Dometic
hubstuetzen

Schottland 2019 im Spätsommer


rkopka am 22 Aug 2019 01:22:12

Nach 2006 und 2015 geht es mal wieder nach Schottland. Wer auch die Bilder zum Text sehen will, kann das unter --> Link tun.
Ich habe mich übrigens was Orte und Übernachtungen angeht, vom Forum, verschiedenen Blogs und searchforsites inspirieren lassen.

Mi 14.8.
Um 15:00 fahre ich von der Firma weg, gegen 18:00 ist alles gepackt und es geht dann wirklich weg, Tanken in Meggenhofen nicht mehr weit von der Grenze entfernt.
Ich fahre etwa bis 24:00 , dann beginne ich müde zu werden. Ich wähle den letzten der vorher herausgesuchten Stellplätze (Höchstadt an der Aisch) und fahre ihn an. Es stehen schon einige Womos da, paßt.
~565km

Do 15.8
Ich breche gegen 9:00 auf, Tanken, wegen des Feiertags sind die Läden zu. Ich probiere es später nochmal, bin aber wohl noch in Bayern, also nur tanken. Nochmal Tanken in Aachen.
In den Niederlanden bin ich nur kurz, dann geht es durch Belgien, gegen 19:00 erreiche ich das Fährterminal in Dünkirchen. Ich kann von 4:00 auf 0:00 umbuchen. Ich wollte eigentlich noch tanken, aber das wird nichts. Die erste Tankstelle ist wohl nur für LKW, die zweite ist zu.
Es gibt sehr genaue Kontrollen, erst die Briten, dann die Franzosen gehen durch den Wagen. Erst nach 24:00 legt die Fähre ab. Es gibt gratis und gutes WLAN. Ich surfe im Netz. Der Sitz ist weich, aber fürs Schlafen reicht es nicht. Ich lehne mich dann auf die Arme am Tisch, das geht ganz gut. Zumindest bin ich eingeschlafen als der Steward herumgeht und alle aufweckt.

Fr 16.8
Ich fahre zuerst durch Dover. Das Linksfahren ist gewöhnungsbedürftig. Zum Glück ist es weit nach Mitternacht und niemand ist unterwegs. Außerdem geht die Strecke über längere Zeit als zweispurige Einbahn durch die Stadt. Die Navis sind sich erst uneinig. Ich wähle eines, die anderen folgen dann. Dann komme ich auf die Autobahn. Der erste Teil hat selbstleuchtende Lämpchen an allen Straßenmarkierungen, fast wie alte Videospiele.
Ich erreiche recht bald London und Dartford Crossing. Es ist gar nichts los. Leider ist dahinter ein Teil der M25 gesperrt und man muß eine Umleitung fahren. Anscheinend habe ich mich nicht verfahren und komme aus London raus. Der Sprit wird langsam knapp. Ich bin in der Nähe von Cambridge. Ich fahre eine Tankstelle (vom Navi) an, die wieder mal zu ist. Die zweite hat zum Glück auf. Ich hole auch Geld aus dem Automaten, wahrscheinlich ungünstig. Es geht noch ein klein wenig weiter, dann werde ich doch müde. Ich fahre in einen kleinen Ort, um im Internet nach einem Platz für die Nacht zu suchen. Etwas weiter nach Norden gibt es einen. Direkt neben der AB soll er sein. Ich parke dort und suche ihn erstmal. Durch eine schmale Einfahrt kommt man zu einer Parkfläche, die zu einer Einrichtung gehört und genutzt werden kann. Es ist jetzt 5:30 Ortszeit. Man hört die nahe AB.
~1630km

Ich bin gegen 9:30 aufgewacht und habe mich fertig gemacht. Heute war die Strecke nach Norden dran. Es gibt einige Staus und auch sonst sehr viel Verkehr und LKW. Die scheinen hier schneller zu fahren - bis zu 100km/h ? Dafür ist die erlaubte Geschwindigkeit nur 113km/h. Das Überholen auf der AB geht inzwischen ganz gut. Aber man muß immer auch die Zusatzspiegel genau beobachten, was bei uns mit dem linken Spiegel fast wegfällt.
Zwischendurch bleibe ich auf einem Parkplatz an der AB stehen. Dort wird vor Dieseldieben gewarnt. Nach Gretna Green will ich ein Flugzeugmuseum und New Lanark besichtigen. Beides geht heute auf jeden Fall nicht mehr. Ich fahre bis Gretna Green und schaue mir das an. Die Erzählungen stimmen, sehr kommerziell. Ich bleibe nicht lange und kaufe nur ein paar Bonbons. Da ich kaum noch Wasser habe, will ich einen Campingplatz aufsuchen. Am Loch Maben finde ich ihn. Meine Zufahrt ist die falsche und sehr eng. Allerdings gibt es keinen Platz mehr am Asphalt und das Gras ist sehr naß. Ich fahre weiter. Der nächste ist nur für Mobilhomes. Ein weiterer wohl nur eine Certified Location. Schon die Zufahrt ist nicht zu erkennen.
Also weiter Richtung Dumfries. Ich bleibe kurz stehen und stelle fest, daß ich fast am Luftfahrtmuseum bin. Nur leider gibts hier nirgendwo einen Campingplatz. Zum Wassertanken sehe ich nur die Möglichkeit am Caerlaverock Castle. Am Weg stoppe ich kurz beim Lidl.
Die vorgesehenen Plätze am Castle sind schon ziemlich voll, aber es gibt noch einen an der Seite. Vorher tanke ich noch Wasser. Jetzt muß ich halt "zuhause" duschen.
Der Platz wird nicht mehr richtig bewirtschaftet. Stehen ist gratis. VE soll man mit Spenden (Box oder Internet) begleichen.
Den ganzen Tag immer wieder Regen und tiefe Wolken. Am Abend kommen noch weitere Fahrzeuge.
2082km

Sa 17.8
Heute sieht das Wetter besser aus. Blauer Himmel mit einigen Wolken. Ich entsorge noch die Toilette und mache einen kurzen Spaziergang zum Ufer. Das Flugzeugmuseum macht erst um 10:00 auf, also fahre ich erst nach Dumfries für einen kleinen Rundgang. Hier dreht sich alles um Robert Burns. Ich verzichte auf das meiste davon. Ich nehme die Kettenhängebrücke rüber aufs andere Ufer, wo das Robert Burns Center ist und folge dem Ufer des River Nith. Die Brücke ist übrigens nur eine Nachbildung der originalen. An der nächsten Brücke ist ein Haus als Museum (Old Bridge House) erhalten, das das Leben von früher zeigt. Von dort gehe zum Dumfries Museum und erlebe die Camera Obscura Präsentation, die sehr interessant ist. Das Museum gehe ich eher im Schnellgang durch.
Ich quere wieder an das andere Ufer und gehe durch die Innenstadt zum Womo zurück.
Der Weg zum Dumfries & Galloway Aviation Museum ist nur kurz. Die meisten Objekte stehen im Freien und zeigen deutliche Spuren. Sie haben auch eine Spitfire, die aus dem Lake Toon geborgen wurde.
Nach New Lanark dauert es etwa 1h. Ich bin schon recht spät dran(15:00), es schließt um 17:00. Der Weg führt durch die Haupthäuser mit einer Multimediapräsentation, bei der man in Gondeln herumgefahren wird. Ich sehe mir auch noch weitere Ausstellungen in anderen Gebäuden an. In New Lanark führte der Eigner der Textilfabrik Robert Owen ein Experiment durch, indem er die Arbeiter weniger arbeiten ließ, sie medizinisch versorgte, Schulen einrichtete und sie auch sonst förderte. Trotzdem konnte er wirtschaftlich arbeiten. Seine Ideen gelten als Basis für den heutigen Sozialstaat. Dann mache ich noch einen Spaziergang zum Naturschutzgebiet am Fluß daneben. Während des Besuchs regnet es mindestens einmal stark, dann scheint wieder die Sonne. Tanken in Lanark.
Für die Nacht will ich zum Loch Turret Dam in der Nähe von Crieff, wo morgen die Highland Gatherings stattfinden. Das sind etwas über 100km. Erst sehr kurvige Landstraße, dann Autobahn, dann wieder Landstraße. Der letzte Rest (~8km) ist eine Single Track Road, die im hinteren Teil in sehr schlechtem Zustand ist. Dafür gibt es am Ende einen schönen Platz zum Übernachten. Es sind auch einige deutsche und ein italienisches Fahrzeug da.
Ich mache einen Rundgang zum See, über die Staumauer und zurück. Dafür reicht das Licht noch.
2303km

So 18.8.
HG Crieff
Der Morgen beginnt sehr trübe. Man hört den Regen immer wieder. Was solls, die Games werden soundso stattfinden, also los. Die Abfahrt ist ähnlich wie gestern, langsam und holprig. Zum Glück kein Gegenverkehr. Die Koordinaten des HG-Parkplatzes stimmen nicht ganz, weswegen ich erstmal vorbeifahre, also wieder zurück. Ich bin der erste dort gegen 8:30 ! Der Himmel hat aufgeklart. Der Bus bringt uns zum Veranstaltungsort. Viele Fahrgäste gehören zu den Tanzteilnehmern. Ich mache einen Rundgang, es wird noch viel aufgebaut, sonst ist nicht viel los. Die Junior Highlandgamer beginnen als erste. Ihnen folgt eine "Confined" Klasse und nachher bis ganz zum Schluß die ganz starken. Kugelstoßen, Kugel mit Kette, Hammer, Baumstammwerfen und für die letzte Klasse auch das Gewicht über die Stange. Ein Kalifornier schafft einen Platzrekord (17Fuß). Für den schottischen Rekord reicht es dann doch nicht.
Die Tanzbewerbe beginnen mit den ganz kleinen. Fotografieren geht dort fast gar nicht. Zum einen findet alles unter einem Zelt bei schwachem Licht statt. Dieses Zelt ist nur von einer Seite einsehbar und der Zuschauerbereich fällt ab, sodaß nur die vorderen vernünftig sehen. Und dann sind noch die Stützen des Zelts im Wege. Ich bleibe bei anderen Attraktionen. Die Heavygames sind recht interessant. Daneben gibt es für uns eher ungewöhnliche Bewerbe auf Gras: Radfahren und Laufen in allen Variationen, Weit- und Hochsprung.
Es marschieren eine ganze Reihe von Pipe(Dudelsack)bands ein, die nachher jeweils auch einzeln einige Stücke spielen. Ob das auch ein Wettbewerb ist, habe ich nicht herausgefunden. Am Ende gibt es eine Massed Pipeband - mehrere (alle?) Bands zusammen marschieren auf das Feld.
Eine nigerianische Gruppe mit Tänzern, Trommlern und einer Blasmusikkapelle bieten eine Show. Sie treten sonst beim Edinburgh Tattoo auf.
Neben dem Feld gibt es eine Musikbühne, auf der wohl schon am Abend davor gespielt wurde. Drei Gruppen treten auf. Gnoss - recht traditionell - gefällt mir gut. Ich kaufe nachher eine CD. Die nächste ist nicht so mein Fall, ich höre sie nur aus der Weite. Dann Drum's an Roses. Trommeln und Dudelsack zu modernen Poptiteln. Es kommt aber einiges vom Band, wozu sie dann spielen. Nicht schlecht, aber auch nicht ganz mein Fall. Den Leuten gefällt es gut, es wird heftig getanzt.
Ein Aspekt bei den Games ist, daß alles parallel läuft. Man hört den Piper von den Tänzern, eine Pipeband auf der einen Seite, die Band an der anderen und vielleicht noch eine bei den Vipgästen oder in der Vorbereitung. Dazu dann noch die Platzsprecher der verschiedenen Events. Eine Band maschiert, es werden Baumstämme geworfen, daneben sind Fahrradfahrer und Läufer oder Springer unterwegs, teils trainierend, teils schon im Wettbewerb. Und alle kommen irgendwie miteinander aus. Ich habe zumindest keinen Streit bemerkt. Und natürlich fließt das Bier (und anderes) in Strömen.
Ich habe Steak and Fries. Das Steak sind eher Steakstreifen, aber gut. Gerade als die Sonne scheint und ich mir ein Eis hole, fängt es wieder zu regnen an. Am Ende der Games scheint tatsächlich wieder die Sonne. Ich fahre mit dem Bus zum Womo zurück.
Für die Nacht habe ich einen Platz in oder eher bei Perth herausgesucht. Es ist ein Wanderparkplatz. Auf dem Weg sehe ich einen Tesco der 24h auf hat und wo man relativ günstig tanken kann.
2347km - 44km

RK

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

rkopka am 22 Aug 2019 23:51:01

Mo 19.8.
Am Wanderparkplatz gibt es u.a. einen Weg auf den Kinnoull Hill. Den gehe ich gleich am Morgen. Etwas vor dem "Gipfel" gibt es eine Ruine eines Turms, von dem man aus einen schönen Blick auf den Tay hat. Der Gipfel ist nicht allzuviel weiter. Der Rückweg ist nicht besonders gut gekennzeichnet, aber mit etwas Suchen finde ich den passenden Weg und bin nach 70min wieder zurück am Womo.

Perth lasse ich soweit aus und fahre nach Dundee weiter. Das Parken am Discovery Point ist schwierig. Die offiziellen Parkplätze sind nur für PKW. Bei einem würden auch Womos passen, aber der hat nur wenige Plätze, die alle belegt sind. Etwas weiter Richtung Westen finde ich dann am Straßenrand Parkplätze, die aber nur 2h erlauben. Also gut auf die Zeit achten. Ich besichtige die Discovery und das Informationszentrum. Dieses Schiff nutzte Scott für seine Antarktisexpedition. Es wurde gezielt für diesen Zweck gebaut, d.h. sehr stabil.

Daneben liegt das VA (Victoria & Albert) Museum für Design, aber die Zeit reicht leider nicht. Ich fahre weiter nach Abroath. Dort gibt es eine Leuchtturmmuseum. Der vorgesehen Parkplatz ist wieder nur für PKW. Allerdings gibt es gleiche daneben eine Art inoffiziellen SP, der gut genutzt wird. Man steht sehr eben direkt am Meer nahe dem Ort. Das Museum hat am Montag leider nicht auf. Ich gehe weiter bis zur Abroath Abbey. Sie gehört zu Historic Scotland. Ich überlege, ob einer der Ausweise Sinn macht, aber ich will nicht soviel davon besichtigen, bzw. der nötige Zeitraum wäre zu groß. Maximal werde ich soviel ausgeben, wie die jeweiligen Pässe kosten. Die Abbey ist eine Ruine, läßt aber ihre einstige Größe erahnen.

Ich gehe dann durch die Stadt zum Hafen zurück. Ich hatte eigentlich vor, bis Aberdeen zu kommen, aber der Platz ist sehr einladend, also bleibe ich und besuche morgen das Museum.
Ich mache mit dem Fahrrad einen Ausflug zu den Klippen im Norden des Orts. Diese sind recht sehenswert. Man sieht auch viele Seevögel. (8,5km)
Mein Nachbar ist vom Typ Dauercamper und hat vor einen Monat dort zu bleiben. Am Abend fotografiere ich noch etwas. Hauptsächlich das Licht des Bell Rock Leuchtturms, auch wenn das kaum mehr als ein Punkt ist.
2414km - 67km

rkopka am 24 Aug 2019 02:03:28

Di 20.8.
Viele Wolken aber auch Sonnenstrahlen. In Aberdeen auch ein wenig Regen.
Ich wache spät auf, also keine Aktivitäten vor dem Lighthouse Museum. Das macht um 10:00 auf. Ich bin kurz darauf dort. Es ist nicht groß aber interessant. Es geht weiter am Leuchtturmtrip. Der Scurdie Ness Leuchtturm bei Montrose. Ich passe mit den Schildern nicht auf und lande in einer Sackgasse. Das Umdrehen ist schwierig, aber dann finde ich einen Platz an der Straße. Man geht etwa 20min zum Leuchtturm.
Weiter nördlich fahre ich den Tod Head Leuchtturm an. Der Weg ist abenteuerlich. Größtenteils eine SingleTrackRoad, aber fast keine Ausweichen. Zum Glück kaum Verkehr. Irgendwann bin ich da und finde auch einen Parkplatz. Der Leuchtturm ist nicht besonders hoch. Davor liegen eine Reihe von Klippen auf denen Vögel nisten. Da weitere Autos gekommen sind, wird das Ausparken eine längere Aktion. Umdrehen muß ich auch noch. Dann den Weg zurück. Aber auch hier kein Verkehr, Glück gehabt. Mein Womo hat 6,7m Länge, mehr sollte man dort nicht haben, besser deutlich weniger !

Jetzt geht es aber weiter nach Aberdeen. Nachdem ich das letzte Mal keinen Parkplatz gefunden habe, bin ich diesmal besser vorbereitet und finde an der Esplanade auch gleich etwas. Ich gehe zu fuß in die Stadt, was etwas länger ist, als ich erwartet habe. Es geht erstmal am Hafen entlang, wo man viele Schlepper und Bohrinselversorger sieht, die beladen oder überholt werden. Ich stoße auch recht schnell auf das Maritim Museum. Ich dachte eigentlich, daß ich zu spät bin und das morgen besuche, aber es ist noch Zeit und der Eintritt kostet nichts. Es ist durchaus sehenswert, aber nicht so umfangreich. Nach 45min bin ich durch. Ich wandere dann noch einige Zeit durch die Innenstadt. Ein auffälliges Gebäude mit einer Art Kirchturm fällt auf. Es ist das Marischal College. Als es leicht regnet, gehe ich in ein Einkaufszentrum und kaufe dort eine Sausage Roll und eine Haggis Roll, eine Art Würstchen im Schlafrock. Irgendwann komme ich wieder zum Museum und gehe dann zum Wohnmobil zurück.
Ich wollte eigentlich in Aberdeen übernachten, fahre aber doch gleich nach Cruden Bay weiter, wo ich einen guten Standplatz kenne. Es ist fast wolkenlos. Ich breche gleich zu einem Strandspaziergang auf, der dann doch fast 2h dauert. Ich gehe bis ans Ende der Bucht, wo es eine Reihe von Felsen gibt, auf denen sich Vögel aufhalten. Inzwischen ist die Sonne untergegangen. Als ich am Womo bin, muß ich mich erstmal ausruhen.
2547km - 133km

rkopka am 26 Aug 2019 21:57:20

Da ich meist frei stehe und das Handynetz hier nicht immer toll ist - bestenfalls für ein paar Mails - von WLAN ganz zu schweigen, dauert es etwas mit den weiteren Tagen.

Mi 21.8.
Heute gibts sehr viele Bilder. Das Wetter beginnt gut, blauer Himmel mit Wolken. Manchmal auch ein wenig Regen. Mehr gegen Ende des Tages und in den Cairngorms.
Ich beginne mit einer Wanderung zum Slains Castle. Ein paar hundert Meter vom Hafen ist der Einstieg zum Weg. Man geht etwa 20-30min. Das Castle ist eigentlich eine Ruine, einiges fehlt oder ist zusammengebrochen. Der Zutritt ist frei, es wird wohl nichts herabstürzen. Allerdings gibt es keinerlei Absicherungen. D.h. man kann die Wendeltreppen hochgehen, aber überall geht es frei in die Tiefe.
Als ich zurück bin, fahre ich einige km nach Norden. Hier ist der Parkplatz zu den Bullers of Buchan, eine wilde Klippenlandschaft. Eine der Formationen ist ein geschlossenes Rund, das nur unten einen Durchbruch zum Meer hat. Natürlich sitzen überall Möwen herum.
Einkauf und Tanken bei ASDA.
Das nächste Ziel ist der Steinkreis von Aikey Brae. Auf dem Weg sehe ich kurz vor Peterhead einen Leuchtturm, Buchan Ness, den ich natürlich anschauen muß. Der Steinkreis liegt wieder an einer kleinen Single Track Road. Zumindest gibt es eine kleine Fläche zum Umdrehen und Parken. Man geht von dort noch einige hundert Meter. Zuerst bin ich am richtigen Zugang vorbeigegangen. Es gibt einen schönen neuen Weg und einen unscheinbaren Weg in einen dunklen Wald. Letzterer war der richtige. Wenn man etwas genauer geschaut hat, sah man Steine am Rand, die den Weg zeigten. Hinter dem Wäldchen ist der Steinkreis. Er ist nicht sehr aufregend. 5 stehende und einige liegende Steine und die Reste eines Feuers in der Mitte. Ob heidnisches Fest oder nur ein paar Jugendliche beim Feiern ist offen. Der andere, recht neue Weg könnte zu einem neuen Besucherzugang gehören. Man sieht eine markierte Parkfläche mit Klos und Mülleimern, allerdings mit verschlossenem Tor.
Schon auf der Zufahrt hatte ich ein Schild gesehen. Direkt an der Straße ist ein kleiner Parkplatz an der Deer Abbey. Viel ist nicht erhalten. Angeblich wurde hier einmal ein sehr wichtiges Buch aufbewahrt.
Ich fahre weiter nach Westen. Das Scotish Dolphin Centre ist mein Ziel. Nachdem bei den anderen Zielen entweder sehr wenige oder gar keine anderen Touristen waren, geht es hier richtig um. Im Zentrum gibt es ein paar Informationstafeln und fernzusteuernde Kameras auf die Bucht. Es werden auch Bootstouren unternommen, um die Bullnose Delphine zu sehen, die hier das nördlichste Vorkommen bilden. In der Nähe eines Bootes erkenne ich auch Delphine und mache viele Fotos. Mal sehen ob irgendwo ein paar Pixel Delphin zu finden sind. Es fängt an zu regnen und ich fahre weiter.
Elgin und die dortige Kathedrale, bzw. deren Ruine ist mein Ziel. Hier ist viel Betrieb, sodaß die näheren Parkplätze alle voll sind und ich in eine Nebenstraße ausweichen muß, was nachher noch ziemlich lästiges Manövrieren bedeuten wird, da sie sich als Sackgasse mit dämlich geparkten Autos herausstellt. Die Kathedrale war einmal sehr bedeutsam in Schottland, fiel dann aber erst einem Brandanschlag und dann der Reformation zum Opfer. Auch hier regnet es leicht. Der Bau zeigt aber immer noch seine ehemalige Größe. Man kann durch die Türme auf eine Dachterasse gelangen, die einen weiten Blick bietet.
Das letzte Besichtigungsziel heute ist Sueno's Stone. Ein Relikt der Pikten, eine riesige Steintafel mit Mustern und Zeichen. Sie wurde mitten in der Stadt hinter Glas aufgestellt.
Jetzt will ich vom Meer in die Berge, in dem Fall die Cairngorms. Ich wähle Aviemore, da es hier viele Möglichkeiten gibt. U.a. eine Schrägseilbahn auf den namensgebenden Berg. Die Fahrt dahin ist etwas abenteuerlich. Zu Anfang ist es eine Straße ohne Mittelstreifen, die gerade breit genug ist, wenn beide Fahrzeuge knapp den Seitenstreifen befahren. Das ganze natürlich bei 80km/h. Dann kommt eine Single Track Road, allerdings eine recht breite, sodaß kaum jemand wartet. Der Verkehr ist aber kaum vorhanden. Es geht über eine Höhe, wo keine Bäume mehr wachsen und man sehr viel Heidekraut sieht.
In Aviemore habe ich erstmal unbrauchbare Koordinaten für einen CP. Die zweiten sind besser und führen mich zu einem Campingplatz, der aber recht teuer ist (32P). Immerhin kann ich Duschen und morgen Entsorgen. Leider reicht das Gäste WLAN anscheinend nicht bis zu meinem Platz.
Das war heute sowohl vom Fahren als auch vom Gehen ein ausgiebiger Tag.
2774km - 227km

Do. 22.8.
Schottisches Wetter - man kennt es ja. Beim Aufstehen blauer Himmel mit einigen Wolken. Während des Frühstücks Regen, danach wieder blauer Himmel, auch wenn einige Wolken durchziehen. Generell starker Wind.
Ich beginne am Reindeer Centre, wo man Rentiere züchtet, die teilweise halbwild leben. Es gibt geführte Wanderungen zu ihnen. Allerdings bin ich wohl etwas zu spät in der Schlange. Es sind noch einige vor mir, als es heißt, die Vormittagstour ist voll. Ich weiß noch nicht, ob ich am Nachmittag da bin, also lasse ich es. Der Preis von 16P für eine geführte Wanderung in einer großen Gruppe ist auch nicht von schlechten Eltern. Gleich daneben ist ein Parkzentrum, wo man Infos zu Wanderungen erhält. Ich suche mir eine aus, die direkt hier beginnt, und wo ich das Womo nicht umparken muß. Am Ende bin ich etwa 3h unterwegs. Es geht auf der einen Strecke erstmal auf einem straßenartigen Weg langsam bergauf, dann auf einem sehr schmalen Steig hauptsächlich abwärts bis zu einem kleinen See. Ich habe die Wassertemperatur nicht getestet, aber es schwimmt eine Frau längere Zeit herum. Die blaue Route ginge von hier wieder zurück, entweder auf dem gleichen Weg oder auf einem einfacheren flacheren. Ich gehe aber noch weiter. Ab hier wird es richtig interessant. Die Bäume gehen zurück, und man kommt in eine offene Heidelandschaft. Hier bläst der Wind sehr stark. Den kleineren See laut Karte habe ich bald erreicht und gehe noch ein Stück weiter. Dort setze ich mich eine Weile hin. Während im Tal richtig viel los ist, ist man hier eher allein. Dem Weg könnte man länger folgen zu den nächsten Orten und Tälern. Schließlich geht es zurück, diesmal auf dem leichteren Weg. Unten sehe ich noch einen Lift mit einer Kunstpiste - für was ? Auf jeden Fall liegen da Platten mit Kunststoffbürsten über die ganze Piste. Kurz vor dem Womo kann ich über einen Zaun doch noch einen Blick auf ein Rentier erhaschen.
Ich überlege, wie es weitergehen soll. Ich entscheide mich dafür, der Straße bis zum Skizentrum zu folgen. Hier oben ist der Wind tatsächlich noch stärker. Das Womo wird gehörig hin und her gewackelt. Es gibt eine Schrägseilbahn, die leider schon einige Zeit außer Betrieb ist, weil man irgendein technisches Problem gefunden hat. Näheres liest man hier nicht, aber sie probieren es mit einer Ausstellung zu kompensieren incl. Betreten der eigentlichen Bahn. Ich glaube, es fehlt ihnen einfach das Geld für die Reparatur. Ich gehe ein Stück weit neben der Bahn hoch. Man sieht einige Schneekanonen, die fabrikneu aussehen. Unten können die Kinder mit Schläuchen über eine kurze Bahn runterrodeln.
Ich will jetzt weiter nach Nordwesten. Ich peile Inverness für die Nacht an. Auf dem Weg liegt eine Whisky Destillerie: Tomatin. Leider bin ich kurz nach 16:00 für die letzte Führung zu spät. In Inverness schaue ich mir noch einen Stellplatz aus einer App an, der durchaus zu gebrauchen, aber etwas laut ist. Daher fahre ich weiter zu Clava Cairns, wo ich schon einmal war. Es sind noch viele Besucher da, die sich aber verlaufen. Am Ende bleiben 3 Kastenwagen und ein Radfahrer mit Zelt für die Nacht.
2872km - 98km

rkopka am 27 Aug 2019 00:22:17

Fr. 23.2.
Ich stehe früh auf, weil die ersten Busse bald kommen werden und ich auf einem Busparkplatz stehe. Ich habe festgestellt, daß das Culloden (Eisenbahn)Viadukt gleich in der Nähe ist. Hatte ich früher übersehen. Nicht mal 5min, dann kann ich das erste Foto machen. Ich gehe aber noch ein Stück weiter. Kurz nach der Rückkehr kommt schon der erste große Bus. Nichts wie weg. Die Single Track Road vor dem Parkplatz ist mit einer Buslinie und den Anliegern so schon ein ständiges Rückwärtsfahren. Ich komme fast bis zum Abzweig, dort setzt der andere aber zurück.
Auf dem Weg stoße ich glücklicherweise auf einen Tesco mit Tankstelle.
Das Cromarty Lighthouse ist das nächste Ziel. Die Black Isle Halbinsel mit relativ engen Straßen zieht sich hin. Vor der Küste sind eine ganze Reihe von Bohrinseln geparkt. Am Ende gibt es einen schönen Parkplatz. Hier konnte man früher auch übernachten, bevor sich einige Übeltäter allzu schlimm aufgeführt haben und die Gemeinde den Bereich gesperrt hat. Der Leuchtturm ist eher unscheinbar. Hier könnte man mit einer Fähre einiges abkürzen. Allerdings kostet das nicht so wenig und dauert auch noch. Also fahre ich den Umweg.
Es geht bis zum nördlichsten Punkt meiner Reise an der Ostküste, dem Dunrobbin Castle. Neben Schloß und Garten interessiert mich hier besonders die Greifvogelvorführung. Im Inneren des Schloßes gibt es einen umlaufenden Besichtigungsweg, der anscheinend durch das ganze Gebäude führt und durchaus interessant ist. Ich gehe weiter in den kunstvoll angelegten Garten. Am Rande gibt es ein kleines Gartenhaus, das voll ist mit den Jagdtrophäen der ehemaligen Besitzer und ihrer Souvenirs aus fernen Ländern. Um 14:00 beginnt die 45minütige Greifvogelschau. Es werden zwei Falken und ein Habicht gezeigt, die ihre Flugkünste zeigen. Die Unterschiede in Verhalten und Körperbau werden erklärt. Der Falkner nützt die Tiere im Winter auch für die richtige Jagd.
Nur wenige km weiter nördlich findet sich ein Broch "Carn Liath". Diese Rundbauten waren vor tausenden Jahren wohl Wohn- und Schutzhäuser. In Schottland finden sich eine ganze Menge davon in unterschiedlichem Erhaltungszustand.
Wieder zurück nach Süden machen ich eine Pause am Strand von Dornoch und gehe etwas spazieren. Für die Nacht fahre ich weiter nach Bonar Bridge. Hier habe ich vor 13 Jahre schon einmal übernachtet. Der Platz hat sich aber ordentlich geändert. Was früher ein normaler Parkplatz mit Schildern "nicht übernachten" war, ist jetzt fast schon ein Stellplatz, wenn auch nicht so angeschrieben, sogar mit Toiletten. Einige Angler sind im hinteren Teil zugange. Es stehen noch einige andere Womos da. Wie fast überall nur englische Fahrzeuge. Ich gehe noch in den nahen Ort, um evt. ein paar Chips zu kriegen, aber hier herrscht wirklich tote Hose. Ein Hotel mit Restaurant scheint auf zu haben, das wars dann schon. Also brate ich mir Steaks, die eigentlich für den Grill gedacht waren. Nur ist es mir bisher immer zu unfreundlich draußen gewesen. Bei Dunkelheit mache ich noch Bilder der beleuchteten Brücke.
Das Wetter war wolkenverhangen, aber hell, kein Regen bis zum späten Abend.
3064km - 192km

shoe1 am 27 Aug 2019 09:03:52

Hallo Reinhard,
wenn man gerade in einem Land war, dann ist ein ähnlicher Reisebericht besonders interessant: Wir kamen zwei Tage später als du über Dover auf die Insel und haben in 14 Tagen Schottland im Uhrzeigersinn umkreist. Mich wunderts, dass wir uns nicht getroffen haben - so groß ist Schottland ja auch nicht … ;-))

Weiterhin schöne Reisen.
LG aus Kuchl

rkopka am 27 Aug 2019 09:45:47

shoe1 hat geschrieben:Wir kamen zwei Tage später als du über Dover auf die Insel und haben in 14 Tagen Schottland im Uhrzeigersinn umkreist.

Aber es gibt ja doch ein paar Variationen, wie man fahren kann. Und da ich gegen den Uhrzeigersinn unterwegs bin, gäbe es auch nur eine Chance. Nur bei der Zeitform paßt was nicht. Ich hab die Fähre erst vor 11 Tagen genommen und bin jetzt etwa bei Halbzeit.

RK

shoe1 am 27 Aug 2019 10:21:43

rkopka hat geschrieben:… Nur bei der Zeitform paßt was nicht. Ich hab die Fähre erst vor 11 Tagen genommen und bin jetzt etwa bei Halbzeit.

RK


Sorry, da habe ich wohl was verwechselt (wir waren vom 21.07. bis 04.08. in Schottland unterwegs …)- wahrscheinlich brauch ich schon wieder Urlaub …
LG Rupert

rkopka am 29 Aug 2019 12:36:31

Wieder eine Verzögerung, da auf den letzten beiden Plätzen gar kein Netz war, nicht mal Telefon. Heute sitze ich in Portree im Womo und warte, daß das Wetter etwas besser wird. Der Wetterbericht verspricht es zumindest. Gestern lag er richtig.

Sa 24.8.
Etwas Regen am Morgen und viel Regen am Abend. Dazwischen weitgehend trocken.
Ich fahre Richtung Lairg. Bei den Falls of Shin kann man den Aufstieg der Lachse zu ihren Laichrevieren beobachten. Ich konnte zumindest einen größeren Lachs sehen, aber leider nicht fotografieren. In Lairg gibt es das Ferrycroft Visitorcentre. Dort kann man einiges über die Region erfahren. Direkt dort startet eine kleinere Wanderung auf einen Hügel (Ord Hill Trail), wo man die Reste eines Cairns sehen kann. Nach 1h bin ich zurück. Im Ort kaufe ich noch etwas ein und hole etwas zu essen beim Fish & Chips.
Ich nehme die Single Track Road am Loch Shin entlang. Am Ende des Sees zeigt das Garmin seltsames. Der See wird zu kurz angezeigt, der nächste fehlt komplett und die Straße macht eher einen komischen Verlauf nach Navi. Beim übernächsten See paßt wieder alles. Die anderen beiden Navis zeigen alles ganz genau.
Kurz vor dem nächsten See, Loch Merkland, zeigen die OSM Karten einen Pfad. Ich will mir das näher ansehen, kann aber erst einige hundert Meter weiter anhalten. Eine erste Begutachtung zeigt, daß zumindest die Brücke über den Fluß existiert, dahinter wird es aber sehr feucht. Ich ziehe also die Wanderschuhe an und suche den Pfad. Man sieht einige Spuren, die aber alle besonders naß und matschig sind. Also probiere ich es querfeldein über Gras und Heide bergauf in Richtung des Hügels. Man findet guten Halt in der Vegetation, muß aber immer aufpassen, daß man nicht in zu tiefes Wasser steigt. Nach 45min habe ich eine gewisse Höhe erreicht und kann in Richtung Loch Shin über die Kante hinübersehen. Wenn Navi und Höhenlinien stimmen, etwa 180m über Grund. Bis zum Gipfel wären es etwa noch mal so viel. Um besser zum Loch Merkland zu sehen gehe ich noch etwas Richtung Klippen. Hinunter geht es dann schneller. Beim Queren des Flusses erwischen mich dann die Insekten. Ich weiß nicht, ob es die berüchtigten Midges sind, oder andere, auf jeden Fall nerven sie. Ich breche daher schnell auf, als ich am Womo zurück bin. Nach ein paar Fotostops finde ich am Loch Stack eine kleine, halbwegs ebene Nische neben der Straße und beschließe, hier die Nacht zu verbringen. Ich weiß zwar, daß hier einige Häuser im Bereich des Sees sind, in der Nacht ist es aber stockdunkel. Nur der Mond scheint hinter den Wolken ein wenig Licht zu verbreiten, das man erkennt, wenn sich die Augen eine Weile adaptiert haben. Es gibt wohl auch kein Wochenendfahrverbot. Ein mit bunten Lichtern bestückter Sattelschlepper rast mit geschätzt 80km/h vorbei. Dann kann aber wieder eine Stunde oder mehr vergehen, bis das nächste Fahrzeug kommt.
3142km - 78km

So 25.8.
Es ist strahlend schön. Ich fahre weiter Richtung Scourie. Auf dem Weg biege ich erst nach Tarbert ab, wo man zur Insel Handa, einem Vogelschutzgebiet übersetzen kann. Ich wollte das nicht machen, aber am Sonntag ginge es sowieso nicht, wie ein Pärchen feststellen muß. In Scourie mache ich Aufnahmen vom Strand und vom Campingplatz, wo wir beim letzten Mal waren. In Kylesku halte ich am Platz nach der Brücke. Auf dem Platz vor der Brücke findet so eine Art inoffizielle(?) Tuningshow statt. Viele aufgemotzte und sehr laute Wagen.
Kurz danach biege auf die Halbinsel, auf der auch Lochinver liegt ein. Der NC500 (Nordcoast500) führt da entlang. Der meiste Weg ist eine Single Track Road, recht eng, aber viele Passing Places. Dazu gibt es beträchtliche Steigungen und Gefälle, bis zu 25%. Ich bleibe oft zum Fotografieren stehen. Unter anderem in Drumbeg. Auch im Ort gibt es nur eine Spur. Etwas weiter liegt plötzlich Nebel über der Landschaft, und es ist auch deutlich kühler. Dahinter liegt die Clashnessie Bay. Im späteren Teil der Strecke ist viel Landwirtschaft. Schafe liegen hier überall herum. Dort aber stehen auch die Hochlandrinder auf der Straße. Anscheinend kennen sie den Verkehr. Nach kurzer Zeit gehen sie zur Seite. Ich habe nur Angst, daß eines plötzlich den Kopf dreht und die großen Hörner in das Womo rammt. Bald darauf wird die Straße wieder zweispurig. Am Loch Assynt besuche ich das Ardvreck Castle. Vom Gebäude ist nur noch wenig übrig, aber es liegt sehr fotogen auf einer kleinen Insel. Etwas weiter komme ich zum Knockan Crag, wo ich auch die Nacht verbringen werde. Hier gibt es einen geologischen Rundgang, der die verschiedenen Gesteinsschichten zeigt. Dabei liegen alte Schichten über jüngeren, was die Geologen damals auf ganz neue Ideen gebracht hat. Der Rundgang dauert etwa 1h (100m). Danach setze ich mich bei einer tollen Aussicht in die Sonne vor das Womo, das hier einen fast ebenen Stand hat. Leider kommen nach einiger Zeit die Midges in Massen. Das schöne Wetter fast ohne Wind hat seinen Preis. Den Rest des Abends verbringe ich fest verbarrikadiert im Womo.
3262km - 120km

Stefan-Claudia am 29 Aug 2019 17:06:02

Mein lieber Reinhard,

vielen Dank für Deine Mühe und den vielen nützlichen Infos.
Da wird bestimmt einiges bei mir hängen bleiben für die Reisen,
die noch kommen werden!

rkopka am 30 Aug 2019 00:58:17

Mo 26.8.
Noch ein schöner Tag. Am Nachmittag sollen die Wolken zuziehen, was auch stimmt.Heute geht es nicht voran, sondern zurück, aber nur einige km. Es ist eine Wanderung geplant. Es geht zum "eas a'chual aluinn", dem höchsten Wasserfall Britanniens mit 200m Fallhöhe. Der kürzeste Weg von der A894 hat etwa 5km und 2x 250m Höhenunterschied, da die höchste Stelle des Wegs in der Mitte liegt. Ich starte gegen 9:00 an einem Parkplatz am Loch na Gainmhich und der Weg ist am Anfang kaum zu erkennen. Ich habe mir die Route auf Osmand gesucht und kann so genau sehen, ob ich noch drauf bin und wie weit es noch ist. Schon bald muß man einen kleinen Bach auf Steinen überqueren. Dazu gehört gleich daneben auch ein Wasserfall, dessen Ende man nicht erkennen kann. Der Hang ist wieder von Wasser getränkt. Oft muß man neben dem Weg gehen, der zum Bach geworden ist. Unten sieht man teilweise mehrere Spuren nebeneinander, wo weiter oben nach trockeneren Wegen gesucht wurde. Nach einiger Zeit erreiche ich den kleineren Loch Bealach a Bhuirich. Ab hier wird es besser mit dem Wasser und dem Matsch. Ich mache eine erste Rast. Dann folgte der Anstieg zur maximalen Höhe, wo nochmal gerastet wird. Dahinter wird es wärmer und der Wind läßt deutlich nach. Es geht erst bergab, dann eine Weile eher eben, bis man auf den Bach stößt, der mal der Wasserfall werden soll. Hier ist er noch eher klein und man kann ihn leicht queren. Ich bleibe aber auf dieser Seite und gehe abwärts bis zum oberen Ende des Wasserfalls. Der Hang ist noch schlimmer als die früheren. Nur Matsch. Ich rutsche einmal aus und breche einmal durch ein Loch bis zum Knie ein. Irgendwann erreiche ich den Wasserfall, wie im Internet angegeben. Leider sieht man von hier nur die Kante, aber sonst nichts.
Ich quere den Bach ein Stück weiter oben und gehe auf die rechte Seite. Hier ist die Sicht schon wesentlich besser. Nur das untere Stück ist verdeckt. Ich klettere tiefer runter. Hier wird es steil, feucht und nicht so sicher wie gewünscht, da der Hang nach unten anscheinend in eine Wand übergeht. Ich erreiche eine Stelle, an der man den kompletten Wasserfall sieht, mache meine Fotos und klettere vorsichtig wieder hoch. Auch am gegenüberliegenden Hang sieht man eine lange Folge von Wasserfällen.Für den Rückweg nutze ich die Stöcke, die mir besonders abwärts helfen, wenn ich schon etwas müde werde. Da der linke Weg am Bach so schlecht ist, bleibe ich auf der rechten Seite und gehe erstmal ohne Weg frei nach oben. Nach einiger Zeit treffe ich auf einen Pfad, den ich schon am Navi gesehen hatte. Hier gibt es sogar einige Steinmännchen, um den Weg zu kennzeichnen. Ansonsten gibt es auf dem Weg keine Zeichen. Man muß dem Navi folgen, bzw. allem, das irgendwie nach einem Pfad aussieht. Ich treffe wieder auf den Bach, quere ihn und kann den Weg zurück nehmen. An der höchsten Stelle trinke ich mein letztes Wasser.
Runter geht es jetzt bedeutend leichter, auch wenn unten wieder der Matsch beginnt. Sogar hier kann ein Frosch überleben, allerdings ein ganz kleiner von nur knapp über 1cm.Ich bin ziemlich allein. Am Anfang überholt mich ein Wanderer, mit dem ich kurz rede. Wasser und Matsch sollen hier der Normalzustand sein. Er ist aber wesentlich schneller unterwegs. Am Anfang des Rückwegs treffe ich noch auf zwei Pärchen. Den Rest des Tages bin ich allein.Nach etwa 6h erreiche ich ziemlich geschafft das Womo.
Heute will ich nichts mehr machen und fahre nur noch zum Parkplatz am Ardvreck Castle, der ganz in der Nähe liegt. Die versprochenen Wolken sind da, und ich kann noch einige mehr schottisch düstere Bilder vom Castle machen.Meine SAT Anlage spinnt schon wieder. Bisher hatte ich sie nicht eingesetzt. Wieder das gleiche Problem, das zuhause gelöst schien. Reset durch Einspielen neuer SW wird erst dadurch vereitelt, daß die Schnittstelle nicht erkannt wird, was neue Treiber aus dem recht langsamen Internet bedarf. Als das dann geht, hat es keine Wirkung :-(. Da muß ich zuhause härtere Maßnahmen in Erwägung ziehen. Wenn auch nicht unbedingt den Vorschlaghammer, mit dem ein Bekannter gern widerstrebende Technik behandelt.
3297km - 35km

Di 27.8.
Das war es mit dem guten Wetter. Hohe dichte Wolkenschicht, relativ hell, kaum Regen, aber sehr hohe Luftfeuchtigkeit.
Der erste Stop ist recht nah, die Bone Caves. Hier wurden Knochen von eiszeitlichen Tieren gefunden. Als ich hinkomme, ist der Parkplatz leer, und ich suche mir einen ebenen Platz an der Seite. Auf der ausgehängten Karte sieht das relativ nah aus. Dann sind es doch etwa 2km und 150m Höhenunterschied, bis man da ist. Es gibt noch mehr Höhlen, ich sehe mir aber nur die 4 Haupthöhlen an. Sie liegen weit oben an einem Hang und sind nicht besonders groß. Die längste vielleicht 15m in den Berg hinein. Als ich zum Womo zurück komme, hat sich der Parkplatz schon gut gefüllt, und ich starte schnell, damit ich nicht zugeparkt werde. Am Strand von Ardmair mache ich kurz halt.
Als nächstes steht Ullapool am Programm. Ich gehe erstmal zum Fährhafen. Hier ist viel los. Ein kleineres Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen und ständig werden Gäste in beide Richtungen transportiert. Dazu noch viele Busse. Es ist gerade Mittag und das Fish&Chips am Hafen soll sehr gut sein. Also esse ich dort ein Steak, das tatsächlich ausgezeichnet und noch erschwinglich ist. Dann folgen ein paar Souvenireinkäufe. Ich finde auch einige CDs mit Musik schottischer Gruppen, die ich teilweise schon kenne. Das Museum lasse ich aus, es ist schon später als geplant. Praktischerweise liegt der große, freie Parkplatz gleich neben dem Tesco, also kann ich Lebensmittel nachfüllen. Das mache ich beim Verlassen des Orts auch noch mit dem Dieseltank.
Ich folge der Northcoast500 rund um die Wester Ross Halbinsel. Die Corrieshalloch Gorge lasse ich diesmal aus. Auf einer Karte habe ich die Ardessie Falls gefunden, wo ich halte. Schon von der Straße sieht man den untersten recht großen Fall. Oberhalb gibt es eine Vielzahl weiterer Wasserfälle. Ich steige den Hang etwa 60m hinauf, was aber noch nicht das Ende ist.
Irgendwie kommt mir die Stelle bekannt vor. Als ich dann an einer der nächsten Buchten halte, kehrt das Gefühl zurück. Hier habe ich bei meiner ersten Reise auch gehalten. Ich konnte mich nur nicht mehr erinnern, daß wir damals diese Route gewählt hatten. Da es schon spät ist, beschließe ich, an der Gruinard Bucht die Nacht zu verbringen. Ich mache noch einen kleinen Strandspaziergang.
Das ist das erste Mal, daß das Handy überhaupt nicht geht. Nicht einfach schlecht oder langsam, sondern gar nicht. Nicht mal Telefonieren.
3401km - 104km

rkopka am 31 Aug 2019 00:30:30

Mi 28.8.
Das andere "schottische Wetter", es regnet fast durchgehend. Ich halte bei den Inverewe Gardens, aber bei dem Regen macht das wenig Sinn. Ebenso in Gairloch, wo man Ausfahrten aufs Meer machen kann. Hier halte ich nur etwas und schaue mal ins Internet. Am weiteren Weg liegen die Victoria Falls. Als ich ankomme, sehr starker Regen. Ich warte also erstmal ab. Nach einiger Zeit läßt er zu normalem Regen nach und ich breche auf. Auch aus den anderen Fahrzeugen kommen jetzt die Besucher. Der Weg ist kurz, nur etwa 150m. Der Wasserfall nett, aber nichts besonderes.

Ich schaue danach ins Besucherzentrum bei "Beinn Eighe" Naturpark. Es gibt dort auch einen Rundweg direkt am Zentrum, aber nach kurzer Zeit regnet es wieder so stark, daß ich abbreche. Die folgende Single Track Road ist bisher die verkehrsreichste. Man fühlt sich wie in der Rushhour. Bei Torridon ist ein weiteres Besucherzentrum des NTS (National Trust for Scotland). Der Regen läßt etwas nach.
Ich wollte eigentlich die Strecke über Applecross fahren, daher komme ich nach Shieldaig. Ich mache einen kleinen Rundgang. Es regnet wieder stark. Die Wolken hängen sehr tief. So macht die "Scenic Road" keinen Sinn. Ich nehme also die kurze Route und richte mein Ziel auf Skye.

In Lochcarron sehe ich den Wegweiser zum Castle Strome (Ruine). Damit ich heute wenigstens etwas sehe, folge ich ihm. Die Route geht über eine längere Single Track Road. Am Ende kann man kaum parken. Immerhin hat der Regen fast aufgehört. Ich mache einige Fotos und fahre weiter. Der Verkehr wird jetzt immer stärker und hektischer. Das bin ich nach der Zeit im Norden gar nicht mehr gewohnt. In Reraig und etwas danach halte ich für ein paar Bilder von der Brücke. Das Wetter wird immer besser. Auf Skye kann ich sogar am Strand in der Sonne stehen.

Ich will bei den Fairy Pools übernachten. Bis zum Abzweig nach Glenbrittle ist es gut zu fahren. Die folgende Single Track Road aber ist einerseits in keinem guten Zustand, andererseits ist der Verkehr sehr stark. Der Besucherandrang zu den Fairy Pools ist gewaltig. Das zeigt sich dann auch auf dem Besichtigungsweg.

Ich parke auf einem Parkplatz etwas oberhalb des normalen Car Parks, wo ich auch übernachten werde. Da das Wetter gerade nicht so schlecht ist, breche ich sofort auf. Die Sonne kommt immer wieder mal raus. Es geht erstmal etwa 500m den Hang runter zum normalen Weg. Das erste Hindernis ist die Querung des Bachs. Dazu gibt es nur ein paar seichte Steine. Ich habe Gummistiefel an, kann aber nicht abschätzen, wie tief es dort ist und nehme ein paar Steine weiter oben. Dann geht es auf einem Weg bergauf, wobei man immer wieder kleine und größere Wasserfälle sehen kann. Ganze Massen marschieren hier. Weit oben, wo nur noch wenige weitergehen, höre ich auch auf und kehre um. Es wird schon recht duster. Als ich den Bach wieder zurück gequert habe, fängt es immer stärker zu regnen an und begleitet mich bis zum Womo. Im Lauf des Abends gesellen sich noch weitere Fahrzeuge dazu. Franzosen haben ein Zelt aufgebaut. Heute ist mir erstmals so kalt, daß ich für einige Zeit die Heizung aufdrehe.

3630km - 229km

rkopka am 01 Sep 2019 01:03:23

Do 29.8.

Es stürmt und regnet stark. Irgendwann stehe ich dann doch auf. Ausnahmsweise lasse ich den Motor etwas warmlaufen. Es geht gleich steil bergauf. Die Windböen machen mir etwas sorgen, aber beim Fahren spüre ich sie kaum noch. Erstmal geht es nach Sligachan. Dort gibt es Internet und ich kann einen Wetterbericht abfragen. Die Aussichten sind nicht toll. Am Nachmittag soll es etwas besser werden.
Also weiter nach Portree. Ich bleibe am freien Parkplatz stehen. Vorne sind die Womoparkplätze voll, aber hinten gibt es noch ein weiteres Feld. Noch regnet es häufig. Ich bleibe erstmal im Womo und gehe ins Internet auch um mal wieder zwei Seiten des Blogs abzusetzen. In regelmäßiger Folge ist es ruhig, dann kommt der starke Regen und dann bläst es gehörig. Ich gehe dann doch in den Ort. Bei der Tourismusinfo hole ich mir einige Flyer. Da es gerade nicht regnet, gleich runter zum Hafen und zu den bunten Häusern. Eine Seemöwe hat es sich auf einem Autodach gemütlich gemacht und dient (auch mir) als Fotomotiv. Dann kommt wieder der Regen. Ich gehe hoch und verbringe etwas Zeit in einem der Kunst- und Andenkenläden. Hier finde ich aber nichts. Ein Paar stellt sich auch unter, der Hund bleibt draußen, wie vorgeschrieben. Dann kommt die Verkäuferin dazu und meint, er soll ihn doch ruhig reinholen, damit er nicht allein im Regen sitzen muß.
Ich gehe den oberen Weg lang und mache Bilder. Dann folgen Einkäufe und ein Burger vom Fish&Chips. Dazwischen regelmäßige Regengüsse.

Ich überlege, was bei dem Wetter Sinn macht. Da ich sowieso schon die Skyeskins auf dem Plan hatte, fahre ich nach Waternish, die mittlere Halbinsel im Norden. Gleich beim Abzweig ist die Fairy Bridge. Nichts besonderes, aber zumindest muß man nicht weit gehen. Immerhin steht man fast drauf. Man geht nur weg, um einen vernünftigen Blickwinkel zu bekommen.
Weiter geht es über eine Single Track Road. Der Flyer gibt noch ein paar weitere historisch interessante Punkte an. Allerdings sieht man von und an der Straße nichts und könnte auch gar nicht stehenbleiben. Beim ersten Versuch bei Skyeskins finde ich keinen Platz, fahre daher erstmal runter ans Wasser für ein paar Bilder. Als ich wieder zurückfahre, fällt mir das Schild einer Tauchbasis auf. Auch das Haus erkenne ich wieder. Hier hatten wir uns vor 13 Jahren mal erkundigt. Der Chef hatte damals den Begriff "T-Shirt Weather" benutzt, da er noch im T-Shirt herumging, während wir im warmen Anorak froren, und er meinte, das Wetter wird erst schlechter.

Als ich wieder zur Straße hoch komme, ist bei Skyeskins Platz geworden. Es startet gerade eine Führung, der ich mich anschliesse. Es wird der ganze Prozeß von der rohen Schafshaut bis zum fertigen Fell erklärt und gezeigt. Am Ende kommt man zum Verkaufsraum unter dem Dach, wo Felle aller Art und Preise zu sehen und zu kaufen sind. Dazu alle möglichen Produkte daraus. Da ich sowieso schon länger so ein Fell wollte, suche ich mir ein braunes aus. Mein Souvenirbudget ist somit klar gesprengt.

Ich folge der Straße nach Trumpan. Allerdings biege ich kurz davor nach Ardmore ab. Das ist zwar fast das gleiche und führt auch ans gleiche Ziel, allerdings ist die Straße sehr eng und mies. Zum Glück kein Verkehr. Bei der alten Kirche (hier geschah vor langem mal ein Massaker) gibt es einen Parkplatz. Ich fotografiere an der Kirche und entscheide dann, hier über Nacht zu bleiben. Es geht starker Wind, daher richte ich mein Womo noch entsprechend aus. Da es noch hell ist und gerade nicht regnet, mache ich einen Spaziergang zu den Klippen Richtung Waternish Point, der aber für mich zu weit weg ist (~5km). Zuerst auf einem landwirtschaftlichen Fahrweg, der aber immer schlechter wird. Dann gehe ich in Richtung Klippen runter. Da ich dem Klippenrand nicht so ganz traue und der Wind sehr stark bläst, bin ich vorsichtig. Ich folge einem Trampelpfad (Menschen oder Schafe?) zurück. Dabei muß ich einige kleinere Bäche überqueren und einige Schluchten, die diese gebildet haben, bevor sie in die Tiefe stürzen, umgehen. Nach anderthalb Stunden bin ich zurück am Womo. Hier sind inzwischen ein Kastenwagen und ein Kombi anscheinend auch zum Übernachten gekommen. Später gesellt sich noch ein Holländer dazu.

Kurz vor der Dämmerung kommt tatsächlich noch mal kurz die Sonne durch ein kleines Loch in den Wolken durch. Dann setzt wieder der Regen ein. Der Wind bläst die ganze Zeit stark. Ich messe Geschwindigkeiten von 56km/h, und das war sicher nicht das Maximum.

3707km - 77km

Ich setze meine Posts übrigens nicht ganz so spät ab, wie es scheint. Ich habe die Zeit nicht umgestellt, und bei mir ist es noch 1h früher.

rkopka am 02 Sep 2019 01:28:30

Fr 30.8.

Über Nacht hat zwar der starke Wind nachgelassen, nicht aber der Regen. Beides werde ich fast den ganzen Tag noch erleben. Es wird eine starke Regenfront von Nordwesten erwartet. Auch Anzeigen an der Straße warnen schon. Erst ab Edinburgh soll es besser werden.Ich will heute noch ein paar Sachen auf Skye anschauen, und dann nach Süden weiterfahren, Richtung Fort William. Die Strecke auf Skye ist zwar nicht so weit, aber da man nicht besonders schnell fahren kann, gerade bei Regen und Windböen, dauert es doch einige Zeit.
Erstmal geht es bis Sligachan. Der Fluß ist hier stark angeschwollen. Fotografieren ist ein Problem, da es extrem stark regnet und die Linse in kürzester Zeit mit Tropfen bedeckt ist. Danach kann ich meine Hose auswringen. Ich bleibe nicht lange, sondern fahre bald weiter. Da die Coop Tankstelle am Weg recht günstig ist, gibt es einen großen Andrang.

Auf Skye hat 2017 eine zweite Distillery eröffnet "Torabhaig". Sie liegt im Süden, auf dem Weg nach Armadale. Ich fahre auf gut Glück hin und kann 45min später eine Tour mitmachen. Es sind immer nur maximal 8 Personen dabei. Zuerst werden die Grundlagen erklärt, dann wird man durch die aktive Distillery geführt, was bei den zwei Destillen und dem Spiritsave endet. Der Aufbau ist hier anders, da sie ein bestehendes, unter Denkmalschutz stehendes Gebäude nutzen, das früher keine Distillery war, und es nicht nennenswert verändern dürfen. Dann kommt noch eine Verkostung mit Erklärungen mit einem ortsüblichen Whisky. Den eigenen Whisky wird es frühestens in 6 Jahren geben. Daher wissen sie auch noch nicht, wie er schmecken wird, außer daß er torfig sein soll.

Ich fahre bei ausnahmsweise trockenem Wetter weiter nach Armadale Castle. Das ist zwar kaum mehr als die Ruine des Herrensitzes, aber dafür gibt es einen recht schönen Garten. Dort findet sich auch das Museum, das die Entwicklung der Schotten vom Anfang bis zu den Clanen beschreibt.
Bevor ich Skye verlasse, biege ich noch zum Bright Water Visitor Centre ganz in der Nähe der Brücke ab, das aber leider schon zu ist.

Auf dem Weg mache ich wieder einmal Halt am Eilean Donnan Castle. Es regnet wieder leicht und die Parksituation ist wie immer kritisch. Ich werde hinter ein anderes Womo im Busbereich gelotst, das nachher zum Glück schon weg ist. Bauarbeiten an neuen Gebäuden erleichtern die Sache nicht gerade. Ich mache nur ein paar Fotos und schaue in den Andenkenshop.
Die folgende Strecke kenne ich zum einen schon, zum anderen bessert sich das Wetter nur wenig. Daher halte ich nur selten für ein paar Bilder. Beim letzten Besuch fiel mir eine Übernachtungsstelle am Loch Lochy auf (ist in der Stellplatzliste), wo ich diese Nacht stehe. Letzte Nacht hat der Wind das Womo durchgerüttelt, diesmal stört eher der Verkehr, der doch recht stark ist.

3948km - 241km

Tinduck am 02 Sep 2019 13:53:00

Schade mit der Übernachtung, hättest ein paar Kilometer hinter Eilean Donan prima ruhig stehen können --> Link :)

Aber so ist das halt, manchmal zieht man beim frei Stehen auch den kürzeren, wobei bei unserer Schottland-Tour dieses Jahr eigentlich nur eine Übernachtung zum Abgewöhnen war.

bis denn & besseres Wetter,

Uwe

rkopka am 02 Sep 2019 23:33:33

Tinduck hat geschrieben:Schade mit der Übernachtung, hättest ein paar Kilometer hinter Eilean Donan prima ruhig stehen können --> Link :)

Wenn du in den bebilderten Blog (--> Link) schaust, wirst du feststellen, daß es da sogar ein Bild gibt. Ich hab dort angehalten, da ich die Koordinaten hatte (ob von hier oder anderswo ?). Allerdings wollte ich zu dem Zeitpunkt noch etwas weiter kommen.

Aber so ist das halt, manchmal zieht man beim frei Stehen auch den kürzeren, wobei bei unserer Schottland-Tour dieses Jahr eigentlich nur eine Übernachtung zum Abgewöhnen war.

Naja. Mir ist es nur aufgefallen, als ich noch auf war. Wenn ich mal schlafe, ist mir das egal. Mich hats also nicht wirklich gestört. Wobei stark relativ ist. Bei anderen Plätzen ist vielleicht einmal pro Stunde wer vorbeigekommen.

RK

Tinduck am 03 Sep 2019 07:22:00

Ah, das war doch der Parkplatz mit der ‚Burger Queen‘ und mit dem kleinen Wasserfall gegenüber an der Strasse? Da haben wir Mittagspause gemacht, als wir von Süden kommend in Richtung Skye gefahren sind.

bis denn,

Uwe

rkopka am 03 Sep 2019 23:26:09

Tinduck hat geschrieben:Ah, das war doch der Parkplatz mit der ‚Burger Queen‘ und mit dem kleinen Wasserfall gegenüber an der Strasse? Da haben wir Mittagspause gemacht, als wir von Süden kommend in Richtung Skye gefahren sind.

Ja. Der Wasserfall ist mir entgangen, genug Regen wäre ja gewesen. Andererseits war ich auch schon etwas müde am Abend. Und am Morgen hat es so geregnet, daß ich nicht rausgeschaut habe. Ein Pärchen war da hart. Die haben am Abend draußen gekocht und gegessen.Geschlafen haben sie entweder im Auto oder in einem Zelt.

Der Blog muß jetzt erstmal warten. Die Rezeptionistin in Edinburgh am CP hat mir selber gesagt, daß sie ein mieserables WLAN haben. Handy ist wechselhaft. Außerdem hat mir irgendeine Software vom neuen Monatskontingent am Handy gleich mal alles bis auf 200MB abgesaugt (Updates?). Meine anderen Karten gehen auch ihrem Ende zu. Das Wetter hast sich kaum verbessert. Gerade höre ich wieder Regenschauer am Dach. Mehr als kurze Episoden etwas blauen Himmels waren nicht drin die letzten Tage. Immerhin kann mein kleiner Heizlüfter dauernd laufen und etwas Wärme verbreiten.

RK

rkopka am 06 Sep 2019 20:02:03

Bin gerade auf der Fähre mit WLAN.

Sa 31.8.
Der Regen ist geblieben. Ich streiche Ft. William und fahre gleich weiter. Viel sehe ich nicht von der Landschaft. Ich halte beim Glencoe Visitor Centre, das etwas verwirrend gebaut ist. Das folgende Glencoe Tal sieht wirklich interessant aus. Hier wollte ich eigentlich einen ganzen Tag verbringen. So wird das eher zur Drive-In Besichtigung mit Fotos durch einen kleinen Spalt der Fenster. Der Verkehr ist stark. Es folgen Rannoch Moor, Bridge of Orchy und Tyndrum. Genug Leute lassen sich durch den Regen nicht abhalten. Radsportler, die im strömenden Regen fahren und Wanderer in kompletter Regenaufmachung, d.h. voll in Plastik gehüllt (Hose, Anorak, Hut/Kapuze, Rucksackabdeckung), die ihrer Wege gehen. Das muß ich nicht haben.

Am River Dochart entlang komme ich nach Killin, wo die Falls of Dochart sind. Kein großer Wasserfall, aber mächtige Stromschnellen an der alten einspurigen Brücke mitten im Ort, die durch den momentanen Regen umso stärker sind. Als ich ankomme ist es trocken mit etwas Sonne. Direkt nah der Brücke gibt es einen Parkplatz, der aber eng aussieht und nicht einsehbar ist. Einen besseren finde ich am anderen Ende des Ortes. Auf dem Weg zur Brücke kommt wieder ein Regenschauer. Danach ist es aber trocken und bleibt es auch den Rest des Tages, zumindest wenn ich nicht fahre. Ich kaufe noch etwas ein und fahre dann weiter.

Kurz vor Kilmahog zeigt die Karte die Falls of Leny. Es gibt auch einen kleinen Parkplatz dazu. Auf der anderen Seite der Straße zum Fluß hin ist erstmal Rätselraten angesagt. Ein älterer Herr steht auch an einem Metallzaun und sucht. Hier sieht man nur Bäume und irgendwo dahinter einen Fluß. Wenn man einen kleinem Trampelpfad entlang des Zaunes einige hundert Meter nach rechts geht, kommt man irgendwann zu den eigentlichen Fällen. Ein Gitter trennt den Weg vom interessanten Teil, wo man auch gut sieht. Zum Glück ist die Öffnung im Gitter auch für mich groß genug. Dahinter ist der Untergrund etwas ausgebrochen, daher wohl die Absperrung. Die Fälle dürften normal nicht besonders hoch sein, aber durch das Wetter ist der Fluß sehr angeschwollen und die Wassermassen toben durch die Engstellen.

In Callander fällt mir der überflutete Uferbereich des Flußes auf. Nur dafür will ich aber am öffentlichen Parkplatz nichts zahlen. Als ich weiterfahre, wirkt der Ort aber doch ganz ansehnlich, ich drehe um und bleibe eine Weile. Die Sitzbänke am Fluß, die jetzt direkt im Wasser stehen, zeigen den hohen Wasserstand. Einer Familie macht das nichts aus und sie nehmen ihren Lunch fast im Wasser ein. Leider habe ich keinen Vergleichswert, wie es hier normal aussieht. Die Geschäfte befinden sich fast ausschließlich an der stark befahrenen Durchzugsstraße mitten im Ort. Einige merke ich mir für später. Ich habe auch mal wieder ein Schild für "Falls..." gesehen. Weiter im Osten geht man nach Norden den Hügel über dem Ort hoch und kommt nach einiger Zeit zu einem Parkplatz von dem aus ein Rundweg zu den Bracklinn Falls führt. Nach etwa 30min ist man da. Auch hier wieder ein großes Spektakel. Es sind viele Familien und Jugendliche unterwegs. Es gibt sogar eine Brücke über die Schlucht, von der man die Fälle gut sehen kann. Anscheinend ist der Wasserstand auch hier etwas besonderes, weil eine Reihe von Fotografen mit Stativen unterwegs sind und von allen möglichen Positionen aus fotografieren.
Zurück im Ort gehe ich in das "Toy Museum". Eine unglaubliche Sammlung von Spielzeug. Nicht unbedingt geschichtlich sortiert, sondern alles was die Familie so auf Flohmärkten und anderswo gefunden hat. Plastik und Metallsoldaten, Puppen, Autos und Eisenbahnen...
Nach weiteren Einkäufen bin ich am Womo zurück.

Ich habe von einem möglichen Stellplatz an der "Inchmahome Priory" gehört, der aber abgesperrt ist. In der Nähe finde ich einen weiteren, der aber etwas schräg ist. Also fahre ich weiter nach Stirling, wo es einen Waldparkplatz(Pendreich) oberhalb der Stadt gibt. Die Zufahrt wird als sehr steil beschrieben, was voll und ganz zutrifft. Ich muß in den ersten Gang zurück. Zwei VW-Busse sind schon da. Es gibt nur noch einige kurze Regenschauer.

Ein Problem zeichnet sich ab. Ich bekam in größeren Abständen zweimal den Motorfehlercode P0130 (O2 Wert -> Lambdasonde?), den ich gelöscht habe. Ich will unterwegs ungern eine Werkstatt aufsuchen, zumal jetzt Wochenende ist und sowieso nichts ginge. Bei der Leistung gab's keine Einbußen.

4164km - 216km

rkopka am 12 Sep 2019 01:28:19

So 1.9.
In der Nacht hat es immer wieder mal geregnet, jetzt sieht es aber gut aus. Die meiste Zeit des Tages blauer Himmel mit Wolken.
Ich starte meine erste Irrfahrt. Duncarron Medieval Village. Ein mittelalterliches befestigtes Dorf. Die Straßen sind sehr eng dorthin. Die Navis geraten an ihre Grenzen. Da meine Koordinaten offensichtlich das Dorf, aber nicht z.B. einen Parkplatz bezeichnen, entscheidet sich das Garmin, einfach eine gerade Linie über ein Feld zu zeichnen. Das war wohl nichts. Außerdem muß ich erst eine Weile fahren, bevor ich umdrehen kann. Nächster Versuch mit Magic Earth. Nicht viel besser. Eine Route über sehr enge Single Track Roads, die ich an einem View Point abbreche. Jetzt weiß ich auch, was "ford" bedeutet. Mein Ducato hat seine erste Furt bewältigt. Es will noch eine große Schleife ziehen. Also mal auf der Karte genauer nachschauen. Da gibt es einen Waldparkplatz in der Nähe. Den hatte ich mangels Schildern erstmal ignoriert. Tatsächlich paßt er aber. Von hier kann man zu fuß weitergehen.Anscheinend verstecken sie sich gern. Nur ein kleines Schild weist daraufhin. Am Weg dann ein weiteres, daß man hier wegen Bauarbeiten nicht weitergehen darf. Ich tue es trotzdem und komme irgendwann zum Tor. Eine Kette ist aufgesperrt. Man kann hinein. Allerdings ist hier nicht viel zu sehen, auch kein Mensch. Außer einem Plastik(?) Skelett in einem Eisenkäfig. Ich bin wieder gegangen. Bis das mal sehenswert ist, wird es noch dauern. Dabei sieht die Homepage professionell aus und gibt auch die Öffnungszeiten etc. an. Allerdings keine Details über das Hinkommen.Da ich den Parkplatz schon bezahlt habe, gehe ich einen der Wanderwege am Stausee ein Stück entlang. Hier ist viel los. Familien, Radfahrer, viele Hundebesitzer sind unterwegs. Also weiter im Programm.

Als nächstes dachte ich eigentlich die Koordinaten zu einem Museum am Antonius Wall zu haben. Auch hier sind sich die Navis recht uneinig. Auch die Straßenschilder sind nicht sehr häufig. Schließlich findet ein Navi das Ziel am Straßenrand, wo ein Fußweg auf einen Hügel führt. Leider keine Chance, irgendwo in der Nähe zu halten. Nach einigem Kreisen suche ich im Internet und stelle fest, daß diese Punkte nur Reste des Walls in der Landschaft beschreiben. Soviel dazu.

Das nächste Ziel sollte einfacher sein: die Kelpies bei Falkirk. Auf dem Weg überlege ich mir, daß ich schon lange nicht mehr beim Falkirk Wheel war und das sowieso auf dem Weg liegt. Das ist eine Schiffshebeanlage in Form eines großen Rades, das große Kästen mit Wasser und Booten auf eine höhere Ebene befördert. Ich folge dem ersten Wegweiser zu einem Parkplatz dort. Dort sind wir vor 13 Jahren gestanden. Es hat sich einiges geändert. Hier dürfen nur noch Busse und PKW (Höhenbalken) stehen. Also weiter. Die Navis wollen ja sowieso noch weiter. Erst folgt aber ein Zwischenstop bei einem Tesco am Weg. Tanken und Einkaufen. Nach weiteren Kilometern komme ich doch zum richtigen Parkplatz. Mit Schranke fürs Zahlen und dem Automaten, der einem das Ticket gibt, natürlich auf der falschen Seite. Auf einem der ersten Plätze stehen schon viele Womos, wo ich mich dazustelle. Hier könnte man auch für 15P übernachten. Der Platz liegt höher und man sieht direkt auf den oberen Wasserweg. Das hab ich beim letzten Mal überhaupt nicht bemerkt. Also gehe ich erstmal hoch und folge dem Boot, das gerade ankommt durch einen Tunnel. Dahinter dreht es um und fährt wieder zurück. Die Luft im Tunnel hinter dem Boot ist übel wegen der Auspuffgase. Ich sehe keine Belüftung. Diese Touren sind nur für das Erleben des Wheels. Oben und unten gehen aber die Schleusen weiter und werden auch von Kanalbooten genutzt. Für die industrielle Nutzung kam der Kanal damals zu spät und wurde heute nur für den Tourismus wiederbelebt. Ich mache einen Rundgang um das Gelände. Es gibt alle möglichen Freizeitvergnügungen rund ums Wasser und hauptsächlich für die Kleinen. Inzwischen folge ich dem Beispiel einiger Fotografen, die schon die ideale Stelle gefunden haben, und fotografiere die nächste Halbdrehung des Rades. Das Wetter ist ideal zum Fotografieren: meistens sonnig, blauer Himmel mit schönen Wolken.

Dann geht es doch zu den Kelpies weiter. Das sind zwei 30m hohe Pferdekopfskulpturen aus Stahl. Das sind nur Erscheinungsformen von Wassermonstern, zu denen auch das Loch Ness Monster gehört. Die Statuen stehen in einem weitläufigen Parkgelände (Helix). Der vordere Parkplatz ist gratis und reicht geradeso für das Womo. Hier könnte man für 5P übernachten. Auch hier wieder viele Familien und Teenager auf dem Sonntagsspaziergang.
Es wird schon spät und ich fahre weiter nach Edinburgh auf den Mortonhall Campingplatz. Morgen will ich nach Edinburgh hinein.

4322km - 158km

Mo 2.9.
Es ist trübe. Wenigstens gibts nur sehr selten mal ein paar Tropfen. Zu Mittag sieht man sogar kurz mal blauen Himmel. Das war bisher die kälteste Nacht.
Ich hole mir eine Tageskarte für die Busse an der Rezeption. Der Bus geht vorne an der Straße ab. Ich sitze ganz vorne, damit ich auch was sehen kann. Die Fahrkünste der Busfahrer sind toll. Wie die mit den Doppeldeckerbussen durch enge Straßen und rund um dämlich geparkte Wagen kurven, ist bemerkenwert. An der Princess Street im Zentrum der Stadt steige ich aus und folge erstmal dem Standardweg über die Brücke und hoch zur Burg. Dabei schaue ich in den Innenhof des "New College", wobei neu hier relativ ist. Ich werde die Burg diesmal aber nicht besichtigen, sondern mache nur ein paar Bilder aus dem freien Bereich. Alle Taschen werden kontrolliert, auch auf Größe. Das war früher nicht so. Den Vorplatz nimmt noch die Bühne des Tattoo ein, die aber gerade abgebaut wird.

Ich gehe dann langsam die Royalmile abwärts. Gleich am Anfang gehe ich in die Tartan Weaving Mill. Neben einem Stockwerk für Harry Potter Artikel und Schwertern und Waffen aus Serien und Videospielen, kann man auch sehen, wie dort noch gewebt wird. Leider sind wohl gerade alle in der Vormittagspause. Von diesen Harry Potter Shops gibt es übrigens eine ganze Reihe in der Stadt. Ebenso habe ich mindestens zwei Christmas Shops gesehen, wo man mit "Merry Christmas" begrüßt wird.
Auf dem Weg die Royal Mile abwärts Richtung Holyrood House schaue ich in eine ganze Reihe der "Closes", der Hinterhöfe, soweit sie zugänglich sind. Hier lebten die Armen in den frühen Hochhäusern. Weiter unten werden sie aber weniger interessant. Der Menschenauflauf erscheint mir noch stärker als früher. Besonders überall die geführten Gruppen. Im Writers' Museum gibt es eine kleine Ausstellung zu Robert Louis Stevenson. Im ältesten Haus der Stadt soll John Knox gewohnt haben.

Ich werfe einen Blick in die Canongate Kirk. Das Edinburgh Museum sehe ich, hebe es mir aber für später auf. Holyrood House Palace wieder nur von außen. Das Wetter ist gerade ganz passabel, also steige auf zum Arthur's Seat, dem Hausberg von Edinburgh. Am Anfang gibts keine Wegweiser, dann liegen ein paar im Gras. Weiter oben braucht man fast nur den breitesten Trampelpfaden zu folgen oder den ganzen anderen Spaziergängern. Schon unterhalb der Spitze ist der Wind sehr stark und die Aussicht gut. Oben beides noch mehr. Man muß beim Gehen wirklich aufpassen, da die unregelmäßigen Böen versuchen, einen umzuwerfen. Die Wege oben sind etwas seltsam, teilweise fast unregelmäßige Pflastersteine. Dann wieder normale Wege, die dann über steile gezackte Felsen weiterführen. Oben sieht man weit in alle Richtungen. Man kann sogar den Bass Rock erkennen, der immerhin 35km entfernt ist. Runter ist fast noch lästiger, weil man auf dem Schotter aufpassen muß, nicht auszurutschen.

Da er gleich um die Ecke ist, gehe ich noch zum Calton Hill. Gleich hinter Holyrood House kommt man über einen Friedhof ("Gräber mit Aussicht") auf die Regent Road, die für Dreharbeiten für den Verkehr gesperrt ist. Etwas weiter rechts geht dann die Treppe hoch. Dort findet man dann das Nelson Monument und das unfertige National Monument. Auch hier ist der Wind stark. Die Aussicht ist nicht viel schlechter als bei Arthur's Seat, nur wesentlich bequemer zu erreichen. Unten wurden zwei Kräne auf der Straße aufgebaut, die wohl auch zu den Filmarbeiten gehören.

Ich gehe über die Northbridge wieder zur Royal Mile zurück, um noch das Edinburgh Museum anzuschauen. Die Sammlung ist überschaubar, aber doch interessant. Danach geht es wieder den Hügel hoch. Ich würde gern etwas essen, aber es ist die falsche Zeit. Die interessanteren Lokale haben erst ab 17:00 etwas zu essen. Ich gehe über den Grassmarket bis zur Lothian Road. Da meine Füße müde werden und auch nicht mehr viel interessantes offen hat, beschließe ich einen Bus zum Ocean Terminal zu nehmen, wo die Britannia, die ehemalige Yacht der Queen besichtigt werden kann. Das ist ganz groß aufgezogen, allerdings schon geschlossen. Wobei mir sowieso ein Blick von außen reicht. Das ist gar nicht so leicht. Sie liegt hinter einem Einkaufszentrum in einem Becken, und sie haben sich Mühe gegeben, daß man nur über die offizielle Führung einen vernünftigen Blick hat. Ich kaufe mir etwas zu essen und zu trinken und gehe um das Zentrum herum, soweit es erlaubt ist. Durch einen Zaun kann man den Bug fotografieren. Auf der anderen Seite hat man einen Blick auf das Heck. Das muß reichen. Zum Glück fährt der Bus zum Campingplatz von hier ab. Mit den vielen Haltestellen und den engen Straßen dauert das recht lange, aber ich habe eine gute Sicht ganz vorne im Oberdeck des Busses.

Und wo kann man die besten Bilder von grasenden Hochlandrindern machen ? Genau, auf der Weide direkt neben dem Weg von der Straße zum Campingplatzeingang. Vor dem Dunkelwerden tausche ich noch mit viel Mühe eine Birne des Abblendlichts. In der Nacht geht der Wind und das Womo wird fast so sehr geschüttelt wie am Meer.

0km

rkopka am 12 Sep 2019 23:46:17

Di 3.9.
Anfangs ist es noch recht freundlich, wird aber bald schlechter, und es gibt immer wieder ein wenig Regen.
Ich bleibe noch eine Nacht am Campingplatz. Wieder mit einer Tageskarte fahre ich bis zur Princess Street. Von dort geht es zum Nationalmuseum. Auf dem Weg sehe ich noch einen Laden mit einer eigenen StarWars Abteilung, an dem ich nicht vorbeigehen kann. Manches ist interessant, vieles zu teuer. Es wird dann nur ein kleiner Plüsch R2D2.

Das Museum dagegen ist gratis. Es besteht aus einer großen dreistöckigen Haupthalle mit Objekten an den Rundgängen und einer Vielzahl an Nebenhallen und Räumen die verschiedenen Themen gewidmet sind. Von Technik über Schottlands Industrialisierung, menschliche Entwicklung und Gebräuche, Mode, Design bis zu Kunst. Hier kann man viel Zeit verbringen. In meinem Fall etwa 3,5h. Dabei habe ich einiges ausgelassen oder nur überflogen. Zu Anfang schließe ich mich einer Gruppe an. Die Führerin stellt die einzelnen Bereiche des Museum vor, das etwas unübersichtlich ist, da es aus zwei Gebäuden besteht, die dann zusammengeführt wurden. Sie erzählt auch einzelne Anekdoten und weist auf besondere Exponate hin. Das ganze dauert etwa 1h und ist sehr interessant. Solche Führungen sollte man immer wahr nehmen, wenn sie angeboten werden. Von der Dachterasse soll man einen guten Blick haben. Leider geht der Lift nicht und man muß einige Wendeltreppen benutzen. Die Aussicht ist gut, aber zum Fotografieren eher ungeeignet, da der Rand breit und bepflanzt ist.

Gleich neben dem Museum ist der Greyfriars Kirkyard, Kirche und Friedhof. Dort ist auch eine Statue eines Hundes, der 14 Jahre am Grab seines Herrchen gewacht haben soll und jetzt zu einem Wahrzeichen geworden ist.

In der Nähe hält ein Bus, der zum Botanischen Garten fährt. Der Eintritt ist gratis. Nur für die Glashäuser müßte man zahlen. Anscheinend sind sie aber gerade im Umbau. Daher kann man nur einen kleinen Teil besichtigen, den dafür umsonst. Die Kamera braucht eine Weile, bis die Linsen nicht mehr anlaufen. Ich muß auch etwas ausziehen bei der Wärme. Ich gehe dann noch eine Runde durch den Garten. Die Blumen sind teilweise etwas verblüht. Es ist halt spät im Jahr.

Ein Bus bringt mich wieder ins Zentrum. Ich gehe etwas durch die "neue" Stadt. Das "Kingdom of Sweets" ist ein großer Laden nur mit Süssigkeiten. Ich suche mir einige Gummiwaren aus einer großen Palette aus, incl. Gebiß, Spiegelei und blauen Gummibären. Bald daneben finde ich dann etwas normalere Kost. Eine Premiere für mich: Haggis im Pub. Richtig gut. Da mußte ich doch tatsächlich auch mal mein Essen fotografieren, was ich sonst eher lächerlich finde. Es sollte nicht das letzte Foto bleiben. Nachdem ich noch zwei Kirchen gleich nebeneinander an der Princess Street fotografiert habe, fällt mir ein, daß noch etwas auf meiner Liste fehlt: der "Fried Mars Bar". Ein Mars Riegel wird in Teig getaucht und frittiert. Ich wußte davon schon auf meiner ersten Reise, habe es aber vorher zweimal nicht geschafft, einen zu kosten. Ich habe drei Adressen in meinen Notizen, wo man ihn bekommen soll. Allerdings sind diese 4 Jahre alt. Zum Glück finde ich relativ bald eine der Adressen und bekomme es dort angerichtet mit Milch(?)eis. Richtig gut. Damit kann ich zum Campingplatz zurückfahren.

0km

rkopka am 14 Sep 2019 11:22:18

Mi 4.9.

Mal wieder blauer Himmel. Ich starte Richtung Osten am Meer entlang. Ich will mir noch zwei Stellplätze anschauen, aber die haben inzwischen beide Höhenbalken. Ebenso wie fast alle folgenden Parkplätze. Einer hat keine, ist aber klein und voll.

In North Berwick stelle ich mich erstmal auf den Bahnhofsparkplatz, um die Karte zu studieren. Die Benutzungsbedingungen des Platzes sind so lang und daher klein geschrieben, daß man sie vom Auto aus gar nicht entziffern kann. Außerdem bräuchte man ein längeres Studium, um festzustellen, ob es erlaubt ist. Ganz in der Nähe ist ein "Berg", immerhin 187m. Der fiel mir schon beim letzten Besuch auf. An seinem Fuß gibt es einen Wanderparkplatz.
Vorher probiere ich einen kleinen Parkplatz am Ende der Uferstraße aus. Auf dem Weg dahin sehe ich das Seevogel Zentrum und halte am Rand der Straße. Ich schaue mich um und mache einige Bilder, als der Regen einsetzt. Ich fahre weiter zu dem Parkplatz und warte den Regen ab. Dann gehe ich ein Stück die Küste entlang am Strand. Der Platz gefällt mir. Man darf hier übernachten (noch?) und die Aussicht ist gut. Das einzig störende ist ein Gebläse(?) der Wasserwerke in einem Gebäude am Hang hinter dem Platz. Allerdings ist es ein sehr gleichmäßiges Geräusch und bei entsprechend Brandung und Wind kaum noch zu hören. Da er aber so ziemlich die einzige Möglichkeit weitum ist, ist er entsprechend begehrt. Am Abend stehen auch einige Womos etwas weiter oben auf einem kleinen Parkplatz, der wieder das "no overnight parking" Schild hat.

Ich stelle auf der Karte fest, daß man "The Law", so heißt der Berg, gut von hier zu fuß erreichen kann. Da das Wetter gerade besser ist, breche ich auf. Am Golfplatz entlang führt ein schmaler Weg an einer alten Mühle entlang durch einen kleinen Wald. Den Weg gibt es wohl schon sehr lang, wie auf alten Fotografien gezeigt wird. Dann geht es wieder auf der Straße durch ein Wohngebiet. Auf dem Weg hole ich mir noch was zu trinken und einen Snack. Der Wanderparkplatz ist auch nichts mehr zum Übernachten. Der Weg ist wie üblich sehr mangelhaft beschildert. Der Aufstieg dauert nicht sehr lang, und die Aussicht von oben ist wirklich gut. Am Gipfel ist eine Nachbildung eines großen Walknochens angebracht. Auch die Reste eines alten Hauses kann man erkennen. Der Wind ist aber sehr stark. Ich mache Fotos und eine kleine Pause. Mittlerweile sieht man dunkle Wolken, die sich nähern. Als ich auch noch ein paar Tropfen spüre, breche ich rasch auf. Während des Abstiegs ist es noch sonnig. Bald darauf aber schüttet es. Ich "rette" mich in einen Aldi und kaufe einiges ein. Danach hat der Regen aufgehört, setzt aber bis zum Womo wieder leicht ein. Mein neuer Hut bewährt sich bei dem Regen.

Ich ruhe mich erstmal aus. Als dann wieder die Sonne hervorkommt, begebe ich mich auf einen Strandspaziergang. Ich gehe bis zum Ende des zweiten Strandes und dann durch den Ort wieder zurück. An einer Imbißbude hole ich mir eine Pizza. Durch die Pizza gehandicapt, wird das Fotografieren im Ort etwas schwieriger. Immerhin drei Kirchen und einige andere Details. Kurz vor der Rückkehr beginnt wieder leicht der Regen, obwohl ich in der Sonne stehe. Das bringt aber auch einen Regenbogen mit sich, bei dem ich erstmals den ganzen Bogen mit beiden Enden sehen kann. Leider kann ich das mit meiner kleinen Kamera nicht komplett aufs Bild bekommen.
Am Abend wird es noch recht windig mit gelegentlichen Regenschauern.

4368km - 46km

rkopka am 14 Sep 2019 19:04:25

Do 5.9.
Die Nacht ist kalt. Am Morgen hat es draußen 10°C und drinnen 13°C. Es beginnt etwas wolkig, zeitweise kommt auch die Sonne raus. Am Ende des Tages richtig schön.
Ich fahre die Küste entlang bis Dunbar. In der Nähe des Hafens ist ein Sportzentrum mit Parkplatz. Ich fotografiere rund um den Hafen und des Castles, das aber nicht betreten werden kann.

Dann geht's ins Landesinnere, nach Kelso. Am Fluß gibt es einen kleinen Parkplatz. Von dort gehe ich zur Ruine der Abbey. Es ist wirklich nicht mehr viel über. Die Grundfläche ist kaum zu erahnen, da sie inzwischen von Straße und Häusern genutzt wird. Ganz in der Nähe ist der große Hauptplatz. Da kaufe ich mir einen Snack. Nach einem Abstecher in eine "modernere" Kirche gehe ich am Flußufer zum Womo zurück. Hier gibt es eine Brücke, für deren Bau noch 50 Jahre später Maut erhoben wurde, bis es den Bürgern zuviel wurde und sie die Verantwortlichen in den Fluß geworfen haben.

Der letzte Punkt der Reise ist Jedburgh. Auch hier gibt es eine Ruinen Abbey, allerdings steht noch recht viel vom ursprünglichen Kirchenbau. Es ist ein beeindruckendes Gebäude. Der Audioguide erzählt vieles zur Geschichte. Weiter oben am Hang steht das Castle and Jail Museum. Hier stand früher Jedburgh Castle, das geschliffen wurde und später als Baugrund für das Gefängnis diente, das auch wie eine kleine Burg aussieht. Auch wenn die Unterbringung für uns recht spartanisch wirkt, was es doch für die damalige Zeit ein sehr modernes Gefängnis.

Ich versuche noch etwas zu schlafen, was mir aber nicht gelingt, also breche ich gleich auf. Ich will die Nacht durchfahren und Dover erreichen. Ich verspreche mir davon wenig Verkehr auf den Autobahnen und besonders durch London. Außerdem kann ich so bis zur Abfahrt der Fähre noch etwas in Dover machen. Kurz nach Jedburgh erfolgt der obligatorische Halt an der Grenze nach England. Etwas weiter will ich tanken. Ich habe im Navi einen Tesco gefunden, der nicht allzuweit von der Autobahn entfernt ist. Zum Glück finde ich aber wesentlich eher nach der Abfahrt eine günstige Tankstelle mit einem Lidl daneben. Gegen 21:00 mache ich eine Stunde Rast auf einer Tankstelle. Jetzt gibt es noch einiges an Verkehr. Ab Mitternacht dagegen ist man recht allein.
Die Parkplätze an der Autobahn haben das gleiche Problem wie bei uns, überall sind sie mit LKW vollgestellt, daß man gar nicht hineinfahren kann. Gegen 2:30 erreiche ich Dover und verschiebe meine Abfahrt am Abend von 22:00 auf 18:00. Hier gibt es leider kein eigenes DFDS Büro außerhalb des Terminals, daher muß ich direkt am Checkin Schalter hinter der Paßkontrolle umbuchen und dann wieder mühsam aus dem kontrollierten Bereich herausgeleitet werden. An der Marine Parade finde ich einen Platz für die Nacht.
5157km - 789km

Fr. 6.9.
Das schöne Wetter vom Morgen hält nicht allzulang, dann zieht es zu und bleibt den Rest des Tages bedeckt.
Ich verlasse meinen Platz, der ab 9:00 kostet und suche einen anderen auf, den ich im Netz gefunden habe. Der ist laut, weil über einer mehrspurigen Straße, und in einer komischen Gegend, aber gratis. Man steht von der kurvigen Auffahrt bis über die Brücke. Übernachten will ich hier eher nicht.

Ich gehe Richtung Ort. Durch eine Fußgängerunterführung kann man die mehrspurige Straße unterqueren. Die Altstadt lasse ich mir für später. Erstmal geht es zum Dover Castle. Nach einem steilen Aufstieg erreiche ich den Fußgängereingang. Ich wußte zwar, daß sie um 10:00 öffnen, hatte aber nicht darauf geachtet und war etwas zu früh da. Zum Glück kam der Kassier kurz darauf und hat geöffnet. Der Eintritt (20,90GBP) ist ziemlich heftig. Allerdings ist die Anlage groß und bietet so einiges.
Ich gehe zuerst an den Wehrgängen entlang und komme zu zwei Eingängen, die in das Tunnelsystem unter dem Hügel führen. Hier waren im zweiten Weltkrieg Einrichtungen der Armee untergebracht. Es gibt eine längere Führung zum Thema Dünkirchen 1940 (60min). Leider geht, während wir warten, der Feueralarm fälschlich los. Sie müssen das System, das die ganzen Multimediaeffekte steuert, neu starten, was wohl 40min dauert. Also weichen wir zum unterirdischen Spital (20min Führung) aus, was nach etwas gut zureden funktioniert. Man wird auf dem Weg eines angenommenen verwundeten Piloten durch das Labyrinth der Gänge geführt. Am Ende geht es über eine doppelte Wendeltreppe wieder an die Oberfläche. Ich gehe weiter zu einem Beobachtungsstand des ersten und zweiten Weltkriegs, der früher eine Kanonenbastion war, und immer wieder angepaßt wurde. Damit genug für die Neuzeit.

Auf dem Weg zum Castle sehe ich die St.Mary in Castro Kirche. Direkt daneben steht ein Leuchtturm noch aus römischer Zeit. Hier ist auch der höchste Punkt abseits der Bauten. Weiter geht es durch den breiten Aufgang zum inneren Turm. Dieser war schon bei seinem Bau eine etwas veraltete Verteidigungstechnik, die aber Macht zeigen sollte.Es gibt zwei Wendeltreppen in den Ecken und eine breite Treppe, die die Gäste beeindrucken sollte. Die Einrichtungen der Räume sind möglichst genau nachgebildet worden, wie sie zu Zeiten der Blüte aussahen. Geht man hoch genug, was bei den verwinkelten Gängen gar nicht so einfach ist, kommt man auf das Dach. Hier standen auch einmal Kanonen, was man noch am Boden erkennt. Sie wurden aber nie im Krieg abgefeuert. Der Wind geht sehr stark, aber die Aussicht ist toll. Damit beende ich meine Besichtigungen, die immerhin 3,5h gedauert haben.

Ich suche einen Weg zu den Klippen von Dover, was gar nicht so einfach ist. Mit OSMand folge ich erst der Straße, was sehr unangenehm zu gehen ist und dann einem Wegweiser, der aber erstmal weiter nach unten führt. Nach einiger Zeit komme ich auf den richtigen Weg aufwärts. Beim Besucherzentrum biege ich abwärts ab auf eine untere Ebene der Wege. Leider geht es hier nicht weiter. Es gab einen Vorfall(?), und die Polizei hat das Gebiet abgesperrt. Ich nehme einen höheren Weg und kann noch einige Bilder der Klippen machen, bevor ich wieder hinunter gehe. Ich folge erst der Strandpromenade und gehe dann in die Altstadt. Hauptsächlich eine Fußgängerzone mit Unmengen an Barbieren und Friseuren. Ich hole mir etwas bei einem Fish&Chips Stand und gehe zum Womo zurück.

Nach einer halben Stunde ist es auch so weit und ich fahre zum Checkin. Diesmal gibt es praktisch keine Überprüfungen. Entweder ist es den Engländern in der Richtung egal, oder das kommt erst in Frankreich. Nein, es kam gar nichts in Frankreich. Einfach rausfahren. Die Umstellung auf Rechtsverkehr ist einfach.In Dunkerque fahre ich nach etwas Suchen zu einer Tankstelle. Hier ist der Sprit fast teurer als in GB ! Also tanke ich nur soviel, daß es knapp bis zum nächsten Ziel reicht. Ich fahre durch Frankreich und Belgien. Zuerst bei gutem Wetter, dann fängt es an zu nieseln. Gegen Mitternacht werde ich müde und übernachte bei einer Tankstelle.

Sa 7.9.
Gegen 7:00 breche ich auf. In Luxembourg soll man günstig tanken können, und das stimmt auch. Dann folgen Deutschland, wo ich ein Kaufland aufsuche, um meine Vorräte aufzustocken. Wieder in Frankreich wird es mühsam. Es geht längere Zeit über die Dörfer bei 80km/h und mit vielen Ortsdurchfahrten.
Gegen 10:30 bin ich dann beim Interex Modellflugtreffen in Vittersbourg(F). Ich mache viele Bilder und fliege meinen Motordrachen ein Mal. Leider gibt es immer wieder auch heftigere Regenepisoden. Am Abend warte ich noch den Nachtflug ab. Auch der Heißluftballon wird nach dem Tag auch in der Nacht in die Luft gebracht.

Gegen 22:00 breche ich auf, um noch einige km zu machen, weil es sonst am nächsten Tag zuviel ist. Das Wetter wird schlechter, der Regen stärker. Ich habe noch die Mautvermeidung eingestellt, deshalb führt mich das Navi wieder über die Dörfer, wo selbst die Landstraßen gefühlt kaum mehr als 500m geradeaus gehen und jedes Dorf seine 30km/h Zone mit Schwellen hat. Irgendwann stelle ich das Navi um und bin dann bald mal auf der Autobahn. Hier ist das Fahren auch nicht angenehm, aber wenigstens schneller. Hinter Stuttgart fahre ich gegen 1:20 auf einen Parkplatz und lege mich schlafen.

So 8.9.
Ich wache um 6:30 auf und bin eine halbe Stunde später unterwegs. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Auch rund um München gibt es viel Verkehr aber keine Staus. Dann wird auch der Regen weniger. Ich tanke knapp nach München etwas Sprit, weil ich sonst nicht sicher bis Österreich komme. In Salzburg tanke ich dann gleich nach der Grenze beim Hofer. Nach einer Rast im Bereich Attersee fahre ich den Rest durch und bin gegen 15:30 in Graz.

6604km

nuvamic am 14 Sep 2019 20:28:42

Willkommen zuhause - und DANKE für den ausführlichen Bericht.... hab wieder mal neue Ziele notiert ;)

rkopka am 15 Sep 2019 10:19:18

Für alle, die später eingestiegen sind, hier noch mal der Link auf die Cinemascope Version :-) --> Link

Bild

Grundsätzlich bin ich mit der Routenwahl ganz glücklich. Vor Elgin hätte man noch mehr Stops machen können (E->D). Und das Wetter vor und nach Skye hat hier alle Pläne durcheinandergewirbelt. Die gezeigte Route ist nicht in allen Details korrekt, da GoogleMaps mit den vorgegebenen Punkten nicht immer genauso navigiert, wie ich.

RK

gnarz18 am 15 Sep 2019 10:44:35

Hallo Reinhard,
vielen Dank, dass du uns mit auf deine Reise genommen hast. Mit GB- Reiseberichten und speziell Schottland Reiseberichten kann man uns ja immer begeistern. Das dir das Wetter ab und zu einen Strich durch die Rechnung gemacht hat ist natürlich schade, aber man ist halt in Schottland.
Vielen Dank nochmal für deine Mühen und das Reisetagebuch mit den schönen Fotos.

Grüße
Michael

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Reisebericht - London und die Grafschaft Kent Juli 2019
London mit dem Wohnmobil Einfahrt in die LEZ
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt