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Reisebericht Nord Irland


gnarz18 am 14 Sep 2019 10:24:40


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Dieses Jahr steht noch einmal Irland auf dem Plan, speziell Nordirland wollen wir uns diesmal genauer anschauen. Mit unserer Tochter haben wir die Vereinbarung getroffen, dass wer das Buch liest, auch den Film schauen darf. Wobei man auch andersherum Überraschungen erleben kann. Und da Paula alle GOT-Bücher gelesen hat, durfte sie dann natürlich auch die Serie zusammen mit uns anschauen. Somit war das Reiseziel Nordirland als Hauptdrehort für Game of Thrones natürlich gesetzt. Wie meistens bei uns geht es mehr oder weniger pünktlich am Freitag mittags in Aachen los in Richtung Calais. Wie schon bei der letzten Irland Tour starten wir bei unangenehmen 35 Grad. Die Fahrt dauert nicht wirklich lang und wenn man erstmal Brüssel und Gent hinter sich hat, wird es auch vom Verkehr her deutlich ruhiger. Unsere Fähre geht diesmal erst am Samstag früh und so stellen wir uns in Calais auf den SP. Leider liegt dieser nicht mehr so “schön” direkt am Meer wie der alte SP, aber immerhin noch nah genug am Zentrum um dieses in ein paar Minuten fussläufig zu
erreichen.

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Leuchtturm Calais

Die Luft ist nicht nur wegen der Meeresbrise angenehm - es sind auch nur noch 22 Grad! Irgendwie können wir uns nicht entscheiden, ob wir Calais schön finden oder nicht.
Zum einen gibt es dort eine tolle Seebrücke, den Hafen mit seinen großen Fähren, einen schönen Leuchtturm und natürlich den großen Strand. Zum anderen hässliche Betonbauten und ein Zentrum ohne jeden Reiz.

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Da im Moment Kirmes ist, schlendern wir etwas über den überschaubaren Rummel und gehen anschließend in einem der zahlreichen Restaurants etwas essen. Danach gehen wir natürlich noch zur Seebrücke, bei Sonnenuntergang wirkt das ganze dann schon ein wenig kitschig - aber so ist es nun mal.

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Die Zollkontrollen am nächsten Morgen dauern schon nervig lange, ein Vorgeschmack auf den drohenden nahen Brexit. Die Briten haben an einem geschäftigen Samstagmorgen nur zwei Häuschen auf und nachdem wir die endlich passieren dürften, werden wir dann auch nochmal richtig kontrolliert mit Rumstochern in den Betten, öffnen aller Schränke und Blick in den Wassertank und in die Garage. Man sollte also wirklich besser nicht auf den letzten Drücker beim Check-In ankommen! Die Überfahrt ist ruhig und ziemlich ereignislos. In Dover gibt es dann einen gewaltigen LKW Stau. Die LKWs stauen sich mehrere Kilometer auf der A2, wenn man da drin steht und zur Fähre muss... Für uns geht es von Dover dann ohne Stau über London, Cambridge, Birmingham bis nach Chester. Von Chester fahren wir über Convy bis Holyhead, von dort geht dann morgen unsere Fähre nach Dublin. In Convy ist leider die Hauptverbindungsstraße A55 wegen eines Unfalls gesperrt. Wir kreisen durch Convy und Umgebung und finden keinen Weg um die Sperrung herum. Das hat uns nach der langen Fahrerei noch gefehlt. Netterweise werden wir dann von einem walisischen Kleintransporter ins Schlepptau genommen und über einen kleinen Gebirgspass und diverse Schleichwege um die Sperrung herumgeführt. Unser Navi kennt diesen Weg nicht und da der nette Waliser einen eher sportlichen Fahrstil an den Tag legt, muss ich mich ranhalten ihn nicht zu verlieren. Unser Navigator scheint die Situation ähnlich einzuschätzen und wartet artig, wenn ich nicht hinterherkomme oder wegen dem Gegenverkehr auf der einspurigen Straße warten muss. Auf Anglesey wird es verkehrsmäßig dann deutlich ruhiger
und um kurz vor sieben finden wir einen recht restriktiv geführten CP in der Nähe von Holyhead. Zum Glück gibt es direkt neben dem CP einen kleinen Pub, der uns mit Essen und Getränken versorgt. So sparen wir uns nach einem langen Tag on the road das Kochen. Der nächste Tag beginnt früh und nach ein paar Minuten sind wir auch schon in Holyhead am Fährterminal. Das Verladen geht bei der Stena Line recht zügig und auch die Überfahrt gestaltet sich dank kostenlosem Wifi recht kurzweilig.

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wir verlassen Holyhead

Ansonsten ist die Fährüberfahrt recht öde, man hängt in irgendeiner Cafeteria ab, geht mal durch den Shop oder schaut einfach aufs Meer raus. Immerhin gibt es ein paar schöne Leuchttürme zu sehen.

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Je näher wir Dublin kommen, desto besser wird das Wetter und bei der Ankunft scheint dann sogar die Sonne. Der Anleger in Dublin liegt mitten im Hafengelände und es ist etwas mühselig den richtigen Weg zu finden, da viele Straße gesperrt sind und das Navi etwas irritiert ist.

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Dublin Hafen

Wir fahren direkt zum vorgebuchten CP in Dublin und nehmen sofort den ersten Bus in die Stadt. Der CP liegt im Südwesten der Stadt, ist gut besucht und liegt nahe an einer Hauptstraße, was nicht gerade leise ist. Aber so ist das halt bei Stadt-CPs. Nach einer guten dreiviertel Stunde sind wir im Stadtzentrum und schlendern durch das Kneipenviertel Templebar.

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Obwohl es noch relativ früh ist, kommt aus fast jedem der zahlreichen Pubs Live-Musik und die Zuhörer sind schon kräftig am Bier trinken. Es sind ziemlich viele Touristen unterwegs und die Souvenirläden haben gut zu tun.

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Stadthäuser in Dublin

Nachdem wir ausgiebig durch Templebar gelaufen sind, wechseln wir die Flussseite über die Half Penny Bridge. Den Namen hat sie von den Bürgern bekommen, da früher die Benutzer für die Überquerung einen halben Penny zahlen mussten. Wir besuchen das Spire of Dublin, ein 120 Meter hohes Monument aus Edelstahl. Sieht aus wie ein Zahnstocher.

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Spire of Dublin

Den Rest des Tages stöbern wir durch die Geschäfte und wechseln zum Essen wieder nach Templebar. Abends steppt in dem Viertel der Bär und wir haben Mühe einen Platz zu finden. Paula favorisiert ein Burger-Restaurant und so verschieben wir den Besuch des alternativen Fisch-Restaurants auf den morgigen Tag und gehen Burger essen. Der ist dann aber auch wirklich lecker! Da es erneut ein recht langer Tag war, fahren wir nach dem Essen sofort zurück zu CP.
Den nächsten Tag starten wir auch wieder früh und so sind wir um kurz vor neun schon mit einem Pulk anderer CP-Bewohnern an der Bushaltestelle. Da wir heute zuerst der Guinness Brauerei einen Besuch abstatten wollen, fahren wir nicht bis in die Innenstadt.

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Das Areal der Brauerei ist riesig und der Andrang auf das Besucherzentrum gewaltig.

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Guinness Brauerei

Dies spiegelt sich dann auch am Eintrittspreis von 25€/Person wieder. Ich mag diese Visitor Center irgendwie nicht. Wurde man früher noch in Gruppen durch die Anlagen geführt, wird dann irgendwann ein pompöses Visitor Center gebaut, in dem das Produkt oder was auch immer mit einem medialen Quatsch und einem Haufen Personal erklärt bzw. beworben wird. Es ist nicht mehr das Produkt um das es geht, sondern das Visitor Center selber ist die Attraktion.

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So gibt es hier riesige Videoinstallationen, einen voll illuminierten Wasserfall und natürlich einen gewaltigen Shop. Ich finde das ganze ein wenig übertrieben, aber wenn man schon mal hier ist... . Am Ende des Rundgangs, der sich über mehrerer Etagen erstreckt, gelangt man in der 7ten Etage in die vollklimatisierte Sky Bar und kann sich morgens um 10Uhr ein im Eintrittspreis enthaltenes Pint Guinness in den Kopf kippen.

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Blick auf Dublin aus der Sky Bar

Die Aussicht von der Sky Bar ist schon schön, leider darf man (noch) nicht nach draussen. Da das Wetter schön ist, laufen wir von der Brauerei bis zur Innenstadt und gehen im Dubliner Hard Rock Cafe etwas trinken. Mit einer 14-jährigen Tochter werden diese Art der Besuche immer wichtiger. Frisch gestärkt und mit leichterem Geldbeutel geht es weiter zum Trin College (den Namen des College kennt wohl jeder...die Forensoftware hat den Namen leider als unerwünschten Inhalt erkannt :D ), der berühmten Universität Dublins.

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Trin College (den Namen des College kennt wohl jeder...die Forensoftware hat den Namen leider als unerwünschten Inhalt erkannt :D )

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St. Stephan’s Green Shopping Center

Wir schlendern etwas über den Campus, eine nähere Besichtigung, besonders der Bibliothek sparen wir uns.
Bevor wir zum Essen wieder ins Kneipenviertel wechseln, besuchen wir “The Old Bank Bar”.
Dieser Pub in der ehemaligen Haupthalle einer Bank im viktorianischen Stil ist absolut sehenswert.

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“The Old Bank Bar”

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Nach dem Essen schlendern wir noch ein wenig durch die Bars, in denen Livemusik gespielt wird. Also Musik begeistert sind die Iren ja, wobei nicht alle wirklich singen sollten…;-). Gegen 22Uhr sind wir dann wieder zurück auf dem CP. Zwei Tage in so einer quirligen Stadt wie Dublin reichen dann auch.
Wir verlassen am nächsten Morgen Dublin zeitig über die Autobahn in Richtung Norden. Nachdem wir den Großraum von Dublin verlassen haben, wechseln wir von der Autobahn auf die Landstraße und fahren an der Küste entlang Richtung Nordirland. Die Landschaft ist nicht besonders attraktiv, Felder und Weiden und alles ziemlich flach. So wechseln wir wieder zurück auf die Autobahn, nur um sie kurz danach für einen Abstecher nach Monasterboice wieder zu verlassen. Wir besichtigen den alten Friedhof mit typischen irischen Kreuzen und Rundturm.

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Monasterboice

Danach geht es weiter zur Fähre nach Greenore. Die kleine Fähre bringt uns über den Carlingford nach Nordirland. Während wir auf die Fähre warten, buchen wir schnell noch online die Überfahrt, das spart uns ein paar Euro. Die Überfahrt dauert nicht wirklich lange und es wird gebirgiger. Wir wählen eine Strecke durch die Mourne Mountains. Dieser Gebirgszug beherbergt auch den Slieve Donard, seines Zeichen höchster Berg Nordirlands. Die Straßen sind eng und die Landschaft erinnert ein wenig an Schottland. Auf der Passstraße am Spelga Damm vorbei quert man die bekannte Mourne Wall. Diese 35km lange Trockensteinmauer wurde von 1904-1922 errichtet, um das Vieh von den als Trinkwasserreservoir für Belfast dienenden Stauseen fernzuhalten. Was muss das für eine Schinderei gewesen sein, diese großen Steinquader in diesem Gelände auf zu schichten!

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Mourne Wall

In Newcastle, einem kleinen Ort am Fuße des Slieve Donard, machen wir Halt und suchen uns etwas außerhalb einen CP. Der CP liegt im Tollymore Forest Park und kostet 15 Pfund. Wir richten uns schnell ein, holen dann sofort die Räder vom Auto und fahren ins nahe Newcastle.

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Newcastle mit Slieve Donard

Wie schon erwähnt steht Game of Thrones bei Paula im Moment hoch im Kurs und einer der Drehorte liegt hier in der Nähe. 2016 gab es in Nordirland einen mächtigen Sturm und ein paar Bäume der Dark Hedges, ebenfalls Drehort von GOT, sind leider umgekippt.

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GOT Tür

Aus dem Holz dieser Bäume wurden 10 Türen mit GOT-Motiven gefertigt, die im ganzen Land an lokale Pubs nahe der Drehorte verteilt wurden. Und einer dieser Pubs befindet sich mit dem “Percy French” hier in Newcastle. Man bekommt einen Pass und dieser wird im jeweiligen Pub abgestempelt - die schlauen Leute der Touri-Behörde wissen halt wie man richtige GOT-Fans ködert. Wir also ab nach Newcastle, rein in den Pub ( da gibt es natürlich Schlimmeres :-) ) und pronto die erste Tür abgehakt. Natürlich haben wir in dem Pub etwas gegessen und getrunken, auch wenn genau das wohl das Ziel der ganzen Stempel-Aktion ist. Ansonsten hat Newcastle nicht viel zu bieten, ein paar Geschäfte, ein paar Kneipen und einen großen Strand. Mit dem Fahrrad sind wir recht schnell wieder am CP. Die Zufahrt erfolgt über eine Allee mit absolut sehenswerten Bäumen, selten so toll gewachsene Bäume gesehen.

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Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen den Slieve Donard erklimmen, aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Da wir erst am Anfang unseres Urlaubs sind, verschieben wir unsere Expedition auf den höchsten Berg Nordirlands auf später. So heißt unser erstes Ziel für den Tag Dundrum Castle.

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Das alte Gemäuer liegt etwas oberhalb vom Meer und und bietet eine schöne Aussicht, ansonsten aber nicht besonders spannend. Anschließend geht es zur Inch Abbey, die malerisch am Quoile River liegt. Doch schon auf dem Parkplatz befürchten wir das Schlimmste. Neben einem Reisebus mit großen GOT- Aufklebern steht noch ein VW-Bus, der sofort erahnen läßt, was die Besitzer antreibt.

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Die Abbey diente auch als Drehort und eine Menge erwachsener Menschen, viele von ihnen in GOT-Kostümen (uns wäre das viel zu warm) hüpfen in der Abbey herum.
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Nachdem die Truppe ihre Spielchen mit Schwert und Schild beendet haben, hält der Reiseleiter ein Tablet in die Höhe und zeigt die passende Szene zum Drehort. Ein nicht zu überhörendes Raunen geht durch die anwesende Menge - das Ganze ist schon sehr lustig anzuschauen. Die Abbey ist sehenswert, auch wenn sie keinen Vergleich mit den schottischen Abteien der Borders standhalten würde.

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Inch Abbey

Nach ein paar Minuten Fahrt erreicht man den nächsten Drehort am Quoile River. Ein Schild erklärt den Drehort und die passende Filmszene. An diesem Steg wurde die Leiche von Ich-Weiß-den-Namen-echt-nicht-mehr auf ein Boot gelegt und angezündet. Wir sind alleine hier und genießen den netten Ausblick.

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Auf den nächsten Drehort sind wir dann aber alle gespannt. Es handelt sich um Winterfell, die Burg der Starks. Das muss doch einfach spannend sein...hoffen wir zumindest.
Bei Winterfell handelt es sich um ein Nebengebäude des Castle Ward, welches vom National Trust betreut wird. Castle Ward ist eigentlich mehr ein großes Herrenhaus mit einigen Ländereien nett am Wasser gelegen.

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Winterfell

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Winterfell ist tatsächlich eine einzige Enttäuschung und auf keinen Fall den recht hohen Eintrittspreis wert. Nur mit Mühe kann man sich Winterfell vorstellen. Zudem glaube ich, dass man auch über den nahen Wanderweg legal nach Winterfell kommt, aber das wird natürlich vom National Trust so nicht kommuniziert. In dem Gebiet um Winterfell wurden diverse Szenen gedreht und so ist es denn auch nicht verwunderlich, dass sich im Nahen Ort die nächste GOT-Tür befindet.

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aus der Ferne sieht es ja ganz nett aus...

Nachdem wir fast drei Stunden in dem Gebiet rumgeirrt sind, fahren wir dann endlich zu dem Pub nach Strangford, um uns den Stempel für die Tür abzuholen. Um den nächsten Stempel zu bekommen und um ein wenig weiter nach Norden zu kommen, muss man nur mit einer kleinen Fähre von Strangford über den gleichnamigen Meeresarm fahren. In Portaferry wartet dann im Fiddler’s Green die nächste Tür auf uns.

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Silverbay Caravan Park

Da es auf den Abend zugeht buchen wir uns für die Nacht auf dem Silverbay Caravan Park ein. Außer uns steht nur noch ein irisches Womo auf dem Platz und der Womo-Besitzer oszilliert Kontakt suchend über die Wiese. Nach einer guten viertel Stunde hat er uns dann erreicht...er ist Engländer, wohnt in der Nähe von Belfast und war bei der Küstenwache stationiert. Er empfiehlt uns für den weiteren Irland Aufenthalt die App “Motorhome Parking Ireland”, die ich mir natürlich sofort über das kostenlosen CP-WLAN runterlade. Die App ist schon ziemlich gut und wir haben sie reichlich genutzt. Neben den CPs werden einige hundert freie SP mit Bewertungen aufgelistet. Zudem werden Pubs angezeigt, die Wohnmobilfahrer aufnehmen und, was besonders gut ist, es werden V+E -Einheiten angezeigt. Wir wußten gar nicht, dass es diese in Irland gibt. Die App bietet zudem ein direktes Interface zu den wichtigsten Navi-Apps wie z.B. Sygic, GM, OSMand usw.. Ein wirklich guter Tipp von dem freundlichen Rentner. Nach dem Duschen gehen wir dann kurz in den Pub, der zu dem angrenzendem Golfplatz gehört. Eigentlich wollte Paula mit uns Kniffel spielen, aber die Tische kleben dermaßen, dass die Würfel immer in dubiosen Stellungen liegen bleiben.

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Bei schönsten Sonnenschein geht es am nächsten Tag Richtung Belfast. In größeren Städten gehen wir am liebsten auf CPs, da dort der Anschluss an die ÖVM meistens gut ist. Leider gibt es nicht so viele CPs in Belfast und so quartieren wir uns auf dem kleinen und recht lauten CP in Loughshore ein. Wir schließen das Auto an den Strom an und nehmen sofort den ersten Bus ins Zentrum.

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“PREPARED FOR PEACE...READY FOR WAR” Aha, daher pfeift also der Wind

Wir haben Glück und steigen direkt neben der Touri-Info aus dem Bus.

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Wir holen uns Stadtpläne und erfahren, dass wir viel zu viel für die Bustageskarte gezahlt haben, genau das was man hören will… für morgen sind wir aber besser informiert. Unser erstes Ziel: Titanic-Museum Belfast.

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Ist ja klar, Paula hat die Schnulze “Titanic” mit Leonardo DiCaprio gesehen und damit führt kein Weg am Museumsbesuch vorbei. Die hyper-modernen, toll klimatisierten Hybridbusse bringen uns dann auch flott zum Museum. Interessanter Bau! Wir kaufen unsere Tickets und bekommen einen Timeslot zugewiesen. Wir laufen etwas über das riesige Gelände, welches sich direkt neben der berühmten H&W Werft befindet.

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Ein paar Tage später hören wir im Radio, dass die Werft nun endgültig dicht macht. Somit werden die markanten gelben Kräne als eines der Wahrzeichen Belfasts wohl bald auch verschwinden. Direkt neben der Werft entdeckt Paula die offizielle GOT-Wanderausstellung von HBO. Mit dem Ticket aus dem Titanic Museum gibt es einen kleinen Rabatt und somit ist der erste Programmpunkt für den nächsten Tag auch schon gesetzt.

Die Titanic-Ausstellung ist schon interessant gemacht, wirklich Neues erfährt man allerdings nicht. Auf dem Platz hinter dem Museum ist die Titanic in ihren Originalmaßen auf dem Boden zu sehen. Zur damaligen Zeit sicher ein imponierendes Schiff. Nach einer guten Stunde sind wir durch und fahren mit den modernen Glidern zurück in die Stadt. Wie Dublin ist auch Belfast gut besucht und auch hier gibt es jede Menge Kneipen und Restaurants. Wir schlendern durch die Einkaufsstraßen und finden unser Abendessen schließlich im “Blinkers” in der Bridge Street. Urtypisch, überhaupt nicht schick aber sehr kultig und gutes Preis-Leistungsverhältnis. Danach geht’s mit dem Bus zurück zum CP..
Da der CP nur für eine Nacht Platz für uns hatte (vorbuchen wäre sinnvoll gewesen…) stellen wir unser Auto am nächsten Morgen auf den kostenlosen und videoüberwachten P&R Parkplatz direkt vor dem CP. Unser erstes Ziel ist die GOT-Ausstellung.

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Das große Zelt, welches die Ausstellung beherbergt liegt, direkt neben den Filmstudio und man sieht den gewaltigen Green-Screen und die gewaltigen Kulissen von Königsmund und Winterfell. In der Ausstellung gibt es Kostüme und diverse andere Requisiten von GOT zu sehen. Schon beeindruckend mit wieviel Liebe zum Detail die Kostüme gefertigt worden sind. Im natürlich nicht fehlendem Shop kann man dann vom mehrere hundert Euro teuren Schmuck bis zu Bleistiften für ein paar Pfund alles kaufen was das GOT-Fan-Herz erfreut. Der Glider bringt uns zurück in die Stadt und weiter zur Peace Line, die bekannte innerstädtische Grenze, die die Wohngebiete der Unionisten von denen der katholischen Nationalisten trennt.

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Peace Line

Wie in Berlin gibt es hier eine sehr aktive Graffiti Kunstszene und die gesamte Mauer ist mit z.T. auch aktuellen Motiven besprüht. Hauptthema ist natürlich der Konflikt zwischen Unionisten und Nationalisten.

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BoJo

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Die Wohngebiete der Unionisten sehen schon ziemlich übel und trostlos aus, viele Häuser stehen leer oder haben seit Jahren keinen Tropfen Farbe mehr gesehen.
Überall sieht man Kreuze oder Gedenktafeln, an den Stellen an denen jemand durch den Terror ums Leben kam.

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Wir laufen ein gutes Stück an der Peace-Line entlang und gelangen in ein Viertel der Unionisten. Hier hängt an jedem Haus die englische Flagge bzw. der Union Jack, überall Parolen, dass man nicht nachgeben wird usw. usw. Irgendwie klar, dass dies die andere Seite provoziert, die es natürlich genauso macht.

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Zurück in der Innenstadt laufen wir noch etwas durch die Geschäfte. Außerdem gibt es hier in Belfast natürlich auch noch eine GOT-Tür, leider hat der Pub am heutigen Abend eine private Veranstaltung und nur mit ein wenig Betteln von Paula lässt uns die Security hinein. Am späten Nachmittag fahren wir wieder zurück zum Auto.

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auch eine Art Fenster zu putzen

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Paula hat Glück und bekommt den Stempel

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das berühmte "THE CROWN"

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es gibt viel Graffiti in den Strassen von Belfast

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Jetzt haben wir erst mal genug vom städtischen Trubel.
Immer an der Küste entlang geht es weiter bis nach Ballygarry, wo wir eine weitere Tür abhaken können. Der Verwendungszweck der Türen ist ganz unterschiedlich, mal ist es eine Eingangstür mal die Tür zu den Toiletten.
Die A2 Richtung Norden ist eine absolut tolle Küstenstraße mit grandiosen Aussichten auf die Küste. Man kommt durch kleine Orte und es gibt genügend Parkplätze, um auch mal anzuhalten. Unsere neue App schlägt einen Stellplatz in Glenarm vor, den wir dann auch anfahren. Der Platz bietet keine V/E und liegt direkt an einem kleinen Fluss nahe der Marina. Wir finden noch einen Platz in der ersten Reihe und gehen etwas ins spazieren.

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SP in Glenarm

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Am nächsten Morgen geht es zeitig weiter, wir verlassen den gut besuchten Platz und halten sofort ein paar Kilometer später in dem kleinen Ort Carnlough an.
In dem kleinen Ort ist irgendein Festival und es schwierig einen Parkplatz zu finden. Aber etwas außerhalb werden wir fündig und laufen die paar Meter zurück ins Dorf. Das Dorf hat einen sehr schönen kleinen Hafen, der bei auch bei GOT als Hafen von Pike zu sehen ist.

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Carnlough

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Hauptattraktion des Hafens ist aber eine Steintreppe auf der die jüngste Stark-Tochter nach einer Verfolgungsjagd aus dem Wasser gekrochen kommt. Ein Schild informiert über die Filmszene und die meisten Besuchen legen sich auf die Treppe, um die Szene nachzuspielen und ein dementsprechendes Foto zu bekommen. Zum Glück findet unsere Tochter sowas peinlich und sie bleibt bei den Fotos der Treppe fern.

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Die Küste ist absolut sehenswert, aber leider ist das Wetter nicht gerade berauschend. Die Wolken hängen ziemlich tief über dem Wasser und es geht keinerlei Wind. Die See ist ruhig, sodass die Standup Paddler ideale Bedingungen haben.

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gnarz18 am 14 Sep 2019 10:25:12


Antrim, das County in dem wir uns gerade befinden, ist neben seiner sehenswerten Küste auch für seine 9 Glens bekannt. Da auch unser Reiseführer die Schönheit der Glens in den höchsten Tönen lobt, fahren wir ins Tal des Pfluges, dem Glenariff. Die Strasse ist gut zu fahren und führt immer am Hang entlang durch das Tal. Leider ist das Wetter nicht so prickelnd, die Wolken hängen wie erwähnt ziemlich tief und so bleibt das erhoffte Aha-Erlebnis ein wenig aus. Wieder zurück auf der Küstenstraße fahren wir gemütlich bis nach Ballycastle. Von hier aus wollen wir am nächsten Tag die Fähre nach Rathlin Island nehmen. Unsere App schlägt den Parkplatz des Fährterminals als Übernachtungsplatz vor, aber eine dort stehende englische Womo-Besatzung meint, es wäre nachts furchtbar laut gewesen und der Platz wäre nicht zu empfehlen. Wir buchen also noch schnell kurz vor Schalterschluss die Fähre für den nächsten Tag und fahren zum nahe gelegen CP. Der CP liegt ruhig direkt am Wasser und nachdem wir uns eingerichtet haben, schnallen wir die Räder los und fahren die paar Kilometer nach Ballycastle.

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CP in Ballycastle

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Bonamargy Friary

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Der Ort ist ein typischer Touri-Ort, mit einem großen Strand, ein paar Pubs und jeder Menge anderer “Fressbuden”.
Am nächsten Morgen geht es dann nach Rathlin Island. Die kleine Insel misst ca. 7km von West nach Ost und liegt nur 25km von Schottland entfernt. Die Überfahrt dauert ca. 45 Minuten. Man hat einen tollen Blick auf die Steilküste von Antrim.

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Es herrscht ziemlicher Nebel und man kann nur den Sockel der Insel erkennen. Unser erstes Ziel auf Rathlin ist das 7km entfernte West Lighthouse. Die einspurige Straße ist nicht besonders Radfahrer-freundlich, z.T. ist sie mächtig steil und nicht unbedingt gut in Schuss. Außerdem nerven die zwei Busse, die die Touris vom Fähranleger zum Leuchtturm bringen. Die beiden Fahrer sehen die Straße mehr als ihren Privatbesitz als eine öffentliche Straße an.

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Nach einer guten Stunde, wir haben oft angehalten, erreichen wir das Lighthouse. Das Leuchtfeuer liegt spektakulär an der Steilküste und man hat einen phantastischen Blick auf und in die Klippen.

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Es gibt Papageientaucher, Basstölpel und Dreizehenmöwe zu beobachten. Natürlich kann man hier auch Wale und Delphine sehen, behauptet zumindest die Infotafel - wir sehen wie immer keine. Nach einer guten Stunde fahren wir wieder zurück und biegen kurz vor dem Ort nach links ab zum East Lighthouse. Auch dieser Leuchtturm steht auf einer Klippe, aber nicht so spektakulär wie das West Lighthouse. Das Wetter wird schlechter, es fängt an zu tröpfeln und wir beeilen uns in den kleinen Hauptort zu kommen.

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East Lighthouse

Wir kaufen ein paar Postkarten und verbringen die Zeit bis zu unserer Rückfahrt im örtlichen Pub. Zurück geht es mit der Express-Fähre.

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South Lighthouse

Wir sehen sogar Delphine und nach gut 20 Minuten sind wir zurück in Ballycastle. Auf großartig Fahren haben wir alle keine Lust mehr und so stellen wir uns für die Nacht auf den Parkplatz am Kinbane Castle.

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Da der Parkplatz absolut ruhig liegt und über öffentliche Toiletten verfügt, gesellen sich am Abend noch ein T5 California aus Spanien und ein BMW i3 für die Nacht dazu. Zu Zweit in einem i3 zu schlafen ist schon ein ziemliches Geraffel, aber das muss ja jeder für sich selbst entscheiden.

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Wir laufen abends noch zum Kinbane Castle. Sehr, sehr schön - das alte Gemäuer liegt auf einer kleinen Landzunge eingerahmt von einer Steilküste.
Die Nacht war ruhig. Aber mit einer lautlosen Invasion haben Nacktschnecken unser Auto erobert, gut 30 Tieren schleimen über unseren Aufbau. Auch im Bad finden wir ein kleineres Exemplar. Nachdem wir die Schnecken so gut es geht entfernt haben, fahren wir zu den Dark Hedges. Auch hier gibt es eine Tür von GOT. Seit unserem letzten Irland Besuch vor 6 Jahren hat sich hier viel getan - leider.
Es gibt weniger Bäume, die Straße ist für den normalen Verkehr gesperrt, ein Bezahlparkplatz wurde eingerichtet (mit 2 Pfund aber durchaus günstig) und es ist die Hölle los. Nicht wirklich schön das Ganze! Wir laufen die Allee einmal hoch und wieder runter, gehen ins nahe gelegene Hotel um unseren Türstempel abzuholen und verschwinden schnell wieder. Ich glaube, wenn man die Straße für sich haben will, muss man sehr früh morgens oder abends spät dort aufschlagen, sonst hat man keine Chance die tollen Bäume mal ohne Menschen zu sehen.

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Nach dieser herben Enttäuschung fahren wir über Bushmills nach Portrush. Dort soll es einen SP mit V/E-Einheit geben, die wir dringend benötigen. Der SP in Portrush liegt ziemlich unattraktiv neben einem großen PKW-Parkplatz, ist aber relativ gut besucht und bietet wie von unserer App versprochen eine V/E-Einheit. Vom Stadtzentrum ist er nur ein paar Minuten entfernt. Wir entsorgen, tanken Frischwasser (geht mit einheitlichen Tokens, die man z.B. in Portrush an einer Tankstelle erwerben kann; am besten kleinen Vorrat anlegen, da die Verkaufsstelle leider nicht so einfach zu finden sind), ziehen uns ein Parkticket und laufen die paar Meter ins Städtchen. Portrush ist ein Touristenmagnet mit Amusements, Strand, ein paar Geschäften und einer großen Golfanlage.
Viel zu sehen gibt es nicht und so verlassen wir Portrush auch schnell wieder und schauen uns den Dunseverick Harbour und das dazugehörige Castle an.

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Dunseverick Castle

Anschließend geht es noch zum Ballintoy Harbour. Auch dieser Hafen diente als Filmkulisse.

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Die Besichtigung des Dunluce Castle ist eine ziemliche Enttäuschung, da die dazugehörigen Höhlen gesperrt sind.

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Dunluce Castle

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Komischerweise werden unsere Ausweise von Historic Scotland diesmal hier nicht akzeptiert, das haben wir von unserem Aufenthalt vor 6 Jahren noch anders in Erinnerung…Es fängt wieder an zu regnen und da wir noch keinen Platz für die Nacht haben, überlegen wir uns in Bushmills auf den Parkplatz zu den anderen Womos zu stellen.

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Bushmills

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Der P&R Parkplatz ist zwar kostenlos aber er ist uns irgendwie zu unattraktiv und so fahren wir nach dem Abendessen zum Parkplatz vom Giant’s Causeway.
Dort stehen schon einige Womos für die Nacht und es gibt kein Schild, welches das Nächtigen dort verbietet. Abends laufen wir den knappen Kilometer zum Causeway hinunter in der Hoffnung auf einen Sonnenuntergang, aber leider fängt es nur wieder an zu tröpfeln.

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Die Nacht auf dem Parkplatz ist ruhig, einzig das voll illuminierte Visitor Center stört ein wenig.
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Am nächsten Morgen gehe ich vor dem Frühstück noch mal zu den Steinen in der Hoffnung auf einen schönen Sonnenaufgang, aber auch daraus wird leider nichts.

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Der recht hohe Eintrittspreis am Giant’s Causeway ist übrigens lediglich für das Visitor Center vom National Trust. Der Zutritt zum Causeway selbst ist kostenlos, da hier das Right-of-Way gilt. Auch die Parkplätze sind kostenlos, man darf sich nur nicht von den Parkplatzeinweisern des National Trust irritieren lassen. Wir warten bis das architektonisch sehr schön gemachte Visitor-Center seine Türen öffnet, da Paula noch in den Shop möchte...nun muss ich doch mal das Wort Abzocke in den Mund nehmen. Wir dürften nur in den Shop, wenn wir Eintrittstickets kaufen (immerhin kostet ein Ticket 12.50 Pfund). Der Eintritt bzw. Zugang zum Giants’ Causeway ist wie gesagt kostenlos, wir sollen also wirklich 40€ ausgeben nur damit wir in den Shop dürfen, (wo wir dann natürlich noch mal Geld ausgeben sollen), Zugang zum Cafe bekommen und uns eine kleine Ausstellung anschauen dürfen ( ein guter Reiseführer bietet mehr Information ). Einem spanischen Familienvater, der neben uns am Schalter steht, wird auf die Frage ‘ob dies der Zugang zum Giant’s Causway sei?’ gesagt ‘Ja, da hinten durch die Tür würde es zu den Steinen gehen’ Mit keinem Wort wird kommuniziert, dass es draussen auf dem Parkplatz einen kostenlosen Zugang gibt, an dem natürlich auch kein Schild steht. Es ist eigentlich sogar erlaubt, mit dem Auto zu den Steinen zu fahren (wird abends auch von vielen Einheimischen gemacht, die dort dann ihren Hund ausführen). Auch eine Bekannte, die wir später in diesem Urlaub noch treffen werden, hat “Eintritt” gezahlt. Sie ist überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass der Zugang kostenlos sein könnte und gesagt hat man ihr dies natürlich nicht. Ich finde das ist Abzocke!
Wir gehen natürlich nicht in den Shop, soweit kommt es noch, dass wir bezahlen um Geld auszugeben.

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der freie Zugang zu den Steinen, kein Schild, keine Info einfach Nichts

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tolles Gebäude

Wir fahren nach Limavady, wo die nächste GOT-Tür auf uns wartet. Es ist noch früh als wir an dem kleinen Pub aufschlagen und natürlich hat er geschlossen. Die Laune unserer Tochter fällt in den Keller! Ich versuche mit einem Foto des Pubs die Karre aus dem Dreck zu ziehen und so adäquaten Ersatz für den Stempel zu bekommen, aber Paula bleibt stur.

Ein Mann, der an einer Laterne gelehnt neben dem Pub steht, schaut mir interessiert zu und ich denke mir: ”Für was für einen Depp muss mich der Kerl halten, dass ich einen geschlossenen stinknormalen Pub fotografiere”. Er kommt auf mich zu und fragt was ich mache? Ich antworte: Tochter..GOT.. Tür...Pub geschlossen.

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Er sagt: Ja, der Pub hat noch geschlossen, aber er hätte einen Schlüssel! Ich winke meine Frau und meine schmollende Tochter heran und wir folgen dem netten Menschen in den Pub. Uns wird die Tür gezeigt, wir bekommen den Stempel und werden zusätzlich auch noch auf ein Kaltgetränk eingeladen. Und dann fängt der nette Mensch an zu erzählen: Er ist über dem Pub geboren, er ist seit Ewigkeiten in Familienbesitz usw.. Er entschuldigt sich für den Brexit, den er furchtbar findet und erzählt von seiner Jugend in Derry, die nach seinen Worten wirklich “very dangerous” war, sowas möchte er nicht nochmal erleben….Nach einer guten dreiviertel Stunde bedanken wir uns artig und verlassen den Pub Richtung (London)Derry.

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In (London)Derry haben wir ein Parkplatzproblem, der anvisierte und im Reiseführer hoch gepriesene für Womos geeignete Parkplatz ist gesperrt und wir finden nur einen Parkplatz in einer kleineren Straße. Wir entdecken kein Pay&Display, also fragen wir in der nahen Apotheke nach. Die gute Frau erklärt uns, dass man in dieser Straße ohne Parkschein oder -scheibe stehen kann, aber nur für eine Stunde. Und das sollte man auch ernst nehmen, da viele Wardens herumlaufen würden und Kennzeichen und Zeit notieren. Finden sie einen nach Ablauf einer Stunde immer noch vor, wird ein Ticket um die 45Pfund fällig.
Wir eilen also in die Stadt und nach dem kurzen Besuch der Peace Bridge treffen wir auf zwei von diesen Verkehrswardens.

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Peace Bridge

Wir fragen nach, wo man sich denn in Derry mit seinem Womo hinstellen könnte und ernten ratlose Gesichter. Das sei ganz, ganz schwierig bzw. im Augenblick fast unmöglich, meint die nette Politesse, wo wir denn stehen würden? Wissen wir nicht, wir merken uns immer nur den Weg und nie die Straße. Es beginnt eine Diskussion, Uschi erzählt von der Apotheke, ich von einem nahen Taxistand. Der männliche Part des Duos telefoniert schon mit einem Kollegen, ob dieser über ein deutsches Womo gestolpert sei, hat aber auch keinen Erfolg. Dann fällt mir ein, dass ich ein Foto von einem Blumenladen in der Straße gemacht habe und zeige es den beiden. Nun ist unser Standort geklärt und die außerordentlich nette Dame meint, dass wäre die William Street und somit ihr Revier. Wir könnten dort so lange stehen bleiben wie wir wollten, zur Sicherheit ruft sie auch noch eine Kollegin an, um sie über unser Agreement zu informieren. Sehr, sehr nett das Ganze! Und wir hatten wirklich kein Ticket am Auto! Wir besichtigen nun in aller Ruhe die Stadtmauer, Shoppen ein wenig und schauen uns natürlich die bemalten Häuser der Rossville Street an, die von dem Konflikt der Unionisten und Nationalisten erzählen.

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dieses Motiv wird später noch wichtig für uns

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(London)Derry gehörte wohl mit Belfast zu den Städten, die am meisten unter den Konflikten gelitten haben.

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Bedrückend sind all die Kreuze und Denkmäler für die Opfer des Terrors. Leider ist das Wetter ziemlich launig, es fängt immer wieder stark an zu regnen und zwingt uns zu diversen Stopps unter den Vordächern. Wir verlassen die Stadt Richtung Norden, überqueren die Grenzen zur Republik Irland und finden in Crossconnel im Bill McVeigh Bayside Caravan Park Quartier für die Nacht.

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Bill McVeigh Bayside Caravan Park

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Bei den kleineren CPs kommt man ja meistens mit den Besitzern ins Gespräch, wo kommt man her, was hat man schon gesehen, was hat man erlebt usw. usw. So auch hier. Bill, der Besitzer fragt was wir heute so gemacht haben und wo wir herkommen. Und wir antworten artig, dass wir in Derry waren und uns die Stadt angeschaut haben (zum Glück sagen wir tatsächlich richtig Derry und nicht Londonderry, da muss man schon drauf achten mit wem man gerade spricht…). Ob wir auch die Wandgemälde gesehen haben? will Bill wissen. Wir bejahen die Frage und nun legt Bill los. Das Bild mit dem Jungen, der den Stein in der Hand hält und vor einem britischen Panzer steht, dieser Junge wäre er. Nun erklärt Bill uns die Geschichte aus seiner Sicht, er bittet uns in sein Wohnzimmer und fängt an zu erzählen, wie das damals so war in der Bogside, dass er zweimal angeschossen wurde, von seiner Inhaftierung usw.. Paula bekommt ein handsignierten Abzug vom Orginalfoto der Szene geschenkt und weiss nicht so recht, wie sie mit der für sie eher unheimlichen Situation umgehen soll. “Ob er den Stein denn auch geworfen hätte?” möchte Paula wissen. “Of course, that was my job” meint Bill. Zu seiner besten Zeit war Bill bestimmt ein Mann, dem man als Engländer nicht nachts begegnen wollte. Er verspricht später mit einem Buch bei uns im Womo vorbeizuschauen…
Wir gehen erstmal zu dem riesigen Strand hinter dem CP, Paula findet Wasser ja immer toll.
Später kommt Bill mit dem versprochenen Bildband über den ”Battle of the Bogside” im Jahr 1969 vorbei. Er zeigt uns die Fotos auf denen er zu sehen ist und zeigt uns seine Freunde und Bekannten, von denen einige nicht überlebt haben. Manche Sachen rückt er auch ins rechte Licht, z.B. das bekannte Bild von dem Jungen mit der Gasmaske und dem Molotov Cocktail in der Hand; bei der Aufnahme war der Junge gerade mal 13 Jahre alt. Schon interessant, die Geschichte auch mal aus Sicht eines Zeitzeugen zu hören. Laut Bill soll heute das richtige Wetter für einen schönen Sonnenuntergang sein und so fahren wir später noch zum nahen Mamore Gap. Bill hat recht und wir haben einen grandiosen Blick auf den nahen Fanad Head und die Kulisse ist absolut spektakulär. Das Angebot von Bill mit ihm und seinem Kumpel, ebenfalls aus der Bogside im Pub einen Trinken zu gehen, müssen wir leider dem schönen Sonnenuntergang geschuldet ablehnen. Wen das Thema interessiert, sollte auf jeden Fall bei Bill McVeigh Halt machen und sich seine Version der Geschehnisse anhören.

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Sonnenuntergang über dem Fanad Head

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Den nächsten Tag starten wir erneut mit dem Marmore Gap, einem ziemlich steilen kleinen Pass. Auf der Passhöhe gibt es einen Madonnenschrein geschmückt mit ein paar Heilligenbildern.

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Wir halten nur kurz und fahren weiter nach Binnion, wo wir unsere Vorräte bei einer deutschen Supermarktkette auffrischen. Am frühen Nachmittag erreichen wir dann den Fanad Head.

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Für mich von der Lage her einer der schönsten und fotogensten Leuchttürme. Darum tobe ich mich dann auch mal mit den Fotos aus. Ist schon interessant den Leuchtturm im wechselndem Licht zu sehen.

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Auch hier hat sich einiges in den letzten sechs Jahren verändert. Es gibt ein Cafe mit Besucherzentrum und Parkplatz. Der Leuchtturm und das Leuchtturmgelände kann, gegen Eintritt natürlich, besichtigt werden. Zudem kann man die zu Ferienwohnungen umgebauten alten Leuchtturmgebäude mieten. Wir ergattern noch einen kostenlosen Parkplatz direkt am Leuchtturm und richten uns dort ein. Wir laufen etwas um den Leuchtturm herum und gehen im nahen Cafe etwas trinken. Leider ist auch hier das Meer sehr ruhig, wir hätten gerne mal etwas mehr Brandung.
Abends gesellen sich noch zwei andere Womos zu uns, um den spektakulären Sonnenuntergang zu beobachten.
Am nächsten Morgen werden wir kurz vor Sonnenaufgang unsanft von ein paar bescheuerten Fotografie-wütigen Italienern geweckt, die auf dem Parkplatz wild herum diskutieren und die Türen gefühlt 20 mal auf- und zumachen. Da ich nun schon mal wach bin, quäl ich mich dann auch aus dem Bett und gehe fotografieren.

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Nach dem Frühstück geht es immer an der Küste entlang bis nach Dunfanaghy, wo wir uns ein zweites Frühstück genehmigen. Der Reiseführer behauptet, dass die Runde über “The Ross” bzw. Horn Head sehr schön sei und so fahren wir auch diese kleine Runde. Seit (London)Derry fahren wir sehr häufig über den “Wild Atlantic Way”, einer Küstenstraßenroute die 2014 offiziell eröffnet wurde und vom County Cork bis ins County Donegal führt. Mit 2500km Länge gilt sie als eine der längsten zusammenhängenden Küstenstrasse der Welt. Und man muss sagen, die Routenführung ist sehr gut durchdacht und es werden auch kleinste und abgeschiedene Straßen benutzt. So schreibt man auf der offiziellen “Wild Atlantic Way”-Homepage über den Gap of Mamore:

“Am Gap of Mamore schlängelt sich die Straße steil auf eine 240 Meter hohe Passhöhe und gibt dabei einen Panoramablick über die gesamte nördliche Küste frei. Dann beginnt das Abenteuer! Mit bis zu 30% Gefälle kommt die Weiterfahrt einer alpinen Ski-Abfahrt gleich”.

Wir folgen dem WAW bis nach Dungloe, einem kleinen Städtchen mit einem ebenso kleinen aber gut gepflegtem “Stadt-”CP.
Am nächsten Tag fahren zuerst zur Maghery Halbinsel, eigentlich liegt diese Tour abseits vom WAW wird aber als Abstecher empfohlen. Die Straße ist recht wild und eigentlich steht auch irgendwo ein Schild, dass man mit größeren Autos besser die Strecke nicht benutzen sollte.

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Aber zum Aufreger werden wir nur für zwei Touri-Autos, die uns entgegen kommen. Die Einheimischen winken und grüßen freundlich.

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Die Strecke ist auf jeden Fall sehr schön, auch wenn die Straße teilweise nur ein Schotterweg ist. Wieder zurück in Dungloe fahren wir Richtung Osten und überqueren bei Clady wieder die Grenze nach Nordirland.

Am Lower Lough Erne besichtigen wir den Drumskinny Stone Circle, der nicht besonders spannend ist und den Caldragh Cemetry, der mit zwei 70cm hohen vorchristlichen Steinfiguren aufwarten kann.

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Leider fängt es auf dem Friedhof dann auch wieder an, stark zu regnen und wir beeilen uns nach Enniskillen zu kommen, dort wartet die letzte GOT- Tür auf uns.

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Der Pub mit der Tür ist das “Blakes of Hollow”, wirklich sehenswert und ein schöner Abschluß für die Sammlung. Enniskillen ist ein etwas größeres, ziemlich quirliges Städtchen mit einem Castle und ziemlich verstopften Strassen. Den von der Touri-Info empfohlenen SP gegenüber dem Castle nehmen wir dann aber lieber nicht. Er liegt direkt an der Straße und die Reifenspuren auf dem Boden zeigen, dass nachts hier nicht nur geschlafen wird. Wir fahren ein paar Kilometer weiter zur Riverside Farm Marina, aber auch dieser SP ist irgendwie öde, er liegt weit vom Wasser weg und kein Haus weit und breit. Fündig werden wir dann bei der MTL Marina. Dort gibt es einen Pub namens “The Moorings” und wir können uns kostenlos auf den Parkplatz stellen. Natürlich gehen wir abends in den Pub zum Abendessen. Er ist gut besucht und das Essen ist lecker. Wir werden vom Regen geweckt und fahren nach dem Frühstück zu den Pollnagollum Caves.

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Auch hier wurden Szenen für GOT gedreht und die Höhlen wirken mit dem Wasserfall ziemlich mystisch. Das Wetter soll angeblich morgen besser werden und da der höchste Berg Nordirlands noch auf dem Plan steht, fahren wir quer durch Nordirland bis nach Newcastle und quartieren uns dort auf einem der zahlreichen Caravanparks ein.

Am nächsten Tag regnet es wie aus Kübeln und da meine beiden Damen nur Schönwetterwanderer sind - wenn überhaupt - , haben sie verständlicherweise keine Lust auf den Slieve Donard. Ich (und eigentlich auch Paula) haben das Problem, dass uns Silke, Paulas ehemalige Grundschullehrerin, im Nacken sitzt. Sie ist bzw. wird bald in GB sein um alle drei höchsten Berge zu besteigen ( wie wir vor ein paar Jahren ) und sie will auch nach Nordirland...Also mach ich mich alleine auf den Weg und bin nach knapp 200 Metern schon nass bis auf die Unterhose.
Der Weg verläuft zuerst durch einen malerischen Wald immer parallel zu einem wilden Bach.

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Nach dem Wald öffnet sich ein breites Tal und es geht leicht ansteigend bis zum Talende.

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Ab hier wird es dann steiler und man erreicht einen Sattel der von der Mourne Wall begrenzt wird. Der Blick nach rechts zeigt

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die gleiche Aussicht wie der Blick nach links, echt frustrierend.

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Nun wird es nochmal richtig steil und es geht immer an der Mauer entlang zum Gipfel. Es ist bitter kalt und man kann nur ein paar Meter weit sehen.

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Es regnet und eine dichte Wolke umhüllt den Gipfel. Man latscht an dieser Mauer vorbei, die scheinbar keinen Anfang und kein Ende hat und einfach im Nebel verschwindet. Irgendwann steht man dann plötzlich auf dem Gipfel.

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mal wieder eine tolle Aussicht

Zum Glück gibt es dort einen kleinen Unterschlupf, sodass ich schnell etwas trinken und essen kann. Ich beeile mich wieder runter zu kommen. Auf dem Sattel mach ich noch ein paar Fotos und eine gute Stunde später bin ich wieder absolut durchnässt beim Auto.


gnarz18 am 14 Sep 2019 10:25:41


Laut Wetter-Info soll es im Westen von Irland richtig schön sein, nur doof, dass wir uns im Osten befinden. Aber da wir keine Lust mehr auf Regen haben, fahren wir wieder quer über die Insel bis nach Sligo. Und tatsächlich ist das Wetter hier schön und es scheint sogar die Sonne. Wir bekommen noch einen Platz auf dem Greenlands Caravan and Camping Park am Rosses Point und gehen nach dem Duschen ins nahe Dorf zum Essen.

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Abends werden wir dann noch mit einem spektakulären Sonnenuntergang belohnt. Wir schlafen diesmal mal etwas länger und begeben uns um kurz vor zehn wieder auf den Wild Atlantic Way. Der Weg ist durch ein blaues Schild mit einer Welle und der Himmelsrichtung (N/S) gekennzeichnet und somit ohne Probleme zu finden. Wir machen einen kurzen Abstecher zur Rosserk Friary, die malerisch an einem kleinen Meeresarm liegt und fahren weiter zum Downpatrick Head.

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Hier ist dann auch mal endlich ein wenig mehr Bewegung im Wasser und man hat einen schönen Blick auf die angrenzenden Klippen. Es ist richtig schön warm und wir gönnen uns unterwegs ein Eis. Am späten Nachmittag erreichen wir den Blacksod Point mit dem gleichnamigen Lighthouse auf der Belmullet Halbinsel. Hier soll man laut Stellplatz-App gut für die Nacht stehen, aber uns gefällt es nicht. Die Aussicht ist zwar sehr schön, aber direkt am Leuchtturm ist auch gleichzeitig der Hafen und dort ist es uns zu betriebsam.

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Wir fahren um den ganzen Meeresarm herum und landen schließlich am malerischen und einsam gelegenen Doohoma Head. Wir sind das einzige Womo und stehen direkt am Strand. Ab und zu kommen ein paar Einheimische, gehen Schwimmen oder führen ihren Hund Gassi. Auch hier wird ein schöner Sonnenuntergang geboten.

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Am nächsten Morgen sind wir früh unterwegs und fahren immer an der Küste entlang Richtung Westport, unterwegs halten wir ein paar mal an schauen uns eine alte Abbey oder eine Kirche an.

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In Westport ist die Hölle los, aber warum auch immer haben wir wieder Glück und finden einen Parkplatz direkt an der Hauptstraße. Wir nutzen die Gelegenheit und laufen durch das betriebsame Städtchen. Nach gut einer Stunde machen wir uns wieder auf den Weg und fahren unterhalb des heiligen Berges der Iren, dem Croagh Patrick, bis nach Louisburgh. Hier geht eine kleine Straße ab ins Lost Valley und zum Silver Strand. Der Reisebeschreibung sagt über diesen Strand:

“Sie wollten schon immer mal einen Strand am Ende der Welt besuchen? Hier werden Sie ihn finden. Der Wild Atlantic Way führt auf dem Weg zum Silver Strand durch ein abgeschiedene Gegend und endet direkt am Parkplatz beim Strand. Dieser Traumstrand ist umgeben von einer weitläufigen Dünenlandschaft mit kleinen Tälern und Hügeln.”

Den müssen wir uns natürlich anschauen und fahren die 16km bis zum Strand. Leider regnet es und die Wolken hängen ziemlich tief, somit verliert der Strand einiges an Attraktivität.

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Aber einen guten Stellplatz würde der Strandparkplatz schon abgeben. Die Gegend ist recht einsam, genauso wie man sich Irland vorstellt. Nach einem kurzen Strandbesuch tingeln wir die Sackgasse wieder zurück bis zur Hauptstrasse und fahren am malerisch gelegenen Doo Lough entlang im Regen Richtung Clifden.

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Kurz vor Clifden biegen wir nach links zum Campingplatz ab und buchen uns dort für 25€ die Nacht ein. Da wir unsere Vorräte ein wenig aufstocken müssen, fahren wir allerdings nochmal los ins nahe Clifden, dort gibt es einen Lidl und Aldi und somit alles was man braucht. Das trubelige Örtchen kann auch mit einigen netten Geschäften aufwarten, ein Spaziergang bei eher tristem Wetter ist also eine gute Alternative. Nach dem Einkaufen suchen wir uns ein netten Pub und gehen Essen.
Silke ( Paula’s ehemalige Lehrerin ) schreibt eine SMS, dass sie die drei Berge ( Ben Nevis, Snowdon und Scafell Pike ) nun in der Tasche hätte und morgen nach Nordirland übersetzen würde. Sie ist uns also auf den Fersen! Um unseren Vorsprung auszubauen, festigt sich unser Vorhaben den höchsten Berg Irlands, den Carrauntoohil, zu bezwingen. Und da dieser sich im Süden der grünen Insel befindet, müssen wir jetzt langsam mal Gas geben, wir haben ja nicht unendlich Zeit.
Ich habe immer noch die Twelve Pins/Bens auf dem Plan stehen, beim letzten Mal konnte ich die Wanderung wegen schlechtem Wetter nicht machen. Aber vielleicht klappt es ja in diesem Urlaub und so fahren wir am nächsten Tag nur die paar Kilometer bis nach Roundstone. Leider ist das Wetter nicht so berauschend und so lümmeln wir uns den ganzen restlichen Tag im Womo herum.
Am nächsten Tag ist frühes Aufstehen angesagt und das Wetter sieht für die Wanderung recht vielversprechend aus. Aber als wir am Startpunkt ankommen, sind alle Berge schon wieder in Wolken gehüllt und es fängt an zu regnen.

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Auf schon wieder so eine Wasserschlacht wie am Slieve Donard habe ich keine Lust, außerdem soll die Navigation bei der Tour nicht ganz einfach sein.

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Da auch weit und breit kein anderer Wanderlustiger in Sicht ist, blase ich das Unterfangen auch diesmal ab und wir kriechen hinter einem Holländer mit Wohnwagen in einer endlosen Schlange bis nach Galway. Nicht nur ich frage mich, warum der Ars.. nicht mal links ranfährt und einen vorbei lässt. Aber manche Zeitgenossen haben ja in dieser Hinsicht echt die Ruhe weg.
In Galway steigen wir nur kurz mal aus, die Stadt ist überlaufen und es herrscht ein ziemliches Gedränge. Wir essen in einem der vielen Cafes ein Sandwich und fahren dann weiter durch den Burren. Eindeutig eine der interessantesten Gegenden Irlands - leider auch ziemlich gut besucht. Diese karge Steinwüste ist jedesmal wieder ein Erlebnis. Leider kann man auf der engen Straße nicht besonders gut halten, weil es einfach keine Haltebuchten gibt. Zum anderen nerven natürlich die ganzen Reisebusse, die über die schmale Straße donnern.

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wir treffen merkwürdige Tiere

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Dunguaire Castle

Das Wetter hat sich inzwischen einigermaßen gemacht und die Sonne kommt sogar ab und zu heraus. Für die Nacht stellen wir uns zusammen mit noch ein paar anderen Wohnmobilen bei den Bridges of Ross auf den Parkplatz. Wer Steilküste und Brandung mag, der ist hier genau richtig! Paula geht Krebse fangen und ich gehe fotografieren. Gegen Abend wird es dann deutlich windiger und wir stellen uns nochmal um, damit wir mit der Nase im Wind stehen. Man schläft einfach ruhiger, wenn das Womo nicht dauernd schaukelt als wäre man auf einem Schiff.

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Die Nacht war ruhig, die Stille wurde nur ab und zu durch starken Regen unterbrochen der auf unser Dach prasselte. Der Tag startet mit einem kurzen Abstecher zum Loop Head Lighthouse, auch hier stehen noch zwei Womos, die hier die Nacht verbracht haben.

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Wir laufen ein wenig um das Lighthouse herum und fahren dann immer an der Küste entlang an den Kilkee Cliffs vorbei bis nach Killarney.

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Hier machen wir dann Pause, gehen was essen und schauen in das ein oder andere Geschäft. Hier sind auf jeden Fall mehr Deutsche als im Norden von Irland unterwegs. Am einfachsten sind sie immer an ihren Jack Wolfskin Jacken und das sie immer ein wenig hektisch durch die Gegend rennen zu erkennen.
Killarney ist recht nett, viele bunte Häuser, jede Menge Pubs und auch ein paar interessante Geschäfte sind auf der Hauptstraße zu finden. Von Killarney ist es nicht weit zum Cronin’s Yard, einer Farm, von der es losgeht zum Carrauntohil. Mit 1039 Metern ist er der höchste Berg der Insel. Vor 25 Jahren waren Uschi und ich schon einmal hier, da war hier noch nichts. Nun gibt es einen kleinen CP mit Cafe und einen ziemlich großen Parkplatz, der die Masse an Besuchern aufnehmen kann. Der Parkplatz ist sehr gut gefüllt und wir finden noch ein einigermaßen geraden Plätzchen in der hinteren Ecke. Für zehn Euro dürfen wir uns für die Nacht auf den Platz stellen, entsorgen sollen wir über das Männer-WC (geht schon, aber hat natürlich Verbesserungspotential). Je später der Abend desto leerer wird der Parkplatz und um sieben Uhr sind wir alleine. Das Wetter für den morgigen Tag kann sich anscheinend nicht so richtig entscheiden. In der MET-Wetter-App schwankt das Wetter immer zwischen sonnig und regnerisch, wir warten es einfach ab.

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sehr schön wie die Bäume eine alte Trockenmauer besetzen

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Soooo schlecht sieht das Wetter am Morgen nicht aus und wie es aussieht, siegt bei meinen Schönwetterwanderinnen der Ehrgeiz beziehungsweise die Lust am Wettstreit. Ich verstehe meine Mädels ehrlich gesagt nicht immer, aber mir ist’s recht denn der Familienrat beschließt, den Carrauntoohil heute zu bezwingen.
Wie immer bei uns geht es früh los, wir sind zwar nicht die Ersten aber man ist noch relativ alleine unterwegs. Der Weg führt über einen breiten, leicht ansteigenden Fahrweg tief in ein Tal hinein.

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Das Wetter ist so lala und der Gipfel natürlich noch in Wolken. Außer ein paar Wanderern sieht man nur vereinzelt Schafe und eine kleine Herde Esel. Am Ende des Fahrweges kommt man an zwei Seen vorbei. Die Berge auf der linken und rechten Seite werden steiler und bieten eine tolle Kulissen.

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Überall kommt Wasser herunter, was vor den dunklen Wolken toll aussieht. Am Ende des Tales erreicht man die “Devil’s Ladder” - eine Scharte, die ihren Namen zu Recht trägt.

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Paula ist schon voraus gespurtet und da es anfängt zu regnen, wird sie ordentlich nass - ist ja klar, ihre Regenjacke und den Proviant dürfen natürlich ihre Eltern schleppen. Gute 300 Meter geht es diese steile Scharte hoch. Das Problem ist nur, dass sich der gesamte Weg bei Regen in einen Bach verwandelt. Es ist steil, nass und auch anstrengend hier hoch zu kommen.

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Nach gut einer Stunde erreicht man den Sattel, von hier geht es rechts weiter hoch zum Gipfel des Carrauntoohil. Es herrscht ein mächtiger Wind und gepaart mit Regen - ein bisschen Hagel ist auch noch dabei - ist das schon recht schmerzhaft auf der Haut. Vom Gipfel und unserer Tochter ist auch wegen Nebel nichts zu sehen und wir nehmen die letzten 400 Höhenmeter in Angriff. Wie beim Slieve Donard sieht man kein Ende und wir folgen dem Weg immer weiter in die Wolken hinein. Irgendwann sind wir dann doch oben und finden Paula, ziemlich nass und frierend in einer Steinkuhle.

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Gipfelglück

Während sie auf uns warten musste, hat sie Freundschaft mit einer netten Irin geschlossen. Die fand es recht lustig, dass eine 14-jährige ihre “alten” Eltern am Berg abhängt und hat unser Kind mit einem Fleecepullover und diversen Müsliriegeln beschenkt. Unbekannterweise auf diesem Wege: Danke dafür! Der Gipfel hat sogar ein richtiges Gipfelkreuz und ab und zu reissen die Wolken auf und wir erhaschen einen Blick auf die tief unter uns liegenden Seen und die uns umgebende Berglandschaft.

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Wir bleiben nicht lange auf dem Gipfel, es ist einfach zu kalt und beeilen uns wieder hinunter auf den Sattel zu kommen. Vor 25 Jahren waren wir hier vollkommen alleine, nur auf dem Rückweg haben wir damals am Sattel den Bergsteiger-begeisterten Politiker Heiner Geissler getroffen, der mit seinen wenig begeistert dreinschauenden Bodyguards den Berg hochschob. Nun ist hier richtig Betrieb. Neben vielen anderen Wanderern kommen uns zwei geführte Wandergruppen mit je gut 20 Menschen entgegen. Das macht die Devil’s Ladder nicht einfacher. Man muss dauernd warten und höllisch aufpassen, keine Steine loszutreten.

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Am Berg herrscht ein Hunde-Verbot, offiziell wegen dem Vieh. Wir sind uns aber sicher, dass in der Scharte Hunde nicht wirklich eine gute Idee sind und man aus schlechter Erfahrung heraus dieses “Verbot” ausspricht. Aber auch für Kinder ist dieser Weg nicht zu empfehlen. Vom Einstieg in den Sattel runter brauchen wir doch noch gut zwei Stunden bis wir wieder beim Auto sind und sind froh, die nassen Schuhe ausziehen zu können. Wenn man alle Berge, also Ben Nevis, Snowdon, Scafell Pike, Slieve Donard und Carrauntoohil vergleicht, muss man sagen: der republik-irische Berg ist am anstrengendsten. Nach so einer Tour hat man dann auch keine große Lust mehr auf Fahrerei und so verschlägt es uns zum Fossa Camping and Caravan Park nahe Killarney.

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Der Platz ist jetzt nicht unbedingt berauschend und liegt direkt an der Straße, aber für eine Nacht wird es schon gehen. Der Platz ist gepflegt, wenn auch in die Jahre gekommen. Und wir entdecken einen Trockenraum zum Aufhängen der nassen Klamotten - prima! Außerdem gibt es einen fußläufig zu erreichenden Pub, in dem wir abends etwas zu Essen kriegen und unseren Flüssigkeitshaushalt wieder ins Lot bringen können.
Wir schlafen am nächsten Morgen etwas länger, man muss sich ja auch mal selbst belohnen. So langsam müssen wir uns Richtung Osten nach Rosslare bewegen. Für heute haben wir uns den Ring of Beara vorgenommen, den haben wir als viel schöner und weniger überlaufen als den Ring of Kerry in Erinnerung.

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Die Strecke ist auch echt toll und Teil des Wild Atlantic Way. Es ist erstaunlich wenig Verkehr, so dass wir oft anhalten können.

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Natürlich fahren wir auch nochmal zum Healy Pass. Dieser ist inzwischen neu geteert worden und die Straße scheint auch verbreitert worden zu sein. Schade, ein Abenteuer weniger.

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In Bantry fahren wir auf den Stellplatz, der sich bei der Marina befindet

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Leider liegt dieser recht nah an der Straße und ist somit ein wenig laut. 10Euro werden für 24h fällig, aber mit Strom und V/E inklusive wohl kaum eine Beschwerde wert. Neben uns steht ein irisches Wohnmobil mit einer Alukiste auf dem Heckträger. In der kleinen Box haust ein ausgewachsener Schäferhund. Uns tut das Tier leid, es wird nur zu den Mahlzeiten aus der Kiste geholt und die Fahrt auf dem Heckträger muss für ein Tier doch die absolute Tortur sein.
Am nächsten Morgen geht es früh los zum Sheep’s Head Lighthouse.

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Über kleine Straßen und einen kleinen Pass geht es zuerst nach Kilcrohan, wo wir uns in einem kultigen Lebensmittelgeschäft einen Kaffee besorgen.

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Wir fahren weiter zum Leuchtturm. Die Straße ist auch Teil des WAW. Die letzten drei Kilometer sind für Womos allerdings verboten, meint zumindest ein nicht gerade offiziell aussehendes Schild am Strassenrand. Da uns kein Grund ersichtlich ist werten wir es als “freundlichen Hinweis”, ignorieren es einfach und fahren ohne Probleme bis zu einem Cafe von dem man dann in zwanzig Minuten bis zum Lighthouse laufen kann.

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Der Leuchtturm ist jetzt nicht gerade spektakulär, aber der einstündige Rundweg bietet tolle Aussichen auf die Küste und die benachbarten Halbinseln. Auf dem Rückweg passiert es dann. Mir kommt ein netter irischer Opa entgegen und ich sage noch zu Uschi: “Das passt nicht!” Und richtig es hat nicht gepasst. Ich habe ein Loch in der rechten Schürze und der ältere Mann eine kaputte Stoßstange.

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Die Schuldfrage lässt sich bei einer Single-Track Road ja immer nur schwer klären und so tauschen wir Adressen aus und machen ein paar Bilder. Es ist schon irgendwie erstaunlich, wir blockieren natürlich die Straße und die paar Autos, die sich angesammelt haben müssen nun ein paar Minuten warten. Die einzigen die meinen Hupen zu müssen, sind Deutsche. Der ältere Ire zeigt denen dann auch mit einer deutlichen Geste was er davon hält. Später wieder zurück in Deutschland einigen wir uns darauf, dass jeder seinen Schaden selbst trägt. Der Unfall ärgert mich, aber wir fahren nun schon so lange nach GB und noch nie ist was passiert. Da kann man den kleinen Schaden wohl akzeptieren. Den Rest des Tages verbringen wir mit Autofahren. Vom Südwesten geht es über gut zu befahrene Nationalstraßen in den Osten des Landes.

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Am frühen Abend erreichen wir den Hook Head. Hier stehen mindestens schon 10 Wohnmobile für die Nacht. Die Küste um den Hook Head hat landschaftlich schon einiges zu bieten. Zum Glück ist das Meer hier auch mal ein wenig wilder.

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Ich fotografiere und meine GG ergattert in der Zwischenzeit tatsächlich den Premiumplatz direkt am Leuchtturm mit tollem Blick auf’s Meer.

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Die Küste und der Leuchtturm sind schon ziemlich fotogen und so laufe eine ganze Weile durch die Gegend und mach das ein oder andere Foto.
Hier gibt es auch viele Blow Holes. Die ganze Küste ist mit Spalten und Höhlen durchzogen und wenn die Gezeiten stimmen, dann pfeift und flötet es aus der ein oder anderen Spalte. Unser letzter Tag in Irland bricht an und wir fahren nach Wexford.

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Silke hat inzwischen eine SMS geschickt, dass sie nun auch auf dem Slieve Donard war und ob man sich nicht irgendwo in Wales treffen solle. Wir statten also Wexford einen Besuch ab und fahren dann nach Rosslare in der Hoffnung die Abendfähre nehmen zu können. Aber die Umbuchungskosten sind uns dann einfach zu hoch und die Abfahrt-Ankunftszeit eher unkomfortabel. Und so wir bleiben bei der Morgenfähre. Um es am nächsten Tag nicht mehr all zu weit zur Fähre zu haben, buchen wir uns für die Nacht auf dem St. Margaret’s Beach Camping ein und unternehmen mit dem Rad noch eine kleine Tour über die Dörfer. Wir sind pünktlich um acht an der Fähre und vier Stunden später in Pembroke.

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auf dem Weg nach Pembroke

Wir haben mit Silke ausgemacht, das wir uns in der Nähe von Cardiff in dem kleinen Ort Pentyrch treffen. Der Treffpunkt ist jetzt nicht willkürlich gewählt, gibt es hier doch den den Garth Hill. Vergangenes Jahr im Herbst waren wir mit Silke und ihren Kindern an der Jurassic Coast und haben dort abends zusammen den Film “Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam” gesehen. Link. Und genau dieser Berg befindet sich oberhalb von Pentyrch. Kaum sind wir am ausgemachten Treffpunkt angekommen, trudelt auch schon Silke mit Kindern und Hund ein und nach großen Hallo kann der Aufstieg beginnen.

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diesmal mit Hund

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Wirklich hoch und anstrengend ist der Berg natürlich nicht, aber man hat eine super Aussicht auf Cardiff und Umgebung. Silke war natürlich auch am Giant’s Causeway und hat dort artig ihren “Eintritt” bezahlt. Das wurmt sie im Nachhinein natürlich schon mächtig, da sie und ihre Kinder weder Shop noch Cafe genutzt haben. Wir sind uns alle einig, dass das Wort Abzocke in diesem Zusammenhang genutzt werden darf. Den Abend verbringen wir dann im Pub mit dem Versuch für Silke und Kinder die noch schnell die Nachtfähre nach Calais zu buchen. Nach einiger Mühe funktioniert es dann auch, Fähre buchen auf dem Handy ist halt echter Mist! Silke macht sich also auf den Heimweg und wir fahren noch bis nach Pilning nördlich von Bristol. Beim Pub “The Plough” werden wir fündig. Zu unserer Verwunderung stehen schon gut und gerne 10 Wohnmobile auf dem Platz und wir zwängen uns wegen der fortgeschrittenen Stunde ausnahmsweise in eine Lücke zwischen zwei Mobile.

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Die nette Dame an der Theke meint: “kein Problem, wenn es nur für die eine Nacht wäre. Am nächsten Tag beginne hier beim Pub ein Country Festival, da wären sie vollkommen ausgebucht”. Die bereits angereisten Teilnehmer sitzen im Nachbarraum und grölen irgendwelche Country-Lieder mit, die auf einem Fernseher laufen. Ein wenig skurril das Ganze. Am nächsten Morgen machen wir uns früh aus dem Staub und sind noch vor Mittag in London auf dem Lee Valley Campsite in Sewardstone. Wir nehmen die Linie 215, die direkt beim Campingplatz abfährt und uns zur U-Bahn nach Walthamstow bringt. Eine knappe Stunde später sind wir am Big Ben. Paula wollte unbedingt noch mal nach London, um endlich mit dem London Eye zu fahren. Außerdem steht noch Madam Tussauds auf dem Programm. Wir laufen über die Westminster Bridge, wo mindestens 20 Hütchenspieler versuchen den Touris das Geld aus der Tasche zu ziehen, bis zum London Eye.

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gnarz18 am 14 Sep 2019 10:26:22


Wir haben im Vorfeld Explorer Pässe gekauft, so sind die Eintrittspreise zwar immer noch hoch aber einigermaßen zu ertragen. Die Wartezeit für das Riesenrad beträgt nur zwanzig Minuten und nach etlichen Ticket- und Sicherheitskontrollen dürfen wir einsteigen. Die Kabinen sind geräumig und gut klimatisiert. Man hat Platz und findet immer einen freien Platz an der Scheibe.

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Das London Eye gefällt uns richtig gut, man hat einen tollen Blick auf das Parlament, Buckingham Palace und die Skyline von London. Ich muss sagen, dass lohnt sich. Nach einer dreiviertel Stunde ist das Vergnügen vorbei und wir müssen wieder aussteigen. Danach wird jede Kabine von drei Leuten mit Spiegeln usw. auf verdächtige Gegenstände untersucht.
Wir gehen wieder zurück und wollen eigentlich noch in die Westminster Abbey. Die ist aber leider schon geschlossen und so fahren wir kurzentschlossen nach Soho. Wir bummeln durch die Geschäfte und Paula findet in der Carnaby Street eine interessanten Schuhladen. Aber nach kurzer WhatsApp-Rücksprache mit ihren Freundinnen fehlt ihr dann leider doch der Mut, sich ein Paar dieser extravaganten Schuhe zu kaufen.

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An Restaurants mangelt es in Soho ja bekanntlich nicht und so gehen wir bei einem Italiener lecker essen. Es wird schon merklich früher dunkel und wir fahren nochmal nach Westminster und gehen dort in einem Pub noch etwas trinken. Fast jeder Pub hat inzwischen Security-Personal und wir müssen immer unsere Rucksäcke öffnen. Auch abends ist das London Eye sehenswert und im Farbenspiel echt ein Hingucker.

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Um kurz nach zehn sind wir wieder an der Bushaltestelle für die Linie 215 in Walthamstow Central. Erstaunlich ist, dass hier mitten in der Stadt Füchse leben. Eines der hübschen Tiere streift über die Busstation auf der Suche nach was Essbarem. Gegen elf Uhr abends sind wir dann ziemlich geschafft wieder am CP.
Lange schlafen können wir am nächsten Morgen nicht, man will ja schließlich was vom Tag haben. Und so sind wir gegen zehn Uhr wieder an der Westminster Abbey. Es gibt schon eine lange Warteschlange und der reguläre Eintrittspreis von 23 Pfund/Person lässt mich schon schlucken. Es wird in das Gotteshaus reingesteckt was an Touris reinpasst, man darf nicht fotografieren und tippelt durch die verschiedenen Kapellen.

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Also jetzt nicht falsch verstehen: es ist eine tolle und beeindruckende Kirche, aber die Touri-Massen nehmen diesem Ort jegliche Würde. Ziemlich enttäuscht machen wir uns auf den Weg zu Madame Tussauds, um den letzten Eintritt von unserem London Explorer Pass einzulösen. Wieder langes Anstehen und Sicherheitschecks bis man zum Ticketschalter kommt und dort ein Ticket für einen bestimmten Timeslot bekommt.
Bis es soweit ist, vertreiben wir uns die Zeit in der nahen Bakerstreet (genau, die mit Sherlock Holmes). Mit dem Timeslot funktioniert das Ganze eigentlich ganz gut, natürlich müssen wir erneut durch die Sicherheitskontrollen aber dann sind wir auch schnell bei den Wachsfiguren. Das Ganze ist dann aber irgendwie eine ziemliche Enttäuschung. Es ist zwar mal ganz interessant so die körperliche Präsenz eines Barack Obamas zu sehen, aber die Figuren sehen alle sehr maschinell gefertigt aus.

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In jedem Kinofoyer kann ich mir lebensgroße Puppen von den Kinohelden ansehen. Früher muss das bestimmt ein Erlebnis gewesen sein, als die Puppen noch handmodelliert waren. Aber heutzutage da die Wirklichkeit durch Computer so veränderbar und reproduzierbar geworden ist, entlocken die Figuren in uns keine große Begeisterung.

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Interessant ist natürlich, dass man einen Boris Johnson direkt neben einen Trump gestellt hat. Obama und Mandela dagegen stehen zusammen im gegenüberliegenden Display...

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Viele Engländer nutzen die Chance, ein Selfie mit sich und den beiden Dep.. zu machen, wobei Gesten und die Mimik eindeutig darauf schließen lassen, was man von den beiden … so hält. Ziemlich blöd finden wir die Figuren von Star Wars oder den Marvel Helden, die kann man sich wirklich auch im Kino Foyer anschauen. Neben den Wachsfiguren wird noch ein 4D Kino Besuch “geboten”, in dem ein kurzer Marvel-Film gezeigt wird. Anschließend kommt dann der unvermeidliche Shop, in dem man dann Lego Star Wars und den ganzen Marvelkram kaufen kann. Selbst Paula ärgert sich über den Besuch.
Wir nehmen die U-Bahn und fahren nochmal zur Oxford Street, wir laufen was durch die Geschäfte und schauen uns die Straßenkünstler an.

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Während unseres Urlaub hörten wir in den deutschen Nachrichten, dass eine Frau und ihr Sohn vom Bahnsteig auf die Gleise gestoßen worden sind. Schlimme Sache! Während in Deutschland noch diskutiert wird, wie die Gefahr eingedämmt werden kann, ist die Tube an diversen Bahnhöfen bereits mit Schutztüren ausgestatten, die sich erst öffnen, wenn der Zug schon steht.
Um uns auch mal eine neue Gegend in London an zu sehen, nehmen wir die U-Bahn zu den Docklands. Tolle Gebäude und bestimmt bald auch ein lebendiges Viertel.

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Wir bleiben allerdings nur kurz, laufen etwas zwischen den alten Speichern und den Hochhäusern hindurch und gehen in einem der zahlreichen Lokale etwas trinken. Gegen elf sind wir wieder auf dem CP. Da so ein Tag in einer Stadt schon anstrengend ist, schlafen wir am nächsten Morgen etwas länger. Wir müssen es heute nur noch bis Dover schaffen, so dass wir uns Zeit lassen können.

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Wir machen einen Stop in Rochester, gehen Kaffee trinken, besichtigen das Castle und gehen in der Cathedral Minigolf spielen. Es ist nicht irgendein Minigolf, vielmehr möchte der ortsansässige Brückenverein den Besuchern die vielen verschiedenen Brückenarten näherbringen. Rochester hat schließlich eine lange Brückengeschichte. Das Spiel in der Kirche kommt uns zunächst doch ein wenig merkwürdig vor. Dann werden wir während des Spiels gebeten für 5 Minuten innezuhalten und einer kleinen Andacht zu folgen. Recht pfiffige Kooperation von Kirche und gemeinnützigem Verein, so kann man Leute mit ganz unterschiedlichen Interessen doch in der Kirche zusammen bringen.

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Kurz nach Mittag fahren wir dann nach St. Margaret’s at Cliffe zu “unserem” Pub direkt am Meer. Wir haben uns vorher schon beim Coastguard telefonisch angekündigt und es wurde uns gesagt, dass es “voll” würde und wir rechtzeitig da sein sollten. Und tatsächlich, ein Womo steht schon auf dem Parkplatz. Da der kommende Montag Bank Holiday ist, steppt beim Coastguard der Bär. Der Strand ist gut besucht und die enge Strasse runter zum Pub ist gut befahren.
Im Laufe des Tages gesellen sich noch weitere 8 Wohnmobile dazu! Schade ist, dass wir die Einzigen zu sein scheinen, die abends dort auch zu Abendessen. Somit wird es wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der Coastguard seine Pforten für Womos schließt. Oder die Anti-Womo-Fraktion im Dorf dem Ganzen einen Riegel vorschiebt.

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Die Sonnenaufgänge am Coastguard sind phänomenal und obwohl wir schon viele hier gesehen haben, muss ich einfach immer wieder Bilder machen.

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Früh geht es dann zur Fähre und wir verlassen Dover pünktlich um 7:25.

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Um kurz vor 14:00 sind wir dann staufrei wieder zurück in Aachen.


uschi-s am 14 Sep 2019 10:40:09

Ein sehr schöner Bericht mit tollen Bildern. Wenn ich einmal nach Nordirland fahren sollte, werde ich mich bestimmt daran orientieren. Auslassen werde ich allerdings die GOT-Sehenswürdigkeiten, da ich weder die Bücher noch die Filme kenne und auch keinen Zugang dazu finde. Aber mit 14-jähriger Tochter verständlich.

nuvamic am 14 Sep 2019 16:31:08

Haaaaaach. Hätt ich gar nicht damit gerechnet, dass ich heute ne Irlandreise im Schnelldurchlauf machen kann.... DANKE :mrgreen:

Um die wundervollen Bilder beneid ich dich noch extra..... ;)

gnarz18 hat geschrieben:... nach St. Margaret’s at Cliffe zu “unserem” Pub ... Schade ist, dass wir die Einzigen zu sein scheinen, die abends dort auch zu Abendessen. Somit wird es wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der Coastguard seine Pforten für Womos schließt. Oder die Anti-Womo-Fraktion im Dorf dem Ganzen einen Riegel vorschiebt.


DAS allerdings find ich sehr schade. Versteh gar nicht, wie man sich so nen Abschiedsabend in nem netten Pub entgehen lassen kann...

Stefan-Claudia am 14 Sep 2019 16:47:21

nuvamic hat geschrieben:Haaaaaach. Hätt ich gar nicht damit gerechnet, dass ich heute ne Irlandreise im Schnelldurchlauf machen kann.... DANKE :mrgreen:

Um die wundervollen Bilder beneid ich dich noch extra..... ;)
.


Dem schließe ich mich an, einfach nur ! Schön !

vielen Dank !!!

kukeulke am 14 Sep 2019 18:06:13

Wunderbarer Reisebericht und noch bessere Bilder!
Vielen Dank dafür!

umobil am 14 Sep 2019 21:14:44

Tolle Fotos, toller Bericht. Danke!
Macht richtig Lust auf Irland.

Ulrikr

Roman am 14 Sep 2019 23:08:59

Hallo Michael,

ich weiß ich wiederhole mich, aber deine Fotos sind wirklich ausnahmslos weltklasse. Jedes für sich ist immer etwas besnoderes.

Das gilt für die Belichtung, den Ausschnitt, den Standpunkt, die Perspektive, die Tageszeit, das Wetter oder den richtigen Moment. Das wird einem vor allem dann besonders deutlich, wenn man gerade erst vor einem guten Jahr in der gleichen Ecke unterwegs war.
Schmunzeln musste, als du geschrieben hast, dass du beim Giants Causeway gehofft hast einen schönen Sonnenaufgang zu erleben....doch daraus wurde leider nichts.....schaut man sich die Bilder an, die an diesem "enttäuschenden Morgen" entstanden sind.... nun ja, ich kann mit solchen Enttäuschungen wunderbar leben... ;D :lach:
Auch habe ich die Menschenmassen bei "Dark Hedges" nicht gesehen.... :D

Danke für den wieder mal phantastischen Reisebericht.

Noch eine Anmerkung zu Uschis Aussage zu den GOT - Drehorten. Diese werden dadurch, dass sie in der Serie eine Rolle spielten, ja nicht schlechter oder unattraktiver.
Daher kann ich nur empfehlen diese landschaftlichen Highlights nicht auszulassen.

Gruß
Roman

Lancelot am 14 Sep 2019 23:15:05

Wie immer : einfach toll ... :gut:


:dankeschoen:

gnarz18 am 15 Sep 2019 12:52:40

Erstmal Danke für den Zuspruch!

Dass man sich einen Abend im Pub entgehen lässt, ist für uns tatsächlich eher undenkbar :D .
Der ein oder andere wird sicher einen Sundowner im Coastguard genossen haben, das haben wir so genau nicht beobachtet. Für uns ist es eigentlich selbstverständlich, dass wenn wir kostenlos an einem Pub stehen dürfen, dass wir dann dort auch etwas essen und nicht die WoMo-Küche anschmeißen. Kann natürlich jeder so halten, wie er mag. Schade nur, wenn dann solche SP irgendwann wegfallen.

Die GOT Drehorte waren tatsächlich auch schon vor der Serien landschaftliche Schönheiten, die man nicht auslassen sollte. Trotz Hype um GOT war der Besucherandrang meist harmlos. Wenn man natürlich zur falschen Zeit auf eine Busladung GOT-Jünger trifft, hilft nur flüchten oder man nimmt es mit Humor und genießt das Schauspiel.

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Ich möchte natürlich auf keinen Fall das Bild mit den Menschenmassen an den Dark Hedges schuldig bleiben :wink:
An der Stelle hilft auch Geduld nicht mehr weiter :wink:

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Grüße

Michael

uschi-s am 15 Sep 2019 13:22:15

Ich meinte auch nicht, dass ich mir diese Sehenswürdigkeiten nicht anschauen würde, aber das ganze Drumherum würde ich weglassen.
Der Bericht und die Fotos sind einfach super.

gnarz18 am 16 Sep 2019 11:08:37

Uschi, da hast du vollkommen recht. Mir war der Rummel eigentlich auch zu viel und ich bin mal gespannt wie sich der Hype um GOT in den nächsten Jahren entwickelt. Im Moment kommt man bei den Besuchen um den Rummel nicht rum. Mir geht diese selbstverliebte Selfie-Kultur sowieso mächtig auf die Nerven. Ich verstehe die Leute nicht, die meinen, das Motiv würde durch ihr Gesicht aufgewertet. ( aber das ist ein anderes Thema)
Gruß
Michael

volkermuenster am 16 Sep 2019 14:38:28

Hallo Michael,

wieder mal ein ganz toller Bericht von dir / euch.
Vielen herzlichen Dank dafür.

Zu den Fotos - hier ist schon viel zu geschrieben worden. Ich sach ma: Ganz ganz TOLL!
Ich würde dir für jedes Foto ein Positiv gebn, wenn es denn ginge :-)

Gruß nach Aachen

Volker

HUGOSTRATZ am 16 Sep 2019 17:40:31

Was für ein toller Bericht.

Die Bilder sind irrsinnig gut komponiert und suchen ihresgleichen . . .

Ganz herzlichen Dank dafür! :top: :top: :top:

G.H.

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