1. Tag – 02.09.2019 - Montag
Grünberg
2. Tag – 03.09.2019
Thollon am Genfer See mit seinem kostenlosen SP, der sogar (kostenpflichtige) Stromanschlüsse und eine Toilette hat. Der Platz ist Teil des Parkplatzes für die Seilbahn, mit der ich morgen fahren möchte.
3. Tag – 04.09.2019
Ich werde gleich erstmal auf den Berg fahren, das wird nicht lange dauern, und dann suche ich mir eine Werkstatt, hier gibt’s ein paar in der Nähe, und dann sehen wir weiter.
Also: Mit Greisentarif (über 70) von 6 € mit der Bahn hoch auf den Pic de Mémises. Oben eine kleine Wanderung (15 Minuten) zum Pic mit Gipfelkreuz, viele Fotos gemacht, sehenswerte Aussicht über den Lac und das Skigebiet oberhalb von Thollon.


Refuge de Bise hab ich mir abgeschminkt und fuhr deshalb zunächst bis kurz vor Abondance, um dem Abzweig Col de Corbier (1235 m) zu folgen. Das war schon mal eine richtige Passstrecke mit Serpentinen usw.
Unten ging es nordwärts zu den Gorges du Pont du Diable.
Dort hat sich die Dranse im Verlauf vieler, vieler Jahre einen Durchbruch durch ein Felsmassiv geschaffen, das von oben einstürzte und so eine Brücke über eine höhlenartige Schlucht bildete. Das Ganze ist schon längere Zeit eine Attraktion in diesem Gebiet, mit 10,50 € pro Person aber auch recht teuer.
Der nächste SP sollte in Flaine sein, inmitten eines Skigebietes. Man sollte von dort mit einer Seilbahn auf einen Berg fahren können, der eine hervorragende Aussicht auf den Montblanc bietet. Die 37 km von Cluses nach Flaine waren eine reine Passstraße (Col de Pierre Carrée – 1844 m), ordentlich ausgebaut, aber es zog sich ein wenig.

Flaine ist ein moderner Ort am Hang mit vielen großen Blocks. Parkplätze gibt es reichlich, einer davon ist mein Stellplatz (kostenlos ohne alles, die angekündigte Toilette war versperrt, Strom gab es nirgendwo).

Vermutlich werden morgen auch die Seilbahnen nicht in Betrieb sein. Egal, wir werden sehen. Es ist hier eine fantastische Landschaft.
4. Tag – 05.09.2019
Die Gondel ging tatsächlich nicht.
Also unverrichteter Dinge nach Cluses zurück. Dort im Super U getankt (1,38 – der bisher gesehen günstigste Preis) und ein bisschen eingekauft.
Dann ging es weiter nach Le Reposoir mit seinem toll gelegenen Kloster

und anschließend über den Col de Colombière (1618 m) – eine richtige Passfahrt,

denn auf der anderen Seite ging’s natürlich auch wieder runter (viel 2. Gang).
Man landet schließlich in Thones. Dort in der Nähe befindet sich ein Mahnmal für französische Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg, die sich dort in der Gegend zahlreiche Gefechte mit den Deutschen geliefert haben.

Viele sind auch in Gefangenschaft geraten und dann hingerichtet worden, aber letztlich war das Gebiet um Annecy das erste, das ausschließlich von der Résistance befreit wurde. An der Site de Morette gibt es einen Ehrenfriedhof und ein Museum, in den Bergen noch ein großes Denkmal. Es haben sich dort ergreifende Geschichten abgespielt.
Ich zog meine CC-App zu Rate und las Bewertungen durch und entschied mich dann, mich der Touri-Region Annecy zu nähern. Direkt am See stehe ich jetzt auf einem richtigen CP (Le Solitaire du Lac) mit warmen Duschen, Strom und allem. Er liegt 9 km von Annecy entfernt, das man auf einem recht ebenen Radweg gut erreichen kann, wenn man will. Der Platz hätte mich etwa 25 € gekostet, aber Dank ACSI-Card kostet er „nur“ 19,10 € pro Nacht. Wahrscheinlich bleibe ich auch morgen noch hier.
5. Tag – 06.09.2019
Wieder eine herrlich ruhige Nacht, morgens und den ganzen Tag über war es dann aber kühl und bewölkt.
Erstmal warm geduscht und dann gefrühstückt, aber dann ging es los:

mit dem Fahrrad, das fuhr die ganze Zeit wirklich sehr gut. Bis nach Annecy sind es auf dem separierten Fahrradweg etwa 9 km. Und der Weg ist wirklich ziemlich eben. Teilweise führt er sehr nahe am Wasser entlang.
In Annecy (138 000 Einwohner) stellte ich das Fahrrad im Zentrum ab und ließ auch die Luftpumpe auf dem Gepäckträger. Dann suchte ich die Touristeninformation und die hatte dann einen Stadtplan und eine Wegbeschreibung (auf Deutsch) zu den Sehenswürdigkeiten für mich.

Ich wählte die Route „Die Altstadt und die Kirchen“ (oben der lilafarbene Weg von D nach Z). Und dann ging es mehr oder weniger in Schlängellinien durch die sehenswerte Altstadt. Es war nicht richtig spektakulär, aber sehr sehenswert und atmosphärisch anziehend.



Auf dem Rundgang erlebt man zahlreiche Kirchen, Klöster, bedeutende Wohnhäuser, Brunnen, Arkadengänge, das Schloss und natürlich das das Stadtbild prägende Wasserstraßennetz. Es gibt tatsächlich einige Kanäle, zahlreiche Brücken und Promenierwege entlang des Wassers. Der Fluss Thiou entwässert den See.


Alles ist herrlich mit Blumen geschmückt, im Park stehen Kunstwerke und es wird Boule gespielt. Im Reiseführer wird die Stadt als von Touristen überlaufen beschrieben, das war heute nicht der Fall, obwohl, leer war es nicht und auf den Straßen gab es einige Staus.
Gegen 17 Uhr machte ich mich auf den Rückweg. Die Pumpe war noch da.
Unterwegs machte ich noch Halt bei Mc Donalds. Außerdem konnte ich mir dort einige Maps-me-Karten herunterladen für die Gebiete, durch die ich so fahre.
Das war ein interessanter Stadt-Ausflug mit fast 20 km Fahrrad-Tour und einigen Metern zu Fuß.
6. Tag – 07.09.2019
Gegen 11 Uhr ging es los. Zunächst noch am See entlang und nach Faverges. Dann verließ ich die wunderbar ausgebaute Strecke nach Albertville und zwängte mich auf engen Straßen durch einen Gebirgsstock. Darin befindet sich – etwas abgelegen – das Kloster Notre Dame de Tamié, das ich allerdings nicht besucht habe. Ich war auf dem Weg zum Fort de Tamié, oberhalb von Albertville gelegen und Ende des 19. Jahrhunderts angelegt, um das ganze Tal der Isère in der Gegend zu überwachen.

Der Eintritt ist gratis, aber so richtig viel gibt es auch nicht mehr zu sehen; das Gelände ist an manchen Stellen in einen Freizeitpark umgewandelt worden, mit Hochseilgarten, Hüpfburgen und dergleichen. Das Wichtigste ist auch die tolle Aussicht von hier oben.

Danach ging es nach Albertville zur Cité Médiévale de Conflans, einem mittelalterlich geprägten Stadtteil. Direkt dabei ist ein SP, wo man ohne alles übernachten könnte. Im Grunde besteht Conflans aus einem Markt und ein paar Häusern drum herum sowie einer Kirche. Sieht alles nett aus.

Auf einer wunderschönen Schnellstraße ging die Fahrt dann weiter bis Moutiers und dann hinein ins Tal, an dessen Ende Val Thorens liegt. Dort soll man frei stehen können und es gibt neben vielen anderen eine Seilbahn auf den 3195 m hohen Cime de Caron, der fantastische Ausblicke bieten soll. Soweit das Buch. …


Letztlich war es wie in Flaine, keine Seilbahn war in Betrieb, der Ort in über 2300 m Höhe kalt und ausgestorben, der SP eine riesige Asphaltwüste … also wieder grandiose Landschaft, aber quasi ausgeschaltet, trotz Sonnabend. Was tun? Es war etwa 16 Uhr.
Es ging also die 35 km zurück bis Moutiers, dann ein Stück auf der schönen Schnellstraße von Albertville bis zur Abzweigung Col de Madeleine. Die Strecke rauf sind auch noch mal gut 30 km, und die hat es in sich, denn manchmal ist sie recht schmal und es kamen mir viele Fahrzeuge entgegen, vor allem Motorräder, die gerne mal an den Serpentinen die Kurven schneiden. Aber es ging alles gut und die Strecke ist wirklich einzigartig.
Um etwa 18 Uhr war ich oben.

Es gibt zwei Einkehrmöglichkeiten, beide hatten schon geschlossen.
Na ja, ein paar Fotos gemacht, umhergelaufen … Die Sonne scheint noch, aber es ist auch hier in 2000 m Höhe kühl und windig. Ich habe beschlossen, ich bleibe jetzt hier oben. Der Parkplatz auf dem Col de Madeleine leert sich langsam, ein anderes WoMo scheint auch hier bleiben zu wollen.
7. Tag – 08.09.2019
Es war windig und ziemlich bedeckt, keine Aussicht auf den Mont Blanc.


Die Fahrt ging talwärts in Richtung La Chambre, aber es gibt wohl zwei Wege dort hin. Für mein Gefühl habe ich den schlechteren gewählt, mit sehr vielen Serpentinen und insgesamt in schlechtem Zustand und sehr eng.

Egal, schließlich war ich unten und stellte mich erstmal auf den SP von La Chambre, um mir den Ort ein wenig anzusehen. Viel war es nicht, es war ja Sonntag, die Geschäfte waren geschlossen, aber immerhin ...
Dann wollte ich weiter. Das nächste Ziel war der Col du Glandon. Also: rauf, Sonne und Regen im Wechsel. Oben kurz gehalten, geschaut, fotografiert …

… danach 2,5 km weiter zum nächsten Pass – Col de Croix de Fer (2067 m) …

… und dann bergab durch superschöne Landschaften. Entlang des Lac de Grand Maison, eines großen Stausees.

Ich fuhr über Bourg-d’Oisans, um von dort die letzten 14 km mit ihren 21 berühmten Serpentinen hoch nach Alpe de Huez in Angriff zu nehmen. Ich kam auch recht leicht hoch. Mit dem Fahrrad mag ich mir das gar nicht ausmalen. Oben dann ganz leichter Schneefall.
Der Ort war so wie zu befürchten: hässlich und total tot. Ich habe nichts entdeckt, was geöffnet hatte. Der Wohnmobilstellplatz ist riesengroß und wir drei Mobile verlieren uns quasi auf dem Platz.


Ich machte einen ausführlichen Rundgang, einerseits in den Retortenort, andererseits zu einer – man glaubt es kaum – Ausgrabungsstätte aus dem Mittelalter, als hier Leute gesiedelt und nach Bodenschätzen geschürft haben.

Es gibt noch ein paar alte Mauerreste einer Burg und einer Kirche und einige Funde, die im Museum ausgestellt sind, das aber – natürlich – geschlossen hatte.
Tja, es ist mal wieder 20 Uhr und wir läuten den Abend ein. Für die Nacht muss ich mich warm verpacken.

























































