Caravan
motorradtraeger

Last minute Tip für Besichtigung Eura Mobil 710


indiewelthinaus am 14 Aug 2019 20:38:22

Hallo zusammen,
ich war ja lange auf der Suche nach einem Womo mit viel Zuladung, da ich plane lange zu reisen bzw. ganz im Womo zu leben. Eigentlich hatte ich Alkoven im Visier. Nun bin ich heute über einen Integrierten gestolpert. Einen Eura Mobil 710, der mir vom Grundriss auch ganz gut gefällt. 4,5 Tonnen, 3 Achsen, zweimal Klima. BJ 1999. 3 Vorbesitzer. 160.000 km. 4,5 Tonner. Ich weiß nicht, ob es erlaubt ist hier einen Link reinzusetzen. Zu dem Inserat?!? Daher nur mal die Eckdaten. Habe das Glück, dass das gute Stück "nur" 2 Stunden entfernt steht und kann es mir morgen Mittag anschauen.
Der Verkäufer, ein Privatmann machte am Telefon einen ganz sympathischen Eindruck. Aber leider ist das ja nicht alles;) Ich als totaler Laie bin mal wieder dezent überfordert und mein Freund, den ich sonst zu Besichtigungen schleppe, ist nicht im Lande...
Deshalb meine Frage(n).

Wer von Euch kennt das Modell?
Worauf ist zu achten? Gibt es generell Argumente, die gegen Integrierte sprechen? (Wie gesagt, Fahrerhaus- und Dachklima hat er) Nachdem ich nur nach Alkoven geschaut habe ist dies totales Neuland... Er soll wohl wie ein Brett auf der Straße liegen. Auch bei 130 km/h :roll: dachte bei 100 sei Schluss für Ü 3,5 Tonnen...
Gibt es spezielle Schwachstellen?
Es ist ein Fiat mit 122 PS. Genaueres weiß ich leider nicht.

Ich wäre für jeden Hinweis dankbar!! Nicht dass ich morgen wie der letzte Idiot erscheine, den man mal eben über den Tisch ziehen kann :D

Danke im Voraus!!

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Tinduck am 14 Aug 2019 21:04:24

Wenn der von 1999 ist, hat er wohl noch nen Holzboden? Den von unten genau prüfen, wenn irgendwo der Daumen reingeht, besteht Torfgefahr. Gefährdet sind die Ränder, der Bereich unterm Bad und hinter den Rädern.

Die Doppelachse muss regelmässig ihr Fett abgekriegt haben, sonst können die Lager der Federung ausgeschlagen sein. Gibts hier Themen dazu, such mal.

Wie üblich sollten nirgendwo im Mobil Feuchtigkeitsränder oder gar Schimmelflecken zu sehen sein.

Und zur Waage würd ich fahren, 4,5 Tonnen ist nicht viel für nen Doppelachser, könnte je nach Ausstattung schon knapp mit der Zuladung werden.

bis denn,

Uwe

chrisc4 am 14 Aug 2019 21:05:51

Solche Dinge wie Kupplung, Bremsen,Auspuff prüfen ist wohl klar. Prüfen ob der Motor dicht ist.
Natürlich muss der Aufbau dicht sein, ich würde das in den Kaufvertrag rein schreiben lassen.
Eura hatte damit damals häufig Probleme.
Dann alle Geräte prüfen und die volle Funktionalität bestätigen lassen.
Wo stand das Mobil bei nicht Benutzung, auf der Straße, auf Privatgelände, oder wettergeschützt unter Dach bzw. in einer Halle?
Unfallfrei?
Kundendienste wurden gemacht und eingetragen?
Zahnriemen wann zuletzt gewechselt?

Die Frontscheibe ist bei Vollintegrierten sehr teuer und da gibt es auch schon mal längere Lieferzeiten, bei alten Wohnmobilen sind diese manchmal gar nicht mehr lieferbar!
Arbeiten im Motorraum sind erheblich teurer, da zunächst Teile demontiert werden müssen um ran zu kommen.

Viel Erfolg!

Gruß
Hans

indiewelthinaus am 14 Aug 2019 21:34:57

Hallo Uwe,

danke schön für Deine Antwort! Und gleich noch eine Frage... Boden von unten prüfen. Das Ding hat ja wohl einen Doppelboden. Wie kann ich den von unten prüfen? Soll ich unters Womo kriechen oder zwischen die Böden? :? Wo ist da denn unten beim Doppelboden?

Dann noch eine Frage zum Gewicht. Der Verkäufer meinte 3,2 Leergewicht. Ist die Doppelachse da nicht mit einkalkuliert?

indiewelthinaus am 14 Aug 2019 21:44:37

Hallo Hans,
Danke schön! Welch Ernüchterung... das klingt ja mal wieder sehr motivierend für einen Laien... Was genau würdest Du in dem Kaufvertrag vermerken? Darf ich hier eigentlich einen link zu der Anzeige einstellen? Würde vielleicht manche Frage klären. Welcher Preis wäre denn angemessen für dieses Baujahr? Und womit genau hatte eura damals Probleme?

Grüße Birke

indiewelthinaus am 14 Aug 2019 21:46:11

Und Uwe, noch ne blöde Frage. Was meinst Du mit Rändern? Der Rand des Bodens?

indiewelthinaus am 14 Aug 2019 21:48:15

Wer lesen kann ist im Vorteil... Hans, Du meintest dass Eura Probleme mit der Dichtigkeit des Aufbaus hatte. ganz generell der Aufbau oder spezielle Stellen?

chrisc4 am 14 Aug 2019 21:54:01

indiewelthinaus hat geschrieben:Wer lesen kann ist im Vorteil... Hans, Du meintest dass Eura Probleme mit der Dichtigkeit des Aufbaus hatte. ganz generell der Aufbau oder spezielle Stellen?


Ja,die hatten Probleme mit dem Aufbau. Wo genau weis ich leider nicht.
Du kannst ja mal danach googlen "eura wohnmobil 1999 dichtigkeit"

Gruß
Hans

indiewelthinaus am 14 Aug 2019 22:43:45

Hallo Hans, das kann morgen lustig werden... Greenhorn ohne Feuchtigkeitsmessgerät, die sich auf ihren Geruchs- und Tastsinn verlassen darf... Den Preis fand ich ansprechend. Knapp 17.000 VB. Ich weiß, dass ich da nicht von blenden lassen sollte...

Und Du habenichts hast zumindest schon mal etwas das ich nicht habe;) Vielleicht könntest Du mal ein paar Fotos schicken?! Wenn Du es denn loswerden möchtest. An so Sachen wie Kosten für Instandhaltung habe ich noch nicht gedacht. Bei den meisten Womos nervt mich, dass es zu 90% 3,5 Tonner sind. Mein Fokus lag deshalb zuletzt auf alten Concordes, Frankia und Laika. So aus Mitte/Ende 90er. Wenn ich bei mobile.de in der Suchmaske eingebe, dass ich nur was über 4 Tonnen suche, bleibt quasi nichts übrig. Immer natürlich mein Preislimit einkalkuliert. Und selbst eine gut (?) erhaltene concorde von 1997 wird oft für kanpp 20.000 angeboten. Deshalb erschien mir der Eura mit 2 Klimaanlagen und 4,5 Tonnen für den Preis sehr ansprechend.

indiewelthinaus am 14 Aug 2019 22:45:58

Und Umweltzone ist kein Thema. Ich fahre schon nicht gerne im PKW durch Städte. Und genächtigt wird im Grünen. Und um ehrlich zu sein riskiere ich lieber ein Bußgeld, als für 3000 Euro umzurüsten

Tinduck am 14 Aug 2019 23:08:56

Ich meinte den Rand des Bodens, da, wo er auf die Wände trifft. Und ja, du musst drunterkriechen und wirst Dir die Hände dreckig machen müssen.

Frischer Unterbodenschutz ist übrigens meist ein schlechtes Zeichen, daher abdrücken.

Bin übrigens auch der Meinung, dass ein VI zum drin leben ungeeignet ist. Deine vorherige Suchrichtung mit alten, hochwertigen Alkoven ist da zielführender.

bis denn,

Uwe

indiewelthinaus am 14 Aug 2019 23:46:17

Hallo Uwe, Hände schmutzig machen ist nicht das Problem. Wusste nur nicht, wo ich bei einem Doppelboden drücken soll. Da ich vermutet habe, dass die Feuchtigkeit dann zwischen den Böden ist. Aber wenn ihr eh der Meinung seit, dass VI zum dauerhaften Wohnen nicht geeignet ist... könnte ich mir das Ganze ja sparen. Ist es denn tatsächlich ein dermaßen großer Unterschied bez. der Isolation? Viele Alkoven haben doch auch keine vernünftige Abtrennung zum Fahrerhaus.

Stefmax am 15 Aug 2019 00:48:11

Hallo,

ob ein VI oder ein Alkoven, das musst du für dich entscheiden,
DU möchtest doch darin leben.
Wir hatten einen Alkoven, jetzt einen VI den wir nicht mehr missen möchten.
Leben aber nicht darin.
Ich an deiner Stelle würde mir alles ansehen, was in frage kommen könnte und dann eine
Entscheidung treffen.
Aber, immer eine Nacht drüber schlafen. So schnell werden die nicht verkauft.
Auch wenn Dir ein Verkäufer sagt, die stehen Schlange, jetzt sonst ist er weg.
Falls du keine Ahnung haben solltest, dein Freund jedoch schon, warte bis er
wieder da ist.
Schrott ist schnell gekauft und der Ärger dann groß. Da kann im
Vertrag stehen was will.
In der Preisklasse ( na in allen anderen eigentlich auch ) muss immer genau geschaut werden.

ABER, DU musst für dich entscheiden und das nehmen, wo DU die nächsten Jahre glücklich
mit sein wirst. ( willst )

Gruß Stefan.

indiewelthinaus am 15 Aug 2019 01:00:07

Hallo Stefan,
ich weiß, dass ich nichts übers Knie brechen darf. Aber die Auswahl an Womos mit über 4 Tonnen ist dermassen bescheiden... da fällt es schwer sich zu bremsen, wenn denn mal was attraktives um die Ecke steht. ich werde morgen die 200 km machen und sehen was mich erwartet. Meine Rechnung ist halt eine andere als "üblich". Ich empfinde jeden Monat in einer Mietwohnung als rausgeschmissenes Geld... und meinen ursprünglichen Plan finde ich inzwischen ziemlich naiv. 2 Monate vor "weltreise" ein Womo kaufen und dann ab. Vermutlich ist es schlauer, sich ein Womo schon 1 Jahr zuvor zu kaufen, um es auf Herz und Nieren prüfen zu können.

Stefmax am 15 Aug 2019 01:28:59

Ich würde es mich auch ansehen. Warum auch nicht.
Eventuell ist es ja genau das was du suchst.
Wenn alles, augenscheinlich, ok ist.
Zugreifen und los fahren.

Du solltest nur ein paar Kröten liegen haben, kann halt immer was sein.

Ansonsten gute Fahrt und allzeit unfallfrei.

Pechvogel am 15 Aug 2019 08:30:54

indiewelthinaus hat geschrieben:...das kann morgen lustig werden... Greenhorn ohne Feuchtigkeitsmessgerät, die sich auf ihren Geruchs- und Tastsinn verlassen darf...


Mal abgesehen davon dass es durchaus Sinn macht sich ein Feuchtigkeitsmessgerät zuzulegen da man nicht nur beim Kauf wissen möchte ob Feuchtigkeit im Womo ist sondern später auch selber mal nachmessen kann, kann man bestimmt auch zu einem Händler fahren und den mal messen lassen.
Klar kostet das ´n 100er aber immer noch besser als ahnungslos Torf zu kaufen.

Übrigens kann man Wohnmobile u.U. auch auflasten lassen. D.h. aus einem 3,5 Tonner kann durchaus ein 3,85 oder manchmal sogar ein 4 Tonner werden.
Der Aufwand, auch finanziell, ist aber individuell verschieden! Manche 3,5 Tonner müssen auf 3,85 Tonnen nur umgeschrieben werden. Manchmal braucht´s ´ne Luftfederung, ...


Wo steht "das Objekt der Begierde" denn?



Grüße
Dirk

RG Regalbau am 15 Aug 2019 09:05:05

Das dürfte der sein:
--> Link

Sieht auf den ersten Blick gar nicht so übel aus.
Hat zudem eine reichhaltige Ausstattung.
Ich würde mit dem Auto zum nächstgelegenen Wohnmobilhändler und zum TÜV fahren, und das Wohnmobil durchsehen lassen.
Gerade, wenn ich wie Du nicht viel Ahnung von der Materie habe.
17000 € sind viel Geld.

chrisc4 am 15 Aug 2019 09:09:49

indiewelthinaus hat geschrieben:Hallo Hans, das kann morgen lustig werden... Greenhorn ohne Feuchtigkeitsmessgerät, die sich auf ihren Geruchs- und Tastsinn verlassen darf...

Und Du habenichts hast zumindest schon mal etwas das ich nicht habe;) Vielleicht könntest Du mal ein paar Fotos schicken?! Wenn Du es denn loswerden möchtest..


???
Kann ich nix mit anfangen!

Gruß
Hans

gotthilf am 15 Aug 2019 11:34:36

Hallo Birke,
im VI kann man gut leben. Wenn die grosse Frontscheibe mit Isomatten im Winter abgedeckt wird,
hält sich auch der Energiebedarf in Grenzen.
Ganz entscheidend ist bei dem Bj tatsächlich das der
Aufbau trocken ist. Die Technik würde ich bei einer
FIAT Werkstatt überprüfen lassen, den Aufbau beim
Womo Händler. Die Kosten halten sich im Rahmen.
Sollte der Verkäufer dagegen sein, Finger weg!
Den Preis halte ich für in Ordnung wenn keine grossen Mängel zu beanstanden sind.
Bei Modellen von Frankia erst nach Bj 2000 schauen.
Vorher besteht ebenfalls Torfgefahr.
Concord ist ab 97 holzfrei im Aufbau.
G.G.

wolfherm am 15 Aug 2019 12:08:43

Moderation:Beitrag mit einer Verkaufsanzeige entfernt.


ralle1967 am 15 Aug 2019 15:58:59

Diese Baureihe von Eura hatte noch mit Problemen bei der Dichtigkeit zu kämpfen. Problemzone war vor allem der Übergang von der Frontmaske zum Aufbau. Die ersten Schäden dürften sich im Bereich des Winkels Dach/Seitenwand über dem Hubbett zeigen. Dunkle Ränder oder Flecken sind da ein Indiz. Wenn der Bereich schon mit anderem Dekor versehen wurde, wäre ich sehr vorsichtig. Hier hat es mal einen Bereicht gegeben, wo die Wände und auch die Schränke innen neu verkleidet wurden, dahinter saß der Schimmel. Also Hubbett runter und nachsehen. Ebenso die Hängeschränke alle aufmachen und die Ecken Dach / Wand ansehen. Flecken und Ränder sind immer kritisch..

Die Decken sind mit Faserplatten verkleidet, die Foliert sind. Wenn du Blasen in der Folie siehst, ist das kein gutes Zeichen. Die schmalen Leisten alle 2 meter sind normal, die verdecken die Stöße der Platten.

Dachhauben rundherum von innen ansehen, wie sieht die Deckenverkleidung aus? Durchführung des Antennenmastes...

Reifen neu, stimmt die Traglast?

Zahnriemen neu, gibt es eine Rechnung einer Werkstatt, die das belegt?

Den Boden wirklich von unten prüfen, drunterlegen und drücken. Speziell hinter der hinteren Achse, wo die Radhausverkleidung aufhört. Dann auch die Kanten der Seitenwände hinter den Schürzen.

Wenn Du die Stauklappen aufmachst, rundherum um den Rahmen und auch im Bodenbereich drücken und schauen.

Wenn es der aus Löhne ist, der hat schon einmal eine neue Beifahrertür bekommen, das GFK ist noch viel heller, nicht so stark vergilbt wir die Frontmaske.

Schau in das Staufach hinten links (Fahrerseite). Direkt darüber ist die Dusche, das Siphon müsste sogar von dort aus zu sehen sein. Wie sieht der Boden dort aus. Die Rückwand kannst Du von dort auch sehen, zumindest den unteren Bereich. Ich wäre immer vorsichtig, wenn eine Leiter auf der Rückwand montiert ist. Dort kann es im Laufe der zeit mal undicht werden und bei diesem Fahrzeug verdeckt die Duschkabine den Bereich von innen. Wenn was reinkommt, läuft es an der Wand hinunter und geht in den Boden.

Auch die schmalen Kantenleisten, die die Wände verbinden sind im Laufe der Zeit mit Vorsicht zu geniessen. Unter der Kederleiste liegen die Schrauben und wenn diese anfangen zu Rosten oder zu wenig Dichtmasse verarbeitet wurde, kann es dort langsam feucht werden. Wenn es dort gammelt, wird die Sanierung aufwendig.

Generell sind die Euras bis 2006 mit einem sehr soliden Möbelbau versehen, z. B. sind die Rahmen der Möbelklappen Massivholz.

Wenn Du allerdings in dem Fahrzeug leben willst, würde ich wirklich überlegen, ob das Budget nicht ein bisschen mehr hergibt. So ist z. B. der Eura Activa 770 (Alkoven) mit einem besseren, höheren Doppelboden versehen, ab Modelljahr 2001 sind die Aussenwände in GFK, die Abdichtungen besser, auch die Kantenleisten sind robuster (erkennbar an den "dicken" weißen Kantenleisten). Allerdings reden wir dann über 25-28.000 Euro, aber die Preise bei Mobile dürften noch verhandelbar sein. Mehr als 3,5 Tonnen dürfen viele der Einsteiger nicht mehr fahren, gelbe Plaketten scheuen auch viele (allerdings bekommt man den 2,8er ab 2000 mit Filter auf Grün).

Ansonsten, ansehen, Nase einsetzen, ebenso die Augen und die Euphorie unter Kontrolle halten. Sehr kritisch an die Sache herangehen.

Grüße,

Ralf

macagi am 15 Aug 2019 19:22:04

Der Hinweis mit "Nase einsetzen" ist gut! Wenn es muffig oder feuchtelig riecht beim Reingehen - genau hinsehen, im Zweifelsfall Finger weg.

indiewelthinaus am 15 Aug 2019 21:45:27

Hallo zusammen und vielen Dank für die vielen Tips!! Ich bin von der Besichtigung zurück.

Wo soll ich anfangen... die rosa Brille blieb auf jeden Fall zu Hause. Komischerweise (vermutlich der Tatsache geschuldet, dass ich NULL Ahnung von Womos, Motoren und Technik generell habe) achte umso mehr auf Zwischentöne. Ich wusste, dass das Womo der Tochter des Verkäufers gehörte. Er sagte mir bereits am Telefon, dass es tip top da steht. Schließlich sei es ja das seiner Tochter gewesen (sinngemäß "die lasse ich ja nicht mit einem Schrotthaufen rumfahren"). Das klang für mich erstmal plausibel.
Zudem wusste ich, dass er selbst seit Jahrzehnten Womo fährt (etwas größer allerdings... 12 Meter, 18 Tonnen... hab das handliche Wägelchen gesehen.) Daraus schloss ich wiederum, dass er dann ja eine Menge Erfahrung und Wissen haben sollte.
Heute morgen vor der Besichtigung rief ich nochmals an um zu wissen, ob es dort in der Nähe eine Prüfstelle gibt. Seine Reaktion war doch befremdlich. Wozu das denn gut sein solle? Das Womo funktioniere 100%ig, darauf könne ich mich verlassen. Nun gut. Ich also losgefahren.
Die Besichtigung dauerte nur 80 Minuten... irgendwie schaffe ich es nicht, mich in aller Seelenruhe für 4 Stunden mit dem Womo zu beschäftigen. Und ungelogen, diese Zeit bräuchte ich, um Alles wirklich gründlich (!!) unter die Lupe zu nehmen. Blieb mir erstmal nur Nase und Augen. Meine "Inspektion" war wirklich oberflächlich... Hinter irgendwelche Kederdinger habe ich nicht geschaut :D
Aber zumindest von aussen angeschaut. Irgendwie bin ich nicht dreist genug... will dem anderen nicht seine Zeit stehlen... muss ich noch üben. 8)
Der erste und auch zweite Blick war vielversprechend. Gepflegt, neutraler Geruch, kein matschiger Boden. Duschwanne intakt, Waschbecken, Herd, Heizung... nur im Bad war eine Flickerei an dem Mischhebel der Dusche. Der war auf eine Art hohle Plastiksäule (?) montiert. Habe die Enkelin wohl mal rausgerissen. Ich habe dann das Staufach unterm Bad inspiziert. Hier schien alles fest und trocken.

Beide Klimaanlagen führte er mir übrigens nicht vor. Das Womo sei nicht am Strom und deshalb könne das jetzt nicht "vorgeführt" werden. (Liesse sich das nicht problemlos ändern?)

Wenn jemand nur kurze Zeit das Womo hatte werde ich besonders vorsichtig. Die Tochter hatte es nur zwei Jahre. War vielleicht dreimal für ein paar Wochen unterwegs. Ich fragte daher nach Vorbesitzern, was ihm wieder Verständnislosigkeit ins Gesicht trieb. Wozu das denn interessant sein solle? Ob ich beim Autokauf auch einen Händler nach den Vorbesitzern fragen würde. "ja würde ich". Noch immer Unverständnis. Ich muss dazu sagen, dass er all die Zeit sehr freundlich und witzig blieb.

Es folgten zwei weitere Ungereimtheiten. Er zeigte mir ein Wassertank im Heck im Doppelboden. Und einen weiteren unter der Sitzbank hinterm Fahrersitz. Ich wunderte mich über die zwei Tanks. Er meinte das eine sei Trinkwasser (unter der Bank), das andere zum Duschen. Als ich ihn fragte, wieviel Liter das unter der Bank seien meinte er allen Ernstes, das seien etwa 400 Liter :eek: Wie gesagt... Birke Das greenhorn... aber 400 Liter unter einer Sitzbank?!? Frage an Euch. Gibt es sowas?

Dass das gute Teil angeblich bei 130 wie ein Brett auf der Strasse liegt hatte ich bereits erwähnt. Auch dass das meines Erachtens heissen sollte "es kann 130 fahren", darf es aber nicht. Herr Verkäufer schaffte es nochmals mich völlig zu verwirren. Ich sprach ihn auf die Geschwindigkeitsbeschränkung an und er meinte allen Ernstes "ne, ne, das gilt nicht für Womos. Das darf tatsächlich 125 fahren". In dem Moment wusste ich echt nicht, wer von uns ein Brett vorm Kopf hat... :roll:

dann zeigte er auch noch auf eine Ziffer im Fahrzeugschein. Dort stand es schwarz auf weiß. 125. (wobei ich nicht weiß worauf sich diese Ziffer tatsächlich bezog... mit Sicherheit nicht auf das, was das Womo DARF...)

Wer von uns hatte denn nun ein Brett vorm Kopf? Ich bin tatsächlich etwas verwirrt. Da ich von Womos einfach keine Ahnung habe, achte ich umso mehr darauf, was der andere erzählt. Ist das ein Fehler? Bin ich zu skeptisch und kleinlich? Ist es wirklich von Belang, ob denn nun 400 Liter Wasser unter eine 2 er Sitzbank passen? (Ich glaube es nach wie vor nicht...) Muss ein Mann, der seit 33 Jahren einen 18 Tonner fährt wissen, welche Geschwindigkeit für Womos mit 4,5 Tonnen gilt?

Für mich sind das immer gleich Indizien dafür, dass hier irgendwas nicht stimmt. Ich muss noch dazu sagen, dass der ganze Kontakt von beiderseitiger Sympathie war (soweit sich das einschätzen lässt). Nichts, was ich ihm jetzt menschlich "vorwerfen" könnte. Was mich jedoch skeptisch gemacht hat, war dass er Fragen zu einer Dekra Überprüfung und Fragen zu Vorbesitzern gleich abgeblockt hat. Nicht zornig oder böse. Eher verständnislos. Womöglich ist er ja tatsächlich von der Qualität des Womos überzeugt und es steckt gar keine böse Absicht dahinter!?!

Wie sollte ich denn Eurer Meinung nach das Ganze einschätzen? Bin ich ein Hypochonder? Ein gnadenloser Skeptiker? Wäre es nur nach Sympathie gegangen, hätte ich gleich zugeschlagen. Wären da nicht diese Ungereimtheiten...

Schöne Grüße
Birke

indiewelthinaus am 16 Aug 2019 01:16:32

Muss noch schnell was loswerden. Was nicht den Verkäufer als solchen betrifft, sondern mein Empfinden beim Betreten des VI. Die werden ja gerne als die Creme de la Creme, das nicht zu toppende unter den Womos angepriesen. Als ich mich auf den Fahrersitz setzte ging es mir um ehrlich zu sein gar nicht gut. Diese riesige Scheibe schien mich regelrecht zu erschlagen... der erste Impuls war "Schaufenster". Man sitzt tatsächlich wie in einem Schaufenster... ich würde nicht mal zu einem Friseur gehen, dessen Laden diesen Eindruck verkörpert (die meisten tuen es leider...) Zweiter Impuls war "auf dem Präsentierteller liegen"... was für mich ein klarer Widerspruch zu dem ist, was ich mit "Campen" verbinde. Nämlich Reduziertes Leben, gemütliches Leben, Heimeligkeit auf kleinstem Raum. Als drittes fiel mir noch Aquarium ein. so gut mir der Grundriss gefiel, er bot alles was ich wollte, aber dieses Gefühl für alle Welt sichtbar zu sein, fast schon wie auf einer Bühne, fand ich irgendwie widerwärtig... Zudem war das Fahrerhaus auch grottenhässlich. Von wegen "integriert". In keinem Alkoven hatte ich je so ein Gefühl. Die wirkten einfach schon beim Betreten deutlich gemütlicher. Schon merkwürdig, was ein Fahrerhaus so auslösen kann...

mv4 am 16 Aug 2019 07:35:41

der erste Eindruck.... wie auf einer Bühne, fand ich irgendwie widerwärtig... Zudem war das Fahrerhaus auch grottenhässlich....

Respekt das du trotzdem dem Verkäufer 80 min. Interesse vorgelebt hast.

indiewelthinaus am 16 Aug 2019 10:26:28

Hallo mv4, ich habe dem Verkäufer kein Interesse vorgespielt. Der Grundriss und die hohe Zuladung sind genau das, was ich suche. Ich dachte mir, dass das Fahrerhaus ja nicht so wichtig sein kann. Schließlich lebt man ja nicht da drin. Aber ich fühlte mich irgendwie unsicher in diesem Glaskasten (auch in Bezug auf mögliche Unfälle - das schrieb hier ja bereits auch ein Forummitglied, dass dies nicht ganz unwichtig sei).
Ist ja schön, wenn es Menschen gibt, die immer eine ganz konkrete, glasklare Einschätzung haben und sich ihrer Sache immer 100% sicher sind. Ich gehöre nicht dazu. Und wäge dann Vor- und Nachteile ab. Bei der Womosuche scheint man Abstriche machen zu müssen. Und deshalb ergreife ich bei einer Besichtigung auch nicht gleich die Flucht, wenn etwas nicht 100% meinen Vorstellungen entspricht. Erst Stunden nach der Besichtigung wurde mir klar, wieso ich mich in dem Womo nicht richtig wohl fühlte.
Es muss einfach gefühlsmäßig passen. Und in einem Alkoven würde ich mich einfach sicherer fühlen, insbesondere wenn ich alleine reise. Dass der Verkäufer einen Womo-Check ablehnte war natürlich auch ausschlaggebend!! Ich kauf doch keine Katze im Sack. Also geht die Suche weiter Richtung Alkoven Concorde, Frankia oder Laika;)

Uli.F am 16 Aug 2019 10:54:38

... noch mal kurz zum Konzept:

ich wusste gar nicht, dass es Vollintegrierte gibt, bei denen das Fahrerhaus nicht in den Wohnraum integriert ist.
Genau das ist doch einer der wesentlichen Vorteile - drehbare Vordersitze bei voller Aufbaubreite ergeben einen großzügigen "vollintegrierten" Wohnbereich.

Wenn das nicht so ist, bleibt als Vorteil ja nur das Hubbett vorne. Nur dafür würde ich auch nicht zu einem Vollintegrierten greifen.
:gruebel:

mv4 am 16 Aug 2019 10:58:16

indiewelthinaus hat geschrieben:Es muss einfach gefühlsmäßig passen. Und in einem Alkoven würde ich mich einfach sicherer fühlen, insbesondere wenn ich alleine reise. Dass der Verkäufer einen Womo-Check ablehnte war natürlich auch ausschlaggebend!! Ich kauf doch keine Katze im Sack. Also geht die Suche weiter Richtung Alkoven Concorde, Frankia oder Laika;)


da hast du natürlich vollkommen recht...es muss einfach passen !! und ein Termin zur Prüfung muss bei der Summe auch drin sein.

wolfherm am 16 Aug 2019 11:06:58

Hallo Ulli,

bei älteren VI war dieser Grundriss häufiger anzutreffen. Das ist quasi ein integrierter Alkoven mit Hubbett. :D

babenhausen am 16 Aug 2019 11:09:30

Ich denke ein WOMOcheck ist sicher möglich dazu muss aber das Fahrzeug auch angemeldet sein!
Auf den Fotos in dem Link zu dem Fahrzeug waren zumindest die Kennzeichen abmontiert!
Somit war eine Probefahrt nicht möglich nur verständlich die Ablehnung des Verkäufers das Fahrzeug nicht am öff Straßenverkehr teilnehmen zu lassen,er hätte sich strafbar gemacht.

mv4 am 16 Aug 2019 11:25:27

ja wie der potentielle Käufer das Fahrzeug zur Prüfstelle bringt ist sein Problem ebenso die Kosten...das ist das Problem bei einen abgemeldeten Fahrzeug bei Privatverkauf.

Tinduck am 16 Aug 2019 14:54:51

Ein abgemeldetes Womo, dass man nicht probefahren kann, wird doch wohl niemand bei wachem Verstand kaufen??

Und soweit kommts noch, dass ICH rote Nummern organisiere, um mit einem fremden Womo eine Probefahrt zu machen. Auf eigenes Risiko und eigene Kosten. Sicherlich nicht!

Dieser Verkäufer wird sein Womo nur an einen Deppen oder einen Händler loswerden, der eh rote Nummern rumfliegen hat.

bis denn,

Uwe

babenhausen am 16 Aug 2019 15:36:23

Tinduck hat geschrieben:Ein abgemeldetes Womo, dass man nicht probefahren kann, wird doch wohl niemand bei wachem Verstand kaufen??
dass ICH rote Nummern organisiere, um mit einem fremden Womo eine Probefahrt zu machen. Auf eigenes Risiko und eigene Kosten.
Dieser Verkäufer wird sein Womo nur an einen Deppen oder einen Händler loswerden, der eh rote Nummern rumfliegen hat.
Uwe


Warum nicht, alles eine Frage des Preises
Allerdings sollte man schon etwas Erfahrung mit Fahrzeugen haben,dann kann das ein Schnäppchen werden.
Nicht alle sind Deppen oder Händler...

Tinduck am 16 Aug 2019 20:03:03

Mit ‚Depp‘ meinte ich jemanden, der das Ding ohne Probefahrt kauft.

Wie tickt eigentlich so ein Verkäufer? Erzählt totalen Mist, was die zulässige Höchstgeschw. angeht, will keine Probefahrt zur Prüfstelle, will keinen Landstrom anschliessen... vielleicht will er ja gar nicht verkaufen?

Oder er sucht doch einen Deppen.

bis denn,

Uwe

chrisc4 am 16 Aug 2019 20:19:47

Ja, wie soll das denn gehen?
Ohne Probefahrt bei einem betagten Gebrauchten, da wäre etweder Dummheit oder Leichtsinn und ohne Ladestrom, Gasflasche und Wasser im Tank kann man nix überprüfen.
Er wartet auf einen unbedarften Anfänger und wird ihn bestimmt auch finden. :eek:
Er sucht einen Dummen, der ihm die Karre ungeprüft abnimmt.
Vermutlich ist der Kaufvertrag so formuliert, dass alles ausgeschossen wird.
Das ist zwar rechtlich schwierig aber nicht unmöglich.

chrisc4 am 16 Aug 2019 20:34:08

Ergänzend
Ich rate einem unerfahren Anfänger bei einem seriösen Händler zu kaufen und die einjährige Garantie (Sachmangelhaftung) in Anspruch zu nehmen!
Das kostet zwar mehr Geld, aber dafür sind Sachmängeln (außer Verschleißteile) abgesichert.

indiewelthinaus am 16 Aug 2019 22:43:06

Gestern war ich wohl vor lauter Euphorie angesichts des tollen Grundrisses und der tollen Ausstattung mit Blindheit geschlagen :D Auf den Photos war das eher schlecht zu erkennen, wenn man wie ich nur halb hinschaut... Da waren tatsächlich keine Nummernschilder. Und gestern habe ich mich im Grunde nur mit den "inneren Werten" beschäftigt. Einen Womo Check hat der gute Mann aber nicht dahingehend abgelehnt, dass das Womo abgemeldet sei, sondern eher mit dem Einwand "ach Mädel, vertraue mir, die Kiste ist 100% in Ordnung". Bereits am Telefon erzählte er, dass er massig Anfragen von Händlern hätte, worauf hin ich fragte, ob er denn an einen Händler verkaufen würde. Antwort "ja klar. ist mir doch egal, Hauptsache es wird verkauft". Er hatte rückblickend eine recht manipulative Art... immer schön auf der Sympathie- und Kumpelschiene. Und lustigerweise hatten seine Kinder eine Reinigungsfirma... wer weiß, ob da nicht etwas aufgehübscht wurde, zumindest von aussen. Denn innen war es eher etwas staubig... Im Übrigen hat er heute wohl tatsächlich einen gefunden, der zugeschlagen hat. Ich hoffe er bereut es nicht

Grüße Birke

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Frankia I740 GD
Euramobil - Terrestra Reihe - speziell 640 ab Bj 2007
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt