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Polen im Herbst - 10 Tage


spechtinator am 22 Okt 2019 22:08:02

Hallo zusammen - dies ist mein erster Reisebericht.

Der Freund unserer Tochter studiert seit September in Bialystok. Also stand unser Urlaubsziel für den Herbst fest. Wir hatten - bedingt durch die Schulferien - leider nur vom 03.-12.Oktober Zeit. Trotzdem haben wir viel erkundet und vom Land gesehen. Als Schulkind war ich selbst mit der Klasse in Auschwitz gewesen, wovon allerdings nur noch Bruchstücke im Kopf vorhanden waren. Das wollte ich mir schon seit längerer Zeit wieder in Erinnerung bringen. Somit standen als Ziele Bialystok am Wochenende und Ausschwitz am letzten Freitag (man sollte die Führung vorbuchen) fest. Alles andere haben wir darum gestrickt. Insgesamt ungefähr 2.800km.



Am 02.10. ging es ca. 16:00 Uhr los. Nach ungefähr 2 Stunden Stau am südlichen Berliner Ring kamen wir gegen 22:00 Uhr bei Agrotourism Wigwam in der Nähe von Posen an. Alles war dunkel und der Stellplatz verschlossen. Neben dem Tor stand ein Schild mit einer Telefonnummer. Wir riefen an und kurze Zeit später kam der Besitzer mit dem Auto und hat uns um diese Zeit noch reingelassen. Super nett. Der Platz war schön angelegt und wir standen ganz allein.


Am nächsten Morgen ging es weiter bis Warschau. Wir hatten uns für Camping SUM entschieden. Etwas ausserhalb und doch war das Zentrum gut mit dem Bus zu erreichen. In jedem Bus ist ein Ticketautomat. Die einfache Fahrt kostet ca. 1€, die Tageskarte 4€. Der Platz selbst war allerdings sehr laut, aber das haben die Besitzer wieder wett gemacht. Die Tage davor hatte es geregnet und in der Einfahrt gab es eine größere Schlammpfütze. Der Besitzer hat wohl meine Blicke gesehen. Gleich nachdem ich unsere Womo abgestellt hatte kam er mit dem Gartenschlauch und hat alles sauber gespritzt. :)



Warschau hat uns sehr gut gefallen.


Altstadt




Kulturpalast





Grab des unbekannten Soldaten



Am Freitag ging es dann schon weiter nach Bialystok. Dort haben wir dann eine kurze Stadtbesichtigung gemacht.


Universität


Der Garten hinter der Uni



Fortsetzung folgt....

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spechtinator am 22 Okt 2019 22:38:37

Am Freitag Nachmittag haben wir dann unsere Tochter für das Wochenende bei ihrem Freund abgeliefert und sind zu zweit im Dunkeln ca. 210km auf polnischen Alleenstraßen in Richtung Wolfsschanze gefahren. Sehr anstrengend aber auch sehr schön. Die Straßen waren durchweg in einem Super Zustand. Bei einer kleinen Abkürzung wurde es dann zwar mal holprig, aber trotzdem alles OK. Wir kamen gegen 20:00 Uhr an der Wolfsschanze an. Bei der Dunkelheit hatte man das Gefühl es sei schon Mitternacht. An der Einfahrt gab es eine Schrankenanlage. Um diese Zeit waren natürlich alle geschlossen und der Ticketschalter auch. Meine Idee uns in den Wald zu stellen wurden von meiner Frau umgehend abgelehnt. Dann haben wir bemerkt, daß die Schranke an der Ausfahrt offen stand und sind eben dort rein gefahren. Kurz vor dem Stellplatz kam dann ein Wachmann auf uns zu und erklärte uns, daß wir uns einfach hinstellen und am nächsten Morgen bezahlen sollten. Wir standen somit wieder ganz allein im absolut stillen und finsteren Wald allein neben einer Bunkeranlage. Ein wenig gruselig - zumindest für meine Frau :D



Am nächsten Morgen haben wir unser Ticket gekauft, den Stellplatz bezahlt und uns die Anlage angesehen.







Anschließend ging es auf herrlichen masurischen Alleenstraßen nach Lötzen.




In Lötzen standen wir direkt an einem kleinen Hafen - diesmal nicht allein - es stand noch ein zweites Mobil da.




Gleich nebenan war die Drehbrücke. Wir hatten Glück und ein Schiff wollte durch. Das ist echte Handarbeit.





Bei unserem Stadtbummel durch das sehr schöne Städtchen stießen wir auf einen Wasserturm.



Den mussten wir direkt besichtigen. Zum Glück konnte man mit dem Fahrstuhl hochfahren. Ganz oben befand sich ein Kaffee.



Auch auf die Plattform konnte man. Der Ausblick war herrlich.




Der Abstieg erfolgte dann zu Fuß. In jeder Etage waren ältere regionale Fundstücke ausgestellt.







Abends ging es dann nochmal zur Uferpromenade....



... und anschließend zurück zum Stellplatz und ins Bettchen.



Am nächsten Tag ging es weiter zum Camping Widok am Wigry See.

Fortsetzung folgt...

Bakerman am 23 Okt 2019 04:27:00

Hallo Christian ,
Sehr schöne Bilder und ein Reisebericht der Lust macht Polen selber zu erleben . Insgesamt wird mir unser Nachbarland immer sympatischer! Freue mich schon auf die Fortsetzung .
Gruß Frank

macagi am 23 Okt 2019 05:50:26

Sehr schöne Bilder, danke.

MiGu1418 am 23 Okt 2019 08:52:54

Hallo Christian,

tolle Bilder und ein angenehm zu lesender Reisebericht, der Lust auf mehr macht.
Ich freue mich auf die Fortsetzung, die dann wahrscheinlich die Sehnsucht auf ein
selbst erleben weckt.

Gruß Guido

Julia10 am 23 Okt 2019 11:13:07

Eindrucksvolle Bilder :top: Gefällt mir sehr gut Dein Reisebericht :)

Viele Erinnerungen an Polenreisen werden wach. Warschau steht auch noch auf meiner Agenda, bin nur kurz fortgewesen.

Bin gespannt wie es weitergeht :) .

spechtinator am 23 Okt 2019 22:46:11

Schön wenn es euch gefällt. Hat uns auch sehr gefallen in Polen. Das war sicher nicht unser letzter Besuch.

Polen kannten wir vorher nur den grenznahen Bereich mit Märkten und alten Häusern. Da hatte man entsprechende Vorurteile. Je weiter man in das Landesinnere kam, desto schöner wurde das Land. Wir empfanden alles als sauber und ordentlich. Die Menschen waren nett und vor Diebstahl brauchte man keine Angst zu haben. Häuser hat man da gesehen - das war eine Augenweide.

Na jedenfalls sind wir dann am Sonntag morgen weiter gefahren zum Camping Widok. Der Platz hatte eigentlich nur bis September geöffnet, aber wir durften uns trotzdem hinstellen und standen wieder ganz allein.




Der Blick aus dem Küchenfenster war ein Traum.



Es war gegen Mittag. Wir sind hungrig mit dem Fahrrad zu einer Tour zum Kloster nach Wigry aufgebrochen und wollten unterwegs irgendwo etwas essen. Es gab aber nur Natur und das nicht zu knapp.







Nach ca. 14km kamen wir noch hungriger am Kloster an. Zum Glück gab es dort eine Gaststätte. Wir bekamen eine Karte - natürlich auf Polnisch. Also saßen wir beide mit dem Google-Live-Übersetzer über unseren Karten. Das hatte die Kellnerin mitbekommen und uns angeboten die Karte auf Englisch zu übersetzen. Das war sehr gut gemeint, aber so sattelfest ist unser Englisch nun auch nicht und der Dialekt tat sein übriges. Meine Frau bestellte sich irgendwas mit Eierkuchen und ich bestellte die Tagessuppe ???, verstand Chicken und habe Fritky gelesen. Dazu noch etwas was ich nicht verstand. Es kam dann eine sehr leckere Nudelsuppe und als Hauptgericht Hähnchenbrust mit großen Pommes und roter Beete - nur das ich die eben nicht esse :D . Meine Frau hat es gefreut. Zum Nachtisch noch zwei Kaffe und das ganze für knapp 17€. Unglaublich.

Gestärkt konnten wir jetzt das Kloster besichtigen. Insgesamt sehr schön, aber leider wurde an der schönsten Stelle gerade gebaut. Der kleine Innenhof mit den Wegen, Blumenbeeten und Rasenflächen war total aufgebaggert. Aber es war eben Oktober und keine Hauptbesuchszeit mehr.





Hier fing es langsam an im Hintergrund zu regnen




Wir machten uns wieder auf den Rückweg und wurden nur leicht nass.Da es kalt war und wir keine Handschuhe mit hatten, zog sich meine Frau eben ein paar Socken über die Hände. Sah ulkig aus, hat aber den Zweck erfüllt. Abends gab es dann noch ein lecker Spiegelei.


Bis auf ein paar Vögel war es nachts absolut still. Am Morgen waren es dann -2 Grad und ich konnte noch ein paar schöne Aufnahmen vom Sonnenaufgang machen. AUf dem Wasser lag noch Nebel.







Am Montag ging es dann wieder zurück nach Bialystok um unser Kind abzuholen. Wir stellten uns auf den sehr schönen Stellplatz am Sportclub direkt an einem kleinen See.

Es war jedoch nirgends eine Menschenseele zu sehen. Irgendwann fanden wir ein paar Arbeiter die uns mit Händen und Füßen erklärten, daß wir uns einfach hinstellen sollten. Am nächsten Morgen wäre jemand da. Das taten wir und fuhren mit dem Bus in die Stadt. Da wir die Stadt noch vom Freitag kannten, war es der große Tag unserer Tochter und meiner Frau - eine Shopping Tour. Nach dem Tag an der Uni stieß der Freund unserer Tochter zu uns und wir gingen zu viert etwas essen. Abends verabschiedeten wir uns und fuhren mit dem Bus wieder zu unserem Stellplatz. Weil der Busfahrer den großen Schein nicht wechseln konnte oder wollte, nahm er sich den kleinsten den wir hatten und wir durften mitfahren. Hat er sich bestimmt ne Krakauer von geholt :D

Am Stellplatz angekommen war das Tor verschlossen. Zum Glück gab es eine Klingel. Der Wachdienst meldete sich durch den Sprechapparat. Die Sprachqualität war so miserabel, daß man gar nichts verstehen konnte. Irgendwie muss er aber das Wort Camping doch verstanden haben und das Tor ging elektrisch auf - zum Glück.

Am nächsten Morgen gab es noch einen schönen Sonnenaufgang und nach einem kleinen Frühstück ging es weiter nach Krakau.


Fortsetzung folgt...

Guenni3967 am 23 Okt 2019 23:03:39

Moin,
sehr launiger Reisebericht der Lust auf Polen macht.
Wie hast Du das mit der Go Box gemacht wenn Du über 3,5 to?

felix52 am 23 Okt 2019 23:29:57

Du bist wohl ein begnadeter Fotograph....
Immer die richtigen Aufnahmen zu der entsprechenden Tageszeit.
Sensationell gut. Danke.

Angenehm auch in der ausgewogenen Schilderung.

Ich bin begeistert.

So etwas abends zu lesen, ist ein Highlight. Das weckt Träume.
:)

spechtinator am 23 Okt 2019 23:32:02

Wir haben nur 3,5t. Ist mit Kind natürlich schwer zu halten, aber da kommen dann während der An- und Abreise eben nur 30l Wasser mit und vollgetankt wird vor Ort.

Insofern konnten wir an den normalen Mautterminals bezahlen. Auf unserer Strecke insgesamt 4x. Die Straße öffnete sich auf vielleicht 6-8 Spuren. An der Schranke musste man ein Ticket ziehen und sie ging auf. Irgendwann am Ende der Mautstrecke - oder bestimmt auch wenn man unterwegs abfahren wollte - gab es wieder 6-8 Spuren. An jeder Spur war ein kleines Tickethäuschen mit einem Mitarbeiter. Ich habe jedesmal mein Ticket zusammen mit der kontaktlosen Kreditkarte hingegeben und bekam sehr schnell alles zurück und die Schranke ging wieder auf. Bis 25??€ muss man ja noch nicht mal mehr unterschreiben. Finde ich wirklich praktisch - gerade wenn es schnell gehen soll.

Bei Krakau standen wir bestimmt ne halbe Stunde vor dem Mautterminal deshalb im Stau.

Es ist auch nicht so, daß die Polen Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht beachten. Wenn da ein Tempo 50 Schild steht, wird heruntergebremst - auf 70 :D Geschwindigkeitsbegrenzungen werden auch selten aufgehoben. Die scheinen wie in der DDR an der nächsten Einmündung zu enden. Man hat es immer gemerkt wenn einem ein PKW wieder fast in der Heckgarage stand. Langsam sind die Polen jedenfalls nicht unterwegs und überholt wird nicht nur da wo es auch geht.

Auch scheint es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen bei Ortsschildern (das Grüne wo der Name draufsteht) zu geben. In Deutschland geht ja das Ortseingangsschild mit Tempo 50 einher. In Polen gibt es ein zusätzliches Schild (Weiß mit einer Häusersilhouette). Erst da gilt Tempo 50. Habe ich zumindest am Fahrstil der Anderen abgeleitet. Manchmal sind beide Schilder an einem Halter angebracht - bei uns waren sie jedoch meistens getrennt.

Bye Christian

spechtinator am 23 Okt 2019 23:40:12

felix52 hat geschrieben:Du bist wohl ein begnadeter Fotograph....
Immer die richtigen Aufnahmen zu der entsprechenden Tageszeit.


Alles nur Hobby, aber irgendwie kann ich das Womo ohne Kamera nicht verlassen. Ist wie die Handtasche einer Frau für mich :D Sehr zum Leidwesen meiner Frau. Die muss nämlich immer mit mir warten bis die Touristenmengen weitergewandert sind und ich ein Foto ohne Menschenmengen machen kann. Das ging in den Masuren sehr gut, aber in Auschwitz z.B. war es nicht leicht, da wir eine Führung hatten.

Bye Christian

MiGu1418 am 24 Okt 2019 00:03:02

Hallo Christian,

allein dein Bilder haben das Warten auf die Fortsetzung des Reisebericht
wieder gut gemacht. :daumen2:

Gruß Guido

sini2000 am 24 Okt 2019 00:25:38

Toller Bericht und richtig gute Fotos. Jetzt bin ich total neugierig, mit welcher Kamera Du fotografierst :D Und ich gehe mal von RAW und selber entwickeln aus?

Beduin am 24 Okt 2019 06:48:51

Das wäre auch meine Frage gewesen ;D

knutschkugel am 24 Okt 2019 18:24:03

Wirklich toller Bericht mit klasse Bildern

spechtinator am 24 Okt 2019 22:08:50

Hallo und erst mal Danke für die vielen positiven Kommentare. Dann weiß man ja warum man so einen Bericht schreibt :)

Ich habe eine Sony Alpha 65 mit dem 16-50 2.8 SSM Objektiv. RAW ist Pflicht und nach dem Urlaub dauert es dann meist noch 1-2 Wochen bis die Bilder alle bearbeitet sind. Das normalerweise mit Lightroom und bei speziellen Sachen mit Photoshop. So habe ich z.B. bei den Fotos von Auschwitz allen Touristen entfernt weil ich finde, daß Massentourismus einfach nicht zu diesem Ort passt.

Hier mal vorgegriffen als Beispiel:


Hat doch eine völlig andere Wirkung oder?

Ausserdem mag ich meine Fotos farbenkräftig (zumindest fast immer). Schwarzweiß hatten wir als ich Kind war. Ist nicht immer die Realität, aber mir gefällt es so.

Dann will ich mal mit der letzten Etappe beginnen.

spechtinator am 24 Okt 2019 22:41:20

In Krakau besuchten wir Camping Nr 49 Adam - angegliedert an einem Hotel. Im Vergleich zu den Tagen davor war es hier richtig voll :lach:



Nach 400km Fahrt kamen wir natürlich erst am Nachmittag an, konnten aber nicht still sitzen und sind gleich wieder mit dem Bus in die wunderschöne Altstadt gefahren. Heute hat es geregnet. Dafür glänzen die Pflastersteine schön.




Hinter der Marienkirche gab es einen Durchgang zu einem kleineren Platz. Dort war ein wunderschöner Markt aufgebaut. Hatte ein wenig das Flair von einem Weihnachtsmarkt.




Hinten links war die Genussecke. Wir sind schwer dran vorbeigekommen. Ich entschied mich für eine Schmalzstulle. Da ich nicht lesen konnte was auf dem Schild stand entschied ich mich für das FULL-Paket und erhielt ein dickes Brot mit ordentlich Schmalz, gebratenen Krakauerscheiben, Zwiebelringen und einer Einlegegurke. Sehr lecker. Ich habe den Geschmack selbst beim Schreiben noch im Mund.



Am nächsten Morgen wollten wir Oskar Schindlers Emaillefabrik besuchen und sind mal wieder mit dem Bus losgedüst. Leider konnten wir nicht rein. Man kommt nur zu einem festen Zeitfenster rein und bis Nachmittag (vorher war alles ausgebucht) wollten wir nicht warten. Man hätte schon zu Hause vorbuchen können, aber da noch nicht zu 100% klar war wann wir nach Krakau fahren, haben wir das nicht getan. Ich hätte nicht gedacht das es im Oktober so voll sein wird. Also nur ein kurzes Bild von der Strasse aus.


Wir marschierten dann zu Fuß zur Burg Wawel und fanden auf dem Weg dahin ein Hinweisschild für das Jahr 2020.

Stand heute sind es noch genau 280 Tage bis die Fähre in Rostock ablegt :) Dazwischen liegt noch ein laaaaaaaaaanger Winter ohne Womo :(

Burg Wawel





Anschließend ging es wieder in die Innenstadt. Da wir Hunger hatten suchten wir und fanden eine kleine urige Pirogibar. Absolut köstlich und die Dinger machen echt satt.



Als es dunkel wurde gingen die Frauen noch etwas shoppen und ich auf Fototour mit Stativ.




spechtinator am 24 Okt 2019 23:41:18

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Auschwitz. Das war zum Glück nicht weit.

Ich hatte mich ja vorher schon über die Stellplätze etwas schlau gemacht und wir haben uns den Platz am "Center for Dialogue and Prayer" ausgesucht. Gegenüber der Gedenkstätte des KZ gibt es zwar einen großen Parkplatz auf dem man auch stehen kann, aber irgendwie ist mir ein grüner Stellplatz lieber als ein Grauer -auch wenn wir in Sachen Duschen und Strom autark sind. Wir haben uns zwar beim Preis erschrocken (über 30€), aber jetzt waren wir einmal da. Und wir standen mal wieder allein - naja bei dem Preis auch kein Wunder :D


Wir wanderten in die Innenstadt und haben etwas zu Mittag gegessen.

Nach einer kurzen Rundwanderung durch die Innenstand haben wir noch ein kleines Kaffee mit Keller entdeckt und mussten einkehren. Eigentlich wollten wir nur ein Eis essen, aber es sah alles so lecker aus.


Da wir noch viel Zeit hatten wanderten wir in Richtung KZ Auschwitz Birkenau und sahen uns auf dem Weg dahin die "Judenrampe" an.


Es ist natürlich nicht mehr viel vorhanden, lediglich ein paar Meter Gleis und die 2 Waggons.

Obwohl wir für den Folgetag (Freitag) um 09:30 eine 3,5h Führung durch das ehemalige Konzentrationslager gebucht hatten, schauten wir uns schon mal kurz das Lager in Birkenau an. Zurück waren es dann wieder ein paar Kilometer. Vor dem Lager fuhren aber immer mal wieder Busse zum Hauptlager in Auschwitz. Also haben wir uns unter die anderen Besucher gemischt und sind einfach mitgefahren. Im Nachhinein haben wir herausgefunden, daß es ein kostenloser Pendelbus zwischen den beiden Lagern war. Also ging es erst mal wieder zurück und ins Bettchen.

Am Freitag ging es dann früh zum Hauptlager. Ich war schon erschrocken. Menschen über Menschen und ein Parkplatz mit vielleicht 20 Kleinbussen, 30 Reisebussen und vielen PKWs. Es standen auch Schilder da, daß das Fotografieren innerhalb des Lagers durch das Personal verboten wird. Auch durfte man nur Gepäck bis zu einer bestimmten Größe mitnehmen. Mit Tränen in den Augen gab ich meine Kameratasche an einer Aufbewahrungsstation ab und wir gingen hinein. Man dachte man betritt einen Flughafen, mußte die Wertsachen auf das Band packen und durch eine Schleuse treten. Wir bekamen Kopfhörer und warteten bis die Führung losging. Wir hatten noch ca. 20min Zeit. Überall sah ich aber Leute mit Kameras. Was die können, kann ich auch. Also wieder raus, die Kamera geholt und wieder rein. Kein Problem. Unsere Führerin erklärte uns dann, daß das Fotografiern erlaubt ist, nur in bestimmten Bereichen nicht. Das würde sie uns dann sagen. Also ging es los.

Vor dem bekannten EIngangstor stand eine Gruppe nach der anderen. Man konnte gar kein richtiges Foto machen. Nach ca. 2h war die Führung im Hauptlager beendet. Wir sollten dann mit dem Shuttlebus nach Birkenau fahren und dort wurde die Führung dann fortgesetzt. Beim herausgehen seilte ich mich von der Gruppe ab und ging zum Eingangstor. Ich hatte Glück und die Gruppen vom Morgen waren alle verschwunden. So konnte ich ein paar fast menschenleere Fotos machen :)

Von der Führung war ich etwas enttäuscht. Die Erzählungen klangen etwas abgespult und man ging im Entengang durch die verschiedenen Häuser vorbei an den verschiedenen "Ausstellungsstücken". Es wurde aber bei der Führung auch nicht alles gezeigt. Man hatte anschließend aber auch keine Zeit für eigene Erkundungen, da man ja das Lager verlassen musste um mit dem Shuttle nach Birkenau zu fahren. Draussen war alles sauber, der Rasen grasgrün und die Sonne schien. Irgendwie kamen die damaligen Geschehnisse so gar nicht richtig an einen heran. Ich weiß jetzt auch nicht ob das nun gut oder schlecht war. Auch der Massentourismus mit den Menschenmengen tat sein übriges dazu. Eindrucksvoll war es allemal. Hier noch ein paar Fotos einfach aneinander gereiht.












Für den Rückweg hatten wir uns einen kleinen Campingplatz bei Löwenberg kurz vor der deutschen Grenze ausgesucht den wir jetzt noch ansteuerten. Auf dem Weg dahin hielten wir noch an einem Biedronka-Supermarkt an und kauften uns ein paar polnische Sachen für zu Hause ein. In Polen gibt es so lecker Einlegegurken. Die sind in einem Beutel eingeschweißt und schmecken wirklich wie selbst eingelegt. Sozusagen eine polnische Spreewaldgurke :D Die gab es dann auch zum Abendbrot. Als wir wieder im Dunkeln nach 20:00Uhr auf dem Platz ankamen, saß die Besitzerin zum Glück noch auf ihrem Balkon. Sie sprach fließend deutsch und erklärte uns, daß der Platz schon geschlossen ist. Als wir sagten, daß wir nur schlafen wollen und keinen Strom oder eine Toilette brauchen, durften wir vor der Garage stehen bleiben. Unter der Garage floss übrigens ein Fluss durch.


Das war dann leider unsere letzte Nacht in Polen und am Samstag machten wir uns auf den Heimweg.

Zeitlich war alles etwas knapp, aber für uns doch ausreichend. Wir halten es eh nie lange an einem Ort aus und können auch nicht stillsitzen. Polen ist ein sehr schönes Land. Der Herbst hat auch seinen eigenen Reiz. Vor allem die Ruhe im Oktober fanden wir schön. Wir kommen definitiv wieder, aber davor gibt es noch einige andere Ziele zum Ansteuern.

Ich hoffe, daß es euch gefallen hat und verabschiede mich erstmal.

Bye Christian

haroba am 25 Okt 2019 09:27:33

Moin Christian!

Vielen Dank für den sehr schönen Bericht Eurer Polen-Reise.
Deine Bilder sind wirklich "Erste Sahne"!
Wir haben das Land 2005, 2012 (und 2014 auf der Durchreise) und haben uns dort wohl gefühlt.
(Siehe Homepage)
Die Menschen sind sehr nett und hilfsbereit.
Manche Campingplätze waren schon geschlossen, aber wir sind ebenfalls immer untergekommen.

Nochmal:
Danke für Euern tollen Reisebericht.

Munterholln!
Hartmut

Stefan-Claudia am 25 Okt 2019 09:56:51

spechtinator hat geschrieben:Ich hoffe, daß es euch gefallen hat und verabschiede mich erstmal.
Bye Christian


:top: Hallo Christian, toller Reisebericht...kannste öfters machen :ja:

Wake am 28 Okt 2019 12:52:11

spechtinator hat geschrieben:Na jedenfalls sind wir dann am Sonntag morgen weiter gefahren zum Camping Widok.

Nach ca. 14km kamen wir noch hungriger am Kloster an. Zum Glück gab es dort eine Gaststätte.


Sehr schoene Bilder :dankeschoen:

Die Familie Maria und Dariusz Klepacki, die Betreiber der Camping-Anlage Widok --> Link, sind auch fuer ihre hervorragende Kueche bekannt.
Es gibt in ca. 5 km Entferung noch einen weiteren, sehr schoenen Campingplatz: --> Link

In Wigry, direkt gegenueber dem Kloster befindet sich der Campingplatz "u Haliny" mit angeschlossenem, kleinen Gasthof, der zu superguenstigen Preisen fantastische,
lokale Gerichte (vor allem Fisch aus dem See) bietet. 80 % der Wohnmobile und Wohnwagen, die im Sommer diesen Campingplatz besuchen, kommen aus Deutschland und Holland.

P.S. Christian, was fuer einen Camping am Sportplatz und kleinen See in der Naehe von Białystok hast Du gemeint ? Es gibt keinen See in der Umgebung Białystoks.

Schoene Gruesse aus Białystok,
Theo

vosu99 am 28 Okt 2019 13:02:06

Was für ein toller Reisebericht mit beeindruckenden Bildern.
Vielen Dank!

spechtinator am 28 Okt 2019 19:18:21

Wake hat geschrieben:...die Betreiber der Camping-Anlage Widok ... sind auch fuer ihre hervorragende Kueche bekannt.

...direkt gegenueber dem Kloster befindet sich der Campingplatz "u Haliny" ...

... was fuer einen Camping am Sportplatz und kleinen See in der Naehe von Białystok hast Du gemeint ?...

Theo


Hallo Theo,

die Gaststätte am Camping Widok haben wir gesehen, wir waren zum Anmelden drinnen. Sah wirklich gemütlich aus. Wir hätten aber ganz allein dort gesessen und haben uns dadurch irgendwie komisch gefühlt. Ausserdem war es zur Mittagszeit ganz schön kalt. Wir haben abends nochmal reingeschaut, da war es gemütlich warm und es saßen auch mehrere Leute da. Im Oktober ist die Gaststätte übrigens nur am Samstag und Sonntag geöffnet (wir waren am Sonntag da).

Den Platz gegenüber dem Kloster haben wir mit dem Rad besucht. Sah aber alles schon verlassen bzw. geschlossen aus. War auch schon Oktober. Ich hatte vorher im Internet geforscht und viele Plätze haben nur bis September geöffnet. Ausserdem hat mir Camping Widok im Internet sehr gut gefallen und wir wollten die Radtour machen.

Der Campingplatz in Bialystok ist hier: --> Link

Obs ein See ist - keine Ahnung. Sah aber schon etwas größer aus. Ist der Sportclub - nicht Sportplatz.

Dann mal liebe Grüße zurück ins 900km entfernte Bialystok

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