben wir leider noch nicht, lediglich einen schönen breiten, feinsandigen Strand mit dahinter liegenden Birken und Kiefern können wir bieten, super für kleinere Kinder.
Schöne Grüße, klasi

Sprinterklasi am 20 Aug 2019 12:34:31



Unser erster Stellplatz bei Klaipeda



Die Ostsee bei Pavilosta (ca. 30km nördlich Liepaja), bei Klaipeda war es etwas belebter, da gab es auch Strandpavillons

uschi-s am 20 Aug 2019 12:54:10

Schön, wieder ein Bericht. Ich folge...

trevor2 am 20 Aug 2019 13:57:24

Ich auch... :)

Kommen wir doch gerade daher, sind ja erst vor einer Woche wiedergekommen...

Euch noch eine gute Zeit und ganz viel Entspannung! :ja:

Head aega, Anne von der Trevor-Crew

Sprinterklasi am 22 Aug 2019 13:03:51

Hallo, hier nun unser 2. Reisebericht:
Vom beschaulichen Pavilosta fuhren wir ins Landesinnere, zunächst in die Kleinstadt Kuldiga, hier gibt es den breitesten Wasserfall Europas mit ca. 250m, der aber nur 2,5m hoch ist.





Die beiden Mädchen in schwarz haben es übrigens geschafft, den ganzen Fall zu überqueren, zwar nur im flachen Wasser, aber auf glitschigen Felsen. Der Ort selber war wenig interessant, viele renovierungsbedürftige Häuser erinnerten an die alte DDR. Vom beschaulichen Kuldiga zog es uns wieder aufs Land. Kurz vor Jurmala gibt es an der A10 einen unscheinbaren Abzweig und es geht ca. 2km auf Schotter durch den Wald zu einem einsamen Parkplatz, wo im Wald nach einigen 100m ein Bohlenweg durch ein Hochmoor beginnt: Kemeri-NP. Für 2€ Parkgebühr haben wir herrlich ruhig übernachtet. Leider begrüßte uns der Mittwoch mit Nieselregen, unser erstes Naß auf der Reise, aber passend zu einer Moorwanderung.





Der Bohlenweg ist ca. 3,5km lang mit Aussichtsturm und auch bei Regen empfehlenswert.
Später am Tag haben wir die restlichen 45km bis Riga zurückgelegt. Der Riga-City-Camping ist gut besucht,aber es sind noch einige Plätze frei. Wenn man etwas sucht, findet man sogar ein nichtdeutsches Womo!
Abends dann noch einen Spaziergang in die Altstadt unternommen. Vom CP sind das etwa 1,5km und am Ende sind wir doch 6km gelaufen. Leider war die Stimmung etwas gedrückt, weil Gudrun bereits seid Hnnover massive Knieprobleme hat.
Für meinen Geschmack hält die Altstadt in Riga keinen Vergleich aus gegen das heimelige, schnuckelige Tallin. Das berühmte, vollständig im alten Stil in den 90ern wieder aufgebaute "Schwarzhäupterhaus" steht auf dem kahlen Rathausplatz völlig alleine zwischen modernen Zweckbauten.
Wieder einmal bestätigt sich hier, daß Großstädte(Riga hat ca. 750.000 Einwohner) nichts für uns sind, nach dem Verkehrslärm und dem Pflastertreten (überwiegend sehr grobes Kopfsteinpflaster) freuen wir uns auf den nächsten Strand.

Sprinterklasi am 22 Aug 2019 13:39:15


Das Schwarzhäupterhaus, das ehemalige Versammlungshaus der unverheirateten Hanse-Kaufleute. Das berühmteste Gebäude in Riga.


Die Front der Petrikirche, hier kann man mit einem Aufzug im Turm hochfahren und die Altstadt von oben bewundern.


Eine Hotelfront im Jugendstil.

Heute morgen haben wir es uns bequem gemacht und mit dem Bus eine Stadtrundfahrt unternommen. Da der natürlich nicht in die enge Altstadt fahren darf, haben wir hier einiges vom restlichen Riga gesehen, ua.die großen ehemaligen Zeppelinhallen, die jetzt als Markt genutzt werden, oder das Jugendstilviertel mit vielen sehr aufwendigen Sandsteinfassaden aus dem Beginn des 20. Jhrdts.

Bis bald, klasi

Sprinterklasi am 22 Aug 2019 21:05:02

noch ein kleiner Hinweis für alle Neulinge:
Bitte achtet am Ende der Seite unten rechts auf die Seitenzahlen. Demnächst ist dort als Fortsetzung die Seitenzahl, bzw."nächste" anzuklicken.

Sprinterklasi am 23 Aug 2019 22:17:41

Um uns den langen Anmarsch zu sparen, sind wir am Nachmittag mit dem Womo in die Stadt gefahren. Dank google hatte ich einen großen Parkplatz am Stadion gefunden, unweit des Jugendstilviertels, wo wir uns noch einige schöne Häuserfronten anschauen wollten.








Anschließend sind wir durch den Grüngürtel am Stadtkanal entlang zum Freiheitsdenkmal gebummelt, dem wichtigsten Symbol in Lettland, im Volksmund "Milda" genannt.


Das Denkmal steht an Schnittstelle zwischen Alt-und Neustadt und ist auch ein beliebter Treffpunkt.
Gemütlich sind wir dann zum Womo zurückgeschlendert, es war im Gegensatz zu gestern ein entspannter Nachmittag.
Zum Abschluß unseres Riga-Besuchs haben wir dann am nächsten Morgen dan Centralmarkt besucht, der in ehemaligen Zeppelinhallen aus den 30ern und auf dem Freigelände untergebracht ist. Eigentlich wollten wir nur schauen, aber am Ende hatten wir alle Hände voll Beutel und kamen hochbepackt wieder am nahen Parkplatz an.


Die ganze erste Halle enthielt nur Fisch, hier mal eine Räucherfischtheke. Den erstandenen Lachs haben wir zum Abendbrot verspeist.

Draußen lagen u.a. Unmengen von Obst

Für ein südländisches Land sind diese Bilder nichts Besonderes, aber in Riga hat uns die Fülle des Angebots doch überrascht.
Seltsamerweise haben wir keine Fleisch-und Wurstecke gefunden. Jedenfalls gibt es bei uns in den nächsten Tagen reichlich Gemüse mit Obst.
Anschließend hatten wir Dank des besch... tomtom einige Mühe, aus Riga herauszukommen, aber schließlich sind wir gut auf unserem nächsten Übernachtungsplatz, etwa in der Mitte der Rigaer Bucht, angekommen. Wir stehen heute in Kabli/Estland und haben damit den dritten Kleinstaat erreicht. Glücklicherweise gibt es hier keinerlei Grenzkontrollen, sonst wäre das schon sehr lästig, wenn alle paar km eine neue Grenze kommt. Der im Womo-Handbuch gepriesene vorerst letzte Sandstrand erwies sich leider als Reinfall. Die Algenmatsche lag mehr als knöchelhoch am Strand und das Wasser sah aus wie im Moor und stank, war also nichts Baden. Wenn das Wetter mitspielt( heute war es überwiegend bewölkt und recht windig, aber trocken und warm (22°)) werden wir in Pärnu noch eine Badepause einlegen. Auf der Insel Sarremaar haben wir dann unser 1.Wochenziel erreicht.
Bis bald, klasi

trevor2 am 23 Aug 2019 22:58:24

Tere,
zwei kleine Anmerkungen.
Erstens, wenn Ihr nochmal in einer baltischen Stadt nicht soviel laufen möchtet, der öffentliche Nahverkehr ist top und sehr günstig. Da findet Ihr schnell und unkompliziert etwas. Und das zweite, na klar gibt es im Zentralmarkt eine große Fleischabteilung mit frischem und geräuchertem Fleisch - genauso wie beim Fisch.

Der schönste Strand ist in Kurzeme, LV. Nördlich von Ventspils bis zum Kap Kolka.

Heute war in Riga die zentrale Gedenkfeier für die 650km lange Menschenkette - genau heute vor 30 Jahren - am 23.08.1989!
Und vor 80 Jahren - am 23.08.1939 wurde das geheime Zusatzpapier unterzeichnet, das Russland die baltischen Länder zuschrieb im Falle des Sieges. Und damit war die furchtbare Okkupationszeit besiegelt. Es sind derzeit geschichtsträchtige Tage im Baltikum!!!

Viel Spaß auf unserer Lieblingsinsel Saaremaa. Der beste und schönste Campingplatz ist Tehumardi. Falls Ihr hinfahrt, bestellt Tiiu und Laura ganz liebe Grüße von Anne & Felix...

Die Campingsaison endet übrigens vielerorts im Baltikum Ende August. Dann wird es evtl. schwieriger Entsorgungsmöglichkeiten zu finden.

Auf jeden Fall danke für den Bericht, macht Spaß mitzureisen.

Head aega, Anne von der Trevor-Crew

Sprinterklasi am 25 Aug 2019 21:27:29

Hallo Trevor, eine Halle war leer und wird z.Zt. renoviert, vielleicht war das der Grund. Am Denkmal wurde gerade ein ganzer Lastwagen mit Beschallungskram ausgeladen, dazu ein paar Wehrmachtsfahrzeuge als Vorbereitung des Jahrestages.
Schöne Grüße, klasi

trevor2 am 25 Aug 2019 21:37:30

Das war bestimmt der Grund.

Na, dann habt Ihr ja noch bisschen was von diesem wichtigen Jahrestag mitbekommen. Die Milda am Freiheitsplatz spielt auch heutzutage noch eine wichtige Rolle.

Wo seid Ihr inzwischen? Noch in Eesti? Viel Spaß und viele spannende Begegnungen weiterhin!

Head ööd, Anne von der Trevor-Crew

Sprinterklasi am 25 Aug 2019 22:25:21

Liebe Baltikum-Freunde, es geht wieder weiter:
Unser nächstes Ziel, Pärnu, haben wir bei schönem weißblauem Himmel und angenehmen 22° erreicht. Geparkt haben wir ca. 2km südlich vor dem Beginn des Badestrandes auf einem kleinen Parkplatz direkt an einem Radweg. Mit den Rädern waren wir schon nach 2km am breiten, ziemlich leeren Super-Sandstrand.



Ein idealer Kinderstrand, zum Schwimmwn mußte man ca. 150m durchs flache Wasser laufen, aber diesmal standen dem Schwimmen keine stürmischen Wellen im Wege, wie in Klaipeda.
Am späten Nachmittag sind wir dann weitergefahren und wollten noch die kleine Insel Muhu erreichen. Das hat auch gut geklappt, mit uns kam auch die Fähre am Anleger an und es ging gleich weiter. Nach einer halbstündigen Fährfahrt war die Insel erreicht. Unser Tagesziel hieß Koguva, ein kleines, fast verlassenes Bauerndorf. Dort haben wir wegen der Idylle am Hafen übernachtet. Das Personal im nahen Cafe kassierte dafür 15€, lediglich fürs Parken. Unsere Frage nach Wasser wurde mit großem Unverständnis verneint.


Besser, aber vielleicht nicht so ruhig, hätten wir auf dem Museumsparklatz im Ort gestanden, dort gab es auch ein WC und einen Wasserkran, welchen wir am nächsten Tag gerne genutzt haben. Beim Freilichtmuseum handelt es sich um einen historischen Bauernhof, der noch bis 1973 genutzt wurde.


Bei dem strahlendem Sonnenschein wollten wir unbedingt zum Strand. Ein schönes Fleckchen haben wir dann ca. 10km südwestlich von Kuressare(Ahrensburg) gefunden.Vorher noch ein kleiner Abstecher zu einem Meteroitenkrater. Hier in Kaali gibt es eine ca. 40m große Schüssel, ca. 4m tief, die durch einen Brocken aus dem Weltraum entstanden ist.

Nichts Spektakuläres, aber es lag am Weg. Jetzt aber zum Strand.
Auch hier stand im flachen Wasser erstmal ein kleiner Spaziergang an, bevor das Wasser zumindest bis zur Hüfte reichte und man schwimmen konnte. Obwohl es "nur" 22° waren, wärmte die Sonne am wolkenlosen Himmel so stark, daß uns auch nach dem Baden nicht kalt war. Das hätte ich hier im Norden nicht erwartet.





Nach einem ausgiebigen Strandaufenthalt stehen wir jetzt auf dem Burgparkplatz an der Ahrensburg, die wir morgen früh besichtigen wollen.



Schöne Grüße und bis bald, klasi

Sprinterklasi am 29 Aug 2019 09:32:32

Hallo, heute am Donnerstag 29.08. von Käsmu aus (Nordküste) mein nächster Reisebericht.
Ca. 3h haben wir uns in der sehenswerten Ahrensburg aufgehalten. Es gibt Ausstellungen zu Flora und Fauna und auch zur jüngeren Geschichte Estlands. Die ausgestellten Wohnungseinrichtungen erinnerten uns sehr an unsere eigene Kindheit in den 50ern und 60ern.
Bei immer noch schönem Sommerwetter sind wir nicht direkt zur Fähre, sondern erst mal nach Norden gefahren. Die Suche nach einem Badestrand war nicht einfach, aber plötzlich und unerwartet standen wir vor einem EU-Projekt: Ein Strand mit Kiosk(geschlossen, Spielplatz und funktionierender Dusche. Ins Wasser ging es über einen ca. 30m langen Pontonsteg.


Nach der Badepause ging es weiter über Orissare wieder aufs Festland nach Happsalu. Dort interessierte mich der lange alte Bahnhof mit seinen ausgestellten Loks:

Dies graue Ungetüm wurde gebaut von Krauss-Maffei in München.


Der historische Zarenbahnhof


Ein kleiner Ausschnitt der Seepromenade in Happsalu mit dem alten Kurhaus von 18und.


Auch zwischen Happsalu und Tallin haben wir wieder einen sehr schönen Strand gefunden. Die Zufahrt von der Asphaltstraße über Kopfstein und richtig schlechte Piste war nicht einfach. Hier wurde das Wasser auch endlich mal schnell tief, sodaß man nach 10m schon schwimmen konnte.

Schließlich sind wir in Tallin angekommen. Wir stehen wunderbar am Rande der Altstadt direkt am Wasser, um die Ecke die Anleger für die Kreuzfahrer. Der Platz "Kalasadarma 10" ist eine relativ kleine Schotterfläche (ca. 40-50 PKWs), bei park4night gelistet und kostet 2€/24h mit Münzautomat. Man darf allerdings erst am späten Nachmittag oder Abend ankommen, um einen freien Platz zu ergattern.
Der Abendspaziergang durch Tallin ohne Kreuzfahrer war ein Genuß. Abends war der Rathausplatz bis auf ein paar Tische am Rande so gut wie leer, am nächsten Tag (inzwischen war eine AIDA und eine MSC angekommen) sah man kaum noch Plastersteine durch die Menschenmassen hindurchschimmern.


Eingang des Schwarzhäupterhauses in Tallin mit dem Mohrenkopf über dem Eingang. Wie in Riga das Versammlungshaus der unverheirateten Kaufleute.

Der Reiseführer hat uns das Lokal "Olde Hansa" empfohlen, ein paar Schritte neben dem Rathaus. Dort speisten wir in ritterlicher Umgebung:









Nach dem köstlichen Essen folgte noch ein Besuch im Shop. Zum Verdauen dann noch ein Spaziergang auf den Domberg.



Am nächsten Tag:

Rathausplatz


Stadtmauer

Nach dem Altstadtbummel verließen wir Tallin mit einem Abstecher in den Stadtteil Kadiorg mit dem Sommerschloß, das Peter d.G. seiner Katarina hat bauen lassen.

Sprinterklasi am 29 Aug 2019 09:42:43




Heute ist dort ein Kunstmuseum untergebracht.

Hier unser Stellplatz in Tallin noch nachgereicht:

Sprinterklasi am 01 Sep 2019 18:59:17

Hallo, mal wieder schöne Grüße aus dem immer noch sehr sommerlichen Baltikum:
Unser nächstes Ziel war der Lahemaa-NP mit Käsmu und Altja. Vorher aber noch ein Sprung in die Ostsee, etwa auf halber Strecke. In Käsmu haben wir auf einem Privatgrundstück übernachtet, ganz am Ende der Dorfstr. Amnächsten Tag eine ausgewiesene Fahrradtourdie Strecke ging durch Wald und Feld wahrlich über Stock und Stein, eigentlich eine schöne Wandertour.

Küste bei Käsmu


Die "Meerjungfrau" von Altja

Übernachtet haben wir in Altja sehr ruhig auf einem großen Parkplatz am Ortseingang. Nach dem abendlichen Strandspaziergang sind wir dann am nächsten Morgen über das Nonnenkloster Kuremäa an den Peipussee gefahren. Leider sieht man den See über weite Strecken nicht, entweder versperren Privatgrunsstücke die Sicht oder ein Buschstreifen. Erst bei Mustvee gibt es einen Hafen mit Parkplatz. Wir sind aber weitergefahren bis Kallaste. Das hat sich auch gelohnt, denn am Ortseingang gibt es einen schönen Bade/Stellplatz.


Nonnenkloster in Kuremäe, unweit der russischen Grenze


Zwiebelkauf am Peipussee


Gudrun malt die rote Küste in Kallaste

Von Kallaste sind wir dann in einem großen Rutsch bis kurz vor Riga an die Gauja gefahren auf den KanuCamping. Wie der Name schon sagt, haben wir hier eine Kanutour auf der Gauja gemacht. Wir sind bei ruhiger Fahrt ca. 20 km von Cesis bis Ligatne gepaddelt, wieder bei bestem Sommerwetter.

trevor2 am 02 Sep 2019 10:47:11

Hallo Ihr beiden,

schön, dass es Ihr soviele schöne Erlebnisse habt!

In Käsmu haben wir damals ewig gesucht. Da sind ja auch fast nur Privatgrundstücke direkt am Meer. Es gibt aber am Ende der Straße auch einen mini CP, der war nur von irgendeiner christlichen Gruppe komplett belegt. Wir haben dann auf einem kleinen Parkplatz am Waldrand in der Nähe eines Hotels (???) übernachtet. Wir konnten vom Womo aus auf jeden Fall das Meer sehen und hatten freies W-LAN vom Hotel. :wink:

Am Peipsi järv wird es erst südlich von Kallaste richtig schön. Da kann man auch teilweise sehr dicht am Peipsi entlangfahren und zumindest direkt am See entlanglaufen. Bei Willipu's Guesthouse steht man übrigens auch direkt am See auf einer großen Wiese - wunderschön!

Der 'KanuCamping' ist das der direkt in Ligatne am Fähranleger? Wir waren damals in Apalkalns, von dort kann man ja auch eine Paddeltour machen. Wir sind auch diese Strecke gepaddelt. Es war eins der Highlights unserer ersten Baltikum-Reise!!!

Schön, dass Ihr so gutes Wetter habt! Euch noch weiter eine gute Zeit! :ja:

Head aega, Anne von der Trevor-Crew

troppau am 02 Sep 2019 11:02:19

Hallo Ihr Baltikum- Fahrer,

interessante Berichte, die wir bisher gelesen haben und auch die Fotos machen alles sehr anschaulich. Das Wetter scheint ja bisher auch mitgespielt zu haben, so dass die Fahrt zu einem schönen Erlebnis wird. Wir hoffen, dass sich der Fuß von G. wieder gebessert hat und keine Schmerzen mehr auftreten. Weiterhin gute Fahrt und ebensolche Berichte. Hals- und Beinbruch!

Eure Füssener

Sprinterklasi am 05 Sep 2019 14:54:01

Hallo, da bin ich wieder. So langsam neigt sich unsere Tour dem Ende entgegen. Heute stehen wir auf dem Cp in Nida. Aber der Reihe nach:
Nach der Paddeltour stand mal wieder eine Besichtigung an. Ziel war Schloß Rundale, südlich von Riga. Hier konnten wir in einer kleinen Ausstellung sehen, welche Mühe die Restoratoren haben, aus einem verfallenen Schloß ein besichtigungswürdiges Objekt zu machen.

Wie man an den blaßen Farben sieht, war diesmal das Wetter etwas durchwachsen. Ein Gewitter kam auf und als wir im Schloß waren regnete es etwas.

Rosenzimmerausschnitt

Ein Blick in den französischen Garten
Später war zwar die Sonne kaum zu sehen, aber es war warm. Also, wo war der nächste Badesee. Im kleinen Ort Tervete wurden wir fündig. Es wurde schon Abend, als wir dort an einem recht einsamen Parkplatz anlangten. Schlafen wollte Gudrun hier nicht, aber für ein schnelles Bad reichte es. Übernachtet haben wir einige km weiter am Ort auf dem Pakplatz eines Freizeitparks.
Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Klaipeda mit einer Unterbrechung in Salantai. Dort gibt es eine privaten Skulpturenpark aus Stein und Holz, den Vater und Sohn gestaltet haben: Orvidu Sodyba.



Das Schlendern durch die verschlungenen Wege des Parks mit vielen überraschenden Ansichten hat uns sehr gefallen, wir waren fast alleine hier, weil kaum ein Reiseführer, außer dem Womo-Buch, diesen Park erwähnt.
Abends stehen wir wieder auf genau dem gleichen Parkplatz nördlich Klaipeda, wo unsere Reise begann. Mit dem Rad fahren wir in die Stadt zum Theaterplatz, um die Statue des "Ännchen von Tharau" zu sehen. Die modernisierte Fassung des Liedes kann man als Nationalhyme Ostpreußens bezeichnen, ein bezauberndes Liebeslied.



Für alle, denen es unbekannt ist, hier die erste Strophe:

Ännchen von Tharau ist's die mir gefällt,
sie ist mein Reichtum, mein Gut und mein Geld.
Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
auf mich gerichtet in Liebund in Schmerz.
Ännchen von Tharau mein Reichtum, mein Gut
du meiner Seele, mein Fleisch und mein Blut.

Nachdem gestern dunkle Wolken am Himmel standen und es in der Nacht heftig geregnet hat, stehen wir wieder einmal bei blauem Himmel auf. Schnell das Badezeug geschnappt und ab zum Strand. Aber es ist kaum zu glauben: Genau wie bei der Hinfahrt gibt es auch diesmal einen starken Wellengang und wieder Badeverbot. Aber wir schaffen es unter den strengen Augen der Rettungsschwimmer zumindest komplett naß zu werden.

Jetzt wartet mit der kurischen Nehrung DAS litauische Touristenhighlight auf uns:

Hier unser erster Parkplatz im Norden direkt nach der Fähre:



Ein kleiner Ausschnitt der Parniddener Düne südlich von Nida.

Im Hintergrund die Düne, vom Ort aus gesehen. Laut einem Info-Schild wandert die Düne ca. 10m in 30 Jahren ins Haff hinein.
Gleich radeln wir noch etwas auf dem hervorragendem Nehrungsradweg, bevor es morgen zum aufregensten Punkt der Reise kommt: die Fahrt über den russischen Teil der Nehrung nach Königsberg.

Schöne Grüße weiterhin, klasi

Sprinterklasi am 10 Sep 2019 18:48:02

Hallo, gerade sind wir in Polen angekommen und stehen jetzt auf dem Cp in Elblag. Bevor ich unseren vietägigen Aufenthalt in Königsberg schildere muß aber erst mal der Zorn über die polnische Administration raus. In über 50 Jahren Reisetätigkeit bin ich erst zweimal richtig schikaniert worden:
1. vor der Wende von Görlitz in die DDR von den Polen
2. heute in Go...(Masuren) von Königsberg in die EU von den Polen.
Nach zwei Stunden Wartezeit bei den Russen hoffte ich auf eine schnelle Kontrolle beimEU-Mitglied Polen, zumal die eine extra Spur für EU-Bürger haben. Vor waren ca. 8 PKW. Die Wartezeit betrug unglaubliche 4 Stunden, und die Beamten waren an Arroganz und Befehlston kaum zu übertreffen. So etwas habe ich noch nicht mal bei zahlreichen Reisen in die DDR erlebt. Das hat auch garnichts mit der Gründlichkeit wegen der EU-Außengrenze zu tun. Ich bin über zahlreiche EU-Außengrenzen gefahren, die Abwicklung war immer in wenigen Minuten erledigt.
Fazit: Polen sieht mich nicht mehr wieder.

pompeus am 10 Sep 2019 20:52:43

Bestrafe doch das ganze Land nicht,wegen ein paar arroganten Grenzern.
Polen ist viel zu schön und du bestrafst dich doch selbst. :steinigung:

Gruß Franz

Sprinterklasi am 10 Sep 2019 21:27:28

Da bin ich wieder mit dem letzten großen Reisebericht über unseren Aufenthalt in Kaliningrad(Königsberg):
Nach zwei Tagen in Nida waren wir in wenigen Minuten an der russischen Grenze. Obwohl nur vier PKW vor uns waren, hat der Grenzaufenthalt ca. 2h gedauert. An der Kontrolle selbst gibt es nichts zu beanstanden, die war in wenigen Minuten erledigt, wenn man erst mal dran ist. Aber vorher steht man, und steht, und steht. Aber wie ich vorhin ja schon geschrieben habe, war das nur ein müdes Vorspiel im Vergleich zur Ausreise.
Der russische Teil der Nehrung ist viel urwüchsiger als auf litauischer Seite. Das liegt vielleicht auch daran, daß man ihn nicht betreten darf. Nur um zu den gekennzeichneten Aussichtspunkten zu gelangen ist auf Parkplätzen das Halten erlaubt.Unser erster halt war der "tanzende Wald". Hier gibt es auf einer kleinen Fläche sehr seltsam gewachsene Bäume und keiner weis warum.




Dann merkten wir, daß wir einen wichtigen Punkt ausgelassen hatten und schon ging es 13 km zurück zu Ephas Höhe. Über einen langen Bohlenweg gingen wir am Dünenrand hinauf. Die Aussicht war etwas enttäuschend, denn das gewünschte Bild war für uns der ins Haff rutschende Sand. Dies kann man von oben aber nicht ehen, dafür muß man wohl eine Bootsfahrt machen. Die größte Düne liegt ohnehin im Sperrgebiet und kann nicht betreten werden.

Der Name Epha kommt von einem Herrn, der erfolgreich die Dünen bepflanzt hat und dadurch Orte vor dem Versanden gerettet hat.


Nach der Besichtigung der Nehrung brachte uns das Navi dann sicher zu unserem Stellplatz auf dem kleinen Bauernhof der Familie Tissen, ca. 8km von der Küste entfernt.
Am nächsten Tag sind wir mit dem Womo nach Zelenograzds (Cranz) gefahren.
Leider haben wir unsere Technik im Womo liegen gelassen, es gibt von diesem Tag also keine Bilder. Ca. 2h sind wir umher geirrt, um einen Geldautomat zu finden und dabei von vier Leuten nacheinander jedesmal in die Irre geschickt worden. Schließlich haben wir dann doch noch ohne Wegbeschreibung selber eine Bank gefunden. Im Ort war gerade Stadtfest und daher gut was los. Mit dem gerade errungenen Geld konnten wir uns dann auch einen Imbiss kaufen. Cranz ist eine ambivalente Kleinstadt. Neben einigen Ruinen, z.T. noch aus deutscher Zeit gibt es sehr schöne Neubauten und ein sehr großes Hochhausviertel am Stadtrand. Insgesamt ein unharmonisches Stadtbild. Sehr schön ist die lange Strandpromenade mit dem Sandstrand davor, der früher allerdings viel breiter gewesen sein soll. Auch hier nagen Sturmfluten am Sandvorrat.
Der nächste Tag (Sonntag, 08.09.) war leider total verregnet. Heute hatten wir einen Reiseführer für die Stadtbesichtigung gewählt. Er wirkte etwas steif und hatte keine große Lust, von seinem Konzept abzuweichen und Fragen zu beantworten.
Im Internet hatte ich von der Chefin, Frau Elena Antipova, viel Gutes gelesen und die Führung bei ihr bestellt. Ich hatte nicht damit gerechnet, daß sie uns einen Mitarbeiter schickt. Der hatte es bei dem Sauwetter aber auch nicht leicht.
Erstes Ziel war der Dom mit dem Grabmal von Immanuel Kant (1724 - 1804)







Hier ein sehr feines Modell der Stadt nach dem Stand von 1937 im Kantmuseum im Dom. Der Ausschnitt zeigt vorne den Kneiphof mit dem Dom und hinten das flache Gebäude ist die noch vorhandene alte Börse. Der Dom steht heute noch als einziges Gebäude inmitten einer großen Grünfläche.


Unweit vom Dom das neu errichtete Fischdorf.


Die nie fertiggestellte Ruine des Rätehauses auf dem Platz des ehemaligen Königsberger Schlosses.


Das Kaisertor ist das bekannteste noch erhaltene Stadttor.

Nach der Führung waren wir noch alleine in der Stadt und fanden eine Konzertankündigung im Dom. Kurzentschlossen kauften wir Karten und kamen so auch ins Innere des Doms, das nur bei Veranstaltungen zugänglich ist. Hier haben wir dann die gewaltige Orgel gehört, gespielt von jungen Siegern eines internationalen Orgelwettbewerbs.

Sprinterklasi am 10 Sep 2019 22:04:14

Am zweiten Königsberger Tag schien schon wieder die Sonne und der Regen war vergessen. Diesmal hatten wir uns mit unserem Reiseführer (ein anderer als gestern) bei Mercedes verabredet, da unser Womo Probleme machte. Er half dann erfolgreich als Dolmetscher, damit ich dem Mechaniker meine Diagnose mitteilen konnte. Glücklicherweise hat sie sich dann auch als richtig herausgestellt: Eine Spannrolle am Riementrieb war defekt, kannte ich schon, hatten wir am ersten Sprinter auch schon, ist bei DB wohl ein bei ca. 100000km vorprogrammierter Fehler.
Wir ließen dann den Mechaniker arbeiten und fuhren mit unserem Begleiter an die Küste nach Jantarniy. Dort gibt es eine Bernsteintagebau. Das Loch ähnelt unseren Braunkohlefeldern. Leider kann man die fabrikmäßige Aufbereitung der geförderten Erde nicht mehr sehen.



Gefördert werden ca. 300 - 400 Tonnen Bernstein im Jahr. Anschließend durften wir noch im Sandkasten nach Bernstein schürfen.




Der Strand von Jantarniy hat uns so gut gefallen, daß wir beschlossen, am Dienstag vor der Weiterreise noch einmal hier heraus zu fahren.

Durch den Werkstattaufenthalt hatten wir am Morgen ca. 1h verloren und jetzt mußten wir uns beeilen, denn wir wollten auch noch das bekannte Seebad Svetlogorsk (Rauschen) kennenlernen. Ein gemütlicher kleiner Ort zum Wohlfühlen, viel schöner als Cranz. Im Garten eines Hotels steht diese Kantfigur:


Aber nicht nur Kant wirkte in Ostpreußen, sondern auch der Schriftsteller ETA-Hoffmann.


Wenn man schon an der Bernsteinküste ist, gehört auch das Andenken dazu:


Rauschen hat zwar kaum Strand, aber eine gut besuchte kilometerlange Strandpromenade unterhalb der Steiküste:


Hinab ging es über eine große Freitreppe, hinauf haben wir dann die sehr gemächliche Seilbahn gewählt.


Anschließend hat Boris uns mit viel Mühe durch den Feierabendverkehr geschleust. Bei Mercedes wartete der Servicemann extra noch auf uns, damit wir unser Womo wieder übernehmen konnten. Die Rep. hat dann ca. 120€ gekostet. Dafür hätte MB bei uns höchstens die Haube aufgemacht! Wir sind dann ganz erleichtert wieder zum Hof Tissen gefahren, wo wir insgesamt viermal übernachtet haben.
Heute morgen sind wir dann trotz kühlem Wetter (17°) und Wolken wieder nach Jantarniy gefahren und haben tatsächlich noch am 10.09. in Ostpreußen in der Ostsee mit Genuß und ganz allein gebadet. Später im Womo kaum dann auch der erwartete Regen. Aber insgesamt hatten wir großes Wetterglück und einen tollen baltischen Urlaub. Auch wenn der Besuch Königsbergs mit einigen Hindernissen verbunden war, sind wir froh, dort gewesen zu sein.

Schöne Grüße, klasi

TiborF am 11 Sep 2019 07:32:14

Super schöner Bericht mit tollen Fotos - mein Klick für ein großes Dankeschön für die Mühe und Arbeit.

troppau am 11 Sep 2019 14:38:11

Liebe Baltikum Fahrer,

vielen Dank für die sehr interessanten Reisebeschreibungen mit den tollen Fotos. Vor allem Königsberg scheint sich seit 1996 sehr verändert zu haben, seit wir dort waren. Da hatte der Dom noch kein Dach und war eine Baustelle und der Sarkophag von Immanuel Kant stand auch noch im Freien, bekam aber jeden Tag einen frischen Strauß Tulpen. Schiller, als der Dichter der Freiheit, wurde damals auch noch in einem Standbild sehr verehrt.
Ihr habt sehr viel Schönes erlebt und fahrt mit unvergesslichen Erinnerungen nach Hause. Dazu wünschen wir Euch eine Gute Reise. Bis bald in der Heimat!

Eure Füssener

Sprinterklasi am 15 Sep 2019 07:44:29

Hallo,
unseren Frust an der Grenze habe ich ja schon geschildert. Gerne würde ich alle AFD-ler an diese Grenze schicken, damit sie sehen wie Europa funktioniert, wenn es so läuft, wie die es sich wünschen.
Übernachtet haben wir dann auf dem Camping in Elblag. Am nächsten Morgen ging es dann gleich weiter, ich wollte noch einmal durch das Geburtsdorf meiner Frau in Pommern fahren: Wierzchowo(Virchow). Seit unserem letzten Besuch vor über 10 Jahren hat sich aber soviel verändert (positiv), daß wir das Grundstück nicht mehr erkannt haben. Etwas weiter im Norden haben wir dann an einem See auf einem Bauernhof übernachtet: Agricamping in Piaseczno (westlich von Caplinek).

Mit diesem Bild von der pommerschen Seenlandschaft beende ich diesen Reisebericht. Die polnisch/deutsche Grenze bei Stettin hätten wir nicht gemerkt, wenn da keine Schilder gestanden hätten, noch nicht mal eine Geschwindigkeitsbegrenzung gab es. So geht es auch!
Schöne Grüße und bis zum nächstenmal, klasi


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