Hallo Duffkess,
um den Schlafplatz leiser zu gestalten würde ich so vorgehen:
Die beste Lösung ist, den Schall an seiner Quelle zu reduzieren. Du solltest also einfach umzusetzende Massnahmen überlegen. Beispiele sind: klirrendes Porzellangeschirr durch Bambusgeschirr ersetzen, am
Fernseher den Ton reduzieren, die Abstrahlrichtung seines Lautsprechers ändern oder den Ton an einem mobilen Lautsprecher ausgeben. Ich habe einen batteriebetriebenen Bluetooth-Lautsprecher mit Audioeingang am Kopfhörerausgang des Fernsehers angeschlossen.
Im zweiten Schritt solltest Du Reflexionen des Schalls reduzieren. Die vielen glatten Flächen im
Wohnmobil reflektieren den Schall und leiten ihn so in jeden Winkel des Wohnmobils. Es gibt im Autoradiozubehör hervorragende, aber leider auch teure Dämmmaterialien dafür. Wo sie wirkungsvoll im Wohnmobil punktuell platziert werden kann leider nur durch Versuche herausgefunden werden. Die Decke und glatte Wände zum Schlafplatz hin sind aber Stellen, an denen es ausprobiert werden sollte. Eine vollflächige Beklebung dieser Flächen scheidet aus, weil teuer und häßlich. Ich habe statt teurer Dämmmaterialien schallabsorbierenden Schaumstoff im Internet gekauft. Der kommt wahlweise mit einer rückseitigen Klebefläche. Zum Ausprobieren habe ich kleine Schnipsel von doppelseitigem Klebeband auf die Rückseite geklebt und konnte den Schaumstoff so mal hier und dorthin kleben. Ich habe drei Stücke à 50x50cm verklebt. Rund um Geräuschquellen, wie die Wasserpumpe, habe ich ihn auch verbaut. Erwarte aber keine Wunder.
Wenn wirklich eine deutliche Reduzierung des Schalls erzielt werden soll, bleibt nur die Vernichtung der Schallenergie, was im Wohnmobil nur eingeschränkt möglich ist. Ein Vorhang bringt an der Stelle nichts, da er zu leicht ist um Schall zu schlucken. Ich kenne die räumliche Situation und Deine handwerklichen Fähigkeiten nicht, aber vielleicht ist eine Tür aus zwei Flügeln eine Lösung für Dich. Zwei Flügel, damit beim Öffnen nicht so viel Platz benötigt wird. Beide Flügel überlappen sich um etwa 4 cm in der Mitte, damit dort ein Spalt vermieden wird. Als Türscharnier solltest Du Stangenscharnier nehmen. Das ist klein und verteilt Kräfte über viele kleine Schrauben statt z.B. über zwei Topfscharniere. Das Stangenscharnier sollte, damit eines Tages nach dem Entfernen nicht viele Schraubenlöcher verbleiben, an einer Holzleiste (2x2cm) befestigt werden. Die Holzleiste wiederum kann mit doppelseitigem Klebeband und bei Bedarf mit je einer kräftigen Schraube unten und oben am Wohnmobil befestigt werden. Wichtig: Das Scharnier und seine Befestigung müssen die Kräfte sicher aufnehmen und ins Wohnmobil ableiten können.
Für die Flügel sollte leichtes, dünnes Holz reichen. Ich denke, dass Pappelsperrholz mit 8-10mm Stärke oder ein höherwertiges Sperrholz in geringerer Stärke genügt. Zum Innenraum wird es vollflächig mit hochwertigem Dämmmaterial beklebt. Nur so kann es Wirkung entfalten, da die Türflügel sonst den Schall einfach transportieren würden. Auf eine Türklinke usw. wird verzichtet. Falls die Flügel von alleine aufgehen, irgendwo einen Magneten anbringen.
Die Flügel müssen während der Fahrt gesichert werden. Das fängt bei unerwünschtem Klappern an und hört beim Verhalten bei einer Vollbremsung auf. Hier können Hakenverschlüsse eine Lösung sein, die die (geöffneten) Flügel fixieren.
Viel Erfolg beim Tüfteln.