aqua
anhaengerkupplung

Umrüstung auf E-Antrieb, Peugeot Boxer 250 BJ 2008


helmut7 am 21 Okt 2019 18:43:25

Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich bin dabei eine Umrüstung von Diesel auf E-Antrieb für mein Womo ins Auge zu fassen.

Der erste Versuch hat mitten während der Texteingabe plötzlich den Beitrag abgeschickt.
Deshalb hier der 2. Anlauf mit dem kompletten Text.

Der 1. Grund ist daß mein Motor wohl nicht das ewige Leben haben wird, nachdem der erste Motorschaden bei 68.000 km passiert ist (Ford Puma 2,2l Motor mit dem bekannten Loch im Kolben) und ich mich inzwischen der 110.000 km Marke nähere. Die Reparatur hat damals rund 6000 € gekostet.

Der 2. Grund sind die genialen Eigenschaften des E-Antriebs beim Langsamfahren und auch ohne
rauchende Kupplung mal am Berg Rangieren zu können.

Der 3. Grund ist meine grundsätzliche Einstellung, daß es in den Städten völlig unwirtschaftlich ist mit dem Verbrennungsmotor zu fahren, der bei Tempo 0...50 km/h fast nur im Leerlauf läuft und damit
unverhältnismäßig viel Sprit braucht. Bei diesen Tempi geht der Wirkungsgrad des Diesel beliebig in die
Knie.

Der 4. Grund ist die kurzzeitige Spitzenleistungsreserve des E-Motors fürs Überholen, kurze Berge etc. die der Diesel halt nicht hat.

Nun könnte man als 5. Grund der Vollständigkeit halber noch die Umweltaspekte einbringen, daß der Antrieb in den Städten keine Abgase produziert.

Doch nun zu meinem Konzept:

1.) Ersatz des Diesel (130 PS/96 KW) durch einen Permanentmagnetsynchronmotor.
a) entweder E-Motor statt Diesel per Adapter an vorhandene Kupplung/Getriebe anflanschen.
b) oder einen E-Motor mit integriertem Differential direkt an die Vorderräder ankuppeln.
Motorleistung nötig für konstant Tempo 100 ca. 30 KW
(das ist so meine normale Reisegeschwindigkeit).
Mir würde also ein E-Motor mit ca. 40 KW Dauerleistung/100 KW Spitzenleistung völlig reichen.

2.) Stromversorgung aus LiFePo4-Akkus mit ca. 10 KWh Kapazität.
Das reicht aus um ca. 1h bei Tempo 50 durch die Stadt zu fahren.
Kurze Berge, Überholvorgänge, Beschleunigung etc.
kann ebenfalls problemlos aus dem Akku gespeist werden.

3.) Deckung des mittleren Stromverbrauchs durch einen Range-Extender.
Das ist momentan noch der problematischste Punkt des Konzepts.
Hier wäre eine elektrische Leistung von ca. 30-40 KW sinnvoll um den mittleren
Leistungsbedarf zu decken.
a) Die erste Überlegung einer Brennstoffzelle mit Wasserstoff ist mittlerweile wieder
aus meinem Fokus gerutscht. Gründe sind mangelnde Verfügbarkeit von Wasserstoff
in den südlichen Urlaubsländern (Griechenland, Italien), der Preis und die Lieferbarkeit.
b) Rangeextender mit LPG-Gas war die nächste Idee. Hier gibt es aber noch kaum brauchbare
Produkte. Also momentan erstmal hintenan gestellt.
c) Rangeextender mit Benzin sind momentan offenbar die einzigen die es in
verschiedenen Varianten konkret gibt.
Hier hab ich zum einen die Variante mit Wankelmotor im Reserveradformat gefunden.
Angeblich sehr leise und mit integriertem Generator.
Andererseits wird in BMWs und anderen Automodellen schon etwas ähnliches verbaut.
Hier sollte es also eigentlich möglich sein etwas brauchbares zu finden.
Ein konkretes Kaufteil hab ich aber noch nicht gefunden.

4.) Auch das Thema Gewicht hab ich mal grob versucht abzuschätzen:
Der E-Motor kommt auf ca. 40 Kg,
die Batterie (z.B. 32 Zellen Winston 90Ah WB-LYP90AHA) auf ca. 100 Kg
Der Rangeextender dürfte wohl auch auf ca. 80 Kg kommen (nur grob geschätzt).
Dazu kommt natürlich noch viel Kleinkram:
Motorsteuerung, Unterdruckpumpe für den Bremskraftverstärker, Klimaanlagenantrieb,
Wandler von Hochspannung der Motorbatterie (z.B. 100 Volt) auf 12 Volt für Bordnetz
und vieles mehr.
Summa Summarum kommen so wahrscheinlich ca. 300 Kg zusammen.
Nun fällt dafür der Dieselmotor incl. der ganzen Hilfsaggregate wie Lichtmaschine,
Einspritzung, Turbolader, Auspuff, Kühlsystem etc. weg.
Das könnte vielleicht auch so in die Größenordnung der 300 Kg kommen.
Damit wäre eine vernünftige Gewichtsbilanz in etwa gegeben, daß die neuen Komponenten
den wegfallenden Motor in etwa kompensieren.

5.) Die Kosten sind noch relativ schwer abzuschätzen:
Für den Motor incl. Steuerung muß man wohl ca. 2000-3000 € veranschlagen.
Die Batterie z.B. aus 32 Zellen Thunder-Sky/Winston 90Ah WB-LYP90AHA bestehend
ist noch am konkretesten kalkulierbar und kostet heute ca. 4200 €.
Dazu kommt natürlich noch jede Menge Kleinkram vom Batteriegehäuse bis zum neuen
elektronischen "Gaspedal", Wandler 100V/12V, Klimanlagenantrieb etc.
Hier rechne ich mal grob mit weiteren 1000 - 2000 €.
Dazu kommt dann noch der Arbeitslohn bei Firmen, die den Umbau zumindest teilweise
übernehmen müssen, da man nicht alles selbst machen kann.
Vergessen darf man auch nicht die nötige TÜV-Abnahme nach dem Umbau.
Alles in allem kommen wahrscheinlich ca. 10.000 € zusammen.

Im Internet habe ich einige Betriebe gefunden, die solche Umbauten machen würden incl. TÜV-Abnahme. Hier ist auch Eigenleistung in gewissem Umfang möglich, je nach vorhandenen Fertigkeiten bzw. Ausbildung. Diese Betriebe bieten aber zunächst nur reine E-Antriebe ohne Rangeextender an. Dieses Thema müsste man noch in Zusammenarbeit mit solchen Firmen klären.

Zusammenfassend könnte man sagen das Konzept müßte eigentlich realisierbar sein und die gestellten
Anforderungen erfüllen (Reichweite wie bisher mit Dieselmotor, Geschwindigkeit Dauer 110 km/h, kurzzeitig bis ca. 150 km/h, keine Akku-Ladungen unterwegs nötig, Steigfähigkeit wie bisher).

Der finanzielle Rahmen ist natürlich nicht zu vernachlässigen.
Für mich als Besitzer eines 10 Jahre alten Seitz-Tikro, den es nicht mehr zu kaufen gibt ist es aber trotzdem eine Überlegung wert, was tue ich wenn mein jetziger Motor den Geist aufgibt was wohl in nicht allzu ferner Zukunft passieren wird. Ein vergleichbares Wohnmobil gibt es leider nicht mehr zu kaufen. So wäre ich evtl. bereit für einen solchen Umbau ca. 10.000 € in die Hand zu nehmen.
Man sollte auch nicht vergessen, daß ein derart umgebautes Wohnmobil kaum noch Wartung des Antriebes braucht. Ölwechsel, Inspektion, Zahnriemenwechsel etc. fällt ja dann praktisch weg.

So der Aufsatz ist nun doch länger geworden als gedacht. Ich wollte damit aber mal den einen oder anderen zum Nachdenken anregen und würde mich sehr freuen wenn viele Anregungen, Verbesserungsvorschläge, Firmenadressen die solche Umbauten machen etc. auf diesem Weg ausgetauscht werden könnten.

Herzliche Grüße
Helmut

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

cbra am 21 Okt 2019 18:50:30

wenn du das wirklich durchziehst hast du mich als stammleser und meinen respekt!

mv4 am 21 Okt 2019 19:00:00

Bei Grund 3 und 4 stimme ich dir zwar nicht ganz zu....aber sonst ein guter Ansatz...nur leider wird für dich da der TÜV nicht mitspielen...es sei denn Du besitzt die fachlichen Qualifikationen dafür?
Aber nicht so schlimm...es gibt bereits schon Firmen die sich auf dem Umbau auf EAntrieb von Fahrzeugen vor wagen.Wichtig wäre zb. Das du beim Bremsen Energie in Form von Ladestrom generierst usw.
Ein paar Kollegen von mir befassen sich schon sehr ausführlich mit diesen Thema, und sind da auch schon relativ weit mit Planungen und Prozessen...und es geht dort vorangig um die Machbarkeit der Umrüstung vohandener Transporter.


Viele Gedanken finden zu einen Ziel!!!! Bleib an dem Thema! :top:

cbra am 21 Okt 2019 19:08:14

vielleicht findest du hier ein paar inspirationen

--> Link

Hornberger am 21 Okt 2019 19:21:32

Hallo Helmut 7, ist das realistisch und noch viel mehr in irgendeiner Form wirtschaftlich? Wie weit ist denn die avisierte Reichweite?
Kann ich denn beispielsweise in 2 oder 3 Tagen von Deutschland aus nach Südeuropa fahren oder benötige ich für die Fahrt 4 Wochen?
Bedauere, momentan klingt das für mich völlig unrealistisch.
Ein e-VW UP soll eine Reichweite von 100 Kilometern haben.
Ein altes Fahrzeug (11 Jahre alt) mit Abnutzungserscheinungen aufrüsten, klingt für mich leider wie ein Vorhaben von "Daniel Düsentrieb".
Nicht böse sein, für mich nur Phantastereien. Dann lieber einen Austauschmotor von einer Aufarbeitungsfirma für 3000 Euro plus Einbaukosten.
Außerdem möchte ich den TÜV Prüfer sehen, der dieses Fahrzeug abnehmen kann. Hauptsache der TÜV für diese Einzelabnahme ist nicht mehr als 100 Kilometer entfernt.
Im ersten Moment dachte ich, es ist April, habe aber nochmal auf dem Kalender nachgesehen, es ist Oktober.
Ist das fertige Projekt dann noch ein Reisemobil oder eher ein Stadtlieferwagen?
Gruß Holger

duca250 am 21 Okt 2019 19:37:59

Nabend,
grundsätzlich stehe ich Alternativ-Antrieben sehr positiv gegenüber. Jahrelang bin ich u.a. mit LPG unterwegs gewesen und trotz massiver Qualitätsmängel bin ich ein großer Fan vom Modell S von Tesla. Es gibt eine Hand voll Betriebe, die solche Umrüstungen realisieren können. Zu meinen VW Bulli-Zeiten hatte ich mich mal damit beschäftigt.

Die Umrüstkosten mit dem kleinsten Akku (bummelig knapp über 100 km Reichweite) und einem 0815-Ladekit (extrem lange Ladezeiten) lagen beim T5 bei ca. € 30.000 :eek:

Und da bin ich dann ganz bei Hornberger! Die Akku-Nachhaltigkeit ist ein weiteres NoGo, zumindest für mich. Dann doch lieber einen schicken Austausch-Diesel.
Grüße
der Duc

Inselmann am 21 Okt 2019 20:54:00

Wenn ich schon "Range-Extender" lese wird mir schon schlecht....
Das ist ja fast wie "Atomstrom wozu? Bei uns zuhause kommt der Strom aus der Steckdose........"

Nicolas209 am 21 Okt 2019 21:36:02

Nabend,
ich bin zufällig Maschinenbauingenieur und habe 15 Jahre u.a. als technischer Leiter einer Firma gearbeitet die Akkupacks für Powertools, Pedelecs und medizinische Anwendungen gebaut hat. Dabei war auch ein Projekt einen Sprinter zu elektrifizieren. Die war in Zusammenarbeit mit einer Fachhochschule.
Es ist zwar schon 5 Jahre her aber ein paar Details sind mir noch vertraut.
- wir reden hier von 400V Gleichspannung--- das ist ganz ganz schnell tödlich, denn man arbeitet "unter Spannung", auch wenn die Zellen leer sind.
- Vibrationen und Feuchtigkeit sind ein großes Problem. Dito. die ausgewogene Kühlung der Zellen.
- Selbst die Beschädigung einer einer vielen der für das Zellbalancing notwendigen Leitungen führt schnell zu einem Brand. Wenn sie überhitzen schädigen sie auch benachbarte Leitungen und dann geht die Post ab...
- Ein Großteil der Arbeiten wurden von Studenten erledigt, trotzdem habe die Fördermittel des Lande in Höhe von 250.000€ nicht ausgereicht.
Nach 3 Jahren fuhr der Sprinter noch keinen Meter...

Nichts für ungut, aber den Plan halte ich für illusorisch und das bei der angepeilten minimalen Reichweite.
Gruß Nicolas

Stocki333 am 22 Okt 2019 06:57:00

hallo Helmut.
Ein intressantes Projekt das du da zum laufen bringen willst. zumindest mal in der Theorie.
Aber deine Reichweit ist viel zu gering. es gibt doch ein Mißverhältnis zwischen deiner gefahren Km Anzahl und der geplanten Reichweite.
Und wo bleibt hier wirklich der Umweltaspekt. Du ersetzt einen Diesel, durch wieder einer Verbrennungsmaschine.
Und wer fährt schon viel in der Stadt. Kriegt man dort überhaupt einen Parkplatz.? Und wieviel deiner KM bist du wirklich in der Stadt gefahren.
Wenn du so etwas machst, dann mache es vernünftig. Also so um die 400 Km Reichweite. Alles andere ist Augenauswischerei. Mit dem Range Extender wenn du fährst damit produzierst du ja auch Abgase. Und die Verluste kommen noch dazu. Also nicht gerade das Ei des Kolumbus. Ladungsverluste der Accus kommen noch hinzu.
Apropos Accus. Hast du schon mal gedacht das mit LTO Zellen zu bauen. Nur so ein Gedankengang. In China bauen lassen. Komplett fertig. Die betreiben doch auch Busse damit. Und damit bekommst du eine vernünftige Schnelladeeinheit mit.
Und 100 Kw Batterie Kapazität solltest du schon haben. alles andere ist doch nur eine Krücke.
Meines Erachten kranken alle Hybrid an der zu geringen Reichweite. Auch im Stadtverkehr oder in ländlichen Gegenden. Aber das ist nur meine Meinung. Ist nicht wichtig.
Einen Stromgenerator mitzunehmen bzw fest eingebaut das kann ich befürworten. Wenn du mal keine Lademöglichkeit hast. Läuft der halt ein paar Stunden oder Nachts durch. ein paar KW Leistung reichen dafür locker.
Und das beste zum Schluß:
Wie hoch kannst du deine Transe typiesieren vom Gesamtgewicht. Darüber sollst du dir schon Gedanken machen. Auch wie du die Achslastverteilung hinbekommst.
Dein Projekt ist ja noch in der Grundplannung. So wie du das Projekt jetz geplant hast, tust du der Umwelt keinen Gefallen.
Und wenn du es vernünftig machst, sind mindesten ein sehr schönes Wohnmobil drinnen. Und das alte Zurückgeben. Den auch deine geplanten Umbauten kosten mehr als du geplant hast.
Das Lehrgeld das du dort bezahlst, bei deinem geplanten Umbau, Das würde ich in Reisen investieren.
Den ohne Firmen geht es nicht. Sonst bekommst du das nie Typiesiert. Auser du hast einen TÜV Techniker der dir das Projekt begleitet.
Und die sind rar. denke ich mal.
Bevor du das angehst, sprich mal mit dem TÜV. du wirst eine Überraschung erleben. Allerdings der besonderen Art.
Gruß Franz

tztz2000 am 22 Okt 2019 07:17:17

Google mal nach "gruau ducato electrique", die Franzosen von Gruau haben sowas schon mehrfach gebaut. So ein Fahrzeug habe ich auch schon gesehen. An einem Kap in der Bretagne fährt das im Pendelverkehr zum Transport von Personen mit eingeschränkter Mobilität.

Auf der Webseite der Firma habe ich merkwürdigerweise nichts gefunden.

--> Link

BOWO am 22 Okt 2019 07:23:07

Ich halte das Vorhaben für undurchführbar da
1. es wirtschaftlich bei einen so alten Fahrzeug keinen Sinn macht
2. Es sich faktisch um ein Neufahrzeugbau handelt der eine Einzelabhnahme beim TÜV zur Erlangung einer Einzelbetriebserlaubnis handelt. Die dazu erforderlichen Gutachten und Nachweise kosten so viel, da kannst du dir gleich ein Neufahrzeug kaufen. In Deutschland bezweifel ich, dass du für so ein Bastelfahrzeug alle erforderlichen Genehmigungen bekommst, fängt bei der Elektrik an und hört bei der angepassten Bremsanlage auf.

cbra am 22 Okt 2019 07:33:43

BOWO hat geschrieben:Ich halte das Vorhaben für undurchführbar da
1. es wirtschaftlich bei einen so alten Fahrzeug keinen Sinn macht

vielleicht ist es gearde am anfang sinnvoll auf einem etwas ältern auto zu beginnen. machen ja viele selbtsbauer so - wer holt schon ein nagelneues auto und entkernt das ohne sowas vorher gemacht zu haben.

BOWO hat geschrieben:2. Es sich faktisch um ein Neufahrzeugbau handelt der eine Einzelabhnahme beim TÜV zur Erlangung einer Einzelbetriebserlaubnis handelt. Die dazu erforderlichen Gutachten und Nachweise kosten so viel, da kannst du dir gleich ein Neufahrzeug kaufen.
BOWO hat geschrieben: In Deutschland bezweifel ich, dass du für so ein Bastelfahrzeug alle erforderlichen Genehmigungen bekommst, fängt bei der Elektrik an und hört bei der angepassten Bremsanlage auf.


wieso unterstellst du dem TE ein "bastelfahrzeug" hier gibts einige die durchaus sehrgut arbeiten. und auch eine zulassung ist machbar, gibt ja viele kleine entwickler und fahrzeugbauer die ihre teile zugelassen bekommen. und ich glaube es geht ihm nicht darum ein neufahrzeug von der stange zu kaufen fürs gleiche geld sondern ums interesse an der sache - der machbarkeit.

helmut7 am 22 Okt 2019 09:42:16

Hallo liebe Forumsteilnehmer.
Da ist ja für mich unerwartet viel an Resonaz gekommen.
Ein Problem ist leider, daß viele nur den aus unerfindlichen Gründen unvollständigen ersten Beitrag gelesen haben, der nur ca. 1/3 des gesamten Beitrages beinhaltete. Inzwischen ist nur noch der korrigierte 2. Anlauf im Forum. Also wer sich näher dafür interessiert, bitte noch den Rest lesen.

Zum Thema Gewicht hatte ich ja in dem vollständigen Beitrag schon angesprochen, daß ich hier kein Mehrgewicht anstrebe und das auch für halbwegs realistisch halte.
Die Reichweite sollte sich nicht ändern, da der Rangeextender ja aus dem selben Kraftstoffvolumen gespeist wird wie vorher der Diesel. Der Wirkungsgrad eines Rangeextenders ist deutlich höher als der normale Antriebsteil eines Kfz, da der Motor ständig konstant im optimalen Drehzahl/Drehmomentbereich laufen kann (wenn er gebraucht wird, also in der Regel außerhalb geschlossener Ortschaften bei höheren Geschwindigkeiten).

Die Reisezeit würde sich in keiner Weise ändern, da ich wie bisher zwischen 100...110 Km/h fahren würde ohne wenn und aber.

Der Vorschlag von Stocki333 LTO-Zellen zu verbauen scheitert am Gewicht. Ich kannte diese Zellen noch nicht und hab mir mal die Datenblätter angeschaut. Für meine angestrebten 9 KWh Akkukapazität würde das Gewicht von 96 Kg auf 180 Kg steigen. Für mich ein Nogo. Bei höheren Lastströmen geht außerdem die Lebensdauer stärker in die Knie als bei den Winston 90Ah WB-LYP90AHA Zellen.

Was die TÜV-Abnahme betrifft hab ich wie schon in dem vollständigen Beitrag beschrieben bereits einige Firmen gefunden, die einen Umbau auch incl. TÜV-Abnahme anbieten und darin Erfahrung haben.

Die Umweltaspekte sehe ich hier sehr wohl positiv. Im Stadtverkehr,wo die Umweltthematik am kritischsten ist, würde ich rein elektrisch fahren und nur außerhalb der Städte den Rangeextender dazuschalten. Der hat durch die konstante Drehzahl bei der betreiben wird ein wesentlich besseres Abgasverhalten als die Motoren in den normalen Autos, die nur selten in einem vernünftigen Arbeitsbereich betrieben werden. Ein normaler Automotor mit heutzutage üblichen 150PS und mehr wird in aller Regel nur weit außerhalb des optimalen Betriebszustandes betrieben. Im Stadtverkehr läuft dieser Motor praktisch nur im Leerlauf bei Wirkungsgrad ferner liefen. Wenn nicht überall hoffnungslos überdimensionierte Motoren verbaut würden, könnte auch der Spritverbrauch der heutigen Autos spielend um Faktoren gesenkt werden. Ganz anders bei diesem Hybridantrieb in meinem Konzept. Hier laufen praktisch alle elektrischen Komponenten immer im Wirkungsgradbereich um die 90-95%. Auch der Verbrennungsmotor des Rangeextenders kann so im Bereich um 25% Wirkungsgrad laufen im Gegensatz zu den durchschnittlich unter 10% Wirkungsgrad beim normalen Kfz-Einsatz. Beim Stop and go Verkehr sind das sogar unter 1%. Dazu muß man sich nur mal die Motorkennlinien anschauen.
Hier hat der elektrische Antrieb riesige Vorteile.

Dann noch zu dem Beitrag von Duca250 mit dem "schicken Austauschdiesel". Da kann ich nur sagen, daß
die Motoren, die mir als Austauschdiesel von Peugeot angeboten wurden bekanntermaßen nicht akzeptabel sind (siehe Ford Puma-Forum). Ich habe nach meinem Motorschaden bei 68.000 km alle Register gezogen einen vernünftigen Motor zu bekommen. Leider vergeblich. Ich habe ein Gerichtsgutachten vorliegen, das festgestellt hat, daß die Kolben der Motoren bereits ab Werk Risse haben und es nur eine Frage der Zeit/Belastung ist bis es knallt. Es hat sehr intensiver Recherchen bedurft einen Motorenaufarbeiter zu finden, der bessere Kolben in eigener Regie produzieren läßt.

soviel erst mal für heute und vielen Dank für die rege Diskussion.

Herzliche Grüße
Helmut

babenhausen am 22 Okt 2019 10:27:28

Welchen Aufwand an Kw schätzt du um deine angestrebten Leistungsbereiche auf Dauer zu erhalten?
Gewicht Fahrzeug? mit Range extender (welche Leistung u. Gewicht,Platzbedarf usw)

Nicolas209 am 22 Okt 2019 10:46:56

Hallo Helmut,
ich will Dir dein Euphorie nicht nehmen, aber Du schreibst die Umwelt liege Dir am Herzen, besonders im Stadtverkehr.
Mir auch also kaufe ich einen Euro6d temp Diesel.
Das Thema Feinstaub und Stickoxide ist "durch". Hat sich nur noch nicht rum gesprochen.

--> Link

Der Umweg: Diesel range-extender, Akku , E-Motor für zu einem massiven Anstieg der Kohlendioxid Emissionen. Nur um thermischen Verluste, Verluste bei Ladung und Entladung zu nennen.

Hier lese ich immer wieder TÜV...
-Ich würde mir zuerst mal Gedanken über die Gefahrgutrechtliche Seite machen.

-Sind die UL Tests vorhanden?
Wir haben die in Asien machen lassen. Das ging schnell (aber mindestens 3 Monate plus Transport) und war sehr preiswert. Bei kleineren Akkupacks um die 10.000$ (plus Material)

--> Link

- Ist eine Elektrofachkraft mit Anweisungsbefugnis vorhanden? Bei Arbeiten an Gleichspannung ab 120V zwingend vorgeschrieben.

Die Behörden sind da, zu Recht, sehr humorbefreit. Wer sich mit dieser anspruchsvollen Materie befasst, dem wird bei Verstößen "Vorsatz" unterstellt und dann
sind nicht nur Geld- und Freiheitsstrafen ein Thema sondern auch "Vermögensabschöpfung". Also lass Dich auch rechtlich beraten bevor Du etwas beauftragst.

gordan am 22 Okt 2019 13:39:27

:)
Bei allem Respekt, es m.M.n. zu ambitioniert, zu optimistisch und auf diese Weise kaum bezahlbar und realisierbar.
Ich wünsche viel Erfolg, aber an positiven Ergebnis glaube ich nicht. :(

Beste Grüße
Gordan

Stocki333 am 22 Okt 2019 13:59:16

Hallo Helmut
Mal eine ganz blöde Idee.
Besorg dir doch einen BMW I3, Als Unfallwagen, und baue das Zeug in dein Auto ein. würde manches vereinfachen. Vieleicht eine Schnapsidee, aber immerhin eine Idee.
Franz

skysegel am 22 Okt 2019 14:59:48

Ich hab da mal eine OT Frage: Du sagst, in deinem Boxer Bj 2008 ist ein 2.2 HDI mit 130 PS eingebaut. Nach meinen Informationen (und Wikipedia weiß das auch nicht anders) wurden die erst ab Ende 2011 damit ausgerüstet. Vorher nur mit 120PS. Die 130PS waren 2.3l Sofim Motoren.
Mich interessiert alles, was mit den PUMAs in den PSA-Sevels zu tun hat, deshalb wäre ich an einer Bestätigung interessiert, was denn nun stimmt.

Ulli

Metalfriese am 22 Okt 2019 16:13:19

helmut7 hat geschrieben:Der Wirkungsgrad eines Rangeextenders ist deutlich höher ..., da der Motor ständig konstant im optimalen Drehzahl/Drehmomentbereich laufen kann (wenn er gebraucht wird, also in der Regel außerhalb geschlossener Ortschaften bei höheren Geschwindigkeiten).
..., da ich wie bisher zwischen 100...110 Km/h fahren würde


Das Rechenbeispiel ist wie bei E Autojüngern üblich, durch die rosa Brille gesehen.....
Du fährst deinen Akku in der Stadt leer -(hast ja selber vorgerechnet) und möchtest dann auf der Bahn beschleunigen - dein Rangeextender mit seinen 30kw muss aber erst mal den Akku laden bevor du die nötigen 70-100kw zum mehrfachen beschleunigen und evlt Bergfahrten abrufen kannst - es ist keine Reserve/Puffer da.....
Die erträumten 30kw für 100km/h mögen evtl theoretisch hinkommen- auf der Ebene ohne viel Verkehr, also so gut wie nie. Dur brauchst laufend mehr Energie- die aber nicht da ist, weil der Extender nur genau das liefern kann.....eine Fahrt durch die Alpen kannst so - mit diesem Konzept - vergessen.

Nebenbei dürfte ein Motor mit all seiner Abgasnachbehandlung (noch dazu im Teillastbereich) wesentlich sauberer laufen, als ein kleiner Range Extender ohne die ganze Peripherie, der immer am Limmit arbeiten muss.

helmut7 am 22 Okt 2019 21:41:15

babenhausen fragte: Welchen Aufwand an Kw schätzt du um deine angestrebten Leistungsbereiche auf Dauer zu erhalten?
Gewicht Fahrzeug? mit Range extender (welche Leistung u. Gewicht,Platzbedarf usw)

Ja ein paar Punkte hab ich bisher in meiner Liste hier vergessen, die aber sehr wohl im Hinterkopf sind.
Jemand hat das Thema Bremsenergie zurückgewinnen angesprochen. Das hab ich natürlich auch vor. Dafür sind auch die Li-Batterien ausgesucht daß sie sowohl den Strom für kurzzeitig 100 KW Motorleistung liefern können als auch den Ladestrom von der Bremsenergie aufnehmen können. Das ist der Grund für die 9 KWh Batterie, die man eigentlich nur dafür so groß dimensionieren muß, daß diese Ströme vrnünftig verarbeitet werden können. Für den sonstigen "Stadtbetrieb" wäre keine so große Batterie nötig.
Die Batterie würde ich auch im Stadtbetrieb keineswegs leersaugen. Mit den geplanten 9 KWh käme ich im typischen Stadverkehr sicher leicht auf eine Reichweite von mehr als 50 km. So lang ist selten eine Stadtdurchfahrt. Die Batterie sollte sinnvollerweise möglichst im Bereich zwischen 20% und 80% der Kapazität betrieben werden. Das ist erstens gut für die Lebensdauer und läßt Puffer für eine Rückspeisung der Bremsenergie. Bei unter 20% wird dann typischerweise der Rangeextender anspringen.
Die Energie für den "laufenden Betrieb" also gleichmäßig dahinfahren mit z.B. 110 km/h soll ja der Rangeextender liefern. Dafür ist nicht mehr als 30-40 KW Leistung nötig. Das hab ich mal bei meinem Wohnmobil gemessen.
Für irgendwas muß es ja gut sein daß man mal Physik gelernt hat. Dazu hab ich einfach mal das Auto in der Ebene auf 150 Km/h beschleunigt (bei leerer Autobahn) und die Geschwindigkeit bei ausgekuppeltem Motor über die Zeit aufgenommen. Das macht mein Garmin-GPS sowieso automatisch,
das alle gefahrenen Routen aufzeichnet. Ich mußte nur die Aufzeichnungsrate auf "hoch" setzen damit die Messungen oft genug erfolgen. Aus den aufgezeichneten Daten kann man dann relativ einfach die
"Bremsenergie" des Luft-und Rollwiderstandes abhängig von der Geschwindigkeit errechnen (das laß ich
Excel rechnen). Das ist eine realistische Messung, die auch die Getriebe, Differential und sonstigen
Reibungsverluste beinhaltet. Diese Leistung geht im wesentlichen quadratisch mit der Geschwindigkeit hoch solange der Luftwiderstand dominiert. Das ist im normalen Fahrbetrieb fast immer der Fall wenn man nicht gerade mit 5 km/h im Stau fährt. Bei 50 km/h braucht man dann in der Ebene nur noch 10 KW Leistung.
Es gab auch die Meinung in den Kommentaren, daß Stadtverkehr kaum ein Thema sei.
Ich fahre zum Beispiel nur die großen Anfahrtstrecken Autobahn aber im Zielgebiet praktisch nur
Landstraßen, die zwangsläufig häufig durch Ortschaften führen. Gerade hier hat der E-Antrieb seine Stärken und den großen Vorteil im höheren Gesamtwirkungsgrad des Systems und damit einem niedrigeren Verbrauch.
Die Meinung von Stocki "Man sollte mindestens 100 KWh Batteriekapazität haben" geht völlig an meinem
Konzept vorbei. Diese Batterie würde allein schon als Li-Batterie über 1100 Kg wiegen. Da müßte ich also kräftig auflasten, was ich zwar prinzipiell könnte aber keinen Sinn darin sehe.
Nochmal: ich will die Batterie nur als Puffer für die Leistungsverbrauchsspitzen zum Beschleunigen etc. und zum Aufnehmen der Bremsenergie benutzen. Die mittlere Dauerleistung kommt aus dem Rangeextender der mit 40 KW völlig ausreichend dimensiniert ist um 110 Km/h dauernd zu fahren. Durch den viel besseren Wirkungsgrad (ca. 90%) des Elektroantriebs gegenüber dem Verbrennungsmotor vor allem auch bei geringeren Geschwindigkeiten spare ich wahrscheinlich sogar noch ziemlich viel Sprit ein gegenüber dem direkten Antrieb durch den Verbrennungsmotor. Der Verbrennungsmotor in dem Rangeextender läuft ja im Gegensatz dazu immer im optimalen Betriebsbereich wo er den besten Wirkungsgrad bzw. den geringsten Verbrauch je erzeugter KWh hat.
Metalfriese hat noch einen Kommentar geschrieben, daß eine Fahrt durch die Alpen völlig unmöglich sei weil laufend mehr Energie gebraucht würde als der Rangeextender liefern kann.
Da unterliegt er meiner Meinung nach einem gewaltigen Trugschluß. In den Alpen hab ich zwar große
Steigungen aber dort kann ich auf den Serpentinenstraßen keine 110 Km/h fahren, sondern zwischen 10
Km/h an den Kehren und bestenfalls 80 km/h auf den Geraden. Im Mittel also vielleicht bestenfalls 30 km/h. Vor den Kehren muß ja abgebremst und danach wieder beschleunigt werden. Mein normaler Borddiesel hat seine 130 PS/96 KW ja auch nur bei genau 3000 U/min bei schlechtem Wirkungsgrad und so wird er nur selten betrieben. Auch bei pausenlosem Schalten wird in der Praxis im Mittel nur ein Bruchteil dieser Leistung genutzt. Die Bremsenergie sollte man auch nicht unterschätzen. Die von mir angedachten LithiumEisen-Zellen haben kaum Verluste beim Laden/Entladen. In meinem WoMo lade ich meine 160 Ah Batterie z.b. mit über 100 A ohne daß diese überhaupt eine spürbare Erwärmung hat. Diese Verluste kann man getrost nahezu verlachlässigen. Der Permanentmagnetsynchronmotor hat über einen großen Drehzahlbereich einen Wirkungsgrad von 90-95%. Dies gilt auch im Generatorbetrieb.
An das ganze Thema E-Antrieb gehe ich keineswegs blauäugig heran, wie es in vielen Kommentaren
anklingt. Ich bin von der Ausbildung her Elektroingenieur und befasse mich schon längere Zeit mit dem
Thema Energieelektronik. Der Gedanke reift bei mir schon seit einigen Jahren. Nun ist aber die Zeit langsam reif, daß man an eine Realisierung der Ideen denken kann.
Ich sehe noch ein bischen Zeit ins Land gehen bis ich dieses Konzept evtl. umsetze. Wenn man sich aber
nicht vorher möglichst genau über die ganzen Randbedingungen informiert kann man am Tage X nicht zur Tat schreiten. Wenn der Tag gekommen ist (z.B. weil mein Diesel wieder einen größeren Schaden hat) muß das Konzept schon so gut wie fertig konkret umsetzbar in der Schublade liegen. Deshalb hab ich auch schon mit vielen Firmen versucht Kontakt aufzunehmen, die man zur Umsetzung braucht.
Bisher scheitert es z.B. genau an diesem Punkt des Rangeextenders eine Firma zu finden, die alle
Komponenten dieses Konzeptes in ein Gesamtsystem einbinden kann und beim TÜV erfolgreich
durchbringt. In den USA würde ich das einfach selbst zusammenschnallen und damit fahren. In Deutschland ist dies aber eben nicht machbar. Es gibt zwar beim TÜV Sonderregelungen für Einzelstücke und Prototypen aber auch die haben es in sich. Ich brauche eine Lösung mit der ich in Europa problemlos herumfahren kann.
Die Idee von Stocki333 einen Rangeextender aus dem BMWi3 auszuschlachten ist hier zwar naheliegend
aber eben nicht zu Ende gedacht. Ich brauche Komponenten, die von einer Umbaufirma in ein
Gesamtkonzept eingebunden werden können. Das heißt konkret z.B. daß die Steuerung für den
Rangeextender natürlich eine offene bekannte Schnittstelle haben muß, die von dem Hauptprozessor des Fahrzeuges kontrolliert werden muß. Diese Bedingung ist bei ausgeschlachteten Teilen üblicherweise nicht gegeben. Das ganze muß ja von der Umbaufirma, die die Systemverantwortung hat beim TÜV plausibel vorgestellt werden.
Nun ist noch das Thema aufgekommen, daß es bei dem hohen Investment in den E-Antrieb doch sinnvoller sein könnte, lieber ein neues Wohnmobil mit Euro6dtemp zu kaufen. Das mag für den einen oder anderen eine akzeptable Alternative sein. Für mich kommt das aus mehreren Gründen nicht in Frage:

1.) Ein vergleichbares Fahrzeug wie das jetzige (Seitz Tikro, 3,5 To, 5,7 m lang, 2,08m breit) gibt es leider nicht mehr zu kaufen. Die Firma hat 2011 aufgehört Wohnmobile zu bauen. Ich hab ein Wohnmobil das bei geringen Aussenabmessungen alles drin hat was ich brauche, Stehhöhe für 2m-Leute und auch ein 2m-Bett.
So werde ich versuchen dieses Fahrzeug noch so lange wie möglich zu nutzen.
Skysegel wollte noch wissen, wie die 130PS Maschine zu dem BJ2008 passt.
Das ist ein Thema das mir laufend Kopfzerbrechen bereitet. Das Basisfahrzeug unseres WoMos ist offenbar ein Reimport, den der Wohnmobilhersteller hier nach Deutschland geholt hat. Skysegel hat natürlich recht daß es in Deutschland normalerweise diese Variante nicht gibt. Es ist aber definitiv der 2,2l Ford Puma Motor, der schon mit feinen Rissen in den Kolben ausgeliefert wurde. Dieses Thema ist seit 2006 bekannt, wurde aber bis vor kurzem unverändert so geliefert. Mir liegt ein Gutachten eines Gerichtssachverständigen vor, das genau das bestätigt. Sonst würde ich mich hier nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Für mich hat der Reimport den riesigen Nachteil daß im Fahrzeugschein unter Punkt 2.2 nur 8 Nullen stehen statt dem üblichen Code für die Modellvariante. Für Ersatzteilkauf ist das ein großes Handicap. Abgesehen davon ist der Unterschied 120/130 PS letztlich ja nur ein SW-Unterschied in der Motorsteuerung. Per Chiptuning kan man ja hier alles machen. Was die Lebensdauer dazu sagt ist ein eigenes Thema.

2.) In dieses Auto hab ich viel Zeit investiert um es für meine Belange zu optimieren und z.B. auch schon seit vielen Jahren eine Eigenbau Solaranlage mit 160 Ah Lithium-Batterie statt Bleigel. Das ist ein rundum Sorglospaket das es so nicht zu kaufen gibt. Dazu gibt es auch einen Beitrag von mir hier im Forum. Ferner hab ich mir auch einen 1KW/12V-Durchlauferhitzer eingebaut, der problemlos aus der Lithiumbatterie Warmwasser erzeugt ohne daß ich einen Boiler anheizen muß. Die Lithiumbatterie liefert diesen Strom nahezu verlustfrei. Mit Bleigel wäre das vom Wirkungsgrad her ein fast perverses Unterfangen.

Nun hab ich, glaube ich, so ziemlich alle Inputs aus den Kommentaren "verarbeitet" und bedanke mich bei allen für die Kommentare. Mein Ziel ist zum einen dazuzulernen weil sicher der eine oder andere noch einen guten Tip für mich hat und andererseits auch fernab der "rosaroten Brille" aufzeigen, daß es nicht so träumerisch ist wie es auf Anhieb klingen mag, ein Wohnmobil auf E-Antrieb umzurüsten. Vielleicht fängt der eine oder andere technisch versierte auch an sich genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dann könnten wir uns austauschen.
Nur unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet kann sich so eine Lösung natürlich nicht
durchsetzen. Ich betrachte es eher unter dem Aspekt aus der Not (Nächster Motorschaden wann ? ? ?) eine Tugend zu machen und nach einer technisch sinnvoll realisierbaren E-Antriebslösung zu suchen. Dies auch deshalb, weil mir Technik Spaß macht und ich schon immer versucht habe meiner Zeit im Denken ein bischen voraus zu sein.

Soviel für heute und allen viel Spaß beim Nachdenken über etwas exotische Konzepte.

Helmut

Metalfriese am 23 Okt 2019 00:15:40

Vergiss Rekuparation. Alle E Fahrzeugbesitzer mit denen ich bisher beruflich zu tun hatte, haben einhellig zugegeben, das sie die maximale Reichweite erreichen, wen die Rekuparation ausgeschaltet ist. Die Bremswirkung durch den Ladevorgang ist so groß, das selbst bei Gefällestrecken Gas gegeben werden müsste (dieses "Segeln" ist Traumdenken). Einziger Vorteil, den ich auch in der Arbeit bei dem Betrieb von Staplern sehe ist der OPD (OnePedalDrive), eben durch die enorme Bremswirkung - Energie(rück)gewinnung ist zu vernachlässigen.

Les ich das so durch, komme ich zu dem Schluss, du möchtest das Ganze Elektrisch, aber eher rein über den Betrieb mittels eines schwachen Rangeextenders betreiben, der im Notfall durch Akkuleistung unterstützt werden soll (wann soll der den Akku laden, wenn der die Ganze Zeit voll ausgelastet schuftet??)
Sorry, aber dieses Konzept erachte ich (ICH, andere mögen anders denken) als komplette Schwachfug -sorry für die Aussage, aber wenn das Ansatzweise sinnvoll wäre, gäb es solche Lösungen :-) BZW gibt es so ähnlich , die nennen sich Hybrid. Aber da überwiegt der Verbrenner und der E Antrieb ist untergeordnet -warum wohl?
Du möchtest mit einem Verbrenner permanent Strom erzeugen, und mit dem fahren -Verluste plus Verluste plus Verluste.....macht das Ganze nicht wirklich effizienter.
Schau dir mal eine dieselelektrische Lokomotive an, oder ein Kreuzfahrtschiff neuerer Generation - die machen auch nicht mit Rangeextendern rum. Warum wohl? Bei der geringsten Steigung ist der Rangeextender mit seinen 40kw am Ende weil du 70kw BRAUCHST, Akku leer und dann? Stehst du am Irschenberg :-)

Tinduck am 23 Okt 2019 08:37:27

Ich denke auch, wenn das kein Flachlandwomo werden soll, muss entweder der Range Extender genug Leistung bringen, um eine Steigung zu bewältigen, oder der Akku muss gross genug sein, um für 15-20 Minuten allein die gebrauchte Bergauf-Leistung zu bringen. Das würde dann mit laufendem (kleinen) Range Extender vielleicht 30-40 Minuten reichen.

Rekuperation dürfte wirklich nur bei Gefällen mit 10% aufwärts was bringen, es sei denn, man macht da eine Tempomat-Regelung rein, die nur so viel rekuperiert, dass die Geschwindigkeit gehalten wird, etwa wie ein Retarder.

Gernerell hat das Konzept ECHTER Hybrid (im Gegensatz zu den Schummelhybriden von Toyota &Co) schon Einsparpotential. Das Problem sind die wechselnden Fahrzustände, mit denen ein Verbrenner mit Getriebe besser zurechtkommt, weil er aus einem grösseren Energiereservoir schöpft. Natürlich zum Preis der geringeren Effizienz.

Wenn man den Range Extender auf 75 kW auslegt, könnte das ganze in jeder Situation funktionieren. Ob man dann noch was spart, ist die andere Frage...

bis denn,

Uwe

babenhausen am 23 Okt 2019 09:52:52

Ich glaube der Range Extender wird eine Anhängerlösung.
50 KW Leistung bei einem Dieselgenerator erfordert schon einiges an Gewicht,das wird ein netter 4 Zylinder Industriediesel von 75 Kw ganz zu schweigen.
Schalldämmung usw...In einem bestehenden Wohnmobil kaum unterzubringen ohne die Wohnfunktion einzuschränken zumal eine zusätzliche Gewichtsbelastung auch noch bedacht werden muss.
--> Linkängerer
Spannend das ganze weiter so

Metalfriese am 23 Okt 2019 23:30:01

Wieso Anhängerlösung -da wär doch schon ein Motor drin :-) Muss man halt irgendwie noch nen E Motor/Generator mit dranhängen...

Ich hab mir die Gedankengänge noch mal durchgelesen - es geht drum das Fz gerade so am laufen zu halten und für das beschleunigen Energie zu nutzen, die hoffentlich mal über geblieben ist, OK.
Aber Heizen? Gebläse, Licht, Servolenkung , Bremskraftverstärkung ,evtl Klima usw.....Radio - wird mit keinem Word erwähnt - Lapalien, die aber auch versorgt werden MÜSSEN.

felix52 am 24 Okt 2019 00:29:24

Um mich kurz zu fassen:
Die ReKu steuert immer nen deutlichen Anteil zur Reichweitenverlängerung bei.
Bedingt aus ZWEI Faktoren:
- Sie umfasst auch aktives Bremsen.Das ist in der Regel der Fall.
- Sie erfordert zur Optimierung nur vorrausschauendes, antiaggressives Fahren.

Die hier veröffentlichten Daten zur Batterie sind wirklichkeitsfremd. Die umfangreiche Software kann man nicht einfach nachbauen und
"einbauen"!
Notwendige Elemente wie Software Steuerung, Wärmepumpe, Klimatisierung der Antriebsakkus sind nicht beachtet. Notfallprogramme,
Reichweitenverlängerung und Infotainment fehlen.Und ein vernünftger Akku so etwa für die von Dir angestrebte Reichweite von 200 km.
Dazu noch teuere AC/DC Ladeoptionen ab 22 Kwh, damit Du nicht "überwintern" musst.

Isolation, Unterbringung, Brandschutz, Einzelabnahme kommt überhaupt nicht in Frage, sondern "neue Typzulassung". Crash Tests usw.

Und nun noch die Verbindung mit nem Stinker-Motor. Das schafft selbst Röno nicht. Die bieten seit Jahren einen Kastenwagen erfolgreich mit 120 km Reichweite
ab 70 T Öcken in der Grundausstattung an. Wegen der Umweltzonen z.B. in Paris oder London.
Die Dinger fahren 150 km weit nach Wltp und brauchen 7 Stunden für die Aufladung --> Link. Siehe auch die Postfahrzeuge. Die sind noch teurer. Beide beginnen als Kleinkastenwagen bei 70T Öcken....
Hymer hat das auch mal versucht mit E-Unterstützung für richtig Geld. Aber damit kam man nur auf die Stellplatzkeile wie beim "Mover".
Im Ernst. Habe jetzt 70 k km seit 2015 mit meinen 3 B-Evs zurückgelegt. Jetzt kommt ein Vierter hinzu. War überall bis nach GB mit den Fahrzeugen unterwegs. Haben sich längst amortisiert.

Aber Du hängst einem Traum nach. :wink:
Allerdings: Besser ein Traum als vergiftete Vorurteile......
:ja:

andwein am 24 Okt 2019 10:24:31

felix52 hat geschrieben:Um mich kurz zu fassen:...... Aber Du hängst einem Traum nach. Allerdings: Besser ein Traum als vergiftete Vorurteile......

Eine gute Ergänzung, sowohl fachlich als auch von der Einschätzung. Aber einfach mal querträumen hilft, allerdings hilft dabei auch eine Themenliste ungemein. Und an erster Stelle steht halt die allgemeine Sicherheit im Straßenverkehr und den vertritt der TÜV!! mit einer Einzelabnahme des Fahrgestells
Gruß Andreas

cbra am 24 Okt 2019 10:29:40

felix52 hat geschrieben:.

Aber Du hängst einem Traum nach. :wink:
Allerdings: Besser ein Traum als vergiftete Vorurteile......
:ja:



plus von mir dafür - passt nicht nur hier sondren in vielen threads

Stocki333 am 24 Okt 2019 12:41:55

Dem Positiv möchte ich mich anschliessen.
Ich sehe das Projekt so wie es geplant ist als eine Krücke, die nicht das bringt, was sich der Te vorstellt.
Nur eine Überlegung.
Ein normaler Hybrid-PKW mit 1,5 t Gewicht.
Welche Reichweite hat der im Stadtverkehr.
Mit welcher Accukapazität fährt der unter Realbedingungen damit.
Du hast aber 3,5 T. Das kannst du nicht 1:1 Umlegen. Die Beschleunigungsphasen fressen viel mehr Energie.
Den CW Wert einfach mal ausser acht lassend.
Überprüfe diese Daten einmal. Und lege es auf dein Projekt um.
Darum auch meine Schnappsidee mit den BMW. Der sollte dich nur zum Nachdenken bringen. Ging leider nach hinten los.
Aber eins Sollst du wissen. Dein Projekt, das hat was.
Und als erstes muß das ganze in der Theorie praxistauglich funktionieren.
Alles andere ist zu dem jetzigen Zeitpunkt nich relevant.
Wie TÜV, Zulassung, Wer baut mir das ein. Zu deinem Zeitpunkt der Ideen nicht Wichtig.
Und du solltest dir die Meinung der Schreiber durch den kopf gehen lassen. Nicht einfach weiterlesen.
Gruß Franz

Tinduck am 24 Okt 2019 13:01:38

Noch eine Anmerkung zum Dieselelektrischen Antrieb (echter Hybrid). Den nutzt man nicht ohne Grund nur da, wo das Gewicht eine sehr untergeordnete Rolle spielt (Schiffe und Züge, tw. Stadtbusse). Man braucht halt 2 x die Krafterzeugung, was auch annähernd doppelt wiegt.
Vorteil ist die mechanische Entkopplung von Verbrenner und Antrieb, was das Getriebe spart, die Steuerung des Systems vereinfacht und z. B. Radnabenmotoren ermöglicht. Die wären für Deine Idee noch eine Möglichkeit, um Platz und Gewicht zu sparen. Aber insgesamt wirds mit einem ausreichend dimensionierten Stromerzeuger eher schwerer als das Ursprungsmodell.

bis denn,

Uwe

felix52 am 24 Okt 2019 18:14:21

Stocki333 hat geschrieben:Du hast aber 3,5 T. Das kannst du nicht 1:1 Umlegen.
Gruß Franz


Genau, Franz

ich hatte das hier einmal vor etwa einem Jahr vorgerechnet.
Das Gewicht ist z.Zt. entscheidend.
Ohne ein neues Grundkonzept (kein Verbrenner Motor, kein Gas für Heizung, Kocher und Warmwasser)
kann die Gewichtsklasse nicht eingehalten werden.
Denn von den Gewichten (und den Kosten) her ist ein z.Zt. realistischer 3,5 to z.G.G. Wert nicht einzuhalten.
Ein Li Akku mit einer Nettokapazität ( dazu 4 kWh Reserve, das erkläre ich noch, von 50 kWh liefert auch im Winter sichere 200 km Reichweite.

Er wiegt ca. 400 kg. Trotz fortschreitender Verdichtung bei den Akkus sind diese jetzt technisch wohl fast ausgereizt.
Selbst bei Einsparung des Diesel - Motors und Verwendung von Radnarbenantrieben bleibt kaum mehr als 100 kg Gewichtsminderung übrig.

Und echte 300 kg mehr bedeutet mehr als die mögliche Zuladung, selbst wenn man noch den Dieseltank mit Füllung in Abzug bringt.

Aber hier geht das jetzt am Thema vorbei.
Und Hybrid kann beim Womo keine Lösung sein. Das wäre noch mehr Gewicht.

Ich möchte deshalb in den nächsten Tagen dazu ein neues Thema hier erstellen.

Schönes Wochenende hier Allen
:)

Airemperor am 25 Okt 2019 13:07:17

Hallo Helmut,

also ich bin ja ein großer Fan von "outoftheboxthinking" und hab auch immer genügend Ideen auf Lager für die ich bisweilen als verrückt oder größenwahnsinnig bezeichnet werde.
Deswegen kann ich dich gut verstehen und bin sehr interessiert an deinem Vorhaben.

In diesem Fall aber würde ich einen anderen Weg gehen. Es geht dir ja darum das Womo so lang wie möglich weiter zu fahren. Ausserdem willst du das Damoklesschwert Kolbenbruch eliminieren.

Du hast ja nach eigenem Bekunden einen Hersteller für anständige Kolben gefunden. Ausserdem bist du ja Schrauber wie es scheint und schreckst auch vor großen Aufgaben nicht zurück.

Ich würde mir einen gebrauchten Motor besorgen, ihn in alle Einzelteile zerlegen und dann in aller Ruhe mit den besseren Kolben und der größten Sorgfalt wieder zusammenbauen. Das lässt sich problemlos in der eigenen Garage oder im Keller erledigen.
Ausserdem kostet es dich einen Bruchteil an Geld. Zudem bliebe dir wesentlich mehr Lebenszeit um Das Womo auch zu nutzen. Und ausserdem kannst du das alles allein machen. Kein TÜV, keine Fremdfirmen, keine Dummlaller, keine Halsabschneider und kein Risiko eines Misserfolges.

Und sollte dein jetziger Motor dann mal hoch gehen ist er ruckzuck getauscht.

So würde ich das machen.

Aber wenn du Dein Vorhaben weiter durchziehst werd ich es allein aus ideologischen Gründen wohlwollend begleiten und neugierig verfolgen.

Viel Spass und Erfolg,

Markus

P.S. wenn du dir selber Kolben konstruieren willst und jemanden brauchst der sie dann fertigt, sag bescheid.

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Fiat Ducato 130 MJ BJ 13, Radio Delphi F250FL Aux
Zusatz Luftfederung nachrüsten Ducato 250 mit Alko Chassis
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt