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Mehrjährige Weltreise - welches Fahrzeug ist ideal für uns?


Aphelion am 27 Okt 2019 13:53:06

Hallo ihr Lieben,

das ist unser erster Post hier - danke erstmal für die Aufnahme, wir freuen uns auf den Austausch!

Wir sind Fotografen und planen für ein paar Projekte eine mehrjährige Weltreise bzw. ein ortsunabhängiges Leben im Mobil. Die größte Herausforderung ist es nun natürlich, das passende Fahrzeug zu finden - hier hoffen wir auf eure Erfahrungen, Empfehlungen und den freundlichen Austausch.

Generell ist uns ein möglichst autarkes Fahrzeug wichtig, das möglichst offroad-gängig ist. Wir planen u. a. Reisen nach Zentralasien und Südamerika. Eines der Hauptziele der Projekte ist es, einsame Landschaften zu fotografieren, wir müssen also unabhängig sein von Campingplätzen und zeitweise auch von Infrastruktur.

Wir haben uns auf Messen schon Fahrzeuge einiger Hersteller (z. B. "richtige Expeditionsmobile" von bimobil oder blissmobil, aber auch kleinere Fahrzeuge wie etwa den Oman von Burow) angeschaut, allerdings haben wir wohl noch keinen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten. Auch der Gebrauchtmarkt ist interessant für uns, diesen können wir allerdings noch nicht wirklich einschätzen.

Wichtig ist uns neben der Unabhängigkeit, dass das Fahrzeug sehr zuverlässig ist und möglichst so verbreitet, das weltweit Ersatzteile zu bekommen sind.

Welcher Hersteller oder Fahrzeuge würdet ihr uns "auf den ersten Blick" empfehlen? Zu beachten ist natürlich, dass Geld auch für uns eine begrenzte Ressource ist. Gibt es bspw. noch ähnliche Fahrzeuge wie den Oman, die kleiner/günstiger sind als Expeditionsmobile, aber trotzdem offroadtauglich - und dabei vielleicht etwas autarker als der Oman?

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Tinduck am 27 Okt 2019 14:05:17

Eierlegende Wollmilchsäue gibt es auch bei Expeditionsmobilen nicht.

Wenn hohe Anforderungen an Autarkie gestellt werden, heisst das grosse Vorräte an Diesel, Wasser, Lebensmittel und Strom. Damit seid ihr automatisch bei einem LKW der 10-12 Tonnen-Klasse, wenn die Fuhre auch noch geländegängig sein soll. Es sei denn, ihr wollt 3 Wochen nicht duschen und kommt für nen Monat mit einer Kiste Ravioli-Konserven aus... dann könnte auch ein Pickup mit Aufsetzkabine reichen.

Bezüglich Basisfahrzeug gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen setzen auf Alteisen, das weitestgehend überall repariert werden kann, das sind dann Fzg. der 70er bis 80er Jahre.
Andere schwören auf das Neueste vom Neuen und verlassen sich auf die Aussagen der Hersteller, was weltweiten Support angeht.

Such mal nach Expeditionsmobil-Blogs, da kannst Du die ganze Bandbreite erleben. Negatives wird allerdings nur selten berichtet, meist alles heititei und wunderschön.

bis denn,

Uwe

wolfherm am 27 Okt 2019 14:57:17

Hallo und herzlich Willkommen im Forum.

Bevor hier vernünftige Empfehlungen kommen können, müsst ihr uns noch eines verraten: Wieviel Geld wollt ihr in das Fahrzeug investieren?

clamat am 27 Okt 2019 16:22:56

Hi,
Je nach Ansprüchen braucht man kein riesiges Expeditionsmobil. Auch mit einem kleinen Oman kommt man in die hintersten Ecken der Welt, manchmal besser als mit einem LKW :D
Wir bereisten seit 10 Jahren jeweils für 3 bis 4 Monate im Jahr mit gemieteten (spartanisch ausgerüsteten, ohne Toilette, geschweige denn Dusche - dafür gibt's aber so nen schwarzen Sack :lol: ) Allradmobilen die Welt. Australien, Neuseeland, Chile, Argentinien, Afrika. Seit letztem Jahr haben wir unseren Oman und er hat sich traumhaft in Island bewährt und nächstes Jahr geht es für 3 - 4 Monate in die Wüste nach Marokko :lach:
LG
Claudia

Aphelion am 27 Okt 2019 17:22:38

Wieviel Geld wollt ihr in das Fahrzeug investieren?

Wie immer: So viel wie nötig und so wenig wie möglich :razz:
Im Moment gehen wir von einer Grenze von etwa 150.000€ (inkl. der Zusatzausstattung) aus. Natürlich sind wir bereit, Abstriche zu machen, wenn wir preislich darunter bleiben.

Claudia, schön zu hören, dass ihr glücklich mit dem Oman seid.
Hast du einen Anhaltspunkt, wie viele Tage man damit etwa autark ist (bezogen auf alles: Wasser, Strom, Heizung)? Und wie die Lieferzeiten in etwa sind?

Dass man mit einem LKW manchmal unflexibler ist, glauben wir sofort.

babenhausen am 27 Okt 2019 18:23:03

Aphelion hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,


Wichtig ist uns neben der Unabhängigkeit, dass das Fahrzeug sehr zuverlässig ist und möglichst so verbreitet, das weltweit Ersatzteile zu bekommen sind.



Genau das ist der Knackpunkt.
Egal welches Fahrgestell unter dem Wohnteil steckt, E Teile für Fahrzeuge welche in Europa gängig sind können in Asien oder Südamerika kaum zu finden sein oder müssen teuer an Zeit und Euro importiert werden.
Ersatzteile/Service für Euro 6 Motoren werdet ihr oft nicht bekommen...Heißt nicht umsonst Euro....

clamat am 27 Okt 2019 18:46:33

Hi Aphelion,
das autark stehen ist relativ. Dieses Jahr in Island hatten wir an sehr vielen Tagen fast 24 Stunden Sonne :lol:, also keinerlei Problem mit Solarstrom, damit hätten wir wochenlang mit eingeschaltetem Kühlschrank, USB-laden diverser Geräte, Akkus etc. stehen können.
Unser Wassertank fasst 80l. Wenn man das nur zum Zähneputzen, Nudelnkochen und so benutzt, dann reicht das auch ziemlich lange. In Australien haben wir z. Bsp. gelernt, dass man mit 4l Wasser duschen, incl. (schulterlangen) Haare waschen, kann :eek:
Die Trenntoilette ist genial, allerdings ist der Pipitank etwas klein, nach 3 - 4 Tagen sollte er geleert werden.
Heizung ist auch kein Problem, solange man Diesel im Tank hat :roll:
Diesel tanken war für uns übrigens in Chile und Argentinien manchmal etwas spannend, aber bei Schmugglerfrauen in Colchane oder Minenarbeitern an der bolivianischen Grenze haben wir immer etwas bekommen. Man muss mit den Menschen reden.
Ich persönlich finde es schade, dass mittlerweile der Spirituskocher nicht mehr verbaut wird (wird nicht mehr hergestellt) . Ich liebe ihn und möchte ihn nicht mehr missen. Wir haben keinerlei Probleme mit diversen, nicht kompatiblen Gasflaschen oder Adaptern. Spiritus, bzw. irgendwelche Ethanolprodukte bekommt man an vielen Tankstellen. Mit Gas hatten wir in den Anden sowohl bei der Heizung, als auch dem Kocher Probleme.
Lieferzeiten vom Oman sind im Moment glaub ich bei 1 1/2 Jahren, zumal ja jetzt auch der Oman4 --> Link
gebaut wird.

LG
Claudia

duca250 am 27 Okt 2019 19:41:24

Moinsen,
wenn es zeitlich passt, würde ich Euch einmal den Besuch des AMR-Globetrottertreffen in Amelinghausen, südlich von Lüneburg, oder ähnlicher Treffen empfehlen. Dort habt Ihr die Möglichkeit Fahrzeuge der Teilnehmer zu besichtigen und Euch weitere geballte Erfahrungswerte einzuverleiben. Also einfach mal nach „Globetrottertreffen“ googeln :)
Grüße
der Duc

Flatus am 29 Okt 2019 10:14:23

Aphelion hat geschrieben:... Generell ist uns ein möglichst autarkes Fahrzeug wichtig, das möglichst offroad-gängig ist.
...
Wichtig ist uns neben der Unabhängigkeit, dass das Fahrzeug sehr zuverlässig ist und möglichst so verbreitet, das weltweit Ersatzteile zu bekommen sind. ...

Es gibt nur wenig Hersteller mit einer weltweiten Ersatzteilversorgung: Mercedes, Toyota und einige weitere japanische/koreanische Hersteller; in Südamerika noch VW…

Unser Sprinter ist „teilautonom“: Mit dem Solarstrom (für den Kühlschrank und das Elektrozeug) sind wir komplett autonom, Landstrom brauchen wir nie. Das Wasser (Küche, täglich warm duschen und die WC-Spülung) und der WC-Gülletank reichen knapp etwa eine Woche. Trinkwasser könnten wir aber mehr bunkern, wenn wir das möchten. Die zwei Gasflaschen reichen für ungefähr ein Jahr. Und die Reichweite des Sprinters beträgt knapp 1‘000 Kilometer, mit den Zusatztanks, die wir nie brauchen, etwa doppelt so weit.
Damit konnten wir bis jetzt in Europa, Afrika und Asien überall hinreisen - mehr Autonomie brauchten wir nie. Ausser damals in Algerien und Libyen, da hatten wir mehr Reichweite - aber da kommt man zurzeit ja eh kaum hin.

Gruss Flatus

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