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motorradtraeger

Herbst-Tour an den Bodensee


Schorsch64 am 28 Okt 2019 16:32:08

Seit mehr als 25 Jahren lebe ich nun in Norddeutschland und mindestens einmal pro Jahr fuhr ich in die alte Heimat.
Meistens mit dem Auto, manchmal per Bahn und einmal bin ich sogar geflogen. In jedem Fall dauerte die Reise maximal 10 Stunden.
Doch dieses Mal sollte es anders sein. Die erste Reise mit dem eigenen Wohnmobil stand an.
Über die Woche wurde schon alles startklar gemacht, so konnten wir Freitag am frühen Nachmittag starten.

Vorab hatte ich eine mögliche Route mit 4 Zwischenstationen entworfen (nur die ersten zwei haben wir angefahren, danach wurde es spontan…).
Die erste Nacht wollten wir in Höxter verbringen. Auf dem Weg kamen wir durch Hameln und erinnerten uns an einen netten Aufenthalt vor zwei Jahren. Wollen wir nicht hier stehen bleiben? – Nein, sind doch nur noch 30 Minuten bis Höxter.
Hätten wir mal lieber in Hameln Station gemacht. Auf dem Weg nach Höxter mussten wir wegen einer Straßensperrung einen riesen Umweg auf sehr kleinen Straßen machen. Kurz vor Höxter viel uns zum Glück noch das Hinweisschild auf, dass die Brücke nur für 2,1 m Breite zugelassen ist. Also umdrehen und in der nächsten Ortschaft über die Weser, dann endlich auf den Stellplatz am Floßplatz. Das war kein so toller Start, aber ab jetzt war Urlaubsstimmung.
Aufgrund des späten Eintreffens haben wir nur noch in zweiter Reihe einen Platz bekommen, aber immerhin mit Strom.
Höxter als Stadt hat uns nicht übermäßig angesprochen, dennoch war es ganz nett über den Wochenmarkt zu bummeln.


Von der Weser wechselten wir am nächsten Tag zur Werra und machten Station in Bad Salzungen. Wer gerne ins Solebad und in die Sauna geht hat hier die Möglichkeit auf dem Stellplatz „Sole Reisemobilhafen“ zu übernachten. Nette kleine Parzellen sind als Stellplatz eingerichtet und ein paar Schritte weiter ist man in den Werra-Auen und kann mit dem Hund ausgiebige Spaziergänge machen.


Am dritten Tag wurde improvisiert. Wir wollten etwas Strecke machen und haben uns Rothenburg ob der Tauber als Tagesziel ausgesucht. Der Stellplatz ist eher etwas nüchtern, aber eben in unmittelbarer Nähe zur Altstadt.

Und genau diese hat es uns dann angetan. Wir waren ungeheuer beeindruckt von der Anlage der Stadt mit der Stadtmauer und den vielen Türmen. Insbesondere der Weg inner- und außerhalb der Wallanlage war super schön. Wir haben die halbe Stadt umrundet und sind dann durchs Zentrum zurück. Dort wimmelte es von Touristen (wir selber ja auch) und es war teilweise schwer durch zu kommen.



In einer der Bäckereien holten wir uns Scheebälle, ein traditionelles Gebäck, das wir dann bei einer Tasse Kaffee in der Sonne naschten. Meine Meinung dazu: sieht leckerer aus, als es (mir) schmeckte.
Nach einer Pause am Wohnmobil suchten wir eine Möglichkeit unseren Hunger auf Fleisch zu stillen. In der Innenstadt im Restaurant Alter Keller wurden wir fündig. Super leckeres Gulasch für mich und eine schönes Schnitzel für meine Frau, dazu selbst gemachte Spätzle – ein Traum. Die sehr freundliche Bedienung vollendete unseren Eindruck, hier kann man immer wieder her kommen.
Tja, warum ich an dieser tollen Stadt die ganzen Jahre immer nur vorbei gefahren bin, kann ich mir auch nicht erklären. Vielleicht, weil ich nie mein eigenes Bett dabei hatte.

Die nächste Station sollte wieder eine Therme/Sauna sein. Google sei Dank steuerten wir auf Bad Waldsee zu. Ortseinfahrt wird einem sofort bewusst, dass man sich im Hymer-Home befindet. Das Werk und diverse Verkaufshallen stehen voll mit neuen Hymer Mobilen. Dann noch das Erwin-Hymer-Museum eindrucksvoll platziert… ob wir hier mit unserem Hobby überhaupt stehen dürfen?
Der Stellplatz am Kurzentrum ist richtig nett gelegen. Zwischen Grünanlagen und Therme mit Strom und VE, alles da was man braucht. Nach einem schönen Saunaabend war ich schon früh hoch und hatte die Hunderunde gerade hinter mir, als es einmal laut klingelte! Was war das denn? Aha, der Bäcker-Wagen. Toll, dann gibt’s also auch noch frische Brötchen zum Frühstück.
Frisch gestärkt machten wir uns auf zum Museum. Um es vorweg zu nehmen: Ein weiteres Highlight unserer Reise.
Für jeden Caravan-Fan ein Erlebnis. Wenn man wie wir, schon als kleines Kind mit seinen Eltern im Zelt und später im ersten Wohnwagen unterwegs war, findet man dort im Museum tolle Erinnerungen.

Ich dachte das Hymer Museum zeigt nur die Hymer Historie, aber nein ganz und gar nicht, dort wird die ganze Welt der Caravan Geschichte gezeigt. Wir haben den Ausflug dort unendlich genossen und ergötzen uns immer noch an den Bildern und den damit verbundene Erinnerungen.



Danach ging es nun endlich an den Bodensee, nach 4 Tagen. So lange habe ich für diesen Weg noch nie gebraucht. Und so viel tolle Eindrücke noch nie gesammelt.
Station wurde im Hof bei meinen Eltern gemacht. Muttern hatte am Mittwoch Geburtstag und die Zeit war scharf durchgeplant, von Frühstück über Mittagessen, zum Kaffee und Abendessen. Wie das so ist, wenn man bemuttert wird.
Als Lückenfüller hatten wir aber die Chance an der Argen (ein Fluß in der Nähe) Spazieren zu gehen und natürlich durfte auch der Gang an den See nicht fehlen.



Völlig überfüllt machten wir uns am Donnerstag auf den Rückweg. Allerdings mit einem lohnenden Abstecher ins Allgäu.
Der Skywalk Allgäu in Scheidegg bietet einen ca. 300° Rundumblick von den Schweizer und Österreichischen Alpen, übers Allgäu bis zum Bodensee. Natürlich ist ein solches Erlebnis extrem Wetter abhängig, aber wir hatten eben Glück.



Auf dem Weg nach Würzburg stoppten wir noch kurz in Wangen. Dort beim Fidelisbäck gibt es den besten LKW der Welt (LKW = Leberkäswecken).

Da wir Wangen bereits gut kennen, war das für uns nur ein kurzer Stopp. Parken kann man gegenüber des Edeka Marktes auf P14, aber eben nicht über Nacht. Die Innenstadt ist auch entzückend und einen Blick wert. Passt aber bei den Brunnen auf, manch einer spuckt einen an.

Ankunft in Würzburg am Stellplatz Friedensbrücke wieder zu spät für die erste Reihe. Entgegen der Info meiner Eltern inzwischen mit Strom und VE Station. Unseren Abendspaziergang unternahmen wir in Richtung Alte Mainbrücke. Hier wunderten wir uns über die vielen Menschen auf der Brücke, manche sogar mit Weinglas in der Hand. Am anderen Brückenende hatten wir dann die Lösung. Es ist hier offensichtlich üblich, sich auf einen Schoppen zum Sonnenuntergang auf der Alten Mainbrücke zu treffen. Diesen Brauch haben wir gerne mitgemacht und einen super tollen warmen Herbstabend über dem Main verbracht.


Am nächsten Morgen, direkt nach dem Hundespaziergang, rollte ich das Wohnmobil von den Keilen und fuhr in eine frei gewordene Box mit Stromanschluß. Jetzt konnten wir mit Blick auf den Main und vorbeifahrenden Lastkähnen unseren Kaffee genießen und in den Tag starten.

Nach einem entspannten Frühstück schauten wir uns Würzburg an, aber leider muss ich sagen, bin ich inzwischen von Rothenburg verdorben. Da können nicht viele Städte mithalten.

Einen letzten Stopp haben wir in Altenau in der Kristalltherme gemacht, bevor es am Samstag wieder nach Hause in den Landkreis Diepholz ging.

Es war NUR eine Woche Urlaub und doch haben wir sooo viel gesehen und erlebt. Erstaunt waren wir wieviel zu dieser Jahreszeit immer noch auf den Stellplätzen los war. Frühes Erscheinen sichert die besten Plätze, daran müssen wir noch arbeiten.

Jetzt soll der Hobby winterfertig gemacht werden. Also Wasser ablassen und soweiter. Da habe ich schon einige Tips im Forum gelesen und werde mich die nächsten Tage damit weiter beschäftigen.

Bis bald

Anzeige vom Forum

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wolfherm am 28 Okt 2019 16:39:35

Vielen Dank für den schönen Bericht.

Helmchen am 28 Okt 2019 16:54:59

Auch ich danke Dir. Schön geschrieben und sehr gut gemachte Fotos.
Dafür auch gerne ein +.

Kistenmann am 28 Okt 2019 18:14:08

Schöner Bericht :-) Kann man den Hund mit ins Museum nehmen?

iwoi am 28 Okt 2019 19:11:17

wieder einmal zeigt mir dieser Reisebericht, wie schön und abwechslungsreich eine Reise durch D sein kann.
Danke für den Bericht und die Bilder.

frankjasper8 am 28 Okt 2019 20:03:15

Viele, der von Euch angefahrenen Orte, kenne ich auch. :)

Angefangen hier bei mir um die Ecke in Hameln und Höxter. Rothenburg o.d.Tauber ist für mich immer wieder ein schöner Etappenort bei Reisen in die südlichen Regionen und Bad Waldsee mit dem Hymer-Museum habe ich im vergangenen Jahr auch entdeckt. Auch Würzburg ist mir bekannt. Ich habe durch Deine Fotos vieles wiedererkannt. Die Bilder sind übrigens richtig toll fotografiert! :)

Dankeschön für diesen Urlaubsbericht! :)

Übrigens: die Strassensperrung im Wesertal bleibt noch einige Zeit erhalten; hier muß ein Steilhang gegen Steinschlag gesichert werden.

elco47 am 28 Okt 2019 20:26:51

Tolle Bilder und Kommentare, die Lust auf unsere anstehende Herbstreise machen.
Danke und liebe Grüsse
Hermann

MiGu1418 am 28 Okt 2019 20:35:01

Ein guter Bericht mit tollen Bilder.

Gruß Guido

Hennes8 am 28 Okt 2019 21:09:42

Danke für den Reisebericht und den schönen Bildern. :daumen2:
Gruß Heiko

vosu99 am 28 Okt 2019 23:31:54

Danke für diesen schönen Reisebericht.

Schorsch64 am 29 Okt 2019 08:19:13

Kistenmann hat geschrieben:Schöner Bericht :-) Kann man den Hund mit ins Museum nehmen?

Hallo,
Hunde sind im Museum leider nicht erlaubt. Vor dem Museum haben sie eine Hundehütte mit Möglichkeiten zum Festbinden instaliert. Aber da haben wir ihn lieber in seiner gewohnten Umgebung unterm Tisch im WoMo gelassen.

TravelVan620 am 29 Okt 2019 13:02:06

Erstklassiger Bericht und tolle Bilder.

Vielen Dank

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